Goethe-Zertifikat B1

Modellprüfung 23

Fristen und Behördenpost

Eigenständig erstelltes Übungsmaterial im Stil des Goethe-B1-Prüfungsformats.

Testformat

Lesen65 Minuten, 30 Aufgaben
Hörenca. 40 Minuten, 30 Aufgaben
Schreiben60 Minuten, 3 Teile
Sprechenca. 15 Minuten, 3 Teile

Lesen - 65 Minuten

Das Modul Lesen hat fünf Teile. Sie lesen mehrere Texte und lösen Aufgaben dazu. Sie können mit jeder Aufgabe beginnen. Für jede Aufgabe gibt es nur eine richtige Lösung.

Teil 1 - Korrespondenz lesen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie den Text und die Aufgaben 1 bis 6 dazu. Wählen Sie: Sind die Aussagen richtig oder falsch?

E-Mail: Brief vom Amt

Hallo Lea, du hast einen Brief vom Amt bekommen und weißt nicht, ob du etwas dagegen tun kannst – atme erst mal durch, das lässt sich klären. Mir ging es vor einem Monat genauso, und ich hätte vor lauter Sorge fast die Frist verpasst. Gerettet hat mich die Formularsprechstunde im Bürgerhaus. Vorher habe ich alle Schreiben nach Datum sortiert und das Aktenzeichen herausgesucht; mitgenommen habe ich nur Kopien, die Originale sind zu Hause geblieben. Wichtig war die Auskunft, dass die Frist mit dem Datum auf dem Bescheid beginnt, dass man eine Begründung auch später nachreichen kann und dass man Kopien der Nachweise beilegen sollte. Meine größte Frage war: Lohnt sich ein Widerspruch überhaupt? Eine Entscheidung hat mir niemand abgenommen, aber danach wusste ich genau, bis wann ich reagieren muss und welche Unterlagen dazugehören. Ein paar Belege musste ich noch zusammensuchen. Neben mir saßen Menschen mit ähnlichen Sorgen – einer ließ sich einen Antrag erklären, eine Frau suchte das Aktenzeichen in ihrem Brief. Mein Rat: Leg den Brief nicht weg, sondern prüf zuerst das Datum, und markier die Stelle, die du nicht verstehst. Wenn du möchtest, gehe ich am Donnerstag mit hinein; schildern und nachfragen solltest du aber selbst, weil es um deinen ganz konkreten Fall geht. Liebe Grüße aus Bremen Jonas

Beispiel. Die E-Mail berichtet von einer persönlichen Erfahrung.

richtigfalsch

1. Im Text wird eine konkrete Information genannt.

richtigfalsch

2. Jonas schreibt, dass andere Besucher ebenfalls praktische Fragen hatten.

richtigfalsch

3. Im Text steht, dass man alle Originalunterlagen abgeben muss.

richtigfalsch

4. Nach dem Gespräch musste Jonas noch einzelne Punkte prüfen.

richtigfalsch

5. Jonas schreibt, dass niemand im Gespräch helfen konnte.

richtigfalsch

6. Das Gespräch bestand nur aus einem langen Vortrag ohne persönliche Fragen.

richtigfalsch

Teil 2 - Pressetexte verstehen

Arbeitszeit: 20 Minuten

Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 7 bis 9 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Aus der Presse: Hilfe bei Ganztagsschule

In einer Stadtteilzeitung wird beschrieben, warum die Beratung rund um Schule und Ganztagsbetreuung neu organisiert wird. Auslöser waren viele Rückfragen von Eltern, die Elternbriefe zwar lasen, aber nicht sicher waren, welche Frist gilt und an wen sie sich wenden sollen. Neu ist, dass Schule, Familienzentrum und Sprachkurse jetzt zusammenarbeiten. Eine Lehrkraft erklärt den schulischen Teil, eine Beraterin notiert die nächsten Schritte, und bei sprachlichen Fragen hilft eine Person aus dem Kurs. So müssen Eltern nicht mehr mehrere Stellen einzeln aufsuchen. Das Angebot erklärt vor allem, wie die Anmeldung zum Ganztag abläuft und welche Unterlagen nötig sind. Eine verbindliche Zusage über einen Platz kann das Team nicht geben; es hilft beim Verstehen der Briefe und beim Ausfüllen der Formulare. Die Schule beobachtet, dass nun weniger Eltern erst nach Ablauf einer Frist kommen. Wer früh fragt, vermeidet, dass ein Platz verfällt oder ein Antrag unvollständig bleibt. Eltern bringen am besten geordnete Kopien mit und markieren die Zeile, die sie nicht verstehen; die Originale behalten sie. Die Schule wertet vor allem aus, welche Hinweise nach dem Termin noch einmal erklärt werden mussten, und formuliert die Elternbriefe danach einfacher. Unterstützt wird die Sprechstunde von Elternlotsinnen und Elternlotsen, die selbst Kinder an der Schule haben und beim Verstehen der Briefe helfen. Wichtige Termine und Fristen hängen zusätzlich gut sichtbar am schwarzen Brett im Eingang aus. Die Schule betont, dass auch eine kurze Frage willkommen ist: Niemand soll das Gefühl haben, sein Anliegen sei zu klein für ein Gespräch.

Beispiel. In diesem Text geht es um ...

  1. a) ein neues Beratungsmodell im Alltag.
  2. b) einen privaten Reisebericht.
  3. c) eine Prüfung im Sprachkurs.

7. Warum wurde die Beratung zu Schule und Ganztag neu organisiert?

  1. a) Alle Elternbriefe sollten abgeschafft werden.
  2. b) Viele Eltern wussten nicht, welche Frist gilt und an wen sie sich wenden sollen.
  3. c) Die Schule wollte weniger Elterngespräche führen.

8. Was kann das Team nicht geben?

  1. a) Hilfe beim Ausfüllen der Formulare.
  2. b) Eine verbindliche Zusage über einen Betreuungsplatz.
  3. c) Erklärungen zu den Elternbriefen.

