Goethe-Zertifikat B1

Modellprüfung 13

Kinderbetreuung und Familie

Eigenständig erstelltes Übungsmaterial im Stil des Goethe-B1-Prüfungsformats.

Testformat

Lesen65 Minuten, 30 Aufgaben
Hörenca. 40 Minuten, 30 Aufgaben
Schreiben60 Minuten, 3 Teile
Sprechenca. 15 Minuten, 3 Teile

Lesen - 65 Minuten

Das Modul Lesen hat fünf Teile. Sie lesen mehrere Texte und lösen Aufgaben dazu. Sie können mit jeder Aufgabe beginnen. Für jede Aufgabe gibt es nur eine richtige Lösung.

Teil 1 - Korrespondenz lesen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie den Text und die Aufgaben 1 bis 6 dazu. Wählen Sie: Sind die Aussagen richtig oder falsch?

E-Mail: Kita

Hallo Lea, du suchst also einen Betreuungsplatz und blickst bei den ganzen Zeiten und Anträgen nicht durch – das ging mir vor einem Jahr ganz genauso. Ich habe mich anfangs gar nicht getraut zu fragen, weil ich dachte, ich müsste schon alles wissen. Den Anstoß gab mir die Beratung zur Kita-Vormerkung. Vor dem Termin habe ich die Unterlagen sortiert und mir notiert, was mir am wichtigsten ist: verlässliche Betreuungszeiten, die zu meiner Schicht passen. Vorgelegt habe ich nur Kopien, meine Originale durfte ich behalten. Meine eine große Frage war: Wie funktioniert die Vormerkung, und bis wann muss ich sie machen? Eine Garantie für einen Platz gab es nicht, aber nach dem Gespräch wusste ich genau, welche Nachweise ich für die Randzeiten-Betreuung brauche und wo ich mich online vormerke. Ein paar Angaben musste ich zu Hause noch ergänzen. Im Wartebereich saßen viele Eltern mit ähnlichen Sorgen – eine Mutter fragte nach dem Essensgeld, ein Vater nach der Eingewöhnung. Mein Tipp: Überleg dir vorher die wichtigste Frage und nimm nur die Unterlagen mit, die dazugehören. Wenn du magst, begleite ich dich am Donnerstag bis zur Tür; schildern und nachfragen solltest du aber selbst, dann passt die Auskunft auch zu eurer Familie. Liebe Grüße aus Dortmund Jonas

Beispiel. Die E-Mail berichtet von einer persönlichen Erfahrung.

richtigfalsch

1. Jonas ordnete die Unterlagen vor dem Termin.

richtigfalsch

2. Vor dem Termin hatte Jonas mehrere Fragen vorbereitet.

richtigfalsch

3. Das Angebot war nur für Fachleute bestimmt.

richtigfalsch

4. Im Text wird eine konkrete Information genannt.

richtigfalsch

5. Jonas möchte den Termin am Donnerstag absagen.

richtigfalsch

6. Im Text steht, dass man alle Originalunterlagen abgeben muss.

richtigfalsch

Teil 2 - Pressetexte verstehen

Arbeitszeit: 20 Minuten

Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 7 bis 9 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Aus der Presse: Hilfe bei Online-Formular

Eine regionale Zeitung berichtet, wie die Stadt den Weg ins digitale Amt begleitet. Immer mehr Anträge laufen online, doch nicht alle kommen mit, und so entsteht die Gefahr, dass gerade ältere Menschen abgehängt werden. Neu ist eine offene Smartphone-Sprechstunde, die mehrere Hilfen verbindet. Während eine Mitarbeiterin beim Einrichten des Bürgerkontos hilft, übt eine zweite mit den Besuchern das Buchen von Terminen und das Verschicken einer E-Mail mit Anhang; für Fragen zum Datenschutz steht eine kurze Beratung bereit. So muss niemand allein vor dem Bildschirm verzweifeln. Besonders gefragt sind Hilfen beim Anlegen eines Kontos, beim Hochladen von Dokumenten und beim Lesen von Nachrichten im digitalen Briefkasten. Wichtig: Die Helfer richten nichts heimlich ein, sondern zeigen jeden Schritt, damit man es danach selbst kann. Die Verwaltung berichtet, dass nun mehr Menschen ihre Anträge online erledigen und seltener unnötig ins Amt fahren. Wer es einmal selbst geschafft hat, traut sich auch beim nächsten Mal. Vor einem Termin sollen die Besucher ihr Smartphone, ihre Zugangsdaten und die nötigen Unterlagen mitbringen. Ausgewertet wird, welche Schritte den meisten Schwierigkeiten machen, um die Anleitungen zu vereinfachen. Begleitet wird das Angebot von einem Grundkurs, in dem man Fotos findet, Kontakte speichert und das WLAN verbindet.

Beispiel. In diesem Text geht es um ...

  1. a) ein neues Beratungsmodell im Alltag.
  2. b) einen privaten Reisebericht.
  3. c) eine Prüfung im Sprachkurs.

7. Warum begleitet die Stadt den Weg ins digitale Amt?

  1. a) Nicht alle kommen mit, und gerade Ältere könnten abgehängt werden.
  2. b) Anträge auf Papier sind verboten worden.
  3. c) Das Amt schließt alle Schalter noch in diesem Jahr.

8. Wie arbeiten die Helferinnen und Helfer?

  1. a) Sie nehmen die Handys mit nach Hause.
  2. b) Sie erledigen alles ohne die Besucher.
  3. c) Sie zeigen jeden Schritt, statt etwas heimlich einzurichten.

9. Was sollen Besucher zum Termin mitbringen?

  1. a) Nur den Personalausweis.
  2. b) Einen eigenen Drucker.
  3. c) Smartphone, Zugangsdaten und die nötigen Unterlagen.

Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 10 bis 12 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Bericht: Wenn Beratung verständlicher wird

Eine Verkehrswacht begleitete die ersten Fahrradkurse und hielt ihre Eindrücke fest. Zu Beginn kamen vor allem sichere Fahrer, während die Unsicheren, für die das Angebot eigentlich gedacht war, fernblieben. Manche Einladungen betonten zu sehr die Regeln und schreckten ab. Also änderte das Team seine Ansprache. Die Hinweise betonen jetzt, dass jeder in seinem Tempo üben darf und dass Fehler dazugehören. Statt langer Regelkunde steht das praktische Ausprobieren auf dem sicheren Platz im Vordergrund. Am meisten half genau dieses geschützte Üben: Wer das Abbiegen ohne Autoverkehr ein paarmal geschafft hat, traut sich danach auch auf die Straße. Wer allein nicht kommen mag, darf eine Begleitung mitbringen. Auffällig war außerdem, dass viele Kinder über die Eltern kamen und umgekehrt. Deshalb werden Kurse für Familien jetzt zusammengelegt. Die Übungsplätze sollen häufiger und zu festen Zeiten geöffnet werden, damit jeder ohne Anmeldung vorbeikommen kann. Kurse für Familien und für ältere Menschen sollen getrennt angeboten werden, weil beide Gruppen ganz unterschiedliche Fragen mitbringen und in ihrem eigenen Tempo üben möchten. Ob sich genügend ausgebildete Trainerinnen dauerhaft finden lassen, ist allerdings noch offen.

10. Wer blieb den ersten Kursen fern?

  1. a) Die Kinder aus dem Viertel.
  2. b) Die erfahrenen Trainerinnen.
  3. c) Gerade die unsicheren Fahrer, für die das Angebot gedacht war.

11. Was half den Teilnehmenden am meisten?

  1. a) Das sofortige Fahren auf der Hauptstraße.
  2. b) Das Lesen der Straßenverkehrsordnung.
  3. c) Das geschützte Üben ohne Autoverkehr auf dem Platz.

12. Was ist für die Übungsplätze geplant?

  1. a) Häufigere und feste Öffnungszeiten ohne Anmeldung.
  2. b) Eine dauerhafte Schließung im Winter.
  3. c) Eine Umwandlung in Parkplätze.

Teil 3 - Anzeigen zuordnen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie die Situationen 13 bis 19 und die Anzeigen A bis J aus verschiedenen deutschsprachigen Medien. Wählen Sie: Welche Anzeige passt zu welcher Situation? Sie können jede Anzeige nur einmal verwenden. Die Anzeige aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden. Für eine Situation gibt es keine passende Anzeige. In diesem Fall schreiben Sie 0.

Mehrere Personen suchen passende Informationen oder Angebote zum Thema Sicherheit in der Stadt.

Beispiel. Sie wollen Ihr Handy in Bus und Bahn besser schützen. Anzeige: I

13. Sie suchen eine Abendbetreuung für Kleinkinder.

14. Sie haben einen verdächtigen Anruf bekommen und möchten wissen, was zu tun ist.

15. Sie möchten Ihr Fahrrad mit Rahmennummer registrieren lassen.

16. Ihr Kind soll den Schulweg sicher üben.

17. Sie möchten sichere Passwörter und falsche Shops erkennen.

18. Sie möchten Türschloss und Fenster Ihrer Wohnung prüfen lassen.

19. Sie möchten wissen, wie man einen Notruf klar formuliert.

A

Polizeiberatung Telefonbetrug: Wir zeigen Ihnen die typischen Tricks, üben mit Ihnen, ein Gespräch entschieden zu beenden, und erklären, wie Sie eine Anzeige vorbereiten. So sind Sie im Ernstfall handlungsfähig. Notieren Sie vorab, was Ihnen passiert ist. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich; niemand wird für seine Unsicherheit belächelt.

B

Fahrrad registrieren: Im Hof der Wache erfassen wir Ihr Rad, damit es nach einem Diebstahl schneller zu Ihnen zurückkommt. Denken Sie an Rahmennummer, Kaufbeleg und Ausweis. Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur wenige Minuten. Sie erhalten anschließend eine Bestätigung, die Sie gut aufbewahren sollten.

C

Sicher wohnen: Wir prüfen mit Ihnen Türschloss, Fenster und die Beleuchtung im Treppenhaus und zeigen einfache Verbesserungen. So machen Sie es Einbrechern schwerer, ganz ohne teure Technik. Vereinbaren Sie einen Termin, dann kommen wir bei Ihnen vorbei. Oft helfen schon kleine, günstige Maßnahmen, um sich zu Hause sicherer zu fühlen.

D

Kinder im Verkehr: Schulweg üben, Warnweste tragen, Gefahrenstellen erkennen - das trainieren wir gemeinsam. So kommen die Kinder sicherer in die Schule. Treffpunkt ist vor der Grundschule. Eltern dürfen mitkommen, halten sich aber im Hintergrund, damit die Kinder selbst lernen, aufmerksam zu sein.

E

Online-Sicherheit: Wir erklären, wie Sie starke Passwörter wählen, falsche Shops erkennen und verdächtige Links besser einschätzen. So bewegen Sie sich im Netz mit mehr Ruhe. Sie brauchen keine Vorkenntnisse. Bringen Sie gern Beispiele mit, die Ihnen seltsam vorkamen; daran lässt sich das Erkennen besonders gut üben.

F

Selbstbehauptungskurs: In diesem Kurs lernen Sie, klare Grenzen zu setzen, im Notfall laut Hilfe zu rufen und sichere Wege zu wählen. Das stärkt Ihr Selbstvertrauen im Alltag. Bequeme Kleidung genügt. Wir üben in einer respektvollen Atmosphäre, in der niemand zu etwas gedrängt wird; Sie bestimmen Ihr eigenes Tempo.

G

Fundsachen Fahrrad: Wurde Ihr Rad gestohlen oder vermissen Sie es? Abgegebene Räder können Sie bei uns ansehen und Ihr Eigentum mit Unterlagen belegen. Halten Sie Kaufbeleg oder Rahmennummer bereit. Je genauer Sie Ihr Rad beschreiben können, desto eher findet es zu Ihnen zurück. Der Service ist kostenlos.

