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Teil 1 - Ankündigungen, Durchsagen und Nachrichten
Sie hören nun fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.
Beispiel 01. Frank schlägt Jan vor, nach Sizilien zu fliegen.
richtigfalsch
02. Wo möchte Frank am liebsten übernachten?
- a) bei Verwandten
- b) im Hotel
- c) im Zelt
Text 1 — 1. Der Termin von Frau Stein wird verschoben.
richtigfalsch
2. Frau Stein soll …
- a) die Chipkarte mitbringen.
- b) zehn Euro bezahlen.
- c) zurückrufen.
Text 2 — 3. Herr Thomas informiert Frau Brahms über neue Versicherungstarife.
richtigfalsch
4. Herr Thomas …
- a) möchte, dass Frau Brahms einen neuen Vertrag abschließt.
- b) braucht Zeugnisse von Frau Brahms.
- c) ruft später noch einmal an.
Text 3 — 5. Sie hören Veranstaltungstipps für München.
richtigfalsch
6. Auf der Autobahn gibt es Stau wegen …
- a) einer Baustelle.
- b) des Berufsverkehrs.
- c) eines Unfalls.
Text 4 — 7. Sie hören eine Information für eine Reisegruppe.
richtigfalsch
8. Welcher Zug fällt aus? Der Zug nach …
- a) Bern.
- b) Genf.
- c) Lausanne.
Text 5 — 9. Das Wetter wird im Osten Deutschlands besser.
richtigfalsch
10. Vorausgesagt werden …
- a) Gewitter an der Elbe.
- b) Temperaturen unter 10 Grad.
- c) starke Regenfälle im Westen.
Teil 2 - Als Zuschauer/Zuhörer (Vortrag)
Sie hören nun einen Text. Sie hören den Text einmal. Dazu lösen Sie fünf Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
11. Das Museum ist …
- a) sehr voll.
- b) teilweise geschlossen.
- c) ziemlich leer.
12. Was zeigt der Museumsführer den Touristen?
- a) alle Ausstellungen
- b) die Hauptausstellung
- c) die Sonderausstellungen
13. Wo ist der Treffpunkt am Nachmittag?
- a) am Eingang
- b) an der Garderobe
- c) im Café
14. Die Ausstellung beschäftigt sich mit …
- a) dem Oktoberfest.
- b) der bayerischen Küche.
- c) der Geschichte Münchens.
15. Der Museumsführer empfiehlt den Teilnehmern einen …
- a) Restaurantbesuch.
- b) Cafébesuch.
- c) Biergartenbesuch.
Teil 3 - Gespräch zwischen zwei Personen
Sie hören nun ein Gespräch. Sie hören den Text einmal. Dazu lösen Sie sieben Aufgaben. Wählen Sie: Sind die Aussagen richtig oder falsch?
16. Bei dem Fest wurde der Geburtstag von Annas Mann gefeiert.
richtigfalsch
17. Nadia ist vom Haus der Gastgeber begeistert.
richtigfalsch
18. Nadia arbeitet beim Fernsehen.
richtigfalsch
19. Das Essen war ausgezeichnet.
richtigfalsch
20. Nadia hat zusammen mit dem Musiker gespielt.
richtigfalsch
21. Nadia hat auch Jazz gespielt.
richtigfalsch
22. Das Fest dauerte bis nach 12 Uhr nachts.
richtigfalsch
Teil 4 - Radiosendung / Diskussion (Zuordnung)
Sie hören nun eine Diskussion. Sie hören die Diskussion zweimal. Dazu lösen Sie acht Aufgaben. Ordnen Sie die Aussagen zu: Wer sagt was? (a = Moderator, b = Dana Schneider, c = Florian Bader)
Beispiel 0. Für kleine Kinder sind die ersten drei Jahre sehr wichtig. (b)
