Goethe-Zertifikat B1

Modellprüfung 16

Sicherheit in der Stadt

Eigenständig erstelltes Übungsmaterial im Stil des Goethe-B1-Prüfungsformats.

Testformat

Lesen65 Minuten, 30 Aufgaben
Hörenca. 40 Minuten, 30 Aufgaben
Schreiben60 Minuten, 3 Teile
Sprechenca. 15 Minuten, 3 Teile

Lesen - 65 Minuten

Das Modul Lesen hat fünf Teile. Sie lesen mehrere Texte und lösen Aufgaben dazu. Sie können mit jeder Aufgabe beginnen. Für jede Aufgabe gibt es nur eine richtige Lösung.

Teil 1 - Korrespondenz lesen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie den Text und die Aufgaben 1 bis 6 dazu. Wählen Sie: Sind die Aussagen richtig oder falsch?

E-Mail: Polizeiberatung

Hallo Paula, du hast mir von dem komischen Anruf erzählt, bei dem sich jemand als Polizist ausgegeben hat – gut, dass du misstrauisch geworden bist. Mir ist vor ein paar Wochen fast dasselbe passiert, und ehrlich gesagt war ich danach ziemlich verunsichert. Ich bin dann zu einem Infoabend der Polizeiberatung zum Thema Telefonbetrug gegangen. Vorher habe ich mir die Anrufe, an die ich mich erinnerte, kurz notiert und meine letzten Kontoauszüge geordnet, um nichts durcheinanderzubringen. Die wichtigste Regel habe ich dort gleich gelernt: Wer am Telefon Druck macht, bekommt von mir nur eines – ich lege sofort auf. Meine größte Frage war: Woran erkenne ich solche Maschen rechtzeitig? Eine Patentlösung gab es nicht, aber danach wusste ich genau, wie ich reagiere und wie ich Angehörige im Zweifel über eine bekannte Nummer zurückrufe, statt der angezeigten zu vertrauen. Ein paar Einstellungen am Handy habe ich zu Hause noch geprüft. Neben mir saßen ganz unterschiedliche Leute – eine ältere Dame wollte ihr Türschloss prüfen lassen, ein junger Mann fragte nach sicheren Passwörtern. Mein Rat: Schreib dir die eine Situation auf, die dich am meisten beunruhigt, und sprich offen darüber. Wenn du magst, gehe ich am Dienstag mit zum nächsten Infoabend; nachfragen solltest du aber selbst, dann nimmst du am meisten mit. Liebe Grüße aus Wien Noah

Beispiel. Die E-Mail berichtet von einer persönlichen Erfahrung.

richtigfalsch

1. Noah schreibt, dass niemand im Gespräch helfen konnte.

richtigfalsch

2. Das Gespräch bestand nur aus einem langen Vortrag ohne persönliche Fragen.

richtigfalsch

3. Noah schreibt, dass andere Besucher ebenfalls praktische Fragen hatten.

richtigfalsch

4. Nach dem Gespräch musste Noah noch einzelne Punkte prüfen.

richtigfalsch

5. Nach dem Termin wusste Noah weniger als vorher.

richtigfalsch

6. Das Gespräch half Noah vor allem dabei, den nächsten Schritt zu erkennen.

richtigfalsch

Teil 2 - Pressetexte verstehen

Arbeitszeit: 20 Minuten

Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 7 bis 9 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Aus der Presse: Hilfe bei Mediation

Eine regionale Zeitung berichtet, wie die Stadt Streit in der Nachbarschaft früher und friedlicher beilegen möchte. Anlass ist die Erfahrung, dass aus kleinen Ärgernissen – Lärm, Treppenhaus, Waschküche – oft jahrelange Konflikte werden, wenn niemand rechtzeitig das Gespräch sucht. Im Zentrum steht ein freiwilliges Mediationsangebot. Während eine neutrale Person ein Gespräch zwischen den Beteiligten moderiert, hilft eine zweite, die Hausordnung in einfacher Sprache zu verstehen, und ein kurzes Sprachtraining übt, höflich zu sagen, was stört. So muss niemand allein vor der Tür des Nachbarn stehen. Besonders gefragt ist die Hilfe beim Schlichten von Lärmstreit, beim Erklären der Hausordnung und beim Schreiben einer sachlichen Mitteilung. Eine rechtliche Entscheidung trifft das Team nicht; es schafft aber einen geschützten Rahmen, in dem beide Seiten gehört werden. Nach Auskunft der Stadt werden seither mehr Konflikte gelöst, bevor sie vor Gericht landen. Wer früh redet, erspart sich Kosten und schlaflose Nächte. Vor einem Gespräch sollen die Beteiligten sich notieren, was sie konkret stört, und sachlich bleiben. Ausgewertet wird, welche Konflikte am häufigsten auftreten, um gezielt vorzubeugen, etwa mit klareren Waschküchenplänen. Begleitet wird das Angebot von einem Gemeinschaftsgarten, in dem Nachbarn bei gemeinsamer Arbeit ins Gespräch kommen.

Beispiel. In diesem Text geht es um ...

  1. a) ein neues Beratungsmodell im Alltag.
  2. b) einen privaten Reisebericht.
  3. c) eine Prüfung im Sprachkurs.

7. Warum will die Stadt Streit früher beilegen?

  1. a) Die Nachbarn sollen nicht mehr miteinander sprechen.
  2. b) Aus kleinen Ärgernissen werden sonst oft jahrelange Konflikte.
  3. c) Die Gerichte wünschen sich mehr Verfahren.

8. Was trifft das Team ausdrücklich nicht?

  1. a) Eine rechtliche Entscheidung.
  2. b) Einen geschützten Gesprächsrahmen.
  3. c) Eine Moderation zwischen den Beteiligten.

9. Was sollen Beteiligte vor einem Gespräch tun?

  1. a) Sich notieren, was sie konkret stört, und sachlich bleiben.
  2. b) Die Wohnung des Nachbarn fotografieren.
  3. c) Eine Anzeige bei der Polizei erstatten.

Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 10 bis 12 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Auswertung: Was im Alltag wirklich hilft

Ein kleines Team begleitete die ersten Termine eines Projekts zur Arbeitswelt und verglich nach vier Wochen die Rückmeldungen. Zu Beginn kamen weniger Menschen als erwartet. Einige Einladungen klangen freundlich, sagten aber nicht klar, was man mitbringen sollte; andere Termine lagen mitten am Vormittag, sodass Schichtarbeiter sie kaum wahrnehmen konnten. Daraufhin wurde das Angebot verändert. Die Texte sind nun einfacher geschrieben und starten mit einem echten Fall aus dem Berufsleben. Anstelle langer Listen üben die Teilnehmenden an einem kurzen Musterbeispiel eine Bewerbung Schritt für Schritt. Besonders hilfreich sind echte Musterbriefe und kurze Übungsgespräche: Daran erkennen die Teilnehmenden ihre eigene Lage schneller wieder und trauen sich eher nachzufragen. Wer ungern vor anderen redet, darf die Frage vorab notieren. Die Projektleiterin hält kleine, wiedererkennbare Beispiele für wichtiger als vollständige Regelübersichten. Offen bleibt allerdings, wie viele Einzeltermine sich dauerhaft anbieten lassen. Eine weitere Beobachtung betrifft die Sprache der Stellenanzeigen selbst. Viele Teilnehmende verstehen einzelne Wörter, scheitern aber an Abkürzungen und an der Frage, was genau verlangt wird. Deshalb werden jetzt gemeinsam mit Betrieben einfache Musteranzeigen entwickelt, an denen man das Lesen üben kann. So sollen Bewerberinnen und Bewerber schneller erkennen, ob eine Stelle überhaupt zu ihnen passt.

10. Warum konnten Schichtarbeiter die ersten Termine kaum wahrnehmen?

  1. a) Die Termine lagen mitten am Vormittag.
  2. b) Man musste sich ein Jahr vorher anmelden.
  3. c) Die Termine fanden nur am Wochenende statt.

11. Womit üben die Teilnehmenden jetzt eine Bewerbung?

  1. a) Mit einem kurzen Musterbeispiel Schritt für Schritt.
  2. b) Mit einem Test am Computer ohne Hilfe.
  3. c) Mit langen Listen von Regeln.

12. Welche weitere Beobachtung machte das Team?

  1. a) Niemand liest mehr Stellenanzeigen.
  2. b) Die meisten finden Stellenanzeigen zu einfach.
  3. c) Viele scheitern an Abkürzungen in Stellenanzeigen.

Teil 3 - Anzeigen zuordnen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie die Situationen 13 bis 19 und die Anzeigen A bis J aus verschiedenen deutschsprachigen Medien. Wählen Sie: Welche Anzeige passt zu welcher Situation? Sie können jede Anzeige nur einmal verwenden. Die Anzeige aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden. Für eine Situation gibt es keine passende Anzeige. In diesem Fall schreiben Sie 0.

Mehrere Personen suchen passende Informationen oder Angebote zum Thema Sport und Verein.

Beispiel. Sie möchten einen Verein zweimal kostenlos testen. Anzeige: A

13. Sie suchen eine langsame Laufgruppe für Anfänger.

14. Sie haben eine ärztliche Verordnung und suchen einen passenden Sportkurs.

15. Sie möchten eine Krankmeldung online hochladen.

16. Sie möchten morgens Yoga machen und haben eine eigene Matte.

17. Sie können nach dem Training Matten aufräumen und abschließen.

18. Sie möchten Sportabzeichen-Termine koordinieren.

19. Sie interessieren sich für Regeln und Konflikte als Schiedsrichter.

A

Probetraining im Verein: Schnuppern Sie zweimal kostenlos in eine Gruppe hinein, bevor Sie sich entscheiden. Danach wählen Sie zwischen einer Mitgliedschaft und einer Zehnerkarte. So gehen Sie kein Risiko ein. Bringen Sie bequeme Kleidung und Hallenschuhe mit. Eine Anmeldung vorab ist hilfreich, damit die Übungsleiterin Sie erwartet.

B

Hallendienst gesucht: Wir suchen Helfer, die Matten aufbauen, Geräte prüfen und nach dem Training abschließen. So bleibt der Sportbetrieb für alle sicher. Eine kurze Einweisung gibt es am ersten Tag. Die Einsätze sind einzeln planbar, sodass Sie nur dann helfen, wenn es Ihnen passt; schon ein Termin im Monat hilft.

C

Kinderfußball: Das Training ist mittwochs, und die Eltern helfen abwechselnd beim Trikotwaschen. So tragen alle ein kleines Stück bei, und niemand ist überlastet. Bringen Sie für Ihr Kind Sportkleidung und etwas zu trinken mit. Ein erstes Schnuppertraining ist kostenlos; melden Sie sich einfach kurz beim Trainer.

D

Reha-Sport Beratung: Ihre Verordnung sehen wir gemeinsam durch und suchen den Kurs aus, der dazu passt. So bewegen Sie sich sicher und im richtigen Maß. Halten Sie Ihre ärztliche Verordnung bereit. Wir entscheiden nichts über Ihren Kopf hinweg, sondern erklären, welche Gruppe zu Ihren Beschwerden und Ihrem Alltag passt.

E

Vereinsfest-Team: Für unser Vereinsfest suchen wir Hände für die Kuchentheke, die Getränke und die Spiele für Kinder. So bleibt der Tag allen als schönes Fest in Erinnerung. Erfahrung brauchen Sie keine, Freude am Mitmachen genügt. Sagen Sie uns, wie viel Zeit Sie haben; auch zwei Stunden am Nachmittag sind eine große Hilfe.

F

Lauftreff langsam: Wir laufen kurze Strecken in gemütlichem Tempo, ausdrücklich für Anfänger. Niemand muss mithalten, und Gehpausen sind völlig in Ordnung. Treffpunkt ist am Parkeingang. Festes Schuhwerk genügt. Schon nach wenigen Wochen werden Sie merken, wie viel leichter Ihnen die Strecke fällt.

