Lesen - 65 Minuten
Das Modul Lesen hat fünf Teile. Sie lesen mehrere Texte und lösen Aufgaben dazu. Sie können mit jeder Aufgabe beginnen. Für jede Aufgabe gibt es nur eine richtige Lösung.
Teil 1 - Korrespondenz lesen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie den Text und die Aufgaben 1 bis 6 dazu. Wählen Sie: Sind die Aussagen richtig oder falsch?
E-Mail: Konto
Hallo Sofia,
du hast mich gefragt, wie das eigentlich mit dem Online-Banking sicher funktioniert – und ob man sich davor fürchten muss. Ich war am Anfang auch unsicher und habe lieber alles am Schalter gemacht, bis mir das zu umständlich wurde.
Geholfen hat mir ein Sicherheitsabend bei der Bank, bei dem man die App in Ruhe einrichten konnte. Vorher habe ich mir nur überlegt, was ich wirklich wissen will, und meine Bankkarte sowie mein Smartphone eingesteckt. Wichtig war mir die Regel, die ich dort gleich am Anfang gelernt habe: niemals echte Passwörter weitergeben, auch nicht im Kurs. Meine größte Frage war: Woran erkenne ich einen falschen Anruf, der angeblich von der Bank kommt?
Eine fertige Lösung hat mir der Abend nicht in die Hand gedrückt, aber danach wusste ich genau, wie ich die App absichere und was ich bei einem verdächtigen Anruf sofort tue. Einige Einstellungen habe ich daheim später noch einmal kontrolliert. Neben mir saßen ganz unterschiedliche Leute – einer wollte seine Karte sperren lassen, eine ältere Dame fragte nach einer Vollmacht für den Notfall.
Mein Tipp: Nimm Karte und Handy mit und schreib dir die eine Frage auf, die dich am meisten beschäftigt. Wenn du magst, setze ich mich am Dienstag einfach dazu; ausprobieren und nachfragen solltest du aber selbst, dann sitzt es auch wirklich.
Liebe Grüße aus Köln
Milan
Beispiel. Die E-Mail berichtet von einer persönlichen Erfahrung.
richtigfalsch
1. Milan bietet an, am Dienstag mitzukommen.
richtigfalsch
2. Milan empfiehlt, ohne Vorbereitung zu dem Termin zu gehen.
richtigfalsch
3. Die Nachricht war für Milan ein Grund, doch persönlich nachzufragen.
richtigfalsch
4. Alle Fragen wurden sofort und endgültig entschieden.
richtigfalsch
5. Milan ordnete die Unterlagen vor dem Termin.
richtigfalsch
6. Das Angebot war nur für Fachleute bestimmt.
richtigfalsch
Teil 2 - Pressetexte verstehen
Arbeitszeit: 20 Minuten
Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 7 bis 9 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Aus der Presse: Hilfe bei Telefonbetrug
„Im Zweifel auflegen“ – unter diesem Motto beschreibt eine regionale Zeitung, wie die Stadt ihre Beratung zur Sicherheit neu aufstellt. Anlass sind die vielen Betrugsanrufe, bei denen sich Täter als Polizei, Bank oder Verwandte ausgeben und vor allem ältere Menschen unter Druck setzen.
Neu ist das Zusammenspiel von Polizeiberatung, Stadtteilbüro und Nachbarschaft. Während eine Beamtin die typischen Maschen erklärt, üben die Teilnehmenden am Beispiel, ein Gespräch höflich, aber entschieden zu beenden; parallel gibt es Hilfe bei sicheren Türschlössern und beim Schutz vor Taschendiebstahl. So bleibt niemand mit seiner Sorge allein.
Besonders gefragt ist die Hilfe beim Erkennen falscher Anrufe, beim sicheren Online-Verhalten und beim Vorbereiten einer Anzeige. Die Polizei betont, dass sie am Telefon niemals nach der PIN oder nach Bargeld fragt; wer das verlangt, ist ein Betrüger.
Erste Zahlen der Stadt zeigen, dass mehr Menschen verdächtige Anrufe melden, statt aus Scham zu schweigen. Wer die Maschen kennt, reagiert am Telefon ruhiger.
Vor einem Infoabend sollen die Besucher sich kurz notieren, was sie erlebt haben, und ihre wichtigste Frage mitbringen. Ausgewertet wird, welche Betrugsformen gerade zunehmen, um rechtzeitig öffentlich zu warnen.
Ergänzt wird das Programm durch eine Aktion zur Fahrradregistrierung im Hof der Wache.
Beispiel. In diesem Text geht es um ...
