Goethe-Zertifikat B1

Modellprüfung 20

Bibliothek und Kultur

Eigenständig erstelltes Übungsmaterial im Stil des Goethe-B1-Prüfungsformats.

Testformat

Lesen65 Minuten, 30 Aufgaben
Hörenca. 40 Minuten, 30 Aufgaben
Schreiben60 Minuten, 3 Teile
Sprechenca. 15 Minuten, 3 Teile

Lesen - 65 Minuten

Das Modul Lesen hat fünf Teile. Sie lesen mehrere Texte und lösen Aufgaben dazu. Sie können mit jeder Aufgabe beginnen. Für jede Aufgabe gibt es nur eine richtige Lösung.

Teil 1 - Korrespondenz lesen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie den Text und die Aufgaben 1 bis 6 dazu. Wählen Sie: Sind die Aussagen richtig oder falsch?

E-Mail: Lernraum

Hallo Markus, du hast mich gefragt, wie man eigentlich E-Books aus der Bibliothek ausleiht – schön, dass du wieder mehr lesen willst. Ich habe das lange für kompliziert gehalten und mich nicht herangetraut, dabei ist es einfacher, als ich dachte. Die Lösung war die E-Book-Sprechstunde in der Bücherei. Vorher habe ich mir nur überlegt, was ich genau wissen will, und meinen Bibliotheksausweis sowie mein Tablet mitgenommen. Dort habe ich gelernt, dass man für die digitale Ausleihe einen gültigen Ausweis braucht und dass die Leihfrist 21 Tage beträgt. Meine wichtigste Frage war: Wie verlängere ich ein Buch, wenn ich es nicht rechtzeitig schaffe? Eine fertige Lösung hat mir niemand abgenommen, doch hinterher war mir klar, wie ich die App einrichte und eine Ausleihe starte. Ein, zwei Dinge habe ich daheim noch ausprobiert. An der Theke neben mir standen ganz unterschiedliche Leute – ein Student suchte einen ruhigen Lernraum, eine Rentnerin fragte nach dem Bücherbringdienst. Mein Tipp: Nimm deinen Ausweis und dein Gerät mit und überleg dir die eine Sache, die du ausprobieren willst. Wenn du magst, leiste ich dir am Montag Gesellschaft; einrichten und ausprobieren solltest du aber selbst, dann klappt es danach auch allein zu Hause. Liebe Grüße aus Freiburg Caroline

Beispiel. Die E-Mail berichtet von einer persönlichen Erfahrung.

richtigfalsch

1. Alle Fragen wurden sofort und endgültig entschieden.

richtigfalsch

2. Die Nachricht war für Caroline ein Grund, doch persönlich nachzufragen.

richtigfalsch

3. Das Angebot war nur für Fachleute bestimmt.

richtigfalsch

4. Caroline möchte den Termin am Montag absagen.

richtigfalsch

5. Caroline ordnete die Unterlagen vor dem Termin.

richtigfalsch

6. Vor dem Termin hatte Caroline mehrere Fragen vorbereitet.

richtigfalsch

Teil 2 - Pressetexte verstehen

Arbeitszeit: 20 Minuten

Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 7 bis 9 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Aus der Presse: Hilfe bei Berufssprache

Eine regionale Zeitung berichtet, wie Betriebe und Volkshochschule gemeinsam die Sprache am Arbeitsplatz stärken. Anlass ist eine häufige Erfahrung: Viele Beschäftigte arbeiten gut, scheitern aber an schnellen Absprachen, an Fachwörtern und daran, im richtigen Moment nachzufragen. Neu ist ein Lernabend, der direkt im Betrieb stattfindet und mehrere Bausteine verbindet. Während eine Kursleiterin mit echten Aushängen und E-Mails arbeitet, übt eine Gruppe das Sprechen im Teammeeting, und für den Kundenkontakt gibt es eigene Rollenspiele. So lernt man genau die Sprache, die man jeden Tag braucht. Besonders gefragt sind Hilfen beim Verstehen von Arbeitsanweisungen, beim Schreiben des Berichtshefts und beim höflichen Nachfragen. Eine Prüfung ist das nicht; es geht darum, im Job sicherer und selbstständiger zu werden. Die Betriebe stellen fest, dass seither weniger Missverständnisse passieren und neue Mitarbeitende schneller selbstständig arbeiten. Wer sich traut nachzufragen, macht weniger Fehler. Vor einem Lernabend sollen die Teilnehmenden echte Beispiele aus ihrem Arbeitsalltag mitbringen. Ausgewertet wird, welche Situationen die meisten Schwierigkeiten machen, um genau diese gezielt zu üben. Begleitet wird das Angebot von einer kurzen Aussprachehilfe für Namen, Zahlen und Uhrzeiten.

Beispiel. In diesem Text geht es um ...

  1. a) ein neues Beratungsmodell im Alltag.
  2. b) einen privaten Reisebericht.
  3. c) eine Prüfung im Sprachkurs.

7. Woran scheitern viele Beschäftigte laut dem Bericht?

  1. a) An schnellen Absprachen, Fachwörtern und dem Nachfragen im richtigen Moment.
  2. b) An zu langen Pausen im Betrieb.
  3. c) An der fachlichen Arbeit selbst.

8. Womit arbeitet die Kursleiterin am Lernabend?

  1. a) Mit Romanen aus dem 19. Jahrhundert.
  2. b) Mit echten Aushängen und E-Mails aus dem Betrieb.
  3. c) Mit Rechenaufgaben.

9. Was stellen die Betriebe seit dem Start fest?

  1. a) Längere Teammeetings ohne Ergebnis.
  2. b) Mehr Kündigungen in der Probezeit.
  3. c) Weniger Missverständnisse, und neue Mitarbeitende arbeiten schneller selbstständig.

Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 10 bis 12 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Analyse: Warum manche Termine leer blieben

Ein kleines Team begleitete die ersten Sprechstunden zum Thema Onlinekauf und verglich nach vier Wochen die Rückmeldungen. Zu Anfang kamen nur wenige. Einige Einladungen wirkten zwar einladend, sagten aber nicht klar, welche Belege man braucht; und manche Termine lagen ungünstig am Mittag, wenn viele im Dienst waren. Daraufhin baute das Team die Sprechstunde Schritt für Schritt um. Die Texte sind jetzt einfacher formuliert und knüpfen an ein Beispiel aus dem Onlinehandel an. An einem kurzen Beispiel gehen die Teilnehmenden eine Reklamation Schritt für Schritt durch. Besonders hilfreich sind echte Musterbriefe und kleine Übungen: Daran erkennen die Teilnehmenden ihre eigene Lage schneller wieder und trauen sich eher, dem Händler zu schreiben. Wer nicht vor der Gruppe sprechen möchte, kann sein Anliegen vorher aufschreiben. Auffällig war außerdem, dass viele Probleme nur entstehen, weil Bestellnummer oder Rechnung fehlen. Deshalb wird jetzt am Anfang jeder Beratung erklärt, welche Unterlagen man von Anfang an aufbewahren sollte. Die Projektleiterin hält solche kleinen, praktischen Gewohnheiten für wichtiger als lange Rechtstexte. Ein vertrauter Ort half zusätzlich: Im Nachbarschaftscafé fragten mehr Menschen nach als im Amt, weil die Schwelle dort niedriger ist. Deshalb wandert ein Teil der Beratung bewusst dorthin, wo die Leute ohnehin zusammenkommen. Offen bleibt, wie viele Sprechstunden sich dauerhaft anbieten lassen.

10. Was gehen die Teilnehmenden an einem kurzen Beispiel durch?

  1. a) Einen Mietvertrag.
  2. b) Eine Reklamation Schritt für Schritt.
  3. c) Eine Steuererklärung.

11. Warum entstehen viele Probleme überhaupt erst?

  1. a) Weil die Händler nie antworten.
  2. b) Weil Bestellnummer oder Rechnung fehlen.
  3. c) Weil Pakete grundsätzlich verloren gehen.

12. Warum wandert ein Teil der Beratung ins Nachbarschaftscafé?

  1. a) Dort ist die Schwelle niedriger, und mehr Menschen fragen nach.
  2. b) Im Café gibt es schnelleres Internet.
  3. c) Das Amt hat das Café gekauft.

Teil 3 - Anzeigen zuordnen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie die Situationen 13 bis 19 und die Anzeigen A bis J aus verschiedenen deutschsprachigen Medien. Wählen Sie: Welche Anzeige passt zu welcher Situation? Sie können jede Anzeige nur einmal verwenden. Die Anzeige aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden. Für eine Situation gibt es keine passende Anzeige. In diesem Fall schreiben Sie 0.

Mehrere Personen suchen passende Informationen oder Angebote zum Thema Fristen und Behördenpost.

Beispiel. Sie möchten wissen, ob ein Widerspruch möglich ist. Anzeige: B

13. Sie suchen eine Sportgruppe im Park.

14. Sie möchten wissen, welche Kopien zum Antrag gehören.

15. Sie möchten vom Amt zurückgerufen werden.

16. Sie haben einen Brief vom Amt und wissen nicht, welche Frist gilt.

17. Sie möchten lernen, eine formelle Bitte im Brief zu schreiben.

18. Sie müssen Unterlagen scannen und als PDF verschicken.

19. Sie möchten Ihre Briefe zu Hause besser sortieren.

A

Fristenhilfe Amtspost: Briefe sortieren, Datum prüfen, die nächsten Schritte notieren - gemeinsam geht es schneller. So verpassen Sie keine wichtige Frist mehr. Bringen Sie alle Schreiben zum Thema mit, auch die, die Sie nicht verstehen. Wir entscheiden nichts, sorgen aber dafür, dass Sie rechtzeitig das Richtige tun.

B

Widerspruch erklären lassen: Wann er sich lohnt und welche Unterlagen nötig sind, klären wir an Ihrem Beispiel. Wir gehen das in Ruhe mit Ihnen durch. So treffen Sie eine überlegte Entscheidung statt einer voreiligen. Halten Sie den Bescheid bereit. Wir geben keine Rechtsvertretung, erklären aber, worauf es ankommt und welche Frist gilt.

C

Kopier- und Scanservice: Unterlagen digitalisieren, als PDF ablegen und für den Versand vorbereiten. So haben Sie Ihre Nachweise jederzeit griffbereit. Halten Sie passende Münzen bereit. Eine kurze Anleitung hängt am Gerät; bei Problemen hilft der Empfang. So ist alles fertig, bevor Sie zum Termin gehen.

D

Formularsprechstunde: Wir lesen einfache Anträge gemeinsam mit Ihnen und erklären, was in den Feldern verlangt wird. Eine Rechtsberatung ist das nicht, aber eine echte Hilfe beim Verstehen. Bringen Sie den Antrag und vorhandene Unterlagen mit. Markieren Sie die Stellen, die Ihnen unklar sind; genau die nehmen wir uns dann zuerst vor.

E

Brief schreiben üben: Anrede, Grund, Bitte und Grußformel – wir zeigen Ihnen, wie ein höflicher, klarer Brief an eine Behörde aufgebaut ist. So wird Ihr Anliegen ernst genommen. Bringen Sie Stift und Papier mit. An einem Beispiel formulieren wir gemeinsam ein paar Sätze, die Sie später leicht selbst anpassen können.

F

Rückruf vom Amt: Statt lange in der Warteschleife zu hängen, hinterlassen Sie Ihre Telefonnummer und ein Zeitfenster, in dem Sie erreichbar sind. So werden Sie in Ruhe zurückgerufen. Sagen Sie uns, worum es ungefähr geht. Halten Sie beim Rückruf Ihre Unterlagen bereit, dann lässt sich vieles gleich klären.

