Lesen - 65 Minuten
Das Modul Lesen hat fünf Teile. Sie lesen mehrere Texte und lösen Aufgaben dazu. Sie können mit jeder Aufgabe beginnen. Für jede Aufgabe gibt es nur eine richtige Lösung.
Teil 1 - Korrespondenz lesen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie den Text und die Aufgaben 1 bis 6 dazu. Wählen Sie: Sind die Aussagen richtig oder falsch?
E-Mail: Einkaufsplanung
Hallo Rami,
du hast erzählt, dass du dich gesünder ernähren möchtest, ohne dabei viel Geld auszugeben – das wollte ich auch lange, habe aber nie richtig angefangen. Erst eine günstige Kochgruppe im Stadtteil hat mir den Anstoß gegeben.
Bevor ich zum ersten Kochabend ging, habe ich überlegt, was ich wirklich ändern will, und meine üblichen Einkaufszettel mitgenommen, um ehrlich draufzuschauen. Gleich beim Anmelden sollte man angeben, ob man Allergien hat – das fand ich gut, weil dann beim gemeinsamen Einkauf darauf geachtet wird. Der Kurs läuft über drei Abende, und die Lebensmittel sind in der Gebühr enthalten. Meine wichtigste Frage war: Wie koche ich schnell und trotzdem gesund, wenn ich abends müde von der Arbeit komme?
Eine fertige Lösung gab es nicht, doch hinterher hatte ich einen klaren Plan, womit ich anfange – mit einer Wochenliste und drei einfachen Gerichten. Ein paar Zutaten musste ich erst ausprobieren. In der Gruppe ging es bunt zu: Einer wollte wegen Diabetes mehr über Zucker wissen, eine Mutter suchte Ideen fürs Pausenbrot.
Mein Tipp: Überleg dir vorher die eine Mahlzeit, die dir am schwersten fällt, und fang genau da an. Wenn du magst, bin ich am Mittwoch beim Schnupperabend dabei; kochen und fragen solltest du aber selbst, dann bleibt es auch eher hängen.
Liebe Grüße aus Hamburg
Iris
Beispiel. Die E-Mail berichtet von einer persönlichen Erfahrung.
richtigfalsch
1. Nach dem Gespräch musste Iris noch einzelne Punkte prüfen.
richtigfalsch
2. Das Gespräch half Iris vor allem dabei, den nächsten Schritt zu erkennen.
richtigfalsch
3. Das Gespräch bestand nur aus einem langen Vortrag ohne persönliche Fragen.
richtigfalsch
4. Nach dem Termin wusste Iris weniger als vorher.
richtigfalsch
5. Iris bietet an, am Mittwoch mitzukommen.
richtigfalsch
6. Iris empfiehlt, ohne Vorbereitung zu dem Termin zu gehen.
richtigfalsch
Teil 2 - Pressetexte verstehen
Arbeitszeit: 20 Minuten
Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 7 bis 9 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Aus der Presse: Hilfe bei Repair-Café
Eine regionale Zeitung beschreibt, warum im Stadtteil das Reparieren wieder Mode wird. Hintergrund ist der Ärger vieler Menschen darüber, dass kleine Defekte oft zum Wegwerfen führen, obwohl sich Geräte mit wenig Aufwand retten ließen.
Im Mittelpunkt steht das Repair-Café, das mehrere Angebote bündelt. Während erfahrene Helfer mit den Besuchern gemeinsam Geräte reparieren, gibt es eine offene Fahrradwerkstatt, eine Nähhilfe und einen Werkzeug-Grundkurs für alle, die kleine Reparaturen künftig selbst erledigen möchten. Repariert wird nicht für die Leute, sondern mit ihnen.
Besonders gefragt sind Hilfen bei Kleingeräten, beim Fahrrad und beim Verstehen eines Kostenvoranschlags der Werkstatt. Eine Garantie gibt es nicht; es geht ums gemeinsame Ausprobieren und ums Lernen, nicht um einen Reparaturdienst.
Die Stadt meldet, dass weniger funktionsfähige Dinge im Müll landen und sich mehr Menschen zutrauen, selbst zu schrauben. Wer einmal ein Gerät gerettet hat, kauft beim nächsten Defekt nicht gleich neu.
Vor einem Besuch sollen die Teilnehmenden ihr Gerät samt Zubehör mitbringen und sich anmelden, weil pro Person nur ein Kleingerät möglich ist. Ausgewertet wird, welche Geräte am häufigsten kaputtgehen, um gezielt Tipps zu geben.
Begleitet wird das Angebot von einer Ersatzteilbörse, auf der man Schrauben und kleine Bauteile tauscht.
Beispiel. In diesem Text geht es um ...
- a) ein neues Beratungsmodell im Alltag.
- b) einen privaten Reisebericht.
- c) eine Prüfung im Sprachkurs.
7. Wie wird im Repair-Café gearbeitet?
- a) Nur Fachleute dürfen den Raum betreten.
- b) Die Geräte werden eingeschickt und zurückgeschickt.