G

Mitgliedsbeitrag klären: Wir besprechen mit Ihnen mögliche Ermäßigungen, die Kündigungsfrist und die Familienkarte. So wissen Sie vorher genau, worauf Sie sich einlassen. Notieren Sie ruhig vorab, was Ihnen wichtig ist. Niemand drängt Sie zu einer Mitgliedschaft; es geht allein darum, dass Sie eine gut informierte Entscheidung treffen können.

H

Sportabzeichen-Gruppe: Wir stimmen gemeinsam die Termine für Schwimmen, Laufen und Weitsprung ab, damit Sie das Sportabzeichen in Ruhe schaffen. So bleibt der Spaß im Vordergrund. Bringen Sie Sportkleidung mit. Wir üben in netter Runde und freuen uns über jeden, der mitmacht, ganz gleich, wie schnell oder langsam.

I

Yoga am Morgen: Ruhige Übungen bringen Sie entspannt in den neuen Tag. Die eigene Matte bitte mitbringen; ein Einstieg ist jederzeit möglich, auch ohne Vorkenntnisse. Die Gruppe ist offen für jedes Alter. Tragen Sie bequeme Kleidung, in der Sie sich gut bewegen können, und kommen Sie gern ein paar Minuten früher.

J

Schiedsrichterkurs: Regeln, Pfiffe und der ruhige Umgang mit Streit auf dem Platz stehen auf dem Programm. So tragen Sie dazu bei, dass Spiele fair ablaufen. Das Mindestalter beträgt 16 Jahre. Vorkenntnisse sind nicht nötig, nur Interesse am Sport. Nach dem Kurs werden Sie zunächst bei kleinen Spielen behutsam eingesetzt.

Teil 4 - Meinungen verstehen

Arbeitszeit: 15 Minuten

Lesen Sie die Texte 20 bis 26. Wählen Sie: Ist die Person für persönliche Beratungsangebote zu Verkehrsregeln?

In einer Zeitschrift lesen Sie Leserbriefe zum Thema persönliche Beratungsangebote zu Verkehrsregeln.

LESERBRIEFE

Beispiel. Niko: Solche Angebote finde ich richtig und wichtig. Sie erreichen auch Menschen, die sonst aus Unsicherheit gar nichts unternehmen würden, und das stärkt am Ende die ganze Nachbarschaft.

20. Iva: Ein Fahrradtraining für Erwachsene halte ich für eine ausgezeichnete Idee. Viele trauen sich aus reiner Unsicherheit nicht aufs Rad, dabei fehlt ihnen nur etwas Übung an einem sicheren Ort. Mir hat das geholfen, endlich wieder zu fahren. Wichtig ist, dass man in seinem Tempo üben darf und niemand etwas vorführen muss.

21. Hakan: Solche Angebote sind wichtig, gerade für Menschen, die hier nie Radfahren gelernt haben. Auf einem ruhigen Platz lässt sich das Abbiegen üben, ohne sich gleich in den Verkehr zu stürzen. Das gibt Sicherheit und schützt vor Unfällen. Besonders gut finde ich, dass auch Kinder spielerisch das richtige Verhalten lernen.

22. Dario: Radfahren lernt man am besten durch Fahren, nicht in einem Kurs. Wer unsicher ist, sollte auf ruhigen Wegen üben, bis es sitzt; dafür braucht es keinen festen Termin. Sinnvoller wäre, das Geld in sichere Radwege zu stecken. Wenn die Strecken besser wären, hätten viel weniger Menschen überhaupt Angst vor dem Verkehr.

23. Hanna: Für mich ist das geschützte Üben der beste Weg. Auf dem Platz kann man Fehler machen, ohne dass etwas passiert, und genau dadurch verschwindet die Angst. Solange klar ist, dass es keine Prüfung ist, sehe ich darin eine echte Unterstützung. Mir gefällt besonders, dass gleich der Licht-Check und die Helmberatung dazugehören.

24. Paula: Ich bin skeptisch, ob solche Kurse viel bringen. Die meisten Unfälle passieren nicht aus Unwissen, sondern weil Autos und Räder sich den engen Raum teilen müssen. Da hilft kein Training, sondern nur eine bessere Verkehrsplanung. Das Geld wäre in breitere, getrennte Radwege deutlich besser angelegt als in einzelne Übungstermine.

25. Yara: Ich unterstütze die Idee sehr. Sicheres Radfahren besteht aus vielen kleinen Gewohnheiten – Schulterblick, Handzeichen, richtiges Abbiegen –, und die lernt man am besten unter Anleitung. Mir hat es Mut gemacht, an einer sicheren Stelle zu üben. Die Stadt sollte solche Trainings ausbauen und besonders für Anfänger gut sichtbar anbieten.

26. Ursula: So ein Kurs hört sich ordentlich an, bleibt aber oft fern von denen, die ihn bräuchten. Wer richtig unsicher ist, traut sich schon zum Übungsplatz kaum. Ich möchte mein Fahren auch nicht vor anderen vorführen. Eine ruhige, gut beschilderte Übungsstrecke, die man jederzeit allein nutzen kann, wäre für viele die passendere Hilfe.

Beispiel. Niko

janein

20. Iva

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21. Hakan

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22. Dario

janein

23. Hanna

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24. Paula

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25. Yara

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26. Ursula

janein

Teil 5 - Informationsblatt verstehen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie die Aufgaben 27 bis 30 und den Text dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Sie informieren sich über ein Informationsblatt zum Thema Fahrradstadt.

27. Ab wann ist die neue Fahrradstraße geöffnet?

  1. a) Erst im nächsten Jahr.
  2. b) Ab Sonntagabend.
  3. c) Ab Montag.

28. Wo darf man parken?

  1. a) Nur an markierten Stellen.
  2. b) Nur vor dem Bahnhof.
  3. c) Überall auf der Fahrradstraße.

