Lesen - 65 Minuten
Das Modul Lesen hat fünf Teile. Sie lesen mehrere Texte und lösen Aufgaben dazu. Sie können mit jeder Aufgabe beginnen. Für jede Aufgabe gibt es nur eine richtige Lösung.
Teil 1 - Korrespondenz lesen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie den Text und die Aufgaben 1 bis 6 dazu. Wählen Sie: Sind die Aussagen richtig oder falsch?
E-Mail: Praktikum
Hallo Emir,
herzlichen Glückwunsch zum Ausbildungsplatz – und ich verstehe gut, dass dir vor dem ganzen Papierkram und dem ersten Tag etwas mulmig ist. Mir ging es vor meiner Ausbildung genauso, vor allem der Ausbildungsvertrag kam mir wie ein einziges Rätsel vor.
Weitergebracht hat mich eine kurze Beratung am Berufsinfotag. Vorher habe ich den Vertrag und meine Bewerbungsunterlagen sortiert und mir aufgeschrieben, was ich unbedingt verstehen will: Was bedeutet die Probezeit, und worauf muss ich bei der Arbeitszeit achten? Vorgelegt habe ich nur Kopien, den Originalvertrag habe ich behalten. Gut zu wissen war, dass man den Vertrag vor Ausbildungsbeginn unterschreiben muss und dass bei Minderjährigen die Eltern mit unterschreiben.
Eine Entscheidung hat mir niemand abgenommen, trotzdem war mir danach klar, welche Fragen ich meinem Ausbilder am ersten Tag stelle. Ein paar Punkte musste ich später noch im Betrieb klären. Neben mir warteten andere Jugendliche mit ähnlichen Anliegen – einer ließ seinen Praktikumsvertrag prüfen, eine andere fragte nach dem Berichtsheft.
Mein Tipp: Lies den Vertrag in Ruhe, markier die Stellen, die du nicht verstehst, und nimm genau diese mit. Wenn du willst, begleite ich dich am Montag zum Infotag; die Fragen stellst du aber am besten selbst; nur so erhältst du Antworten, die wirklich zu deinem Betrieb passen.
Liebe Grüße aus Bremen
Samira
Beispiel. Die E-Mail berichtet von einer persönlichen Erfahrung.
richtigfalsch
1. Im Text wird eine konkrete Information genannt.
richtigfalsch
2. Im Text steht, dass man alle Originalunterlagen abgeben muss.
richtigfalsch
3. Samira schreibt, dass niemand im Gespräch helfen konnte.
richtigfalsch
4. Samira schreibt, dass andere Besucher ebenfalls praktische Fragen hatten.
richtigfalsch
5. Das Gespräch bestand nur aus einem langen Vortrag ohne persönliche Fragen.
richtigfalsch
6. Nach dem Gespräch musste Samira noch einzelne Punkte prüfen.
richtigfalsch
Teil 2 - Pressetexte verstehen
Arbeitszeit: 20 Minuten
Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 7 bis 9 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Aus der Presse: Hilfe bei E-Books
Eine regionale Zeitung berichtet, wie sich die Stadtbibliothek vom reinen Bücherort zu einem Treffpunkt für Lernen und Kultur wandelt. Hintergrund ist, dass viele Menschen die neuen digitalen Angebote zwar nutzen möchten, aber nicht wissen, wie sie funktionieren, und sich allein nicht herantrauen.
Im Mittelpunkt steht ein gebündeltes Angebot. Während eine Mitarbeiterin in der E-Book-Sprechstunde beim Einrichten der App hilft, stehen ruhige Lernräume für Gruppen bereit, und ein Deutsch-Leseclub liest gemeinsam Zeitungsartikel. Für Menschen, die das Haus nicht verlassen können, gibt es einen Bücherbringdienst nach Hause.
Besonders gefragt sind Hilfen beim Ausleihen von E-Books, beim Recherchieren im Internet und beim Erstellen von Bewerbungen an den Bibliotheks-PCs. Die Bibliothek betont, dass niemand etwas allein können muss; geübt wird gemeinsam, Schritt für Schritt.
Die Stadt berichtet, dass seit dem Umbau mehr Menschen die Bibliothek auch ohne konkretes Buch besuchen, einfach um zu lernen oder Hilfe zu bekommen. Wer einmal da war, kommt häufig wieder.
Vor einem Termin sollen die Besucher ihren Ausweis und, wenn vorhanden, ihr eigenes Gerät mitbringen. Ausgewertet wird, welche digitalen Schritte am meisten Mühe machen, um die Anleitungen zu verbessern.
Begleitet wird das Angebot von einem Vorleseabend, an dem kurze Geschichten in einfacher Sprache vorgelesen werden.
Beispiel. In diesem Text geht es um ...
- a) ein neues Beratungsmodell im Alltag.
- b) einen privaten Reisebericht.
- c) eine Prüfung im Sprachkurs.
7. Wozu wandelt sich die Stadtbibliothek?
- a) Zu einem Treffpunkt für Lernen und Kultur.
