Goethe-Zertifikat B1

Modellprüfung 12

Umzug und Mietalltag

Eigenständig erstelltes Übungsmaterial im Stil des Goethe-B1-Prüfungsformats.

Testformat

Lesen65 Minuten, 30 Aufgaben
Hörenca. 40 Minuten, 30 Aufgaben
Schreiben60 Minuten, 3 Teile
Sprechenca. 15 Minuten, 3 Teile

Lesen - 65 Minuten

Das Modul Lesen hat fünf Teile. Sie lesen mehrere Texte und lösen Aufgaben dazu. Sie können mit jeder Aufgabe beginnen. Für jede Aufgabe gibt es nur eine richtige Lösung.

Teil 1 - Korrespondenz lesen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie den Text und die Aufgaben 1 bis 6 dazu. Wählen Sie: Sind die Aussagen richtig oder falsch?

E-Mail: Wohnungsbesichtigung

Hallo Daniel, du steckst also mitten im Umzug und kämpfst mit dem ganzen Papierkram – das kenne ich nur zu gut. Bei mir war es vor allem die Nebenkostenabrechnung, die ich zuerst überhaupt nicht durchschaut habe. Statt sie wegzulegen, habe ich mir Hilfe geholt. Beim Mieterverein gibt es eine kurze Beratung, bei der man die Abrechnung prüfen lassen kann. Vor dem Termin habe ich die Abrechnung und meinen Mietvertrag zusammengesucht und mir genau eine Frage notiert: Stimmt meine Vorauszahlung, oder zahle ich zu viel? Gezeigt habe ich nur Kopien; die Originale sind bei mir geblieben. Die erste Prüfung dauerte nur etwa zwanzig Minuten. Eine endgültige Entscheidung hat mir niemand abgenommen, aber danach wusste ich genau, welche Position ich beim Vermieter nachfragen muss. Ein paar Belege musste ich zu Hause noch heraussuchen. Im Wartebereich ging es bunt zu: Einer bereitete eine Wohnungsübergabe vor, eine Familie wollte einen Nachsendeauftrag einrichten. Mein Rat: Heb dir Abrechnung und Vertrag griffbereit auf und überleg dir die eine Zahl, die dir komisch vorkommt. Wenn du möchtest, komme ich am Mittwoch mit; nachfragen und die Sache schildern solltest du aber selbst, dann bekommst du die genaueste Auskunft. Liebe Grüße aus Freiburg Fatima

Beispiel. Die E-Mail berichtet von einer persönlichen Erfahrung.

richtigfalsch

1. Alle Fragen wurden sofort und endgültig entschieden.

richtigfalsch

2. Die Nachricht war für Fatima ein Grund, doch persönlich nachzufragen.

richtigfalsch

3. Fatima ordnete die Unterlagen vor dem Termin.

richtigfalsch

4. Das Angebot war nur für Fachleute bestimmt.

richtigfalsch

5. Vor dem Termin hatte Fatima mehrere Fragen vorbereitet.

richtigfalsch

6. Fatima möchte den Termin am Mittwoch absagen.

richtigfalsch

Teil 2 - Pressetexte verstehen

Arbeitszeit: 20 Minuten

Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 7 bis 9 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Aus der Presse: Hilfe bei Gesund kochen

Eine regionale Zeitung beschreibt, warum sich im Stadtteil jetzt vieles ums gesunde Essen dreht. Der Anlass ist alltäglich: Viele Menschen wollen sich besser ernähren, scheitern aber an knapper Zeit, knappem Geld und der Flut widersprüchlicher Tipps. Das neue Angebot verbindet Beratung mit gemeinsamem Tun. Eine Ernährungsfachkraft erklärt, wie man eine Wochenliste schreibt und Etiketten liest, während in einer Kochgruppe günstig und gesund zusammen gekocht wird; Reste werden bewusst weiterverwendet. So bleibt es nicht bei guten Vorsätzen, sondern wird gleich ausprobiert. Besonders gefragt sind Hilfen bei der Einkaufsplanung, beim Verstehen von Zutatenlisten und bei Themen wie Diabetes oder Allergien. Eine ärztliche Behandlung ersetzt das Angebot nicht; es hilft aber, die richtigen Fragen für den Arzttermin zu sammeln. Die Stadt beobachtet, dass die Teilnehmenden seither seltener zu Fertigprodukten greifen, weil ihnen einfache Alternativen vertraut geworden sind. Wer einmal mitgekocht hat, traut sich auch zu Hause mehr zu. Vor einem Kochabend sollen die Teilnehmenden ihre üblichen Einkaufszettel mitbringen und bei der Anmeldung Allergien angeben. Ausgewertet wird, welche Gerichte am besten ankommen, um die Rezepte alltagstauglich zu halten. Begleitet wird das Angebot von einem Kräutergarten im Hof, in dem Nachbarn Pflanzen und Rezepte teilen.

Beispiel. In diesem Text geht es um ...

  1. a) ein neues Beratungsmodell im Alltag.
  2. b) einen privaten Reisebericht.
  3. c) eine Prüfung im Sprachkurs.

7. Woran scheitern viele beim gesünderen Essen?

  1. a) An einem Verbot von Gemüse.
  2. b) An knapper Zeit, knappem Geld und widersprüchlichen Tipps.
  3. c) An fehlenden Supermärkten im Viertel.

8. Was sollen Teilnehmende zum Kochabend mitbringen?

  1. a) Eigene Töpfe und Pfannen.
  2. b) Ein ärztliches Attest.
  3. c) Ihre üblichen Einkaufszettel.

9. Was beobachtet die Stadt bei den Teilnehmenden?

  1. a) Sie essen nur noch auswärts.
  2. b) Sie kaufen teurere Lebensmittel.
  3. c) Sie greifen seltener zu Fertigprodukten.

Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 10 bis 12 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Reportage: Hilfe beginnt beim Alltag

Eine Beratungsstelle wertete die ersten Formularsprechstunden aus und berichtet über ihre Beobachtungen. Zu Beginn kamen viele erst, als die Frist fast abgelaufen war, weil sie die Post lange nicht öffnen wollten. Manche Hinweise klangen selbst zu sehr nach Amt. Daraufhin wurde umgesteuert. Die Aushänge sagen jetzt in einfachen Worten, dass man Briefe nicht fürchten muss, und beginnen mit einem ermutigenden Beispiel. Statt langer Erklärungen gibt es eine kurze Anleitung: zuerst das Datum prüfen, dann die wichtigste Frage stellen. Am meisten half das gemeinsame Sortieren: Wer seine Post einmal geordnet vor sich liegen hat, verliert die Angst davor. Wer sich nicht traut, in der Gruppe zu fragen, bekommt ein ruhiges Einzelgespräch. Auffällig war außerdem, dass eine einfache Ordnerstruktur für zu Hause vielen half. Deshalb wird jetzt früh gezeigt, wie man Post nach Themen ablegt. Die häufigsten Briefe sollen künftig mit einer kurzen Erklärung in einfacher Sprache versehen werden, damit weniger Menschen überhaupt in Zeitnot geraten. Das Ordner-System soll schon früh gezeigt werden, weil eine gute Ablage zu Hause die meisten Probleme von vornherein verhindert. Ob sich die Sprechstunde dauerhaft mit genügend Fachkräften halten lässt, ist noch nicht entschieden.

10. Wann kamen viele Besucher am Anfang?

  1. a) Erst, als die Frist fast abgelaufen war.
  2. b) Nur nach einer persönlichen Einladung.
  3. c) Immer sofort nach Erhalt des Briefes.

11. Was half den Menschen am meisten?

  1. a) Ein Vortrag über Verwaltungsrecht.
  2. b) Das gemeinsame Sortieren der Post.
  3. c) Das Vorlesen aller Paragrafen.

12. Was wird jetzt früh gezeigt?

  1. a) Wie man Post zu Hause nach Themen ablegt.
  2. b) Wie man ein Amt verklagt.
  3. c) Wie man Briefe ungeöffnet zurückschickt.

Teil 3 - Anzeigen zuordnen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie die Situationen 13 bis 19 und die Anzeigen A bis J aus verschiedenen deutschsprachigen Medien. Wählen Sie: Welche Anzeige passt zu welcher Situation? Sie können jede Anzeige nur einmal verwenden. Die Anzeige aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden. Für eine Situation gibt es keine passende Anzeige. In diesem Fall schreiben Sie 0.

Mehrere Personen suchen passende Informationen oder Angebote zum Thema Ausbildung und Berufsstart.

Beispiel. Sie haben Fragen zu Rechten und Pflichten in der Probezeit. Anzeige: I

13. Sie möchten einfache Wörter für Kundenkontakt im Verkauf üben.

14. Sie möchten Ihren Lebenslauf für ein Praktikum verbessern.

15. Sie wollen mehrere Betriebe in kurzen Gesprächen kennenlernen.

16. Vor Praktikumsbeginn möchten Sie Arbeitszeit und Versicherung prüfen.

17. Sie suchen eine Beratung zu Pflegegrad und Rollator.

18. Sie brauchen Deutsch für Berichtsheft und Arbeitsanweisungen.

19. Sie interessieren sich für technische Berufe und möchten Werkstätten sehen.

A

Lebenslauf-Werkstatt: Praktikumserfahrung, Schulabschluss und persönliche Stärken bringen wir mit Ihnen in eine übersichtliche Form. So fällt Ihre Bewerbung positiv auf. Vorhandene Zeugnisse und Bescheinigungen legen Sie einfach dazu. Gemeinsam überlegen wir, was zu welchem Beruf passt, und am Ende nehmen Sie einen fertigen, sauber gestalteten Lebenslauf mit nach Hause.

B

Azubi-Speed-Dating: Betriebe aus Pflege, Handwerk und Verkauf lernen Sie in kurzen Gesprächen kennen - ganz ohne lange Bewerbungsmappe. So finden Sie schnell heraus, was zu Ihnen passt. Sie brauchen nur etwas Mut und Pünktlichkeit. Wer mag, kann am Ende direkt einen Termin für einen Schnuppertag oder ein Praktikum vereinbaren.

C

Werkstattbesuch Metall: Mit Sicherheitsschuhen geht es in die Werkstatt, wo Sie Maschinen aus der Nähe sehen und den Ausbildern Ihre Fragen stellen können. So bekommen Sie ein echtes Gefühl für den Beruf. Festes Schuhwerk ist Pflicht, alles andere stellen wir. Vorkenntnisse brauchen Sie keine, nur Interesse an Technik.

D

Praktikumsvertrag prüfen: Bevor Sie unterschreiben, klären wir mit Ihnen Arbeitszeit, Versicherung und die richtige Ansprechperson. So gibt es später keine bösen Überraschungen. Halten Sie den Vertrag und Ihren Ausweis bereit. Wir geben keine Rechtsberatung, zeigen Ihnen aber, welche Punkte wichtig sind und was Sie ruhig nachfragen dürfen.

E

Deutsch für die Ausbildung: Hier üben wir, das Berichtsheft zu schreiben, höflich nachzufragen und Arbeitsanweisungen sicher zu verstehen. Genau diese Sprache brauchen Sie täglich im Betrieb. Bringen Sie ein Beispiel aus Ihrem Berichtsheft mit, wenn Sie eines haben. Wir üben an echten Situationen, damit es im Betrieb gleich leichter fällt.

F

Bewerbungsfoto im Jugendzentrum: Hier bekommen Sie ein gutes, günstiges Bewerbungsfoto, nur mit vorherigem Termin. So machen Ihre Unterlagen einen ordentlichen Eindruck, ohne dass es teuer wird. Kommen Sie ordentlich angezogen und pünktlich. Das Foto erhalten Sie digital und auf Wunsch ausgedruckt; vereinbaren Sie Ihren Termin einfach am Empfang.