29. Wer beantwortet Fragen?

  1. a) Das Fundbüro im Zug.
  2. b) Die Musikschule.
  3. c) Das Verkehrsamt.

30. Worum geht es im Informationsblatt?

  1. a) Um eine Wohnungssuche.
  2. b) Um die Fahrradstadt.
  3. c) Um einen Kochkurs.

INFORMATIONSBLATT FAHRRADSTADT Dieses Blatt richtet sich an alle, die in der Stadt sicher mit dem Fahrrad unterwegs sein möchten. Es gibt einen kurzen Überblick über die neue Fahrradstraße und die wichtigsten Regeln. Öffnung: Die neue Fahrradstraße ist ab Montag geöffnet. Autos dürfen dort nur langsam und mit Rücksicht auf Radfahrende fahren. Parken: Geparkt werden darf nur an den markierten Stellen. Wer sein Rad woanders abstellt, behindert andere und riskiert, dass es entfernt wird. Zusätzliche Abstellplätze finden Sie in der Nähe des Bahnhofs. Fragen: Fragen zur Fahrradstraße und zu sicheren Wegen beantwortet das Verkehrsamt. Dort erhalten Sie auch einen einfachen Plan mit den ruhigen Strecken durch die Stadt. Hinweise: Für ältere Menschen gibt es eine kurze Beratung zu sicheren Wegen und zu Bus und Bahn. Ein Helm wird empfohlen, ist aber nicht Pflicht. Bitte nehmen Sie im Dunkeln Licht und helle Kleidung; so werden Sie von anderen rechtzeitig gesehen. Sicher abstellen: An vielen Stellen gibt es jetzt überdachte Fahrradständer; ein gutes Schloss schützt vor Diebstahl. Wer sein Rad am Bahnhof längere Zeit abstellt, nutzt am besten die bewachte Station. An der Servicesäule vor dem Bahnhof können Sie außerdem kostenlos Luft aufpumpen und kleine Einstellungen selbst vornehmen. Bei größeren Schäden hilft die Fahrradwerkstatt im Stadtteil weiter, deren Adresse ebenfalls auf diesem Blatt steht.

Hören - ca. 40 Minuten

Audio-Datei: goethe-b1-model-16.mp3

Teil 1 - Kurze Texte

Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.

Text 1

1. Die Stadt-App wurde neu gestaltet.

richtigfalsch

2. Was soll man zur Sprechstunde mitbringen?

  1. a) Das eigene Handy.
  2. b) Einen Computer.
  3. c) Bargeld.

Text 2

3. Wer kein Internet hat, bekommt keinen Termin mehr.

richtigfalsch

4. Was ist ein Vorteil von Online-Terminen?

  1. a) Man muss früher aufstehen.
  2. b) Man zahlt mehr.
  3. c) Man spart Wartezeit und wählt die Zeit selbst.

Text 3

5. Für den Online-Antrag braucht man einmal ein Bürgerkonto.

richtigfalsch

6. Was bietet der Freund an?

  1. a) Den Ausweis abzuholen.
  2. b) Das Bürgerkonto gemeinsam einzurichten.
  3. c) Den Antrag zu bezahlen.

Text 4

7. Der Termin-Automat funktioniert heute nicht.

richtigfalsch

8. Wie bucht man heute einen Termin?

  1. a) Über die Internetseite oder telefonisch.
  2. b) Nur am Automaten.
  3. c) Gar nicht.

Text 5

9. Die Hilfe der Digital-Lotsen kostet einen kleinen Beitrag.

richtigfalsch

10. An wen richtet sich das Angebot besonders?

  1. a) Nur an junge Leute.
  2. b) Nur an Firmen.
  3. c) An Menschen, die am Computer unsicher sind.

Teil 2 - Eine Information verstehen

Sie hören einen längeren Informationstext einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

11. Was ist das Bürgerkonto?

  1. a) Eine neue App zum Spielen.
  2. b) Ein Bankkonto.
  3. c) Ein gesicherter Zugang zur Stadt, den man einmal einrichtet.

12. Was ist ein Vorteil der Online-Termine?

  1. a) Sie kosten extra.
  2. b) Man wählt selbst Tag und Uhrzeit und spart Zeit.
  3. c) Man muss länger warten.

13. Was kann man bei Online-Formularen oft tun?

  1. a) Fotos von Dokumenten hochladen.
  2. b) Nichts ausfüllen.
  3. c) Nur per Post senden.

14. Was rät Herr Faber zur Sicherheit?

  1. a) Auf jeden Link zu klicken.
  2. b) Das Passwort weiterzugeben.
  3. c) Daten nur auf der offiziellen Seite eingeben.

15. Was gilt für Menschen ohne Smartphone?

  1. a) Sie müssen ein Handy kaufen.
  2. b) Sie bekommen Hilfe und werden nicht ausgeschlossen.
  3. c) Sie bekommen keinen Termin.

Teil 3 - Ein Gespräch verstehen

Sie hören ein Gespräch einmal. Entscheiden Sie, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.

16. Herr Schulz hat den Online-Termin allein, ohne Hilfe, gebucht.

richtigfalsch

17. Herr Schulz hat jetzt ein Bürgerkonto.

richtigfalsch

18. Frau Acar traut sich an Online-Dienste bisher nicht heran.

richtigfalsch

19. Die Hilfe der Digital-Lotsen ist kostenlos.

richtigfalsch

20. Frau Acars Sohn nimmt sich viel Zeit, ihr alles zu erklären.

richtigfalsch

21. Die Sprechstunde ist jeden Dienstag um elf Uhr.

richtigfalsch

22. Frau Acar und Herr Schulz wollen zusammen zur Sprechstunde gehen.

richtigfalsch

Teil 4 - Diskussion

Sie hören eine Diskussion zweimal. Ordnen Sie die Aussagen zu: Wer sagt was?