9. Wer unterstützt die Sprechstunde zusätzlich?

  1. a) Elternlotsinnen und Elternlotsen mit eigenen Kindern an der Schule.
  2. b) Eine Anwaltskanzlei aus der Innenstadt.
  3. c) Die Schulbuchverlage.

Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 10 bis 12 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Bericht: Ein Angebot lernt aus Fehlern

Freiwillige dokumentierten die ersten Wochen des Projekts und werteten anschließend ihre Notizen aus. Zunächst kamen weniger Menschen, als die Veranstalter gehofft hatten. Einige Einladungen klangen einladend, ließen aber offen, ob man etwas mitbringen muss; andere Treffen lagen am späten Vormittag und schlossen Berufstätige praktisch aus. Also stellte das Team einiges um. Die Aushänge sind nun klarer formuliert und beginnen mit einem alltäglichen Beispiel aus dem eigenen Haushalt. Statt allgemeiner Appelle gibt es eine konkrete Mini-Aufgabe, die man sofort ausprobieren kann. Am meisten halfen die gemeinsamen Aktionen selbst: Wer beim Tauschregal oder beim Kompostkurs mitmachte, traute sich eher, auch nach der Stromrechnung zu fragen. Wer sich nicht in der Gruppe äußern mag, kann sein Anliegen vorher notieren. Auffällig war zudem der Ort: Im Stadtteilcafé sprachen mehr Menschen das Team an als im Rathaus. Deshalb wandern künftig mehr Angebote dorthin, wo die Nachbarschaft ohnehin zusammenkommt. Ob sich alle Aktionen dauerhaft mit genügend Freiwilligen tragen, bleibt abzuwarten.

10. Was gibt es jetzt statt allgemeiner Appelle?

  1. a) Noch längere Informationsbroschüren.
  2. b) Eine konkrete Mini-Aufgabe zum sofortigen Ausprobieren.
  3. c) Einen jährlichen Fragebogen.

11. Was half den Menschen am meisten, Fragen zu stellen?

  1. a) Eine Gebühr für jede Frage.
  2. b) Ein Vortrag im Rathaus.
  3. c) Das Mitmachen bei gemeinsamen Aktionen wie Tauschregal oder Kompostkurs.

12. Warum wandern mehr Angebote ins Stadtteilcafé?

  1. a) Dort sprachen mehr Menschen das Team an als im Rathaus.
  2. b) Im Café sind die Getränke kostenlos.
  3. c) Das Rathaus wird abgerissen.

Teil 3 - Anzeigen zuordnen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie die Situationen 13 bis 19 und die Anzeigen A bis J aus verschiedenen deutschsprachigen Medien. Wählen Sie: Welche Anzeige passt zu welcher Situation? Sie können jede Anzeige nur einmal verwenden. Die Anzeige aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden. Für eine Situation gibt es keine passende Anzeige. In diesem Fall schreiben Sie 0.

Mehrere Personen suchen passende Informationen oder Angebote zum Thema Wohnen in der Stadt.

Beispiel. Sie möchten einen Brief Ihrer Hausverwaltung verstehen und Ihren Mietvertrag mitbringen. Anzeige: A

13. Sie möchten mit Nachbarn höfliche Sätze für Beschwerden üben.

14. Sie suchen Informationen zu Ummeldung, Kaution und Wohnungsübergabe.

15. Ihre Wohnung passt nicht mehr und Sie interessieren sich für Tauschmöglichkeiten.

16. Sie müssen ein Wohngeldformular ausfüllen und brauchen Hilfe.

17. Sie suchen einen Kochkurs für italienische Desserts.

18. Sie möchten online lernen, wie man auf Post vom Vermieter reagiert.

19. Ihre Hausgruppe möchte gemeinsam über Ruhezeiten sprechen.

A

Mieterverein am Ring: Wir prüfen Mietvertrag, Hausordnung und Nebenkostenabrechnung und erklären unklare Briefe der Hausverwaltung in ruhiger Sprache. Bringen Sie bitte Kopien der wichtigsten Schreiben sowie Ihren Mietvertrag. Die erste Einschätzung ist kostenlos; bei schwierigen Fällen nennen wir eine passende Fachstelle. Offene Sprechstunde dienstags und donnerstags, ohne Voranmeldung.

B

Hofprojekt im Quartier: Unser kleines Stadtteilfest am Hof braucht noch Unterstützung - Bänke aufbauen, Getränke ausschenken und die Musikliste zusammenstellen. Wir treffen uns am Freitagabend um 18 Uhr im Gemeinschaftsraum. Erfahrung ist nicht nötig, gute Laune reicht. Wer nur eine Stunde Zeit hat, ist ebenfalls herzlich willkommen.

C

Onlineabend „Post vom Vermieter“: An einem Videoabend lesen wir gemeinsam typische Schreiben, erklären häufige Formulierungen, markieren Fristen und bereiten eine kurze, höfliche Antwort vor. Nötig sind lediglich ein Handy mit Kamera oder ein Computer. Der Zugangslink kommt nach der Anmeldung per E-Mail. Eigene Briefe können Sie anonym in den Chat schreiben.

D

Leihstation Nachbarschaft: Sackkarre, Leiter, Bohrmaschine und weitere Geräte geben wir gegen ein kleines Pfand für bis zu drei Tage aus. Eine Reservierung ist nur telefonisch möglich, weil die Geräte schnell vergriffen sind. Bitte bringen Sie einen Ausweis mit. Wer ein Gerät zum ersten Mal benutzt, bekommt vor Ort eine kurze Einweisung.

E

Sprachcafé im Treppenhaus: In entspannter Runde trainieren wir Sätze für den Hausalltag - höflich etwas beanstanden, zum Kaffee einladen oder kurz im Flur plaudern. Wir spielen kleine Szenen und korrigieren freundlich mit. Das Café ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht nötig, und auch Anfängerinnen und Anfänger sind willkommen. Getränke gibt es gegen eine kleine Spende.