- c) Nicht für die Leute, sondern gemeinsam mit ihnen.
8. Warum sollen sich Besucher vorher anmelden?
- a) Der Eintritt kostet zehn Euro.
- b) Es gibt nur einen einzigen Helfer.
- c) Pro Person ist nur ein Kleingerät möglich.
9. Was meldet die Stadt seit dem Start?
- a) Weniger funktionsfähige Dinge landen im Müll.
- b) Es werden mehr Neugeräte gekauft.
- c) Die Werkstätten haben geschlossen.
Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 10 bis 12 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Reportage: Vom Aushang zum echten Termin
Ein kleines Team begleitete die ersten Beratungstermine zum Thema Schule und verglich nach vier Wochen die Rückmeldungen. Am Anfang kamen überraschend wenige Eltern. Einige Einladungen klangen freundlich, nannten aber nicht klar, was die Eltern mitbringen sollten; andere Termine lagen so, dass berufstätige Eltern sie kaum wahrnehmen konnten.
Daraufhin wurde einiges verändert. Die Elternbriefe enthalten jetzt mehr Alltagssprache und starten mit einem Beispiel aus dem Schulalltag. Anhand eines kurzen Musterfalls gehen die Eltern eine Anmeldung gemeinsam durch.
Besonders hilfreich sind echte Musterbriefe und kurze Gespräche: Daran erkennen die Eltern ihre eigene Situation schneller wieder und trauen sich eher zu fragen. Wer sich vor der Gruppe nicht äußern mag, reicht eine Frage einfach vorab schriftlich ein.
Die Projektleiterin hält kleine, wiedererkennbare Beispiele für wichtiger als vollständige Regelübersichten. Offen bleibt, wie viele zusätzliche Sprechstunden die Schule dauerhaft anbieten kann.
Auffällig war außerdem, dass berufstätige Eltern feste Vormittagstermine kaum nutzen konnten. Als die Schule eine Sprechzeit am frühen Abend anbot, kamen deutlich mehr Familien. Deshalb sollen die Termine künftig flexibler liegen, und ein Teil der Beratung wird zusätzlich am Telefon angeboten. So erreicht das Angebot auch Eltern, die tagsüber arbeiten oder mehrere Kinder betreuen.
10. Warum kamen anfangs wenige Eltern?
- a) Die Beratung fand in einer anderen Stadt statt.
- b) Einladungen nannten nicht, was man mitbringen soll, und Termine passten schlecht.
- c) Die Schule verlangte Eintritt.
11. Was hilft Eltern, sich eher zu trauen nachzufragen?
- a) Lange Regelübersichten.
- b) Echte Musterbriefe und kurze Gespräche.
- c) Ein schriftlicher Wissenstest.
12. Wie reagierte die Schule auf das Terminproblem?
- a) Sie verlegte alle Termine auf den Vormittag.
- b) Sie bot eine Sprechzeit am frühen Abend und Beratung am Telefon an.
- c) Sie strich die Beratung komplett.
Teil 3 - Anzeigen zuordnen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie die Situationen 13 bis 19 und die Anzeigen A bis J aus verschiedenen deutschsprachigen Medien. Wählen Sie: Welche Anzeige passt zu welcher Situation? Sie können jede Anzeige nur einmal verwenden. Die Anzeige aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden. Für eine Situation gibt es keine passende Anzeige. In diesem Fall schreiben Sie 0.
Mehrere Personen suchen passende Informationen oder Angebote zum Thema Bibliothek und Kultur.
Beispiel. Sie brauchen Hilfe beim Installieren der E-Book-App. Anzeige: B
13. Sie möchten am Bibliothekscomputer eine Bewerbung als PDF speichern.
14. Sie können wegen Krankheit nicht kommen und brauchen Bücher zu Hause.
15. Sie möchten seriöse Internetquellen erkennen.
16. Sie suchen kostenlose Veranstaltungen mit Kulturpass.
17. Sie möchten eine Geschichte in einfacher Sprache hören.
18. Sie suchen einen Pflegekurs für Angehörige.
19. Sie möchten für Ihre Lerngruppe einen ruhigen Raum reservieren.
A
Lernraum reservieren: Wir halten einen ruhigen Platz für Ihre Lerngruppe bereit, höchstens zwei Stunden am Stück. So finden Sie auch in einer vollen Bibliothek Ruhe zum Arbeiten. Für die Reservierung ist ein Bibliotheksausweis nötig. Bitte sagen Sie kurz ab, wenn Sie den Raum doch nicht brauchen, damit andere ihn nutzen können.
B
E-Book-Sprechstunde: Wir installieren mit Ihnen die App, starten gemeinsam eine erste Ausleihe und zeigen, wie Sie die Leihfrist verlängern. So lesen Sie bald bequem auf Tablet oder Handy. Halten Sie Ihren Ausweis und Ihr Gerät bereit. Wir richten nichts heimlich ein, sondern erklären jeden Schritt, damit Sie es danach selbst können.