G

Mathe-Auffrischung: Prozentrechnung, Maße und einfache Tabellen – wir wiederholen genau das, was Sie in technischen Berufen wirklich brauchen. An praktischen Beispielen wird klar, wozu es gut ist. Bringen Sie Stift und Papier mit. Es geht nicht um Schulnoten, sondern darum, dass Sie sich im Betrieb beim Rechnen sicher fühlen.

H

Elternabend Ausbildung: An diesem Abend erklären wir Eltern die Wege nach der Schule, mögliche Unterstützung und die Fristen für Bewerbungen. So können Sie Ihr Kind besser begleiten. Übersetzungshilfe ist auf Wunsch vorhanden, sagen Sie uns das vorher kurz. Ihre Fragen sind ausdrücklich willkommen, auch wenn sie Ihnen klein erscheinen.

I

Probezeit im Betrieb: Wir erklären, welche Rechte und Pflichten in der Probezeit gelten und wie ein gutes Gespräch mit dem Ausbilder gelingt. So gehen Sie sicherer in die ersten Wochen. Notieren Sie vorab, was Sie beschäftigt. Vieles, das zunächst beunruhigt, klärt sich in einem ruhigen Gespräch ganz von selbst.

J

Praktikum im Verkauf: Hier üben Sie, Kundinnen und Kunden freundlich zu begrüßen, Ware zu sortieren und die wichtigsten Wörter an der Kasse sicher zu benutzen. So fällt Ihnen der Start im Geschäft leichter. Pünktlichkeit und ein freundliches Auftreten genügen. Eine kurze Einweisung am ersten Tag zeigt Ihnen alles Weitere.

Teil 4 - Meinungen verstehen

Arbeitszeit: 15 Minuten

Lesen Sie die Texte 20 bis 26. Wählen Sie: Ist die Person für persönliche Beratungsangebote zu E-Books?

In einer Zeitschrift lesen Sie Leserbriefe zum Thema persönliche Beratungsangebote zu E-Books.

LESERBRIEFE

Beispiel. Niko: Für mich ist der Vorteil offensichtlich. Man fühlt sich nicht mehr allein mit dem Problem und weiß danach, an welche Stelle man sich als Nächstes wenden kann.

20. Celine: Für E-Books brauche ich keine Sprechstunde. Die App führt einen Schritt für Schritt, und im Notfall gibt es Anleitungen im Internet. Ein eigener Termin in der Bibliothek wäre für mich nur Zeitverlust. Hilfreicher wäre, wenn die Ausleihe von Anfang an einfacher gestaltet würde, dann käme jeder auch ohne Hilfe damit zurecht.

21. Yusuf: Ich bin skeptisch, ob die Bibliothek wirklich Technikkurse anbieten muss. Ihre eigentliche Aufgabe sind Bücher, nicht App-Beratung. Wer ein Tablet kauft, sollte sich auch damit beschäftigen. Das Geld wäre besser in mehr Titel und längere Öffnungszeiten gesteckt als in Sprechstunden, die viele ohnehin nicht in Anspruch nehmen.

22. Selim: Solche Angebote finde ich wertvoll, gerade für ältere Menschen. Vielen fehlt nicht der Wille, sondern jemand, der geduldig zeigt, wie das digitale Ausleihen geht. Eine kurze Hilfe nimmt die Scheu vor der Technik. Besonders schön ist, dass die Bibliothek dabei ein Ort der Begegnung bleibt und nicht nur ein stiller Bücherspeicher.

23. Livia: Für mich ist die persönliche Hilfe genau richtig. Man bekommt etwas direkt am eigenen Gerät gezeigt und kann es danach selbst wiederholen. Solange die Bibliothek dabei für alle offen und kostenlos bleibt, wirkt die Hilfe für mich überzeugend. Besonders gut finde ich, dass man nebenbei den Leseclub kennenlernt und ins Gespräch kommt.

24. Ivan: So ein Angebot klingt gut, erreicht aber selten die Unsichersten. Wer sich mit Technik schwertut, traut sich oft gar nicht erst hin. Ich möchte vor anderen auch nicht zeigen, dass ich an einer App scheitere. Eine geduldige Telefonhilfe wäre für viele Menschen die ehrlichere und passendere Unterstützung als eine offene Sprechstunde.

25. Nela: Ich unterstütze die Idee sehr. Lesen und Lernen verändern sich, und die Bibliothek geht klug mit. Wer den Einstieg ins Digitale schafft, bleibt selbstständig, etwa bei Bewerbungen oder bei der Recherche. Mir hat besonders gefallen, dass auch Menschen, die nicht mehr kommen können, mit dem Bringdienst weiter teilhaben. Das sollte ausgebaut werden.

26. Rosa: Für mich überwiegt klar der Nutzen. Eine moderne Bibliothek besteht aus vielen kleinen Hilfen, und jemand, der ruhig ruhig erklärt und niemanden kleinmacht, hilft enorm. Mir hat es geholfen, mein erstes E-Book ohne Stress auszuleihen. Solche niedrigschwelligen Angebote sollten überall selbstverständlich und gut sichtbar angekündigt sein.

Beispiel. Niko

janein

20. Celine

janein

21. Yusuf

janein

22. Selim

janein

23. Livia

janein

24. Ivan

janein

25. Nela

janein

26. Rosa

janein

Teil 5 - Informationsblatt verstehen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie die Aufgaben 27 bis 30 und den Text dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Sie informieren sich über ein Informationsblatt zum Thema Mietvertrag.

27. Was kostet die Beratung?

  1. a) Nichts.
  2. b) Nur für Familien nichts.
  3. c) 10 Euro.

28. Wer soll vorher telefonisch Bescheid sagen?

  1. a) Nur Lehrkräfte.
  2. b) Gruppen ab fünf Personen.
  3. c) Alle Einzelpersonen.

29. Was soll man mit Unterlagen machen?

  1. a) Keine Unterlagen zeigen.
  2. b) Originale abgeben.
  3. c) Kopien mitbringen.

30. Was passiert mit Originalen?

  1. a) Sie müssen per Post geschickt werden.
  2. b) Sie werden im Büro behalten.
  3. c) Sie bleiben bei den Besucherinnen und Besuchern.