G

Ordner-System für Zuhause: Miete, Arbeit, Gesundheit und Amtspost – wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Unterlagen getrennt und übersichtlich ablegen. So finden Sie jeden Brief in Sekunden wieder. Bringen Sie ein paar Beispielschreiben mit. Schon ein einfacher Ordner mit Trennblättern nimmt viel Stress aus dem Alltag.

H

Übersetzungshilfe kurz: Die wichtigsten Wörter Ihres Briefes markieren wir gemeinsam und erklären sie einfach. So verstehen Sie, was das Amt von Ihnen will. Bringen Sie das Schreiben mit. Es geht nicht um eine vollständige Übersetzung, sondern darum, dass Sie das Wesentliche sicher erfassen.

I

Aktenzeichen finden: Wo steht eigentlich die Nummer im Brief, und wann muss man sie angeben? Wir zeigen es Ihnen an Ihrem eigenen Schreiben. So nennen Sie bei jedem Anruf und in jedem Antwortbrief die richtige Nummer. Bringen Sie den Bescheid mit. Mit dem Aktenzeichen findet das Amt Ihren Vorgang sofort wieder.

J

Nachweise sammeln: Welche Kopien gehören zu einem Antrag, und welche Originale bleiben besser zu Hause? Wir gehen die nötigen Unterlagen mit Ihnen durch. So ist Ihr Antrag vollständig und gerät nicht ins Stocken. Bringen Sie alles mit, was Sie haben. Wir helfen Ihnen, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen.

Teil 4 - Meinungen verstehen

Arbeitszeit: 15 Minuten

Lesen Sie die Texte 20 bis 26. Wählen Sie: Ist die Person für persönliche Beratungsangebote zu Ganztagsschule?

In einer Zeitschrift lesen Sie Leserbriefe zum Thema persönliche Beratungsangebote zu Ganztagsschule.

LESERBRIEFE

Beispiel. Niko: Ich halte eine persönliche Beratung für die beste Lösung. Eine Fachperson erkennt sofort, wo das eigentliche Problem liegt, und nennt einen klaren nächsten Schritt; allein übersieht man so etwas leicht.

20. Esther: Ich bin klar für persönliche Beratung zur Ganztagsschule. Die Briefe und Formulare sind oft schwer zu verstehen, und im Gespräch sieht eine Fachperson sofort, wo das Problem liegt. Mir wurde so erklärt, bis wann ich anmelden muss und welche Unterlage fehlt. Entscheidend ist für mich, dass solche Termine auch am späten Nachmittag gibt. Auch eine kurze Notiz zum Mitnehmen würde vielen Eltern den Alltag erleichtern.

21. Murat: Solche Angebote sind sehr wertvoll, gerade für Familien, die noch nicht lange hier sind. Viele Eltern handeln aus Unsicherheit gar nicht und verpassen dann eine Frist. Ein kurzes Gespräch mit echten Beispielen nimmt diese Hürde. Besonders gut finde ich, wenn man danach eine kleine Notiz bekommt, damit man zu Hause nichts verwechselt. So trauen sich auch Familien, die neu im Stadtteil sind, endlich nachzufragen.

22. Chiara: Ich brauche dafür keinen extra Termin. Wenn die Schule ihre Briefe klar schreibt und ein Beispiel danebenstellt, verstehe ich die Anmeldung auch allein. Eine feste Sprechzeit passt schlecht zu Arbeit und Familie. Lieber hätte ich die wichtigsten Angaben übersichtlich auf einem Blatt, das ich jederzeit noch einmal nachlesen kann.

23. Boris: Für mich ist das Gespräch die beste Lösung. Beim Thema Ganztag hängen viele Entscheidungen zusammen, und eine ruhige Erklärung hilft mehr als ein langes Merkblatt. Man kann nachfragen und seine eigene Situation schildern. Solange die Beratung ehrlich sagt, was sie nicht entscheiden kann, entstehen auch keine falschen Erwartungen. Am Ende weiß man genau, welches Formular zuerst ausgefüllt werden muss.

24. Wiktor: Ich bin skeptisch, wenn ständig neue Sprechstunden angeboten werden. Am Ende weiß man kaum noch, wer wirklich zuständig ist. Wer abends arbeitet, kann feste Zeiten ohnehin selten nutzen. Das Geld wäre in mehrsprachige Elternbriefe und eine gute Telefonberatung sinnvoller angelegt als in immer neue Termine vor Ort.

25. Pavel: Ich halte persönliche Angebote für sinnvoll und alltagsnah. Man sammelt nicht nur Informationen, sondern übt auch, wie man höflich beim Sekretariat nachfragt oder eine kurze Nachricht an die Lehrkraft schreibt. Gerade vor einer knappen Anmeldefrist nimmt das viel Druck. Die Schule sollte solche Treffen ausbauen und gut sichtbar ankündigen. So erreicht das Angebot endlich auch die Eltern, die sich sonst nicht melden.

26. Nils: Persönliche Beratung klingt gut, erreicht aber oft nicht die Eltern, die sie bräuchten. Ich möchte nicht vor fremden Leuten erklären, was ich nicht verstehe, wenn eine klare Anleitung dieselbe Frage beantwortet. Statt neuer Sprechstunden sollte die Schule zuerst ihre Formulare vereinfachen und wichtige Fristen deutlich oben auf den Brief schreiben.

Beispiel. Niko

janein

20. Esther

janein

21. Murat

janein

22. Chiara

janein

23. Boris

janein

24. Wiktor

janein

25. Pavel

janein

26. Nils

janein

Teil 5 - Informationsblatt verstehen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie die Aufgaben 27 bis 30 und den Text dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Sie informieren sich über ein Informationsblatt zum Thema Energiesparen.

27. Wie lange dauert die Beratung ungefähr?

  1. a) Drei Stunden.
  2. b) Etwa 30 Minuten.
  3. c) Nur fünf Minuten.

28. Was kostet die Beratung?

  1. a) 20 Euro.
  2. b) Nichts.
  3. c) Eine Monatsgebühr.