23. Kinder lernen soziales Verhalten erst ab einem bestimmten Alter.
- a) Moderator
- b) Dana Schneider
- c) Florian Bader
24. Für den Erfolg im Beruf ist es wichtig, immer zu arbeiten.
- a) Moderator
- b) Dana Schneider
- c) Florian Bader
25. Es ist möglich, Kinder zu haben und auch zu arbeiten.
- a) Moderator
- b) Dana Schneider
- c) Florian Bader
26. In der Krippe lernen Kinder andere Dinge als zu Hause.
- a) Moderator
- b) Dana Schneider
- c) Florian Bader
27. In Krippen müssen Erzieherinnen viele Kinder gleichzeitig betreuen.
- a) Moderator
- b) Dana Schneider
- c) Florian Bader
28. Kinder sollen lernen, sich auch mal alleine zu beschäftigen.
- a) Moderator
- b) Dana Schneider
- c) Florian Bader
29. Manche Kindertagesstätten haben zu wenig Geld.
- a) Moderator
- b) Dana Schneider
- c) Florian Bader
30. Auch Familien mit wenig Geld sollen Kinder haben können.
- a) Moderator
- b) Dana Schneider
- c) Florian Bader
Hörtexte für Audio-Generierung
Hören Teil 1, Beispiel
Sie hören eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. Hallo Jan, hier ist Frank. Wir wollten doch im Sommer eine Woche ans Meer fahren. Ich bin gerade im Internet: im Juni gibt es noch günstige Flüge nach Sizilien. Die Übernachtung müssen wir noch klären. Meine Tante wohnt doch dort – bei ihr könnten wir vielleicht schlafen. Ansonsten bieten die hier auch noch billige Hotelzimmer an – oder wir gehen campen, das fände ich am besten. Ich schicke dir den Link, schau es dir doch mal an. Tschüs.
Hören Teil 1, Text 1
Sie hören eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. Hallo Frau Stein, hier ist die Praxis Dr. Becker. Es geht um Ihre Grippe-Impfung. Frau Dr. Becker muss zu einer Operation. Könnten Sie vielleicht auch am Freitag um 14 Uhr kommen? Das ist dann noch in diesem Quartal. Sie müssten also die zehn Euro Praxisgebühr nicht zahlen. Geben Sie mir bitte heute noch Bescheid, ob Sie Zeit haben? Ach, und noch etwas. Ihre Chipkarte ist bei uns, Sie haben sie letztes Mal bei uns vergessen. Danke und auf Wiederhören.
Hören Teil 1, Text 2
Sie hören eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. Hallo Frau Brahms, Ulf Thomas hier von der HGB-Versicherung. Sie haben sich bei uns als Verkaufsleiterin beworben, doch leider fehlen in Ihren Unterlagen zwei Zeugnisse, die für die Bewerbung sehr wichtig sind. Es geht um die Zertifikate für die besuchten Computer- und Englischkurse. Die haben Sie zumindest so in Ihrem Lebenslauf genannt. Ähm, ich bitte Sie, diese Unterlagen so schnell wie möglich an uns zu schicken oder mich bei Rückfragen anzurufen. Vielen Dank!
Hören Teil 1, Text 3
Sie hören eine Durchsage im Radio. Achtung Autofahrer. Auf der Autobahn A8 Stuttgart Richtung München zwischen Eschenried und Ausfahrt Dachau hat sich ein Unfall ereignet. Momentan ist der rechte Fahrstreifen blockiert. 12 Kilometer Stau. Im Stadtgebiet München kommt es aufgrund des starken Berufsverkehrs zu Behinderungen. Stau auch am Richard-Strauss-Tunnel wegen einer Baustelle. Bitte umfahren Sie dieses Gebiet weiträumig. Radio Liberty – alle 15 Minuten für ganz Süddeutschland. Mit uns kommen Sie gut nach Hause.
Hören Teil 1, Text 4
Sie hören eine Durchsage am Hauptbahnhof. Gleis 13, Einfahrt des Interregios 114 nach Bern, Zofingen, Sursee, Luzern, Abfahrt um 08 Uhr 34, erste Klasse Sektoren A und B, zweite Klasse Sektoren B, C und D, Speisewagen im Sektor B. Eine wichtige Information für die Passagiere nach Genf. Der Intercity um 08.45 fällt wegen einer Weichenstörung aus. Die nächstmögliche Verbindung nach Genf ist über Lausanne um 09.45 von Gleis 11. Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis.
Hören Teil 1, Text 5
Sie hören den Wetterbericht im Radio. Und hier noch die aktuellen Wetteraussichten: In der Nacht zum Freitag ist es im Westen und Nordwesten Deutschlands gering bewölkt und meist trocken. Sonst ziehen bei zunehmender Bewölkung von Süddeutschland her mitunter kräftige Regengüsse und Gewitter von Thüringen bis an die Elbe im Osten. Dort kann es lokal sogar zu schweren Unwettern kommen und die Temperaturen sinken auf 17 bis 12 Grad. Achtung: Sturmböen in Gewittergebieten im Osten des Landes, sonst überall schwacher Wind aus unterschiedlichen Richtungen.