C
Vorleseabend: Bei Tee und in gemütlicher Runde hören Sie kurze Geschichten in einfacher Sprache, danach kommen wir ins Gespräch. So macht Lesen Freude, auch wenn Deutsch noch nicht perfekt ist. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Wer mag, bringt eine eigene Lieblingsgeschichte mit; das ist aber keine Pflicht.
D
Medienrückgabe: Über die Rückgabeklappe am Eingang geben Sie Bücher, Spiele und Filme auch außerhalb der Öffnungszeiten zurück. So geraten Sie nie in Verzug, nur weil die Bibliothek geschlossen ist. Bitte geben Sie empfindliche Medien wie DVDs trotzdem lieber persönlich ab, damit nichts beschädigt wird.
E
Bewerbungen am Bibliotheks-PC: Unterlagen drucken, als PDF sichern und per E-Mail versenden - an unseren Computern kein Problem. So erledigen Sie Ihre Bewerbung in Ruhe, auch ohne eigenen Drucker zu Hause. Eine Mitarbeiterin hilft auf Wunsch weiter. Bringen Sie Ihre Dateien auf einem USB-Stick oder in Ihrem E-Mail-Postfach mit.
F
Kulturpass-Beratung: Von Konzerten bis Museum - wir zeigen, wo Sie Veranstaltungen finden und kostenlose Angebote buchen. So nehmen Sie mehr am Kulturleben teil, auch mit kleinem Geldbeutel. Falls Sie einen Kulturpass haben, nehmen Sie ihn gern mit. Gern stellen wir Ihnen ein paar Angebote zusammen, die zu Ihren Interessen passen.
G
Deutsch-Leseclub: Kurze Zeitungsartikel lesen wir gemeinsam; unbekannte Wörter wandern in ein kleines Heft. So wächst Ihr Wortschatz an Themen, die Sie wirklich interessieren. Vorkenntnisse sind nicht nötig, nur Neugier. Sie bestimmen mit, welche Texte wir als Nächstes lesen; jede Frage ist willkommen, auch zu einem einzigen Wort.
H
Kinderbibliothek: Bilderbücher, eine gemütliche Spielecke und eigene Familienausweise warten auf Sie. So kommen schon die Kleinsten auf den Geschmack des Lesens. Der Besuch ist kostenlos. Einmal in der Woche lesen wir vor; die Zeiten hängen am Eingang aus. Bringen Sie gern etwas Zeit zum Stöbern mit.
I
Recherchetraining: Wir üben mit Ihnen, seriöse Informationen im Internet zu finden und Quellen ordentlich zu notieren. So unterscheiden Sie Verlässliches von Unsinn. Bringen Sie ein Thema mit, das Sie gerade beschäftigt. An echten Beispielen wird schnell klar, woran man eine vertrauenswürdige Seite erkennt und woran nicht.
J
Bücherbringdienst: Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst kommen kann, bekommt Bücher von Freiwilligen nach Hause gebracht. So bleibt das Lesen möglich, auch wenn der Weg schwerfällt. Melden Sie sich telefonisch und nennen Sie Ihre Wünsche. Gern suchen wir nach Themen aus, die Ihnen Freude machen.
Teil 4 - Meinungen verstehen
Arbeitszeit: 15 Minuten
Lesen Sie die Texte 20 bis 26. Wählen Sie: Ist die Person für persönliche Beratungsangebote zu Berufssprache?
In einer Zeitschrift lesen Sie Leserbriefe zum Thema persönliche Beratungsangebote zu Berufssprache.
LESERBRIEFE
Beispiel. Niko: Für mich überwiegt der Nutzen klar. Persönliche Beratung kostet wenig und bringt viel: Sie spart Wege, vermeidet Fehler und gibt einem das gute Gefühl, die Sache im Griff zu haben.
20. Chiara: Deutsch für den Beruf lernt man am besten im Beruf selbst, nicht in einem Extra-Kurs. Wer zuhört und sich traut nachzufragen, kommt schnell rein. Ein zusätzlicher Lernabend nach der Arbeit ist mir zu viel. Sinnvoller wäre, wenn die Kolleginnen und Kollegen geduldiger erklären würden, statt alles in Eile zu sagen.
21. Tarik: Ich halte den Lernabend für sehr sinnvoll. Im Arbeitsalltag traut man sich oft nicht nachzufragen, weil alles schnell gehen muss. In der kleinen Gruppe kann man genau das üben, ohne Angst vor Fehlern. Besonders gut finde ich, dass mit echten Aushängen und E-Mails gearbeitet wird; so hilft es am nächsten Tag sofort.
22. Jana: Ich bin skeptisch, ob solche Kurse nötig sind. Wer eine Stelle hat, hat schon bewiesen, dass es reicht; der Rest kommt mit der Zeit von selbst. Feste Termine nach Feierabend belasten zusätzlich. Das Geld wäre besser in eine bessere Einarbeitung gesteckt, bei der erfahrene Kollegen sich am Anfang wirklich Zeit nehmen.