F

Formularhilfe Wohnen: Anträge rund ums Wohnen füllen wir gemeinsam mit Ihnen aus - Wohngeld, Meldebescheinigung oder Post an die Hausverwaltung. Wir geben keine Rechtsberatung, helfen aber, die richtigen Felder zu verstehen und keine Angabe zu vergessen. Bringen Sie bitte aktuelle Bescheide und einen Ausweis mit. Termine vergeben wir am Empfang oder telefonisch.

G

Wohnungstauschbörse: Für Menschen, deren Wohnung zu groß oder zu klein geworden ist, vermitteln wir Kontakte zum Tausch. Bei einem Beratungsgespräch klären wir, was beim Wechsel des Mietvertrags zu beachten ist. Die Börse trifft sich jeden zweiten Mittwoch im Stadtteilbüro. Eine Anmeldung ist nicht nötig; eine kurze Beschreibung Ihrer Wohnung hilft uns weiter.

H

Kinderzimmer geöffnet: Ihr Kind spielt in einem freundlichen Raum gleich nebenan, während Sie Ihren Beratungs- oder Behördentermin wahrnehmen. Die Betreuung ist kostenlos, die Plätze sind aber begrenzt. Bitte melden Sie sich bis 12 Uhr am Vortag an und geben Sie das Alter des Kindes an. Eine Begleitperson darf zum Eingewöhnen kurz dabeibleiben.

I

Umzugscheckliste in zwei Stunden: An einem praktischen Nachmittag gehen wir Schritt für Schritt durch Ummeldung, Kaution, Nachsendeauftrag und Übergabeprotokoll. Sie bekommen eine übersichtliche Liste zum Mitnehmen und können Ihre eigenen Fragen stellen. Der Kurs ist besonders für alle gedacht, die zum ersten Mal in Deutschland umziehen. Material wird gestellt.

J

Ruhezeiten gemeinsam regeln: Für Hausgemeinschaften, die Lärm, Treppenreinigung und Ruhezeiten in Ruhe besprechen möchten, bieten wir eine moderierte Runde an. Eine neutrale Person leitet das Gespräch und hält die Ergebnisse fest. Das Angebot gilt nur für Gruppen ab vier Personen aus demselben Haus. Termin und Raum stimmen wir nach der Anmeldung gemeinsam ab.

Teil 4 - Meinungen verstehen

Arbeitszeit: 15 Minuten

Lesen Sie die Texte 20 bis 26. Wählen Sie: Ist die Person für persönliche Beratungsangebote zu Onlinekauf?

In einer Zeitschrift lesen Sie Leserbriefe zum Thema persönliche Beratungsangebote zu Onlinekauf.

LESERBRIEFE

Beispiel. Niko: Ich bin klar dafür. Mir hat es geholfen, meine Frage einmal in Ruhe mit jemandem durchzusprechen, der nicht urteilt, sondern erklärt; danach wusste ich genau, was zu tun ist.

20. Vera: Für Fragen zum Onlinekauf brauche ich keine Beratungsstelle. Die wichtigsten Regeln zu Rückgabe und Garantie finde ich im Internet, und eine gute Checkliste reicht mir völlig. Ein fester Termin bedeutet nur Wartezeit. Sinnvoller wäre, wenn die Händler ihre Briefe verständlicher schreiben würden, dann käme ich bei den meisten Problemen auch allein zurecht.

21. Jana: Ich bin skeptisch bei zusätzlichen Sprechstunden. Wenn jede Stelle etwas anderes sagt, ist man am Ende unsicherer als vorher. Wer arbeitet, kann feste Zeiten kaum nutzen. Bei einfachen Fragen reicht eine kurze telefonische Auskunft. Das Geld wäre in mehrsprachige Musterbriefe und eine gute Hotline besser angelegt als in immer neue Termine vor Ort.

22. Rosa: Ich bin klar dafür. Beim Onlinekauf hängen viele kleine Fristen zusammen, und im Gespräch erkennt eine Fachperson sofort, welcher Schritt zuerst dran ist. Mir wurde so geholfen, dass ich mein Geld tatsächlich zurückbekommen habe. Besonders gut finde ich, wenn man am Ende einen kurzen Musterbrief in der Hand hat, den man nur noch anpassen muss.

23. Deniz: Solche Angebote halte ich für sehr wertvoll, gerade für Menschen, die online unsicher sind. Viele trauen sich aus Angst gar nicht zu reklamieren und verlieren so ihr Geld. Ein kurzes Gespräch mit echten Beispielen nimmt diese Hürde. Wichtig ist nur, dass die Beratung ehrlich sagt, was sie nicht entscheiden kann, dann entstehen keine falschen Erwartungen.

24. Ursula: Ich finde feste Termine oft unpraktisch. Man wartet, muss vielleicht frei nehmen und hört am Ende Hinweise, die auch auf einem Merkblatt stehen könnten. Bei einem kaputten Gerät schreibe ich lieber selbst dem Händler. Eine gute, immer gleiche Anleitung wäre für mich ehrlicher und schneller als ein Gespräch, das von Tag zu Tag anders ausfällt.

25. Valeria: Ich unterstütze die Idee. Eine Reklamation hat viele kleine Entscheidungspunkte. In solchen Momenten hilft eine Person, die nicht urteilt, sondern sortiert. Mir hat es Mut gemacht, meine Nachricht einmal mit jemandem durchzusprechen. Gerade vor einer knappen Frist nimmt das viel Druck. Die Stadt sollte solche Angebote ausbauen und dort ankündigen, wo Menschen einkaufen.

26. Omar: Für mich bringt das persönliche Gespräch am meisten. Man kann seine eigenen Unterlagen zeigen und bekommt erklärt, was im Kleingedruckten wirklich steht, statt allein zu raten. Solange klar gesagt wird, dass es keine verbindliche Rechtsauskunft ist, bleibt der Termin für mich nützlich. Ein übersichtlicher Hinweis mit dem nächsten Schritt für zu Hause wäre allerdings hilfreich.

Beispiel. Niko

janein

20. Vera

janein

21. Jana

janein

22. Rosa

janein

23. Deniz

janein

24. Ursula

janein

25. Valeria

janein

26. Omar

janein

Teil 5 - Informationsblatt verstehen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie die Aufgaben 27 bis 30 und den Text dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Sie informieren sich über ein Informationsblatt zum Thema Nebenkosten.