29. Was hilft bei genaueren Tipps?

  1. a) Eine allgemeine Checkliste.
  2. b) Eine Stromrechnung.
  3. c) Ein alter Beratungstermin.

30. Worum geht es im Informationsblatt?

  1. a) Um Kinderbetreuung.
  2. b) Um Paketdienste.
  3. c) Um Energiesparen.

INFORMATIONSBLATT ENERGIESPAREN Dieses Blatt richtet sich an alle, die ihren Strom- und Heizverbrauch senken möchten und dafür eine erste Orientierung suchen. Im Mittelpunkt steht der kostenlose Energiespar-Check. Dauer: Die Beratung dauert ungefähr 30 Minuten. In dieser Zeit schauen wir uns die wichtigsten Punkte in Ihrer Wohnung an und besprechen, womit Sie am besten beginnen. Kosten: Für Haushalte mit geringem Einkommen ist die Beratung kostenlos. Es entstehen keine versteckten Gebühren, und niemand muss etwas kaufen. Genauere Tipps: Wenn Sie Ihre letzte Stromrechnung bereithalten, fallen die Empfehlungen besonders genau aus. Aus den Zahlen lässt sich oft schnell erkennen, wo am meisten Energie verloren geht. Ablauf und Hinweise: Zuerst nennen Sie Ihr größtes Anliegen, dann gehen wir Heizung, Licht und Geräte durch. Sie bekommen einfache Schritte, die Sie selbst umsetzen können. Wer mag, notiert anschließend regelmäßig seinen Verbrauch; so lässt sich der Erfolg gut verfolgen. Termine vereinbaren Sie telefonisch oder am Infopunkt im Stadtteilcafé. Was Sie sonst noch wissen sollten: Die Beratenden verkaufen keine Geräte und empfehlen keine bestimmte Marke. Es geht allein darum, mit einfachen Mitteln Energie und Geld zu sparen. Viele Tipps kosten nichts und wirken sofort. Wer möchte, kann nach einigen Wochen einen kurzen Folgetermin vereinbaren, um zu schauen, was sich verändert hat.

Hören - ca. 40 Minuten

Audio-Datei: goethe-b1-model-20.mp3

Teil 1 - Kurze Texte

Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.

Text 1

1. Im Repair-Café hilft man kostenlos beim Reparieren.

richtigfalsch

2. Was soll man nach Möglichkeit selbst mitbringen?

  1. a) Eigenes Werkzeug.
  2. b) Einen Tisch.
  3. c) Ersatzteile.

Text 2

3. Eine Reparatur ist laut dem Beitrag oft günstiger als ein Neukauf.

richtigfalsch

4. Was soll man tun, bevor man ein Gerät wegwirft?

  1. a) Es verschenken.
  2. b) Nach einer Anleitung suchen oder im Repair-Café fragen.
  3. c) Sofort ein neues kaufen.

Text 3

5. Rita rät, die Nähmaschine wegzuwerfen.

richtigfalsch

6. Was soll man zum Repair-Café mitbringen?

  1. a) Die Maschine und das Handbuch.
  2. b) Nur Geld.
  3. c) Eine neue Maschine.

Text 4

7. Werkzeug kann man jetzt für drei Tage ausleihen.

richtigfalsch

8. Wie soll man das Werkzeug zurückbringen?

  1. a) Schmutzig.
  2. b) Erst nach einem Monat.
  3. c) Sauber und vollständig.

Text 5

9. Beim Reparaturtag darf man auch selbst mitarbeiten.

richtigfalsch

10. Was gibt es für Kinder?

  1. a) Nichts.
  2. b) Eine Bastelwerkstatt aus Altmaterial.
  3. c) Einen Reitkurs.

Teil 2 - Eine Information verstehen

Sie hören einen längeren Informationstext einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

11. Warum lohnt sich Reparieren laut Frau Stein?

  1. a) Es dauert sehr lange.
  2. b) Es schont Umwelt und Geldbeutel.
  3. c) Es ist immer teuer.

12. Was braucht man für viele Reparaturen?

  1. a) Etwas Mut und eine gute Anleitung.
  2. b) Eine teure Ausbildung.
  3. c) Eine eigene Werkstatt.

13. Was soll man bei neuen Geräten gut aufheben?

  1. a) Nur die Verpackung.
  2. b) Gar nichts.
  3. c) Rechnungen und Garantien.

14. Was ist der Vorteil des Werkzeugverleihs?

  1. a) Es ist sehr teuer.
  2. b) Man leiht sich, was man nur selten braucht.
  3. c) Man muss alles kaufen.

15. Was ist laut Frau Stein der schönste Punkt am Reparieren?

  1. a) Es verbindet die Menschen.
  2. b) Es macht reich.
  3. c) Es ist langweilig.

Teil 3 - Ein Gespräch verstehen

Sie hören ein Gespräch einmal. Entscheiden Sie, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.

16. Frau Demir wollte ihren Toaster eigentlich schon wegwerfen.

richtigfalsch

17. Herrn Kraus' Lampe hat wahrscheinlich nur ein lockeres Kabel.

richtigfalsch

18. Die Hilfe im Repair-Café kostet einen festen, hohen Preis.

richtigfalsch

19. Herr Kraus hat gelernt, selbst einen Stecker zu wechseln.

richtigfalsch

20. Frau Demir ist schon oft im Repair-Café gewesen.

richtigfalsch

21. Am Sonntag gibt es einen großen Reparaturtag.

richtigfalsch

22. Die beiden wollen zusammen zum Reparaturtag gehen.

richtigfalsch

Teil 4 - Diskussion

Sie hören eine Diskussion zweimal. Ordnen Sie die Aussagen zu: Wer sagt was?

