Lesen - 65 Minuten
Das Modul Lesen hat fünf Teile. Sie lesen mehrere Texte und lösen Aufgaben dazu. Sie können mit jeder Aufgabe beginnen. Für jede Aufgabe gibt es nur eine richtige Lösung.
Teil 1 - Korrespondenz lesen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie den Text und die Aufgaben 1 bis 6 dazu. Wählen Sie: Sind die Aussagen richtig oder falsch?
E-Mail: Kita
Hallo Lea,
du hast mir letzte Woche geschrieben, dass du dich im Moment mit dem Thema Kinderbetreuung und Familie beschäftigst. Beim Stichwort Betreuungszeiten musste ich sofort an eine Situation denken, die ich vor Kurzem erlebt habe. Zuerst wollte ich die Frage zu Kita allein klären und habe mehrere Internetseiten gelesen. Danach verstand ich zwar mehr Wörter zu Betreuungszeiten, aber nicht, welcher Schritt für meinen Fall wirklich wichtig war. Besonders schwierig fand ich, dass bei Kinderbetreuung und Familie in jeder Information andere Begriffe standen und kleine Fristen leicht übersehen werden können.
Dann bekam ich diese Information: Das Familienbüro informiert über neue Betreuungszeiten in der Kita. Eltern können Fragen bis Freitag per E-Mail schicken. Erst war ich unsicher, ob sich der Weg zum Familienzentrum lohnt. Ich bin trotzdem hingegangen, weil ich bei Betreuungszeiten endlich nicht mehr nur raten wollte. Vorher habe ich mir drei Fragen notiert und die wichtigsten Papiere zu Kita in eine Mappe gelegt. Das war gut, denn im Gespräch ging es dann nicht nur um allgemeine Tipps zu Kinderbetreuung und Familie. Die Mitarbeiterin fragte zuerst, was ich zu Betreuungszeiten schon verstanden hatte, und markierte dann nur die Punkte, die für meine Entscheidung wichtig waren.
Interessant war, dass mehrere andere Besucher ebenfalls praktische Fragen zu Kinderbetreuung und Familie hatten. Eine ältere Frau verstand einen Brief zu Kita nicht, ein junger Vater fragte nach einer Frist, und ein Student wollte wissen, ob er eine Zusage schriftlich bestätigen lassen muss. Dadurch merkte ich, dass Angebote zu Betreuungszeiten nicht nur für Menschen gedacht sind, die gar nichts verstehen. Bei Betreuungszeiten reicht oft schon ein kurzer Hinweis, damit man wieder selbst weiterarbeiten kann.
Einige Dinge musste ich später noch einmal prüfen, aber ich wusste danach, an wen ich mich wegen Kita wenden kann und welche Unterlagen fehlen. Genau das wünsche ich dir auch: nicht alles abgeben, sondern genug Orientierung zu Betreuungszeiten bekommen, damit du den nächsten Schritt ruhig planen kannst. Schreib dir auch kleine Zweifel zu Kinderbetreuung und Familie auf; oft sind gerade diese Fragen im Gespräch wichtig.
Wenn du möchtest, begleite ich dich am Donnerstag. Wir könnten vorher zusammen eine Liste mit Fragen zu Kita schreiben und danach in Ruhe besprechen, was noch offen ist. Geh bitte nicht ohne Vorbereitung hin; sonst vergisst man bei Betreuungszeiten schnell die Hälfte.
Liebe Grüße aus Dortmund
Jonas
Beispiel. Die E-Mail berichtet von einer persönlichen Erfahrung.
richtigfalsch
1. Jonas ordnete die Unterlagen vor dem Termin.
richtigfalsch
2. Vor dem Termin hatte Jonas mehrere Fragen vorbereitet.
richtigfalsch
3. Das Angebot war nur für Fachleute bestimmt.
richtigfalsch
4. Im Text wird eine konkrete Information genannt.
richtigfalsch
5. Jonas möchte den Termin am Donnerstag absagen.
richtigfalsch
6. Im Text steht, dass man alle Originalunterlagen abgeben muss.
richtigfalsch
Teil 2 - Pressetexte verstehen
Arbeitszeit: 20 Minuten
Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 7 bis 9 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Aus der Presse: Hilfe bei Online-Formular
Eine neue Untersuchung im Stadtteil beschäftigt sich mit der Frage, wie Angebote zu Online-Formular verständlicher werden können. Bei Online-Formular liegt das nicht nur daran, dass manche Regeln komplizierter geworden sind. Viele Menschen müssen in diesem Bereich von Digitale Verwaltung mehrere Dinge gleichzeitig organisieren: Arbeit, Familie, Termine bei Ämtern und digitale Formulare. Wenn dann ein Brief, ein Vertrag oder eine Einladung zu Bürgerkonto kommt, bleibt oft wenig Zeit, alles in Ruhe zu lesen.
Aus diesem Grund hat das Familienzentrum ein neues Modell für Digitale Verwaltung gestartet. Bürgerinnen und Bürger können kurze Fragen zu Online-Formular stellen, Unterlagen sortieren und sich erklären lassen, welche Fristen wichtig sind. Immer mehr Anträge können digital gestellt werden. Gleichzeitig brauchen viele Menschen Hilfe beim Hochladen von Dokumenten. Neu ist, dass bei Bürgerkonto nicht nur eine einzelne Stelle zuständig ist. Mitarbeitende aus Beratung, Verwaltung und Sprachkursen arbeiten zusammen. Wer einen Termin zu Online-Formular bekommt, soll vorher die wichtigsten Unterlagen kopieren und auf einem Blatt notieren, was genau unklar ist.
Die ersten Erfahrungen mit Digitale Verwaltung sind positiv. Nach Angaben der Stadt kommen besonders viele Menschen, die grundsätzlich gut zurechtkommen, aber bei einzelnen Formulierungen zu Online-Formular unsicher sind. Die Beratung zu Bürgerkonto ersetzt keine anwaltliche Hilfe und entscheidet auch nichts für die Besucher. Sie soll vor allem verhindern, dass Menschen aus Angst bei Bürgerkonto gar nicht reagieren oder wichtige Termine verpassen.