27. Was soll man mitbringen?

  1. a) Nur einen Ausweis.
  2. b) Abrechnung und Mietvertrag.
  3. c) Eine Fahrkarte.

28. Wie lange dauert die erste Prüfung ungefähr?

  1. a) Etwa 20 Minuten.
  2. b) Eine Woche.
  3. c) Zwei Stunden.

29. Für wen ist die Beratung kostenlos?

  1. a) Nur für Kinder.
  2. b) Für Mitglieder.
  3. c) Für alle Vermieter.

30. Worum geht es im Informationsblatt?

  1. a) Um Nebenkosten.
  2. b) Um eine Wohnungsübergabe.
  3. c) Um einen Sportkurs.

INFORMATIONSBLATT NEBENKOSTEN Dieses Blatt richtet sich an Mieterinnen und Mieter, die ihre Nebenkostenabrechnung verstehen und prüfen lassen möchten. Es gibt eine erste Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Mitbringen: Legen Sie zur Prüfung Ihre Abrechnung und Ihren Mietvertrag bereit. Erst mit beiden Unterlagen lässt sich beurteilen, ob die Posten und die Vorauszahlung zusammenpassen. Dauer: Die erste Prüfung dauert ungefähr 20 Minuten. In dieser Zeit gehen wir die wichtigsten Positionen durch und markieren, was Sie beim Vermieter nachfragen sollten. Kosten: Für Mitglieder des Mietervereins ist die Beratung kostenlos. Wer noch kein Mitglied ist, erhält Auskunft über die Bedingungen. Ablauf und Hinweise: Zuerst schildern Sie Ihr Anliegen, dann sehen wir die Abrechnung gemeinsam an. Wir treffen keine verbindliche Entscheidung, helfen aber, eine sachliche Rückfrage zu formulieren. Kopien genügen; die Originale bleiben bei Ihnen. Bitte beachten Sie die Frist für einen möglichen Widerspruch und kommen Sie lieber zu früh als zu spät. Worauf Sie besonders achten sollten: Vergleichen Sie Ihre Vorauszahlung mit der tatsächlichen Abrechnung und prüfen Sie, ob die Wohnfläche und die Zahl der Personen stimmen. Häufige Streitpunkte sind die Heizkosten und einzelne Posten ohne klaren Beleg. Notieren Sie Ihre Fragen vorab; so lässt sich in der kurzen Zeit am meisten klären.

Hören - ca. 40 Minuten

Audio-Datei: goethe-b1-model-23.mp3

Teil 1 - Kurze Texte

Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.

Text 1

1. Der Deutschkurs findet in der bezahlten Arbeitszeit statt.

richtigfalsch

2. Wie meldet man sich für den Kurs an?

  1. a) Per Telefon.
  2. b) Beim Kunden.
  3. c) Über die Liste am Schwarzen Brett.

Text 2

3. Im Beruf ist es wichtiger, perfekt zu sprechen, als nachzufragen.

richtigfalsch

4. Was ist laut dem Beitrag besonders wichtig?

  1. a) Möglichst schnell zu reden.
  2. b) Nachzufragen, wenn man etwas nicht versteht.
  3. c) Fehler unbedingt zu verstecken.

Text 3

5. Man soll sich am ersten Krankheitstag möglichst früh melden.

richtigfalsch

6. Ab wann braucht man eine Krankschreibung vom Arzt?

  1. a) Ab dem dritten Tag.
  2. b) Schon am ersten Tag.
  3. c) Nie.

Text 4

7. Den Urlaub trägt man über das interne Portal ein.

richtigfalsch

8. Wo bekommt man Hilfe bei der Bedienung des Programms?

  1. a) Beim Kunden.
  2. b) Gar nicht.
  3. c) Am Donnerstag im Schulungsraum.

Text 5

9. Die Sicherheitsschulung am Freitag ist freiwillig.

richtigfalsch

10. Wie wird die Schulung gehalten?

  1. a) Ganz ohne Erklärung.
  2. b) In einfacher Sprache.
  3. c) Nur auf Englisch.

Teil 2 - Eine Information verstehen

Sie hören einen längeren Informationstext einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

11. Was ist laut Frau Sander wichtiger als perfektes Deutsch?

  1. a) Fehler zu verstecken.
  2. b) Sich zu trauen und nachzufragen.
  3. c) Sehr schnell zu sprechen.

12. Welche Wörter soll man vor allem lernen?

  1. a) Die Fachbegriffe, die man wirklich braucht.
  2. b) Möglichst seltene Wörter.
  3. c) Gar keine.

13. Wie kann man im Arbeitsalltag lernen?

  1. a) Nur abends zu Hause.
  2. b) Gar nicht.
  3. c) Mit Kollegen reden und Aushänge lesen.

14. Was soll man vorher üben?

  1. a) Lieder.
  2. b) Sätze wie das Krankmelden oder Bitten um Hilfe.
  3. c) Nur Grammatikregeln.

15. Was ist ihr wichtigster Rat zum Schluss?

  1. a) Geduld mit sich selbst zu haben.
  2. b) Sofort perfekt zu sein.
  3. c) Aufzugeben.

Teil 3 - Ein Gespräch verstehen

Sie hören ein Gespräch einmal. Entscheiden Sie, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.

16. Herrn Oseis größtes Problem ist das Telefonieren.

richtigfalsch

17. Telefonieren auf Deutsch fällt nur Herrn Osei schwer.

richtigfalsch

18. Frau Wagner rät, beim Telefonieren ruhig nachzufragen.

richtigfalsch

19. Der Deutschkurs ist in der Arbeitszeit und kostenlos.

richtigfalsch

20. Frau Wagner möchte vor allem ihr Sprechen verbessern.

richtigfalsch

21. Die beiden wollen sich gegenseitig helfen.

richtigfalsch

22. Herr Osei will sich erst viel später anmelden.

richtigfalsch

Teil 4 - Diskussion

Sie hören eine Diskussion zweimal. Ordnen Sie die Aussagen zu: Wer sagt was?