H

Infoabend Nachbarschaftswache: Wir erklären, wie man verdächtige Beobachtungen sinnvoll meldet – und warum eigene Kontrollen keine gute Idee sind. So hilft die Nachbarschaft, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Kommen Sie einfach vorbei. Es geht um Aufmerksamkeit und Zusammenhalt, nicht darum, die Arbeit der Polizei zu übernehmen.

I

Taschendiebstahl vermeiden: Rucksack, Geldbörse und Handy sind in Bus und Bahn schnell weg - wir zeigen, wie Sie sie besser sichern. Kleine Gewohnheiten machen oft den entscheidenden Unterschied. Das Angebot ist kostenlos und dauert nur kurz. Gern gehen wir auf konkrete Orte ein, an denen Sie sich unsicher fühlen, etwa volle Haltestellen.

J

Notruf richtig machen: Wo, was, wer? An Beispielsituationen üben Sie kurz, im Ernstfall ruhig und vollständig zu melden. So kommt schneller die richtige Hilfe. Vorkenntnisse brauchen Sie nicht. Wir üben so lange gemeinsam, bis sich das Wichtigste sicher anfühlt; das nimmt im echten Notfall viel Angst.

Teil 4 - Meinungen verstehen

Arbeitszeit: 15 Minuten

Lesen Sie die Texte 20 bis 26. Wählen Sie: Ist die Person für persönliche Beratungsangebote zu Mediation?

In einer Zeitschrift lesen Sie Leserbriefe zum Thema persönliche Beratungsangebote zu Mediation.

LESERBRIEFE

Beispiel. Niko: Ich unterstütze solche Hilfen sehr. Schon das Gefühl, dass jemand zuhört und sich Zeit nimmt, macht eine schwierige Angelegenheit deutlich leichter.

20. Sara: Eine Mediation bei Nachbarschaftsstreit halte ich für eine kluge Sache. Oft redet man aneinander vorbei, und eine neutrale Person bringt endlich Ruhe ins Gespräch. Mir hat das geholfen, einen jahrelangen Ärger zu beenden. Wichtig ist, dass die Teilnahme freiwillig bleibt und niemand sich vorgeführt fühlt, sonst funktioniert es nicht.

21. Deniz: Solche Angebote sind wertvoll, weil sie verhindern, dass aus Kleinigkeiten teure Verfahren werden. Viele schweigen aus Angst vor Streit, bis es eskaliert. Ein moderiertes Gespräch nimmt diese Angst und zeigt, dass man Probleme ansprechen darf. Besonders gut finde ich, dass alles vertraulich bleibt; das schafft erst das nötige Vertrauen.

22. Jana: Ich komme mit Nachbarn lieber direkt ins Reine. Wenn mich etwas stört, klingele ich und spreche es an; dafür brauche ich keine fremde Person dazwischen. Ein offizieller Termin macht eine Kleinigkeit unnötig groß. Sinnvoller wäre eine klar verständliche Hausordnung, an die sich alle halten, dann gäbe es viele Konflikte gar nicht erst.

23. Zoran: Ich bin skeptisch gegenüber organisierter Schlichtung. Wer sich nicht vertragen will, lässt sich auch durch ein Gespräch nicht überzeugen, und die anderen einigen sich ohnehin selbst. Das Geld wäre besser in eine bessere Ausstattung der Häuser gesteckt, etwa in dickere Wände, denn dann gäbe es weniger Lärmärger.

24. Yara: Für mich ist das vermittelte Gespräch der beste Weg. Allein traut man sich oft nicht, und am Telefon eskaliert es schnell. Eine ruhige Moderation sorgt dafür, dass beide Seiten gehört werden. Solange klar ist, dass niemand zu etwas gezwungen wird, sehe ich nur Vorteile. Gerade im engen Mietshaus ist das Gold wert.

25. Uwe: Ich unterstütze die Idee von Herzen. Ein gutes Zusammenleben besteht aus vielen kleinen Rücksichtnahmen, und manchmal braucht es nur einen neutralen Anstoß. Mir hat besonders gefallen, dass man vorher das höfliche Ansprechen üben konnte. Die Stadt sollte solche Angebote ausbauen, denn ein friedliches Haus ist mehr wert als jeder Rechtsstreit.

26. Hakan: So ein Angebot ist gut gemeint, verfehlt aber manchmal gerade die, die wirklich streiten. Wer rücksichtslos ist, kommt zu keiner freiwilligen Mediation. Ich möchte meine privaten Konflikte auch nicht vor Dritten ausbreiten. Eine deutliche, von allen unterschriebene Hausordnung wäre für viele Probleme die einfachere und ehrlichere Lösung.

Beispiel. Niko

janein

20. Sara

janein

21. Deniz

janein

22. Jana

janein

23. Zoran

janein

24. Yara

janein

25. Uwe

janein

26. Hakan

janein

Teil 5 - Informationsblatt verstehen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie die Aufgaben 27 bis 30 und den Text dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Sie informieren sich über ein Informationsblatt zum Thema Weiterbildung.

27. Was kostet der erste Beratungstermin?

  1. a) Eine Prüfungsgebühr.
  2. b) Nichts.
  3. c) Eine Kursgebühr.

28. Wie meldet man sich für den Kurs an?

  1. a) Nur telefonisch.
  2. b) Online.
  3. c) Gar nicht.

29. Was braucht man für eine Ermäßigung?

  1. a) Einen aktuellen Nachweis.
  2. b) Einen Reisepass aus dem Heimatland.
  3. c) Ein Foto.

30. Worum geht es im Informationsblatt?

  1. a) Um Weiterbildung.
  2. b) Um eine Kursabsage.
  3. c) Um eine erste Berufsberatung.

