Goethe-Zertifikat B1

Modellprüfung 21

Nachbarschaft und Konflikte

Eigenständig erstelltes Übungsmaterial im Stil des Goethe-B1-Prüfungsformats.

Testformat

Lesen65 Minuten, 30 Aufgaben
Hörenca. 40 Minuten, 30 Aufgaben
Schreiben60 Minuten, 3 Teile
Sprechenca. 15 Minuten, 3 Teile

Lesen - 65 Minuten

Das Modul Lesen hat fünf Teile. Sie lesen mehrere Texte und lösen Aufgaben dazu. Sie können mit jeder Aufgabe beginnen. Für jede Aufgabe gibt es nur eine richtige Lösung.

Teil 1 - Korrespondenz lesen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie den Text und die Aufgaben 1 bis 6 dazu. Wählen Sie: Sind die Aussagen richtig oder falsch?

E-Mail: Hausordnung

Hallo Sofia, das mit dem Streit im Haus klingt wirklich anstrengend – diese ständige Anspannung kenne ich gut. Bei uns ging es lange um Lärm am Abend, und je länger ich geschwiegen habe, desto größer wurde der Ärger. Geändert hat sich etwas, als ich zu einer Mediation im Stadtteilbüro gegangen bin. Vorher habe ich mir aufgeschrieben, was mich konkret stört, und ein kleines Lärmprotokoll mit Datum und Uhrzeit geordnet. Gut zu wissen war, dass so ein erstes Gespräch nur 45 Minuten dauert, dass die Teilnahme freiwillig ist und dass alles vertraulich bleibt. Meine wichtigste Frage war: Wie sage ich höflich, was mich stört, ohne dass es sofort eskaliert? Eine Lösung hat mir niemand vorgegeben, aber danach wusste ich genau, wie ich das Gespräch mit dem Nachbarn beginne. Ein paar Sätze habe ich zu Hause noch geübt. Im Wartebereich traf ich Menschen mit ähnlichen Themen – einer wollte die Hausordnung besser verstehen, eine Frau einen Waschküchenplan neu regeln. Mein Rat: Schreib dir vorher die eine Sache auf, die euch am meisten belastet, und bleib sachlich. Wenn du möchtest, sitze ich am Dienstag mit dabei; reden und zuhören musst du aber selbst, denn nur so findet ihr eine Lösung, die für beide passt. Liebe Grüße aus Dortmund Milan

Beispiel. Die E-Mail berichtet von einer persönlichen Erfahrung.

richtigfalsch

1. Milan ordnete die Unterlagen vor dem Termin.

richtigfalsch

2. Das Angebot war nur für Fachleute bestimmt.

richtigfalsch

3. Vor dem Termin hatte Milan mehrere Fragen vorbereitet.

richtigfalsch

4. Milan möchte den Termin am Dienstag absagen.

richtigfalsch

5. Im Text wird eine konkrete Information genannt.

richtigfalsch

6. Im Text steht, dass man alle Originalunterlagen abgeben muss.

richtigfalsch

Teil 2 - Pressetexte verstehen

Arbeitszeit: 20 Minuten

Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 7 bis 9 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Aus der Presse: Hilfe bei Mietvertrag

In einer regionalen Zeitung wird beschrieben, warum die Beratung rund um den Mietvertrag in mehreren Stadtteilen neu organisiert wird. Auslöser waren viele Rückfragen von Mieterinnen und Mietern, die einzelne Wörter in ihren Briefen zwar verstanden, aber nicht wussten, welche Frist zuerst gilt oder welche Stelle eigentlich zuständig ist. Neu ist, dass Mieterverein, Stadtteilbüro und Sprachkurse nun an einem gemeinsamen Tisch zusammenarbeiten. Eine Fachkraft sieht sich den Brief an, eine zweite notiert die nächsten Schritte, und bei sprachlichen Fragen hilft eine Person aus dem Kurs. So müssen die Besucher nicht mehr von einem Amt zum anderen laufen. Das Angebot prüft kurze Verträge kostenlos und ersetzt keine Rechtsvertretung; die Entscheidung trifft am Ende jede Person selbst. Wird ein Fall zu schwierig, nennt das Team eine spezialisierte Stelle, statt eine unsichere Auskunft zu geben. Die Stadt berichtet, dass seit dem Start weniger Menschen erst kurz vor Ablauf einer Frist kommen. Wer früh nachfragt, vermeidet Mahnungen, doppelte Wege und falsch ausgefüllte Formulare. Vor einem Termin sollen Besucherinnen und Besucher ihre Kopien ordnen und genau die Stelle aufschreiben, die sie nicht verstehen; die Originale bleiben zu Hause. In der Auswertung will die Stadt vor allem wissen, welche Hinweise nach dem Gespräch noch einmal nachgefragt werden mussten, um die schriftlichen Merkblätter entsprechend zu vereinfachen. Begleitet wird das Angebot von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die beim Ausfüllen unterstützen, ohne selbst zu entscheiden. Mehrsprachige Hinweise liegen aus, damit niemand an einzelnen Wörtern scheitert. Die Verantwortlichen betonen, dass die offene Stunde bewusst kurz gehalten wird: So bekommt auch jemand mit wenig Zeit eine erste Auskunft, bevor ein längerer Termin nötig wird. Über die Erfahrungen aus den ersten Monaten soll im Sommer öffentlich berichtet werden.

Beispiel. In diesem Text geht es um ...

  1. a) ein neues Beratungsmodell im Alltag.
  2. b) einen privaten Reisebericht.
  3. c) eine Prüfung im Sprachkurs.

7. Warum wurde die Beratung zum Mietvertrag neu organisiert?

  1. a) Alle Mieterinnen und Mieter sollten in ein anderes Viertel ziehen.
  2. b) Die Stadt wollte die Mietverträge selbst schreiben.
  3. c) Viele wussten nicht, welche Frist zuerst gilt und welche Stelle zuständig ist.

