Goethe-Zertifikat B1

Modellprüfung 18

Digitale Verwaltung

Eigenständig erstelltes Übungsmaterial im Stil des Goethe-B1-Prüfungsformats.

Testformat

Lesen65 Minuten, 30 Aufgaben
Hörenca. 40 Minuten, 30 Aufgaben
Schreiben60 Minuten, 3 Teile
Sprechenca. 15 Minuten, 3 Teile

Lesen - 65 Minuten

Das Modul Lesen hat fünf Teile. Sie lesen mehrere Texte und lösen Aufgaben dazu. Sie können mit jeder Aufgabe beginnen. Für jede Aufgabe gibt es nur eine richtige Lösung.

Teil 1 - Korrespondenz lesen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie den Text und die Aufgaben 1 bis 6 dazu. Wählen Sie: Sind die Aussagen richtig oder falsch?

E-Mail: Bürgerkonto

Hallo Clara, du hast mir geschrieben, dass dich die ganzen Online-Dienste der Ämter überfordern – das ging mir genauso, ich habe lange lieber alles auf Papier gemacht, bis es kaum noch ging. Aufgeklärt hat mich die Smartphone-Sprechstunde im Bürgerhaus. Vor dem Termin habe ich mir notiert, was ich wirklich erledigen muss, und meine Zugangsdaten sowie ein paar Briefe vom Amt geordnet mitgenommen. Gezeigt habe ich nur Kopien, meine Originale sind bei mir geblieben. Dort habe ich gelernt, dass man für das Bürgerkonto nur eine E-Mail-Adresse braucht und nach der Anmeldung einen Bestätigungslink bekommt. Meine wichtigste Frage war: Wie lade ich ein Dokument richtig hoch? Eine fertige Lösung hat man mir nicht abgenommen, aber danach wusste ich genau, wie ich ein Online-Formular ausfülle und ein Dokument einfach als Foto hochlade. Ein paar Einstellungen habe ich zu Hause noch in Ruhe geprüft. Neben mir saßen ganz unterschiedliche Leute – eine ältere Dame wollte einen Termin online buchen, ein junger Vater eine E-Mail mit Anhang verschicken. Mein Tipp: Überleg dir vorher die eine Sache, die du erledigen willst, und nimm dein Handy und deine Zugangsdaten mit. Wenn du magst, schaue ich am Donnerstag kurz mit vorbei; tippen und nachfragen solltest du aber selbst, dann kannst du es danach allein. Liebe Grüße aus Leipzig Kemal

Beispiel. Die E-Mail berichtet von einer persönlichen Erfahrung.

richtigfalsch

1. Nach dem Termin wusste Kemal weniger als vorher.

richtigfalsch

2. Das Gespräch half Kemal vor allem dabei, den nächsten Schritt zu erkennen.

richtigfalsch

3. Kemal bietet an, am Donnerstag mitzukommen.

richtigfalsch

4. Kemal empfiehlt, ohne Vorbereitung zu dem Termin zu gehen.

richtigfalsch

5. Alle Fragen wurden sofort und endgültig entschieden.

richtigfalsch

6. Die Nachricht war für Kemal ein Grund, doch persönlich nachzufragen.

richtigfalsch

Teil 2 - Pressetexte verstehen

Arbeitszeit: 20 Minuten

Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 7 bis 9 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Aus der Presse: Hilfe bei Widerspruch

Eine regionale Zeitung berichtet, wie die Stadt Menschen im Umgang mit Behördenpost unterstützt. Anlass ist eine verbreitete Sorge: Viele verstehen amtliche Briefe nicht ganz, schieben sie aus Angst beiseite und verpassen dadurch wichtige Fristen. Neu ist eine Formularsprechstunde, die mehrere Hilfen verbindet. Während eine Fachkraft beim Lesen eines Bescheids und beim Prüfen der Frist hilft, erklärt eine zweite, wann sich ein Widerspruch lohnt und welche Unterlagen dazugehören; ein kleiner Schreibkurs übt höfliche, klare Briefe. So bleibt niemand mit dem Amtsdeutsch allein. Besonders gefragt ist die Hilfe beim Sortieren von Post, beim Finden des Aktenzeichens und beim fristgerechten Reagieren. Eine Rechtsberatung ersetzt das Angebot nicht; es sorgt aber dafür, dass keine Frist aus reiner Unsicherheit verstreicht. Die Stadt verzeichnet seit der Eröffnung weniger Fälle, in denen Menschen wegen verpasster Fristen in Schwierigkeiten geraten. Wer früh reagiert, vermeidet Mahnungen und unnötige Kosten. Vor einem Termin sollen die Besucher ihre Briefe nach Datum ordnen und das Aktenzeichen heraussuchen; Originale bleiben zu Hause. Ausgewertet wird, welche Schreiben am häufigsten missverstanden werden, um die Hinweise zu vereinfachen. Begleitet wird das Angebot von einer kurzen Übersetzungshilfe, die schwierige Wörter in einfacher Sprache erklärt.

Beispiel. In diesem Text geht es um ...

  1. a) ein neues Beratungsmodell im Alltag.
  2. b) einen privaten Reisebericht.
  3. c) eine Prüfung im Sprachkurs.

7. Warum schieben viele Menschen amtliche Briefe beiseite?

  1. a) Die Briefe kommen immer doppelt an.
  2. b) Sie verstehen die Briefe nicht ganz und haben Angst.
  3. c) Die Post verlangt Porto vom Empfänger.

8. Wofür sorgt das Angebot, auch wenn es keine Rechtsberatung ist?

  1. a) Dass keine Frist aus reiner Unsicherheit verstreicht.
  2. b) Dass das Amt keine Briefe mehr schickt.
  3. c) Dass jeder Widerspruch automatisch gewinnt.

9. Wie sollen Besucher ihre Post für den Termin vorbereiten?

  1. a) Nach Datum ordnen und das Aktenzeichen heraussuchen.
  2. b) Alle Briefe ungeöffnet mitbringen.
  3. c) Die Briefe vorher wegwerfen.

Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 10 bis 12 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Bericht: Kleine Beispiele machen Mut

Ein kleines Team begleitete die ersten Gesundheitsangebote im Stadtteil und verglich nach vier Wochen die Rückmeldungen. Anfangs blieben die Plätze halb leer. Manche Aushänge wirkten freundlich, verschwiegen aber, was man mitbringen oder anziehen sollte; und etliche Termine fielen in den späten Vormittag, wenn die meisten arbeiteten. Daraufhin wurde das Angebot verändert. Die Hinweise sind nun leichter zu lesen und knüpfen an eine vertraute Alltagssituation an. Statt vieler Ratschläge probieren die Teilnehmenden an einem kurzen Beispiel eine kleine Veränderung aus. Besonders hilfreich sind einfache Übungen und kurze Gespräche: Daran erkennen die Teilnehmenden, dass der Einstieg leichter ist als gedacht, und trauen sich eher zu fragen. Wem das Reden vor anderen schwerfällt, notiert sein Anliegen einfach vorab. Die Projektleiterin hält kleine, machbare Schritte für wichtiger als vollständige Gesundheitsratschläge. Offen bleibt, wie viele Kurse sich dauerhaft kostenlos anbieten lassen. Eine weitere Erkenntnis betrifft die Hürde des ersten Mals. Viele Menschen trauen sich allein nicht in eine Sporthalle, kommen aber gern, wenn sie jemanden kennen. Deshalb wird jetzt ein einfaches Patensystem getestet: Wer schon dabei ist, bringt beim nächsten Mal eine Nachbarin oder einen Kollegen mit. Die ersten Rückmeldungen zeigen, dass gerade dieser persönliche Anstoß den Einstieg spürbar erleichtert.

10. Warum blieben die Plätze am Anfang halb leer?

  1. a) Die Sporthalle war dauerhaft geschlossen.
  2. b) Die Kurse waren zu teuer für alle.
  3. c) Aushänge verschwiegen, was man mitbringen soll, und Termine lagen ungünstig.

11. Was hält die Projektleiterin für besonders wichtig?

  1. a) Ein striktes Trainingsprogramm für alle.
  2. b) Möglichst viele Ratschläge auf einmal.
  3. c) Kleine, machbare Schritte statt vollständiger Gesundheitsratschläge.

12. Wie soll die Hürde des ersten Besuchs kleiner werden?

  1. a) Wer schon dabei ist, bringt eine Nachbarin oder einen Kollegen mit.
  2. b) Neue müssen sich schriftlich bewerben.
  3. c) Der Kurs findet künftig ohne Gruppen statt.

Teil 3 - Anzeigen zuordnen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie die Situationen 13 bis 19 und die Anzeigen A bis J aus verschiedenen deutschsprachigen Medien. Wählen Sie: Welche Anzeige passt zu welcher Situation? Sie können jede Anzeige nur einmal verwenden. Die Anzeige aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden. Für eine Situation gibt es keine passende Anzeige. In diesem Fall schreiben Sie 0.

Mehrere Personen suchen passende Informationen oder Angebote zum Thema Nachbarschaft und Konflikte.

Beispiel. Sie möchten höfliche Sätze für eine Beschwerde üben. Anzeige: H

13. Sie wollen einen kurzen sachlichen Brief an Nachbarn schreiben.

14. Sie möchten einen internationalen Zug buchen.

15. Sie haben eine Kündigung bekommen und müssen Fristen prüfen.

16. Sie möchten Aufgaben im Gemeinschaftsgarten verteilen.

17. Sie brauchen eine Lösung für den Waschküchenplan.

18. Sie möchten einen Streit mit Nachbarn in einem neutralen Gespräch klären.

19. Sie sollen Lärm genau mit Datum und Uhrzeit aufschreiben.

A

Mediation bei Streit: Beide Seiten suchen in einem neutral moderierten Gespräch nach einer Lösung - freiwillig und auf Augenhöhe. So lässt sich ein Konflikt klären, bevor er eskaliert. Der Termin findet im Stadtteilbüro statt. Eine ausgebildete Person leitet das Gespräch, ergreift für niemanden Partei und behandelt alles vertraulich.

B

Lärmprotokoll erklären lassen: Datum, Uhrzeit und Art des Lärms richtig festhalten - wir zeigen, worauf es ankommt. So haben Sie eine sachliche Grundlage, falls es ernst wird. Halten Sie Stift und Kalender bereit. Es geht nicht ums Anschwärzen, sondern darum, ein Problem nachvollziehbar zu beschreiben, statt nur über ein „Gefühl“ zu klagen.

C

Hausordnung lesen: Ruhezeiten, Waschküche, Fahrradkeller – wir erklären die wichtigsten Regeln Ihrer Hausordnung in einfacher Sprache. So wissen Sie, was gilt, und vermeiden unnötigen Streit. Die Hausordnung sollten Sie zur Hand haben. Vieles, das streng klingt, ist halb so wild, wenn man es einmal in Ruhe gemeinsam durchgeht.

D

Treppenhaus-Aktion: Schuhe, Kinderwagen, Pflanzen – im Treppenhaus muss der Fluchtweg frei bleiben. Wir besprechen mit der Hausgemeinschaft, was sicher abgestellt werden darf und was weg muss. So bleibt es ordentlich und sicher für alle. Reden Sie am besten mit, bevor entschieden wird; gemeinsam findet sich fast immer eine faire Lösung, mit der alle Parteien im Haus gut leben können.

E

Nachbarschaftsgespräch moderieren: Von der Einladung über die Gesprächsregeln bis zum Festhalten der Lösungen unterstützen wir Sie. So wird aus Ärger ein konstruktives Treffen. Sagen Sie uns, worum es gehen soll. Eine neutrale Moderation sorgt dafür, dass alle zu Wort kommen und niemand übergangen wird.

F

Mieterberatung Kündigung: Ob erhalten oder selbst geplant - Fristen und nächste Schritte klären wir gemeinsam mit Ihnen. So treffen Sie keine voreilige Entscheidung. Legen Sie das Kündigungsschreiben und Ihren Vertrag bereit. Wir geben keine Rechtsvertretung, zeigen aber, worauf Sie achten müssen.