Hören Teil 2
Sie nehmen an einer Führung durch das Münchner Stadtmuseum teil. Ich freue mich, Sie heute hier zu dieser Führung begrüßen zu dürfen und hoffe, Sie hatten bisher bereits einen schönen Aufenthalt hier bei uns in München. Mein Name ist Jan Kiefer und ich möchte Sie heute ein wenig in die Geschichte und die Besonderheiten der bayerischen Landeshauptstadt einweihen. Wir haben Glück, aufgrund des so wunderschönen Frühlingswetters sind die meisten Leute heute wohl eher im Biergarten zu finden und wir haben das Museum fast ganz für uns. Genießen Sie es und sehen Sie sich in Ruhe um, so wie jetzt ist es hier wirklich selten. Normalerweise herrscht hier ein ziemliches Gedränge, besonders weil ein Teil des Gebäudes während der letzten drei Monate wegen Renovierung geschlossen war. Unser Rundgang durch das Museum dauert ungefähr zweieinhalb Stunden. Wir werden zunächst gemeinsam die Hauptausstellung, die für uns heute von besonderem Interesse ist, besuchen. Danach haben Sie noch Gelegenheit, die Sonderausstellung im 2. Stock zu besuchen, wenn Sie möchten. Dort gibt es eine wirklich interessante Foto-Ausstellung von jungen Münchner Fotografen und wie sie die Stadt sehen, die ja für viele Einheimische die schönste Stadt der Welt ist. Oder soll ich lieber Dorf sagen? Schließlich wird die Stadt oft genug als solches verspottet. Zu Unrecht, wie ich finde. Außerdem können Sie sich bei Interesse noch die Sammlung „Musik" ansehen. Um 16 Uhr treffen wir uns dann alle wieder hier im Eingangsbereich, direkt gegenüber dem Café. Ihre Taschen können Sie an der Garderobe dort drüben abgeben. Viele verbinden mit München vor allem das Oktoberfest und schöne Biergärten. Einige haben besonders die bayerische Küche im Blick, wenn sie an München denken. Aber ich kann Ihnen versichern, München ist noch viel mehr und hat viel mehr zu bieten als Weißwurst und Lederhose. Doch wofür steht nun eigentlich München? Wir wollen dieser Frage heute hier im Museum vor allem historisch nachgehen und sehen, welche Ereignisse haben München auch zu dem gemacht, was es heute ist. Ich werde Ihnen zu jedem Abschnitt jeweils ein paar einführende Informationen präsentieren. Dann können Sie sich alles erstmal allein ansehen und dann werde ich Ihre Fragen zu den einzelnen Themen beantworten. Im Anschluss sollten Sie einen der schönen Biergärten besuchen, die es hier überall gibt. Wir haben zwar hier rund um das Stadtmuseum auch einige moderne Cafés und schicke Restaurants, aber die finden Sie ja in jeder Stadt. Doch jetzt erst einmal zu unserer Ausstellung, bitte folgen Sie mir hier entlang …
Hören Teil 3
Sie sind an einer Bushaltestelle und hören, wie sich ein Mann und eine Frau über ein Fest unterhalten.
Florian: Hey, hallo Nadia!
Nadia: Hallo Florian, wie geht's?
Florian: Gut, danke und dir?
Nadia: Bei mir ist alles ok soweit. Hab ein ziemlich aufregendes Wochenende hinter mir.
Florian: Ach ja, du wolltest ja am Samstag zu einem Fest, oder?
Nadia: Ja richtig, es war ein Geburtstagsfest. Anna, die Freundin meiner Mutter, wurde 50. Ihr Mann ist Diplomat und die beiden haben ein großes Fest gemacht. Es waren an die 60 Leute eingeladen. – Schon sehr speziell, wie die wohnen.
Florian: Schön?
Nadia: Ja, und wie, so ein richtiges Traumhaus: Eine große Eingangshalle, wunderschöne alte Möbel überall – na, und dann, eine riesige Terrasse. Also falls ich mal sehr viel verdienen sollte, so ein Haus, das wär schon was.
Florian: Hm, und deine Mutter, war die auch da?
Nadia: Ja, und sie musste mich natürlich allen Leuten vorstellen, ist ja klar …
Florian: Ja, klar …
Nadia: „Das ist meine Tochter, sie studiert an der Universität Wien – Medienwissenschaft, sie will später nämlich mal zum Fernsehen und dann dort Reportagen machen." Ganz schön peinlich …
Florian: Und das Essen?