8. Was passiert, wenn ein Fall zu schwierig ist?

  1. a) Das Team entscheidet den Fall am selben Tag selbst.
  2. b) Das Team nennt eine spezialisierte Stelle.
  3. c) Der Besuch kostet dann eine zusätzliche Gebühr.

9. Wie sollen sich Besucher auf den Termin vorbereiten?

  1. a) Die Originalunterlagen im Büro abgeben.
  2. b) Kopien ordnen und die unverstandene Stelle aufschreiben.
  3. c) Vorher einen Anwalt beauftragen.

Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 10 bis 12 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Bericht: Angebote werden alltagstauglicher

Ein kleines Team begleitete den ersten Beratungstag zum Thema Ehrenamt und verglich nach vier Wochen die Rückmeldungen. Zunächst meldeten sich nur wenige. Manche Aushänge klangen freundlich, machten aber nicht deutlich, dass man sich zu nichts verpflichtet; und etliche Termine lagen am Vormittag, sodass Berufstätige kaum teilnehmen konnten. Daraufhin passte das Team den Beratungstag an. Die Hinweise sind jetzt verständlicher und nennen gleich am Anfang, wie viel Zeit eine Aufgabe ungefähr kostet. Statt langer Listen gibt es kurze Beispiele, an denen die Interessierten erkennen, was wirklich auf sie zukommt. Besonders hilfreich sind Gespräche mit erfahrenen Ehrenamtlichen: Daran sehen neue Helferinnen und Helfer, dass auch kleine Beiträge zählen, und trauen sich eher mitzumachen. Wer sich nicht traut, etwas zu sagen, gibt die Frage vorher ab. Auffällig war außerdem, dass viele zunächst nur eine einzelne Aktion ausprobieren wollten, bevor sie sich regelmäßig binden. Deshalb gibt es jetzt bewusst Aufgaben für einen einzigen Nachmittag. Die Projektleiterin hält diesen leichten Einstieg für wichtiger als große Versprechen. Auch der Ort wirkte sich aus: Beim offenen Nachbarschaftscafé sprachen mehr Menschen das Team an als bei einem festen Termin im Vereinsbüro. Deshalb sollen künftig mehr Aufgaben dort vorgestellt werden, wo die Leute ohnehin zusammenkommen. Offen bleibt, wie viele Gruppen dauerhaft genug Helfer finden.

10. Was machten manche Aushänge anfangs nicht deutlich?

  1. a) Dass man sich zu nichts verpflichtet.
  2. b) Wo das Vereinsbüro liegt.
  3. c) Dass die Angebote kostenlos Kaffee bieten.

11. Was nennen die Hinweise jetzt gleich am Anfang?

  1. a) Wie viel Zeit eine Aufgabe ungefähr kostet.
  2. b) Die Geschichte des Vereins.
  3. c) Die Namen aller Vereinsmitglieder.

12. Wie reagierte das Team auf den Wunsch, erst einmal zu testen?

  1. a) Es hat alle kurzen Einsätze gestrichen.
  2. b) Es verlangt eine Mitgliedschaft ab dem ersten Tag.
  3. c) Es gibt jetzt bewusst Aufgaben für einen einzigen Nachmittag.

Teil 3 - Anzeigen zuordnen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie die Situationen 13 bis 19 und die Anzeigen A bis J aus verschiedenen deutschsprachigen Medien. Wählen Sie: Welche Anzeige passt zu welcher Situation? Sie können jede Anzeige nur einmal verwenden. Die Anzeige aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden. Für eine Situation gibt es keine passende Anzeige. In diesem Fall schreiben Sie 0.

Mehrere Personen suchen passende Informationen oder Angebote zum Thema Mobilität und Verkehrssicherheit.

Beispiel. Sie möchten ein Lastenrad sicher testen. Anzeige: I

13. Sie möchten Verkehrszeichen für Radfahrende besser verstehen.

14. Sie möchten als Erwachsener sicher Fahrradfahren üben.

15. Sie wissen nicht, welche Regeln in einer Fahrradstraße gelten.

16. Sie suchen eine Beratung zur Nebenkostenabrechnung.

17. Sie können morgens Kindern an einer Kreuzung helfen.

18. Sie möchten Licht und Reflektoren am Fahrrad prüfen lassen.

19. Sie wollen wissen, wann ein Helm ausgetauscht werden soll.

A

Fahrradtraining Erwachsene: Anfahren, Spur halten, sicher abbiegen - geübt wird auf einem ruhigen Platz ohne Autoverkehr. So gewinnen Sie Schritt für Schritt Sicherheit. Bringen Sie ein verkehrssicheres Rad mit. Das Tempo bestimmen Sie selbst; niemand muss etwas vorführen, und Fehler gehören beim Üben einfach dazu.

B

Helmberatung: Wir erklären, wie ein Helm richtig sitzt, welche Größe passt und warum man ihn nach einem Sturz austauschen sollte. So schützt der Helm wirklich. Bringen Sie Ihren vorhandenen Helm gern mit. Ein gut sitzender Helm ist bequemer, als viele denken; wir stellen ihn gemeinsam mit Ihnen passend ein.

C

Verkehrsregeln kompakt: Fahrradstraße, Vorfahrt und Handzeichen – mit Bildern und kurzen Beispielen wird klar, was im Alltag wirklich zählt. So fahren Sie sicherer und entspannter. Vorkenntnisse brauchen Sie nicht. Wir besprechen genau die Situationen, die Ihnen Sorgen machen, und üben die richtigen Handzeichen gemeinsam ein.

D

Schulweghelfer gesucht: Schon 30 Minuten am Morgen an einer Kreuzung helfen Kindern, sicher zur Schule zu kommen. So tragen Sie ganz konkret zur Sicherheit im Viertel bei. Warnweste und eine kurze Einweisung stellen wir. Die Einsätze sind planbar; auch ein fester Tag pro Woche ist eine große Hilfe.

E

Licht-Check Fahrrad: Wir prüfen kostenlos Ihren Dynamo, Ihr Akku-Licht und die Reflektoren, damit Sie in der Dunkelheit gut gesehen werden. So senken Sie Ihr Unfallrisiko deutlich. Bringen Sie Ihr Rad einfach vorbei. Kleine Einstellungen nehmen wir gleich vor; für größere Reparaturen sagen wir Ihnen, was zu tun ist.

