Goethe-Zertifikat B1

Modellprüfung 19

Sport und Verein

Eigenständig erstelltes Übungsmaterial im Stil des Goethe-B1-Prüfungsformats.

Testformat

Lesen65 Minuten, 30 Aufgaben
Hörenca. 40 Minuten, 30 Aufgaben
Schreiben60 Minuten, 3 Teile
Sprechenca. 15 Minuten, 3 Teile

Lesen - 65 Minuten

Das Modul Lesen hat fünf Teile. Sie lesen mehrere Texte und lösen Aufgaben dazu. Sie können mit jeder Aufgabe beginnen. Für jede Aufgabe gibt es nur eine richtige Lösung.

Teil 1 - Korrespondenz lesen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie den Text und die Aufgaben 1 bis 6 dazu. Wählen Sie: Sind die Aussagen richtig oder falsch?

E-Mail: Probetraining

Hallo Tobias, schön, dass du wieder mehr Sport machen willst – und klug, dass du dich vorher über den Verein informierst, statt einfach blind einzutreten. Mir hat genau das viel Ärger erspart. Ich war zuerst beim Probetraining und habe danach noch eine kurze Beratung zur Mitgliedschaft mitgenommen. Vorher habe ich mir überlegt, was mir wichtig ist, und meine Unterlagen geordnet, unter anderem eine ärztliche Bescheinigung, die ich nur in Kopie gezeigt habe. Gut zu wissen war, dass das Probetraining zweimal kostenlos ist und man sich danach schriftlich anmeldet, wenn man bleiben möchte. Meine wichtigste Frage war: Wie wird der Beitrag bezahlt, und komme ich da wieder heraus? Eine Entscheidung hat mir niemand abgenommen, aber im Anschluss verstand ich, welche Gruppe zu mir passt und worauf ich bei der Kündigungsfrist achten muss. Ein paar Termine musste ich noch mit meinem Kalender abgleichen. In der Halle waren ganz unterschiedliche Leute – einer fragte nach Reha-Sport, eine Mutter nach einer Familienkarte. Mein Tipp: Geh ruhig zweimal zum Probetraining, bevor du dich festlegst, und frag offen nach den Kosten. Wenn du willst, begleite ich dich am Freitag zum Training; ausprobieren und nachfragen solltest du aber selbst, dann findest du auch die richtige Gruppe. Liebe Grüße aus Köln Lena

Beispiel. Die E-Mail berichtet von einer persönlichen Erfahrung.

richtigfalsch

1. Lena bietet an, am Freitag mitzukommen.

richtigfalsch

2. Lena empfiehlt, ohne Vorbereitung zu dem Termin zu gehen.

richtigfalsch

3. Die Nachricht war für Lena ein Grund, doch persönlich nachzufragen.

richtigfalsch

4. Lena ordnete die Unterlagen vor dem Termin.

richtigfalsch

5. Alle Fragen wurden sofort und endgültig entschieden.

richtigfalsch

6. Das Angebot war nur für Fachleute bestimmt.

richtigfalsch

Teil 2 - Pressetexte verstehen

Arbeitszeit: 20 Minuten

Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 7 bis 9 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Aus der Presse: Hilfe bei Verkehrsregeln

Eine regionale Zeitung berichtet, wie die Stadt mehr Sicherheit für Radfahrende schaffen möchte. Hintergrund sind viele Beinaheunfälle: Gerade Erwachsene, die lange nicht gefahren sind, und Kinder kennen die Regeln oft nur halb und fühlen sich an Kreuzungen unsicher. Im Mittelpunkt steht ein Bündel aus Training und Beratung. Während erfahrene Trainerinnen auf einem Übungsplatz das Anfahren, Abbiegen und den Schulterblick üben, gibt es einen Licht-Check fürs Rad, eine Helmberatung und einen Kinderparcours. So lernt jeder in seinem Tempo, ohne gleich in den dichten Verkehr zu müssen. Besonders gefragt sind Hilfen beim sicheren Abbiegen, beim Verstehen neuer Verkehrszeichen und beim richtigen Verhalten in der Fahrradstraße. Eine Prüfung ist das nicht; es geht um Sicherheit und Selbstvertrauen, nicht um Noten. Wie die Stadt berichtet, trauen sich seither mehr Menschen wieder aufs Rad, gerade für kurze Alltagswege. Wer sicher fährt, lässt das Auto häufiger stehen. Vor einem Training sollen die Teilnehmenden ein verkehrssicheres Rad und möglichst einen Helm mitbringen. Ausgewertet wird, welche Situationen die meiste Unsicherheit auslösen, um genau dort gezielt zu üben. Begleitet wird das Angebot von einer Aktion, bei der Schulweghelfer morgens an gefährlichen Kreuzungen unterstützen.

Beispiel. In diesem Text geht es um ...

  1. a) ein neues Beratungsmodell im Alltag.
  2. b) einen privaten Reisebericht.
  3. c) eine Prüfung im Sprachkurs.

7. Für wen ist das Fahrradtraining besonders gedacht?

  1. a) Für Profi-Rennfahrer.
  2. b) Für Erwachsene nach langer Pause und für Kinder.
  3. c) Nur für Autofahrer ohne Rad.

8. Was ist das Training ausdrücklich nicht?

  1. a) Eine Prüfung mit Noten.
  2. b) Eine Hilfe für mehr Selbstvertrauen.
  3. c) Ein Angebot zum Üben.

9. Was sollen Teilnehmende zum Training mitbringen?

  1. a) Ein verkehrssicheres Rad und möglichst einen Helm.
  2. b) Einen eigenen Übungsplatz.
  3. c) Eine Anmeldung beim Straßenverkehrsamt.

Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 10 bis 12 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Pressebericht: Hilfe braucht klare Wege

Ein kleines Team begleitete die ersten Mobilitätsangebote im Stadtteil und verglich nach vier Wochen die Rückmeldungen. Der Andrang war zunächst gering. Einige Hinweise klangen nett, ließen aber offen, was man dabeihaben musste; zudem lagen viele Treffen am Vormittag, sodass Berufstätige sie kaum wahrnehmen konnten. Daraufhin nahm das Projektteam mehrere Änderungen vor. Die Hinweise sind jetzt in einfacherer Sprache geschrieben und beginnen mit einem konkreten Beispiel aus dem Stadtverkehr. An einem kurzen Beispiel suchen die Teilnehmenden eine Verbindung Schritt für Schritt heraus, statt sich durch Tariftabellen zu kämpfen. Besonders hilfreich sind echte Fahrpläne und kleine Übungen am Automaten: Daran erkennen die Teilnehmenden ihre eigene Strecke schneller wieder und trauen sich eher zu fragen. Niemand muss laut in der Runde sprechen; eine schriftliche Frage genügt. Aus den ersten Wochen zieht das Team eine Lehre: Ein Treffen direkt am Bahnhof wirkte hilfreicher als ein Termin im Amt, weil man das Gelernte sofort ausprobieren konnte. Deshalb sollen mehr Beratungen dort stattfinden, wo die Menschen wirklich ein- und umsteigen. Auch die Uhrzeit spielt eine Rolle: Termine direkt nach Feierabend wurden deutlich besser besucht als solche am Mittag. Künftig wird ein Teil der Beratung in die frühen Abendstunden verlegt, damit Berufstätige sie überhaupt wahrnehmen können. Offen bleibt, wie viele Termine sich dauerhaft anbieten lassen.

10. Was üben die Teilnehmenden jetzt Schritt für Schritt?

  1. a) Eine Verbindung heraussuchen, statt Tariftabellen zu lesen.
  2. b) Das Auswendiglernen aller Haltestellen.
  3. c) Das Reparieren von Fahrkartenautomaten.

11. Warum wirkte ein Treffen direkt am Bahnhof hilfreicher?

  1. a) Das Amt war dauerhaft geschlossen.
  2. b) Dort gab es kostenloses Essen.
  3. c) Man konnte das Gelernte sofort ausprobieren.

12. Welche Rolle spielte die Uhrzeit der Termine?

  1. a) Die Uhrzeit machte keinen Unterschied.
  2. b) Termine am Mittag waren am beliebtesten.
  3. c) Termine nach Feierabend wurden deutlich besser besucht.

Teil 3 - Anzeigen zuordnen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie die Situationen 13 bis 19 und die Anzeigen A bis J aus verschiedenen deutschsprachigen Medien. Wählen Sie: Welche Anzeige passt zu welcher Situation? Sie können jede Anzeige nur einmal verwenden. Die Anzeige aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden. Für eine Situation gibt es keine passende Anzeige. In diesem Fall schreiben Sie 0.

Mehrere Personen suchen passende Informationen oder Angebote zum Thema Reparaturen und Handwerk.

Beispiel. In Ihrer Wohnung gibt es einen Schaden und Sie wollen ihn schriftlich melden. Anzeige: G

13. Sie möchten kleinere Holzstellen an Möbeln reparieren.

14. Sie wollen wissen, wann ein Elektriker nötig ist.

15. Sie möchten den sicheren Umgang mit Bohrmaschine und Messgerät lernen.

16. Ihr Toaster ist kaputt und Sie möchten ihn mit Helfern prüfen lassen.

17. Sie suchen einen Babysitterkurs.

18. Sie möchten lernen, einen Fahrradreifen zu flicken.

19. Sie verstehen einen Kostenvoranschlag vom Handwerker nicht.

A

Repair-Café Anmeldung: Pro Person reparieren wir ein Kleingerät gemeinsam mit Ihnen. Bringen Sie Kabel und Zubehör mit, damit wir das Gerät vollständig prüfen können. Weil die Plätze begrenzt sind, ist eine Anmeldung nötig. Kaffee und Beratung kosten nichts; mögliche Ersatzteile besorgen und bezahlen Sie selbst.

B

Fahrradwerkstatt offen: Reifen flicken, Bremsen prüfen, Licht einstellen – an unseren Ständern reparieren Sie Ihr Rad mit Anleitung selbst. Werkzeug stellen wir, Ersatzteile kaufen Sie selbst. So lernen Sie ganz nebenbei, kleine Pannen künftig allein zu beheben. Kommen Sie einfach vorbei; eine Anmeldung ist nicht nötig.

C

Handwerker-Sprechstunde: Kostenvoranschlag verstehen, Termin klug vereinbaren, Gewährleistung prüfen - wir gehen es mit Ihnen durch. So vermeiden Sie böse Überraschungen bei größeren Reparaturen. Bringen Sie vorhandene Angebote mit. Wir empfehlen keinen bestimmten Betrieb, erklären aber, worauf Sie achten und was Sie nachfragen sollten.

D

Werkzeug-Grundkurs: Sicher bohren, richtig messen und kleine Reparaturen in der Wohnung erledigen – das üben wir Schritt für Schritt. So trauen Sie sich künftig selbst an Dübel und Schrauben. Festes Schuhwerk genügt, das Werkzeug stellen wir. Wir achten besonders auf Sicherheit, damit nichts schiefgeht und niemand sich verletzt.

E

Nähhilfe: Knopf annähen, Saum kürzen, Reißverschluss prüfen – mit ein paar Handgriffen wird aus „kaputt“ wieder „tragbar“. Bringen Sie das Kleidungsstück und, wenn möglich, passendes Garn mit. Wir nähen nicht für Sie, sondern zeigen es Ihnen, damit Sie es beim nächsten Mal selbst können. Nähmaschinen stehen bereit.

F

Ersatzteilbörse: Statt neu zu kaufen, tauschen Sie hier Schrauben, Kabel und kleine Bauteile. So findet manches Teil noch eine Verwendung. Eine Garantie gibt es nicht; prüfen Sie selbst, ob etwas passt. Bringen Sie gern mit, was bei Ihnen übrig ist; vielleicht braucht es genau ein anderer Besucher.