Nadia: Das war natürlich auch vom Feinsten, zuerst ein kaltes Buffet mit jeder Menge Spezialitäten und danach noch drei-vier Hauptgerichte zur Auswahl. Nachspeisen gab es natürlich auch.
Florian: Mhm …
Nadia: Aber das Beste auf dem Fest war die Musik. Der Klavierspieler war genial; ein toller Typ und Vollblutmusiker, das hab' ich sofort bemerkt … Ich habe mich jedenfalls gleich neben das Klavier gesetzt, um alles genau mitzukriegen. Und dann fragte mich doch der tatsächlich, ob ich auch Musik mache! „Ja", sage ich, „ich spiele Querflöte und Klavier, aber nur so ab und zu, als Hobby ..."
Florian: Und?
Nadia: Nun, ich glaub, ich hätte besser nix gesagt, denn so nach circa zwei Stunden am Klavier brauchte der Pianist eine Pause, und da er ja jetzt wusste, dass ich auch Klavier spiele, meinte er, ich solle mich doch während seiner Pause an seinen Platz setzen und ein bisschen was vorspielen …
Florian: Oh nein …
Nadia: Ja, das habe ich auch gedacht, aber irgendwie hat er mich überredet, ich setz mich also ans Klavier und da konnte ich gar nicht mehr anders, als was zu spielen …
Florian: Echt; vor allen Leuten?
Nadia: Genau! Ich hab dann ein paar klassische Lieder gespielt, die ich ganz gut kann; aber dann wollte einer der Gäste Jazz hören. Zum Glück kam genau in dem Moment der Pianist aus seiner Pause zurück!!
Florian: Da hattest Du ja richtiges Glück.
Nadia: Ja, ich war echt froh und als wir dann nach Mitternacht gingen, hat er immer noch Jazz gespielt ...
Florian: Und am Sonntag?
Nadia: Ach, am Sonntag habe ich zuerst einmal lange geschlafen und am Nachmittag habe ich dann mit ein paar Freunden einen Ausflug in die Berge gemacht. Und was uns da passiert ist, das ist eine andere Geschichte.
Florian: Die musst du mir unbedingt morgen erzählen.
Nadia: Mach ich. Ah, da kommt mein Bus. Jetzt muss ich aber los. Bis morgen.
Florian: Tschau dann.
Hören Teil 4
Moderator: Liebe Hörerinnen und Hörer, hallo und willkommen bei der „Diskussion am Abend"! Das ist heute unser Thema. „Sollten Kinder in die Kinderkrippe gehen oder nicht?". Dazu haben wir Frau Dana Schneider eingeladen; sie hat zwei Kinder zu Hause, die 2 und 5 Jahre alt sind. Unser zweiter Studiogast ist Florian Bader, dessen 3-jährige Zwillinge seit einem Jahr in die Kinderkrippe gehen. Frau Schneider, Sie wussten schon vor der Geburt Ihrer Kinder, dass Sie sie nicht in die Kinderkrippe schicken würden. Warum?
Frau Schneider: Weil die ersten drei Jahre für ein Kind von großer Bedeutung sind. In diesen drei Jahren brauchen Kinder eine feste Bezugsperson und ich würde nicht wollen, dass meine Kinder zur Erzieherin „Mama" sagen.
Moderator: Tun Ihre Kinder das denn, Herr Bader?
Herr Bader: Nein, natürlich nicht. Unsere Kinder wissen genau, wer die „Mama" ist, nämlich meine Frau. Aber sie lernen, dass sie auch auf andere Leute hören müssen, und das ist für ihr soziales Verhalten bestimmt sinnvoll.
Frau Schneider: Das soziale Miteinander lernen die Kinder sowieso später. Mein fünfjähriger Sohn geht seit einem Jahr in den Kindergarten und lernt jetzt, wie er mit anderen Kindern zusammen spielen kann. Unter drei Jahren brauchen Kinder keine gleichaltrigen Kinder, sondern vor allem ihre Bezugsperson.
Moderator: Hm, ja, unter drei Jahren beschäftigen sich Kinder ja meist auch gut mit sich selber und spielen eher mit Dingen als mit anderen Kindern … Aber: Ist es denn nicht eher eine finanzielle Frage, Kinder in die Kinderkrippe zu schicken, damit die Eltern arbeiten können? Herr Bader, wie ist denn das bei Ihnen?