INFORMATIONSBLATT MIETVERTRAG Dieses Blatt richtet sich an Mieterinnen und Mieter, die zu ihrem Mietvertrag, zu Nebenkosten oder zu Briefen der Hausverwaltung eine kurze Orientierung suchen. Es ersetzt keine vollständige Rechtsberatung, sondern hilft beim Sortieren, Erklären und Planen der nächsten Schritte. Kosten: Die Beratung ist für alle kostenlos. Es entstehen keine Gebühren, auch nicht für eine zweite Frage. Anmeldung: Einzelpersonen können ohne Anmeldung während der offenen Sprechstunde vorbeikommen. Nur Gruppen ab fünf Personen melden sich vorher telefonisch an, damit genug Stühle und Arbeitsblätter bereitstehen. Unterlagen: Bringen Sie bitte Kopien Ihrer wichtigsten Schreiben mit. Originale werden nur kurz angesehen und bleiben anschließend bei den Besucherinnen und Besuchern; sie werden nicht im Büro behalten und nicht aufbewahrt. Ablauf: Zuerst nennen Sie Ihr Anliegen, dann sehen wir gemeinsam den Brief an und markieren Fristen. Schwierige Fälle erhalten einen späteren Einzeltermin. Für Rückfragen liegt am Empfang eine Karte mit Telefonnummer und Sprechzeiten bereit. Sprache und Erreichbarkeit: Wer eine Übersetzung braucht, sagt dies bitte bei der Anmeldung, damit eine zweisprachige Wortliste vorbereitet werden kann. Der Beratungsraum ist mit dem Aufzug erreichbar. Eine Begleitperson darf mitkommen, wenn sie beim Verstehen oder beim Sortieren der Unterlagen hilft. Bitte planen Sie pro Anliegen etwa zwanzig Minuten ein und bereiten Sie nach Möglichkeit nur eine Hauptfrage vor.

Hören - ca. 40 Minuten

Audio-Datei: goethe-b1-model-12.mp3

Teil 1 - Kurze Texte

Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.

Text 1

1. Der Mittagstisch findet ab nächster Woche in einem anderen Raum statt.

richtigfalsch

2. Was soll man bis zum Vortag tun?

  1. a) Einen Ausweis bringen.
  2. b) Sich anmelden.
  3. c) Bezahlen.

Text 2

3. Pflegende Angehörige sollten nur an die kranke Person denken.

richtigfalsch

4. Was rät der Beitrag den pflegenden Angehörigen?

  1. a) Auch für sich selbst zu sorgen.
  2. b) Pausen zu vermeiden.
  3. c) Allein zu bleiben.

Text 3

5. Mit dem Hausnotruf kann man im Notfall schnell Hilfe rufen.

richtigfalsch

6. Wann findet die Beratung zum Hausnotruf statt?

  1. a) Nur am Wochenende.
  2. b) Jeden Tag.
  3. c) Immer dienstags.

Text 4

7. Hilfsmittel wie Haltegriffe muss man immer selbst bezahlen.

richtigfalsch

8. Was bietet der Pflegestützpunkt an?

  1. a) Einen Mittagstisch.
  2. b) Einen Hausbesuch zur Beratung.
  3. c) Eine kostenlose Reinigung.

Text 5

9. Für den Besuchsdienst braucht man eine lange Ausbildung.

richtigfalsch

10. Was macht der Besuchsdienst?

  1. a) Ältere Menschen besuchen und begleiten.
  2. b) Wohnungen putzen.
  3. c) Essen kochen.

Teil 2 - Eine Information verstehen

Sie hören einen längeren Informationstext einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

11. Was ist Frau Bergs wichtigster Rat an die Angehörigen?

  1. a) Auch für sich selbst zu sorgen.
  2. b) Keine Hilfe anzunehmen.
  3. c) Mehr zu arbeiten.

12. Was ist die Verhinderungspflege?

  1. a) Eine Strafe.
  2. b) Eine teure Versicherung.
  3. c) Eine Vertretung, wenn die pflegende Person eine Pause braucht.

13. Wer bezahlt oft die Hilfsmittel?

  1. a) Niemand.
  2. b) Die Pflegekasse.
  3. c) Nur die Familie.

14. Was passiert in der Angehörigengruppe?

  1. a) Man tauscht Erfahrungen aus und bekommt Tipps.
  2. b) Man zahlt einen Beitrag.
  3. c) Man macht Sport.

15. Wann sollte man zur Beratung kommen?

  1. a) Erst im Notfall.
  2. b) Gar nicht.
  3. c) Früh, bevor man nicht mehr kann.

Teil 3 - Ein Gespräch verstehen

Sie hören ein Gespräch einmal. Entscheiden Sie, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.

16. Herr Frei war lange erschöpft, weil er alles allein gemacht hat.

richtigfalsch

17. Frau Naumann kennt die Verhinderungspflege bereits gut.

richtigfalsch

18. Dank der Verhinderungspflege konnte Herr Frei wieder in Urlaub fahren.

richtigfalsch

19. Haltegriffe im Bad bezahlt meistens die Pflegekasse.

richtigfalsch

20. Beim Pflegestützpunkt gibt es auch Hausbesuche.

richtigfalsch

21. Frau Naumann hat erst vor Kurzem eine längere Pause gemacht.

richtigfalsch

22. Herr Frei lädt Frau Naumann zur Angehörigengruppe ein.

richtigfalsch

Teil 4 - Diskussion

Sie hören eine Diskussion zweimal. Ordnen Sie die Aussagen zu: Wer sagt was?