G

Gemeinschaftsgarten: Aufgabenplan, Gießdienst und Werkzeugausleihe – gemeinsam organisieren wir den Garten, sodass die Arbeit fair verteilt ist. So entsteht nebenbei ein netter Kontakt zur Nachbarschaft. Bringen Sie Lust am Gärtnern mit, Erfahrung ist nicht nötig. Auch wer nur gelegentlich gießen kann, ist herzlich willkommen.

H

Sprachtraining Beschwerden: Höflich sagen, was stört, und um eine Änderung bitten - ohne dass sich jemand angegriffen fühlt. So gelingt das schwierige Gespräch besser. Bringen Sie eine konkrete Situation mit. Wir sammeln Sätze, die freundlich, aber klar sind, und spielen sie gemeinsam durch.

I

Waschküchenplan neu: Streit um die Waschmaschine? Zeiten neu verteilen, die Schlüsselregel erklären, Streit vermeiden - dabei helfen wir. So nutzt jeder die Waschküche ohne Ärger. Sprechen Sie uns an, am besten mit mehreren Parteien aus dem Haus. Ein klarer Plan an der Tür beugt den meisten Missverständnissen vor.

J

Brief an Nachbarn: Bevor ein Streit größer wird, hilft oft eine kurze, sachliche Mitteilung. Wir formulieren mit Ihnen gemeinsam ein paar freundliche, klare Zeilen. So bleibt der Ton im Haus respektvoll. Sagen Sie uns, worum es geht. Ein guter Brief beschreibt das Problem und bittet um ein Gespräch, statt Vorwürfe zu machen.

Teil 4 - Meinungen verstehen

Arbeitszeit: 15 Minuten

Lesen Sie die Texte 20 bis 26. Wählen Sie: Ist die Person für persönliche Beratungsangebote zu Mietvertrag?

In einer Zeitschrift lesen Sie Leserbriefe zum Thema persönliche Beratungsangebote zu Mietvertrag.

LESERBRIEFE

Beispiel. Niko: Ich bin überzeugt, dass persönliche Beratung vielen Menschen weiterhilft. Im Gespräch lässt sich eine Unsicherheit schneller klären als mit einem langen Merkblatt, und man traut sich eher, eine konkrete Frage zu stellen.

20. Vera: Ich bin klar für persönliche Beratungen zum Mietvertrag. Wenn man einen Brief oder eine Abrechnung wirklich vor sich liegen hat, erkennt eine Fachperson im Gespräch viel schneller, wo das eigentliche Problem steckt. Mir hat das geholfen, eine Frist nicht zu übersehen. Wichtig ist nur, dass es solche Termine auch am Abend gibt und man nicht vor der ganzen Gruppe über Privates sprechen muss.

21. Nela: Für mich sind zusätzliche Sprechstunden zum Mietvertrag keine gute Lösung. Man wartet oft lange, muss frei nehmen und hört am Ende vor allem Regeln, die genauso gut in einem klaren Merkblatt stehen könnten. Bei einfachen Fragen zur Nachbarschaft suche ich lieber online nach festen Angaben zu Kosten und Fristen. Das Geld wäre in verständliche Briefe besser angelegt.

22. Paula: Ich unterstütze solche Angebote sehr, weil viele Menschen aus reiner Unsicherheit gar nicht handeln. Ein kurzes Gespräch kann verhindern, dass eine Frist verstreicht oder ein falsches Formular abgegeben wird. Besonders Nachbarn, die wenig Deutsch sprechen, brauchen eine ruhige Erklärung mit echten Beispielen. So ein Termin macht die Leute am Ende selbstständiger, nicht abhängiger.

23. Selim: Gerade beim Mietvertrag reicht mir ein Informationsblatt oft nicht aus. Ich möchte zeigen können, welche Stelle im Schreiben ich nicht verstehe, und sofort eine Antwort auf meine konkrete Situation bekommen. Wenn die Beratung klare Grenzen nennt und keine fertige Entscheidung verspricht, entstehen auch keine falschen Erwartungen. Eine kurze Notiz für zu Hause wäre allerdings hilfreich.

24. Iva: Ich bin skeptisch, wenn jede Stelle wieder ein neues Gespräch zum Mietvertrag anbietet. Am Ende weiß man noch weniger, wer wirklich zuständig ist. Wer arbeitet oder Kinder betreut, kann feste Sprechzeiten ohnehin kaum nutzen. Mir wären zuverlässige digitale Informationen mit Beispielen lieber, die ich abends in Ruhe lesen und später noch einmal aufrufen kann.

25. Chiara: Persönliche Beratung in der Nachbarschaft klingt freundlich, erreicht aber genau die Menschen oft nicht, die Hilfe bräuchten. Ich möchte nicht vor fremden Leuten erklären müssen, warum ich unsicher bin, wenn eine gute Anleitung dieselbe Frage beantwortet. Statt neuer Sprechstunden sollten die Hausverwaltungen ihre Briefe einfach klarer schreiben und ein Beispiel direkt daneben stellen.

26. Deniz: Ich halte persönliche Angebote rund ums Wohnen für sehr hilfreich. Man erhält nicht bloß Hinweise, sondern kann gleich üben, wie man am Telefon oder in einer E-Mail richtig reagiert. Gerade wenn eine Frist läuft, zählt für mich, dass jemand die entscheidende Stelle im Brief sofort findet. Solche Angebote sollte die Stadt ausbauen und gut sichtbar ankündigen.

Beispiel. Niko

janein

20. Vera

janein

21. Nela

janein

22. Paula

janein

23. Selim

janein

24. Iva

janein

25. Chiara

janein

26. Deniz

janein

Teil 5 - Informationsblatt verstehen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie die Aufgaben 27 bis 30 und den Text dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Sie informieren sich über ein Informationsblatt zum Thema Ehrenamt.

27. Was bekommen neue Helferinnen und Helfer?

  1. a) Eine Einführung.
  2. b) Eine Prüfung.
  3. c) Einen festen Arbeitsvertrag.