INFORMATIONSBLATT WEITERBILDUNG Dieses Blatt richtet sich an Menschen, die sich beruflich verändern oder weiterbilden möchten und dafür eine erste Orientierung suchen. Es ersetzt keine vollständige Berufsberatung, hilft aber dabei, den passenden Kurs zu finden und die nächsten Schritte zu planen. Kosten: Der erste Beratungstermin ist kostenlos. Erst wenn Sie sich für einen Kurs entscheiden, können Gebühren entstehen, die vorher genannt werden. Anmeldung: Für die Kurse meldet man sich online an. Am Empfang oder telefonisch erhalten Sie bei Bedarf Hilfe beim Ausfüllen des Formulars, falls die Anmeldung am Computer schwierig ist. Ermäßigung: Wer eine Ermäßigung beantragen möchte, bringt einen aktuellen Nachweis mit, zum Beispiel über das Einkommen oder den Bezug von Leistungen. Ohne diesen Nachweis kann die Ermäßigung nicht gewährt werden. Unterlagen und Ablauf: Bringen Sie Kopien Ihrer Zeugnisse mit; die Originale bleiben bei Ihnen. Zuerst klären wir Ihr Ziel, dann sehen wir gemeinsam, welche Weiterbildung dazu passt. Schwierige Fälle erhalten einen längeren Einzeltermin. Sprache und Erreichbarkeit: Brauchen Sie eine Übersetzung, melden Sie das bitte schon vorab. Der Beratungsraum ist mit dem Aufzug erreichbar, und eine Begleitperson darf mitkommen. Für eine kurze Rückfrage genügt ein Anruf während der Sprechzeiten; eine erneute Anmeldung ist dafür nicht nötig. Bitte bereiten Sie nach Möglichkeit nur eine Hauptfrage pro Termin vor, damit genug Zeit bleibt.

Hören - ca. 40 Minuten

Audio-Datei: goethe-b1-model-13.mp3

Teil 1 - Kurze Texte

Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.

Text 1

1. Die Anmeldung für das Praktikum läuft noch bis Freitag.

richtigfalsch

2. Was kann man tun, wenn man keinen Platz findet?

  1. a) Zur Berufsberatung in Raum zehn gehen.
  2. b) Das Praktikum absagen.
  3. c) Eine Woche warten.

Text 2

3. In der Ausbildung verdient man laut dem Beitrag erst nach einem Jahr Geld.

richtigfalsch

4. Was macht ein gutes Anschreiben aus?

  1. a) Möglichst viele Floskeln.
  2. b) Eine bunte Schrift.
  3. c) Ein persönlicher Satz zum Beruf.

Text 3

5. Yara rät, sich vorher über den Betrieb zu informieren.

richtigfalsch

6. Was bietet Yara an?

  1. a) Mitzukommen.
  2. b) Das Gespräch gemeinsam zu üben.
  3. c) Die Bewerbung zu schreiben.

Text 4

7. Die großen Maschinen darf man von Anfang an allein bedienen.

richtigfalsch

8. Was soll man bei Unsicherheit tun?

  1. a) Sofort den Meister fragen.
  2. b) Einfach weitermachen.
  3. c) Die Maschine ausschalten.

Text 5

9. Für das Bewerbungsfoto am Donnerstag muss man sich anmelden.

richtigfalsch

10. Worauf sollen die Schüler beim Foto achten?

  1. a) Geld mitzubringen.
  2. b) Ein eigenes Foto mitzubringen.
  3. c) Ordentlich angezogen zu kommen.

Teil 2 - Eine Information verstehen

Sie hören einen längeren Informationstext einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

11. Warum ist ein Praktikum laut Frau Holl ein guter Einstieg?

  1. a) Man verdient viel Geld.
  2. b) Man braucht keine Bewerbung mehr.
  3. c) Man sieht, ob ein Beruf wirklich passt.

12. Was ist das Wichtigste an der Bewerbung?

  1. a) Ein teures Foto.
  2. b) Das persönliche Anschreiben.
  3. c) Ein langer Lebenslauf.

13. Was rät sie fürs Vorstellungsgespräch?

  1. a) Sich vorbereiten und pünktlich sein.
  2. b) Spät zu kommen.
  3. c) Nichts zu fragen.

14. Was sagt sie über die Ausbildungsvergütung?

  1. a) Es gibt keine.
  2. b) Sie sinkt mit der Zeit.
  3. c) Sie steigt jedes Jahr.

15. Was rät sie nach einer erfolglosen Bewerbung?

  1. a) Den Beruf zu wechseln.
  2. b) Sich Hilfe zu holen und nicht aufzugeben.
  3. c) Mit dem Suchen aufzuhören.

Teil 3 - Ein Gespräch verstehen

Sie hören ein Gespräch einmal. Entscheiden Sie, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.

16. Lena hat der Stand mit den Pflegeberufen positiv überrascht.

richtigfalsch

17. Tarik interessiert sich vor allem für Büroberufe.

richtigfalsch

18. Tarik hat Angst vor dem Anschreiben.

richtigfalsch

19. Die Beraterin rät, ehrlich zu schreiben, warum einen der Beruf interessiert.

richtigfalsch

20. Lena will zuerst ein Praktikum im Pflegebereich machen.

richtigfalsch

21. Das Bewerbungsfoto am Donnerstag kostet Geld.

richtigfalsch

22. Die beiden wollen ihre Anschreiben gegenseitig lesen.

richtigfalsch

Teil 4 - Diskussion

Sie hören eine Diskussion zweimal. Ordnen Sie die Aussagen zu: Wer sagt was?