23. Am wichtigsten sind Mut und ein gutes Arbeitsklima.

abc

24. Der Fachjargon auf der Baustelle war eine ganz andere Welt als der Kurs.

abc

25. Wir haben Patenschaften eingeführt, bei denen ein erfahrener Kollege hilft.

abc

26. Sobald ich anfing nachzufragen, ging alles leichter.

abc

27. Wer Sprachkurse in der Arbeitszeit anbietet, gewinnt motivierte Mitarbeiter.

abc

28. Heute bilde ich selbst neue Kollegen aus und gebe weiter, was mir half.

abc

29. Klare, kurze Anweisungen verhindern Fehler und Unfälle.

abc

30. Heute geht es um Deutsch im Beruf und das Zurechtkommen am Arbeitsplatz.

abc

Schreiben - 60 Minuten

Teil 1 - Persönliche E-Mail

Ein Freund möchte mehr Sport machen, ist aber unsicher und fragt Sie nach Ihrer Meinung. Schreiben Sie eine persönliche E-Mail. Beschreiben Sie kurz, warum Sie schreiben, reagieren Sie auf die Bitte, berichten Sie von einer eigenen Erfahrung und machen Sie einen konkreten Vorschlag. Achten Sie darauf, dass die E-Mail freundlich und natürlich klingt. Sie dürfen auch kurz erklären, was Ihnen selbst damals geholfen hat. Schreiben Sie ungefähr 80 Wörter.

  • Warum melden Sie sich?
  • Welche Erfahrung haben Sie mit dem Thema gemacht?
  • Was schlagen Sie als nächsten Schritt vor?
  • Wann hätten Sie Zeit oder wie bleiben Sie in Kontakt?

Teil 2 - Meinung schreiben

In einem Internetforum lesen Sie die Frage: "Sollte es in jeder Stadt mehr kostenlose Angebote zum Thema Sportkurs geben?" Schreiben Sie Ihre Meinung. Begründen Sie Ihre Ansicht, nennen Sie ein Beispiel aus dem Alltag und gehen Sie kurz auf einen möglichen Nachteil ein. Verwenden Sie passende Verbindungen wie "außerdem", "trotzdem" oder "deshalb". Ihr Text soll wie ein kurzer Forumsbeitrag wirken, nicht wie eine Liste. Schreiben Sie ungefähr 80 Wörter.

  • Ihre Meinung zum Thema
  • Ein Vorteil oder ein persönliches Beispiel
  • Ein Nachteil oder eine Grenze solcher Angebote
  • Ein kurzer Schluss mit Ihrer Empfehlung

Teil 3 - Formelle E-Mail

Sie müssen einen Arzttermin verschieben und bitten um einen neuen Termin. Schreiben Sie eine formelle E-Mail an die zuständige Stelle. Entschuldigen Sie sich, erklären Sie die Situation, bitten Sie um einen neuen Termin oder um eine konkrete Auskunft und schließen Sie höflich. Nennen Sie, wann Sie erreichbar sind. Schreiben Sie ungefähr 40 Wörter.

  • Entschuldigung und Grund
  • Konkreter Wunsch
  • Erreichbarkeit oder Alternativtermin
  • Höflicher Abschluss

Sprechen - ca. 15 Minuten

Die mündliche Prüfung besteht aus drei Teilen. Sprechen Sie frei, reagieren Sie auf Ihre Partnerin oder Ihren Partner und benutzen Sie die Stichpunkte nur als Hilfe.

Teil 1 - Gemeinsam etwas planen

Sie und Ihre Partnerin oder Ihr Partner möchten gemeinsam eine Aktion zum Thema Lerngruppe vorbereiten. Planen Sie das Gespräch zusammen. Entscheiden Sie, was zuerst geklärt werden muss, wer welche Aufgabe übernimmt und wie Sie andere Personen informieren. Beginnen Sie mit einem Vorschlag, reagieren Sie auf die Ideen der anderen Person und einigen Sie sich am Ende auf einen konkreten Plan.

Teil 2 - Ein Thema präsentieren

Wählen Sie ein Thema aus. Ihre Präsentation soll aus fünf Teilen bestehen.

Thema 1: Wie bereitet man sich am besten auf eine Prüfung vor?

Folie 1

Stellen Sie Ihr Thema vor. Erklären Sie kurz den Inhalt und die Struktur Ihrer Präsentation.

Folie 2

Berichten Sie, wie Sie für Prüfungen lernen und was Ihnen hilft.

Folie 3

Berichten Sie, welche Rolle Prüfungen in Ihrem Heimatland spielen.

Folie 4

Nennen Sie Vor- und Nachteile und sagen Sie dazu Ihre Meinung. Geben Sie auch Beispiele.

Folie 5

Beenden Sie Ihre Präsentation und bedanken Sie sich bei den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Thema 2: Lernt man eine Sprache besser im Kurs oder im Alltag?

Folie 1

Stellen Sie Ihr Thema vor. Erklären Sie kurz den Inhalt und die Struktur Ihrer Präsentation.

Folie 2

Berichten Sie, wo Sie am meisten Deutsch gelernt haben.

Folie 3

Berichten Sie, wie man in Ihrem Heimatland Fremdsprachen lernt.

Folie 4

Nennen Sie Vor- und Nachteile und sagen Sie dazu Ihre Meinung. Geben Sie auch Beispiele.

Folie 5

Beenden Sie Ihre Präsentation und bedanken Sie sich bei den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Teil 3 - Über das Thema sprechen

Nach der Präsentation stellt Ihre Partnerin oder Ihr Partner eine Frage. Reagieren Sie darauf, geben Sie ein kurzes Feedback zur Präsentation Ihres Partners und führen Sie das Gespräch zum Thema Deutsch lernen und Integration weiter. Verwenden Sie höfliche Rückfragen und konkrete Beispiele. Sie können zustimmen, widersprechen oder eine eigene Erfahrung ergänzen. Wichtig ist, dass Sie nicht nur mit "ja" oder "nein" antworten, sondern Ihre Reaktion kurz erklären. Die Prüfenden können nach Details fragen, zum Beispiel warum Sie eine Lösung praktisch finden, welche Schwierigkeit entstehen kann oder welche Erfahrung Sie in Ihrer Familie, Schule, Arbeit oder Nachbarschaft gemacht haben.