F

Bus und Bahn mit Fahrrad: Mitnahmeregeln, enge Stoßzeiten und das nötige Zusatzticket erklären wir Ihnen. So kombinieren Sie Rad und Nahverkehr ohne Ärger. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Gern gehen wir auf Ihre üblichen Strecken ein und sagen Ihnen, worauf Sie dort achten sollten.

G

Kinderparcours: Bremsen, Slalom und der Blick über die Schulter – auf einem sicheren Parcours üben Kinder spielerisch das richtige Verhalten. So macht Verkehrssicherheit sogar Spaß. Bringen Sie das Rad und einen Helm Ihres Kindes mit. Die Eltern dürfen zuschauen, halten sich aber zurück, damit die Kinder selbst ausprobieren.

H

Unfallmeldung: Nach einem Sturz stellt sich die Frage, was zu tun ist. Wir erklären, welche Daten Sie notieren, wie Sie die Versicherung informieren und worauf Sie achten sollten. So sind Sie im Ernstfall nicht hilflos. Notieren Sie sich vorab Ihre Fragen. Vieles lässt sich vermeiden, wenn man ruhig bleibt und die wichtigsten Angaben gleich festhält.

I

Lastenrad testen: Sicher beladen, enge Kurven fahren und den längeren Bremsweg einschätzen – beim Probefahren bekommen Sie ein Gefühl für das schwere Rad. So entscheiden Sie in Ruhe, ob es zu Ihnen passt. Wir begleiten die erste Runde. Bequeme Kleidung genügt; gefahren wird zunächst nur auf dem ruhigen Gelände.

J

Verkehrszeichen für Radfahrende: Es gibt neue Schilder, die viele noch nicht kennen. Wir zeigen Ihnen, was sie bedeuten und welche typischen Fehler dadurch entstehen. So sind Sie auf dem neuesten Stand. Kommen Sie gern mit konkreten Fragen vorbei. An echten Beispielen aus dem Viertel wird schnell klar, worauf es beim jeweiligen Zeichen ankommt.

Teil 4 - Meinungen verstehen

Arbeitszeit: 15 Minuten

Lesen Sie die Texte 20 bis 26. Wählen Sie: Ist die Person für persönliche Beratungsangebote zu Sportkurs?

In einer Zeitschrift lesen Sie Leserbriefe zum Thema persönliche Beratungsangebote zu Sportkurs.

LESERBRIEFE

Beispiel. Niko: Ich finde es richtig, dass es feste Ansprechpartner gibt. Gerade wer zum ersten Mal mit einem Amt oder einem Vertrag zu tun hat, fühlt sich danach sicherer und handelt nicht mehr aus Angst gar nicht.

20. Iva: Für einen Sportkurs brauche ich keine persönliche Beratung. Ob etwas zu mir passt, merke ich am besten, wenn ich es einfach ausprobiere. Eine feste Sprechzeit kostet nur Zeit, die ich lieber für Bewegung nutze. Hilfreicher wäre eine klare Übersicht über Kurse, Zeiten und Kosten, die ich online in Ruhe vergleichen kann.

21. Klara: Ich bin klar dafür. Wer lange keinen Sport gemacht hat, traut sich allein oft nicht anzufangen. Im Gespräch kann eine Fachperson fragen, worauf man achten muss, und den passenden ersten Schritt empfehlen. Das nimmt die Angst, etwas falsch zu machen. Wichtig ist nur, dass solche Angebote günstig sind, sonst kommen genau die Falschen nicht. Ein guter erster Schritt entscheidet oft darüber, ob man überhaupt dranbleibt.

22. Rosa: Ich bin skeptisch bei immer neuen Beratungen. Wenn jede Stelle ein eigenes Gespräch anbietet, weiß man am Ende kaum noch, wer wirklich zuständig ist. Bei einfachen Fragen zur Bewegung reicht mir eine gute Anleitung mit Bildern. Das Geld wäre in mehr Kurse und längere Öffnungszeiten besser angelegt als in zusätzliche Termine.

23. Chiara: Ich finde das persönliche Gespräch weiterhin die beste Lösung. Man kann seine eigenen Arztbriefe zeigen und bekommt erklärt, was sie bedeuten, statt allein zu raten. Gerade wenn mehrere Hinweise zusammenkommen, hilft eine ruhige Einordnung. Solange klar gesagt wird, dass die Beratung keine Behandlung ersetzt, sehe ich darin nur Vorteile. Ohne diese Einordnung hätte ich wichtige Hinweise im Brief schlicht übersehen.

24. Wassim: Ich halte solche Angebote für sehr sinnvoll. Viele Menschen schieben Gesundheit auf, weil ihnen der Anfang zu groß erscheint. Ein kurzes Gespräch mit einer machbaren Übung kann das ändern und macht selbstständiger. Besonders gut finde ich, wenn man am Ende weiß, welcher kleine Schritt als Nächstes dran ist und wo man weiterfragen kann. So wird aus einem vagen Vorsatz endlich eine konkrete, machbare Gewohnheit.

25. Zoran: Ich finde feste Termine oft unpraktisch. Man wartet, muss vielleicht frei nehmen und hört am Ende Ratschläge, die auch auf einem Merkblatt stehen könnten. Wer arbeitet oder Kinder betreut, kann solche Sprechzeiten kaum nutzen. Mir wären verlässliche Informationen im Internet und eine Telefonberatung am Abend deutlich lieber.

26. Tarik: Ich unterstütze die Idee. Gesundheit im Alltag besteht aus vielen kleinen Entscheidungen; genau dabei hilft eine Person, die nicht urteilt, sondern erklärt. Mir hat es Mut gemacht, einmal in Ruhe nachzufragen. Die Stadt sollte solche Angebote ausbauen und vor allem dort ankündigen, wo Menschen sie wirklich bemerken.