23. Die Digitalisierung bringt vor allem Zeit und Bequemlichkeit.

abc

24. Die Technik allein reicht nicht, es braucht Menschen, die helfen.

abc

25. Wir dürfen niemanden zurücklassen, der kein Smartphone hat.

abc

26. Wer einmal mit Begleitung ein Formular ausgefüllt hat, traut sich das nächste Mal allein.

abc

27. Unser Ziel ist nicht, dass alles digital sein muss, sondern dass jeder die Wahl hat.

abc

28. Im Zweifel sollte man lieber einmal mehr nachfragen als auf eine Falle hereinfallen.

abc

29. Geben Sie Daten nur dort ein, wo Sie selbst die Seite aufgerufen haben.

abc

30. Heute geht es um die digitale Verwaltung und den einfacheren Gang zum Amt.

abc

Schreiben - 60 Minuten

Teil 1 - Persönliche E-Mail

Ein Freund möchte einen kaputten Toaster nicht sofort wegwerfen. Schreiben Sie eine persönliche E-Mail. Beschreiben Sie kurz, warum Sie schreiben, reagieren Sie auf die Bitte, berichten Sie von einer eigenen Erfahrung und machen Sie einen konkreten Vorschlag. Achten Sie darauf, dass die E-Mail freundlich und natürlich klingt. Sie dürfen auch kurz erklären, was Ihnen selbst damals geholfen hat. Schreiben Sie ungefähr 80 Wörter.

  • Warum melden Sie sich?
  • Welche Erfahrung haben Sie mit dem Thema gemacht?
  • Was schlagen Sie als nächsten Schritt vor?
  • Wann hätten Sie Zeit oder wie bleiben Sie in Kontakt?

Teil 2 - Meinung schreiben

In einem Internetforum lesen Sie die Frage: "Sollte es in jeder Stadt mehr kostenlose Angebote zum Thema Repair-Café geben?" Schreiben Sie Ihre Meinung. Begründen Sie Ihre Ansicht, nennen Sie ein Beispiel aus dem Alltag und gehen Sie kurz auf einen möglichen Nachteil ein. Verwenden Sie passende Verbindungen wie "außerdem", "trotzdem" oder "deshalb". Ihr Text soll wie ein kurzer Forumsbeitrag wirken, nicht wie eine Liste. Schreiben Sie ungefähr 80 Wörter.

  • Ihre Meinung zum Thema
  • Ein Vorteil oder ein persönliches Beispiel
  • Ein Nachteil oder eine Grenze solcher Angebote
  • Ein kurzer Schluss mit Ihrer Empfehlung

Teil 3 - Formelle E-Mail

Sie fragen beim Repair-Café nach einem freien Termin. Schreiben Sie eine formelle E-Mail an die zuständige Stelle. Entschuldigen Sie sich, erklären Sie die Situation, bitten Sie um einen neuen Termin oder um eine konkrete Auskunft und schließen Sie höflich. Nennen Sie, wann Sie erreichbar sind. Schreiben Sie ungefähr 40 Wörter.

  • Entschuldigung und Grund
  • Konkreter Wunsch
  • Erreichbarkeit oder Alternativtermin
  • Höflicher Abschluss

Sprechen - ca. 15 Minuten

Die mündliche Prüfung besteht aus drei Teilen. Sprechen Sie frei, reagieren Sie auf Ihre Partnerin oder Ihren Partner und benutzen Sie die Stichpunkte nur als Hilfe.

Teil 1 - Gemeinsam etwas planen

Sie und Ihre Partnerin oder Ihr Partner möchten gemeinsam eine Aktion zum Thema Klassenfest vorbereiten. Planen Sie das Gespräch zusammen. Entscheiden Sie, was zuerst geklärt werden muss, wer welche Aufgabe übernimmt und wie Sie andere Personen informieren. Beginnen Sie mit einem Vorschlag, reagieren Sie auf die Ideen der anderen Person und einigen Sie sich am Ende auf einen konkreten Plan.

Teil 2 - Ein Thema präsentieren

Wählen Sie ein Thema aus. Ihre Präsentation soll aus fünf Teilen bestehen.

Thema 1: Ist die Ganztagsschule gut für Kinder?

Folie 1

Stellen Sie Ihr Thema vor. Erklären Sie kurz den Inhalt und die Struktur Ihrer Präsentation.

Folie 2

Berichten Sie von den Schulzeiten Ihrer Kinder oder von Ihrer eigenen Schulzeit.

Folie 3

Berichten Sie, wie lange Kinder in Ihrem Heimatland in der Schule sind.

Folie 4

Nennen Sie Vor- und Nachteile und sagen Sie dazu Ihre Meinung. Geben Sie auch Beispiele.

Folie 5

Beenden Sie Ihre Präsentation und bedanken Sie sich bei den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Thema 2: Sollten Eltern bei den Hausaufgaben helfen?

Folie 1

Stellen Sie Ihr Thema vor. Erklären Sie kurz den Inhalt und die Struktur Ihrer Präsentation.

Folie 2

Berichten Sie, wie Hausaufgaben in Ihrer Familie organisiert sind oder waren.

Folie 3

Berichten Sie, wie Eltern in Ihrem Heimatland beim Lernen helfen.

Folie 4

Nennen Sie Vor- und Nachteile und sagen Sie dazu Ihre Meinung. Geben Sie auch Beispiele.

Folie 5

Beenden Sie Ihre Präsentation und bedanken Sie sich bei den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Teil 3 - Über das Thema sprechen

Nach der Präsentation stellt Ihre Partnerin oder Ihr Partner eine Frage. Reagieren Sie darauf, geben Sie ein kurzes Feedback zur Präsentation Ihres Partners und führen Sie das Gespräch zum Thema Familie und Schule weiter. Verwenden Sie höfliche Rückfragen und konkrete Beispiele. Sie können zustimmen, widersprechen oder eine eigene Erfahrung ergänzen. Wichtig ist, dass Sie nicht nur mit "ja" oder "nein" antworten, sondern Ihre Reaktion kurz erklären. Die Prüfenden können nach Details fragen, zum Beispiel warum Sie eine Lösung praktisch finden, welche Schwierigkeit entstehen kann oder welche Erfahrung Sie in Ihrer Familie, Schule, Arbeit oder Nachbarschaft gemacht haben.