28. Wie kann man mitmachen?

  1. a) Nur jeden Tag.
  2. b) Regelmäßig oder bei einzelnen Aktionen.
  3. c) Nur mit abgeschlossenem Studium.

29. Wie sind Helferinnen und Helfer versichert?

  1. a) Gar nicht.
  2. b) Über die Schule.
  3. c) Über den Verein.

30. Worum geht es im Informationsblatt?

  1. a) Um Ehrenamt.
  2. b) Um Onlinehandel.
  3. c) Um eine Fahrprüfung.

INFORMATIONSBLATT EHRENAMT Dieses Blatt richtet sich an alle, die sich ehrenamtlich engagieren möchten und vorher die wichtigsten Punkte kennen wollen. Es gibt einen kurzen Überblick, damit der Einstieg leichtfällt. Einführung: Neue Helferinnen und Helfer bekommen zu Beginn eine kurze Einführung. Dort wird erklärt, welche Aufgaben es gibt, wer ansprechbar ist und worauf man achten soll. Niemand muss sofort alles können. Mitmachen: Sie können regelmäßig mitarbeiten oder auch nur bei einzelnen Aktionen helfen. So lässt sich das Engagement gut mit Beruf und Familie verbinden. Eine feste Verpflichtung über Jahre verlangt niemand. Versicherung: Während der ehrenamtlichen Tätigkeit sind Sie über den Verein versichert. Bei Fragen dazu wenden Sie sich an die Ansprechperson, die in der Einführung genannt wird. Hinweise: Auslagen, zum Beispiel für Fahrten, können nach Absprache erstattet werden. Wer eine Aufgabe doch nicht übernehmen kann, sagt bitte rechtzeitig Bescheid, damit jemand anderes einspringen kann. Eine kurze Rückmeldung genügt. Erste Schritte: Sie müssen sich nicht sofort festlegen. Bei vielen Aufgaben dürfen Sie zunächst nur zuschauen oder einen einzelnen Nachmittag mithelfen, bevor Sie entscheiden. Für jede Gruppe gibt es eine feste Ansprechperson, die Ihre Fragen beantwortet und Sie in den ersten Wochen begleitet. So merken Sie in Ruhe, ob die Aufgabe wirklich zu Ihnen passt, ohne sich gleich zu überfordern.

Hören - ca. 40 Minuten

Audio-Datei: goethe-b1-model-18.mp3

Teil 1 - Kurze Texte

Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.

Text 1

1. Im Lernraum darf man essen.

richtigfalsch

2. Für wen ist der Lernraum besonders gedacht?

  1. a) Für Gruppen, die laut reden.
  2. b) Für alle, die in Ruhe arbeiten möchten.
  3. c) Nur für Kinder.

Text 2

3. In der Bibliothek kann man auch Hörbücher und Filme ausleihen.

richtigfalsch

4. Was ist ein Vorteil der Online-Ausleihe von E-Books?

  1. a) Es fallen keine Mahngebühren an.
  2. b) Sie ist teurer.
  3. c) Man muss sie persönlich abholen.

Text 3

5. Für Erwachsene ist der Bibliotheksausweis kostenlos.

richtigfalsch

6. Was soll man zur Anmeldung mitbringen?

  1. a) Ein Passfoto.
  2. b) Eine alte Rechnung.
  3. c) Den Personalausweis.

Text 4

7. Heute kann man Medien nur an der Theke zurückgeben.

richtigfalsch

8. Was passiert, wenn die Leihfrist gerade abläuft?

  1. a) Man darf nichts mehr ausleihen.
  2. b) Die Rückgabe ist ohne Gebühr.
  3. c) Man zahlt das Doppelte.

Text 5

9. Für den Familiennachmittag muss man sich anmelden.

richtigfalsch

10. Was wird am Familiennachmittag besonders vorgestellt?

  1. a) Bücher in einfacher Sprache.
  2. b) Teure Sammlerstücke.
  3. c) Nur Filme.

Teil 2 - Eine Information verstehen

Sie hören einen längeren Informationstext einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

11. Was kann man mit dem Ausweis kostenlos ausleihen?

  1. a) Bücher, Hörbücher, Filme und Spiele.
  2. b) Nur Bücher.
  3. c) Möbel.

12. Was ist ein Vorteil der digitalen Ausleihe?

  1. a) Sie ist teuer.
  2. b) Man muss alles abholen.
  3. c) Keine Mahngebühren und rund um die Uhr verfügbar.

13. Für wen ist der ruhige Lernraum besonders wichtig?

  1. a) Für laute Gruppen.
  2. b) Für Menschen ohne ruhigen Platz zu Hause.
  3. c) Nur für Mitarbeiter.

14. Was findet in der Bibliothek außerdem statt?

  1. a) Lesungen und ein Sprachcafé.
  2. b) Ein Flohmarkt.
  3. c) Ein Sportturnier.

15. Was kostet das meiste Angebot der Bibliothek?

  1. a) Sehr viel.
  2. b) Nur etwas für Erwachsene.
  3. c) Fast nichts, es ist für alle offen.

Teil 3 - Ein Gespräch verstehen

Sie hören ein Gespräch einmal. Entscheiden Sie, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.

16. Herr Tahirs Tochter braucht einen ruhigen Platz zum Lernen.

richtigfalsch

17. Herr Tahir kannte die E-Books der Bibliothek schon gut.

richtigfalsch

18. Nach der Leihzeit verschwinden die E-Books von selbst.

richtigfalsch

19. Für die Lesung am Samstag braucht man eine kostenlose Karte.

richtigfalsch

20. Herr Tahir nutzt die Bücher in einfacher Sprache zum Deutschlernen.

richtigfalsch

21. Herr Tahir will auf keinen Fall zur Lesung mitkommen.

richtigfalsch

22. Der Lernraum hat bis acht Uhr geöffnet.

richtigfalsch

Teil 4 - Diskussion

Sie hören eine Diskussion zweimal. Ordnen Sie die Aussagen zu: Wer sagt was?