Beispiel. Niko

janein

20. Iva

janein

21. Klara

janein

22. Rosa

janein

23. Chiara

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24. Wassim

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25. Zoran

janein

26. Tarik

janein

Teil 5 - Informationsblatt verstehen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie die Aufgaben 27 bis 30 und den Text dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Sie informieren sich über ein Informationsblatt zum Thema Prüfungsvorbereitung.

27. Was kostet die Teilnahme?

  1. a) Eine Prüfungsgebühr.
  2. b) Eine Vereinsgebühr.
  3. c) Nichts.

28. Wo ist die Anmeldung nötig?

  1. a) Im Sekretariat der Schule.
  2. b) Im Kursbüro.
  3. c) Bei der Lehrkraft nach Kursbeginn.

29. Was soll man nennen, wenn man schon einen Prüfungstermin hat?

  1. a) Die letzte Kursnote.
  2. b) Den gewünschten Kursraum.
  3. c) Den Prüfungstermin.

30. Worum geht es im Informationsblatt?

  1. a) Um eine Fahrradstraße.
  2. b) Um Prüfungsvorbereitung.
  3. c) Um Onlinekäufe.

INFORMATIONSBLATT PRÜFUNGSVORBEREITUNG Dieses Merkblatt ist für alle gedacht, die sich auf die B1-Prüfung vorbereiten und dafür Unterstützung suchen. Es erklärt kurz, wie die Lerngruppe arbeitet und wie Sie teilnehmen. Kosten: Die Teilnahme kostet nichts. Material und Modelltests werden gestellt, und es kommen keine versteckten Gebühren auf Sie zu. Anmeldung: Für die feste Teilnahme ist eine Anmeldung im Kursbüro nötig. Dort sagt man Ihnen auch, welche Gruppe gerade zu Ihrem Niveau passt. Schon ein Termin geplant? Wenn Sie bereits einen Prüfungstermin haben, nennen Sie ihn bitte bei der Anmeldung. So kann die Vorbereitung zeitlich gut darauf abgestimmt werden. Ablauf und Hinweise: Geübt werden Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen, vor allem an realistischen Modelltests. Bringen Sie Ihre eigenen Fragen mit; daran arbeiten wir besonders gern. Wer zunächst nur schauen möchte, darf an einem offenen Schnuppertermin ohne Anmeldung teilnehmen. Eine ehrliche Rückmeldung gehört dazu, Druck nicht. Zusätzliche Hilfen: Neben der Lerngruppe gibt es ein Tandem-Café zum freien Sprechen und ein Hörtraining mit langsameren Audios für zu Hause. Für Eltern steht während des Abendkurses eine Kinderbetreuung bereit. Fragen Sie ruhig nach, welche Angebote sich für Ihr Ziel kombinieren lassen; oft hilft eine Mischung aus festem Termin und eigenem Üben am meisten.

Hören - ca. 40 Minuten

Audio-Datei: goethe-b1-model-21.mp3

Teil 1 - Kurze Texte

Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.

Text 1

1. Für die offene Sprechstunde muss man sich anmelden.

richtigfalsch

2. Wobei hilft die Sprechstunde?

  1. a) Briefmarken zu kaufen.
  2. b) Behördenbriefe zu verstehen.
  3. c) Geld zu leihen.

Text 2

3. Man kann gegen einen Bescheid oft innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen.

richtigfalsch

4. Was soll man mit der Frist in einem Brief tun?

  1. a) Sie sofort im Kalender notieren.
  2. b) Sie ignorieren.
  3. c) Den Brief wegwerfen.

Text 3

5. Selma rät, den Umschlag mit dem Poststempel aufzuheben.

richtigfalsch

6. Was bietet Selma an?

  1. a) Den Brief zu beantworten.
  2. b) Das Amt anzurufen.
  3. c) Am Dienstag mitzukommen.

Text 4

7. Ein Einschreiben wird unbegrenzt lange aufbewahrt.

richtigfalsch

8. Was braucht man zum Abholen eines Einschreibens?

  1. a) Eine zweite Person.
  2. b) Einen Ausweis und die Benachrichtigungskarte.
  3. c) Nur Bargeld.

Text 5

9. Im Kurs übt man, einen Brief zu lesen und kurz zu antworten.

richtigfalsch

10. Wann findet der Kurs statt?

  1. a) Am Abend.
  2. b) Nur am Vormittag.
  3. c) Am Wochenende.

Teil 2 - Eine Information verstehen

Sie hören einen längeren Informationstext einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

11. Was soll man mit einem amtlichen Brief sofort tun?

  1. a) Ihn ganz durchlesen.
  2. b) Ihn zur Seite legen.
  3. c) Ihn wegwerfen.

12. Warum soll man den Umschlag aufheben?

  1. a) Wegen der Briefmarke.
  2. b) Aus keinem Grund.
  3. c) Wegen des Datums auf dem Poststempel.

13. Was rät Frau Kunz bei schwerer Sprache?

  1. a) Nichts zu tun.
  2. b) Nachzufragen, bei der Behörde oder in der Sprechstunde.
  3. c) Den Brief zu zerreißen.

14. Wie lange hat man oft Zeit für einen Widerspruch?

  1. a) Etwa einen Monat.
  2. b) Ein Jahr.
  3. c) Nur einen Tag.

15. Wie soll man wichtige Briefe aufbewahren?

  1. a) In der Schublade verstreut.
  2. b) Im Keller.
  3. c) In einem Ordner.

Teil 3 - Ein Gespräch verstehen

Sie hören ein Gespräch einmal. Entscheiden Sie, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.

16. Herr Bauer versteht den Brief vom Amt nicht.

richtigfalsch

17. Herr Bauer hat die Frist im Brief sofort gefunden.

richtigfalsch

18. Die Beratung in der Sprechstunde ist kostenlos.

richtigfalsch

19. Einen Widerspruch kann man unbegrenzt lange einlegen.

richtigfalsch

20. Frau Sahin rät, den Umschlag mit dem Poststempel aufzuheben.

richtigfalsch

21. Herr Bauer hat den Brief wochenlang liegen lassen.

richtigfalsch

22. Die beiden wollen am Dienstag zusammen ins Bürgerhaus gehen.

richtigfalsch

Teil 4 - Diskussion

Sie hören eine Diskussion zweimal. Ordnen Sie die Aussagen zu: Wer sagt was?