Für den nächsten Monat plant die Stadt eine Auswertung zum Bereich Online-Formular. Dabei soll nicht nur gezählt werden, wie viele Personen gekommen sind. Wichtiger ist, ob die Besucher danach wussten, an welche Stelle sie sich wegen Bürgerkonto wenden müssen und welche Unterlagen noch fehlen. Auch die Verständlichkeit der schriftlichen Hinweise zu Digitale Verwaltung soll geprüft werden, weil viele Rückfragen durch einfachere Sprache vermieden werden könnten.
Beispiel. In diesem Text geht es um ...
- a) ein neues Beratungsmodell im Alltag.
- b) einen privaten Reisebericht.
- c) eine Prüfung im Sprachkurs.
7. Warum wurde das neue Modell gestartet?
- a) Viele Menschen sind bei Unterlagen, Fristen oder Formulierungen unsicher.
- b) Alle zuständigen Stellen sollen nur noch telefonisch arbeiten.
- c) Die Stadt will persönliche Beratung durch automatische Briefe ersetzen.
8. Was ist an der Beratung neu?
- a) Die Beratung findet ausschließlich anonym im Internet statt.
- b) Alle Besucher erhalten sofort eine verbindliche Entscheidung.
- c) Mehrere Stellen arbeiten zusammen.
9. Was sollen Besucherinnen und Besucher vor einem Termin tun?
- a) Zuerst eine schriftliche Prüfung bestehen.
- b) Ihre Unterlagen endgültig im Büro abgeben.
- c) Kopien ordnen und die unklare Frage notieren.
Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 10 bis 12 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Bericht: Angebote müssen zum Alltag passen
Bei der zweiten Reihe von Angeboten zu Mobilität und Verkehrssicherheit wurden die Einladungen bewusst kürzer formuliert. Einige Kurse zu Verkehrsregeln waren am Anfang sehr gut besucht, andere blieben fast leer. Die Organisatoren fanden schnell heraus, dass bei Mobilität und Verkehrssicherheit nicht nur der Inhalt zählt. Die Uhrzeit, der Ort und die Sprache der Einladung entscheiden mit. Ein Flyer zu Fahrradkurs mit vielen Fachwörtern schreckt eher ab, auch wenn das Angebot kostenlos ist.
Deshalb wurden die Informationen zu Verkehrsregeln verändert. Sicherheit im Verkehr entsteht durch Regeln, Übung und Rücksicht. Besonders neue Verkehrsmittel brauchen klare Erklärungen. Außerdem gibt es jetzt kurze Beispiele aus dem Alltag: eine E-Mail, ein Telefongespräch oder ein Formular, das viele Teilnehmende bei Fahrradkurs wiedererkennen. In den Gruppen wird nicht nur erklärt, sondern auch geübt. Wer möchte, kann eine eigene Frage zu Mobilität und Verkehrssicherheit mitbringen, muss sie aber nicht vor allen vorlesen.
Kritik gibt es trotzdem. Manche Teilnehmende wünschen sich bei Verkehrsregeln mehr Einzeltermine, andere finden die Anmeldung umständlich. Die Stadt will deshalb prüfen, ob es für Fahrradkurs zusätzlich offene Sprechstunden am Abend geben kann. Für die Verantwortlichen ist klar: Ein gutes Angebot zu Fahrradkurs muss nicht nur fachlich richtig sein, sondern auch zum Alltag der Menschen passen.
Eine Projektleiterin erklärt, dass besonders einfache Beispiele zu Mobilität und Verkehrssicherheit gut funktionieren. Wenn die Teilnehmenden bei Verkehrsregeln eine Situation aus ihrem eigenen Leben erkennen, fragen sie schneller nach und behalten die Information länger. Deshalb sollen künftig echte Musterbriefe, kurze Dialoge und typische Fehler aus vergangenen Beratungen zu Verkehrsregeln stärker genutzt werden.
10. Warum wurden einige Angebote am Anfang wenig genutzt?
- a) Alle Angebote fanden nur für Fachpersonal statt.
- b) Die Teilnehmenden mussten vorher teure Bücher kaufen.
- c) Einladungen waren schwer verständlich oder die Termine passten schlecht.
11. Was wurde an den Informationen verändert?
- a) Sie nennen keine Termine mehr.
- b) Sie werden nur noch mündlich im Amt erklärt.
- c) Sie enthalten mehr Alltagssprache und wiedererkennbare Beispiele.
12. Warum sollen mehr Musterbriefe und Dialoge genutzt werden?
- a) Teilnehmende erkennen dadurch eigene Situationen schneller wieder.
- b) Damit die Gruppen keine Fragen mehr stellen müssen.
- c) Damit Einzeltermine grundsätzlich abgeschafft werden können.
Teil 3 - Anzeigen zuordnen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie die Situationen 13 bis 19 und die Anzeigen A bis J aus verschiedenen deutschsprachigen Medien. Wählen Sie: Welche Anzeige passt zu welcher Situation? Sie können jede Anzeige nur einmal verwenden. Die Anzeige aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden. Für eine Situation gibt es keine passende Anzeige. In diesem Fall schreiben Sie 0.
Mehrere Personen suchen passende Informationen oder Angebote zum Thema Sicherheit in der Stadt.
Beispiel. Sie wollen Ihr Handy in Bus und Bahn besser schützen. Anzeige: I
13. Sie suchen eine Abendbetreuung für Kleinkinder.
14. Sie haben einen verdächtigen Anruf bekommen und möchten wissen, was zu tun ist.
15. Sie möchten Ihr Fahrrad mit Rahmennummer registrieren lassen.
16. Ihr Kind soll den Schulweg sicher üben.
17. Sie möchten sichere Passwörter und falsche Shops erkennen.
18. Sie möchten Türschloss und Fenster Ihrer Wohnung prüfen lassen.
19. Sie möchten wissen, wie man einen Notruf klar formuliert.
A
Polizeiberatung Telefonbetrug: typische Tricks erkennen, Gespräch beenden und Anzeige vorbereiten. Der Raum ist mit dem Aufzug erreichbar. Kinderwagen können neben der Garderobe stehen. Eine Begleitperson darf mitkommen, wenn sie beim Übersetzen oder Sortieren der Unterlagen hilft. Wer zu spät kommt, meldet sich zuerst am Empfang. Bei großem Andrang werden kurze Anliegen vor längeren Fällen bearbeitet.