- b) Zu einem reinen Bücherlager.
- c) Zu einem Fitnessstudio.
8. Was gibt es für Menschen, die das Haus nicht verlassen können?
- a) Nichts, sie müssen selbst kommen.
- b) Einen Fernsehkanal der Bibliothek.
- c) Einen Bücherbringdienst nach Hause.
9. Was sollen Besucher zu einem Termin mitbringen?
- a) Eine Bestätigung des Arbeitgebers.
- b) Eigene Bücherregale.
- c) Ihren Ausweis und, wenn vorhanden, das eigene Gerät.
Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 10 bis 12 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Bericht: Beratung muss erreichbar sein
Ein kleines Team begleitete im Frühjahr die ersten Beratungstermine zum Thema Wohnen in der Stadt und verglich nach vier Wochen die Rückmeldungen. Am Anfang kamen überraschend wenige Menschen. Einige Einladungen klangen zwar freundlich, nannten aber nicht klar, was die Besucher selbst mitbringen sollten; andere Termine lagen so ungünstig, dass Berufstätige sie kaum wahrnehmen konnten.
Daraufhin wurde einiges verändert. Die Hinweise enthalten jetzt mehr Alltagssprache und beginnen mit einem konkreten Beispiel aus der Nachbarschaft. An einem kurzen Musterfall können die Teilnehmenden mehrere Entscheidungen ausprobieren, statt sich durch lange Regeln zu arbeiten.
Besonders hilfreich sind echte Musterbriefe und kurze Dialoge: Daran erkennen die Teilnehmenden ihre eigene Situation schneller wieder und trauen sich eher, nachzufragen. Wer nicht vor der Gruppe sprechen möchte, kann eine Frage auch vorher schriftlich abgeben.
Die Projektleiterin hält kleine, wiedererkennbare Alltagsszenen für wichtiger als vollständige Regelübersichten. Offen bleibt allerdings, wie viele Folgetermine die Stadt dauerhaft finanzieren kann.
Aus den ersten Wochen zieht das Team noch eine andere Lehre: Ein vertrauter Ort ist oft wichtiger als ein besonders moderner Raum. Treffen im gewohnten Nachbarschaftstreff wurden deutlich besser besucht als Termine im neuen Verwaltungsgebäude. Deshalb sollen künftig mehr Angebote dort stattfinden, wo die Menschen ohnehin einkaufen, ihre Kinder abholen oder auf den Bus warten.
10. Warum kamen am Anfang nur wenige Menschen?
- a) Einladungen sagten nicht, was man mitbringen soll, und Termine lagen ungünstig.
- b) Der Nachbarschaftstreff war wegen Umbau geschlossen.
- c) Die Beratung war nur auf Englisch möglich.
11. Woran erkennen die Teilnehmenden ihre eigene Situation schneller wieder?
- a) An einem Vortrag über Baurecht.
- b) An echten Musterbriefen und kurzen Dialogen.
- c) An vollständigen Regelübersichten.
12. Welche zusätzliche Lehre zieht das Team?
- a) Neue Verwaltungsgebäude werden am besten besucht.
- b) Ein vertrauter Ort ist oft wichtiger als ein moderner Raum.
- c) Beratung funktioniert nur noch schriftlich.
Teil 3 - Anzeigen zuordnen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie die Situationen 13 bis 19 und die Anzeigen A bis J aus verschiedenen deutschsprachigen Medien. Wählen Sie: Welche Anzeige passt zu welcher Situation? Sie können jede Anzeige nur einmal verwenden. Die Anzeige aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden. Für eine Situation gibt es keine passende Anzeige. In diesem Fall schreiben Sie 0.
Mehrere Personen suchen passende Informationen oder Angebote zum Thema Digitale Verwaltung.
Beispiel. Sie möchten online einen Amtstermin buchen und die Bestätigung speichern. Anzeige: C
13. Sie möchten ein Bürgerkonto einrichten.
14. Sie brauchen Hilfe beim Videoanruf mit Kamera und Mikrofon.
15. Sie möchten Fristen aus digitalen Amtsnachrichten im Kalender speichern.
16. Sie wollen Dokumente mit dem Handy als PDF fotografieren.
17. Sie möchten WLAN und Kontakte auf dem Smartphone einrichten.
18. Sie wollen App-Berechtigungen am Handy prüfen.
19. Sie suchen eine Beratung zum Mietvertrag.
A
Bürgerkonto einrichten: E-Mail bestätigen, sicheres Passwort wählen, die erste Nachricht ans Amt senden - wir begleiten jeden Schritt. So haben Sie den wichtigsten Zugang gleich startklar. Halten Sie Ihre E-Mail-Adresse und Ihr Handy bereit. Wir richten nichts ohne Sie ein, sondern zeigen Ihnen jeden einzelnen Schritt.
B
Smartphone-Grundkurs: Fotos finden, Kontakte speichern und das WLAN verbinden – wir gehen die Grundlagen in Ruhe durch. So fühlen Sie sich mit Ihrem Gerät endlich sicher. Bringen Sie Ihr eigenes Handy mit, daran üben wir am besten. Es gibt keine dummen Fragen; wir wiederholen alles so oft, wie Sie möchten.