- a) ein neues Beratungsmodell im Alltag.
- b) einen privaten Reisebericht.
- c) eine Prüfung im Sprachkurs.
7. Wonach fragt die Polizei am Telefon niemals?
- a) Nach dem Namen.
- b) Nach der Adresse für einen Termin.
- c) Nach der PIN oder nach Bargeld.
8. Was üben die Teilnehmenden am Beispiel?
- a) Möglichst lange mit Anrufern zu diskutieren.
- b) Ein Gespräch höflich, aber entschieden zu beenden.
- c) Selbst als Polizei anzurufen.
9. Was zeigen die ersten Zahlen der Stadt?
- a) Die Betrugsanrufe haben ganz aufgehört.
- b) Niemand nimmt mehr das Telefon ab.
- c) Mehr Menschen melden verdächtige Anrufe, statt zu schweigen.
Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 10 bis 12 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Aus der Praxis: Fragen brauchen Beispiele
Eine Initiative wertete die ersten Reparaturtage aus und hielt fest, was gut lief und was nicht. Anfangs kamen viele mit der Erwartung, ihr Gerät einfach abzugeben, und waren überrascht, dass sie selbst mit anpacken sollten. Manche gingen enttäuscht wieder.
Daraufhin wurde das Angebot klarer beschrieben. Die Hinweise sagen jetzt von vornherein, dass man gemeinsam repariert und dabei etwas lernt. Statt eines reinen Services steht das Mitmachen im Vordergrund, begleitet von Kaffee und guter Stimmung.
Am wirksamsten war genau dieses Miteinander: Wer einmal selbst eine Schraube gelöst hat, traut sich beim nächsten Defekt mehr zu. Wer sich nicht sicher fühlt, bekommt einen Helfer an die Seite gestellt.
Auffällig war zudem, dass die Geselligkeit zog: Viele kamen wegen eines kaputten Toasters und blieben wegen der netten Runde. Deshalb wird das Café bewusst als Treffpunkt gepflegt. Erfahrene Helfer sollen ihr Wissen gezielt an Neue weitergeben, damit das Café nicht von einzelnen Fachleuten abhängt. Eine kleine Sammlung mit Anleitungen für die häufigsten Reparaturen ist geplant, sodass Besucher zu Hause selbst weitermachen können, wenn die Zeit vor Ort nicht reicht. Ob sich genügend ehrenamtliche Helfer mit dem nötigen Fachwissen dauerhaft finden, bleibt offen.
10. Womit rechneten viele Besucher am Anfang fälschlich?
- a) Dass das Café nur Getränke anbietet.
- b) Dass sie selbst Werkzeug verkaufen müssen.
- c) Dass sie ihr Gerät einfach abgeben können.
11. Was steht statt eines reinen Services im Vordergrund?
- a) Das Mitmachen und Lernen.
- b) Der Verkauf von Ersatzteilen.
- c) Die Reparatur ohne Besucher.
12. Was ist geplant, wenn die Zeit vor Ort nicht reicht?
- a) Eine Nachtschicht im Café.
- b) Ein Abholdienst für alle Geräte.
- c) Eine kleine Sammlung mit Anleitungen für zu Hause.
Teil 3 - Anzeigen zuordnen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie die Situationen 13 bis 19 und die Anzeigen A bis J aus verschiedenen deutschsprachigen Medien. Wählen Sie: Welche Anzeige passt zu welcher Situation? Sie können jede Anzeige nur einmal verwenden. Die Anzeige aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden. Für eine Situation gibt es keine passende Anzeige. In diesem Fall schreiben Sie 0.
Mehrere Personen suchen passende Informationen oder Angebote zum Thema Pflege und Angehörige.
Beispiel. Nach einem Krankenhausaufenthalt brauchen Sie kurzfristig Pflegeplätze. Anzeige: H
13. Sie haben Fragen zu einem Hausnotrufgerät.
14. Sie möchten eine Wohnung besichtigen.
15. Sie möchten den Entlastungsbetrag korrekt abrechnen.
16. Sie möchten für Ihren Vater einen Pflegegrad beantragen.
17. Ihre Mutter braucht einen Rollator und möchte verschiedene Modelle testen.
18. Sie fühlen sich durch Pflege belastet und suchen Austausch.
19. Sie suchen jemanden, der regelmäßig eine ältere Person besucht.
A
Pflegegrad-Antrag: Formular, Versichertennummer, Begutachtungstermin - wir bereiten alles Schritt für Schritt mit Ihnen vor. So wissen Sie genau, worauf es bei dem Besuch ankommt. Halten Sie die Versichertenkarte und vorhandene Arztberichte bereit. Wir entscheiden nichts, sorgen aber dafür, dass nichts Wichtiges vergessen wird.