G

Mängelmeldung Wohnung: Ist in Ihrer Wohnung etwas defekt, helfen wir Ihnen, den Schaden klar zu beschreiben, ein Foto anzuhängen und eine angemessene Frist zu setzen. So nimmt die Hausverwaltung Ihr Anliegen ernst. Halten Sie Fotos und Ihren Vertrag bereit. Eine sachliche Meldung wirkt besser als eine wütende Beschwerde.

H

Elektrogeräte entsorgen: Wo ist die Sammelstelle, wann hat sie geöffnet, was wird angenommen? Wir wissen es. So landet Elektroschrott nicht im Hausmüll, wo er nicht hingehört. Größere Geräte melden Sie vorher an. Manches lässt sich vorher noch reparieren; fragen Sie ruhig, bevor Sie etwas wegbringen.

I

Möbel reparieren: Lockere Schrauben, klemmende Schubladen, kleine Stellen im Holz – wir zeigen Ihnen, wie Sie solche Schäden selbst ausbessern. So hält Ihr Möbelstück wieder viele Jahre. Bringen Sie kleinere Teile gern mit; bei großen Möbeln beraten wir Sie, welches Werkzeug und Material Sie zu Hause brauchen.

J

Sicher mit Strom: Was darf ich als Laie selbst machen, und wann muss eine Fachkraft kommen? Wir erklären die wichtigsten Grenzen, damit Sie sich nicht in Gefahr bringen. Diese Beratung ist kostenlos. Bei allem, was fest mit dem Stromnetz verbunden ist, gilt klar: Finger weg und Fachbetrieb rufen. So vermeiden Sie gefährliche Fehler und schützen am Ende auch Ihren Geldbeutel.

Teil 4 - Meinungen verstehen

Arbeitszeit: 15 Minuten

Lesen Sie die Texte 20 bis 26. Wählen Sie: Ist die Person für persönliche Beratungsangebote zu Weiterbildung?

In einer Zeitschrift lesen Sie Leserbriefe zum Thema persönliche Beratungsangebote zu Weiterbildung.

LESERBRIEFE

Beispiel. Niko: Für mich sind solche Angebote sehr wertvoll. Wer ein Schreiben nicht versteht, bekommt im Gespräch genau die Erklärung, die zu seiner Lage passt, statt nur allgemeiner Hinweise; das spart am Ende viel Zeit.

20. Selim: Ich brauche für Fragen zur Weiterbildung keine zusätzliche Sprechstunde. Die wichtigsten Angaben zu Kursen, Kosten und Fristen finde ich online, und dort kann ich in Ruhe vergleichen. Ein fester Termin bedeutet für mich nur Wartezeit und einen freien Nachmittag weniger. Lieber hätte ich eine klare Übersicht, die ich speichern und später wieder öffnen kann.

21. Paula: Ich bin klar dafür. Wer nach Jahren wieder einsteigen will, verliert online schnell den Überblick, welche Weiterbildung zum eigenen Beruf passt. Im Gespräch erkennt eine Fachperson sofort, wo eine Lücke ist, und nennt einen realistischen nächsten Schritt. Gerade Menschen ohne deutsche Ausbildung brauchen diese ruhige Einordnung, sonst bewerben sie sich oft am falschen Platz. Mir hat ein einziges Gespräch damals mehr gebracht als wochenlanges Suchen im Internet.

22. Rosa: Solche Angebote halte ich für sehr sinnvoll. Bei meiner Bewerbung hat mir niemand gesagt, dass ein Zeugnis erst anerkannt werden muss – das habe ich erst in einer Beratung erfahren. Ein kurzes Gespräch kann verhindern, dass man Wochen verliert. Nötig ist allerdings, dass solche Gespräche auch am Abend gibt, sonst erreichen sie Berufstätige gar nicht.

23. Valeria: Ich bin skeptisch. Wenn jede Stelle eine eigene Beratung zur Weiterbildung anbietet, weiß man am Ende noch weniger, wohin man eigentlich gehört. Mir wären verlässliche schriftliche Informationen mit Beispielen lieber, die immer gleich bleiben. Ein Gespräch, das nur allgemeine Tipps wiederholt, bringt mich bei einer konkreten Entscheidung nicht weiter. Für eine echte Wahl müsste ich danach ohnehin wieder selbst alles vergleichen.

24. Chiara: Aus meiner Sicht ist eine Beratung vor Ort die beste Lösung. Man kann seine eigenen Unterlagen zeigen und übt gleich, wie man im Vorstellungsgespräch oder am Telefon reagiert. Das nimmt die Angst vor dem ersten Schritt. Solange die Beratung ehrlich sagt, was sie leisten kann und was nicht, entstehen auch keine falschen Hoffnungen.

25. Leon: Ich finde solche Termine oft zu allgemein. Man sitzt mit vielen anderen zusammen und bekommt am Ende keine verbindliche Auskunft, sondern nur Hinweise, die man auch hätte lesen können. Wer arbeitet oder Kinder hat, kann feste Sprechzeiten ohnehin selten nutzen. Das Geld wäre in gute Online-Kurse und eine längere Telefonberatung besser angelegt.

26. Xenia: Ich unterstütze die Idee. Eine Bewerbung besteht aus vielen kleinen Entscheidungen, und gerade da hilft eine zweite Person, die nicht urteilt, sondern sortiert. Mir hat es Mut gemacht, meine Frage einmal laut zu stellen. Die Stadt sollte solche Angebote ausbauen und vor allem dort ankündigen, wo Menschen sie wirklich sehen.

Beispiel. Niko

janein

20. Selim

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21. Paula

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22. Rosa

janein

23. Valeria

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24. Chiara

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25. Leon

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26. Xenia

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Teil 5 - Informationsblatt verstehen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie die Aufgaben 27 bis 30 und den Text dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Sie informieren sich über ein Informationsblatt zum Thema Versicherung.

27. Was braucht man für die Beratung?

  1. a) Nur eine Terminbestätigung.
  2. b) Eine alte Kursbescheinigung.
  3. c) Ausweis und aktuelle Briefe.