23. Neue Geräte sind oft billig, und eine Reparatur erscheint aufwendig.

abc

24. Wir sind es gewohnt geworden, alles als Wegwerfware zu sehen.

abc

25. Bei einem Staubsauger war nur ein Schlauch verstopft, fünf Minuten Arbeit.

abc

26. Geräte müssten so gebaut sein, dass man sie reparieren kann.

abc

27. Es braucht Orte wie das Repair-Café, wo man Hilfe und Werkzeug findet.

abc

28. Wir sollten wieder fragen, ob man etwas reparieren kann, bevor wir Neues kaufen.

abc

29. Gerade Menschen mit wenig Geld profitieren, wenn ein Gerät länger hält.

abc

30. Heute geht es ums Reparieren und warum wir so viel wegwerfen.

abc

Schreiben - 60 Minuten

Teil 1 - Persönliche E-Mail

Ihre Freundin zieht in eine neue Wohnung und bittet Sie um Hilfe beim Einzug. Schreiben Sie eine persönliche E-Mail. Beschreiben Sie kurz, warum Sie schreiben, reagieren Sie auf die Bitte, berichten Sie von einer eigenen Erfahrung und machen Sie einen konkreten Vorschlag. Achten Sie darauf, dass die E-Mail freundlich und natürlich klingt. Sie dürfen auch kurz erklären, was Ihnen selbst damals geholfen hat. Schreiben Sie ungefähr 80 Wörter.

  • Warum melden Sie sich?
  • Welche Erfahrung haben Sie mit dem Thema gemacht?
  • Was schlagen Sie als nächsten Schritt vor?
  • Wann hätten Sie Zeit oder wie bleiben Sie in Kontakt?

Teil 2 - Meinung schreiben

In einem Internetforum lesen Sie die Frage: "Sollte es in jeder Stadt mehr kostenlose Angebote zum Thema Mietvertrag geben?" Schreiben Sie Ihre Meinung. Begründen Sie Ihre Ansicht, nennen Sie ein Beispiel aus dem Alltag und gehen Sie kurz auf einen möglichen Nachteil ein. Verwenden Sie passende Verbindungen wie "außerdem", "trotzdem" oder "deshalb". Ihr Text soll wie ein kurzer Forumsbeitrag wirken, nicht wie eine Liste. Schreiben Sie ungefähr 80 Wörter.

  • Ihre Meinung zum Thema
  • Ein Vorteil oder ein persönliches Beispiel
  • Ein Nachteil oder eine Grenze solcher Angebote
  • Ein kurzer Schluss mit Ihrer Empfehlung

Teil 3 - Formelle E-Mail

Sie können einen Termin bei der Hausverwaltung nicht wahrnehmen. Schreiben Sie eine formelle E-Mail an die zuständige Stelle. Entschuldigen Sie sich, erklären Sie die Situation, bitten Sie um einen neuen Termin oder um eine konkrete Auskunft und schließen Sie höflich. Nennen Sie, wann Sie erreichbar sind. Schreiben Sie ungefähr 40 Wörter.

  • Entschuldigung und Grund
  • Konkreter Wunsch
  • Erreichbarkeit oder Alternativtermin
  • Höflicher Abschluss

Sprechen - ca. 15 Minuten

Die mündliche Prüfung besteht aus drei Teilen. Sprechen Sie frei, reagieren Sie auf Ihre Partnerin oder Ihren Partner und benutzen Sie die Stichpunkte nur als Hilfe.

Teil 1 - Gemeinsam etwas planen

Sie und Ihre Partnerin oder Ihr Partner möchten gemeinsam eine Aktion zum Thema Spieleabend vorbereiten. Planen Sie das Gespräch zusammen. Entscheiden Sie, was zuerst geklärt werden muss, wer welche Aufgabe übernimmt und wie Sie andere Personen informieren. Beginnen Sie mit einem Vorschlag, reagieren Sie auf die Ideen der anderen Person und einigen Sie sich am Ende auf einen konkreten Plan.

Teil 2 - Ein Thema präsentieren

Wählen Sie ein Thema aus. Ihre Präsentation soll aus fünf Teilen bestehen.

Thema 1: Sollte jeder ein Ehrenamt übernehmen?

Folie 1

Stellen Sie Ihr Thema vor. Erklären Sie kurz den Inhalt und die Struktur Ihrer Präsentation.

Folie 2

Berichten Sie, ob Sie schon einmal freiwillig geholfen haben.

Folie 3

Berichten Sie, wie freiwillige Hilfe in Ihrem Heimatland organisiert ist.

Folie 4

Nennen Sie Vor- und Nachteile und sagen Sie dazu Ihre Meinung. Geben Sie auch Beispiele.

Folie 5

Beenden Sie Ihre Präsentation und bedanken Sie sich bei den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Thema 2: Verbringen wir unsere Freizeit richtig?

Folie 1

Stellen Sie Ihr Thema vor. Erklären Sie kurz den Inhalt und die Struktur Ihrer Präsentation.

Folie 2

Berichten Sie, was Sie in Ihrer Freizeit am liebsten machen.

Folie 3

Berichten Sie, wie die Menschen in Ihrem Heimatland ihre Freizeit verbringen.

Folie 4

Nennen Sie Vor- und Nachteile und sagen Sie dazu Ihre Meinung. Geben Sie auch Beispiele.

Folie 5

Beenden Sie Ihre Präsentation und bedanken Sie sich bei den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Teil 3 - Über das Thema sprechen

Nach der Präsentation stellt Ihre Partnerin oder Ihr Partner eine Frage. Reagieren Sie darauf, geben Sie ein kurzes Feedback zur Präsentation Ihres Partners und führen Sie das Gespräch zum Thema Freizeit und Ehrenamt weiter. Verwenden Sie höfliche Rückfragen und konkrete Beispiele. Sie können zustimmen, widersprechen oder eine eigene Erfahrung ergänzen. Wichtig ist, dass Sie nicht nur mit "ja" oder "nein" antworten, sondern Ihre Reaktion kurz erklären. Die Prüfenden können nach Details fragen, zum Beispiel warum Sie eine Lösung praktisch finden, welche Schwierigkeit entstehen kann oder welche Erfahrung Sie in Ihrer Familie, Schule, Arbeit oder Nachbarschaft gemacht haben.