23. Viele pflegende Angehörige suchen viel zu spät Hilfe.

abc

24. Ich habe am Anfang alles allein gemacht und bin fast zusammengebrochen.

abc

25. Wer rechtzeitig Hilfe annimmt, kann viel länger gut pflegen.

abc

26. Der Austausch mit anderen Angehörigen hat mir die Last von den Schultern genommen.

abc

27. Die Pflegeversicherung übernimmt vieles, man muss es nur beantragen.

abc

28. Für meine Frau ist der wöchentliche Besuch das Schönste der Woche.

abc

29. In den Gruppen entstehen oft Freundschaften, und die Menschen sind nicht mehr allein.

abc

30. Heute sprechen wir über die Pflege zu Hause und die pflegenden Angehörigen.

abc

Schreiben - 60 Minuten

Teil 1 - Persönliche E-Mail

Eine Freundin kann ein Online-Formular nicht abschicken. Schreiben Sie eine persönliche E-Mail. Beschreiben Sie kurz, warum Sie schreiben, reagieren Sie auf die Bitte, berichten Sie von einer eigenen Erfahrung und machen Sie einen konkreten Vorschlag. Achten Sie darauf, dass die E-Mail freundlich und natürlich klingt. Sie dürfen auch kurz erklären, was Ihnen selbst damals geholfen hat. Schreiben Sie ungefähr 80 Wörter.

  • Warum melden Sie sich?
  • Welche Erfahrung haben Sie mit dem Thema gemacht?
  • Was schlagen Sie als nächsten Schritt vor?
  • Wann hätten Sie Zeit oder wie bleiben Sie in Kontakt?

Teil 2 - Meinung schreiben

In einem Internetforum lesen Sie die Frage: "Sollte es in jeder Stadt mehr kostenlose Angebote zum Thema Online-Formular geben?" Schreiben Sie Ihre Meinung. Begründen Sie Ihre Ansicht, nennen Sie ein Beispiel aus dem Alltag und gehen Sie kurz auf einen möglichen Nachteil ein. Verwenden Sie passende Verbindungen wie "außerdem", "trotzdem" oder "deshalb". Ihr Text soll wie ein kurzer Forumsbeitrag wirken, nicht wie eine Liste. Schreiben Sie ungefähr 80 Wörter.

  • Ihre Meinung zum Thema
  • Ein Vorteil oder ein persönliches Beispiel
  • Ein Nachteil oder eine Grenze solcher Angebote
  • Ein kurzer Schluss mit Ihrer Empfehlung

Teil 3 - Formelle E-Mail

Sie bitten das Bürgerbüro um Hilfe mit Ihrem Bürgerkonto. Schreiben Sie eine formelle E-Mail an die zuständige Stelle. Entschuldigen Sie sich, erklären Sie die Situation, bitten Sie um einen neuen Termin oder um eine konkrete Auskunft und schließen Sie höflich. Nennen Sie, wann Sie erreichbar sind. Schreiben Sie ungefähr 40 Wörter.

  • Entschuldigung und Grund
  • Konkreter Wunsch
  • Erreichbarkeit oder Alternativtermin
  • Höflicher Abschluss

Sprechen - ca. 15 Minuten

Die mündliche Prüfung besteht aus drei Teilen. Sprechen Sie frei, reagieren Sie auf Ihre Partnerin oder Ihren Partner und benutzen Sie die Stichpunkte nur als Hilfe.

Teil 1 - Gemeinsam etwas planen

Sie und Ihre Partnerin oder Ihr Partner möchten gemeinsam eine Aktion zum Thema Fahrradaktion vorbereiten. Planen Sie das Gespräch zusammen. Entscheiden Sie, was zuerst geklärt werden muss, wer welche Aufgabe übernimmt und wie Sie andere Personen informieren. Beginnen Sie mit einem Vorschlag, reagieren Sie auf die Ideen der anderen Person und einigen Sie sich am Ende auf einen konkreten Plan.

Teil 2 - Ein Thema präsentieren

Wählen Sie ein Thema aus. Ihre Präsentation soll aus fünf Teilen bestehen.

Thema 1: Sollten alle Erwachsenen die Verkehrsregeln auffrischen?

Folie 1

Stellen Sie Ihr Thema vor. Erklären Sie kurz den Inhalt und die Struktur Ihrer Präsentation.

Folie 2

Berichten Sie von einer Situation im Verkehr, die für Sie schwierig war.

Folie 3

Berichten Sie, wie der Verkehr in Ihrem Heimatland geregelt ist.

Folie 4

Nennen Sie Vor- und Nachteile und sagen Sie dazu Ihre Meinung. Geben Sie auch Beispiele.

Folie 5

Beenden Sie Ihre Präsentation und bedanken Sie sich bei den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Thema 2: Ist das Fahrrad das beste Verkehrsmittel für die Stadt?

Folie 1

Stellen Sie Ihr Thema vor. Erklären Sie kurz den Inhalt und die Struktur Ihrer Präsentation.

Folie 2

Berichten Sie, wie Sie in Ihrer Stadt unterwegs sind.

Folie 3

Berichten Sie, welche Verkehrsmittel man in Ihrem Heimatland nutzt.

Folie 4

Nennen Sie Vor- und Nachteile und sagen Sie dazu Ihre Meinung. Geben Sie auch Beispiele.

Folie 5

Beenden Sie Ihre Präsentation und bedanken Sie sich bei den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Teil 3 - Über das Thema sprechen

Nach der Präsentation stellt Ihre Partnerin oder Ihr Partner eine Frage. Reagieren Sie darauf, geben Sie ein kurzes Feedback zur Präsentation Ihres Partners und führen Sie das Gespräch zum Thema Mobilität und Verkehrssicherheit weiter. Verwenden Sie höfliche Rückfragen und konkrete Beispiele. Sie können zustimmen, widersprechen oder eine eigene Erfahrung ergänzen. Wichtig ist, dass Sie nicht nur mit "ja" oder "nein" antworten, sondern Ihre Reaktion kurz erklären. Die Prüfenden können nach Details fragen, zum Beispiel warum Sie eine Lösung praktisch finden, welche Schwierigkeit entstehen kann oder welche Erfahrung Sie in Ihrer Familie, Schule, Arbeit oder Nachbarschaft gemacht haben.