B
Rollator-Sprechstunde: Modelle testen, Bremsen einstellen lassen und offene Fragen zum Rezept klären. So finden Sie ein Gerät, das wirklich zu Ihnen passt. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Falls Sie schon ein Rezept haben, nehmen Sie es gern mit; sonst beraten wir Sie auch ohne.
C
Angehörigengruppe: Über die Belastung im Pflegealltag sprechen wir in vertrauter Runde, üben kurz Entspannung und informieren zur Tagespflege. Hier müssen Sie nichts leisten, nur da sein. Die Treffen sind kostenlos und vertraulich. Auch wer nur zuhören möchte, ist herzlich willkommen; oft hilft schon das Gefühl, nicht allein zu sein.
D
Besuchsdienst: Freiwillige besuchen ältere Menschen zu Hause, hören zu oder begleiten sie bei einem kurzen Spaziergang. So bekommen Angehörige etwas Luft, und niemand sitzt den ganzen Tag allein. Eine Einführung und die Versicherung über den Träger sind selbstverständlich. Sie bestimmen selbst, wie oft und wie lange ein Besuch stattfindet.
E
Hausnotruf-Beratung: Geräte vergleichen, Kosten prüfen und die Schlüsselregelung für den Notfall besprechen - alles an einem Termin. So ist im Ernstfall schnell Hilfe da. Denken Sie an Ihre letzte Abrechnung der Pflegekasse, falls vorhanden. Wir verkaufen kein bestimmtes Gerät, sondern helfen Ihnen, in Ruhe das passende zu wählen.
F
Pflegekurs zu Hause: An mehreren Terminen zeigen wir, wie man rückenschonend hebt, Medikamente übersichtlich organisiert und wichtige Notfallnummern griffbereit notiert. So fühlen Sie sich im Alltag sicherer. Der Kurs findet bei Ihnen zu Hause statt und ist kostenlos. Gern üben wir die Handgriffe gemeinsam an konkreten Situationen aus Ihrem Tag.
G
Demenz-Café: Bei Kaffee und gemeinsamem Singen entsteht eine warme, geduldige Atmosphäre, in der sich Betroffene und Angehörige wohlfühlen. Nebenbei beraten wir zu Hilfen und Entlastung. Eine Anmeldung ist nicht nötig, kommen Sie einfach vorbei. Auch Menschen mit beginnender Vergesslichkeit sind ausdrücklich willkommen; niemand wird auf seine Krankheit reduziert.
H
Kurzzeitpflege finden: Nach einem Krankenhausaufenthalt helfen wir Ihnen, freie Plätze zu finden, die Kosten zu klären und den Antrag richtig zu stellen. So überbrücken Sie die Zeit, bis es zu Hause wieder geht. Sagen Sie uns das voraussichtliche Entlassungsdatum. Je früher Sie sich melden, desto eher finden wir einen passenden Platz in der Nähe.
I
Wohnung anpassen: Bad, Schwellen, Haltegriffe – wir erklären, welche Umbauten den Alltag erleichtern und wie Sie einen Zuschuss beantragen. So bleibt das Wohnen länger sicher und selbstständig. Machen Sie vorab ein paar Fotos der schwierigen Stellen. Gemeinsam überlegen wir, welche kleine Veränderung am meisten bringt, bevor es teuer wird.
J
Entlastungsbetrag nutzen: Dass ihnen monatlich Geld für Haushaltshilfe und Betreuung zusteht, wissen viele gar nicht. Wir zeigen, wie Sie es abrufen und die Nachweise richtig einreichen. So geht kein Anspruch verloren. Bringen Sie Ihren letzten Bescheid der Pflegekasse mit. Wir füllen nichts heimlich aus, sondern zeigen Ihnen jeden Schritt.
Teil 4 - Meinungen verstehen
Arbeitszeit: 15 Minuten
Lesen Sie die Texte 20 bis 26. Wählen Sie: Ist die Person für persönliche Beratungsangebote zu Mitgliedschaft?
In einer Zeitschrift lesen Sie Leserbriefe zum Thema persönliche Beratungsangebote zu Mitgliedschaft.
LESERBRIEFE
Beispiel. Niko: Ich bin klar dafür. Im Gespräch lassen sich Missverständnisse sofort ausräumen, während man bei einem Brief oft nur raten kann, was eigentlich gemeint ist.