23. Eine Bibliothek ist heute Treffpunkt, Lernort und öffentliches Wohnzimmer.

abc

24. Bibliotheken kosten Geld, und die Städte sparen.

abc

25. Eine Bibliothek bietet allen den gleichen Zugang zu Wissen, unabhängig vom Einkommen.

abc

26. Wenn man E-Books rund um die Uhr ausleihen kann, erreicht man auch neue Menschen.

abc

27. Gedrucktes und digitales Buch verdrängen sich nicht, sondern ergänzen sich.

abc

28. Bibliotheken haben oft Bücher in vielen Sprachen und in einfachem Deutsch.

abc

29. Die Bibliothek ist ein Ort, an dem niemand fremd bleibt.

abc

30. Heute geht es um Bibliotheken und ihre Rolle im digitalen Zeitalter.

abc

Schreiben - 60 Minuten

Teil 1 - Persönliche E-Mail

Eine Freundin möchte Fahrrad fahren lernen und hat Angst vor dem Verkehr. Schreiben Sie eine persönliche E-Mail. Beschreiben Sie kurz, warum Sie schreiben, reagieren Sie auf die Bitte, berichten Sie von einer eigenen Erfahrung und machen Sie einen konkreten Vorschlag. Achten Sie darauf, dass die E-Mail freundlich und natürlich klingt. Sie dürfen auch kurz erklären, was Ihnen selbst damals geholfen hat. Schreiben Sie ungefähr 80 Wörter.

  • Warum melden Sie sich?
  • Welche Erfahrung haben Sie mit dem Thema gemacht?
  • Was schlagen Sie als nächsten Schritt vor?
  • Wann hätten Sie Zeit oder wie bleiben Sie in Kontakt?

Teil 2 - Meinung schreiben

In einem Internetforum lesen Sie die Frage: "Sollte es in jeder Stadt mehr kostenlose Angebote zum Thema Verkehrsregeln geben?" Schreiben Sie Ihre Meinung. Begründen Sie Ihre Ansicht, nennen Sie ein Beispiel aus dem Alltag und gehen Sie kurz auf einen möglichen Nachteil ein. Verwenden Sie passende Verbindungen wie "außerdem", "trotzdem" oder "deshalb". Ihr Text soll wie ein kurzer Forumsbeitrag wirken, nicht wie eine Liste. Schreiben Sie ungefähr 80 Wörter.

  • Ihre Meinung zum Thema
  • Ein Vorteil oder ein persönliches Beispiel
  • Ein Nachteil oder eine Grenze solcher Angebote
  • Ein kurzer Schluss mit Ihrer Empfehlung

Teil 3 - Formelle E-Mail

Sie melden eine gefährliche Kreuzung bei der Stadt. Schreiben Sie eine formelle E-Mail an die zuständige Stelle. Entschuldigen Sie sich, erklären Sie die Situation, bitten Sie um einen neuen Termin oder um eine konkrete Auskunft und schließen Sie höflich. Nennen Sie, wann Sie erreichbar sind. Schreiben Sie ungefähr 40 Wörter.

  • Entschuldigung und Grund
  • Konkreter Wunsch
  • Erreichbarkeit oder Alternativtermin
  • Höflicher Abschluss

Sprechen - ca. 15 Minuten

Die mündliche Prüfung besteht aus drei Teilen. Sprechen Sie frei, reagieren Sie auf Ihre Partnerin oder Ihren Partner und benutzen Sie die Stichpunkte nur als Hilfe.

Teil 1 - Gemeinsam etwas planen

Sie und Ihre Partnerin oder Ihr Partner möchten gemeinsam eine Aktion zum Thema Wochenendausflug vorbereiten. Planen Sie das Gespräch zusammen. Entscheiden Sie, was zuerst geklärt werden muss, wer welche Aufgabe übernimmt und wie Sie andere Personen informieren. Beginnen Sie mit einem Vorschlag, reagieren Sie auf die Ideen der anderen Person und einigen Sie sich am Ende auf einen konkreten Plan.

Teil 2 - Ein Thema präsentieren

Wählen Sie ein Thema aus. Ihre Präsentation soll aus fünf Teilen bestehen.

Thema 1: Ist eine Stadt ohne Autos eine gute Idee?

Folie 1

Stellen Sie Ihr Thema vor. Erklären Sie kurz den Inhalt und die Struktur Ihrer Präsentation.

Folie 2

Berichten Sie, wie Sie in Ihrer Stadt unterwegs sind und was Sie dabei stört oder freut.

Folie 3

Berichten Sie, welche Rolle das Auto in Ihrem Heimatland spielt.

Folie 4

Nennen Sie Vor- und Nachteile und sagen Sie dazu Ihre Meinung. Geben Sie auch Beispiele.

Folie 5

Beenden Sie Ihre Präsentation und bedanken Sie sich bei den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Thema 2: Reisen mit der Bahn oder mit dem Auto - was ist besser?

Folie 1

Stellen Sie Ihr Thema vor. Erklären Sie kurz den Inhalt und die Struktur Ihrer Präsentation.

Folie 2

Berichten Sie von einer Reise, die Ihnen in Erinnerung geblieben ist.

Folie 3

Berichten Sie, wie die Menschen in Ihrem Heimatland verreisen.

Folie 4

Nennen Sie Vor- und Nachteile und sagen Sie dazu Ihre Meinung. Geben Sie auch Beispiele.

Folie 5

Beenden Sie Ihre Präsentation und bedanken Sie sich bei den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Teil 3 - Über das Thema sprechen

Nach der Präsentation stellt Ihre Partnerin oder Ihr Partner eine Frage. Reagieren Sie darauf, geben Sie ein kurzes Feedback zur Präsentation Ihres Partners und führen Sie das Gespräch zum Thema Mobilität und Reisen weiter. Verwenden Sie höfliche Rückfragen und konkrete Beispiele. Sie können zustimmen, widersprechen oder eine eigene Erfahrung ergänzen. Wichtig ist, dass Sie nicht nur mit "ja" oder "nein" antworten, sondern Ihre Reaktion kurz erklären. Die Prüfenden können nach Details fragen, zum Beispiel warum Sie eine Lösung praktisch finden, welche Schwierigkeit entstehen kann oder welche Erfahrung Sie in Ihrer Familie, Schule, Arbeit oder Nachbarschaft gemacht haben.