Lösungsschlüssel

Lesen 1falsch
Lesen 2falsch
Lesen 3richtig
Lesen 4richtig
Lesen 5falsch
Lesen 6richtig
Lesen 7b
Lesen 8a
Lesen 9a
Lesen 10a
Lesen 11a
Lesen 12c
Lesen 13F
Lesen 14D
Lesen 150
Lesen 16I
Lesen 17B
Lesen 18H
Lesen 19J
Lesen 20ja
Lesen 21ja
Lesen 22nein
Lesen 23ja
Lesen 24nein
Lesen 25ja
Lesen 26nein
Lesen 27c
Lesen 28a
Lesen 29c
Lesen 30b
Hören 1richtig
Hören 2a
Hören 3falsch
Hören 4c
Hören 5richtig
Hören 6b
Hören 7richtig
Hören 8a
Hören 9falsch
Hören 10c
Hören 11c
Hören 12b
Hören 13a
Hören 14c
Hören 15b
Hören 16falsch
Hören 17richtig
Hören 18richtig
Hören 19richtig
Hören 20falsch
Hören 21richtig
Hören 22richtig
Hören 23b
Hören 24c
Hören 25b
Hören 26c
Hören 27b
Hören 28c
Hören 29b
Hören 30a

Hörtexte für Audio-Generierung

Hören Teil 1, Beispiel

Guten Tag, Frau Jansen, hier sind die Digital-Lotsen der Stadtbücherei. Wir möchten Sie an unsere Smartphone-Sprechstunde am Dienstag erinnern. Kleine Änderung: Sie findet diesmal nicht um zehn, sondern erst um elf Uhr statt, weil vorher ein anderer Kurs läuft. Bringen Sie bitte Ihr eigenes Handy und, falls vorhanden, Ihr Passwort mit. Die Hilfe ist kostenlos, eine Anmeldung nicht nötig. Wir nehmen uns für jede Frage in Ruhe Zeit. Auf Wiederhören und bis Dienstag.

Hören Teil 1, Text 1

Sie hören eine Durchsage im Bürgerbüro. Liebe Besucherinnen und Besucher, unsere Stadt-App wurde neu gestaltet. Sie finden Termine, Öffnungszeiten und Formulare jetzt schneller und übersichtlicher. Wer Hilfe beim Einrichten oder bei der Bedienung braucht, kommt einfach in unsere kostenlose Sprechstunde im ersten Stock. Bringen Sie Ihr Handy mit, dann richten wir alles gemeinsam ein. Die alte Version der App funktioniert noch bis Ende des Monats, danach gilt nur noch die neue.

Hören Teil 1, Text 2

Aus dem Radio hören Sie diesen Tipp. Viele Behördentermine kann man heute online buchen. Das spart Wartezeit, denn man wählt selbst einen freien Tag und eine freie Uhrzeit. Eine Bestätigung kommt sofort per E-Mail, und oft bekommt man am Vortag noch eine kurze Erinnerung. Wer kein Internet hat, ist aber nicht ausgeschlossen: Das Bürgertelefon bucht die Termine weiterhin ganz klassisch am Apparat. Niemand muss draußen bleiben. Bei einem Online-Termin kommt am Vortag zusätzlich eine kurze Erinnerung aufs Handy.

Hören Teil 1, Text 3

Sie hören eine Sprachnachricht einer bekannten Person. Hallo, hier ist Milan. Du wolltest doch online deinen neuen Personalausweis beantragen. Pass auf: Dafür brauchst du einmal ein Bürgerkonto, also einen gesicherten Zugang. Das Einrichten dauert nur ein paar Minuten, aber halte deinen Ausweis und deine Handynummer bereit. Wenn du willst, mache ich das am Wochenende mit dir zusammen, allein ist es am Anfang etwas verwirrend. Sag mir einfach, wann es dir passt. Bis dann.

Hören Teil 1, Text 4

Sie hören eine Ansage im Eingangsbereich eines Amtes. Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher, unser Termin-Automat im Eingangsbereich ist heute leider defekt. Bitte buchen Sie Ihren Termin so lange über die Internetseite der Stadt oder telefonisch beim Bürgertelefon. Wer bereits einen Termin hat, meldet sich bitte direkt an der Information. Wir bitten die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen und arbeiten an einer schnellen Reparatur. Wer unsicher ist, fragt einfach am Empfang nach. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Hören Teil 1, Text 5

Sie hören eine Mitteilung der Stadtbücherei. Liebe Besucherinnen und Besucher, ab sofort gibt es bei uns kostenloses Internet für alle. Außerdem helfen unsere Digital-Lotsen Ihnen gern beim Ausfüllen von Online-Formularen, beim Buchen von Terminen oder beim Einrichten der Stadt-App. Das Angebot ist kostenlos und richtet sich besonders an alle, die am Computer oder Handy noch unsicher sind. Niemand muss sich schämen; jede Frage ist willkommen. Unsere Lotsen sind den ganzen Nachmittag für Sie da. Kommen Sie einfach vorbei.