B
Fahrrad registrieren: Rahmennummer, Kaufbeleg und Ausweis mitbringen. Aktion im Hof der Wache. Teilnehmende erhalten am Ende ein Blatt mit Adressen, Öffnungszeiten und Telefonnummern. Längere Einzelfälle bekommen einen separaten Termin; die offene Stunde bleibt für kurze Anliegen reserviert. Rückmeldungen können auf einer Karte in den Briefkasten geworfen werden. Für Nachfragen liegt eine Karte mit Telefonnummer und Sprechzeiten aus.
C
Sicher wohnen: Türschloss, Fenster und Licht im Treppenhaus prüfen lassen. Für Gruppen ab fünf Personen gibt es einen Zusatztermin am Donnerstagabend. Wer nur eine kurze Frage hat, kann diese am Empfang auf eine Karte schreiben und später telefonisch klären. Kosten, Raum und Uhrzeit stehen zusätzlich auf einem Aushang. An der Tür steht eine Liste mit den nächsten freien Zeiten.
D
Kinder im Verkehr: Schulweg üben, Warnweste tragen und Gefahrenstellen besprechen. E-Mails werden innerhalb von zwei Werktagen beantwortet; persönliche Daten bitte erst zum Termin mitbringen. Es werden Musterbriefe, Formulare und kurze Dialoge benutzt, die direkt zum genannten Angebot passen. Bei Sprachproblemen kann eine zweisprachige Wortliste vorbereitet werden. Eine zweite Person kann zuhören, wenn sie vorher am Empfang genannt wird.
E
Online-Sicherheit: Passwörter, falsche Shops und verdächtige Links erkennen. Termin: Montag, 17.30 Uhr, Raum 204. Anmeldung bis Freitag über das Kursbüro. Personen mit geringem Einkommen können Material kostenlos erhalten, wenn sie einen aktuellen Nachweis zeigen. Die genaue Wegbeschreibung steht in der Terminbestätigung. Die Teilnahmebestätigung kann direkt nach dem Treffen mitgenommen werden.
F
Selbstbehauptungskurs: Grenzen setzen, laut Hilfe holen und sichere Wege planen. Treffpunkt ist am Seiteneingang neben der Cafeteria. Bitte zehn Minuten vorher kommen. Im Aushang steht, ob das Angebot für Einzelpersonen, Familien oder kleine Gruppen gedacht ist. Vor Ort hängt ein Plan mit Raum und Ausgang. Wer einen Platz bekommt, erhält eine Nummer für den Wartebereich.
G
Fundsachen Fahrrad: Abgegebene Räder ansehen, Eigentum mit Unterlagen nachweisen. Material wird gestellt; eigene Unterlagen können als Kopie mitgebracht werden. Für Gruppen werden Stühle und Arbeitsblätter vorbereitet; deshalb muss die genaue Personenzahl genannt werden. Zwischen zwei Gesprächen wird der Raum kurz gelüftet. Für den Rückruf muss eine gut lesbare Telefonnummer hinterlassen werden.
H
Infoabend Nachbarschaftswache: Beobachtungen melden, aber keine eigenen Kontrollen durchführen. Der erste Termin ist kostenlos. Danach kostet ein Folgetermin 4 Euro. Vor Beginn werden Namen und Anliegen auf einer Liste notiert; die Liste wird nach dem Termin vernichtet. Kurzfristige Änderungen werden auf der Internetseite bekannt gegeben. Eigene Notizen sind erlaubt; Tonaufnahmen sind im Beratungsraum nicht möglich.
I
Taschendiebstahl vermeiden: Rucksack, Geldbörse und Handy in Bus und Bahn besser schützen. Bei Absage bitte bis 12 Uhr anrufen, damit der Platz weitergegeben werden kann. Bitte bringen Sie Ausweis, aktuelle Schreiben und eine Telefonnummer mit. Originale werden nur angesehen und nicht im Büro behalten. Die Kontaktperson prüft vorab nur Termin und Raum, keine privaten Unterlagen. Das Büro bittet darum, nur ein Anliegen pro Termin vorzubereiten.
J
Notruf richtig machen: Wo, was, wer? Kurze Übung mit Beispielsituationen. Kontakt: Frau Schneider, Telefon 030 48 21 74, erreichbar vormittags. Wenn eine andere Stelle zuständig ist, gibt das Büro Adresse, Öffnungszeit und eine Telefonnummer weiter. Nach dem Termin werden keine Originalunterlagen im Büro aufbewahrt. Der nächste Zusatztermin wird am Freitag auf dem schwarzen Brett veröffentlicht.
Teil 4 - Meinungen verstehen
Arbeitszeit: 15 Minuten
Lesen Sie die Texte 20 bis 26. Wählen Sie: Ist die Person für persönliche Beratungsangebote zu Mediation?
In einer Zeitschrift lesen Sie Leserbriefe zum Thema persönliche Beratungsangebote zu Mediation.
LESERBRIEFE
Beispiel. Niko: Ich finde Beratungsangebote zu Mediation hilfreich, wenn sie praktisch bleiben. Wer einen Brief oder ein Formular zu Hausordnung nicht versteht, sollte die Frage in Ruhe zeigen können.
20. Sara: Ich bin klar für persönliche Beratungen zu Mediation. Wenn jemand einen Brief oder ein Formular zu Hausordnung vor sich liegen hat, erkennt man im Gespräch viel schneller, wo das eigentliche Problem liegt. Wichtig ist nur, dass Termine zu Mediation auch abends angeboten werden und dass persönliche Fragen nicht vor der ganzen Gruppe besprochen werden. Gerade wenn bei Hausordnung eine Frist läuft, zählt für mich, dass jemand die entscheidende Stelle im Schreiben sofort findet.