23. Xenia: Für mich ist das Üben an echten Beispielen der beste Weg. Man bringt eine Arbeitsanweisung mit und versteht sie hinterher, statt im Betrieb peinlich nachfragen zu müssen. Solange niemand bloßgestellt wird, sehe ich nur Vorteile. Mir hat besonders geholfen, höfliche Sätze fürs Nachfragen zu lernen; die nutze ich jetzt täglich.
24. Hakan: Ich unterstütze solche Angebote sehr. Sprache am Arbeitsplatz entscheidet oft über Sicherheit und über das Vorankommen im Job. Ein ruhiger Rahmen zum Üben gibt Selbstvertrauen, gerade bei der Sicherheitsunterweisung. Mir gefällt, dass der Arbeitgeber das bezahlt; das zeigt, dass gute Verständigung allen nützt, nicht nur den Beschäftigten.
25. Tanja: So ein Angebot macht auf dem Papier Sinn, erreicht aber zu selten Menschen, die es bräuchten. Wer unsicher ist, meldet sich gerade nicht freiwillig zu einem Kurs vor den Kollegen. Ich möchte meine Schwächen auch nicht im Betrieb zeigen. Eine ruhige Einzelhilfe oder eine gute App wären für viele die ehrlichere und angenehmere Lösung.
26. Wassim: Ich stehe klar hinter der Idee. Berufssprache besteht aus vielen kleinen Bausteinen – nachfragen, bestätigen, übergeben –, und die übt man am besten an echten Aufgaben. Mir hat es Mut gemacht, im Meeting endlich den Mund aufzumachen. Betriebe und Volkshochschulen sollten solche Lernabende ausbauen und früh allen anbieten.
Teil 5 - Informationsblatt verstehen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie die Aufgaben 27 bis 30 und den Text dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Sie informieren sich über ein Informationsblatt zum Thema Onlinekauf.
27. Was soll man aufbewahren?
- a) Nur die Verpackung.
- b) Bestellnummer und Rechnung.
- c) Nur eine Telefonnummer.
28. An wen soll man bei Problemen zuerst schreiben?
- a) An den Händler.
- b) An den Sportverein.
- c) An die Schule.
29. Was soll man genau beachten?
- a) Fristen.
- b) Ferienzeiten.
- c) Fahrpläne.
30. Worum geht es im Informationsblatt?
- a) Um Onlinekäufe.
- b) Um die Müllabfuhr.
- c) Um einen Ausflug.
INFORMATIONSBLATT ONLINEKÄUFE
Dieses Blatt richtet sich an alle, die im Internet einkaufen und bei Problemen sicher reagieren möchten. Es ersetzt keine Rechtsberatung, gibt aber einen klaren Überblick über die wichtigsten Schritte.
Aufbewahren: Heben Sie bei jeder Bestellung die Bestellnummer und die Rechnung gut auf. Mit diesen Angaben lässt sich später alles schnell klären; ohne sie wird es oft schwierig.
Bei Problemen: Wenden Sie sich bei einer falschen oder kaputten Lieferung zuerst an den Händler, nicht an die Bank oder den Hersteller. Schreiben Sie sachlich, nennen Sie die Bestellnummer und sagen Sie klar, was Sie möchten.
Beachten: Achten Sie genau auf die Fristen. Für Rückgabe und Reklamation gelten bestimmte Zeiträume; wer zu lange wartet, verliert seine Ansprüche.
Hinweise: Eine kostenlose Beratung hilft beim Formulieren der Nachricht. Bringen Sie Kopien Ihrer Unterlagen mit; die Originale bleiben bei Ihnen. Bei unseriösen Angeboten oder Drohungen wenden Sie sich bitte zusätzlich an eine offizielle Beratungsstelle.
Sicher bezahlen: Achten Sie schon beim Bestellen auf eine sichere Bezahlart und auf ein Schloss-Symbol in der Adresszeile. Geben Sie niemals mehr Daten an, als für die Bestellung nötig sind. Bei Zweifeln am Anbieter hilft eine kurze Suche nach Erfahrungsberichten. Bewahren Sie Bestätigungs-E-Mails auf, denn sie zeigen oft genau, was Sie bestellt und bezahlt haben.
Hören - ca. 40 Minuten
Audio-Datei: goethe-b1-model-17.mp3
Teil 1 - Kurze Texte
Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.
Text 1
1. Am Freitag trainieren die Erwachsenen in der großen Halle.
richtigfalsch
2. Wo erfährt man, ob das Training stattfindet?
- a) Im Rathaus.
- b) Beim Schulturnier.
- c) Auf der Internetseite des Vereins.
Text 2
3. In der Gruppe bleibt man laut dem Beitrag eher beim Sport.
richtigfalsch
4. Was bieten viele Vereine an?
- a) Eine eigene Halle für jeden.
- b) Ein kostenloses Probetraining.
- c) Kostenlose Trikots.
Text 3
5. Der Schwimmkurs ist für gute Schwimmer gedacht.
richtigfalsch
6. Was muss man selbst noch tun?
- a) Sich im Vereinsbüro anmelden.