Lösungsschlüssel

Lesen 1richtig
Lesen 2richtig
Lesen 3falsch
Lesen 4richtig
Lesen 5falsch
Lesen 6falsch
Lesen 7b
Lesen 8b
Lesen 9a
Lesen 10b
Lesen 11c
Lesen 12a
Lesen 13E
Lesen 14I
Lesen 15G
Lesen 16F
Lesen 170
Lesen 18C
Lesen 19J
Lesen 20nein
Lesen 21nein
Lesen 22ja
Lesen 23ja
Lesen 24nein
Lesen 25ja
Lesen 26ja
Lesen 27b
Lesen 28a
Lesen 29b
Lesen 30a
Hören 1richtig
Hören 2c
Hören 3falsch
Hören 4b
Hören 5richtig
Hören 6a
Hören 7richtig
Hören 8c
Hören 9falsch
Hören 10b
Hören 11b
Hören 12a
Hören 13c
Hören 14b
Hören 15a
Hören 16richtig
Hören 17falsch
Hören 18richtig
Hören 19richtig
Hören 20falsch
Hören 21richtig
Hören 22falsch
Hören 23b
Hören 24c
Hören 25b
Hören 26c
Hören 27b
Hören 28c
Hören 29b
Hören 30a

Hörtexte für Audio-Generierung

Hören Teil 1, Beispiel

Hallo Selin, hier ist Jan aus dem Deutschkurs im Betrieb. Ich wollte dir Bescheid geben, dass unser Lernabend diese Woche nicht am Donnerstag, sondern schon am Mittwoch um siebzehn Uhr stattfindet, weil donnerstags die große Besprechung ist. Wir treffen uns wie immer im Schulungsraum im zweiten Stock. Bring bitte die Liste mit den Fachwörtern mit, die wir letztes Mal angefangen haben. Danach üben wir noch ein bisschen das Telefonieren. Melde dich bei Gelegenheit. Bis Mittwoch!

Hören Teil 1, Text 1

Sie hören eine Durchsage in einem Betrieb. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ab nächster Woche bieten wir einen Deutschkurs für den Beruf an, direkt hier im Haus und in der bezahlten Arbeitszeit. Sie üben vor allem Gespräche am Arbeitsplatz, das Lesen von Anweisungen und das Telefonieren mit Kunden. Der Kurs ist freiwillig und kostenlos. Wer Interesse hat, trägt sich bitte bis Freitag in die Liste am Schwarzen Brett ein. Die Plätze sind begrenzt.

Hören Teil 1, Text 2

Und nun ein Tipp aus unserer Sendung zum Berufsleben im Radio. Wer im Beruf Deutsch spricht, muss nicht perfekt sein. Viel wichtiger ist, dass man nachfragt, wenn man etwas nicht versteht. Ein einfacher Satz wie können Sie das bitte wiederholen? hilft mehr, als so zu tun, als hätte man alles verstanden. Niemand erwartet fehlerfreies Deutsch, aber Missverständnisse am Arbeitsplatz können gefährlich oder teuer werden. Trauen Sie sich also ruhig zu fragen.

Hören Teil 1, Text 3

Sie hören eine private Nachricht. Hallo, hier ist Amira. Du hattest gefragt, wie das mit dem Krankmelden geht. Also, du musst am ersten Tag möglichst früh anrufen, am besten vor Arbeitsbeginn, und Bescheid sagen. Ab dem dritten Tag brauchst du eine Krankschreibung vom Arzt für den Betrieb. Schreib dir die Nummer vom Büro am besten ins Handy, dann musst du im Ernstfall nicht lange suchen. Wenn du unsicher bist, frag mich einfach, ich helfe dir gern.

Hören Teil 1, Text 4

Sie hören eine Ansage der Personalabteilung. Liebe Mitarbeitende, bitte denken Sie daran, Ihren Urlaub für das nächste Jahr rechtzeitig einzutragen. Nutzen Sie dafür das Programm im internen Portal. Wer mit der Bedienung unsicher ist, bekommt am Donnerstag in der Mittagspause Hilfe im Schulungsraum. Bringen Sie einfach Ihre Fragen mit. Bitte sprechen Sie Ihre Urlaubswünsche auch kurz im Team ab, damit immer genug Kolleginnen und Kollegen da sind. Vielen Dank für Ihre Mithilfe.

Hören Teil 1, Text 5

Sie hören eine Mitteilung der Betriebsleitung. Liebe Kolleginnen und Kollegen, am Freitag findet eine kurze Schulung zum Thema Sicherheit am Arbeitsplatz statt. Sie ist für alle verpflichtend und dauert etwa eine Stunde. Wir erklären, wie man die Maschinen sicher bedient und was im Notfall zu tun ist. Die Schulung wird in einfacher Sprache gehalten, sodass alle gut folgen können. Bei Fragen können Sie jederzeit nachhaken. Bitte seien Sie pünktlich um vierzehn Uhr im großen Saal.