Hören Teil 2

Sie hören einen Vortrag bei einer Informationsveranstaltung zum Thema digitale Verwaltung. Es spricht Herr Faber von der Stadt. Hallo und herzlich willkommen zu diesem Abend. Immer mehr Behördengänge kann man heute bequem von zu Hause aus erledigen, und ich möchte Ihnen heute zeigen, wie das funktioniert und wie Sie sich dabei sicher fühlen. Beginnen wir mit dem Wichtigsten, dem Bürgerkonto. Das ist ein gesicherter Zugang, mit dem Sie sich bei der Stadt anmelden. Sie richten es nur einmal ein, danach können Sie viele Anträge online stellen, ohne jedes Mal aufs Amt zu gehen. Für das Einrichten brauchen Sie Ihren Ausweis und eine Handynummer; es dauert nur wenige Minuten. Zweitens die Online-Termine. Statt am Automaten oder am Telefon zu warten, wählen Sie selbst einen freien Tag und eine freie Uhrzeit. Eine Bestätigung kommt sofort, und am Vortag bekommen Sie eine Erinnerung. Das spart Zeit und Nerven. Drittens die Online-Formulare. Viele Anträge können Sie heute am Bildschirm ausfüllen. Das Programm führt Sie Schritt für Schritt, und Sie können oft Fotos von Dokumenten hochladen, statt sie zu kopieren und einzuschicken. Ein vierter Punkt ist mir besonders wichtig: die Sicherheit. Geben Sie Ihre Daten nur auf der offiziellen Seite der Stadt ein. Klicken Sie nie auf einen Link aus einer fremden E-Mail, und melden Sie sich nach dem Buchen wieder ab, besonders an fremden Geräten. Nehmen wir einmal ein Beispiel. Eine ältere Dame kam zu uns, die noch nie etwas online gemacht hatte. Sie brauchte eine Meldebescheinigung und hatte Angst vor der ganzen Technik. Wir haben gemeinsam ihr Bürgerkonto eingerichtet und den Antrag ausgefüllt. Es hat keine zehn Minuten gedauert, und am nächsten Tag lag die Bescheinigung in ihrem Postfach. Sie war so stolz, dass sie es beim nächsten Mal ganz allein geschafft hat. Genau das ist unser Ziel. Ein zweiter wichtiger Hinweis: Bewahren Sie Ihre Zugangsdaten gut auf, aber nicht zusammen mit dem Gerät. Und notieren Sie sich, mit welcher E-Mail-Adresse Sie sich angemeldet haben, das vergisst man leicht und ärgert sich später. Und schließlich der wichtigste Punkt überhaupt: Niemand wird ausgeschlossen. Wer kein Smartphone hat oder sich unsicher fühlt, bekommt Hilfe. Das Bürgertelefon bucht Termine weiterhin am Apparat, und unsere Digital-Lotsen in der Bücherei helfen kostenlos beim Ausfüllen und Einrichten. Haben Sie also keine Angst vor der Technik. Probieren Sie es aus, und holen Sie sich Hilfe, wenn Sie sie brauchen. Es ist viel einfacher, als die meisten denken. Danke fürs Zuhören, jetzt sind Ihre Fragen dran.

Hören Teil 3

Sie hören ein Gespräch von zwei Bekannten, Frau Acar und Herrn Schulz, die sich in der Bücherei treffen. Frau Acar: Herr Schulz, was machen Sie denn hier mit dem Handy in der Hand? Herr Schulz: Ach, ich war gerade bei den Digital-Lotsen. Ich wollte online einen Termin beim Amt buchen, habe es aber allein nicht geschafft. Frau Acar: Und, hat es geklappt? Herr Schulz: Ja, mit Hilfe schon. Die junge Frau hat sich neben mich gesetzt und alles in Ruhe gezeigt. Jetzt habe ich sogar ein Bürgerkonto. Frau Acar: Ein Bürgerkonto? Was ist das genau? Herr Schulz: Ein gesicherter Zugang. Damit kann ich künftig viele Anträge von zu Hause stellen, ohne jedes Mal hinzufahren. Frau Acar: Das klingt praktisch, aber ehrlich gesagt traue ich mich an so etwas nicht. Ich habe Angst, etwas falsch zu machen. Herr Schulz: Diese Angst hatte ich auch. Aber die Lotsin hat gesagt, man kann eigentlich nichts kaputt machen. Und wenn man nicht weiterweiß, fragt man einfach. Frau Acar: Und es kostet wirklich nichts? Herr Schulz: Keinen Cent. Die Hilfe ist kostenlos, und man muss sich nicht einmal anmelden. Einfach mit dem Handy vorbeikommen. Frau Acar: Das ist ja schön. Mein Sohn wollte mir das alles zeigen, aber der hat nie Zeit, und am Telefon erklärt er viel zu schnell. Herr Schulz: Dann ist die Sprechstunde genau das Richtige für Sie. Hier nimmt man sich Zeit, und es ist niemandem peinlich, etwas zu fragen. Frau Acar: Wann ist denn die nächste Sprechstunde? Herr Schulz: Jeden Dienstag um elf. Wir könnten doch zusammen hingehen, dann ist es gleich weniger aufregend. Frau Acar: Das wäre wunderbar. Allein hätte ich mich nie getraut. Herr Schulz: Abgemacht. Bringen Sie nur Ihr Handy mit und, falls Sie es haben, Ihr Passwort. Den Rest machen wir vor Ort. Frau Acar: Und wenn ich dann zu Hause bin und etwas vergessen habe, was mache ich dann? Herr Schulz: Dann kommen Sie einfach wieder, oder Sie rufen das Bürgertelefon an, die helfen auch weiter. Frau Acar: Ach, es gibt also immer noch das Telefon? Ich dachte, jetzt geht alles nur noch online. Herr Schulz: Nein, gar nicht. Die Lotsin hat extra gesagt, dass niemand gezwungen wird, man hat einfach die Wahl. Frau Acar: Das beruhigt mich sehr. Ich dachte schon, ich komme bald gar nicht mehr zurecht. Herr Schulz: Diese Sorge ist unnötig. Mit ein bisschen Übung macht es sogar Spaß, und man spart sich die langen Wege. Frau Acar: Da haben Sie wohl recht. Mein Knie macht ja auch nicht mehr mit, da ist es schön, manches von zu Hause zu erledigen. Herr Schulz: Sehen Sie, genau dafür ist das gedacht. Sie werden sich wundern, wie viel leichter vieles wird. Frau Acar: Vielen Dank, Herr Schulz. Jetzt freue ich mich richtig darauf, statt mich zu fürchten. Herr Schulz: Sehen Sie, so soll es sein. Sie werden staunen, wie viel man damit erledigen kann.