Lösungsschlüssel

Lesen 1falsch
Lesen 2richtig
Lesen 3richtig
Lesen 4falsch
Lesen 5falsch
Lesen 6richtig
Lesen 7b
Lesen 8a
Lesen 9a
Lesen 10c
Lesen 11c
Lesen 12a
Lesen 13J
Lesen 140
Lesen 15F
Lesen 16G
Lesen 17I
Lesen 18A
Lesen 19B
Lesen 20ja
Lesen 21nein
Lesen 22ja
Lesen 23ja
Lesen 24nein
Lesen 25nein
Lesen 26ja
Lesen 27a
Lesen 28b
Lesen 29c
Lesen 30a
Hören 1falsch
Hören 2b
Hören 3richtig
Hören 4a
Hören 5falsch
Hören 6c
Hören 7richtig
Hören 8b
Hören 9falsch
Hören 10a
Hören 11a
Hören 12c
Hören 13b
Hören 14a
Hören 15c
Hören 16richtig
Hören 17falsch
Hören 18richtig
Hören 19richtig
Hören 20richtig
Hören 21falsch
Hören 22richtig
Hören 23b
Hören 24c
Hören 25b
Hören 26c
Hören 27b
Hören 28c
Hören 29b
Hören 30a

Hörtexte für Audio-Generierung

Hören Teil 1, Beispiel

Guten Tag, Frau Keller, hier ist die Stadtbibliothek. Wir möchten Sie daran erinnern, dass Ihre ausgeliehenen Bücher am Freitag fällig sind. Kleine Information: Sie können die Leihfrist bequem online oder telefonisch verlängern, falls Sie noch nicht fertig sind. Außerdem laden wir Sie herzlich zu unserem Leseabend am Samstag ein, bei dem eine Autorin aus ihrem neuen Buch liest. Der Eintritt ist frei, aber holen Sie sich vorher eine Karte an der Theke. Vielen Dank und bis bald.

Hören Teil 1, Text 1

Sie hören eine Durchsage in der Stadtbibliothek. Liebe Besucherinnen und Besucher, unser ruhiger Lernraum im ersten Stock ist ab heute wieder geöffnet. Er ist besonders für Schülerinnen, Studenten und alle gedacht, die in Ruhe arbeiten möchten. Bitte schalten Sie dort Ihr Handy auf lautlos und sprechen Sie nur leise. Getränke sind erlaubt, Essen aber nicht. Wer einen festen Platz für mehrere Stunden braucht, kann ihn an der Information reservieren. Steckdosen für Laptops gibt es an jedem Tisch.

Hören Teil 1, Text 2

Im folgenden Radiobeitrag geht es um einen Rat. Wussten Sie, dass man in der Bibliothek längst nicht nur Bücher ausleihen kann? Auch Hörbücher, Filme und sogar Gesellschaftsspiele nimmt man kostenlos mit nach Hause. Besonders praktisch ist die Online-Ausleihe: E-Books kann man rund um die Uhr herunterladen, und nach der Leihzeit verschwinden sie von selbst. Eine Mahngebühr gibt es dabei nicht. Fragen Sie einfach an der Theke nach, wie es funktioniert.

Hören Teil 1, Text 3

Sie hören folgende Nachricht. Hallo, hier ist Niko. Du wolltest dir doch einen Bibliotheksausweis machen lassen. Pass auf: Für Kinder und Jugendliche ist der kostenlos, Erwachsene zahlen einen kleinen Jahresbeitrag. Nimm zur Anmeldung einfach deinen Personalausweis mit, mehr brauchst du nicht. Mit dem Ausweis kannst du dann auch die E-Books und die Filme nutzen. Wenn du magst, gehen wir am Samstag zusammen hin, ich muss sowieso Bücher zurückbringen. Sag Bescheid.

Hören Teil 1, Text 4

Sie hören eine Ansage am Eingang der Bibliothek. Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher, unser Rückgabe-Automat ist heute leider defekt. Bitte geben Sie Ihre Medien in dieser Zeit direkt an der Theke ab. Eine Rückgabe außerhalb der Öffnungszeiten ist heute also nicht möglich. Sollte Ihre Leihfrist gerade ablaufen, machen wir das selbstverständlich ohne Gebühr. Sprechen Sie uns einfach an. Ab morgen funktioniert der Automat voraussichtlich wieder. Wir bitten die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen und danken für Ihr Verständnis.

Hören Teil 1, Text 5

Sie hören eine Mitteilung der Bibliotheksleitung. Liebe Leserinnen und Leser, am kommenden Donnerstag findet bei uns ein Familiennachmittag statt. Es gibt eine Vorlesestunde für die Kleinen, eine Bastelecke und für die Eltern eine ruhige Leseecke. Außerdem stellen wir neue Bücher in einfacher Sprache vor, die besonders für alle geeignet sind, die gerade Deutsch lernen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht nötig. Kommen Sie einfach mit der ganzen Familie vorbei.