20. Nela: Eine kurze Beratung zur Mitgliedschaft halte ich für sehr sinnvoll. Beiträge, Kündigungsfristen und Ermäßigungen sind oft unübersichtlich, und im Gespräch wird schnell klar, worauf man sich einlässt. Mir hat das geholfen, die passende Gruppe zu finden. Wichtig ist, dass man vorher zweimal kostenlos ausprobieren kann, ohne sich gleich zu binden.
21. Jana: Ich brauche dafür keine Beratung. Was eine Mitgliedschaft kostet, steht auf dem Anmeldebogen, und ob mir ein Sport gefällt, merke ich beim Training selbst. Ein eigener Termin dafür ist überflüssig. Sinnvoller wäre, wenn die Vereine ihre Beiträge und Fristen von vornherein klar und verständlich auf einem Blatt darstellen würden.
22. Pavel: Ich bin skeptisch, ob es dafür ein eigenes Angebot braucht. Wer Sport machen will, geht einfach hin und fragt den Trainer. Ein zusätzlicher Beratungstermin macht die Sache komplizierter, als sie ist. Das Geld wäre besser in günstigere Beiträge gesteckt, denn am Preis scheitern viele eher als an fehlender Information.
23. Emilia: Für mich ist die persönliche Beratung der beste Einstieg. Man kann seine Situation schildern – etwa eine ärztliche Verordnung – und bekommt die passende Gruppe empfohlen, statt sich allein durchzufragen. Solange niemand zur Mitgliedschaft gedrängt wird, sehe ich nur Vorteile. Gerade für unsichere Anfänger nimmt das viel Hemmung.
24. Farid: So ein Angebot klingt freundlich, löst aber das eigentliche Problem nicht: Viele finden keine bezahlbare oder passende Gruppe in der Nähe. Wer abends arbeitet, kann an festen Trainingszeiten ohnehin selten teilnehmen. Mehr Hallenzeiten und günstigere Beiträge würden den Menschen mehr helfen als ein weiteres Beratungsgespräch.
25. Ivan: Ich unterstütze die Idee. Der Schritt in einen Verein fällt vielen schwer, und ein freundlicher Empfang entscheidet oft darüber, ob jemand dabeibleibt. Mir hat besonders gefallen, dass man zweimal in Ruhe schnuppern darf. Das nimmt den Druck. Die Vereine sollten solche niedrigschwelligen Angebote ausbauen und gut sichtbar ankündigen.
26. Valeria: Für mich überwiegt klar der Nutzen. Ein Vereinseintritt besteht aus vielen kleinen Fragen, und jemand, der sie geduldig beantwortet, ist viel wert. Mir hat es geholfen, vor der Anmeldung über die Kündigungsfrist Bescheid zu wissen. Solche Beratungen sollten überall selbstverständlich sein, damit niemand aus Unsicherheit gar nicht erst anfängt.
Teil 5 - Informationsblatt verstehen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie die Aufgaben 27 bis 30 und den Text dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Sie informieren sich über ein Informationsblatt zum Thema Berufssprache.
27. Wann findet der Kurs statt?
- a) Während des Urlaubs.
- b) Nur nachts.
- c) Nach der Arbeit.
28. Wer bezahlt die Teilnahme?
- a) Die Bibliothek.
- b) Die Nachbarn.
- c) Der Arbeitgeber.
29. Was sollen Teilnehmende mitbringen?
- a) Beispiele aus dem Arbeitsalltag.
- b) Eine Stromrechnung.
- c) Ein Fahrrad.
30. Worum geht es im Informationsblatt?
- a) Um Berufssprache.
- b) Um einen Leseausweis.
- c) Um Pflegegrad.
INFORMATIONSBLATT BERUFSSPRACHE
Dieses Blatt richtet sich an Beschäftigte, die sich im Berufsalltag sprachlich sicherer fühlen möchten. Es erklärt, wie der Lernabend im Betrieb abläuft.
Zeit: Der Kurs findet nach der Arbeit statt, damit er sich gut in den Arbeitstag einfügt. Die genauen Zeiten stimmen wir mit dem Betrieb ab.
Kosten: Die Teilnahme bezahlt der Arbeitgeber. Für Sie ist der Kurs damit kostenlos; gute Verständigung am Arbeitsplatz nützt schließlich allen.
Mitbringen: Bringen Sie Beispiele aus Ihrem Arbeitsalltag mit, etwa einen Aushang, eine E-Mail oder eine Arbeitsanweisung. An echten Texten lernt man am meisten.