28. Wo können Kopien gemacht werden?

  1. a) Nur in der Schule.
  2. b) Vor Ort.
  3. c) Gar nicht.

29. Was ersetzt die Beratung nicht?

  1. a) Eine erste Orientierung.
  2. b) Eine Rechtsberatung.
  3. c) Eine Liste mit Unterlagen.

30. Worum geht es im Informationsblatt?

  1. a) Um Versicherung.
  2. b) Um ein Stadtfest.
  3. c) Um einen Kochabend.

INFORMATIONSBLATT VERSICHERUNG Dieses Blatt richtet sich an alle, die Briefe ihrer Versicherung besser verstehen und die nächsten Schritte ruhig planen möchten. Es bietet eine erste Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Was Sie brauchen: Bringen Sie zur Beratung Ihren Ausweis und Ihre aktuellen Briefe mit. Mit diesen Unterlagen lässt sich Ihr Anliegen am schnellsten klären; ohne sie können wir nur allgemein antworten. Kopien: Kopien können vor Ort gemacht werden. Ihre Originale sehen wir nur kurz an und geben sie sofort zurück; sie bleiben bei Ihnen. Grenzen: Die Beratung hilft beim Verstehen, Sortieren und Planen, ersetzt aber keine Rechtsberatung. Geht es um einen Streitfall oder eine verbindliche Entscheidung, nennen wir Ihnen eine zuständige Fachstelle. Ablauf und Sprache: Zunächst sagen Sie, worum es geht, anschließend schauen wir dieSchreiben gemeinsam durch und markieren Fristen. Wer Hilfe beim Verstehen braucht, sagt dies bei der Anmeldung, damit eine Sprachhilfe bereitsteht. Pro Termin sollte möglichst nur eine Hauptfrage vorbereitet werden, damit genügend Zeit bleibt. Erreichbarkeit und Termine: Die Beratung findet an mehreren Tagen statt, auch an einem Abend in der Woche. Sie können ohne Anmeldung in die offene Sprechstunde kommen oder über den Rückrufservice einen festen Termin vereinbaren. Wer einen Termin nicht wahrnehmen kann, sagt bitte kurz ab, damit der Platz frei wird. Der Beratungsraum ist barrierefrei erreichbar.

Hören - ca. 40 Minuten

Audio-Datei: goethe-b1-model-19.mp3

Teil 1 - Kurze Texte

Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.

Text 1

1. Das Treppenhaus ist ein Fluchtweg und muss frei bleiben.

richtigfalsch

2. Wohin soll man persönliche Dinge stellen?

  1. a) In die Wohnung oder den Keller.
  2. b) Vor die Haustür.
  3. c) Auf die Treppe.

Text 2

3. Man soll sich zuerst schriftlich beschweren, bevor man redet.

richtigfalsch

4. Was empfiehlt der Beitrag bei Ärger mit dem Nachbarn?

  1. a) Sofort die Polizei zu rufen.
  2. b) Auszuziehen.
  3. c) Ihn zuerst freundlich anzusprechen.

Text 3

5. Beim Nachbarschaftsfest soll jeder etwas zu essen mitbringen.

richtigfalsch

6. Worum bittet Jonas am Ende?

  1. a) Das Fest abzusagen.
  2. b) Den anderen im dritten Stock Bescheid zu sagen.
  3. c) Tische zu besorgen.

Text 4

7. Während der Ruhezeiten sind laute Bohrarbeiten erlaubt.

richtigfalsch

8. Was soll man vor einer größeren Feier tun?

  1. a) Die Nachbarn vorher informieren.
  2. b) Die Verwaltung anrufen.
  3. c) Die Feier verschieben.

Text 5

9. Der Kurs zur Konfliktlösung findet abends statt.

richtigfalsch

10. Was lernt man in dem Kurs?

  1. a) Lauter zu werden.
  2. b) Immer recht zu behalten.
  3. c) Streit ruhig und fair zu klären.

Teil 2 - Eine Information verstehen

Sie hören einen längeren Informationstext einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

11. Was ist Herrn Vogts wichtigster Rat?

  1. a) Sofort die Polizei zu rufen.
  2. b) Den Nachbarn zu ignorieren.
  3. c) Miteinander zu reden, nicht übereinander.

12. Wie soll man ein Problem ansprechen?

  1. a) Gar nicht.
  2. b) Sachlich, ohne den anderen anzugreifen.
  3. c) Mit lauten Vorwürfen.

13. Was passiert bei einer Mediation?

  1. a) Eine neutrale Person hilft, eine Lösung zu finden.
  2. b) Ein Richter entscheidet.
  3. c) Eine Seite bekommt eine Strafe.

14. Wie kann man Streit vorbeugen?

  1. a) Indem man sich abschottet.
  2. b) Indem man laut ist.
  3. c) Indem man seine Nachbarn kennenlernt.

15. Was rät Herr Vogt, wenn es einmal kracht?

  1. a) Zurückzuschreien.
  2. b) Sich früh Hilfe zu holen und nicht aufzugeben.
  3. c) Sofort auszuziehen.

Teil 3 - Ein Gespräch verstehen

Sie hören ein Gespräch einmal. Entscheiden Sie, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.

16. Der neue Mieter über Frau Klein hört abends laut Musik.

richtigfalsch

17. Frau Klein hat den Nachbarn bereits angesprochen.

richtigfalsch

18. Frau Berg rät, es zuerst mit einem freundlichen Gespräch zu versuchen.

richtigfalsch

19. Frau Klein will sich zuerst bei der Verwaltung beschweren.

richtigfalsch

20. Frau Berg bietet an, beim ersten Gespräch mitzukommen.

richtigfalsch

21. Die Mediation der Stadt ist kostenlos.

richtigfalsch

22. Frau Klein hält am Ende einen Brief für besser als ein Gespräch.

richtigfalsch

Teil 4 - Diskussion

Sie hören eine Diskussion zweimal. Ordnen Sie die Aussagen zu: Wer sagt was?