Lösungsschlüssel

Lesen 1falsch
Lesen 2richtig
Lesen 3falsch
Lesen 4falsch
Lesen 5richtig
Lesen 6richtig
Lesen 7a
Lesen 8b
Lesen 9c
Lesen 10b
Lesen 11b
Lesen 12a
Lesen 130
Lesen 14J
Lesen 15F
Lesen 16A
Lesen 17E
Lesen 18C
Lesen 19G
Lesen 20ja
Lesen 21ja
Lesen 22nein
Lesen 23ja
Lesen 24nein
Lesen 25ja
Lesen 26nein
Lesen 27b
Lesen 28b
Lesen 29b
Lesen 30c
Hören 1richtig
Hören 2c
Hören 3richtig
Hören 4b
Hören 5falsch
Hören 6a
Hören 7richtig
Hören 8c
Hören 9richtig
Hören 10b
Hören 11b
Hören 12a
Hören 13c
Hören 14b
Hören 15a
Hören 16richtig
Hören 17richtig
Hören 18falsch
Hören 19richtig
Hören 20falsch
Hören 21richtig
Hören 22richtig
Hören 23b
Hören 24c
Hören 25b
Hören 26c
Hören 27b
Hören 28c
Hören 29b
Hören 30a

Hörtexte für Audio-Generierung

Hören Teil 1, Beispiel

Hallo Klara, hier ist Omar vom Repair-Café. Ich wollte dich an unseren nächsten Termin am Samstag erinnern. Kleine Änderung: Wir öffnen schon um vierzehn Uhr, nicht erst um drei, weil so viele Anmeldungen gekommen sind. Bring dein kaputtes Radio mit und, falls du sie hast, eine Ersatzsicherung. Werkzeug ist genug da, du musst nichts kaufen. Die Hilfe ist wie immer kostenlos, über eine kleine Spende für den Kaffee freuen wir uns aber. Schreib mir, ob du kommst. Bis Samstag!

Hören Teil 1, Text 1

Sie hören eine Durchsage im Stadtteilzentrum. Liebe Besucherinnen und Besucher, unser Repair-Café öffnet am Samstag von vierzehn bis siebzehn Uhr. Bringen Sie kaputte Kleingeräte mit, ehrenamtliche Fachleute helfen Ihnen beim Reparieren. Große Geräte und alles, was Strom aus der Steckdose braucht, prüfen wir nur, wenn es sicher ist. Die Hilfe ist kostenlos; wir freuen uns aber über eine kleine Spende. Ersatzteile bringen Sie bitte nach Möglichkeit selbst mit. Sie müssen sich nicht anmelden, kommen Sie gern spontan vorbei.

Hören Teil 1, Text 2

Und hier noch ein Ratschlag aus dem Radio. Bevor Sie ein kaputtes Gerät wegwerfen, lohnt sich oft ein zweiter Blick. Viele Dinge landen im Müll, obwohl nur ein kleines Teil defekt ist. Eine Reparatur ist häufig günstiger und besser für die Umwelt als ein Neukauf. Schauen Sie im Internet nach einer Anleitung oder fragen Sie im Repair-Café nach. Bei vielen Problemen reicht schon ein einfacher Handgriff, den man leicht selbst macht.

Hören Teil 1, Text 3

Sie hören eine Nachricht, die jemand hinterlassen hat. Hallo, hier ist Rita. Du hattest doch gesagt, deine Nähmaschine klemmt. Wirf sie bloß nicht weg! Beim Repair-Café am Samstag sitzt eine Frau, die sich super mit Nähmaschinen auskennt. Die hat meine letztes Jahr in zehn Minuten repariert, völlig kostenlos. Bring einfach die Maschine und, wenn du hast, das Handbuch mit. Wenn du magst, gehen wir zusammen hin, dann ist es netter. Schreib mir, ob du kommst.

Hören Teil 1, Text 4

Sie hören eine Ansage im Werkzeugverleih. Liebe Kundinnen und Kunden, bei uns können Sie Werkzeug für kleine Reparaturen ausleihen, von der Bohrmaschine bis zur Leiter. Geräte gibt es jetzt für drei Tage, danach fällt eine kleine Gebühr pro Tag an. Bringen Sie die Sachen bitte sauber und vollständig zurück und stecken Sie Bohrer und Zubehör wieder in den passenden Kasten. So findet der Nächste alles, was er braucht. Bei Fragen hilft Ihnen unser Personal gern weiter.

Hören Teil 1, Text 5

Sie hören eine Mitteilung des Handwerkerhofs. Liebe Nachbarinnen und Nachbarn, am nächsten Sonntag veranstalten wir einen Reparaturtag für die ganze Familie. Erfahrene Handwerkerinnen und Handwerker zeigen, wie man ein Fahrrad flickt, einen Stecker wechselt oder ein Möbelstück repariert. Sie dürfen gern selbst Hand anlegen. Für Kinder gibt es eine Bastelwerkstatt aus Altmaterial. Der Eintritt ist frei, und für Kaffee und Kuchen ist gesorgt. Kommen Sie vorbei und entdecken Sie, wie viel Spaß Reparieren macht.