Lösungsschlüssel

Lesen 1falsch
Lesen 2richtig
Lesen 3richtig
Lesen 4falsch
Lesen 5richtig
Lesen 6falsch
Lesen 7b
Lesen 8c
Lesen 9c
Lesen 10a
Lesen 11b
Lesen 12a
Lesen 13J
Lesen 14A
Lesen 15B
Lesen 16D
Lesen 170
Lesen 18E
Lesen 19C
Lesen 20nein
Lesen 21nein
Lesen 22ja
Lesen 23ja
Lesen 24nein
Lesen 25ja
Lesen 26ja
Lesen 27a
Lesen 28b
Lesen 29c
Lesen 30c
Hören 1richtig
Hören 2b
Hören 3falsch
Hören 4a
Hören 5richtig
Hören 6c
Hören 7falsch
Hören 8b
Hören 9falsch
Hören 10a
Hören 11a
Hören 12c
Hören 13b
Hören 14a
Hören 15c
Hören 16richtig
Hören 17falsch
Hören 18richtig
Hören 19richtig
Hören 20richtig
Hören 21falsch
Hören 22richtig
Hören 23b
Hören 24c
Hören 25b
Hören 26c
Hören 27b
Hören 28c
Hören 29b
Hören 30a

Hörtexte für Audio-Generierung

Hören Teil 1, Beispiel

Guten Tag, Frau Weber, hier ist der Pflegestützpunkt der Stadt. Sie hatten um ein Beratungsgespräch gebeten, weil Sie Ihre Mutter zu Hause pflegen. Wir bieten Ihnen den Montag um elf Uhr an, gern auch bei Ihnen zu Hause, wenn Ihnen das lieber ist. Bringen Sie bitte den Pflegegrad und einen Ausweis mit, dann geht die Beratung schneller. Falls der Termin ungünstig liegt, rufen Sie uns kurz zurück. Die Beratung ist für Sie selbstverständlich kostenlos. Auf Wiederhören und bis Montag.

Hören Teil 1, Text 1

Sie hören eine Durchsage in einem Pflegezentrum. Liebe Besucherinnen und Besucher, unser Mittagstisch für Seniorinnen und Senioren findet ab nächster Woche in einem neuen Raum statt, nämlich im hellen Saal neben dem Garten. Die Zeit bleibt unverändert bei zwölf Uhr. Bitte melden Sie sich wie gewohnt bis zum Vortag an, damit wir genug einkaufen können. Über neue Gäste freuen wir uns sehr; der erste Besuch ist immer kostenlos. Das Essen wird frisch gekocht, und es stehen auch vegetarische Gerichte zur Wahl.

Hören Teil 1, Text 2

Und nun ein Hinweis aus unserer Ratgebersendung im Radio, heute zum Thema Pflege. Wer einen Angehörigen pflegt, sollte unbedingt auch für sich selbst sorgen. Das klingt selbstverständlich, wird aber oft vergessen. Wer ständig nur für andere da ist, wird auf Dauer selbst krank. Nehmen Sie Hilfe an, gönnen Sie sich Pausen und sprechen Sie über Ihre Sorgen. Das ist kein Egoismus, sondern die Voraussetzung dafür, dass Sie die Pflege überhaupt durchhalten können.

Hören Teil 1, Text 3

Sie hören eine kurze Sprachnachricht. Hallo, hier ist Paul. Du kümmerst dich doch gerade um deinen Vater. Ich wollte dir vom Hausnotruf erzählen: Das ist ein kleiner Knopf, den man am Handgelenk trägt. Im Notfall drückt man ihn, und sofort meldet sich jemand und schickt Hilfe. Die Beratung dazu ist kostenlos, immer dienstags im Pflegestützpunkt. Für deinen Vater wäre das vielleicht eine große Erleichterung. Schau es dir doch mal an, ich komme gern mit.

Hören Teil 1, Text 4

Sie hören eine Ansage im Pflegestützpunkt. Sehr geehrte Damen und Herren, wir möchten Sie darauf hinweisen, dass die Pflegekasse viele Hilfsmittel bezahlt, zum Beispiel Haltegriffe im Bad oder ein höheres Bett. Für die meisten genügt ein kurzer Antrag, bei dem wir Ihnen gern helfen. So wird die Pflege zu Hause für alle leichter und sicherer. Vereinbaren Sie einfach einen Termin; wir kommen auf Wunsch auch zu Ihnen nach Hause und schauen, was sinnvoll ist.

Hören Teil 1, Text 5

Sie hören eine Mitteilung eines Besuchsdienstes. Liebe Interessierte, unser ehrenamtlicher Besuchsdienst sucht Verstärkung. Einmal pro Woche besucht man einen älteren Menschen, der allein lebt, hört zu, spielt oder geht ein Stück spazieren. Vorkenntnisse sind nicht nötig; eine kurze Schulung bereitet Sie auf die Aufgabe vor. Schon eine Stunde pro Woche bedeutet für die besuchten Menschen sehr viel. Wenn Sie Freude am Kontakt mit anderen haben, melden Sie sich gern bei uns im Büro.