23. Viele Menschen geraten bei einem Behördenbrief in Angst und denken ans Schlimmste.

abc

24. Die meisten Probleme würden verschwinden, wenn die Behörden einfacher schrieben.

abc

25. Mein wichtigster Rat ist, den Brief jemandem zu zeigen, der hilft.

abc

26. Manche Ämter legen jedem schweren Bescheid eine Erklärung in einfacher Sprache bei.

abc

27. Solange sich die Briefe nicht ändern, braucht es Beratungsstellen.

abc

28. Wenn die Frist groß und deutlich oben steht, übersieht sie niemand.

abc

29. Die meisten echten Schwierigkeiten entstehen, weil eine Frist übersehen wurde.

abc

30. Heute geht es um Behördenpost und warum amtliche Briefe Schwierigkeiten machen.

abc

Schreiben - 60 Minuten

Teil 1 - Persönliche E-Mail

Ein Freund möchte sich bewerben und fragt Sie nach Tipps für das Vorstellungsgespräch. Schreiben Sie eine persönliche E-Mail. Beschreiben Sie kurz, warum Sie schreiben, reagieren Sie auf die Bitte, berichten Sie von einer eigenen Erfahrung und machen Sie einen konkreten Vorschlag. Achten Sie darauf, dass die E-Mail freundlich und natürlich klingt. Sie dürfen auch kurz erklären, was Ihnen selbst damals geholfen hat. Schreiben Sie ungefähr 80 Wörter.

  • Warum melden Sie sich?
  • Welche Erfahrung haben Sie mit dem Thema gemacht?
  • Was schlagen Sie als nächsten Schritt vor?
  • Wann hätten Sie Zeit oder wie bleiben Sie in Kontakt?

Teil 2 - Meinung schreiben

In einem Internetforum lesen Sie die Frage: "Sollte es in jeder Stadt mehr kostenlose Angebote zum Thema Weiterbildung geben?" Schreiben Sie Ihre Meinung. Begründen Sie Ihre Ansicht, nennen Sie ein Beispiel aus dem Alltag und gehen Sie kurz auf einen möglichen Nachteil ein. Verwenden Sie passende Verbindungen wie "außerdem", "trotzdem" oder "deshalb". Ihr Text soll wie ein kurzer Forumsbeitrag wirken, nicht wie eine Liste. Schreiben Sie ungefähr 80 Wörter.

  • Ihre Meinung zum Thema
  • Ein Vorteil oder ein persönliches Beispiel
  • Ein Nachteil oder eine Grenze solcher Angebote
  • Ein kurzer Schluss mit Ihrer Empfehlung

Teil 3 - Formelle E-Mail

Sie möchten sich nach einem freien Platz in einem Weiterbildungskurs erkundigen. Schreiben Sie eine formelle E-Mail an die zuständige Stelle. Entschuldigen Sie sich, erklären Sie die Situation, bitten Sie um einen neuen Termin oder um eine konkrete Auskunft und schließen Sie höflich. Nennen Sie, wann Sie erreichbar sind. Schreiben Sie ungefähr 40 Wörter.

  • Entschuldigung und Grund
  • Konkreter Wunsch
  • Erreichbarkeit oder Alternativtermin
  • Höflicher Abschluss

Sprechen - ca. 15 Minuten

Die mündliche Prüfung besteht aus drei Teilen. Sprechen Sie frei, reagieren Sie auf Ihre Partnerin oder Ihren Partner und benutzen Sie die Stichpunkte nur als Hilfe.

Teil 1 - Gemeinsam etwas planen

Sie und Ihre Partnerin oder Ihr Partner möchten gemeinsam eine Aktion zum Thema Amtstermin vorbereiten. Planen Sie das Gespräch zusammen. Entscheiden Sie, was zuerst geklärt werden muss, wer welche Aufgabe übernimmt und wie Sie andere Personen informieren. Beginnen Sie mit einem Vorschlag, reagieren Sie auf die Ideen der anderen Person und einigen Sie sich am Ende auf einen konkreten Plan.

Teil 2 - Ein Thema präsentieren

Wählen Sie ein Thema aus. Ihre Präsentation soll aus fünf Teilen bestehen.

Thema 1: Welche Versicherungen braucht man wirklich?

Folie 1

Stellen Sie Ihr Thema vor. Erklären Sie kurz den Inhalt und die Struktur Ihrer Präsentation.

Folie 2

Berichten Sie von einer Erfahrung mit einer Versicherung.

Folie 3

Berichten Sie, welche Versicherungen in Ihrem Heimatland üblich sind.

Folie 4

Nennen Sie Vor- und Nachteile und sagen Sie dazu Ihre Meinung. Geben Sie auch Beispiele.

Folie 5

Beenden Sie Ihre Präsentation und bedanken Sie sich bei den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Thema 2: Sind Ämter heute bürgerfreundlich genug?

Folie 1

Stellen Sie Ihr Thema vor. Erklären Sie kurz den Inhalt und die Struktur Ihrer Präsentation.

Folie 2

Berichten Sie von einem Besuch bei einem Amt.

Folie 3

Berichten Sie, wie Ämter in Ihrem Heimatland arbeiten.

Folie 4

Nennen Sie Vor- und Nachteile und sagen Sie dazu Ihre Meinung. Geben Sie auch Beispiele.

Folie 5

Beenden Sie Ihre Präsentation und bedanken Sie sich bei den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Teil 3 - Über das Thema sprechen

Nach der Präsentation stellt Ihre Partnerin oder Ihr Partner eine Frage. Reagieren Sie darauf, geben Sie ein kurzes Feedback zur Präsentation Ihres Partners und führen Sie das Gespräch zum Thema Ämter und Formulare weiter. Verwenden Sie höfliche Rückfragen und konkrete Beispiele. Sie können zustimmen, widersprechen oder eine eigene Erfahrung ergänzen. Wichtig ist, dass Sie nicht nur mit "ja" oder "nein" antworten, sondern Ihre Reaktion kurz erklären. Die Prüfenden können nach Details fragen, zum Beispiel warum Sie eine Lösung praktisch finden, welche Schwierigkeit entstehen kann oder welche Erfahrung Sie in Ihrer Familie, Schule, Arbeit oder Nachbarschaft gemacht haben.