- b) Den Kurs bezahlen.
- c) Eine Badekappe kaufen.
Text 4
7. Der Mitgliedsbeitrag wird ab Januar nur noch einmal im Jahr abgebucht.
richtigfalsch
8. Was gibt es für Familien?
- a) Eine eigene Halle.
- b) Kostenloses Training.
- c) Einen ermäßigten Beitrag.
Text 5
9. Beim Sommerfest werden noch Helfer gesucht.
richtigfalsch
10. Wofür werden Helfer gesucht?
- a) Für das Training.
- b) Für Aufbau und Kuchenstand.
- c) Für die Buchhaltung.
Teil 2 - Eine Information verstehen
Sie hören einen längeren Informationstext einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
11. Was kann man bei dem Verein zuerst tun?
- a) Eine Prüfung ablegen.
- b) Kostenlos zur Probe trainieren.
- c) Sofort einen Vertrag unterschreiben.
12. Was gilt für Familien beim Beitrag?
- a) Es gibt Ermäßigungen.
- b) Sie zahlen doppelt.
- c) Sie dürfen nicht mitmachen.
13. Worum geht es im Verein vor allem?
- a) Nur um Leistung und Wettkampf.
- b) Um teure Ausrüstung.
- c) Um Bewegung, Spaß und Gemeinschaft.
14. Was bekommt man, wenn man eine Aufgabe übernimmt?
- a) Ein eigenes Büro.
- b) Eine kostenlose Einweisung.
- c) Ein hohes Gehalt.
15. Welche Rolle spielt die Sprache beim gemeinsamen Sport?
- a) Fast keine, man macht einfach mit.
- b) Man muss perfekt Deutsch sprechen.
- c) Man darf nicht reden.
Teil 3 - Ein Gespräch verstehen
Sie hören ein Gespräch einmal. Entscheiden Sie, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.
16. Herrn Lang hat das kostenlose Probetraining überzeugt.
richtigfalsch
17. Frau Petrov hat erst vor Kurzem viel Sport gemacht.
richtigfalsch
18. Für Familien gibt es im Verein eine Ermäßigung.
richtigfalsch
19. Herr Lang möchte Volleyball ausprobieren.
richtigfalsch
20. Im Verein ist nur willkommen, wer schon gut Deutsch spricht.
richtigfalsch
21. Frau Petrov will mit etwas Ruhigerem anfangen.
richtigfalsch
22. Die beiden wollen sich beide fürs Training vormerken lassen.
richtigfalsch
Teil 4 - Diskussion
Sie hören eine Diskussion zweimal. Ordnen Sie die Aussagen zu: Wer sagt was?
- a) Moderator
- b) Frau Sommer
- c) Herr Bauer
23. Was einen guten Verein ausmacht, ist vor allem die Gemeinschaft.
abc
24. Es wird immer schwerer, Menschen für ein Ehrenamt zu gewinnen.
abc
25. Bei uns trifft sich nach dem Training oft eine Gruppe noch auf einen Tee.
abc
26. Verteilt man die Arbeit auf viele Schultern, ist niemand überlastet.
abc
27. Bewegung und Gemeinschaft dürfen nicht vom Geldbeutel abhängen.
abc
28. Über die Ermäßigung kam ein Junge zu uns, der sich keinen teuren Sport leisten konnte.
abc
29. Beim Sport spielt die Sprache kaum eine Rolle, man macht einfach mit.
abc
30. Heute sprechen wir über das Vereinsleben und wie Vereine lebendig bleiben.
abc
Hörtexte für Audio-Generierung
Hören Teil 1, Beispiel
Hallo Maja, hier ist Deniz vom Sportverein. Ich wollte dich an dein Probetraining am Mittwoch erinnern. Kleine Änderung: Es beginnt eine Viertelstunde später, also um achtzehn Uhr fünfzehn, weil vorher die Kindergruppe die Halle nutzt. Bring bitte Hallenschuhe und etwas zu trinken mit, alles andere haben wir da. Die erste Stunde ist für dich kostenlos, du kannst also in Ruhe schauen, ob es dir gefällt. Wir treffen uns am Eingang der Sporthalle. Ruf an, falls es nicht klappt. Bis Mittwoch!
Hören Teil 1, Text 1
Sie hören eine Durchsage im Sportverein. Liebe Mitglieder, die große Sporthalle bleibt am Freitag wegen eines Schulturniers gesperrt. Das Training der Erwachsenen findet an diesem Tag draußen auf dem Sportplatz statt; bei starkem Regen fällt es leider aus. Bitte schaut am Freitagnachmittag kurz auf unsere Internetseite, dort steht, ob trainiert wird. Ab Montag sind wir wieder wie gewohnt in der Halle. Denkt beim Training im Freien bitte an wetterfeste Kleidung. Wir danken euch für euer Verständnis.