C
Online-Termin buchen: Wir zeigen Ihnen, wie Sie freie Zeiten vergleichen, die Bestätigung speichern und einen Termin bei Bedarf wieder verschieben. So sparen Sie sich das Warten in der Leitung. Ihr Smartphone genügt. Am Ende haben Sie Ihren Termin selbst gebucht und wissen, wie es beim nächsten Mal allein gelingt.
D
E-Mail mit Anhang: Datei suchen, ein Foto verkleinern und alles sicher verschicken – wir üben das an einem echten Beispiel. So bekommen Sie Anhänge zuverlässig ans Amt oder an die Schule. Nehmen Sie Ihr eigenes Gerät mit. Wir achten auch darauf, dass Sie nur das verschicken, was wirklich nötig ist.
E
Videoanruf üben: Kamera, Mikrofon und ein ruhiger Hintergrund – wir bereiten Sie auf Gespräche per Video vor, etwa mit Behörde oder Arzt. So sind Sie beim nächsten Termin gelassen. Denken Sie an Ihre eigenen Kopfhörer. Gemeinsam probieren wir einen Testanruf, bis Bild und Ton sicher funktionieren.
F
Datenschutz am Handy: Gemeinsam kontrollieren wir die App-Berechtigungen und schalten störende Werbung aus. So geben Sie nur das preis, was nötig ist. Nehmen Sie Ihr Smartphone mit. Sie entscheiden bei jedem Schritt selbst; wir erklären nur, was die einzelnen Einstellungen für Sie bedeuten.
G
Digitaler Briefkasten: Wir zeigen Ihnen, wie Sie Nachrichten vom Amt online lesen und wichtige Fristen gleich im Kalender speichern. So übersehen Sie keinen Termin mehr. Ihre Zugangsdaten sollten Sie parat haben. Gemeinsam richten wir eine kleine Erinnerung ein, damit Sie rechtzeitig an Antworten und Unterlagen denken.
H
Online-Banking extra: Diese Sprechstunde gibt es nur mit Voranmeldung und mit Ihrer eigenen Bankkarte. Wir üben in Ruhe die wichtigsten Schritte, ganz ohne echte Passwörter im Raum zu nennen. Melden Sie sich vorab an, damit genug Zeit bleibt. Bei Fragen zu verdächtigen Abbuchungen verweisen wir Sie an die richtige Stelle.
I
Dokumente fotografieren: Gutes Licht, gerader Rand, sinnvoller Dateiname – wir zeigen, wie aus einem Foto eine ordentliche Datei wird, die jedes Amt akzeptiert. So vermeiden Sie Rückfragen. Bringen Sie ein Dokument zum Üben mit. Mit einer einfachen App machen Sie daraus mit wenigen Schritten ein sauberes PDF.
J
Lernapps vergleichen: Vokabeln, Aussprache, tägliche Erinnerung – wir schauen uns gemeinsam an, welche App zu Ihrem Lernziel passt und wie Sie sie sinnvoll einstellen. So lernen Sie regelmäßiger. Ihr eigenes Handy sollten Sie dabeihaben. Es geht nicht um die teuerste App, sondern um die, die Sie wirklich gern und oft benutzen.
Teil 4 - Meinungen verstehen
Arbeitszeit: 15 Minuten
Lesen Sie die Texte 20 bis 26. Wählen Sie: Ist die Person für persönliche Beratungsangebote zu Widerspruch?
In einer Zeitschrift lesen Sie Leserbriefe zum Thema persönliche Beratungsangebote zu Widerspruch.
LESERBRIEFE
Beispiel. Niko: Ich bin überzeugt, dass sich das lohnt. Wer einmal verstanden hat, wie etwas funktioniert, traut sich beim nächsten Mal von ganz allein; die Beratung wirkt also weit über den Termin hinaus.
20. Omar: Mit Behördenbriefen komme ich allein zurecht. Man muss sie nur in Ruhe lesen und auf das Datum achten; im Zweifel ruft man bei der Stelle an. Eine eigene Sprechstunde dafür finde ich übertrieben. Sinnvoller wäre, wenn die Ämter ihre Bescheide endlich verständlich schreiben würden, dann bräuchte kaum jemand eine Übersetzung.
21. Rosa: Ich halte die Formularsprechstunde für sehr wichtig. Amtsdeutsch ist selbst für Muttersprachler schwer, und aus Angst schieben viele die Post beiseite, bis es zu spät ist. Ein ruhiges Gespräch nimmt diese Angst und rettet manche Frist. Mir hat besonders geholfen, dass man gleich erklärt bekommt, bis wann man reagieren muss.
22. Pavel: Solche Angebote sind ein Segen, gerade für Menschen, die noch nicht lange hier sind. Ein einziges unverstandenes Wort kann teuer werden. Wenn jemand den Brief gemeinsam mit einem durchgeht, fällt die Angst ab. Besonders gut finde ich, dass man lernt, wo das Aktenzeichen steht; allein dadurch geht später vieles schneller.