Ablauf und Hinweise: In kleiner Gruppe üben wir Sprechen, Lesen und Schreiben für den Beruf, vom Teammeeting bis zur Schichtübergabe. Niemand wird bloßgestellt; Fehler gehören dazu. Eine Prüfung gibt es nicht. Wer zunächst nur schnuppern möchte, ist an einem offenen Abend willkommen.
Hören - ca. 40 Minuten
Audio-Datei: goethe-b1-model-11.mp3
Teil 1 - Kurze Texte
Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.
Text 1
1. Die Kita ist nach Ostern an zwei Tagen geschlossen.
richtigfalsch
2. Warum bleibt die Kita geschlossen?
- a) Wegen eines Feiertags.
- b) Wegen Renovierung.
- c) Wegen einer Fortbildung des Teams.
Text 2
3. Ein langer Abschied macht den Kindern den Start leichter.
richtigfalsch
4. Was hilft dem Kind beim Abschied?
- a) Ein Geschenk jeden Tag.
- b) Ein festes, kurzes Abschiedsritual.
- c) Ein langes Verabschieden.
Text 3
5. Bei der Tagespflege werden nur wenige Kinder betreut.
richtigfalsch
6. Was rät Jana zu tun?
- a) Heute noch dort anzurufen.
- b) Eine Woche zu warten.
- c) Eine andere Stadt zu suchen.
Text 4
7. Den Zuschuss bekommt man ganz ohne Nachweis.
richtigfalsch
8. Was soll man zum Antrag mitbringen?
- a) Ein Foto des Kindes.
- b) Eine alte Rechnung.
- c) Den letzten Einkommensnachweis.
Text 5
9. Beim Familiennachmittag kann man andere Familien kennenlernen.
richtigfalsch
10. Was kann man zum Familiennachmittag mitbringen?
- a) Stühle.
- b) Einen Kuchen.
- c) Eigenes Spielzeug.
Teil 2 - Eine Information verstehen
Sie hören einen längeren Informationstext einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
11. Was sollen die Eltern in den ersten Tagen der Eingewöhnung tun?
- a) Zu Hause bleiben.
- b) Mit in der Gruppe bleiben.
- c) Das Kind sofort allein lassen.
12. Bis wann soll man das Kind möglichst bringen?
- a) Bis neun Uhr.
- b) Bis Mittag.
- c) Bis zum Nachmittag.
13. Was muss man bei einer anderen Abholperson tun?
- a) Nichts sagen.
- b) Das Kind selbst holen.
- c) Es vorher mitteilen, am besten schriftlich.
14. Wann braucht die Kita ein ärztliches Attest?
- a) Nie.
- b) Wenn die Krankheit länger dauert.
- c) Schon am ersten Tag.
15. Was soll man bei Unverträglichkeiten tun?
- a) Es der Kita mitteilen.
- b) Selbst kochen.
- c) Nichts unternehmen.
Teil 3 - Ein Gespräch verstehen
Sie hören ein Gespräch einmal. Entscheiden Sie, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.
16. Herrn Peters' Sohn hat am Anfang jeden Morgen geweint.
richtigfalsch
17. Die Erzieherin rät zu einem langen Abschied.
richtigfalsch
18. Herr Peters bekommt von den Erzieherinnen Rückmeldung, wenn etwas ist.
richtigfalsch
19. In der Kita gibt es jeden Tag auch ein vegetarisches Gericht.
richtigfalsch
20. Eine frühere Abholung ist grundsätzlich nicht möglich.
richtigfalsch
21. Frau Horns Sohn wird nächste Woche zum ersten Mal gebracht.
richtigfalsch
22. Frau Horn fühlt sich nach dem Gespräch unsicherer als vorher.
richtigfalsch
Teil 4 - Diskussion
Sie hören eine Diskussion zweimal. Ordnen Sie die Aussagen zu: Wer sagt was?