23. Bei Nachbarschaftsstreit geht es meistens um Lärm, Müll oder gemeinsame Flächen.

abc

24. Sobald die Menschen sich kennen, gibt es viel weniger Streit.

abc

25. Mein wichtigster Rat ist, das Gespräch zu suchen, solange der Streit noch klein ist.

abc

26. Wir bringen die Leute mit Hoffesten und Aufräumtagen zusammen.

abc

27. Prävention ist besser als Mediation, wer sich kennt, kommt selten zu mir.

abc

28. Bei uns kochen die Nachbarn manchmal füreinander.

abc

29. Über die Sprache der Höflichkeit verständigt man sich fast immer.

abc

30. Heute sprechen wir über das Zusammenleben in der Nachbarschaft.

abc

Schreiben - 60 Minuten

Teil 1 - Persönliche E-Mail

Ein Freund möchte bei der Arbeit besser Deutsch sprechen. Schreiben Sie eine persönliche E-Mail. Beschreiben Sie kurz, warum Sie schreiben, reagieren Sie auf die Bitte, berichten Sie von einer eigenen Erfahrung und machen Sie einen konkreten Vorschlag. Achten Sie darauf, dass die E-Mail freundlich und natürlich klingt. Sie dürfen auch kurz erklären, was Ihnen selbst damals geholfen hat. Schreiben Sie ungefähr 80 Wörter.

  • Warum melden Sie sich?
  • Welche Erfahrung haben Sie mit dem Thema gemacht?
  • Was schlagen Sie als nächsten Schritt vor?
  • Wann hätten Sie Zeit oder wie bleiben Sie in Kontakt?

Teil 2 - Meinung schreiben

In einem Internetforum lesen Sie die Frage: "Sollte es in jeder Stadt mehr kostenlose Angebote zum Thema Berufssprache geben?" Schreiben Sie Ihre Meinung. Begründen Sie Ihre Ansicht, nennen Sie ein Beispiel aus dem Alltag und gehen Sie kurz auf einen möglichen Nachteil ein. Verwenden Sie passende Verbindungen wie "außerdem", "trotzdem" oder "deshalb". Ihr Text soll wie ein kurzer Forumsbeitrag wirken, nicht wie eine Liste. Schreiben Sie ungefähr 80 Wörter.

  • Ihre Meinung zum Thema
  • Ein Vorteil oder ein persönliches Beispiel
  • Ein Nachteil oder eine Grenze solcher Angebote
  • Ein kurzer Schluss mit Ihrer Empfehlung

Teil 3 - Formelle E-Mail

Sie fragen Ihre Firma nach einem Platz im Berufssprachkurs. Schreiben Sie eine formelle E-Mail an die zuständige Stelle. Entschuldigen Sie sich, erklären Sie die Situation, bitten Sie um einen neuen Termin oder um eine konkrete Auskunft und schließen Sie höflich. Nennen Sie, wann Sie erreichbar sind. Schreiben Sie ungefähr 40 Wörter.

  • Entschuldigung und Grund
  • Konkreter Wunsch
  • Erreichbarkeit oder Alternativtermin
  • Höflicher Abschluss

Sprechen - ca. 15 Minuten

Die mündliche Prüfung besteht aus drei Teilen. Sprechen Sie frei, reagieren Sie auf Ihre Partnerin oder Ihren Partner und benutzen Sie die Stichpunkte nur als Hilfe.

Teil 1 - Gemeinsam etwas planen

Sie und Ihre Partnerin oder Ihr Partner möchten gemeinsam eine Aktion zum Thema Flohmarkt vorbereiten. Planen Sie das Gespräch zusammen. Entscheiden Sie, was zuerst geklärt werden muss, wer welche Aufgabe übernimmt und wie Sie andere Personen informieren. Beginnen Sie mit einem Vorschlag, reagieren Sie auf die Ideen der anderen Person und einigen Sie sich am Ende auf einen konkreten Plan.

Teil 2 - Ein Thema präsentieren

Wählen Sie ein Thema aus. Ihre Präsentation soll aus fünf Teilen bestehen.

Thema 1: Ist der Onlinekauf besser als das Geschäft vor Ort?

Folie 1

Stellen Sie Ihr Thema vor. Erklären Sie kurz den Inhalt und die Struktur Ihrer Präsentation.

Folie 2

Berichten Sie von einem Kauf im Internet oder im Geschäft, der gut oder schlecht gelaufen ist.

Folie 3

Berichten Sie, wie die Menschen in Ihrem Heimatland einkaufen.

Folie 4

Nennen Sie Vor- und Nachteile und sagen Sie dazu Ihre Meinung. Geben Sie auch Beispiele.

Folie 5

Beenden Sie Ihre Präsentation und bedanken Sie sich bei den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Thema 2: Sollte man gebrauchte Dinge kaufen?

Folie 1

Stellen Sie Ihr Thema vor. Erklären Sie kurz den Inhalt und die Struktur Ihrer Präsentation.

Folie 2

Berichten Sie, ob Sie schon einmal etwas Gebrauchtes gekauft oder verkauft haben.

Folie 3

Berichten Sie, welche Rolle Märkte und Gebrauchtes in Ihrem Heimatland spielen.

Folie 4

Nennen Sie Vor- und Nachteile und sagen Sie dazu Ihre Meinung. Geben Sie auch Beispiele.

Folie 5

Beenden Sie Ihre Präsentation und bedanken Sie sich bei den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Teil 3 - Über das Thema sprechen

Nach der Präsentation stellt Ihre Partnerin oder Ihr Partner eine Frage. Reagieren Sie darauf, geben Sie ein kurzes Feedback zur Präsentation Ihres Partners und führen Sie das Gespräch zum Thema Einkaufen und Service weiter. Verwenden Sie höfliche Rückfragen und konkrete Beispiele. Sie können zustimmen, widersprechen oder eine eigene Erfahrung ergänzen. Wichtig ist, dass Sie nicht nur mit "ja" oder "nein" antworten, sondern Ihre Reaktion kurz erklären. Die Prüfenden können nach Details fragen, zum Beispiel warum Sie eine Lösung praktisch finden, welche Schwierigkeit entstehen kann oder welche Erfahrung Sie in Ihrer Familie, Schule, Arbeit oder Nachbarschaft gemacht haben.