23. Uwe: Ich bin skeptisch gegenüber immer neuen Beratungsstellen. Am Ende sitzt man bei mehreren und bekommt unterschiedliche Auskünfte. Wer berufstätig ist, schafft feste Sprechzeiten ohnehin kaum. Das Geld wäre besser in verständlichere Bescheide und eine gut erreichbare Telefonhilfe gesteckt, die genau dann antwortet, wenn man den Brief in der Hand hält.
24. Vera: Für mich ist die persönliche Hilfe der beste Weg. Man legt seinen eigenen Brief auf den Tisch und bekommt erklärt, was wirklich gemeint ist, statt zu raten. Solange klar ist, dass es keine Rechtsvertretung ersetzt, sehe ich nur Vorteile. Mir hat es geholfen, vor lauter Sorge nicht den Kopf zu verlieren.
25. Emilia: So eine Sprechstunde wirkt sinnvoll, kommt aber häufig nicht bei denen an, die sich am meisten fürchten. Wer Briefe aus Angst nicht öffnet, geht erst recht nicht zu einem Termin. Ich möchte meine Probleme auch nicht vor Fremden ausbreiten. Eine geduldige Telefonhilfe oder ein Hausbesuch wären für viele die ehrlichere Lösung.
26. Jana: Ich unterstütze die Idee voll. Der Umgang mit Amtspost besteht aus vielen kleinen Schritten – sortieren, Frist prüfen, antworten –, und jemand, der das ruhig zeigt, ist viel wert. Mir hat es Mut gemacht, meinen Brief endlich zu öffnen. Die Stadt sollte solche Sprechstunden ausbauen und überall im Viertel anbieten.
Teil 5 - Informationsblatt verstehen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie die Aufgaben 27 bis 30 und den Text dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Sie informieren sich über ein Informationsblatt zum Thema Sportkurs.
27. Was soll man zum Sportkurs anziehen?
- a) Festliche Kleidung.
- b) Eine Schuluniform.
- c) Bequeme Kleidung.
28. Wann ist eine Anmeldung nötig?
- a) Nur für Gruppen.
- b) Nie, auch nicht für Gruppen.
- c) Für jede Einzelperson.
29. Wo findet der Kurs bei schlechtem Wetter statt?
- a) Im Saal.
- b) Am Bahnhof.
- c) Im Schwimmbad.
30. Für wen ist das Informationsblatt?
- a) Nur für Ärztinnen und Ärzte.
- b) Für Interessierte am Sportkurs.
- c) Nur für Kinder.
INFORMATIONSBLATT SPORTKURS
Dieses Blatt richtet sich an alle, die wieder mehr Bewegung in den Alltag bringen möchten und sich für den Sportkurs interessieren. Es gibt einen kurzen Überblick, damit der Einstieg leichter fällt.
Kleidung: Zum Kurs ziehen Sie bitte bequeme Kleidung an, in der Sie sich gut bewegen können. Besondere Ausrüstung ist nicht nötig; feste Schuhe genügen.
Anmeldung: Einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer können einfach vorbeikommen. Nur für Gruppen ist eine Anmeldung nötig, damit genug Platz und Material bereitstehen.
Bei schlechtem Wetter: Der Kurs findet normalerweise draußen statt. Bei Regen oder Kälte treffen wir uns im Saal; ein Hinweis dazu hängt am Eingang.
Hinweise: Wer eine Vorerkrankung hat, spricht den Einstieg bitte kurz mit der Kursleitung oder der Hausärztin ab. Trinken Sie genug und beginnen Sie ruhig; das Tempo bestimmen Sie selbst. Bei Fragen liegt am Empfang eine Karte mit Zeiten und Kontakt bereit.
Mitbringen und Ablauf: Feste Schuhe und etwas zu trinken genügen; eine Matte wird gestellt. Beim ersten Mal kommen Sie einfach zehn Minuten früher, dann zeigt Ihnen jemand den Umkleideraum und den Saal. Eine Begleitperson darf zuschauen. Wer regelmäßig teilnimmt, kann sich die Termine auf einer Karte bestätigen lassen, die später für einen Zuschuss der Krankenkasse nützlich ist.
Hören - ca. 40 Minuten
Audio-Datei: goethe-b1-model-15.mp3
Teil 1 - Kurze Texte
Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.
Text 1
1. Der Marktbesuch beginnt schon früh am Morgen.
richtigfalsch
2. Was soll man zum Marktbesuch mitbringen?
- a) Eine Waage.
- b) Einen Stoffbeutel.
- c) Einen großen Koffer.
Text 2
3. Hungrig einzukaufen hilft laut dem Beitrag beim Sparen.
richtigfalsch
4. Was empfiehlt der Beitrag?
- a) Vorher einen Einkaufszettel zu schreiben.
- b) Mehr Süßigkeiten zu kaufen.
- c) Ohne Plan einzukaufen.