21. Deniz: Für mich ist ein Termin vor Ort die beste Lösung. Eine Fachperson kann bei Mediation nachfragen, Missverständnisse sofort korrigieren und zeigen, welche Unterlage wirklich wichtig ist. Nach dem Gespräch über Hausordnung sollte man eine kurze Notiz bekommen, damit man zu Hause nichts verwechselt. Ohne dieses Gespräch zu Mediation würden viele Leute aus Scham warten, bis aus einer kleinen Frage ein teures Problem wird.
22. Jana: Persönliche Beratung zu Mediation klingt gut, erreicht aber viele Menschen nicht. Wer arbeitet, Kinder betreut oder weit fahren muss, braucht bei Hausordnung zuverlässige digitale Informationen statt fester Sprechzeiten. Außerdem sind feste Termine zu Mediation für Berufstätige und Alleinerziehende oft unpraktisch. Außerdem bleiben Angebote zu Nachbarschaft und Konflikte leicht bei denen hängen, die ohnehin schon viele Beratungsstellen kennen.
23. Zoran: Ich bin skeptisch bei neuen Gesprächen zu Nachbarschaft und Konflikte. Wenn jede Stelle wieder ein neues Gespräch zu Mediation anbietet, weiß man am Ende noch weniger, wer wirklich zuständig ist. Ich möchte bei Nachbarschaft und Konflikte lieber eine Checkliste, die ich speichern und später noch einmal lesen kann. Ich möchte bei Mediation nicht erklären müssen, warum ich unsicher bin, wenn eine gute Anleitung dieselbe Frage beantworten kann.
24. Yara: Ich unterstütze solche Angebote zu Nachbarschaft und Konflikte, weil viele Menschen aus Unsicherheit gar nicht handeln. Ein kurzes Gespräch kann bei Hausordnung verhindern, dass eine Frist verstreicht oder ein falsches Formular abgegeben wird. Ein Beispiel mit echten Unterlagen zu Hausordnung ist für mich viel verständlicher als eine lange Liste mit Regeln. So ein Angebot macht die Menschen bei Mediation selbstständiger, weil sie beim nächsten ähnlichen Brief schneller reagieren können.
25. Uwe: Gerade bei Mediation reicht ein Informationsblatt oft nicht. Ich möchte bei Hausordnung zeigen können, was ich nicht verstehe, und direkt eine Antwort auf meine konkrete Frage bekommen. Wenn die Beratung zu Mediation klare Grenzen nennt, entstehen auch keine falschen Erwartungen. Für mich ist entscheidend, dass die Beratung zu Hausordnung konkrete Unterlagen ansieht und nicht nur allgemeine Regeln wiederholt.
26. Hakan: Für Mediation brauche ich keine Beratung im Büro. Eine Hotline und ein gut aufgebautes Formular mit Beispielen zu Hausordnung würden für meine Fragen völlig reichen. Deshalb sollte man bei Nachbarschaft und Konflikte zuerst die schriftlichen Informationen verbessern und erst danach neue Termine anbieten. Das Geld wäre aus meiner Sicht besser in mehrsprachige Formulare, längere Hotlines und aktuelle Öffnungszeiten zu Mediation investiert.
Teil 5 - Informationsblatt verstehen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie die Aufgaben 27 bis 30 und den Text dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Sie informieren sich über ein Informationsblatt zum Thema Weiterbildung.
27. Was kostet der erste Beratungstermin?
- a) Eine Prüfungsgebühr.
- b) Nichts.
- c) Eine Kursgebühr.
28. Wie meldet man sich für den Kurs an?
- a) Nur telefonisch.
- b) Online.
- c) Gar nicht.
29. Was braucht man für eine Ermäßigung?
- a) Einen aktuellen Nachweis.
- b) Einen Reisepass aus dem Heimatland.
- c) Ein Foto.
30. Worum geht es im Informationsblatt?
- a) Um Weiterbildung.
- b) Um eine Kursabsage.
- c) Um eine erste Berufsberatung.
INFORMATIONSBLATT WEITERBILDUNG
Allgemein: Dieses Informationsblatt gilt für alle Besucherinnen und Besucher, die Fragen zum Thema Weiterbildung oder zu einer damit verbundenen Alltagssituation haben. Die erste Beratung zu Arbeitswelt ist kostenlos und dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten. Sie ersetzt bei Weiterbildung keine anwaltliche Vertretung und keine Entscheidung einer Behörde. Die Mitarbeitenden erklären Formulierungen zu Beruf und Bewerbung, sortieren Unterlagen und weisen auf mögliche nächste Schritte hin.
Besondere Regelung: Im Informationsblatt zur Weiterbildung steht: Der erste Beratungstermin ist kostenlos. Für den Kurs muss man sich online anmelden. Wer eine Ermäßigung beantragen möchte, bringt einen aktuellen Nachweis mit. Bitte lesen Sie diesen Abschnitt zu Weiterbildung besonders genau, weil dort steht, welche Bedingungen für das konkrete Angebot gelten. Wenn eine Regel nur für bestimmte Personen gilt, wird sie im Beratungsgespräch zu Arbeitswelt noch einmal erklärt.
Sprechzeiten: Die offene Sprechstunde zu Weiterbildung findet jeden Mittwoch von 15.00 bis 18.00 Uhr in Beratungszimmer 2 statt. Einzelpersonen mit kurzen Fragen zu Arbeitswelt können ohne Anmeldung kommen. Gruppen ab fünf Personen sowie Personen, die bei Beruf und Bewerbung Übersetzung oder Kinderbetreuung benötigen, müssen sich spätestens zwei Werktage vorher telefonisch anmelden. Wer mehr als 15 Minuten zu spät kommt, kann seinen Termin verlieren, wenn andere Personen wegen Beruf und Bewerbung warten.