Hören Teil 2

Sie hören einen Vortrag beim Reparaturtag im Handwerkerhof. Es spricht Frau Stein, die das Repair-Café leitet. Herzlich willkommen zu unserem heutigen Treffen. Wir leben in einer Zeit, in der vieles schnell weggeworfen und neu gekauft wird, und genau dagegen möchten wir etwas tun. Ich möchte Ihnen heute zeigen, warum sich Reparieren lohnt und wie leicht der Einstieg ist. Mein erster Punkt: Reparieren schont die Umwelt und den Geldbeutel. Für jedes neue Gerät werden Rohstoffe und Energie gebraucht. Wer ein altes Gerät repariert, spart all das und oft auch eine Menge Geld. Häufig ist nur ein kleines Teil defekt, ein Kabel, ein Schalter, eine Sicherung. Das Gerät als Ganzes ist noch gut. Zweitens: Man muss kein Profi sein. Bei vielen Reparaturen reicht ein bisschen Mut und eine gute Anleitung. Im Internet finden Sie zu fast jedem Gerät ein Video, und bei uns im Repair-Café sitzt immer jemand, der hilft und es Ihnen zeigt. Das Schöne ist: Beim nächsten Mal trauen Sie sich allein. Drittens, und das ist mir wichtig: Heben Sie Rechnungen und Garantien gut auf. Geht ein neues Gerät von selbst kaputt, wird es innerhalb der Garantie kostenlos repariert oder getauscht. Werfen Sie es also nicht weg, sondern gehen Sie mit der Rechnung zum Geschäft. Ein vierter Punkt ist das Teilen. Nicht jeder braucht jede Bohrmaschine selbst. Im Werkzeugverleih leihen Sie sich aus, was Sie nur selten brauchen. Das spart Platz und Geld, und die Geräte werden besser genutzt. Ein Erlebnis dazu zeigt es gut. Vor Kurzem brachte ein junger Mann sein Handy, dessen Ladebuchse nicht mehr funktionierte. Er war überzeugt, er müsse ein neues kaufen, was teuer gewesen wäre. Bei uns stellte sich heraus, dass nur etwas Schmutz in der Buchse steckte. Nach fünf Minuten lud das Handy wieder, er konnte es kaum glauben. Solche Fälle erleben wir ständig, und sie zeigen, wie oft Wegwerfen unnötig ist. Ein weiterer Tipp: Pflegen Sie Ihre Geräte, dann halten sie länger. Reinigen Sie zum Beispiel regelmäßig den Filter Ihres Staubsaugers und entkalken Sie den Wasserkocher. Schon solche Kleinigkeiten verlängern die Lebensdauer und ersparen Ihnen manche Reparatur. Und schließlich, der vielleicht schönste Punkt: Reparieren verbindet. Bei uns im Repair-Café treffen sich Menschen jeden Alters, helfen sich gegenseitig und kommen ins Gespräch. Da sitzt der pensionierte Elektriker neben der Studentin, und beide lernen voneinander. Reparieren ist also gut für die Umwelt, gut für den Geldbeutel und gut für die Gemeinschaft. Probieren Sie es einfach aus. Herzlichen Dank, ich gehe nun gern auf Ihre Fragen ein.

Hören Teil 3

Sie hören ein weiteres Gespräch zwischen zwei Bekannten, Herrn Kraus und Frau Demir, die sich beim Repair-Café treffen. Herr Kraus: Frau Demir, Sie auch hier? Was haben Sie denn mitgebracht? Frau Demir: Meinen alten Toaster. Er macht nur noch eine Seite warm. Eigentlich wollte ich ihn schon wegwerfen. Herr Kraus: Gut, dass Sie es nicht getan haben. Hier wird so etwas oft in ein paar Minuten repariert. Frau Demir: Das hoffe ich. Und Sie, was reparieren Sie? Herr Kraus: Meine Lampe. Sie geht ständig aus. Der Helfer meint, es sei nur ein lockeres Kabel, das ist schnell gemacht. Frau Demir: Sehen Sie, und schon hätte man fast eine neue gekauft. Ich finde das richtig gut hier. Herr Kraus: Ja, und es kostet nichts. Man gibt höchstens eine kleine Spende für den Kaffee. Ich komme jetzt regelmäßig. Frau Demir: Wirklich? Ich bin zum ersten Mal hier. Was mir gefällt, ist, dass man auch selbst etwas lernt. Herr Kraus: Genau das ist das Schöne. Beim letzten Mal hat mir jemand gezeigt, wie man einen Stecker wechselt. Das mache ich jetzt selbst. Frau Demir: Das würde ich auch gern lernen. Ich traue mich nur oft nicht, weil ich Angst habe, etwas kaputtzumachen. Herr Kraus: Diese Angst hatte ich auch. Aber die Leute hier sind sehr geduldig, und es ist nie schlimm, wenn man fragt. Frau Demir: Das beruhigt mich. Übrigens, wussten Sie, dass es nächsten Sonntag einen großen Reparaturtag gibt? Herr Kraus: Davon habe ich gehört. Da kann man sogar lernen, ein Fahrrad zu flicken, oder? Frau Demir: Genau. Mein Fahrrad hat nämlich einen Platten, das wäre perfekt. Herr Kraus: Dann gehen wir doch zusammen hin. Ich würde auch gern beim Holz etwas dazulernen. Was mich am meisten überrascht hat, ist, wie viel man hier nebenbei lernt. Frau Demir: Das stimmt. Ich schaue gerade der Frau über die Schulter, die meinen Toaster aufmacht. Herr Kraus: Genau so habe ich angefangen, erst zuschauen, dann selbst ausprobieren. Frau Demir: Und wenn man etwas nicht weiß, ist immer jemand da, der hilft. Herr Kraus: Ja, das ist das Schöne an der Gemeinschaft hier. Niemand lacht, wenn man eine einfache Frage stellt. Frau Demir: Ich hatte wirklich Angst davor, dachte, alle hier seien Profis. Herr Kraus: Überhaupt nicht. Die meisten sind ganz normale Leute, die einfach Lust haben, Dinge zu retten, statt sie wegzuwerfen. Frau Demir: Das gefällt mir. Und nebenbei spart man auch noch Geld und tut etwas für die Umwelt. Herr Kraus: Drei Fliegen mit einer Klappe, deshalb komme ich so gern her. Frau Demir: Gute Idee. So macht das Reparieren gleich viel mehr Spaß. Allein hätte ich mich nie hergetraut. Herr Kraus: Sehen Sie, und jetzt sind wir schon ein kleines Reparierteam. Frau Demir: Das gefällt mir, dann komme ich von jetzt an gern öfter her.