Hören Teil 1, Text 2
Und nun zu einem Hinweis im Radio. Wer mit dem Sport anfangen möchte, sollte sich einen Verein suchen. In der Gruppe bleibt man eher dran, weil die anderen auf einen warten, und man findet schnell Anschluss. Viele Vereine bieten ein kostenloses Probetraining an, sodass man ohne Risiko ausprobieren kann, ob ein Sport zu einem passt. Wichtig ist nur, langsam anzufangen und sich nicht zu überfordern. Wer gesundheitliche Beschwerden hat, fragt vorher kurz beim Arzt nach.
Hören Teil 1, Text 3
Sie hören eine persönliche Nachricht. Hallo, hier ist Fiona. Du wolltest doch auch mal zum Schwimmen gehen. Beim Verein gibt es einen Anfängerkurs für Erwachsene, immer dienstagabends, und es sind noch zwei Plätze frei. Man muss kein guter Schwimmer sein, im Gegenteil, der Kurs ist genau für Anfänger. Ich habe uns schon vorgemerkt, aber du musst dich selbst noch im Vereinsbüro anmelden. Sag mir bis morgen Bescheid, dann gehen wir zusammen hin.
Hören Teil 1, Text 4
Sie hören eine Ansage im Vereinsbüro. Liebe Mitglieder, wir möchten Sie informieren, dass der Mitgliedsbeitrag ab Januar nur noch einmal im Jahr abgebucht wird und nicht mehr monatlich. Bitte prüfen Sie, ob Ihre Kontodaten bei uns noch stimmen, und teilen Sie uns Änderungen rechtzeitig mit. Für Familien gibt es weiterhin einen ermäßigten Beitrag. Bei Fragen zur Abrechnung kommen Sie gern während unserer Öffnungszeiten am Vormittag vorbei. Eine Kündigung ist jeweils zum Jahresende möglich.
Hören Teil 1, Text 5
Sie hören eine Mitteilung des Vereinsvorstands. Liebe Mitglieder, am letzten Samstag im Juni feiern wir unser Sommerfest mit einem kleinen Vereinsturnier. Wir suchen noch Helferinnen und Helfer für den Aufbau am Morgen und für den Kuchenstand am Nachmittag. Bitte tragt euch in die Liste am Eingang ein. Für das leibliche Wohl ist gesorgt, und am Abend spielt eine Band. Kommt zahlreich, bringt eure Familien mit und feiert mit uns einen schönen Tag.
Hören Teil 2
Sie hören einen Vortrag bei einem Informationsabend im Sportverein. Es spricht die Geschäftsführerin, Frau Adler. Schönen guten Tag und willkommen. Schön, dass Sie sich für unseren Verein interessieren, denn ein Verein ist viel mehr als nur Sport. Ich möchte Ihnen heute zeigen, was wir bieten und wie leicht der Einstieg ist. Beginnen wir mit dem Wichtigsten: dem Ausprobieren. Sie müssen nicht gleich Mitglied werden. Bei uns ist das erste Training immer kostenlos, oft sogar die ersten beiden Stunden. So können Sie in Ruhe schauen, ob Ihnen ein Sport und die Gruppe gefallen. Trauen Sie sich ruhig, auch wenn Sie lange keinen Sport gemacht haben. Zweitens die Mitgliedschaft. Wenn Sie sich entscheiden, zahlen Sie einen Beitrag, der bei uns bewusst niedrig gehalten ist. Für Familien und für Menschen mit wenig Einkommen gibt es Ermäßigungen, denn Sport soll nicht am Geld scheitern. Den Beitrag buchen wir ab Januar einmal im Jahr ab. Drittens die Vielfalt. Wir haben Angebote für jedes Alter und jedes Niveau, vom Kinderturnen über Volleyball bis zum Seniorensport. Bei uns geht es nicht in erster Linie um Leistung, sondern um Bewegung, Spaß und Gemeinschaft. Viele kommen wegen des Sports und bleiben wegen der Freunde, die sie hier finden. Ein vierter Punkt liegt mir am Herzen: das Ehrenamt. Unser Verein lebt davon, dass viele ein kleines Stück beitragen. Niemand muss viel tun, aber wer einmal beim Fest hilft oder eine Gruppe begleitet, hält den Verein lebendig. Wer dabei eine Aufgabe übernehmen möchte, bekommt vorher eine kostenlose Einweisung oder Ausbildung. Lassen Sie mich das mit der Gemeinschaft an einem Beispiel zeigen. Vor einigen Jahren kam eine Frau zu uns, die gerade verwitwet war und sich sehr einsam fühlte. Sie kam zunächst nur zur Gymnastik, aber schnell hat sie in der Gruppe Anschluss gefunden. Heute organisiert sie den Kaffee nach dem Training und sagt, der Verein habe ihr in einer schweren Zeit geholfen. Solche Geschichten erleben wir immer wieder. Der Sport ist gesund, aber die Gemeinschaft ist oft das, was die Menschen wirklich hält. Ein weiterer Punkt, der vielen wichtig ist: Sie binden sich bei uns nicht für immer. Wenn ein Sport doch nicht passt, können Sie jederzeit zu einem anderen Angebot wechseln oder zum Jahresende kündigen. Und schließlich: Bei uns ist jeder willkommen, egal woher er kommt oder wie gut er Deutsch spricht. Beim gemeinsamen Sport spielt die Sprache fast keine Rolle, man macht einfach mit, und beim Tee danach kommt man ins Gespräch. So entstehen Freundschaften über alle Grenzen hinweg. Danke für Ihre Geduld. Jetzt habe ich Zeit für Ihre Fragen.