Text 3
5. Das Rezept für die Gemüsesuppe ist kompliziert und teuer.
richtigfalsch
6. Was bietet die Freundin an?
- a) Fertiges Essen zu bringen.
- b) Ein Kochbuch zu kaufen.
- c) Das Gericht gemeinsam zu kochen.
Text 4
7. Man soll seine Lebensmittel bis Sonntagabend abholen.
richtigfalsch
8. Was soll man mit den eigenen Sachen tun?
- a) Sie einfrieren.
- b) Sie mit Namen und Datum beschriften.
- c) Sie offen liegen lassen.
Text 5
9. Am gemeinsamen Mittagstisch darf nur teilnehmen, wer gut kochen kann.
richtigfalsch
10. Worum geht es beim Mittagstisch vor allem?
- a) Um die Gemeinschaft.
- b) Um einen Kochwettbewerb.
- c) Um teures Essen.
Teil 2 - Eine Information verstehen
Sie hören einen längeren Informationstext einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
11. Was soll man vor dem Einkaufen tun?
- a) Einen Einkaufszettel schreiben.
- b) Möglichst hungrig sein.
- c) Viel Geld mitnehmen.
12. Was sagt die erste Stelle der Zutatenliste aus?
- a) Das ist am gesündesten.
- b) Das ist am teuersten.
- c) Davon ist am meisten enthalten.
13. Was rät Frau Lindner zum Kochen?
- a) Gar nicht zu kochen.
- b) Einfache Gerichte aus wenigen Zutaten.
- c) Nur teure Zutaten zu nehmen.
14. Was ist laut ihr das beste Getränk?
- a) Wasser.
- b) Limonade.
- c) Kaffee.
15. Was ist ihr wichtigster Rat?
- a) Auf alles Süße zu verzichten.
- b) Eine strenge Diät zu machen.
- c) Sich nichts völlig zu verbieten.
Teil 3 - Ein Gespräch verstehen
Sie hören ein Gespräch einmal. Entscheiden Sie, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.
16. Herr Wild hielt gesundes Essen früher für teuer und kompliziert.
richtigfalsch
17. Frau Traore kauft Gemüse am liebsten im Supermarkt.
richtigfalsch
18. Herr Wild greift nach der Arbeit oft zur Tiefkühlpizza.
richtigfalsch
19. Frau Traore kocht am Wochenende vor und friert Portionen ein.
richtigfalsch
20. Beim gemeinsamen Mittagstisch muss man gut kochen können.
richtigfalsch
21. Herr Wild kennt in der Stadt schon viele Leute.
richtigfalsch
22. Herr Wild will nächsten Mittwoch zum Mittagstisch mitkommen.
richtigfalsch
Teil 4 - Diskussion
Sie hören eine Diskussion zweimal. Ordnen Sie die Aussagen zu: Wer sagt was?
- a) Moderatorin
- b) Frau Kern
- c) Herr Block
23. Gesunde Ernährung scheitert selten am Wissen, meist an Zeit und Gewohnheiten.
abc
24. Vielen Menschen, gerade Alleinstehenden, fehlt beim Kochen die Gemeinschaft.
abc
25. Am Wochenende vorzukochen verändert oft den ganzen Alltag.
abc
26. Beim gemeinsamen Kochen isst man gesünder, ohne darüber nachzudenken.
abc
27. Gerade einfache Dinge wie Kartoffeln und Linsen sind günstig.
abc
28. Beim gemeinsamen Einkaufen und Kochen teilt man die Kosten.
abc
29. Kinder, die selbst mitkochen dürfen, essen das Gemüse danach viel lieber.
abc
30. Heute sprechen wir über Ernährung im Alltag und gesundes Essen für alle.
abc
Hörtexte für Audio-Generierung
Hören Teil 1, Beispiel
Hallo Selma, hier ist Anton vom Kochtreff. Ich wollte dich an unseren Kochabend am Freitag erinnern. Kleine Änderung: Wir fangen schon um achtzehn Uhr an, nicht erst um sieben, weil wir diesmal Brot backen und das länger dauert. Bring bitte eine Schürze mit, die Zutaten besorgen wir gemeinsam. Wenn du ein Lieblingsrezept hast, schick es mir vorher, dann planen wir es mit ein. Ruf an, falls es bei dir später wird. Ich freue mich auf einen netten Abend, bis Freitag!
Hören Teil 1, Text 1
Sie hören eine Durchsage in einem Ernährungszentrum. Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, unser Marktbesuch am Samstag beginnt schon um neun Uhr, denn früh ist die Auswahl am größten. Wir treffen uns direkt am Brunnen vor dem Rathaus und schauen gemeinsam, wie man frisches, saisonales Gemüse erkennt. Bringen Sie bitte einen Stoffbeutel mit. Im Anschluss kochen wir mit dem Eingekauften ein einfaches Gericht. Wer nicht mitkommen kann, findet das Rezept später am Aushang.