Lösungsschlüssel

Lesen 1richtig
Lesen 2falsch
Lesen 3richtig
Lesen 4richtig
Lesen 5falsch
Lesen 6falsch
Lesen 7b
Lesen 8a
Lesen 9a
Lesen 10a
Lesen 11c
Lesen 12c
Lesen 13I
Lesen 14J
Lesen 15D
Lesen 16A
Lesen 170
Lesen 18B
Lesen 19C
Lesen 20nein
Lesen 21ja
Lesen 22ja
Lesen 23nein
Lesen 24ja
Lesen 25nein
Lesen 26ja
Lesen 27c
Lesen 28b
Lesen 29b
Lesen 30a
Hören 1richtig
Hören 2a
Hören 3falsch
Hören 4c
Hören 5richtig
Hören 6b
Hören 7falsch
Hören 8a
Hören 9richtig
Hören 10c
Hören 11c
Hören 12b
Hören 13a
Hören 14c
Hören 15b
Hören 16richtig
Hören 17falsch
Hören 18richtig
Hören 19falsch
Hören 20richtig
Hören 21richtig
Hören 22falsch
Hören 23b
Hören 24c
Hören 25b
Hören 26c
Hören 27b
Hören 28c
Hören 29b
Hören 30a

Hörtexte für Audio-Generierung

Hören Teil 1, Beispiel

Guten Tag, Frau Vogel, hier ist die Nachbarschaftsmediation der Stadt. Sie hatten sich wegen eines Streits mit einem Nachbarn gemeldet. Wir bieten Ihnen ein erstes Gespräch am Mittwoch um sechzehn Uhr an. Das Gespräch ist vertraulich und kostenlos, und Sie müssen nichts vorbereiten. Es geht zunächst nur darum, dass wir Ihre Sicht in Ruhe anhören. Falls der Termin nicht passt, rufen Sie uns einfach zurück, wir finden dann eine andere Zeit. Auf Wiederhören und bis Mittwoch.

Hören Teil 1, Text 1

Sie hören eine Durchsage im Treppenhaus. Liebe Hausgemeinschaft, im Treppenhaus stehen immer mehr Schuhe, Kartons und Kinderwagen. Bitte stellen Sie persönliche Dinge nur in Ihre Wohnung oder in den Keller. Das Treppenhaus ist ein Fluchtweg und muss im Notfall frei bleiben. Außerdem bittet die Verwaltung darum, Sperrmüll nicht einfach neben die Tonnen zu stellen; den Termin für die Abholung finden Sie am Aushang. Bei Fragen wenden Sie sich gern an den Hausmeister. Vielen Dank für Ihre Rücksicht.

Hören Teil 1, Text 2

Jetzt ein nützlicher Tipp aus dem Radio. Wenn Sie sich über einen Nachbarn ärgern, sprechen Sie ihn zuerst freundlich an, bevor Sie sich beschweren. Oft weiß die andere Person gar nicht, dass sie stört, und ein ruhiges Gespräch löst das Problem schneller als jeder Brief. Bleiben Sie dabei sachlich und hören Sie auch die andere Seite an. Wer aufeinander zugeht, findet fast immer eine Lösung, mit der beide leben können.

Hören Teil 1, Text 3

Sie hören eine Nachricht aus dem Bekanntenkreis. Hallo, hier ist Jonas aus dem Erdgeschoss. Wir wollten am Samstag im Hof ein kleines Nachbarschaftsfest machen, damit man sich endlich mal kennenlernt. Jeder bringt eine Kleinigkeit zu essen mit, Getränke und Tische haben wir schon. Wenn du Lust hast, komm einfach dazu, ab drei Uhr nachmittags. Sag bitte den anderen im dritten Stock auch Bescheid, die erreiche ich gerade nicht. Ich freue mich, wenn viele kommen.

Hören Teil 1, Text 4

Sie hören eine Ansage der Hausverwaltung. Sehr geehrte Mieterinnen und Mieter, wegen häufiger Beschwerden möchten wir an die Ruhezeiten erinnern. Zwischen dreizehn und fünfzehn Uhr sowie nach zweiundzwanzig Uhr sollte es im Haus leise sein, ebenso sonntags. Das bedeutet nicht, dass man flüstern muss, aber laute Musik und Bohrarbeiten sind dann nicht erlaubt. Wenn Sie eine größere Feier planen, informieren Sie Ihre Nachbarn am besten vorher mit einem kurzen Zettel. Vielen Dank.

Hören Teil 1, Text 5

Sie hören eine Mitteilung des Stadtteilbüros. Liebe Bürgerinnen und Bürger, wir bieten ab diesem Monat einen kostenlosen Kurs zur Konfliktlösung an. Sie lernen dort, in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben und Streit fair zu klären, nicht nur mit Nachbarn, sondern auch in der Familie oder am Arbeitsplatz. Der Kurs findet abends statt, damit auch Berufstätige teilnehmen können. Eine Anmeldung ist im Büro oder online möglich. Die Plätze sind begrenzt, melden Sie sich also früh.