- a) Moderator
- b) Frau Schmidt
- c) Herr Weber
23. An erster Stelle stehen gut ausgebildete und genügend Erzieherinnen und Erzieher.
abc
24. Viele Eltern arbeiten bis in den späten Nachmittag oder im Schichtdienst.
abc
25. Feste Bezugspersonen geben den Kindern Sicherheit.
abc
26. Eltern müssen sich auf verlässliche Betreuungszeiten verlassen können.
abc
27. Gute Betreuung muss für alle Familien bezahlbar bleiben.
abc
28. Ohne den Zuschuss hätte eine Familie mit drei Kindern sich die Betreuung nicht leisten können.
abc
29. In der Kita lernen Kinder Deutsch ganz natürlich beim Spielen mit den anderen.
abc
30. Heute geht es um Kinderbetreuung und was Kinder und Eltern brauchen.
abc
Hörtexte für Audio-Generierung
Hören Teil 1, Beispiel
Guten Tag, Frau Sander, hier ist die Kita Regenbogen. Wir möchten Sie an unseren Ausflug in den Tierpark am Freitag erinnern. Bitte geben Sie Ihrem Kind feste Schuhe, eine Regenjacke und eine kleine Brotzeit mit. Wir sind gegen fünfzehn Uhr wieder zurück. Falls Ihr Kind an diesem Tag nicht teilnehmen kann, sagen Sie uns bitte bis Donnerstag Bescheid. Eine Unterschrift für die Erlaubnis brauchen wir auch noch; das Formular liegt in der Garderobe. Vielen Dank und bis Freitag.
Hören Teil 1, Text 1
Sie hören eine Durchsage in einer Kita. Liebe Eltern, in der Woche nach Ostern bleibt unsere Kita am Montag und Dienstag geschlossen, weil das gesamte Team an einer Fortbildung teilnimmt. Bitte organisieren Sie für diese beiden Tage eine andere Betreuung für Ihr Kind. Ab Mittwoch sind wir wieder wie gewohnt für Sie da. Den genauen Plan mit allen Schließtagen des Jahres finden Sie an der Pinnwand im Eingang. Bei Fragen wenden Sie sich gern an die Gruppenleitung.
Hören Teil 1, Text 2
Im Radio läuft gerade folgender Tipp. Wenn Ihr Kind neu in die Kita kommt, hilft ein festes Abschiedsritual. Ein kurzes Winken am Fenster oder ein bestimmter Satz geben dem Kind Sicherheit. Wichtig ist, dass der Abschied kurz bleibt; ein langes Verabschieden macht es für alle schwerer. Vertrauen Sie darauf, dass sich Ihr Kind beruhigt, sobald Sie weg sind. Die Erzieherinnen melden sich, wenn es wirklich einmal nötig sein sollte.
Hören Teil 1, Text 3
Sie hören eine Nachricht von jemandem, den Sie kennen. Hallo, hier ist Jana. Du suchst doch noch einen Betreuungsplatz für die Kleine. Bei der Tagespflege im Nachbarhaus ist gerade ein Platz frei geworden. Eine Tagesmutter betreut dort nur wenige Kinder, das ist für die ganz Kleinen oft schöner als eine große Gruppe. Ruf am besten heute noch an, so etwas ist schnell weg. Die Nummer schicke ich dir gleich. Wenn du magst, gehen wir zusammen hin und schauen es uns an.
Hören Teil 1, Text 4
Sie hören eine Ansage im Familienbüro. Sehr geehrte Eltern, wir möchten Sie darauf hinweisen, dass Familien mit geringem Einkommen einen Zuschuss zu den Kita-Gebühren beantragen können. Das Formular bekommen Sie hier im Büro, und wir helfen Ihnen gern beim Ausfüllen. Bringen Sie dafür bitte den letzten Einkommensnachweis mit. Niemand soll aus finanziellen Gründen auf einen Betreuungsplatz verzichten müssen. Bei Fragen sind wir montags bis freitags am Vormittag für Sie da.
Hören Teil 1, Text 5
Sie hören eine Mitteilung der Kita-Leitung. Liebe Eltern, am nächsten Samstag laden wir Sie herzlich zu unserem Familiennachmittag ein. Von vierzehn bis siebzehn Uhr gibt es Spiele im Garten, eine Bastelecke sowie Kaffee und Kuchen. Wer einen Kuchen mitbringen möchte, trägt sich bitte in die Liste in der Garderobe ein. Es ist eine schöne Gelegenheit, die Erzieherinnen und die anderen Familien in entspannter Runde kennenzulernen. Wir freuen uns auf Sie und Ihre Kinder.