23. Am wichtigsten sind ehrliches Interesse und die Bereitschaft zu lernen.

abc

24. Viele Jugendliche unterschätzen sich und sehen ihre eigenen Stärken nicht.

abc

25. Wir schauen längst nicht mehr nur auf die Zeugnisse.

abc

26. Im Gespräch frage ich, was jemand gern macht, auch außerhalb der Schule.

abc

27. Aus einem Praktikum wird bei uns oft eine Ausbildung.

abc

28. Praktika bauen Ängste ab, weil man den Beruf einmal ausprobiert.

abc

29. Wer nachfragt, zeigt Interesse, das ist kein Zeichen von Schwäche.

abc

30. Heute geht es um den Berufsstart und den Übergang in die Ausbildung.

abc

Schreiben - 60 Minuten

Teil 1 - Persönliche E-Mail

Ihr Freund möchte wieder Sport machen, traut sich aber nicht allein zum Verein. Schreiben Sie eine persönliche E-Mail. Beschreiben Sie kurz, warum Sie schreiben, reagieren Sie auf die Bitte, berichten Sie von einer eigenen Erfahrung und machen Sie einen konkreten Vorschlag. Achten Sie darauf, dass die E-Mail freundlich und natürlich klingt. Sie dürfen auch kurz erklären, was Ihnen selbst damals geholfen hat. Schreiben Sie ungefähr 80 Wörter.

  • Warum melden Sie sich?
  • Welche Erfahrung haben Sie mit dem Thema gemacht?
  • Was schlagen Sie als nächsten Schritt vor?
  • Wann hätten Sie Zeit oder wie bleiben Sie in Kontakt?

Teil 2 - Meinung schreiben

In einem Internetforum lesen Sie die Frage: "Sollte es in jeder Stadt mehr kostenlose Angebote zum Thema Mitgliedschaft geben?" Schreiben Sie Ihre Meinung. Begründen Sie Ihre Ansicht, nennen Sie ein Beispiel aus dem Alltag und gehen Sie kurz auf einen möglichen Nachteil ein. Verwenden Sie passende Verbindungen wie "außerdem", "trotzdem" oder "deshalb". Ihr Text soll wie ein kurzer Forumsbeitrag wirken, nicht wie eine Liste. Schreiben Sie ungefähr 80 Wörter.

  • Ihre Meinung zum Thema
  • Ein Vorteil oder ein persönliches Beispiel
  • Ein Nachteil oder eine Grenze solcher Angebote
  • Ein kurzer Schluss mit Ihrer Empfehlung

Teil 3 - Formelle E-Mail

Sie fragen den Sportverein nach einem Probetraining. Schreiben Sie eine formelle E-Mail an die zuständige Stelle. Entschuldigen Sie sich, erklären Sie die Situation, bitten Sie um einen neuen Termin oder um eine konkrete Auskunft und schließen Sie höflich. Nennen Sie, wann Sie erreichbar sind. Schreiben Sie ungefähr 40 Wörter.

  • Entschuldigung und Grund
  • Konkreter Wunsch
  • Erreichbarkeit oder Alternativtermin
  • Höflicher Abschluss

Sprechen - ca. 15 Minuten

Die mündliche Prüfung besteht aus drei Teilen. Sprechen Sie frei, reagieren Sie auf Ihre Partnerin oder Ihren Partner und benutzen Sie die Stichpunkte nur als Hilfe.

Teil 1 - Gemeinsam etwas planen

Sie und Ihre Partnerin oder Ihr Partner möchten gemeinsam eine Aktion zum Thema Lernabend im Betrieb vorbereiten. Planen Sie das Gespräch zusammen. Entscheiden Sie, was zuerst geklärt werden muss, wer welche Aufgabe übernimmt und wie Sie andere Personen informieren. Beginnen Sie mit einem Vorschlag, reagieren Sie auf die Ideen der anderen Person und einigen Sie sich am Ende auf einen konkreten Plan.

Teil 2 - Ein Thema präsentieren

Wählen Sie ein Thema aus. Ihre Präsentation soll aus fünf Teilen bestehen.

Thema 1: Wie wichtig ist gutes Deutsch im Beruf?

Folie 1

Stellen Sie Ihr Thema vor. Erklären Sie kurz den Inhalt und die Struktur Ihrer Präsentation.

Folie 2

Berichten Sie von einer Situation bei der Arbeit, in der Sprache wichtig war.

Folie 3

Berichten Sie, welche Sprachen man in Ihrem Heimatland im Beruf braucht.

Folie 4

Nennen Sie Vor- und Nachteile und sagen Sie dazu Ihre Meinung. Geben Sie auch Beispiele.

Folie 5

Beenden Sie Ihre Präsentation und bedanken Sie sich bei den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Thema 2: Sollten Betriebe Sprachkurse am Arbeitsplatz anbieten?

Folie 1

Stellen Sie Ihr Thema vor. Erklären Sie kurz den Inhalt und die Struktur Ihrer Präsentation.

Folie 2

Berichten Sie, wie Sie neben der Arbeit Deutsch lernen.

Folie 3

Berichten Sie, wie Betriebe in Ihrem Heimatland ihre Mitarbeiter unterstützen.

Folie 4

Nennen Sie Vor- und Nachteile und sagen Sie dazu Ihre Meinung. Geben Sie auch Beispiele.

Folie 5

Beenden Sie Ihre Präsentation und bedanken Sie sich bei den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Teil 3 - Über das Thema sprechen

Nach der Präsentation stellt Ihre Partnerin oder Ihr Partner eine Frage. Reagieren Sie darauf, geben Sie ein kurzes Feedback zur Präsentation Ihres Partners und führen Sie das Gespräch zum Thema Deutsch im Beruf weiter. Verwenden Sie höfliche Rückfragen und konkrete Beispiele. Sie können zustimmen, widersprechen oder eine eigene Erfahrung ergänzen. Wichtig ist, dass Sie nicht nur mit "ja" oder "nein" antworten, sondern Ihre Reaktion kurz erklären. Die Prüfenden können nach Details fragen, zum Beispiel warum Sie eine Lösung praktisch finden, welche Schwierigkeit entstehen kann oder welche Erfahrung Sie in Ihrer Familie, Schule, Arbeit oder Nachbarschaft gemacht haben.