Unterlagen: Bitte bringen Sie Briefe, Verträge, Rechnungen oder andere Dokumente zu Arbeitswelt als Kopie mit. Originale bleiben bei Fragen zu Weiterbildung immer bei den Besucherinnen und Besuchern. Wenn Sie zu Arbeitswelt keine Kopien haben, können vor Ort bis zu fünf Seiten kostenlos kopiert werden; für weitere Kopien fällt eine kleine Gebühr an. Notieren Sie vorher höchstens drei Fragen zu Beruf und Bewerbung, damit die Beratung in der vorgesehenen Zeit möglich bleibt.
Hinweise: Für eine Materialmappe mit Beispielen und Checklisten zu Weiterbildung werden 3 Euro berechnet. Personen mit geringem Einkommen können die Mappe zu Arbeitswelt kostenlos erhalten, wenn sie einen aktuellen Nachweis zeigen. Bei Krankheit oder Verhinderung genügt eine kurze Nachricht per E-Mail mit dem Stichwort Arbeitswelt.
Datenschutz und Rückmeldung: Persönliche Daten werden bei Weiterbildung nur für Terminvergabe, Rückfragen und interne Statistik genutzt. Nach Abschluss der Beratung können Besucherinnen und Besucher freiwillig einen kurzen Rückmeldebogen zu Arbeitswelt ausfüllen. Dort wird gefragt, ob die Erklärung verständlich war und ob zu Beruf und Bewerbung noch weitere Hilfe benötigt wird.
Hören - ca. 40 Minuten
Audio-Datei: goethe-b1-model-13.mp3
Teil 1 - Kurze Texte
Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.
Text 1
1. Die Uhrzeit des Termins wird geändert.
richtigfalsch
2. Was soll die Person tun?
- a) Zum alten Termin ohne Rückmeldung kommen.
- b) Die Originalunterlagen vorher schicken.
- c) Noch heute zurückrufen.
Text 2
3. Der Treffpunkt ist am Brunnen im Stadtpark.
richtigfalsch
4. Was soll die andere Person mitbringen?
- a) Getränke für die ganze Gruppe.
- b) Eine Namensliste und einen Stift.
- c) Einen Ausdruck mit Fahrzeiten.
Text 3
5. Die Veranstaltung beginnt später als geplant.
richtigfalsch
6. Welchen Eingang sollen die Besucher benutzen?
- a) Den Nebeneingang in der Gartenstraße.
- b) Den Haupteingang trotz Baustelle.
- c) Den Eingang beim Parkplatz am Schwimmbad.
Text 4
7. Der Anschlussbus wartet auf alle verspäteten Reisenden.
richtigfalsch
8. Wann fährt die nächste Verbindung, wenn man den Anschluss verpasst?
- a) Zur planmäßigen Zeit vom alten Gleis.
- b) Direkt nach Ankunft des verspäteten Zuges.
- c) Um 16.35 Uhr.
Text 5
9. Am Nachmittag wird durchgehend Sonne erwartet.
richtigfalsch
10. Was wird Personen empfohlen, die nachmittags draußen sind?
- a) Nur auf den Wetterbericht von morgen zu achten.
- b) Eine Regenjacke mitzunehmen.
- c) Erst am Abend draußen zu bleiben.
Teil 2 - Eine Information verstehen
Sie hören einen längeren Informationstext einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
11. Was machen die Teilnehmenden am Anfang der Veranstaltung?
- a) Sie besprechen sofort ihre privaten Fälle.
- b) Eltern notieren zuerst ihre gewünschten Betreuungszeiten für die Woche.
- c) Sie tragen sich direkt für Einzeltermine ein.
12. Woran arbeitet die Gruppe im zweiten Teil?
- a) Die Gruppe vergleicht Eingewöhnung, Ferienzeiten und Bringregeln.
- b) Sie schreibt einen echten Antrag für eine Person.
- c) Sie hört nur einen Vortrag ohne Übungen.
13. Was gilt bei dieser Veranstaltung für die Unterlagen?
- a) Originale werden in der Gruppe herumgereicht.
- b) Unterlagen müssen vor Beginn abgegeben werden.
- c) Geburtsurkunde und Impfbescheinigung müssen nur als Kopie vorliegen.
14. Welches Zusatzangebot wird genannt?
- a) Eine allgemeine Führung ohne Bezug zum Thema.
- b) Nach der Pause beantwortet eine Leitung Fragen zur Eingewöhnung.
- c) Ein zusätzlicher Einzeltermin für alle Teilnehmenden.
15. Was bekommen die Teilnehmenden am Ende?
- a) Alle bekommen eine Liste mit Fristen und den Kontakt zum Familienbüro.
- b) Nur eine Teilnahmebestätigung ohne weitere Hinweise.
- c) Eine Liste mit den privaten Fragen der Gruppe.
Teil 3 - Ein Gespräch verstehen
Sie hören ein Gespräch einmal. Entscheiden Sie, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.
16. Lina fand den Termin praktischer als erwartet.
richtigfalsch
17. Lina hatte erwartet, dass alle sofort einen festen Platz bekommen.
richtigfalsch
18. Lina hat Originalunterlagen in der Gruppe herumgereicht.
richtigfalsch
19. Die Arbeitszeiten passen nicht zu einer kurzen Betreuung.
richtigfalsch
20. Lina soll im Familienbüro nach flexiblen Randzeiten fragen.
richtigfalsch
21. Lina möchte das Zusatzangebot auf keinen Fall besuchen.
richtigfalsch
22. Hassan will nach freien Plätzen fragen.
richtigfalsch
Teil 4 - Diskussion
Sie hören eine Diskussion zweimal. Ordnen Sie die Aussagen zu: Wer sagt was?