Hören Teil 4

Moderator: Schönen guten Tag. In unserer Sendung geht es heute um die digitale Verwaltung und um die Frage, wie der Gang zum Amt einfacher werden kann, ohne dass jemand auf der Strecke bleibt. Immer mehr läuft online, und das hat Vorteile, aber auch Tücken. Bei mir sind Frau Wolf von der Stadtverwaltung und Herr Neumann, der bei einer Initiative für digitale Teilhabe aktiv ist. Frau Wolf, was bringt die Digitalisierung den Bürgern? Frau Wolf: Vor allem Zeit und Bequemlichkeit. Viele Dinge, für die man früher zum Amt fahren und lange warten musste, erledigt man heute in wenigen Minuten von zu Hause aus. Einen Termin buchen, ein Formular ausfüllen, eine Bescheinigung anfordern, das geht oft mit ein paar Klicks. Moderator: Klingt gut. Wo ist der Haken? Frau Wolf: Der Haken ist, dass nicht alle mitkommen. Wir dürfen niemanden zurücklassen, der kein Smartphone hat oder sich unsicher fühlt. Deshalb behalten wir bewusst auch die klassischen Wege bei, das Telefon und den Schalter. Herr Neumann: Und genau da setzen wir an. Die Technik allein reicht nicht, es braucht Menschen, die helfen. Viele ältere Menschen oder auch Menschen, die gerade Deutsch lernen, stehen vor einer großen Hürde. Ein gutes Beispiel sind unsere Digital-Lotsen, die in der Bücherei kostenlos beim Ausfüllen helfen. Moderator: Reicht das, ein paar Lotsen? Herr Neumann: Es ist ein Anfang, und es wirkt. Wer einmal mit Begleitung ein Formular ausgefüllt hat, traut sich das nächste Mal allein. Wir machen die Leute also nicht abhängig, sondern selbstständig. Das ist der entscheidende Unterschied. Frau Wolf: Da bin ich ganz Ihrer Meinung. Unser Ziel ist nicht, dass alles digital sein muss, sondern dass jeder die Wahl hat. Wer online möchte, soll es bequem können, und wer lieber kommt, soll weiter willkommen sein. Moderator: Ein häufiger Einwand ist die Sicherheit. Sind die Daten denn geschützt? Frau Wolf: Auf den offiziellen Seiten ja. Wichtig ist, dass die Menschen lernen, eine echte Behördenseite von einer gefälschten zu unterscheiden. Wir klären deshalb auch über Betrug auf. Ein einfacher Grundsatz hilft: Geben Sie Daten nur dort ein, wo Sie selbst die Seite aufgerufen haben, nie über einen Link aus einer E-Mail. Herr Neumann: Und im Zweifel fragen. Lieber einmal mehr nachgefragt, als auf eine Falle hereingefallen. Genau dafür sind unsere Lotsen auch da. Moderator: Ein Einwand, den man oft hört: Geht durch all das Digitale nicht der menschliche Kontakt verloren? Frau Wolf: Diese Sorge nehme ich ernst, aber ich sehe es anders. Wenn die einfachen Dinge schnell online erledigt sind, bleibt am Schalter mehr Zeit für die wirklich schwierigen Fälle, für die ein Gespräch nötig ist. Die Technik schafft also Zeit für das Persönliche. Herr Neumann: Das ist ein guter Punkt. Und der Kontakt entsteht auch an neuen Orten. Bei unseren Sprechstunden in der Bücherei treffen sich Menschen, helfen sich gegenseitig und kommen ins Gespräch. Das ist gelebte Gemeinschaft. Moderator: Wie erreicht man Menschen, die noch Deutsch lernen? Herr Neumann: Mit einfacher Sprache und Geduld. Ein Formular in schwerem Amtsdeutsch schreckt jeden ab. Wir erklären in einfachen Worten und Schritt für Schritt. Ein gutes Beispiel ist ein junger Mann aus unserem Kurs, der anfangs kein einziges Formular verstanden hat. Heute hilft er selbst anderen beim Ausfüllen. Frau Wolf: Solche Geschichten freuen mich besonders. Sie zeigen, dass Digitalisierung verbinden kann, statt zu trennen, wenn man sie richtig macht. Herr Neumann: Voraussetzung ist eben, dass man die Menschen mitnimmt und nicht überrollt. Technik soll dienen, nicht herrschen. Moderator: Wie sieht die Zukunft aus? Wird irgendwann alles digital sein? Frau Wolf: Ich glaube, vieles, aber nicht alles. Es wird immer Menschen geben, die persönliche Hilfe brauchen, und manche Anliegen sind so kompliziert, dass ein Gespräch besser ist. Die Mischung macht es. Herr Neumann: Und die Digitalisierung sollte das Leben leichter machen, nicht schwerer. Wenn am Ende jemand frustriert vor einem Formular sitzt, haben wir etwas falsch gemacht. Moderator: Und was ist mit den Kosten? Spart die Digitalisierung der Stadt am Ende Geld? Frau Wolf: Langfristig ja, aber zuerst muss man investieren, in Technik und vor allem in Schulung. Wichtig ist, dass das Ersparte nicht beim Service für die Bürger eingespart wird. Herr Neumann: Genau. Die Hilfe vor Ort darf nicht wegfallen, nur weil vieles online geht. Sonst spart man am falschen Ende und verliert die Menschen. Moderator: Lassen Sie uns mit je einem kurzen Tipp enden. Frau Wolf: Probieren Sie die digitalen Angebote ruhig aus, und nutzen Sie die Hilfe, die es gibt. Herr Neumann: Und haben Sie keine Scheu zu fragen, niemand wird mit der Technik allein gelassen. Trauen Sie sich einfach den ersten Schritt, es lohnt sich wirklich. Moderator: Zwei nachdenkliche Schlussgedanken. Vielen Dank für Ihre Offenheit und das gute Gespräch.