Hören Teil 1, Text 2
Nun ein kurzer Beitrag aus dem Radio. Gehen Sie nie hungrig in den Supermarkt. Wer satt einkauft, greift seltener zu Süßigkeiten und kauft weniger, was er gar nicht braucht. Schreiben Sie sich vorher einen Einkaufszettel und halten Sie sich daran. Das spart nicht nur Geld, sondern hilft auch, sich gesünder zu ernähren. Und achten Sie ruhig auf saisonales Gemüse aus der Region, das ist oft günstiger und schmeckt besser.
Hören Teil 1, Text 3
Sie hören die folgende private Nachricht. Hallo, hier ist Valeria. Du wolltest doch öfter selbst kochen. Ich habe ein super einfaches Rezept für eine Gemüsesuppe, das schafft wirklich jeder, und es ist auch noch günstig. Man braucht nur ein paar Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln. Ich schicke es dir gleich. Wenn du magst, kochen wir es am Wochenende einmal zusammen, dann zeige ich es dir. Zu zweit macht das viel mehr Spaß. Schreib mir einfach.
Hören Teil 1, Text 4
Sie hören eine Ansage in einer Lehrküche. Liebe Kursteilnehmende, bitte beachten Sie, dass der gemeinsame Kühlschrank am Montag gereinigt wird. Holen Sie Ihre Lebensmittel bis Sonntagabend ab; was übrig bleibt, müssen wir leider wegwerfen. Beschriften Sie Ihre Sachen am besten mit Namen und Datum, dann findet jeder das Seine wieder. Frische Zutaten für den nächsten Kurs bringen wir am Dienstag neu mit. Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Mithilfe.
Hören Teil 1, Text 5
Sie hören eine Mitteilung des Stadtteilzentrums. Liebe Nachbarinnen und Nachbarn, ab nächster Woche startet unser gemeinsamer Mittagstisch. Jeden Mittwoch kochen und essen wir zusammen; mitmachen kann jeder, egal wie gut man kocht. Die Zutaten werden geteilt, und jeder gibt einen kleinen Beitrag. Es geht vor allem um die Gemeinschaft und darum, gemeinsam zu genießen. Wer Lust hat, trägt sich bitte in die Liste am Eingang ein. Wir freuen uns auf viele hungrige Gäste.
Hören Teil 2
Sie hören einen Vortrag in der Volkshochschule zum Thema gesunde Ernährung im Alltag. Es spricht Frau Lindner, Ernährungsberaterin. Guten Tag und schön, dass Sie heute hier sind. Gesund zu essen klingt für viele nach Verzicht und Anstrengung, aber das Gegenteil ist der Fall. Ich möchte Ihnen heute zeigen, wie einfach und genussvoll es sein kann, wenn man ein paar Dinge beachtet. Beginnen wir beim Einkaufen, denn hier entscheidet sich schon viel. Gehen Sie nie hungrig in den Supermarkt und schreiben Sie sich vorher einen Zettel. Wer mit Plan einkauft, kauft gesünder und spart Geld. Achten Sie auf saisonales Obst und Gemüse aus der Region; es ist günstiger, frischer und schmeckt besser. Ein zweiter Punkt ist das Lesen der Zutatenliste. Was an erster Stelle steht, ist am meisten enthalten. Steht dort Zucker ganz vorne, ist viel davon im Produkt. So erkennen Sie schnell, was wirklich in Ihrem Essen steckt. Drittens das Kochen. Sie müssen kein Profi sein. Schon einfache Gerichte aus wenigen Zutaten sind gesund und schnell gemacht. Eine Gemüsesuppe, ein Salat, eine Pfanne mit Reis und Gemüse, das schafft jeder. Kochen Sie ruhig auf Vorrat und frieren Sie Portionen ein, dann haben Sie auch an stressigen Tagen etwas Gutes zur Hand. Ein vierter Punkt betrifft das Trinken. Wasser ist das beste Getränk. Wer Geschmack möchte, gibt ein paar Scheiben Zitrone oder etwas Minze hinein. Süße Limonaden enthalten oft mehr Zucker, als man denkt. Das zeige ich Ihnen am besten an einem Beispiel. Eine Teilnehmerin von mir wollte unbedingt abnehmen und hat sich strenge Verbote gemacht: kein Brot, keine Nudeln, nichts Süßes. Nach zwei Wochen hat sie frustriert aufgegeben und mehr gegessen als vorher. Dann haben wir es anders versucht: Sie hat einfach jeden Tag eine zusätzliche Portion Gemüse eingebaut und öfter selbst gekocht, ohne irgendetwas zu verbieten. Diese kleine Änderung hat sie ein ganzes Jahr durchgehalten, und am Ende ging es ihr deutlich besser. Daran sehen Sie: Kleine, freundliche Schritte wirken besser als strenge Regeln. Ein zweiter praktischer Tipp ist die Einkaufsplanung. Überlegen Sie sich am Wochenende grob, was Sie unter der Woche essen möchten, und kaufen Sie gezielt dafür ein. So landet weniger im Müll, und Sie sparen Zeit und Geld. Und schließlich mein wichtigster Rat: Verbieten Sie sich nichts völlig. Ein Stück Kuchen oder Schokolade ist erlaubt, es kommt auf das Maß an. Wer sich alles verbietet, hält selten lange durch. Gesunde Ernährung ist kein strenger Plan, sondern eine Sammlung kleiner, guter Gewohnheiten. Fangen Sie mit einer einzigen Sache an und bleiben Sie dabei. Denken Sie immer daran: Schon jeder kleine Schritt in die richtige Richtung zählt. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Ausprobieren und beantworte jetzt gern Ihre Fragen.