Hören Teil 2

Sie hören einen Vortrag bei einem Informationsabend für pflegende Angehörige. Es spricht Frau Berg vom Pflegestützpunkt. Schön, dass Sie da sind. Viele von Ihnen pflegen einen Menschen, der Ihnen nahesteht, und ich weiß, wie viel Kraft das kostet. Deshalb möchte ich Ihnen heute zeigen, welche Unterstützung es gibt, denn niemand muss diesen Weg allein gehen. Mein erster und wichtigster Punkt: Sorgen Sie auch für sich selbst. Pflege ist ein Marathon, kein Sprint. Wer keine Pausen macht, ist irgendwann selbst erschöpft, und dann ist niemandem geholfen. Nehmen Sie Hilfe an, auch wenn es Ihnen schwerfällt. Das ist ein Zeichen von Stärke, nicht von Schwäche. Zweitens möchte ich Ihnen die sogenannte Verhinderungspflege erklären. Wenn Sie selbst einmal krank sind oder einfach ein paar Tage Urlaub brauchen, springt für diese Zeit eine andere Kraft ein. Das wird von der Pflegekasse bezahlt. Fragen Sie früh danach, nicht erst im Notfall, denn die Beantragung braucht etwas Zeit. Drittens die Hilfsmittel. Vieles, was die Pflege zu Hause leichter macht, bezahlt die Pflegekasse: Haltegriffe im Bad, ein Pflegebett, ein Rollstuhl. Oft genügt ein kurzer Antrag, und wir helfen Ihnen gern dabei. Auf Wunsch kommen wir auch zu Ihnen nach Hause und schauen gemeinsam, was sinnvoll ist. Ein vierter Punkt ist der Austausch mit anderen. Es tut gut zu hören, dass andere Menschen ähnliche Sorgen haben. In unserer Angehörigengruppe trifft man sich einmal im Monat, tauscht Erfahrungen aus und bekommt praktische Tipps. Das Treffen ist kostenlos, und Sie müssen nichts vorbereiten. Und schließlich gibt es viele kleine Entlastungen im Alltag: einen Fahrdienst zum Arzt, einen Mittagstisch, einen ehrenamtlichen Besuchsdienst, der einmal in der Woche vorbeikommt. So bekommen Sie auch einmal eine Stunde für sich. Lassen Sie mich Ihnen ein Beispiel erzählen, das mir oft begegnet. Eine Tochter pflegte ihren Vater rund um die Uhr und wollte partout keine Hilfe annehmen. Sie sagte, das sei ihre Pflicht. Nach einem Jahr war sie selbst krank und völlig erschöpft. Als sie endlich zu uns kam, haben wir gemeinsam einen Pflegedienst organisiert, der zweimal in der Woche kommt, und einen Besuchsdienst. Heute geht es ihr viel besser, und sie sagt, sie hätte sich diese Hilfe viel früher holen sollen. Genau das möchte ich Ihnen mitgeben: Hilfe anzunehmen macht die Pflege nicht schlechter, sondern besser, weil Sie selbst gesund bleiben. Und vergessen Sie nicht, auch kleine Auszeiten sind ausdrücklich erlaubt. Mein wichtigster Rat zum Schluss: Kommen Sie zu uns, bevor Sie nicht mehr können. Eine frühe Beratung erspart Ihnen viel und zeigt Ihnen Wege, an die Sie vielleicht noch gar nicht gedacht haben. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Hören Teil 3

Sie hören ein Gespräch zwischen zwei Bekannten, Frau Naumann und Herrn Frei, die sich über die Pflege ihrer Eltern unterhalten. Frau Naumann: Herr Frei, Sie pflegen doch auch Ihre Mutter, oder? Wie schaffen Sie das neben der Arbeit? Herr Frei: Ehrlich gesagt war ich lange völlig erschöpft. Ich habe alles allein gemacht und mich kaum getraut, um Hilfe zu bitten. Frau Naumann: Genau so geht es mir gerade. Ich habe das Gefühl, ich müsste alles selbst können. Herr Frei: Das dachte ich auch, bis ich beim Pflegestützpunkt war. Die Beraterin hat mir gesagt, dass ich Anspruch auf eine Pause habe, die sogenannte Verhinderungspflege. Frau Naumann: Davon habe ich noch nie gehört. Wie funktioniert das? Herr Frei: Wenn ich mal ein paar Tage wegmuss oder selbst krank bin, kommt für diese Zeit jemand anderes, und die Pflegekasse bezahlt das. Letztes Jahr konnte ich so zum ersten Mal seit langem in Urlaub fahren. Frau Naumann: Das klingt wunderbar. Ich habe nämlich seit zwei Jahren keine richtige Pause mehr gemacht. Herr Frei: Dann wird es höchste Zeit. Glauben Sie mir, danach geht es einem viel besser, und man hat wieder Kraft für die Pflege. Frau Naumann: Und wie ist das mit Hilfsmitteln? Das Bad meiner Mutter ist sehr gefährlich, sie ist schon zweimal ausgerutscht. Herr Frei: Da hilft der Pflegestützpunkt auch. Haltegriffe und solche Dinge bezahlt meistens die Pflegekasse. Bei uns haben sie sogar einen Hausbesuch gemacht und geschaut, was nötig ist. Frau Naumann: Einen Hausbesuch? Das ist ja praktisch, dann muss ich meine Mutter nicht extra transportieren. Herr Frei: Genau. Und noch ein Tipp: Gehen Sie mal in die Angehörigengruppe. Da trifft man Menschen, die das Gleiche durchmachen. Mir hat das sehr geholfen, einfach mal reden zu können. Frau Naumann: Das könnte mir auch guttun. Manchmal fühle ich mich nämlich sehr allein mit allem. Herr Frei: Dann kommen Sie doch einfach mit. Das nächste Treffen ist nächsten Donnerstag, ich gehe sowieso hin. Frau Naumann: Eine Frage noch: Wie haben Sie das mit der Arbeit geregelt? Ich weiß nicht, wie ich das alles unter einen Hut bekommen soll. Herr Frei: Das war auch mein größtes Problem. Aber wussten Sie, dass man sich für die Pflege eines Angehörigen auch vom Beruf freistellen lassen kann? Frau Naumann: Nein, davon hatte ich keine Ahnung. Herr Frei: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, von ein paar Tagen bis zu einer längeren Auszeit. Lassen Sie sich im Pflegestützpunkt dazu beraten, die kennen sich da gut aus. Frau Naumann: Das werde ich auf jeden Fall ansprechen. Im Moment habe ich nämlich ständig ein schlechtes Gewissen, der Arbeit gegenüber und meiner Mutter gegenüber. Herr Frei: Dieses Gefühl kenne ich nur zu gut. Aber glauben Sie mir, mit der richtigen Unterstützung wird es deutlich leichter. Sie müssen nicht zwischen Beruf und Familie zerrissen werden. Frau Naumann: Das zu hören tut wirklich gut. Das mache ich. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, mir das alles zu erklären. Herr Frei: Sehr gern. Wissen Sie, mir hat damals auch jemand geholfen, und das gebe ich gern weiter. Sie müssen das wirklich nicht allein schaffen.