Hören Teil 3
Es folgt ein Gespräch zwischen zwei Bekannten, Frau Petrov und Herrn Lang, die sich nach dem Infoabend unterhalten. Frau Petrov: Und, haben Sie sich entschieden? Ich überlege noch, ob ich mitmache. Herr Lang: Ich glaube schon. Das mit dem kostenlosen Probetraining hat mich überzeugt. So kann ich ohne Risiko schauen, ob es mir liegt. Frau Petrov: Das stimmt, das nimmt einem die Angst. Ich habe nämlich seit Jahren keinen Sport mehr gemacht und bin ein bisschen unsicher. Herr Lang: Genau deshalb ist so ein Verein doch ideal. Die Geschäftsführerin hat ja gesagt, es geht nicht um Leistung, sondern um Spaß. Frau Petrov: Da haben Sie recht. Mich hat auch beruhigt, dass der Beitrag so niedrig ist. Ich dachte immer, ein Verein sei teuer. Herr Lang: Ich auch. Und für Familien gibt es sogar eine Ermäßigung, das ist für meine Schwester interessant, die hat drei Kinder. Frau Petrov: Oh, das gebe ich ihr weiter. Welchen Sport wollen Sie denn ausprobieren? Herr Lang: Ich denke an Volleyball, das habe ich früher gern gespielt. Und Sie? Frau Petrov: Vielleicht etwas Ruhigeres, Gymnastik oder Schwimmen. Ich muss erst wieder reinkommen. Herr Lang: Das ist ein guter Plan. Fangen Sie langsam an, das hat sie ja auch empfohlen. Frau Petrov: Genau. Wissen Sie, was mir besonders gefallen hat? Dass hier wirklich jeder willkommen ist, auch wenn man noch nicht so gut Deutsch spricht. Herr Lang: Das fand ich auch schön. Eine meiner Kolleginnen ist neu hier und sucht Anschluss, für die wäre das perfekt. Frau Petrov: Bringen Sie sie doch einfach mit zum Probetraining. Zusammen ist es gleich weniger aufregend. Herr Lang: Gute Idee, das mache ich. Sollen wir uns denn gleich beide für nächste Woche vormerken lassen? Sagen Sie, wie oft trainiert man denn so? Ich möchte mich nicht gleich übernehmen. Frau Petrov: Das kann man sich aussuchen. Die meisten Gruppen treffen sich einmal in der Woche, manche zweimal. Herr Lang: Einmal in der Woche, das schaffe ich auf jeden Fall. Frau Petrov: Genau, fangen Sie ruhig damit an. Und wenn Sie Lust auf mehr haben, können Sie noch ein zweites Angebot dazunehmen. Herr Lang: Das klingt gut. Und was ist, wenn ich mal im Urlaub bin oder krank werde? Frau Petrov: Das ist überhaupt kein Problem, Sie müssen ja nicht jedes Mal kommen, niemand kontrolliert das. Herr Lang: Das beruhigt mich. Ich hatte fast Sorge, dass ich mich zu etwas verpflichte. Frau Petrov: Nein, gar nicht. Es soll ja Freude machen und kein Zwang sein. Herr Lang: So gefällt mir das. Dann steht meiner Anmeldung ja nichts mehr im Weg. Frau Petrov: Ja, machen wir. Dann gehe ich gleich nachher zum Büro und melde mich für die Gymnastik an. Herr Lang: Und ich für den Volleyball. Schön, dann sehen wir uns ja bald wieder hier.