Hören Teil 3
Sie hören ein kurzes Gespräch zwischen zwei Bekannten, Frau Traore und Herrn Wild, die sich nach dem Vortrag unterhalten. Frau Traore: Und, hat Ihnen der Vortrag etwas gebracht? Ich fand ihn überraschend praktisch. Herr Wild: Ja, sehr. Ich dachte immer, gesund essen sei teuer und kompliziert. Aber das mit dem saisonalen Gemüse leuchtet mir ein. Frau Traore: Genau, das kaufe ich auch lieber auf dem Markt. Da ist es oft günstiger als im Supermarkt, und man kann sogar nach Rezepten fragen. Herr Wild: Stimmt. Mein Problem ist eher das Kochen. Nach der Arbeit bin ich müde und greife dann doch zur Tiefkühlpizza. Frau Traore: Das kenne ich. Aber haben Sie gehört, was sie über das Vorkochen gesagt hat? Wenn man am Wochenende größere Mengen kocht und einfriert, hat man unter der Woche schnell etwas Gesundes. Herr Wild: Daran hatte ich nie gedacht. Das wäre wirklich praktisch. Eine ganze Suppe auf einmal, und dann hat man drei Tage etwas davon. Frau Traore: Genau so mache ich das. Und es schmeckt am zweiten Tag oft sogar besser. Herr Wild: Das probiere ich aus. Sagen Sie, gehen Sie eigentlich auch zu diesem gemeinsamen Mittagstisch im Stadtteilzentrum? Frau Traore: Ja, jeden Mittwoch. Das ist wunderbar. Man kocht zusammen, lernt neue Leute kennen und probiert Gerichte aus anderen Ländern. Herr Wild: Das klingt schön. Ich wohne erst seit Kurzem hier und kenne kaum jemanden. Frau Traore: Dann kommen Sie doch einfach mit. Jeder ist willkommen, und kochen muss man auch nicht können. Letzte Woche hat jemand das erste Mal überhaupt eine Zwiebel geschnitten. Herr Wild: Das beruhigt mich. Dann komme ich nächsten Mittwoch mit. Wo treffen wir uns? Frau Traore: Um zwölf vor dem Stadtteilzentrum, ich warte am Eingang auf Sie. Herr Wild: Sagen Sie, kochen die da auch Sachen, die nicht so kompliziert sind? Ich bin wirklich ein Anfänger. Frau Traore: Gerade für Anfänger ist das ideal. Es gibt immer jemanden, der zeigt, wie man Zwiebeln schneidet oder eine Soße macht. Herr Wild: Das nimmt mir die Sorge. Ich habe nämlich Angst, mich zu blamieren. Frau Traore: Das braucht niemand. Beim letzten Mal hat ein junger Mann zum ersten Mal in seinem Leben Reis gekocht, und alle haben ihm geholfen. Herr Wild: Das klingt richtig nett. Und was kostet das Ganze? Frau Traore: Nur einen kleinen Beitrag für die Zutaten, ein paar Euro. Dafür isst man richtig gut und in netter Gesellschaft. Herr Wild: Das ist ja günstig, allein gebe ich für eine Fertigpizza fast genauso viel aus. Frau Traore: Sehen Sie, und gesünder ist es noch dazu. Sie werden sehen, danach kochen Sie auch zu Hause öfter. Herr Wild: Perfekt, das mache ich. Vielen Dank, dass Sie mich mitnehmen. So macht gesund essen gleich viel mehr Spaß. Frau Traore: Sehe ich genauso. Allein kocht man oft lustlos, aber zusammen ist es ein Vergnügen.