Hören Teil 2

Bei einer Informationsveranstaltung hören Sie einen Vortrag zum Thema Deutsch im Beruf. Es spricht Frau Sander, die Sprachkurse in Betrieben leitet. Einen schönen guten Tag und willkommen Ihnen allen. Im Beruf gut Deutsch zu sprechen öffnet viele Türen, und ich möchte Ihnen heute zeigen, dass das leichter geht, als viele denken. Mein erster und wichtigster Punkt: Sie müssen nicht perfekt sein. Niemand erwartet fehlerfreies Deutsch. Viel wichtiger ist, dass Sie sich trauen zu sprechen und nachzufragen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben. Gerade am Arbeitsplatz ist das entscheidend, denn ein Missverständnis kann gefährlich oder teuer werden. Ein einfaches Können Sie das bitte wiederholen? ist ein Zeichen von Verantwortung, nicht von Schwäche. Zweitens: Lernen Sie genau die Wörter, die Sie wirklich brauchen. In jedem Beruf gibt es bestimmte Fachbegriffe und feste Redewendungen. Schreiben Sie sich diese auf und üben Sie sie gezielt. Das bringt mehr als ein dickes Grammatikbuch. Drittens: Nutzen Sie den Arbeitsalltag zum Lernen. Reden Sie in der Pause mit Kolleginnen und Kollegen, lesen Sie die Aushänge, hören Sie genau zu. So lernen Sie ganz nebenbei und mit echten Beispielen. Ein vierter Punkt sind die kleinen, aber wichtigen Dinge: Wie meldet man sich krank? Wie bittet man höflich um Hilfe? Wie sagt man, dass man eine Aufgabe noch nicht geschafft hat? Solche Sätze übt man am besten vorher, damit man im Ernstfall nicht ins Schwimmen gerät. Viele Betriebe bieten heute Sprachkurse direkt im Haus an, oft in der Arbeitszeit. Fragen Sie ruhig danach, ob es so etwas auch bei Ihnen gibt. Ein Beispiel macht das gut anschaulich. Ein Teilnehmer von mir, ein gelernter Mechaniker, traute sich am Telefon kaum etwas zu sagen. Wir haben ein paar typische Gespräche einfach geübt, immer wieder, bis sie saßen. Heute nimmt er ganz selbstverständlich Kundenanrufe entgegen. Sein Chef war so zufrieden, dass er ihm mehr Verantwortung gegeben hat. Das zeigt: Schon wenige geübte Sätze können im Beruf viel verändern. Ein weiterer Tipp: Haben Sie keine Angst vor Fehlern. Jeder macht sie, auch Muttersprachler. Wichtig ist nur, dass man weitermacht und aus den Fehlern lernt, statt zu verstummen. Und schließlich mein wichtigster Rat: Haben Sie Geduld mit sich selbst. Eine Sprache lernt man Schritt für Schritt, und jeder Tag im Beruf ist eine Übung. Mit der Zeit werden Sie immer sicherer, das verspreche ich Ihnen. Trauen Sie sich, dann kommt der Rest fast von allein. Herzlichen Dank. Wenn Sie Fragen haben, stelle ich mich ihnen gern.

Hören Teil 3

Sie hören ein Gespräch zweier Kollegen, Herrn Osei und Frau Wagner, die sich nach dem Infoabend unterhalten. Herr Osei: Frau Wagner, ich überlege, ob ich diesen Deutschkurs im Betrieb mache. Was meinen Sie? Frau Wagner: Auf jeden Fall! Sie sprechen doch schon ganz gut, das wird Ihnen noch mehr Sicherheit geben. Herr Osei: Das hoffe ich. Mein Problem ist vor allem das Telefonieren. Wenn ich den Kunden nicht sehe, verstehe ich oft nur die Hälfte. Frau Wagner: Genau das übt man im Kurs, das hat Frau Sander ja gesagt. Telefonieren ist für viele schwer, da sind Sie nicht allein. Herr Osei: Das beruhigt mich. Ich dachte schon, ich stelle mich besonders ungeschickt an. Frau Wagner: Überhaupt nicht. Und wissen Sie, was am meisten hilft? Einfach nachzufragen. Sagen Sie ruhig: Könnten Sie das bitte langsamer wiederholen? Herr Osei: Das traue ich mich oft nicht, ich will ja nicht dumm wirken. Frau Wagner: Im Gegenteil, das wirkt sehr professionell. Lieber einmal nachfragen, als eine falsche Bestellung aufnehmen. Herr Osei: Da haben Sie recht. Eine falsche Lieferung wäre viel peinlicher. Frau Wagner: Genau. Und der Kurs ist ja in der Arbeitszeit und kostenlos, da können Sie eigentlich nichts verlieren. Herr Osei: Stimmt. Machen Sie denn auch mit? Frau Wagner: Ja, ich möchte mein Schreiben verbessern. Meine E-Mails an Kunden klingen oft zu holprig. Herr Osei: Das kann ich mir bei Ihnen gar nicht vorstellen. Aber dann lernen wir ja zusammen. Frau Wagner: Genau, und wir können uns gegenseitig helfen. Sie üben mit mir das Telefonieren, und ich zeige Ihnen, wie man eine freundliche E-Mail schreibt. Herr Osei: Das ist eine super Idee. Dann melde ich mich gleich an, bevor die Plätze weg sind. Sagen Sie, wie lange hat es bei Ihnen gedauert, bis Sie sich am Telefon sicher gefühlt haben? Frau Wagner: Ehrlich gesagt ein paar Monate. Aber das Wichtigste war, dass ich überhaupt angefangen habe. Herr Osei: Das tröstet mich. Ich erwarte von mir oft, dass alles sofort klappt. Frau Wagner: Das erwarten viele, aber so funktioniert Sprache nicht, es geht Schritt für Schritt. Herr Osei: Und gibt es etwas, das Ihnen besonders geholfen hat? Frau Wagner: Ja, ich habe mir feste Sätze aufgeschrieben, mit denen ich ein Gespräch beginne und beende. Die hatte ich immer griffbereit. Herr Osei: Das ist eine gute Idee, so eine Art Spickzettel. Frau Wagner: Genau. Mit der Zeit braucht man ihn nicht mehr, aber am Anfang gibt er Sicherheit. Herr Osei: Das probiere ich auch, vielen Dank für den Tipp. Frau Wagner: Machen Sie das. Und keine Sorge, in ein paar Wochen telefonieren Sie ganz entspannt, da bin ich sicher. Herr Osei: Das hoffe ich sehr. Und vielen Dank, dass Sie mir so geduldig alles erklären. Frau Wagner: Sehr gern, wir helfen uns ja gegenseitig.