Hören Teil 2

Sie hören einen Vortrag im Stadtteilbüro zum Thema gutes Zusammenleben in der Nachbarschaft. Es spricht Herr Vogt, der als Mediator arbeitet. Guten Abend, schön, dass so viele gekommen sind. Wo viele Menschen eng zusammenwohnen, gibt es manchmal Streit, das ist ganz normal. Ich möchte Ihnen heute zeigen, wie man Konflikte friedlich löst, bevor sie groß werden. Mein erster und wichtigster Rat: Reden Sie miteinander, nicht übereinander. Die meisten Probleme entstehen aus Missverständnissen. Wenn der Nachbar abends laut ist, weiß er oft gar nicht, dass die Wände so dünn sind. Sprechen Sie ihn ruhig und freundlich an, dann ist das Problem meistens schnell gelöst. Zweitens: Bleiben Sie sachlich. Sagen Sie, was Sie stört und was Sie sich wünschen, ohne den anderen anzugreifen. Ein Satz wie ich kann nachts nicht schlafen, wenn die Musik so laut ist, wirkt besser als ein Vorwurf. Und hören Sie auch die andere Seite an, vielleicht gibt es einen Grund, den Sie nicht kennen. Drittens, wenn ein Gespräch allein nicht hilft, gibt es uns, die Mediation. Dabei sitzt eine neutrale Person mit am Tisch, die keine Partei ergreift. Beide Seiten kommen zu Wort, und gemeinsam suchen wir eine Lösung, mit der alle leben können. Das ist kein Gericht, niemand bekommt recht oder unrecht; es geht darum, wieder miteinander auszukommen. Ein vierter Punkt liegt mir am Herzen: Beugen Sie Streit vor, indem Sie sich kennenlernen. Wer seine Nachbarn kennt, regelt kleine Dinge viel leichter. Grüßen Sie im Treppenhaus, helfen Sie einmal beim Tragen, kommen Sie zum Hoffest. Aus Fremden werden so Menschen, mit denen man reden kann. Erlauben Sie mir ein kurzes Beispiel. Zu mir kamen einmal zwei Familien, die seit Monaten kein Wort mehr miteinander gewechselt hatten. Der Streit ging um die Mülltonnen im Hof, eine Kleinigkeit eigentlich. Aber weil niemand reden wollte, hatte sich der Ärger immer weiter aufgeschaukelt. Im Gespräch stellte sich heraus, dass beide Seiten sich einfach übergangen fühlten. Nach einer Stunde hatten sie eine einfache Regel gefunden, und heute grüßen sie sich wieder freundlich. Das zeigt: Hinter den meisten Konflikten steckt der Wunsch, gehört und respektiert zu werden. Wenn das gelingt, löst sich der eigentliche Streit oft fast von selbst. Wichtig ist nur, dass jemand den ersten Schritt macht. Und schließlich: Geben Sie nicht gleich auf, wenn es einmal kracht. Fast jeder Streit lässt sich klären, wenn beide Seiten ein wenig aufeinander zugehen. Holen Sie sich Hilfe, bevor aus einer Kleinigkeit ein jahrelanger Krieg wird. Unsere Beratung ist kostenlos und vertraulich. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und beantworte jetzt gern Ihre Fragen.

Hören Teil 3

Sie hören das folgende Gespräch zwischen zwei Nachbarinnen, Frau Berg und Frau Klein, die sich nach dem Vortrag unterhalten. Frau Berg: Frau Klein, der Vortrag war wirklich hilfreich, finden Sie nicht? Frau Klein: Ja, sehr. Ich habe nämlich gerade selbst so ein Problem. Der neue Mieter über mir hört abends sehr laut Musik. Frau Berg: Oje. Und haben Sie schon mit ihm gesprochen? Frau Klein: Nein, ehrlich gesagt traue ich mich nicht. Ich will keinen Ärger und dachte, ich beschwere mich bei der Verwaltung. Frau Berg: Das hat Herr Vogt ja gerade nicht empfohlen. Versuchen Sie es doch zuerst mit einem freundlichen Gespräch. Vielleicht weiß er gar nicht, dass man alles hört. Frau Klein: Das stimmt. Die Wände sind wirklich dünn. Aber wie fange ich so ein Gespräch an? Frau Berg: Bleiben Sie ruhig und sachlich. Sagen Sie einfach, dass Sie abends schlecht schlafen, und fragen Sie, ob er die Musik etwas leiser machen kann. Frau Klein: Das klingt machbar. Ich hatte Angst, dass es gleich in einen Streit ausartet. Frau Berg: Das muss es nicht. Die meisten Menschen reagieren gut, wenn man freundlich bleibt. Und wenn es gar nicht hilft, gibt es ja noch die Mediation. Frau Klein: Stimmt, die ist sogar kostenlos. Aber ich versuche es erst einmal selbst. Frau Berg: Das ist die richtige Reihenfolge. Wissen Sie was, ich wohne ja nebenan. Wenn Sie möchten, gehe ich beim ersten Mal mit zur Tür, dann sind Sie nicht allein. Frau Klein: Das wäre wirklich nett. Zu zweit traue ich mich eher. Frau Berg: Gern. Wir klopfen einfach mal am Wochenende, ganz freundlich, mit einem Lächeln. Frau Klein: Und was mache ich, wenn er trotzdem unfreundlich reagiert? Frau Berg: Dann bleiben Sie ruhig und werden Sie nicht laut. Sagen Sie einfach, dass Ihnen das Zusammenleben wichtig ist, und gehen Sie. Oft denkt die Person später noch einmal darüber nach. Frau Klein: Da ist etwas dran. In der Hitze des Moments reagiert man ja manchmal anders, als man eigentlich will. Frau Berg: Genau. Und falls sich gar nichts ändert, wenden Sie sich an die Mediation. Die sind neutral und helfen, ohne Partei zu ergreifen. Frau Klein: Es ist beruhigend zu wissen, dass es diese Möglichkeit gibt. Ich dachte immer, am Ende bleibt nur der Anwalt. Frau Berg: Nein, ein Gericht ist wirklich der allerletzte Schritt. Vorher gibt es so viele andere Wege, und die meisten führen schneller zum Ziel. Frau Klein: Das nimmt mir die Angst. Dann probiere ich es am Wochenende einfach mal. Gut, das machen wir. Ich glaube, Sie haben recht, ein Gespräch ist besser als ein Brief. Frau Berg: Auf jeden Fall. Und oft lernt man den Nachbarn dabei sogar kennen. Vielleicht laden Sie ihn gleich zum Hoffest am Samstag ein.