Hören Teil 2
Sie hören einen Vortrag bei einem Elternabend in der Kita. Es spricht die Kita-Leiterin, Frau Kraus. Guten Abend und herzlich willkommen. Schön, dass Sie alle gekommen sind, denn der Start in die Kita ist für die ganze Familie ein wichtiger Schritt, und ich möchte Ihnen heute erklären, wie wir das gemeinsam gut gestalten. Beginnen wir mit der Eingewöhnung. In den ersten Tagen bleiben Sie als Eltern bitte mit in der Gruppe, damit sich Ihr Kind langsam an uns und an den neuen Ort gewöhnen kann. Erst nach und nach ziehen Sie sich für kurze Zeit zurück. Wie lange das dauert, ist bei jedem Kind anders; manche brauchen wenige Tage, andere zwei oder drei Wochen. Bitte haben Sie Geduld und vergleichen Sie Ihr Kind nicht mit anderen. Ein zweiter Punkt sind die Bring- und Abholzeiten. Bringen Sie Ihr Kind möglichst bis neun Uhr, denn dann beginnt unser gemeinsamer Morgenkreis. Die Abholung ist je nach gebuchter Zeit gestaffelt; bitte halten Sie sich daran, damit der Tagesablauf für alle Kinder ruhig bleibt. Wenn sich einmal etwas ändert und Ihr Kind von einer anderen Person abgeholt wird, sagen Sie uns das bitte vorher, am besten schriftlich. Aus Sicherheitsgründen geben wir kein Kind an uns unbekannte Personen heraus. Drittens das Thema Krankheit. Wenn Ihr Kind krank ist, rufen Sie bitte morgens kurz an. Bei ansteckenden Krankheiten muss Ihr Kind zu Hause bleiben, zum Schutz der anderen Kinder. Ein ärztliches Attest brauchen wir erst, wenn die Krankheit länger dauert. Ein vierter Punkt ist die Ernährung. Wir kochen täglich frisch und bieten immer auch ein vegetarisches Gericht an. Bitte teilen Sie uns mit, wenn Ihr Kind etwas nicht verträgt oder bestimmte Speisen nicht essen darf. Eine Liste mit allen Zutaten hängt im Flur aus. Lassen Sie mich die Eingewöhnung an einem Beispiel verdeutlichen. Letztes Jahr hatten wir ein Kind, das in den ersten Tagen viel geweint hat. Die Mutter war verzweifelt und dachte schon, die Kita sei nichts für ihr Kind. Wir haben uns Zeit gelassen: Die Mutter ist anfangs länger geblieben und hat sich dann jeden Tag ein bisschen früher verabschiedet. Nach knapp zwei Wochen ist das Kind morgens fröhlich in die Gruppe gelaufen. Solche Geschichten erleben wir oft, und sie zeigen: Geduld lohnt sich. Geben Sie Ihrem Kind und sich selbst diese Zeit. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kleidung: Bitte beschriften Sie Jacken, Mützen und Wechselsachen mit dem Namen Ihres Kindes, dann findet jedes Kind seine Sachen schneller wieder. Und schließlich liegt mir die Zusammenarbeit am Herzen. Sprechen Sie uns bitte an, wenn Sie Sorgen haben oder etwas nicht verstehen. Gemeinsam finden wir fast immer eine gute Lösung, denn wir haben alle dasselbe Ziel: dass sich Ihr Kind bei uns wohlfühlt. Vielen Dank. Nun bin ich gespannt auf Ihre Fragen.
Hören Teil 3
Im Folgenden hören Sie ein Gespräch zwischen zwei Eltern, Frau Horn und Herrn Peters, die sich nach dem Elternabend unterhalten. Frau Horn: Und, wie geht es Ihrem Sohn in der Eingewöhnung? Mein Sohn wird nächste Woche zum ersten Mal gebracht. Herr Peters: Am Anfang war es schwierig, ehrlich gesagt. Er hat jeden Morgen geweint, und ich bin oft mit schlechtem Gewissen zur Arbeit gegangen. Frau Horn: Oh, das macht mir jetzt ein bisschen Angst. Genau davor fürchte ich mich. Herr Peters: Das müssen Sie nicht. Die Erzieherin hat mir gesagt, ein kurzer Abschied ist besser als ein langer. Seit ich mich schnell verabschiede, geht es viel besser. Frau Horn: Wirklich? Ich dachte immer, ich müsste so lange bleiben, bis er aufhört zu weinen. Herr Peters: Das dachte ich auch. Aber dann zieht sich der Abschied nur in die Länge. Jetzt winke ich am Fenster, und nach fünf Minuten spielt er schon wieder. Frau Horn: Das ist ja beruhigend. Woher wissen Sie, dass er sich wirklich beruhigt? Herr Peters: Die Erzieherinnen rufen an oder schreiben mir kurz, wenn etwas ist. Einmal haben sie mir sogar ein Foto geschickt, wie er fröhlich gemalt hat. Da war ich richtig