- a) Moderator
- b) Frau Hoffmann
- c) Herr Kaya
23. In der Sendung geht es um Kinderbetreuung in der Stadt.
abc
24. Persönliche Beratung kann konkrete Unsicherheiten klären.
abc
25. Digitale Informationen sind eine sinnvolle Ergänzung.
abc
26. Praktische Beispiele machen das Thema verständlicher.
abc
27. Gemeinsames Üben in der Gruppe kann Hemmungen abbauen.
abc
28. Auch Kosten, Zeiten und klare organisatorische Hinweise sind wichtig.
abc
29. Das Angebot hat Grenzen und darf keine falschen Erwartungen wecken.
abc
30. Ein gutes Angebot braucht verständliche Informationen, passende Zeiten und klare Grenzen.
abc
Hörtexte für Audio-Generierung
Hören Teil 1, Beispiel
Hallo Lena, hier ist Markus. Ich wollte dir nur schnell sagen, dass unser Treffen am Samstag leider erst um sechs Uhr abends klappt und nicht schon um vier. Ich muss vorher noch meine Schwester vom Bahnhof abholen. Der Rest bleibt wie besprochen: Wir treffen uns am Eingang, ich bringe die Karten mit, und danach gehen wir zusammen etwas essen. Ruf mich kurz an, wenn das für dich ein Problem ist. Bis dann!
Hören Teil 1, Text 1
Sie hören eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. Guten Tag, hier ist die Kfz-Werkstatt Berger. Sie hatten für Donnerstag einen Termin bei uns. Der Termin kann stattfinden, aber die Uhrzeit ändert sich auf 14.15 Uhr. Bitte rufen Sie heute noch kurz zurück, damit wir wissen, ob Sie kommen können. Bringen Sie bitte keine Originale mit; Kopien genügen für das Gespräch. Wenn Sie die Unterlagen vergessen, bekommen Sie nur eine allgemeine Auskunft. Unser Empfang ist heute bis 17 Uhr besetzt; danach können Sie Ihre Rückmeldung auch auf den Anrufbeantworter sprechen.
Hören Teil 1, Text 2
Sie hören eine private Nachricht. Hallo, hier ist Hassan. Kurz wegen morgen: Wir treffen uns nicht am üblichen Ort, sondern am Brunnen im Stadtpark. Ich bringe Getränke mit. Kannst du bitte die Liste mit den Namen ausdrucken und einen Stift mitbringen? Falls es regnet, gehen wir sofort hinein. Melde dich kurz, ob du es bis 19.15 Uhr schaffst. Ich bin wahrscheinlich zehn Minuten früher da und warte direkt am Eingang, damit niemand die Gruppe suchen muss.
Hören Teil 1, Text 3
Sie hören eine Meldung im Lokalradio. In Bonn findet heute eine Veranstaltung mit dem Titel "Stadtradeln" statt. Wegen Bauarbeiten ist die Straße vor dem Eingang gesperrt. Besucherinnen und Besucher sollen den Nebeneingang in der Gartenstraße benutzen. Die Veranstaltung beginnt pünktlich um 13.30 Uhr. Wer mit dem Auto kommt, nutzt bitte den Parkplatz am Schwimmbad; direkt vor dem Gebäude gibt es keine Parkplätze. Freiwillige zeigen den Weg vom Parkplatz zum Eingang und beantworten kurze organisatorische Fragen.
Hören Teil 1, Text 4
Sie hören eine Durchsage am Bahnhof. Der Regionalzug nach Köln, planmäßige Abfahrt 16.05 Uhr, fährt heute von Gleis 11 statt von Gleis 7. Reisende mit Fahrrädern steigen bitte im hinteren Zugteil ein. Der Anschlussbus wartet nicht auf verspätete Züge. Die nächste Verbindung fährt um 16.35 Uhr. Fahrgäste mit wenig Umsteigezeit wenden sich bitte an die Information. Dort erhalten Sie auch eine Bestätigung, falls Sie wegen der Änderung einen Termin verpassen.
Hören Teil 1, Text 5
Sie hören den Wetterbericht. Am Vormittag bleibt es im Westen meist trocken. Gegen Nachmittag ziehen von Westen Schauer auf. Wer draußen unterwegs ist, sollte eine Regenjacke mitnehmen. Am Abend wird es kühler, die Temperaturen sinken auf 11 bis 6 Grad, aber der Wind lässt nach. Für morgen meldet der Wetterdienst wieder freundlicheres Wetter. Besonders Radfahrerinnen und Radfahrer sollten am Nachmittag mehr Zeit einplanen, weil die Straßen kurz rutschig werden können.
Hören Teil 2
Sie besuchen eine Informationsveranstaltung zum Thema Betreuungszeiten. Ort ist: Kita-Servicepunkt. Zu Beginn spricht Frau Arslan.
Guten Tag und herzlich willkommen. Schön, dass Sie pünktlich da sind. Wir beginnen nicht mit einem langen Vortrag. Stattdessen notieren Eltern zuerst ihre gewünschten Betreuungszeiten für die Woche. Bitte schreiben Sie nur eine Sache auf, damit wir die Fragen später gut sortieren können. Wer noch unsicher ist, kann sich ein Beispiel auf dem Tisch ansehen.
Der heutige Ablauf ist so geplant, dass Sie nach jedem Schritt kurz prüfen können, ob Sie alles verstanden haben. Niemand muss sofort vor der ganzen Gruppe sprechen. Wenn Ihnen ein Wort fehlt, zeigen Sie einfach auf die Karte mit den Beispielsätzen; dann formuliere ich die Frage noch einmal langsamer.
Im zweiten Teil arbeiten wir mit kurzen Alltagssituationen. Dabei vergleicht die Gruppe Eingewöhnung, Ferienzeiten und Bringregeln. Sie müssen keine privaten Probleme vor der ganzen Gruppe erklären. Es geht darum, wichtige Informationen zu erkennen, passende Rückfragen zu formulieren und nicht vorschnell eine falsche Entscheidung zu treffen.
Nach der Pause treffen wir uns um 16.20 Uhr in der Werkstatt 2. Bitte kommen Sie pünktlich zurück, denn dann beginnt der praktische Teil. Geburtsurkunde und Impfbescheinigung müssen nur als Kopie vorliegen. Für persönliche Fragen gibt es hinten im Raum eine Liste für kurze Einzeltermine. Diese Liste wird nach der Pause geschlossen, damit für jedes Gespräch genug Zeit bleibt.