Lösungsschlüssel

Lesen 1richtig
Lesen 2richtig
Lesen 3falsch
Lesen 4richtig
Lesen 5falsch
Lesen 6falsch
Lesen 7a
Lesen 8c
Lesen 9c
Lesen 10c
Lesen 11c
Lesen 12a
Lesen 130
Lesen 14A
Lesen 15B
Lesen 16D
Lesen 17E
Lesen 18C
Lesen 19J
Lesen 20ja
Lesen 21ja
Lesen 22nein
Lesen 23nein
Lesen 24ja
Lesen 25ja
Lesen 26nein
Lesen 27b
Lesen 28b
Lesen 29a
Lesen 30a
Hören 1richtig
Hören 2a
Hören 3falsch
Hören 4c
Hören 5richtig
Hören 6b
Hören 7falsch
Hören 8a
Hören 9falsch
Hören 10c
Hören 11c
Hören 12b
Hören 13a
Hören 14c
Hören 15b
Hören 16richtig
Hören 17falsch
Hören 18richtig
Hören 19richtig
Hören 20richtig
Hören 21falsch
Hören 22richtig
Hören 23b
Hören 24c
Hören 25b
Hören 26c
Hören 27b
Hören 28c
Hören 29b
Hören 30a

Hörtexte für Audio-Generierung

Hören Teil 1, Beispiel

Hallo Nora, hier ist Adrian von der Berufsschule. Ich wollte dich an den Berufsinfotag am Samstag erinnern. Kleine Änderung: Er beginnt schon um neun Uhr, nicht erst um zehn, weil so viele Betriebe kommen. Bring am besten ein paar Ausdrucke deines Lebenslaufs mit, manche Firmen nehmen direkt Bewerbungen an. Wir treffen uns um Viertel vor neun am Haupteingang, dann gehen wir zusammen rein. Zieh etwas Ordentliches an, der erste Eindruck zählt. Ruf an, falls du es nicht schaffst. Bis Samstag!

Hören Teil 1, Text 1

Sie hören eine Durchsage in einer Berufsschule. Liebe Schülerinnen und Schüler, die Anmeldung für das Praktikum im Frühjahr läuft noch bis Freitag. Tragt euren Wunschbetrieb bitte in die Liste im Sekretariat ein. Wer bis dahin keinen Platz gefunden hat, bekommt Hilfe von der Berufsberatung; meldet euch einfach im Raum zehn. Denkt daran, dass ein Praktikum oft der erste Schritt zu einer Ausbildung ist, also nehmt die Suche ernst. Bei Fragen ist die Berufsberatung auch in der Pause für euch da.

Hören Teil 1, Text 2

Und nun ein Tipp aus unserer Sendung zum Berufsstart im Radio. Wer eine Ausbildung sucht, sollte sich nicht entmutigen lassen, wenn die erste Bewerbung nicht klappt. Wichtig ist ein persönliches Anschreiben: Schreiben Sie kurz, warum gerade dieser Beruf zu Ihnen passt. Ein einziger ehrlicher Satz wirkt mehr als viele allgemeine Floskeln. Und vergessen Sie nicht: In der Ausbildung verdient man von Anfang an Geld und sammelt echte Erfahrung. Auch ein zweiter oder dritter Versuch lohnt sich, viele finden so ihren Weg.

Hören Teil 1, Text 3

Auf Ihrem Anrufbeantworter ist folgende Nachricht. Hallo, hier ist Yara. Du hast doch bald dein Vorstellungsgespräch. Pass auf: Informier dich vorher kurz über den Betrieb, das kommt immer gut an. Überleg dir auch eine eigene Frage, denn am Ende fragen sie meistens, ob du noch etwas wissen möchtest. Und sei lieber zehn Minuten zu früh als eine Minute zu spät. Ich drücke dir die Daumen. Wenn du magst, üben wir das Gespräch vorher zusammen.

Hören Teil 1, Text 4

Sie hören eine Ansage in einer Lehrwerkstatt. Liebe Auszubildende, aus Sicherheitsgründen dürfen die großen Maschinen nur nach einer Einweisung und nie allein bedient werden. In den ersten Tagen schaut ihr zunächst zu und arbeitet unter Aufsicht. Tragt bitte immer die Schutzbrille und feste Schuhe. Wer sich unsicher fühlt, fragt sofort den Meister. Lieber einmal zu viel gefragt als einen Unfall riskiert. Eure Sicherheit geht hier immer vor. Die Schutzkleidung bekommt ihr übrigens am ersten Tag von uns gestellt.

Hören Teil 1, Text 5

Sie hören eine Mitteilung der Schulleitung. Liebe Schülerinnen und Schüler, am Donnerstag könnt ihr bei uns kostenlos ein Bewerbungsfoto machen lassen. Ein Fotograf ist von neun bis dreizehn Uhr in der Aula. Kommt bitte ordentlich angezogen, denn das Foto wird in euren echten Bewerbungen verwendet. Das Angebot ist freiwillig, aber sehr zu empfehlen, denn ein gutes Foto gehört zu einer vollständigen Bewerbung dazu. Eine Anmeldung ist nicht nötig, kommt einfach in der Pause oder einer Freistunde vorbei.