Hören Teil 4

Moderatorin: Willkommen zu unserer Runde. Heute geht es ums Reparieren und um die Frage, warum wir so viel wegwerfen und wie sich das ändern lässt. Berge von Elektroschrott wachsen, und vieles davon wäre noch zu gebrauchen. Bei mir sind Frau Roth, die ein Repair-Café leitet, und Herr Engel, der sich für nachhaltigen Konsum einsetzt. Frau Roth, warum landet so viel im Müll, das eigentlich noch funktionieren könnte? Frau Roth: Aus mehreren Gründen. Erstens sind neue Geräte oft billig, und eine Reparatur erscheint aufwendig. Zweitens trauen sich viele nicht, selbst etwas zu reparieren. Und drittens sind manche Geräte leider so gebaut, dass man sie kaum öffnen kann. Genau da setzen wir an: Wir zeigen, dass Reparieren machbar ist und sogar Spaß macht. Moderatorin: Haben Sie dafür ein Beispiel? Frau Roth: Gern. Neulich kam eine Frau mit einem teuren Staubsauger, der nicht mehr saugte. Sie wollte schon einen neuen kaufen. Bei uns stellte sich heraus, dass nur ein Schlauch verstopft war. Fünf Minuten Arbeit, und das Gerät lief wieder. Sie hat sich riesig gefreut und über hundert Euro gespart. Herr Engel: Solche Geschichten zeigen das ganze Problem. Wir sind es gewohnt geworden, alles als Wegwerfware zu sehen. Dabei steckt in jedem Gerät viel Material und Energie. Wenn wir es länger nutzen, schonen wir die Umwelt enorm. Moderatorin: Was müsste sich denn ändern? Herr Engel: Zum einen die Hersteller. Geräte müssten so gebaut sein, dass man sie reparieren kann und Ersatzteile bekommt. Zum anderen wir alle. Wir sollten wieder fragen: Kann man das noch reparieren?, bevor wir etwas Neues kaufen. Frau Roth: Und es braucht Orte wie das Repair-Café, wo man Hilfe und Werkzeug findet. Viele wollen ja reparieren, wissen aber nicht, wie. Wir geben dieses Wissen weiter, von Mensch zu Mensch. Moderatorin: Ein Einwand, den man oft hört: Reparieren lohne sich gar nicht, weil ein neues Gerät kaum teurer sei. Frau Roth: Das stimmt leider manchmal, und das ist ein echtes Problem. Aber man darf nicht nur den Preis sehen. Selbst wenn das neue Gerät gleich viel kostet, verbraucht seine Herstellung wertvolle Rohstoffe. Die Reparatur ist fast immer die umweltfreundlichere Wahl. Herr Engel: Und die Rechnung stimmt oft gar nicht. Viele kaufen ein billiges Gerät, das nach zwei Jahren wieder kaputt ist, und dann noch eines. Ein gut repariertes älteres Gerät hält manchmal länger als drei billige neue. Moderatorin: Wie bekommt man die Menschen dazu, wieder umzudenken? Herr Engel: Indem man zeigt, dass es geht und Freude macht. Verbote helfen wenig. Aber wenn jemand erlebt, wie er sein Lieblingsgerät selbst gerettet hat, ist er stolz und macht es wieder. Frau Roth: Genau das beobachten wir. Wer einmal im Repair-Café war, denkt beim nächsten Defekt zuerst ans Reparieren. Es verändert die Haltung. Moderatorin: Welche Rolle spielen die Schulen? Frau Roth: Eine wichtige. Wenn Kinder früh lernen, mit Werkzeug umzugehen und Dinge zu reparieren, wird das für sie selbstverständlich. Wir bieten deshalb auch Workshops für Schulklassen an. Herr Engel: Und die Kinder tragen das nach Hause. Ein Kind, das einen Stecker wechseln kann, beeindruckt damit die ganze Familie und steckt sie an. Frau Roth: Ein gutes Beispiel ist ein Mädchen aus so einem Workshop, das zu Hause die kaputte Lampe ihrer Großmutter repariert hat. Die Oma erzählt es heute noch jedem stolz. Moderatorin: Spielt auch das Geld eine Rolle? Frau Roth: Eine große. Gerade Menschen mit wenig Geld profitieren, wenn ein Gerät noch ein paar Jahre länger hält. Reparieren ist gelebter Umweltschutz, der den Geldbeutel schont. Herr Engel: Und es schafft Gemeinschaft. Im Repair-Café helfen sich Menschen, die sich sonst nie begegnet wären. Ein gutes Beispiel ist ein Rentner, der früher Elektriker war und nun sein Wissen weitergibt. Er sagt, er fühle sich wieder gebraucht. Frau Roth: Das ist ein schöner Nebeneffekt. Reparieren ist eben mehr als Technik, es ist auch ein Stück Miteinander. Moderatorin: Was wünschen Sie sich von der Politik? Herr Engel: Ein Recht auf Reparatur, also dass Hersteller Ersatzteile und Anleitungen bereitstellen müssen. Das würde vieles erleichtern. Frau Roth: Und eine Förderung für Repair-Cafés und Werkstätten, denn sie leisten einen großen Beitrag, oft ganz ehrenamtlich. Herr Engel: Genau. Wenn Reparieren billiger und einfacher wird als Wegwerfen, ändert sich das Verhalten von allein. Frau Roth: Davon würden am Ende alle profitieren, die Umwelt, der Geldbeutel und die Gemeinschaft. Moderatorin: Und wie erreicht man die Menschen, die noch nie etwas repariert haben? Frau Roth: Am besten mit einem kleinen Erfolgserlebnis. Wer einmal erlebt, wie leicht eine Reparatur sein kann, verliert die Scheu. Herr Engel: Deshalb ist die Schwelle bei uns so niedrig, jeder darf kommen, fragen und mitmachen. Moderatorin: Lassen Sie uns mit je einem Rat abschließen. Frau Roth: Werfen Sie nichts weg, bevor Sie nicht gefragt haben, ob man es reparieren kann. Herr Engel: Und kaufen Sie bewusster, dann brauchen Sie seltener etwas Neues. Moderatorin: Zwei kluge Hinweise zum Schluss. Vielen Dank Ihnen beiden, das war sehr aufschlussreich.