Hören Teil 4
Moderator: Willkommen zu einer neuen Folge. Heute sprechen wir über das Vereinsleben und über die Frage, wie Sportvereine auch in Zukunft lebendig bleiben. Viele Vereine klagen über zu wenig Mitglieder und vor allem über zu wenig Menschen, die mithelfen. Bei mir sind Frau Sommer, die einen großen Sportverein leitet, und Herr Bauer, der sich seit Jahren ehrenamtlich engagiert. Frau Sommer, was macht einen guten Verein aus? Frau Sommer: Für mich ist es die Gemeinschaft. Sport kann man auch allein im Park machen. In den Verein kommen die Menschen, weil sie dazugehören wollen. Wer hier Freunde findet, bleibt ein Leben lang. Deshalb achten wir darauf, dass sich bei uns jeder willkommen fühlt. Moderator: Sie sagen also, es geht um mehr als Sport? Frau Sommer: Viel mehr. Ein gutes Beispiel: Bei uns trifft sich nach dem Training oft eine Gruppe noch auf einen Tee. Da werden Geburtstage gefeiert und im Notfall hilft man sich gegenseitig. Der Sport ist der Anlass, aber die Gemeinschaft ist der Kern. Herr Bauer: Das kann ich nur bestätigen. Allerdings sehe ich ein großes Problem: Es wird immer schwerer, Menschen für ein Ehrenamt zu gewinnen. Alle wollen Sport treiben, aber kaum jemand will eine Aufgabe übernehmen. Moderator: Woran liegt das? Herr Bauer: Oft an der Angst vor der Verantwortung und dem Aufwand. Die Leute denken, ein Ehrenamt verschlinge die ganze Freizeit. Dabei stimmt das gar nicht, wenn man die Arbeit auf viele Schultern verteilt. Bei uns macht jeder ein kleines Stück, und so ist niemand überlastet. Frau Sommer: Genau das ist der Schlüssel. Wir haben zum Beispiel die großen Ämter in viele kleine Aufgaben aufgeteilt. Statt eines einzigen Kassenwarts kümmern sich mehrere um kleinere Bereiche. Plötzlich finden sich Freiwillige. Moderator: Ein wichtiges Thema sind die Kosten. Können sich alle einen Verein leisten? Frau Sommer: Das müssen sie können, finde ich. Bei uns ist der Beitrag niedrig, und für Familien und Menschen mit wenig Geld gibt es Ermäßigungen. Bewegung und Gemeinschaft dürfen nicht vom Geldbeutel abhängen. Herr Bauer: Und gerade für Kinder ist der Verein wichtig. Ein gutes Beispiel ist ein Junge aus einer Familie, die sich keinen teuren Sport leisten konnte. Über die Ermäßigung kam er zu uns, ist heute begeistert dabei und hat viele Freunde gefunden. Moderator: Ein Problem, das viele Vereine kennen, sind volle Terminkalender. Die Menschen haben weniger Zeit als früher. Frau Sommer: Das stimmt, und darauf müssen wir reagieren. Wir bieten Training zu verschiedenen Zeiten an, früh morgens, mittags und am Abend, damit jeder etwas Passendes findet. Wer im Schichtdienst arbeitet, braucht eben flexible Angebote. Herr Bauer: Und man muss ehrlich sein: Ein Verein konkurriert heute mit dem Fitnessstudio, das rund um die Uhr offen hat. Unser Vorteil ist nicht die Öffnungszeit, sondern die Gemeinschaft. Im Studio trainiert jeder für sich, bei uns gehört man dazu. Moderator: Wie gewinnt man gerade junge Leute? Frau Sommer: Indem man sie ernst nimmt und mitentscheiden lässt. Junge Menschen haben oft tolle Ideen für neue Sportarten oder Veranstaltungen. Wer sie nur als Nachwuchs sieht, verliert sie, wer sie einbindet, gewinnt sie. Herr Bauer: Ein gutes Beispiel ist eine Gruppe Jugendlicher bei uns, die einen eigenen Trainingstag organisiert hat. Daraus ist eine ganz neue Abteilung entstanden, und die Jugendlichen sind mit Begeisterung dabei. Frau Sommer: Solche Erfolge motivieren auch die Älteren. Plötzlich ist wieder Leben im Verein, und die Generationen lernen voneinander. Moderator: Und die viel beklagte Vereinsmüdigkeit? Herr Bauer: Die gibt es, aber ich bin nicht pessimistisch. Wenn man die Hürden niedrig hält und die Arbeit teilt, finden sich immer Menschen, die mitmachen. Man muss sie nur fragen und ihnen das Gefühl geben, gebraucht zu werden. Moderator: Wie erreicht man eigentlich Menschen, die neu in der Stadt sind? Frau Sommer: Indem man die Türen weit offen hält. Beim Sport spielt die Sprache kaum eine Rolle, man macht einfach mit. Bei uns laufen Menschen aus vielen Ländern zusammen, und das funktioniert wunderbar. Herr Bauer: Das ist gelebte Integration, ganz ohne große Worte. Man schwitzt zusammen, lacht zusammen, und schon ist man eine Mannschaft. Moderator: Und wie wichtig ist die Anerkennung für die Ehrenamtlichen? Frau Sommer: Sehr wichtig. Ein Dankeschön, ein kleines Helferfest am Jahresende, das kostet wenig und bedeutet den Leuten viel. Herr Bauer: Genau. Wer sich gesehen fühlt, bleibt dabei und steckt sogar andere mit seiner Begeisterung an. Frau Sommer: Und am Ende profitieren alle davon, denn so wird der ganze Verein lebendiger und stärker. Herr Bauer: Das ist der schönste Lohn für die ganze Mühe. Moderator: Zum Schluss interessiert mich noch je ein Rat. Frau Sommer: Dass viele Menschen den Mut finden, einfach mal vorbeizukommen. Herr Bauer: Und dass mehr Leute ein kleines Ehrenamt übernehmen, dann bleibt der Verein lebendig. Moderator: Schöne Schlussworte. Herzlichen Dank an Sie beide für diese Runde.