Lösungsschlüssel

Lesen 1richtig
Lesen 2falsch
Lesen 3richtig
Lesen 4falsch
Lesen 5richtig
Lesen 6falsch
Lesen 7c
Lesen 8b
Lesen 9b
Lesen 10a
Lesen 11a
Lesen 12c
Lesen 13J
Lesen 14A
Lesen 15C
Lesen 160
Lesen 17D
Lesen 18E
Lesen 19B
Lesen 20nein
Lesen 21ja
Lesen 22nein
Lesen 23ja
Lesen 24ja
Lesen 25nein
Lesen 26ja
Lesen 27c
Lesen 28b
Lesen 29c
Lesen 30b
Hören 1falsch
Hören 2b
Hören 3richtig
Hören 4a
Hören 5richtig
Hören 6c
Hören 7falsch
Hören 8b
Hören 9richtig
Hören 10a
Hören 11a
Hören 12c
Hören 13b
Hören 14a
Hören 15c
Hören 16richtig
Hören 17falsch
Hören 18richtig
Hören 19falsch
Hören 20richtig
Hören 21falsch
Hören 22richtig
Hören 23b
Hören 24c
Hören 25b
Hören 26c
Hören 27b
Hören 28c
Hören 29b
Hören 30a

Hörtexte für Audio-Generierung

Hören Teil 1, Beispiel

Guten Tag, Frau Adam, hier ist die Beratungsstelle im Bürgerhaus. Sie hatten einen Brief vom Amt mitgebracht, den wir gemeinsam anschauen sollten. Wir bieten Ihnen einen Termin am Donnerstag um vierzehn Uhr an. Bringen Sie bitte den Brief und auch den Umschlag mit dem Datum mit, das ist wegen der Frist wichtig. Die Beratung ist kostenlos. Falls der Termin nicht passt, rufen Sie uns einfach zurück, wir finden dann eine andere Zeit. Auf Wiederhören und bis Donnerstag.

Hören Teil 1, Text 1

Sie hören eine Durchsage im Bürgerhaus. Liebe Ratsuchende, unsere offene Sprechstunde zum Verstehen von Behördenbriefen findet jeden Dienstagvormittag statt. Bringen Sie das Schreiben einfach mit, dann erklären wir gemeinsam, was zu tun ist und bis wann. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Bitte beachten Sie: Wir geben keine Rechtsberatung, sondern helfen Ihnen, den Brief zu verstehen und die nächsten Schritte zu finden. Bei schwierigen Fällen verweisen wir Sie an die passende Stelle.

Hören Teil 1, Text 2

Im Radio hören Sie jetzt einen kurzen Beitrag. Reagieren Sie auf amtliche Briefe lieber zu früh als zu spät. Markieren Sie die Frist sofort und tragen Sie das Datum in Ihren Kalender ein, denn die meisten Probleme entstehen, weil ein Termin übersehen wird. Wenn Sie mit einem Bescheid nicht einverstanden sind, können Sie oft innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Lassen Sie sich dabei ruhig helfen, das ist überhaupt nicht peinlich.

Hören Teil 1, Text 3

Sie hören eine Mitteilung einer bekannten Person. Hallo, hier ist Selma. Du hast doch diesen Brief vom Amt bekommen, der dir Sorgen macht. Wirf bloß nicht den Umschlag weg! Auf dem Poststempel steht das Datum, und manchmal läuft die Frist genau ab diesem Tag. Heb also alles zusammen auf. Und wenn du den Inhalt nicht verstehst, geh zur Sprechstunde im Bürgerhaus, die helfen kostenlos. Wenn du magst, komme ich am Dienstag mit. Lass mal von dir hören.

Hören Teil 1, Text 4

Sie hören eine Ansage bei der Post. Sehr geehrte Kundinnen und Kunden, wir möchten Sie daran erinnern, wie wichtig Einschreiben sein können. Wichtige Briefe kommen oft als Einschreiben, und wenn Sie nicht zu Hause sind, liegt eine Benachrichtigung im Briefkasten. Holen Sie den Brief dann zeitnah bei uns ab, denn er wird nur eine begrenzte Zeit aufbewahrt. Für die Abholung brauchen Sie einen Ausweis und die Benachrichtigungskarte. So geht keine wichtige Post verloren.

Hören Teil 1, Text 5

Sie hören eine Mitteilung des Bürgerhauses. Liebe Besucherinnen und Besucher, wir bieten ab diesem Monat einen kostenlosen Kurs zum Umgang mit Behördenpost an. Sie üben an Beispielen, wie man einen Brief liest, eine Frist erkennt und eine kurze Antwort schreibt. Der Kurs ist besonders für alle gedacht, die mit amtlichen Schreiben unsicher sind oder gerade Deutsch lernen. Er findet abends statt, damit auch Berufstätige teilnehmen können. Eine Anmeldung ist im Büro möglich.