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Moderatorin: Schönen guten Tag und willkommen. Heute sprechen wir über das Zusammenleben in der Nachbarschaft und darüber, wie man Konflikte friedlich löst. In vielen Häusern kennen sich die Menschen kaum noch, und kleine Probleme werden schnell zu großen. Bei mir sind Frau Walter, die als Mediatorin arbeitet, und Herr Sahin, der in seinem Viertel eine Nachbarschaftsinitiative aufgebaut hat. Frau Walter, worum geht es bei den Streitigkeiten meistens? Frau Walter: Sehr oft um Lärm, um Müll oder um die gemeinsame Nutzung von Hof und Treppenhaus. Das klingt banal, aber dahinter steckt fast immer dasselbe: Man redet nicht miteinander. Aus einem ungesagten Ärger wird mit der Zeit ein großer Streit. Mein wichtigster Rat ist deshalb immer: das Gespräch suchen, solange es noch klein ist. Moderatorin: Klingt einfach, fällt aber vielen schwer. Frau Walter: Das stimmt. Viele haben Angst vor der Reaktion oder wollen einfach ihre Ruhe. Aber Schweigen löst nichts, im Gegenteil. Ein gutes Beispiel: Zwei Nachbarn haben jahrelang nicht miteinander geredet, weil der eine sich über den Rauch vom Balkon geärgert hat. In einem einzigen Gespräch bei mir war das Problem in zwanzig Minuten gelöst. Beide waren erleichtert. Herr Sahin: Das deckt sich genau mit unserer Erfahrung. Wir haben in unserem Viertel gemerkt: Sobald die Menschen sich kennen, gibt es viel weniger Streit. Man regelt vieles mit einem kurzen Wort, statt sich anzuschweigen. Moderatorin: Wie schaffen Sie es, dass sich die Leute kennenlernen? Herr Sahin: Mit ganz einfachen Mitteln. Wir machen ein Hoffest im Sommer, einen gemeinsamen Aufräumtag, manchmal nur einen Kaffee im Hof. Ein gutes Beispiel ist eine ältere Dame, die kaum Kontakt hatte. Seit den Festen kennt sie das halbe Haus, und wenn sie Hilfe braucht, ist immer jemand da. Frau Walter: Das ist genau der Punkt. Prävention ist besser als Mediation. Wer sich kennt, kommt selten zu mir. Trotzdem braucht es manchmal eine neutrale Person, gerade wenn ein Konflikt schon festgefahren ist. Moderatorin: Ein heikles Thema ist, dass Menschen aus verschiedenen Kulturen unterschiedliche Gewohnheiten haben. Herr Sahin: Das ist so, und genau deshalb ist das Kennenlernen so wichtig. Vieles, was fremd wirkt, versteht man, wenn man miteinander spricht. Bei uns kochen die Nachbarn manchmal füreinander, und plötzlich ist das Fremde etwas Spannendes statt etwas Bedrohliches. Frau Walter: Und man merkt, dass alle im Grunde dasselbe wollen: in Ruhe und mit Respekt leben. Über die Sprache der Höflichkeit verständigt man sich fast immer. Moderatorin: Ein Thema, das in vielen Häusern für Streit sorgt, ist der Lärm. Lässt sich da überhaupt eine Lösung finden? Frau Walter: Fast immer, ja. Wichtig ist, dass beide Seiten ihre Bedürfnisse erklären. Der eine arbeitet im Schichtdienst und braucht morgens Ruhe, der andere hat kleine Kinder, die nun mal laut sind. Wenn man das voneinander weiß, findet man Kompromisse, feste ruhige Zeiten zum Beispiel. Herr Sahin: Und oft hilft schon ein bisschen Verständnis. In unserem Haus war ein junges Paar, das sich über die laute Familie nebenan geärgert hat. Nach einem gemeinsamen Kaffee haben sie verstanden, dass die Kinder eben Kinder sind, und plötzlich war der Lärm gar nicht mehr so schlimm. Moderatorin: Manchmal liegt es ja auch an ganz unterschiedlichen Tagesabläufen. Frau Walter: Genau. Deshalb sage ich immer: Es gibt selten einen bösen Nachbarn, sondern meist nur unterschiedliche Lebensweisen, die aufeinanderprallen. Wer das versteht, ärgert sich weniger und sucht eher nach Lösungen. Herr Sahin: Ein wichtiger Punkt ist auch, dass man die Konflikte nicht persönlich nimmt. Wenn der Nachbar mal vergisst zu grüßen, hat er vielleicht einfach einen schlechten Tag, und es hat gar nichts mit einem selbst zu tun. Frau Walter: Das ist ein kluger Gedanke. Viele Streitereien entstehen aus Kränkungen, die so gar nicht gemeint waren. Ein offenes Gespräch räumt solche Missverständnisse schnell aus. Moderatorin: Wie wichtig ist es, dass es feste Regeln im Haus gibt? Frau Walter: Sehr wichtig. Eine klare Hausordnung gibt allen Orientierung, aber Regeln allein reichen nicht; entscheidend ist, wie man miteinander umgeht. Herr Sahin: Und Regeln, die man gemeinsam aufstellt, hält man auch eher ein. Bei uns haben die Bewohner die Hofregeln zusammen besprochen, und seitdem funktioniert es viel besser. Moderatorin: Und wenn Kinder mit im Spiel sind, ändert das die Sache? Frau Walter: Kinder bringen Leben und manchmal auch Lärm, das gehört dazu. Hier hilft gegenseitige Rücksicht am meisten, auf beiden Seiten. Herr Sahin: Genau, und wer selbst Kinder hatte, erinnert sich und ist oft am geduldigsten. Frau Walter: So wachsen Verständnis und Frieden im Haus ganz von selbst, wenn man einander nur eine Chance gibt. Moderatorin: Was raten Sie jemandem, der gerade mitten in einem Nachbarschaftsstreit steckt? Frau Walter: Bleiben Sie sachlich, suchen Sie das Gespräch, und holen Sie sich Hilfe, bevor es eskaliert. Herr Sahin: Und gehen Sie auf die Menschen zu. Ein freundliches Hallo ist oft der erste Schritt zum Frieden. Moderatorin: Ein gutes Schlusswort. Danke Ihnen beiden für dieses anregende Gespräch.