Hören Teil 4

Moderatorin: Schönen guten Abend und willkommen. Heute reden wir über die Pflege zu Hause und über die Menschen, die ihre Angehörigen pflegen, oft jahrelang und meist im Stillen. Bei mir sind Frau Lang, die einen Pflegestützpunkt leitet, und Herr Sommer, der seine Frau zu Hause pflegt und sich für andere Angehörige engagiert. Frau Lang, was erleben Sie in Ihrer Beratung am häufigsten? Frau Lang: Dass die Menschen viel zu spät kommen. Sie pflegen oft monatelang allein, bis sie völlig erschöpft sind, und erst dann suchen sie Hilfe. Dabei gibt es so viel Unterstützung, von der viele gar nichts wissen. Mein wichtigster Appell ist deshalb: Holen Sie sich früh Beratung. Moderatorin: Woran liegt es, dass die Menschen so spät kommen? Frau Lang: Oft an einer Mischung aus Pflichtgefühl und Scham. Viele denken, sie müssten das allein schaffen, und Hilfe anzunehmen fühle sich an wie Versagen. Dabei ist genau das Gegenteil richtig. Wer rechtzeitig Hilfe annimmt, kann viel länger gut pflegen. Herr Sommer: Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Ich habe am Anfang alles allein gemacht und bin fast zusammengebrochen. Ein Beispiel: Ich habe mir nicht einmal erlaubt, zum Arzt zu gehen, weil ich meine Frau nicht allein lassen wollte. Erst als eine Nachbarin mich angesprochen hat, habe ich mir Hilfe geholt. Moderatorin: Was hat Ihnen dann am meisten geholfen? Herr Sommer: Zwei Dinge. Erstens die praktische Entlastung, also dass ein Pflegedienst kommt und einmal in der Woche jemand vom Besuchsdienst, damit ich Zeit für mich habe. Und zweitens der Austausch mit anderen Angehörigen. Zu hören, dass es anderen genauso geht, hat mir die Last von den Schultern genommen. Frau Lang: Dieser Austausch ist enorm wichtig. In unseren Gruppen entstehen oft Freundschaften, und die Menschen merken, dass sie nicht allein sind. Das ist manchmal genauso wertvoll wie die finanzielle Hilfe. Moderatorin: Apropos finanziell, viele fürchten, dass Pflege sie ruiniert. Frau Lang: Diese Angst ist verständlich, aber oft übertrieben. Die Pflegeversicherung übernimmt vieles: Pflegegeld, Hilfsmittel, die Verhinderungspflege, einen Zuschuss für den Umbau des Bades. Man muss es nur beantragen, und genau dabei helfen wir. Herr Sommer: Wichtig ist, dass man sich von den Formularen nicht abschrecken lässt. Ich fand das auch kompliziert, aber im Pflegestützpunkt haben sie mir geduldig geholfen, alles auszufüllen. Moderatorin: Welche Rolle spielt das Ehrenamt? Herr Sommer: Eine große. Der Besuchsdienst zum Beispiel lebt von Freiwilligen. Eine Stunde pro Woche scheint wenig, aber für meine Frau ist der Besuch das Schönste der Woche, und ich kann in dieser Zeit kurz durchatmen. Frau Lang: Und es funktioniert, weil viele ein kleines Stück beitragen. Niemand muss alles tun, aber wenn viele etwas tun, entsteht ein starkes Netz. Moderatorin: Ein Problem ist sicher auch der Mangel an Pflegekräften. Wie wirkt sich das aus? Frau Lang: Sehr stark. Es fehlen überall Fachkräfte, in den Heimen und bei den ambulanten Diensten. Das bedeutet für die Angehörigen, dass sie noch mehr selbst übernehmen müssen. Umso wichtiger ist es, dass sie wenigstens die Hilfen nutzen, die es gibt. Herr Sommer: Und man merkt den Mangel im Alltag. Wenn der Pflegedienst in Eile ist, bleibt keine Zeit für ein freundliches Wort. Dabei ist gerade das für die alten Menschen oft so wichtig wie die Pflege selbst. Moderatorin: Was könnte da helfen? Frau Lang: Bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen, damit der Beruf wieder attraktiver wird. Pflege ist eine anspruchsvolle und wertvolle Arbeit, das muss sich auch im Gehalt zeigen. Herr Sommer: Und mehr Anerkennung im Alltag. Ein Beispiel: Als ich einmal erzählt habe, dass ich meine Frau pflege, hat ein Kollege gesagt, das mache man doch nicht so nebenbei. Diese Haltung muss sich ändern, denn Pflegende leisten Großes. Frau Lang: Da haben Sie völlig recht. Viele pflegende Angehörige sind unsichtbar. Sie funktionieren einfach, oft bis zur Erschöpfung, und niemand sieht es. Deshalb ist jede Form von Anerkennung so wichtig. Moderatorin: Wie kann das Umfeld konkret helfen? Herr Sommer: Schon eine kleine Frage hilft: Wie geht es dir eigentlich? Oder das Angebot, einmal einzukaufen. Man muss nicht die ganze Pflege übernehmen, um zu unterstützen. Moderatorin: Was wünschen Sie sich von der Gesellschaft? Frau Lang: Mehr Anerkennung für die Pflegenden. Sie leisten Unglaubliches, oft unsichtbar. Und mehr gut bezahlte Pflegekräfte, denn ohne sie geht es nicht. Herr Sommer: Und ich wünsche mir, dass niemand sich schämt, um Hilfe zu bitten. Reden Sie darüber, dann findet sich fast immer ein Weg. Frau Lang: Eines möchte ich noch betonen: Der erste Schritt ist eine kurze Beratung, und die ist völlig kostenlos. Herr Sommer: Genau, einfach anrufen oder vorbeikommen, das kostet nichts und verändert oft alles. Moderatorin: Das fasst es gut zusammen. Vielen Dank Ihnen beiden für dieses offene Gespräch.