Hören Teil 4
Moderatorin: Willkommen zu unserer Sendung. Heute reden wir über Ernährung im Alltag und über die Frage, wie gesundes Essen für alle möglich wird. Es gibt viele Ratschläge, aber im stressigen Alltag ist die Umsetzung oft schwer. Bei mir sind Frau Kern, Ernährungsberaterin, und Herr Block, der einen Stadtteiltreff mit gemeinsamem Kochen leitet. Frau Kern, woran scheitert gesunde Ernährung im Alltag am häufigsten? Frau Kern: Selten am Wissen, meistens an der Zeit und an alten Gewohnheiten. Die meisten Menschen wissen, was gesund wäre, aber nach einem langen Tag fehlt die Kraft zum Kochen. Deshalb setze ich auf einfache, schnelle Lösungen statt auf komplizierte Pläne. Moderatorin: Erzählen Sie uns doch von einem Fall. Frau Kern: Gern. Ich rate vielen, am Wochenende vorzukochen. Eine große Suppe oder ein Eintopf, und schon hat man unter der Woche an mehreren Tagen ein gesundes Essen, das nur noch aufgewärmt werden muss. So ein einfacher Trick verändert oft den ganzen Alltag. Herr Block: Ganz Ihrer Meinung, doch als glaube, es fehlt noch etwas Wichtiges: die Gemeinschaft. Viele Menschen, gerade Alleinstehende, kochen ungern nur für sich. Da landet dann doch die Fertigpizza im Ofen. Moderatorin: Und beim gemeinsamen Kochen ist das anders? Herr Block: Völlig anders. Bei uns im Stadtteiltreff kochen wir einmal in der Woche zusammen. Plötzlich macht es Freude, man unterhält sich, probiert Neues, und am Ende isst man gesünder, ohne darüber nachzudenken. Ein gutes Beispiel ist ein älterer Herr, der allein lebt. Früher hat er kaum noch warm gegessen. Heute ist der Kochabend der Höhepunkt seiner Woche. Frau Kern: Das ist ein schönes Beispiel und zeigt, dass Essen mehr ist als Nährstoffe. Es ist auch Genuss und Gemeinschaft. Wer in netter Runde isst, isst meistens auch bewusster. Moderatorin: Ein Thema sind die Kosten. Ist gesundes Essen nicht teuer? Frau Kern: Das ist ein hartnäckiger Irrtum. Gerade die einfachen Dinge sind günstig: Kartoffeln, Linsen, Gemüse der Saison, Haferflocken. Teuer wird es vor allem durch Fertigprodukte. Wer selbst kocht, spart fast immer. Herr Block: Und beim gemeinsamen Einkaufen und Kochen teilt man die Kosten. Bei uns gibt jeder einen kleinen Beitrag, und davon kochen wir für alle. Das ist günstiger, als wenn jeder allein einkauft. Moderatorin: Ein Problem ist sicher auch die Zeit. Viele Menschen arbeiten lange und sind abends erschöpft. Frau Kern: Das ist die häufigste Ausrede, und ich verstehe sie gut. Aber gesundes Kochen muss nicht lange dauern. Ein Gericht aus Gemüse, Reis und ein paar Gewürzen ist in zwanzig Minuten fertig, schneller als das Warten auf einen Lieferdienst. Herr Block: Und genau hier hilft wieder die Gemeinschaft. Wenn man weiß, dass am Mittwoch zusammen gekocht wird, freut man sich darauf und nimmt sich die Zeit. Allein verschiebt man es leicht auf morgen. Moderatorin: Spielt denn auch das Wissen eine Rolle? Manche haben nie kochen gelernt. Frau Kern: Ja, das stimmt. Früher hat man das in der Familie gelernt, heute oft nicht mehr. Deshalb sind Kochkurse so wertvoll. Man lernt ein paar Grundgerichte, und damit kommt man schon sehr weit. Herr Block: Ein gutes Beispiel ist eine junge Mutter aus unserem Treff. Sie konnte am Anfang kaum kochen und hat sich nur von Fertigprodukten ernährt. Heute kocht sie für ihre ganze Familie frisch und ist richtig stolz darauf. Frau Kern: Solche Geschichten zeigen, dass es nie zu spät ist, es zu lernen. Und es lohnt sich gleich doppelt, für die Gesundheit und für den Geldbeutel. Moderatorin: Wie erreicht man Kinder und Jugendliche? Frau Kern: Indem man sie mitmachen lässt. Kinder, die selbst schneiden und rühren dürfen, essen das Gemüse danach viel lieber. In manchen Schulen gibt es Koch-Arbeitsgemeinschaften, das ist eine wunderbare Sache. Herr Block: Und sie nehmen das mit nach Hause. Ein Kind, das gern kocht, bringt die ganze Familie zum Umdenken. Moderatorin: Was raten Sie Menschen, die im Schichtdienst arbeiten und unregelmäßige Zeiten haben? Frau Kern: Für die ist das Vorkochen besonders praktisch. Wer ein paar Portionen im Kühlschrank oder Gefrierfach hat, isst auch nach einer späten Schicht etwas Gutes, statt zum Fast Food zu greifen. Herr Block: Und man kann sich zusammentun. In einer Wohngemeinschaft oder unter Nachbarn kocht mal der eine, mal der andere für alle. So hat man mehrmals in der Woche ein frisches Essen, ohne jeden Tag selbst am Herd zu stehen. Frau Kern: Eine wunderbare Idee, die obendrein Kontakte schafft. Moderatorin: Bevor wir aufhören, bitte je ein Wunsch. Frau Kern: Fangen Sie klein an, kochen Sie einmal pro Woche selbst, der Rest kommt von allein. Herr Block: Und suchen Sie sich jemanden zum Mitkochen, gemeinsam schmeckt es einfach besser. Moderatorin: Ein schöner Abschluss. Ich bedanke mich bei Ihnen beiden ganz herzlich.