Hören Teil 2

Sie hören einen Vortrag bei einer Veranstaltung in der Stadtbibliothek. Es spricht die Bibliotheksleiterin, Frau Born. Ich freue mich, dass Sie heute hier sind. Viele Menschen denken bei einer Bibliothek nur an Regale voller Bücher, dabei sind wir längst viel mehr, und das möchte ich Ihnen heute zeigen. Beginnen wir mit dem Ausleihen. Mit einem Ausweis können Sie bei uns kostenlos Bücher, Hörbücher, Filme und sogar Spiele mit nach Hause nehmen. Für Kinder und Jugendliche ist der Ausweis gratis, Erwachsene zahlen nur einen kleinen Jahresbeitrag. Zweitens die digitale Ausleihe, die immer beliebter wird. Über unsere Online-Bibliothek laden Sie E-Books und Hörbücher rund um die Uhr herunter, ganz bequem von zu Hause. Nach der Leihzeit verschwinden sie von selbst, Sie müssen nichts zurückbringen, und Mahngebühren gibt es nicht. Gerade wer schlecht zu Fuß ist oder wenig Zeit hat, profitiert davon sehr. Drittens sind wir ein Ort zum Lernen und Arbeiten. Unser ruhiger Lernraum steht allen offen, ob für die Hausaufgaben, die Prüfungsvorbereitung oder einfach zum konzentrierten Arbeiten. Das ist besonders wichtig für Menschen, die zu Hause keinen ruhigen Platz haben. Ein vierter Punkt ist mir besonders wichtig: Wir sind ein Treffpunkt für alle. Bei uns finden Lesungen, Vorlesestunden für Kinder und ein Sprachcafé statt, in dem man Deutsch übt. Wir haben außerdem viele Bücher in einfacher Sprache und in anderen Sprachen. Niemand muss perfekt Deutsch können, um sich bei uns wohlzufühlen. Lassen Sie mich Ihnen ein Beispiel erzählen. Vor Kurzem kam eine junge Mutter zu uns, die wenig Geld hat und sich für ihre Kinder keine Bücher leisten konnte. Bei uns leiht sie nun jede Woche einen Stapel aus, völlig kostenlos. Ihre Tochter ist inzwischen eine begeisterte Leserin geworden. Genau dafür sind wir da. Ein weiterer Punkt, der oft übersehen wird, ist unsere Beratung. Sie wissen nicht, was Sie lesen sollen? Sagen Sie uns, was Sie mögen, und wir empfehlen Ihnen etwas Passendes. Das kann kein Computer so gut wie ein Mensch, der Ihnen zuhört. Und wer im Internet etwas sucht, aber unsicher ist, dem helfen unsere Mitarbeiter gern, eine verlässliche Quelle von einer fragwürdigen zu unterscheiden. Auch das gehört heute zu unseren Aufgaben. Und schließlich: All das ist für fast alle kostenlos, denn Bildung und Kultur sollen allen offenstehen, unabhängig vom Geldbeutel. Kommen Sie einfach vorbei, schauen Sie sich um und fragen Sie uns. Wir helfen Ihnen gern. Schauen Sie ruhig regelmäßig vorbei, denn es gibt bei uns immer wieder etwas Neues zu entdecken. Herzlichen Dank fürs Zuhören. Fragen Sie nun ruhig alles, was offen ist.

Hören Teil 3

Hören Sie ein Gespräch zwischen zwei Bekannten, Frau Renz und Herrn Tahir, die sich in der Bibliothek treffen. Frau Renz: Herr Tahir, Sie hier? Das wusste ich gar nicht, dass Sie auch in die Bibliothek gehen. Herr Tahir: Erst seit Kurzem. Meine Tochter braucht einen ruhigen Platz zum Lernen, und zu Hause ist es bei uns immer laut. Frau Renz: Dann ist der Lernraum im ersten Stock genau das Richtige. Da ist es wirklich still. Herr Tahir: Genau dort sitzt sie gerade. Und ich habe entdeckt, dass es hier auch Bücher in einfacher Sprache gibt. Ich lerne ja noch Deutsch. Frau Renz: Das ist wunderbar. Die sind wirklich gut zum Üben. Und haben Sie schon die E-Books ausprobiert? Herr Tahir: E-Books? Nein, davon habe ich noch nichts gehört. Wie geht das? Frau Renz: Ganz einfach. Mit Ihrem Ausweis laden Sie die Bücher zu Hause aufs Handy oder Tablet. Nach drei Wochen verschwinden sie von selbst, Sie müssen nichts zurückbringen. Herr Tahir: Das ist ja praktisch. Dann kann ich abends lesen, ohne extra herzukommen. Frau Renz: Genau. Und es kostet nichts extra, der Ausweis reicht. Fragen Sie einfach an der Theke, die zeigen es Ihnen. Herr Tahir: Das mache ich. Sagen Sie, gehen Sie eigentlich auch zu diesen Lesungen? Ich habe ein Plakat gesehen. Frau Renz: Ja, sehr gern. Am Samstag liest eine Autorin aus ihrem neuen Buch. Der Eintritt ist frei, man braucht nur eine Karte von der Theke. Herr Tahir: Das klingt interessant, aber ich verstehe vielleicht noch nicht alles. Frau Renz: Das macht nichts. Es ist eine schöne Gelegenheit zuzuhören, und danach kann man Fragen stellen. Kommen Sie doch einfach mit. Herr Tahir: Wissen Sie was, das mache ich. So höre ich gleich noch mehr Deutsch. Eine Frage habe ich noch: Was passiert, wenn ich ein Buch zu spät zurückbringe? Frau Renz: Dann fällt eine kleine Gebühr pro Tag an, aber das lässt sich leicht vermeiden. Herr Tahir: Wie denn? Frau Renz: Sie verlängern die Frist einfach rechtzeitig, online oder mit einem kurzen Anruf, das geht in einer Minute. Herr Tahir: Ach, das ist praktisch. Ich hatte nämlich Angst, dass das teuer wird. Frau Renz: Nein, überhaupt nicht. Und bei den E-Books kann gar nichts passieren, die verschwinden ja von selbst, da gibt es nie eine Gebühr. Herr Tahir: Das ist wirklich gut durchdacht. Ich glaube, ich werde hier oft sein. Frau Renz: Das freut mich. Sie werden sehen, mit der Zeit entdeckt man immer mehr, was die Bibliothek alles bietet. Sehr gut. Dann hole ich uns nachher zwei Karten. Und Ihrer Tochter sagen Sie, der Lernraum hat bis acht Uhr geöffnet. Herr Tahir: Das richte ich ihr aus. Vielen Dank, Frau Renz, Sie haben mir heute richtig viel gezeigt.