Hören Teil 2

Sie hören einen Vortrag im Bürgerhaus zum Thema Behördenpost und Fristen. Es spricht Frau Kunz von der Beratungsstelle. Schön, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Briefe vom Amt machen vielen Menschen Angst, dabei ist das meiste halb so schlimm, wenn man weiß, wie man damit umgeht. Genau das möchte ich Ihnen heute zeigen. Mein erster Rat: Öffnen Sie jeden amtlichen Brief sofort und lesen Sie ihn in Ruhe ganz durch. Viele schieben unangenehme Post zur Seite, und gerade dadurch entstehen die Probleme. Was Sie nicht lesen, können Sie auch nicht rechtzeitig erledigen. Mein zweiter und wichtigster Punkt ist die Frist. Fast jeder Bescheid enthält ein Datum, bis zu dem Sie reagieren müssen. Markieren Sie dieses Datum und tragen Sie es sofort in Ihren Kalender ein. Heben Sie auch den Umschlag auf, denn manchmal zählt der Tag des Poststempels. Wer eine Frist verpasst, hat oft Nachteile, die sich leicht hätten vermeiden lassen. Drittens: Sie müssen nicht alles allein verstehen. Amtliche Briefe sind oft in schwerer Sprache geschrieben, das geht selbst Muttersprachlern so. Trauen Sie sich nachzufragen, bei der Behörde selbst oder bei uns in der Sprechstunde. Wir erklären Ihnen den Inhalt und sagen Ihnen, was zu tun ist. Ein vierter Punkt ist der Widerspruch. Wenn Sie mit einer Entscheidung nicht einverstanden sind, können Sie häufig innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Auch dabei helfen wir Ihnen, die richtigen Worte zu finden. Wichtig ist nur, dass Sie die Frist einhalten. Ich gebe Ihnen dazu ein Beispiel. Eine Frau kam zu uns mit einem Brief, vor dem sie wochenlang Angst hatte. Sie dachte, sie müsse viel Geld zahlen. Als wir ihn gemeinsam gelesen haben, stellte sich heraus, dass es nur um eine fehlende Unterschrift ging. In fünf Minuten war alles erledigt, und sie war unendlich erleichtert. Solche Fälle erleben wir fast täglich, und sie zeigen: Die Angst ist oft größer als das eigentliche Problem. Ein weiterer Tipp: Antworten Sie nie unter Druck und unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht verstanden haben. Lieber einmal mehr nachfragen, bevor Sie etwas zusagen, was Sie später bereuen. Und schließlich ein Rat zur Ordnung: Sammeln Sie wichtige Briefe in einem Ordner und nicht in einer Schublade. So finden Sie ein Schreiben schnell wieder, wenn Sie es brauchen. Wer seine Post im Griff hat, schläft ruhiger. Lassen Sie sich von Behördenbriefen nicht einschüchtern. Mit etwas Ordnung und Mut ist vieles ganz einfach. Danke für Ihre Aufmerksamkeit. Stellen Sie mir nun gern Ihre Fragen.

Hören Teil 3

Nun hören Sie ein Gespräch zwischen zwei Bekannten, Herrn Bauer und Frau Sahin, die sich nach dem Vortrag unterhalten. Herr Bauer: Frau Sahin, der Vortrag kam für mich genau richtig. Ich habe nämlich gerade so einen Brief vom Amt bekommen und verstehe ihn überhaupt nicht. Frau Sahin: Das kenne ich. Diese Briefe sind oft wirklich schwer zu lesen. Haben Sie denn die Frist gefunden? Herr Bauer: Ehrlich gesagt nicht. Ich wusste gar nicht, dass da eine Frist drinsteht. Frau Sahin: Dann sollten Sie unbedingt zur Sprechstunde am Dienstag gehen. Die schauen sich den Brief mit Ihnen an und sagen Ihnen, bis wann Sie reagieren müssen. Herr Bauer: Das ist eine gute Idee. Ich hatte schon Angst, dass ich etwas falsch mache und dann Ärger bekomme. Frau Sahin: Genau deshalb gibt es die Beratung. Und sie ist kostenlos, das ist ja das Schöne. Herr Bauer: Und wenn ich mit der Entscheidung im Brief nicht einverstanden bin, was dann? Frau Sahin: Dann können Sie oft Widerspruch einlegen. Aber Vorsicht, das geht nur innerhalb einer bestimmten Frist, meistens ein Monat. Herr Bauer: Dann muss ich mich also beeilen. Gut, dass ich den Brief gleich aufgemacht habe. Frau Sahin: Sehr gut. Viele lassen ihn wochenlang liegen, und dann ist die Frist vorbei. Heben Sie übrigens den Umschlag auf, das Datum kann wichtig sein. Herr Bauer: Den Umschlag? Den hätte ich beinahe weggeworfen. Frau Sahin: Das machen die meisten. Aber auf dem Poststempel steht oft der entscheidende Tag. Herr Bauer: Das wusste ich nicht. Vielen Dank, Frau Sahin, Sie helfen mir wirklich weiter. Frau Sahin: Gern. Wissen Sie was, ich muss am Dienstag sowieso ins Bürgerhaus. Wenn Sie wollen, gehen wir zusammen, dann ist es weniger aufregend. Herr Bauer: Das wäre wunderbar. Allein hätte ich mich wohl wieder nicht getraut. Sagen Sie, kann ich denn auch jemanden mitnehmen, der besser Deutsch spricht als ich? Frau Sahin: Natürlich, das ist sogar eine gute Idee. Aber keine Sorge, die Beraterinnen erklären alles in einfachen Worten. Herr Bauer: Das beruhigt mich. Ich verstehe die langen Sätze in solchen Briefen einfach nicht. Frau Sahin: Das geht vielen so, auch Menschen, die hier geboren sind. Diese Amtssprache ist wirklich schwer. Herr Bauer: Gut zu wissen, dann bin ich nicht der Einzige. Frau Sahin: Bestimmt nicht. Und wissen Sie, mit jedem Brief, den Sie verstehen lernen, wird der nächste leichter. Herr Bauer: Das hoffe ich. Langsam habe ich weniger Angst davor. Frau Sahin: Sehen Sie, genau das ist der erste Schritt. Wer sich kümmert, hat das Problem schon halb gelöst. Dann treffen wir uns Dienstag um zehn am Eingang. Bringen Sie den Brief und den Umschlag mit. Herr Bauer: Mache ich. Und vielen Dank noch einmal, ohne Sie hätte ich den Brief wohl einfach ignoriert. Frau Sahin: Dafür sind Nachbarn doch da, das machen wir gern.