Außerdem gibt es heute ein Zusatzangebot: Nach der Pause beantwortet eine Leitung Fragen zur Eingewöhnung. Dieses Angebot ist freiwillig, aber besonders hilfreich, wenn Sie das Thema noch nie praktisch geübt haben. Wer daran teilnehmen möchte, bleibt nach dem Hauptteil einfach im Raum.
Bitte beachten Sie auch die kleine Übersicht an der Wand. Dort stehen die wichtigsten Zeiten, die Ansprechpartner und die Telefonnummer für Rückfragen. Wenn Sie heute früher gehen müssen, tragen Sie sich trotzdem in die Anwesenheitsliste ein, damit wir Ihnen die Unterlagen später zuschicken können.
Noch ein Hinweis zu den Kosten: Die Beratung ist kostenlos, Essensgeld wird später mit der Kita geregelt. Bitte bezahlen Sie nichts im Kursraum, sondern wenden Sie sich bei Fragen an den Empfang. Dort bekommen Sie auch eine Quittung, falls Sie eine brauchen.
Am Ende gilt: Alle bekommen eine Liste mit Fristen und den Kontakt zum Familienbüro. Wenn Sie später noch eine Frage haben, schreiben Sie in der ersten E-Mail bitte keine sensiblen Daten. Nennen Sie nur Ihr Thema und eine Telefonnummer für den Rückruf.
Hören Teil 3
Sie sitzen nach einem Termin im Wartebereich und hören, wie sich Lina und Hassan unterhalten.
Hassan: Hallo Lina, du hast doch gerade eine Beratung zu Kita-Plätzen besucht. Wie war es?
Lina: Besser als gedacht. Ich hatte vorher etwas anderes erwartet: dass alle sofort einen festen Platz bekommen. Aber es war viel praktischer.
Hassan: Was war für dich am wichtigsten?
Lina: Ich habe gelernt, dass mehrere Wunschkitas angegeben werden sollten. Das hätte ich allein wahrscheinlich übersehen.
Hassan: Hattest du Unterlagen dabei?
Lina: Ja, die Kopie der Geburtsurkunde. Die Mitarbeiterin hat aber gleich gesagt, dass Originale nicht in der Gruppe herumgegeben werden.
Hassan: Das ist vernünftig. Gab es ein konkretes Problem?
Lina: Ja, die Arbeitszeiten passen nicht zu einer kurzen Betreuung. Ich wusste nicht, was zuerst erledigt werden muss.
Hassan: Und was machst du jetzt?
Lina: Ich soll im Familienbüro nach flexiblen Randzeiten fragen. Außerdem soll ich nicht alles am Handy schnell schreiben, sondern zu Hause in Ruhe einen Entwurf machen.
Hassan: Hat man dir auch erklärt, wie du kontrollieren kannst, ob der nächste Schritt wirklich passt?
Lina: Ja. Ich soll zuerst die wichtigsten Daten markieren und dann prüfen, ob eine Frist genannt wird. Wenn ich unsicher bin, soll ich lieber einmal nachfragen, statt eine falsche Nachricht zu schicken.
Hassan: Das klingt nach viel Arbeit. Hast du das im Termin allein machen müssen?
Lina: Nein, wir haben ein Beispiel gemeinsam angesehen. Danach sollte jede Person kurz sagen, welche Information im eigenen Fall zuerst wichtig ist. So konnte man merken, ob man den Ablauf verstanden hat.
Hassan: Klingt hilfreich. Wurde auch etwas für später empfohlen?
Lina: Ja, nächste Woche gibt es noch ein Zusatzangebot, nämlich ein Elternabend zur Eingewöhnung. Ich möchte hingehen, aber nur, wenn der Termin abends ist.
Hassan: Dann frage ich gleich, ob noch Plätze frei sind.
Lina: Frag bitte auch, ob man eigene Beispiele mitbringen darf. Dann kann ich genau an meinem Fall üben.
Hassan: Ich frage auch, wie lange der Termin dauert. Wenn er nicht zu spät endet, komme ich vielleicht mit.
Lina: Das wäre gut. Zu zweit achtet man auf mehr Details, und ich vergesse dann nicht so schnell, welche Frage ich stellen wollte.
Hassan: Schreib dir am besten heute Abend noch drei Punkte auf. Dann kannst du beim nächsten Termin direkt sagen, was du brauchst.
Lina: Das mache ich. Die Beraterin hat auch gesagt, dass kurze Stichwörter besser sind als ein langer Text, weil man dann schneller zum eigentlichen Problem kommt.
Hassan: Gute Idee. Ich finde es angenehm, dass die Beratung nicht einfach alles für einen erledigt, sondern erklärt, wie man selbst weiterkommt.
Lina: Genau. Früher hätte ich vielleicht zu lange gewartet, weil ich Angst vor einem Fehler hatte. Jetzt weiß ich wenigstens, was der nächste Schritt ist.
Hassan: Dann sag mir später Bescheid, ob du für den Workshop angemeldet bist.
Lina: Mache ich. Und wenn es keinen Abendtermin gibt, suche ich nach einer anderen Möglichkeit. Ich will das Thema diesmal wirklich abschließen und nicht wieder mehrere Wochen liegen lassen.
Hören Teil 4
Moderator: Willkommen zu unserer Sendung. Heute sprechen wir über Kinderbetreuung in der Stadt. Viele Eltern brauchen schnell verlässliche Informationen über Plätze und Zeiten. Viele Hörerinnen und Hörer fragen sich, welche Hilfe im Alltag wirklich nützt: persönliche Gespräche, digitale Informationen oder kurze Gruppenangebote. Wichtig ist dabei nicht nur, ob es ein Angebot gibt, sondern auch, ob Menschen es verstehen, ob sie den Weg dorthin finden und ob sie nach einem ersten Kontakt wissen, was sie als Nächstes tun können. Deshalb haben wir heute zwei Gäste eingeladen, die das Thema aus unterschiedlicher Perspektive betrachten.