Herr Bader: Es ist weniger eine finanzielle Frage als einfach die Tatsache, dass weder meine Frau noch ich drei Jahre aus dem Beruf aussteigen können. Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten drei Jahre nicht und wollen dann weiter Karriere machen. Dann verlieren Sie nicht nur die drei Jahre, sondern auch alles, was Sie sich zuvor erarbeitet haben.
Frau Schneider: Warum haben Sie überhaupt Kinder, wenn Ihnen Ihre Karriere so wichtig ist? Kinder sollten doch das Wichtigste in Ihrem Leben sein. Da kann man doch auf ein paar Jahre Karriere verzichten.
Herr Bader: Das mag sein. Aber muss man wirklich das eine für das andere aufgeben oder austauschen? Warum kann man nicht beides haben? Meine Frau war als Kind selber in der Kinderkrippe und es hat ihr nicht geschadet. Unsere Kinder gehen gern in die Krippe, sie haben ihre Freunde dort und erzählen abends begeistert von den Spielen, die sie gemacht haben.
Moderator: Ein Vorteil einer Kindertagesstätte, den Sie da ansprechen, ist, dass die Kinder beschäftigt sind – Spiele kennenlernen und Erfahrungen machen, die Eltern ihren Kindern zu Hause vielleicht nicht bieten können. Haben Sie dem etwas entgegenzusetzen, Frau Schneider?
Frau Schneider: Nun ja, in einer idealen Kindertagesstätte wäre das vielleicht wirklich so. Aber ist es nicht eher so, dass die Erzieherinnen bei so vielen Kindern gar keine Zeit für das einzelne Kind haben? Mit ein wenig Recherche und Phantasie kann ich meinen Kindern deutlich mehr bieten als die drei Erzieherinnen den 12 Kindern in ihrer Gruppe.
Herr Bader: Das ist bei unserer Kinderkrippe eigentlich kein Problem. Unsere Kinder sind in einer Gruppe mit acht Kindern und bekommen sicher genug Aufmerksamkeit. Sie sollen ja gerade lernen, alleine etwas zu machen und sich dann nur an die Erwachsenen zu wenden, wenn sie etwas brauchen.
Moderator: Es kommt also auch auf die Kinderkrippe an!
Herr Bader: Ja, das denke ich auch. In einigen Krippen gibt es schon Probleme. Bei uns im Dorf ist das nicht so schlimm, aber in so mancher Kindertagesstätte fehlen inzwischen die finanziellen Mittel. In einigen Kinderkrippen müssen die Eltern schon Papier und Stifte mitgeben, damit die Kinder malen können, wie ich gehört habe. Da fragt man sich, woran sonst noch gespart wird!
Moderator: Also sollten Kinderkrippen finanziell besser gefördert werden! Frau Schneider, wie stehen Sie dazu? Ist es sinnvoll, dass Kinderkrippen von unseren Steuern bezahlt werden? Sie haben ja nichts davon!
Frau Schneider: Nun ja, das finanzielle Argument sehe ich schon ein. Wer nicht genug Geld hat, um zu Hause zu bleiben, soll ja trotzdem Kinder kriegen können. Daher würde ich den Bau und den Unterhalt von Kinderkrippen und Kindertagesstätten nicht ablehnen, denn das kommt der ganzen Gesellschaft zugute. Aber ich finde es nicht gut, wenn Kinder in die Krippe abgeschoben werden, damit die Eltern ihren persönlichen Zielen hinterherjagen können.
Herr Bader: Wir schieben sie ja nicht ab! Sie verbringen den Tag in einer kinderfreundlichen, warmen, qualifizierten Umgebung mit anderen Kindern, anstatt sich zu Hause mit uns zu langweilen.
Moderator: Vielleicht hängt es ja auch von den Menschen ab: der eine möchte die ersten Jahre seines Kindes intensiv erleben, der andere möchte oder kann nicht auf seine Arbeit verzichten und dennoch dem Kind eine schöne Kindheit bieten. Die Diskussion scheint wohl endlos …
Frau Schneider: Mhm …
Herr Bader: Mhm …
Moderator: Herr Bader, Frau Schneider, ich bedanke mich für Ihre Zeit und dass Sie uns Ihre Meinung zum Thema gesagt haben. Liebe Hörerinnen und Hörer, ich wünsche Ihnen einen schönen Abend und bis nächste Woche bei der „Diskussion am Abend" …