Hören Teil 4

Moderatorin: Schön, dass Sie zuhören. Heute geht es um Bibliotheken und um die Frage, welche Rolle sie in Zeiten von Internet und Smartphone noch spielen. Manche meinen, Bibliotheken seien überflüssig geworden, andere sagen, sie seien wichtiger denn je. Bei mir sind Frau Hartig, die eine Stadtbibliothek leitet, und Herr Reuter, ein Kulturjournalist. Frau Hartig, braucht man Bibliotheken im digitalen Zeitalter überhaupt noch? Frau Hartig: Mehr denn je, davon bin ich überzeugt. Eine Bibliothek ist heute viel mehr als ein Ort für Bücher. Sie ist ein Treffpunkt, ein Lernort und für viele Menschen das einzige öffentliche Wohnzimmer, das es noch gibt. Hier kann man sich aufhalten, ohne etwas kaufen zu müssen. Moderatorin: Das ist ein interessanter Gedanke. Können Sie ein Beispiel nennen? Frau Hartig: Gern. Bei uns kommen Schüler, die zu Hause keinen ruhigen Platz haben, um zu lernen. Es kommen ältere Menschen, die Gesellschaft suchen, und Familien zur Vorlesestunde. Ein gutes Beispiel ist ein Rentner, der jeden Tag die Zeitung liest und dabei mit anderen ins Gespräch kommt. Für ihn ist die Bibliothek ein Stück Heimat. Herr Reuter: Das sehe ich genauso, und trotzdem muss ich eine kritische Frage stellen. Bibliotheken kosten Geld, und die Städte sparen. Wie rechtfertigt man diese Ausgaben? Frau Hartig: Indem man zeigt, was sie leisten. Eine Bibliothek bietet allen den gleichen Zugang zu Wissen und Kultur, vom Kind bis zum Rentner, unabhängig vom Einkommen. Das ist gelebte Chancengleichheit, und die ist unbezahlbar. Herr Reuter: Da haben Sie recht, und gerade deshalb finde ich die digitale Öffnung so wichtig. Wenn man E-Books rund um die Uhr ausleihen kann, erreicht man auch Menschen, die sonst nie kämen. Moderatorin: Verdrängt das Digitale denn nicht das gedruckte Buch? Frau Hartig: Überhaupt nicht, beides ergänzt sich. Manche lesen lieber auf Papier, andere digital. Wir bieten einfach beides an, und die Menschen wählen selbst. Ein gutes Beispiel ist eine Berufstätige, die unter der Woche E-Books liest und am Wochenende mit den Kindern zu uns kommt. Herr Reuter: Ein wichtiger Punkt ist für mich die Sprache und die Integration. Bibliotheken haben oft Bücher in vielen Sprachen und in einfachem Deutsch. Frau Hartig: Genau, und ein Sprachcafé dazu. Bei uns treffen sich Menschen aus vielen Ländern, lesen, reden und lernen voneinander. Die Bibliothek ist ein Ort, an dem niemand fremd bleibt. Moderatorin: Ein häufiger Vorwurf lautet, junge Menschen läsen kaum noch und kämen gar nicht mehr in die Bibliothek. Stimmt das? Frau Hartig: Das ist ein Vorurteil. Junge Menschen lesen anders, oft digital, aber sie lesen. Und sie kommen zu uns, nur eben für anderes: zum Lernen, für das WLAN, für Veranstaltungen. Man muss ihnen nur passende Angebote machen. Herr Reuter: Das deckt sich mit meiner Beobachtung. In modernen Bibliotheken sieht man volle Lernräume, gerade vor Prüfungen. Der Ort verändert sich, aber er lebt. Moderatorin: Was bedeutet das für die Räume selbst? Frau Hartig: Wir denken sie neu. Früher war eine Bibliothek vor allem ein stiller Ort. Heute gibt es bei uns einen ruhigen Lernbereich, aber auch Ecken zum Reden, einen Bereich für Kinder und einen für Veranstaltungen. So ist für jeden etwas dabei. Herr Reuter: Und genau das macht sie wertvoll. Eine Bibliothek ist einer der wenigen Orte, an denen man sich aufhalten darf, ohne Geld auszugeben. In Zeiten, in denen alles etwas kostet, ist das ein großes Gut. Frau Hartig: Ein gutes Beispiel sind Jugendliche, die nach der Schule zu uns kommen, statt allein zu Hause zu sitzen. Sie machen Hausaufgaben, treffen Freunde und sind in einer sicheren Umgebung. Manche Eltern sind uns dafür sehr dankbar. Herr Reuter: Das zeigt, dass Bibliotheken auch eine soziale Aufgabe haben, weit über Bücher hinaus. Frau Hartig: Genau. Wir sind Bildungsort, Treffpunkt und Schutzraum zugleich. Und solange Menschen einen solchen Ort brauchen, und das werden sie immer, hat die Bibliothek eine Zukunft. Moderatorin: Spielt die Bibliothek auch beim Deutschlernen eine Rolle? Frau Hartig: Eine große. Wir haben Bücher in einfacher Sprache, ein Sprachcafé und geduldige Mitarbeiter. Viele machen hier ihre ersten Schritte auf Deutsch, ganz ohne Druck. Herr Reuter: Und sie finden Anschluss. Eine Bibliothek ist oft der erste Ort, an dem sich ein neu Zugezogener willkommen fühlt, das ist gelebte Integration. Frau Hartig: Schöner kann man es nicht sagen. Moderatorin: Und das alles kostenlos? Frau Hartig: Fast alles, ja. Gerade deshalb ist die Bibliothek so wertvoll für Menschen mit wenig Geld, sie öffnet Türen, die sonst verschlossen blieben. Herr Reuter: Und sie tut das ganz leise, ohne großes Aufheben. Moderatorin: Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Bibliotheken? Frau Hartig: Dass die Städte ihren Wert erkennen und sie nicht kaputtsparen. Sie sind eine kleine Investition mit großer Wirkung. Herr Reuter: Und dass die Menschen sie wiederentdecken. Wer einmal da war, kommt meistens gern wieder. Moderatorin: Das sind zwei wertvolle Gedanken. Ihnen beiden vielen Dank und alles Gute.