Frau Hoffmann: Persönliche Beratung ist wichtig, weil Arbeitszeiten, Sprache und Familiensituation sehr verschieden sind. Wenn jemand mit einer konkreten Unsicherheit kommt, reicht ein kurzer Hinweis oft nicht. Im Gespräch kann man nachfragen, ein Missverständnis sofort klären und gemeinsam prüfen, welcher Schritt zuerst wichtig ist. Viele Menschen haben nicht nur eine Sachfrage, sondern auch Angst, etwas falsch zu machen. Darum ist es hilfreich, wenn eine erfahrene Person zuhört und die Situation ruhig ordnet.
Herr Kaya: Ein gutes Onlineportal ist unverzichtbar, damit freie Plätze und Fristen sichtbar sind. Man darf aber nicht vergessen, dass viele Personen zu unterschiedlichen Zeiten arbeiten oder Kinder betreuen. Für sie sind verlässliche digitale Informationen eine gute erste Hilfe. Eine klare Internetseite, eine kurze Checkliste oder ein Video kann erklären, welche Unterlagen gebraucht werden und wann man besser einen Termin vereinbart. Das ersetzt nicht jede Beratung, spart aber unnötige Wege.
Moderator: Mit Beispielen aus dem Familienalltag werden Eingewöhnung und Regeln für Eltern verständlicher. Ich möchte das an einem Beispiel deutlich machen: Wer nur hört, dass man "alles gut vorbereiten" soll, weiß noch nicht, was das konkret bedeutet. Erst wenn jemand zeigt, welche Zeile in einem Formular wichtig ist, welche Frage man am Telefon stellen kann oder welche Unterlage wirklich gebraucht wird, wird aus einer allgemeinen Regel eine Handlung. Solche praktischen Beispiele helfen besonders denjenigen, die das Thema zum ersten Mal bearbeiten.
Frau Hoffmann: Gruppenabende geben Sicherheit, weil neue Eltern die Abläufe kennenlernen. In einer kleinen Gruppe kann man außerdem ausprobieren, wie eine Frage klingt. Man hört, dass andere ähnliche Unsicherheiten haben, und traut sich dann eher, selbst zu sprechen. Gerade bei Themen, die mit Behörden, Verträgen oder Gesundheit zu tun haben, ist diese Erfahrung wichtig. Sie gibt Sicherheit, bevor man allein in eine echte Situation geht.
Herr Kaya: Entscheidend sind klare Kosten, feste Zeiten und eine gut erreichbare Telefonnummer. Gute Organisation entscheidet oft darüber, ob ein Angebot genutzt wird. Wenn die Anmeldung kompliziert ist oder die Zeiten nur vormittags liegen, bleiben viele Menschen weg. Deshalb sollten Kosten, Termine, Räume und benötigte Unterlagen einfach erklärt werden. Auch eine Erinnerung per E-Mail oder SMS kann helfen, damit niemand einen wichtigen Termin vergisst.
Moderator: Es geht also nicht nur um das Angebot selbst, sondern auch darum, dass Menschen es überhaupt nutzen. Ein weiterer Punkt ist die Sprache. Informationen müssen nicht kindlich sein, aber sie sollten klar gegliedert sein. Wer liest, was zuerst passiert, wie lange es dauert und welche Grenzen es gibt, kann sich besser entscheiden. Dadurch werden auch die Mitarbeitenden entlastet, weil sie nicht jede organisatorische Frage einzeln beantworten müssen.
Frau Hoffmann: Beratung kann helfen, aber keine zusätzlichen Plätze schaffen. Man muss den Menschen ehrlich sagen, was möglich ist und was nicht. Sonst kommen sie mit falschen Erwartungen und sind nachher enttäuscht. Ein persönlicher Termin ist besonders dann sinnvoll, wenn mehrere Punkte zusammenhängen oder wenn jemand die Situation selbst schwer einschätzen kann. Dann kann man sortieren, Prioritäten setzen und konkrete nächste Schritte festhalten.
Herr Kaya: Digitale Anmeldungen müssen auch ohne Drucker funktionieren. Digitale Angebote müssen aktuell bleiben, sonst verlieren sie schnell Vertrauen. Wenn auf der Webseite alte Öffnungszeiten stehen oder ein Formular nicht funktioniert, rufen am Ende doch alle an. Wichtig ist deshalb, dass jemand die Informationen regelmäßig prüft und Rückmeldungen ernst nimmt. Dann werden digitale Hinweise zu einer echten Unterstützung und nicht nur zu zusätzlicher Arbeit.
Moderator: Was heißt das für Einrichtungen, die nur wenig Personal haben und trotzdem viele Menschen erreichen möchten?
Frau Hoffmann: Sie sollten lieber mit einem klaren kleinen Angebot beginnen, das zuverlässig funktioniert. Ein fester Termin, eine gut vorbereitete Übung und eine kurze Zusammenfassung am Ende können mehr bewirken als ein sehr großes Programm, das niemand regelmäßig betreuen kann.
Herr Kaya: Und sie sollten einfache Wege für Rückmeldungen schaffen. Wenn Besucher sagen können, welche Information gefehlt hat, verbessert sich das Angebot Schritt für Schritt. Das ist auch für digitale Materialien wichtig.
Moderator: Am Ende scheint eine Mischung wichtig zu sein: verständliche Informationen, passende Zeiten und klare Grenzen. Wer eine kurze Frage hat, braucht vielleicht zuerst eine gute Onlineinformation. Wer unsicher ist oder mehrere Punkte klären muss, profitiert eher von einem persönlichen Gespräch. Praktische Beispiele verbinden beides: Sie machen Regeln verständlich und zeigen, wie man im Alltag handeln kann. Entscheidend ist also, dass Angebote nicht nur gut gemeint sind, sondern so aufgebaut werden, dass Menschen sie ohne große Hürden nutzen können.