Hören Teil 2

Sie hören einen Vortrag bei einem Berufsinfotag. Es spricht Frau Holl von der Berufsberatung. Guten Tag und schön, dass ihr da seid. Der Schritt von der Schule in den Beruf ist aufregend, und ich möchte euch heute zeigen, wie ihr ihn gut schafft, ohne euch zu viel Druck zu machen. Beginnen wir mit dem Praktikum, denn das ist oft der beste Einstieg. In einem Praktikum seht ihr, ob ein Beruf wirklich zu euch passt. Das klingt selbstverständlich, ist aber entscheidend. Viele entdecken erst beim Mitarbeiten, dass ihnen eine Arbeit Spaß macht, an die sie vorher nie gedacht hätten. Sucht euch also ruhig auch einmal etwas aus, das ihr noch nicht kennt. Zweitens die Bewerbung. Habt keine Angst davor. Eine Bewerbung besteht aus einem Anschreiben, einem Lebenslauf und euren Zeugnissen. Das Wichtigste ist das Anschreiben: Schreibt mit euren eigenen Worten, warum ihr euch gerade für diesen Beruf und diesen Betrieb interessiert. Kopiert nichts aus dem Internet, das merken die Betriebe sofort. Lieber ein kurzer, ehrlicher Text als viele leere Worte. Drittens das Vorstellungsgespräch. Bereitet euch vor, informiert euch über den Betrieb und überlegt euch eine eigene Frage. Seid pünktlich, am besten zehn Minuten früher, und zieht euch ordentlich an. Und ganz wichtig: Traut euch zu sprechen, auch wenn ihr nervös seid. Die Betriebe wissen, dass ihr jung seid, und erwarten keine perfekten Antworten, sondern ehrliches Interesse. Ein vierter Punkt betrifft das Geld und die Rechte. In einer Ausbildung bekommt ihr eine Vergütung, die jedes Jahr steigt. Ihr habt einen Ausbildungsvertrag mit klaren Regeln, zum Beispiel zu Urlaub und Arbeitszeit. Lest diesen Vertrag in Ruhe durch und fragt nach, wenn etwas unklar ist. Lasst mich das mit dem Praktikum an einem Beispiel zeigen. Ein Schüler von uns wollte unbedingt ins Büro, weil er dachte, das sei ein sicherer Job. Beim Praktikum hat er gemerkt, dass ihm die viele Schreibtischarbeit überhaupt nicht liegt. Stattdessen hat ihm ein Praktikum in einer Gärtnerei riesigen Spaß gemacht, an das er vorher nie gedacht hätte. Heute macht er dort eine Ausbildung und ist glücklich. Genau deshalb sage ich: Probiert verschiedene Dinge aus, bevor ihr euch festlegt. Ein zweiter Tipp: Hebt euch alles gut auf, was ihr für Bewerbungen braucht, also Zeugnisse, Bescheinigungen und eine Liste eurer Praktika. So habt ihr alles griffbereit, wenn es einmal schnell gehen muss. Und schließlich: Lasst euch nicht entmutigen, wenn eine Bewerbung nicht klappt. Das gehört dazu. Holt euch Hilfe, hier bei uns oder bei euren Lehrern. Es gibt mehr Unterstützung, als ihr denkt, und für fast jeden findet sich der passende Weg. Ich danke euch und beantworte jetzt gern eure Fragen.

Hören Teil 3

Sie hören nun das Gespräch zwischen zwei jungen Leuten, Tarik und Lena, die sich nach dem Berufsinfotag unterhalten. Tarik: Und, hast du etwas Interessantes gefunden? Ich war bei ziemlich vielen Ständen. Lena: Ja, der Stand mit den Pflegeberufen hat mich überrascht. Ich dachte immer, das sei nichts für mich, aber die Auszubildende hat so begeistert erzählt. Tarik: Echt? Ich wäre nie auf die Idee gekommen. Ich interessiere mich eher fürs Handwerk, vielleicht etwas mit Holz. Lena: Das passt doch gut zu dir, du baust ja gern Sachen. Hast du dich schon irgendwo beworben? Tarik: Noch nicht. Ehrlich gesagt habe ich Angst vor dem Anschreiben. Ich weiß nie, was ich schreiben soll. Lena: Das kenne ich. Aber die Beraterin hat gesagt, man soll einfach ehrlich schreiben, warum einen der Beruf interessiert. Bei dir wäre das doch leicht. Tarik: Stimmt eigentlich. Ich könnte schreiben, dass ich gern mit den Händen arbeite und gern sehe, was am Ende entstanden ist. Lena: Genau so etwas meinen die. Das klingt viel besser als irgendein Satz aus dem Internet. Tarik: Und wie machst du das mit dem Praktikum? Suchst du dir eins im Pflegebereich? Lena: Ja, das will ich. So sehe ich, ob es wirklich passt, bevor ich mich für eine ganze Ausbildung entscheide. Tarik: Das ist klug. Dann mache ich das auch, ein Praktikum in einer Tischlerei. Lena: Super Idee. Übrigens, hast du gehört, dass man am Donnerstag kostenlos ein Bewerbungsfoto machen lassen kann? Tarik: Nein, das wusste ich nicht. Das ist praktisch, ein gutes Foto wollte ich sowieso. Lena: Genau, dann sparen wir uns das Geld beim Fotografen. Sollen wir zusammen hingehen? Sag mal, hast du eigentlich schon eine Idee, in welchen Betrieb du gehen willst? Tarik: Es gibt eine kleine Tischlerei bei mir um die Ecke, die bilden aus. Ich gehe einfach mal vorbei und frage. Lena: Das ist mutig, aber bestimmt eine gute Idee. Viele Betriebe finden es gut, wenn man persönlich kommt. Tarik: Das hoffe ich. Ich bin nur immer so nervös, wenn ich fremde Leute ansprechen muss. Lena: Das geht mir auch so. Aber die Beraterin hat gesagt, man soll einfach freundlich grüßen und kurz sagen, was man möchte. Mehr ist es gar nicht. Tarik: Stimmt, eigentlich ganz einfach. Vielleicht übe ich vorher kurz mit dir, was ich sage. Lena: Klar, machen wir. Und ich übe für mein Telefonat im Pflegeheim, da muss ich auch erst anrufen und nach einem Praktikum fragen. Tarik: Dann üben wir eben beides, das nimmt die Angst. Gern. Und wenn du willst, lese ich dein Anschreiben und du meins, vier Augen sehen mehr. Lena: Abgemacht. Allein hätte ich mich das gar nicht so richtig getraut. Zu zweit ist das alles viel leichter. Tarik: Sehe ich auch so. Dann fangen wir gleich am Wochenende an und schreiben die ersten Bewerbungen.