Hören Teil 4

Moderatorin: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge. Heute geht es um Deutsch im Beruf und um die Frage, wie Menschen, die noch nicht perfekt Deutsch sprechen, am Arbeitsplatz gut zurechtkommen. Fachkräfte werden gesucht, und viele kommen aus dem Ausland. Bei mir sind Frau Köhler, die in einem Betrieb für Ausbildung und Integration zuständig ist, und Herr Yildiz, der vor einigen Jahren selbst als Fachkraft hergekommen ist. Frau Köhler, was brauchen Mitarbeitende mit wenig Deutsch am meisten? Frau Köhler: Vor allem Mut und ein gutes Arbeitsklima. Wer sich traut zu sprechen und Fehler machen darf, lernt unglaublich schnell. Deshalb ist die Haltung der Kollegen so wichtig. Wo man geduldig ist und hilft, blühen die Leute auf. Wo man über Fehler lacht, verstummen sie. Moderatorin: Die Sprache lernt man also vor allem im Betrieb selbst? Frau Köhler: Zum großen Teil ja. Der Kurs gibt die Grundlagen, aber richtig sicher wird man im Alltag. Ein gutes Beispiel: Wir haben Patenschaften eingeführt. Jeder neue Kollege bekommt einen erfahrenen an die Seite, den er alles fragen kann. Das hat die Einarbeitung enorm verbessert. Herr Yildiz: Das kann ich nur bestätigen. Als ich kam, hatte ich im Kurs gut gelernt, aber der Fachjargon auf der Baustelle war eine ganz andere Welt. Ein Kollege hat mir geduldig alles erklärt, und nach ein paar Wochen war ich drin. Ohne ihn wäre es viel schwerer gewesen. Moderatorin: Was raten Sie heute jemandem, der neu anfängt? Herr Yildiz: Fragen, fragen, fragen. Trauen Sie sich. Am Anfang war ich auch still, weil ich Angst hatte, mich zu blamieren. Aber sobald ich anfing nachzufragen, ging alles leichter, und die Kollegen haben mich sofort mehr respektiert. Frau Köhler: Das ist ein wichtiger Punkt. Nachfragen wird oft als Schwäche missverstanden, dabei ist es das Gegenteil. Gerade bei der Sicherheit am Arbeitsplatz ist es entscheidend, dass man lieber einmal zu viel fragt. Moderatorin: Ein Thema ist sicher auch die Angst vor Ablehnung. Erleben Sie das? Herr Yildiz: Manchmal schon. Es gibt Kollegen, die ungeduldig werden oder über einen Akzent lächeln. Aber das sind die wenigsten. Die meisten sind hilfsbereit, wenn man offen auf sie zugeht. Frau Köhler: Und genau da kann der Betrieb viel tun. Wenn die Führung deutlich macht, dass alle mit Respekt behandelt werden, ändert das die Stimmung im ganzen Team. Wir sprechen das bei uns offen an. Moderatorin: Wie geht man als Betroffener am besten damit um? Herr Yildiz: Ruhig bleiben und sein Können zeigen. Ich habe gemerkt: Sobald die Kollegen sahen, dass ich meine Arbeit gut mache, war der Akzent kein Thema mehr. Leistung spricht eine eigene Sprache. Frau Köhler: Das ist ein zentraler Punkt. Und Sprache verbindet eben auch. Wenn man in der Pause zusammen Kaffee trinkt und über Familie und Fußball redet, entstehen ganz natürlich gute Beziehungen. Herr Yildiz: Genau. Bei uns hilft auch, dass wir manchmal zusammen essen. Da bringt jeder etwas aus seiner Heimat mit, und plötzlich ist das Fremde etwas Schönes. Frau Köhler: Solche kleinen Dinge schaffen mehr Zusammenhalt als jede Vorschrift. Ein gutes Beispiel ist unser Sommerfest, bei dem die Familien aller Kollegen zusammenkommen. Moderatorin: Welche Rolle spielen die Betriebe selbst? Frau Köhler: Eine große. Wer Sprachkurse in der Arbeitszeit anbietet und auf einfache, klare Anweisungen achtet, gewinnt motivierte Mitarbeiter und bindet sie langfristig. Das lohnt sich für beide Seiten. Herr Yildiz: Und es geht um Respekt. Wenn ein Betrieb zeigt, dass er einen fördern will, gibt man auch gern mehr zurück. Heute bilde ich selbst neue Kollegen aus und gebe weiter, was mir damals geholfen hat. Moderatorin: Ein schöner Kreis. Wie wichtig ist die einfache Sprache im Betrieb? Frau Köhler: Sehr wichtig, und zwar für alle. Klare, kurze Anweisungen verhindern Fehler und Unfälle, ganz gleich, wie gut jemand Deutsch spricht. Davon profitieren am Ende auch die Muttersprachler. Moderatorin: Wie wichtig ist es, dass auch die Kollegen einfache Sprache benutzen? Frau Köhler: Sehr wichtig. Es nützt wenig, wenn der neue Mitarbeiter sich bemüht, die anderen aber im schnellsten Dialekt und mit vielen Abkürzungen reden. Rücksicht muss von beiden Seiten kommen. Herr Yildiz: Das habe ich auch erlebt. Ein Kollege hat am Anfang langsamer und deutlicher mit mir gesprochen, das hat mir enorm geholfen, und heute brauche ich das nicht mehr. Frau Köhler: Und genau dieser Kollege hat damit auch etwas für sich getan, denn klar zu erklären schult auch die eigene Kommunikation. Am Ende profitieren alle davon. Moderatorin: Zum Ende bitte von jedem von Ihnen ein Wunsch. Frau Köhler: Schaffen Sie ein Klima, in dem Fragen erwünscht sind, dann lernen alle schneller. Herr Yildiz: Und an alle, die neu sind: Trauen Sie sich, es wird mit jedem Tag besser. Frau Köhler: Und vergessen wir nicht: Jeder, der heute sicher Deutsch im Beruf spricht, hat einmal ganz klein angefangen. Herr Yildiz: Genau, also nur Mut, es lohnt sich wirklich. Moderatorin: Schöne Gedanken zum Ende. Ich danke Ihnen beiden herzlich für das Gespräch.