Hören Teil 4

Moderatorin: Ich begrüße Sie herzlich. Heute geht es um Behördenpost und um die Frage, warum amtliche Briefe so vielen Menschen Schwierigkeiten machen und was sich daran ändern lässt. Bei mir sind Frau Held von einer Beratungsstelle und Herr Roth, der sich für einfache Sprache in der Verwaltung einsetzt. Frau Held, was erleben Sie in Ihrer Beratung am häufigsten? Frau Held: Vor allem Verunsicherung und manchmal regelrechte Angst. Die Menschen bekommen einen Brief, verstehen ihn nicht und denken gleich an das Schlimmste. Dabei ist es oft halb so wild. Mein wichtigster Rat ist deshalb: nicht in Panik geraten, sondern den Brief jemandem zeigen, der hilft. Moderatorin: Woran liegt es, dass die Briefe so schwer zu verstehen sind? Frau Held: An der Sprache. Amtliche Schreiben sind oft kompliziert, voller Fachbegriffe und langer Sätze. Ein gutes Beispiel hatte ich neulich: ein Bescheid mit einem einzigen Satz über acht Zeilen. Selbst ich musste ihn zweimal lesen. Da steigt natürlich jeder aus. Herr Roth: Genau hier setze ich an. Ich bin überzeugt, dass die meisten Probleme verschwinden würden, wenn die Behörden einfacher schrieben. Kurze Sätze, klare Wörter, und am Anfang ein deutlicher Hinweis: Das müssen Sie tun, und das bis wann. Moderatorin: Wäre das denn so schwer umzusetzen? Herr Roth: Es ist Arbeit, aber es lohnt sich. Manche Ämter haben schon damit begonnen und legen jedem schweren Bescheid eine kurze Erklärung in einfacher Sprache bei. Das hilft allen, nicht nur Menschen, die Deutsch lernen, sondern auch vielen Muttersprachlern. Frau Held: Da bin ich völlig bei Ihnen. Solange sich die Briefe aber nicht ändern, braucht es Beratungsstellen wie unsere. Ein gutes Beispiel ist eine ältere Dame, die einen Brief monatelang nicht geöffnet hat, weil sie Angst davor hatte. Am Ende war es nur eine Information, gar keine Forderung. Hätte sie früher gefragt, hätte sie sich viele schlaflose Nächte erspart. Moderatorin: Ein Problem ist sicher auch, dass viele gar nicht wissen, wo sie Hilfe finden. Frau Held: Das stimmt leider. Viele kämpfen allein mit ihren Briefen, dabei gibt es überall kostenlose Beratungsstellen. Mein Wunsch wäre, dass jeder Bescheid einen kurzen Hinweis enthält: Bei Fragen wenden Sie sich an diese Stelle. Das würde vielen Menschen sehr helfen. Herr Roth: Das wäre einfach umzusetzen und hätte eine große Wirkung. Oft fehlt nur die Information, dass es Hilfe gibt; die Menschen denken, sie müssten das allein schaffen. Moderatorin: Spielt auch die Digitalisierung eine Rolle? Kommen die Briefe nicht zunehmend per E-Mail? Herr Roth: Ja, und das ist nicht für alle einfacher. Wer mit dem Computer unsicher ist, verliert eine digitale Nachricht schnell aus dem Blick. Wichtig ist, dass es immer auch den Weg auf Papier gibt. Frau Held: Und dass die digitale Form genauso verständlich ist. Ein schwerer Satz wird nicht leichter, nur weil er auf dem Bildschirm steht. Moderatorin: Was können die Menschen selbst tun, um den Überblick zu behalten? Frau Held: Eine einfache Ablage hilft enorm. Ein Ordner für wichtige Post, ein Kalender für die Fristen. Wer das einmal eingerichtet hat, gerät seltener in Schwierigkeiten. Herr Roth: Ein gutes Beispiel ist eine Familie, die sich eine feste Routine angewöhnt hat: Jeden Freitagabend wird gemeinsam die Post durchgesehen. Seitdem bleibt nichts mehr liegen. Moderatorin: Das zeigt, wie wichtig es ist, sich Hilfe zu holen. Herr Roth: Unbedingt. Und niemand sollte sich dafür schämen. Diese Briefe sind objektiv schwer, das hat nichts mit Dummheit zu tun. Frau Held: Genau das sagen wir unseren Ratsuchenden immer. Eine Frage zu stellen ist klug, nicht peinlich. Wer fragt, vermeidet größere Probleme. Moderatorin: Welche Rolle spielen die Fristen dabei? Frau Held: Eine sehr große. Die meisten echten Schwierigkeiten entstehen, weil eine Frist übersehen wurde. Deshalb predige ich immer: Datum markieren, in den Kalender eintragen, und im Zweifel lieber zu früh reagieren. Herr Roth: Und auch da würde einfache Sprache helfen. Wenn die Frist groß und deutlich oben steht, übersieht sie niemand. Moderatorin: Was raten Sie Menschen, die gerade Deutsch lernen, im Umgang mit solchen Briefen? Frau Held: Holen Sie sich am Anfang ruhig jemanden dazu und lernen Sie nach und nach die wichtigsten Wörter, mit jedem Brief wird es leichter. Herr Roth: Und verzweifeln Sie nicht an der Sprache. Selbst viele Deutsche verstehen diese Briefe nicht auf Anhieb, es ist also wirklich kein persönliches Versagen. Frau Held: Genau. Wer sich kümmert und nachfragt, macht alles richtig, ganz gleich, wie gut sein Deutsch ist. Moderatorin: Zum Abschluss bitte je einen kurzen Gedanken. Frau Held: Öffnen Sie jeden Brief sofort, markieren Sie die Frist und holen Sie sich im Zweifel Hilfe. Herr Roth: Und lassen Sie sich nicht einschüchtern, hinter dem schweren Deutsch steckt meist eine einfache Sache. Frau Held: Dem kann ich nur zustimmen. Wer den ersten Brief gemeistert hat, verliert die Angst vor dem nächsten. Herr Roth: Und beim übernächsten hilft man dann vielleicht schon dem Nachbarn. Moderatorin: Treffende Worte zum Abschluss. Ich danke Ihnen beiden, das waren wertvolle Gedanken.