Hören Teil 4

Moderatorin: Herzlich willkommen zu unserer Sendung. Heute geht es um den Berufsstart junger Menschen und um die Frage, wie der Übergang von der Schule in die Ausbildung besser gelingt. Viele Betriebe suchen Auszubildende, und gleichzeitig finden manche Jugendliche keinen Platz. Bei mir sind Frau Vogt, die in einem Betrieb für die Ausbildung zuständig ist, und Herr Krause von der Berufsberatung. Frau Vogt, was ist Ihnen bei Bewerbern am wichtigsten? Frau Vogt: Ehrliches Interesse und die Bereitschaft zu lernen. Perfekte Noten sind schön, aber sie sagen nicht alles. Ich stelle lieber jemanden ein, der mit Begeisterung dabei ist und Fragen stellt, als jemanden mit Einsen, dem die Arbeit egal ist. Moderatorin: Sie schauen also nicht nur auf Zeugnisse? Frau Vogt: Nein, längst nicht mehr. Ein gutes Beispiel: Wir hatten einen Bewerber mit eher mittelmäßigen Noten, aber er hatte in seiner Freizeit alte Fahrräder repariert. Das hat mich mehr überzeugt als jede Eins, denn es zeigte echtes Interesse und Geschick. Heute ist er einer unserer besten Azubis. Herr Krause: Genau das versuche ich den Jugendlichen auch zu vermitteln. Viele unterschätzen sich. Sie denken, sie könnten nichts Besonderes, dabei haben sie Stärken, die sie gar nicht sehen. Meine Aufgabe ist oft, diese Stärken sichtbar zu machen. Moderatorin: Wie machen Sie das? Herr Krause: Im Gespräch. Ich frage, was jemand gern macht, auch außerhalb der Schule. Da kommt dann heraus, dass einer ein Team in der Fußballmannschaft organisiert oder einer Geschwistern bei den Hausaufgaben hilft. Das sind Fähigkeiten, die in jedem Beruf gefragt sind. Moderatorin: Ein Problem ist, dass manche gar nicht wissen, welcher Beruf zu ihnen passt. Frau Vogt: Deshalb sind Praktika so wichtig. Im Praktikum merkt man schnell, ob einem eine Arbeit liegt. Wir bieten viele Praktikumsplätze an, gerade weil daraus oft eine Ausbildung wird. Es ist für beide Seiten die beste Probe. Herr Krause: Und Praktika bauen Ängste ab. Viele trauen sich einen Beruf nicht zu, bis sie ihn einmal ausprobiert haben. Danach sind sie oft Feuer und Flamme. Moderatorin: Was ist mit jungen Menschen, die noch nicht so gut Deutsch sprechen? Frau Vogt: Für die ist die Ausbildung eine große Chance, und die Sprache verbessert sich im Betrieb fast von allein. Wichtig ist nur, dass sie sich trauen nachzufragen. Wer fragt, zeigt Interesse, das ist kein Zeichen von Schwäche. Herr Krause: Und es gibt Unterstützung, zum Beispiel begleitende Sprachkurse oder Hilfe bei den Hausaufgaben in der Berufsschule. Niemand muss das allein schaffen. Moderatorin: Ein Problem ist, dass manche Betriebe keine Bewerber finden und manche Jugendliche keinen Platz. Wie passt das zusammen? Frau Vogt: Das ist tatsächlich paradox. Oft liegt es daran, dass beide Seiten sich nicht finden. Manche Jugendliche kennen viele Berufe gar nicht, und manche Betriebe sind zu wenig sichtbar. Berufsinfotage und Praktika helfen genau dabei, diese Lücke zu schließen. Herr Krause: Genau. Und manchmal sind die Erwartungen zu eng. Ein Jugendlicher will unbedingt einen bestimmten Beruf, der schwer zu bekommen ist, und übersieht ähnliche Berufe mit guten Chancen. Da hilft eine Beratung, den Blick zu weiten. Moderatorin: Haben Sie ein konkretes Beispiel für uns? Herr Krause: Gern. Eine junge Frau wollte unbedingt Tierärztin werden, was sehr schwer ist. Im Gespräch hat sie den Beruf der Tierpflegerin entdeckt, der wunderbar zu ihr passt und für den sie sofort einen Platz gefunden hat. Heute ist sie sehr zufrieden. Frau Vogt: Solche Geschichten erlebe ich auch. Wichtig ist, dass die jungen Leute offen bleiben und sich beraten lassen, denn es gibt oft mehr Wege, als man denkt. Herr Krause: Und die Betriebe müssen auch denen eine Chance geben, die auf dem Papier nicht perfekt aussehen. Talent zeigt sich oft erst in der Praxis. Moderatorin: Was raten Sie Eltern, die sich Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder machen? Herr Krause: Unterstützen Sie Ihr Kind, aber lassen Sie ihm die eigene Wahl. Ein Beruf, den man nur den Eltern zuliebe ergreift, macht selten glücklich. Frau Vogt: Genau. Und kommen Sie ruhig gemeinsam zu einem Infotag. Wenn Eltern und Jugendliche zusammen schauen, entstehen die besten Entscheidungen. Moderatorin: Wie wichtig ist die Begleitung während der Ausbildung selbst? Frau Vogt: Sehr wichtig. Wir lassen niemanden allein, gerade am Anfang. Es gibt feste Ansprechpartner, und bei Problemen suchen wir gemeinsam nach einer Lösung. Herr Krause: Und auch die Berufsschule unterstützt, zum Beispiel mit Förderunterricht, wenn es einmal hakt. Niemand muss eine Ausbildung allein durchstehen. Moderatorin: Zum Schluss bitte je ein Rat an die jungen Leute. Frau Vogt: Probiert euch aus und zeigt ehrliches Interesse, alles andere lernt ihr bei uns. Herr Krause: Und glaubt an eure Stärken, holt euch Hilfe, dann findet jeder seinen Weg. Moderatorin: Zwei sehr passende Schlussworte. Ihnen beiden ein großes Dankeschön für das Gespräch.