erleichtert. Frau Horn: Das ist schön. Wie ist das denn mit dem Essen? Mein Sohn ist sehr wählerisch. Herr Peters: Es gibt jeden Tag mehrere Gerichte, auch ein vegetarisches. Am Anfang hat meiner auch gemeckert, aber inzwischen probiert er sogar Neues. In der Gruppe essen die Kinder oft besser als zu Hause. Frau Horn: Das beruhigt mich wirklich. Eine Sache noch: Wie läuft das, wenn ich ihn mal früher abholen muss? Herr Peters: Sagen Sie einfach morgens kurz Bescheid, dann ist er rechtzeitig fertig angezogen. Man muss nur vorher anrufen, dann klappt das problemlos. Frau Horn: Eine Sorge habe ich noch: Mein Sohn ist sehr anhänglich. Wird er sich überhaupt von mir lösen können? Herr Peters: Das war bei meinem genauso. Aber gerade anhängliche Kinder finden in der Gruppe oft schnell eine Bezugsperson, an die sie sich wenden. Frau Horn: Eine feste Bezugsperson, das beruhigt mich. Herr Peters: Ja, jedes Kind hat eine Erzieherin, die besonders für es zuständig ist. Die kennt Ihr Kind bald richtig gut. Frau Horn: Das klingt wirklich gut. Und wie lange hat die Eingewöhnung bei Ihnen gedauert? Herr Peters: Bei uns waren es etwa zwei Wochen. Bei manchen geht es schneller, bei anderen dauert es länger, machen Sie sich da keinen Stress. Frau Horn: Das nehme ich mir zu Herzen. Ich neige nämlich dazu, alles mit anderen zu vergleichen. Herr Peters: Das sollten Sie wirklich lassen, jedes Kind ist anders. Vertrauen Sie einfach darauf, dass es seinen eigenen Weg findet. Frau Horn: Gut zu wissen. Vielen Dank, dass Sie mir das alles so geduldig erklären. Ich fühle mich gleich viel sicherer. Herr Peters: Sehr gern. Glauben Sie mir, nach zwei Wochen ist das alles ganz normal. Und wenn Sie Fragen haben, wir sehen uns ja jetzt öfter morgens an der Tür. Frau Horn: Das ist ein schöner Gedanke. Dann freue ich mich, dass mein Sohn so nette Kinder und Eltern um sich hat.
Hören Teil 4
Moderator: Schön, dass Sie wieder dabei sind. Diesmal geht es um Kinderbetreuung und Familie und um die Frage, was Kinder und Eltern wirklich brauchen. Betreuungsplätze sind knapp, viele Eltern arbeiten, und die Ansprüche an eine gute Kita sind hoch. Bei mir sind Frau Schmidt, die eine Kita leitet, und Herr Weber, der Vater von drei Kindern und in einem Elternbeirat aktiv ist. Frau Schmidt, was macht für Sie eine gute Betreuung aus? Frau Schmidt: An erster Stelle stehen für mich gut ausgebildete und genügend Erzieherinnen und Erzieher. Die schönste Kita nützt wenig, wenn eine Person allein auf zu viele Kinder aufpassen muss. Kinder brauchen Menschen, die Zeit für sie haben, die zuhören und trösten können. Moderator: Sie sagen also, das Personal ist entscheidend? Frau Schmidt: Ganz klar. Eltern fragen oft nach Ausstattung und Räumen, und die sind auch wichtig. Aber das Herzstück sind die Menschen. Ein gutes Beispiel: Bei uns gibt es feste Bezugspersonen für jede Gruppe. Die Kinder wissen genau, an wen sie sich wenden können, und das gibt ihnen Sicherheit. Herr Weber: Da bin ich völlig bei Ihnen. Aus Elternsicht kommt aber noch etwas dazu: die Zeiten. Viele Eltern arbeiten bis in den späten Nachmittag oder im Schichtdienst. Wenn die Kita schon um vier Uhr schließt, hilft das wenig. Moderator: Sie wünschen sich flexiblere Öffnungszeiten? Herr Weber: Zumindest verlässliche. Es muss nicht rund um die Uhr sein, aber Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass die Betreuung da ist, wenn sie arbeiten. Sonst gerät die ganze Familie unter Druck. Frau Schmidt: Das stimmt, und gleichzeitig ist es ein Spagat. Längere Zeiten brauchen mehr Personal, und das fehlt oft. Hier ist auch die Politik gefragt, denn ohne genug Fachkräfte können wir die Wünsche nicht erfüllen. Moderator: Ein großes Thema sind die Kosten. Ist gute Betreuung nicht ein Luxus? Frau Schmidt: Das darf sie auf keinen Fall sein. Bildung beginnt in der Kita, und sie muss für alle Familien bezahlbar bleiben. Bei uns gibt es Zuschüsse für Familien mit wenig Einkommen, und das halte ich für sehr wichtig. Herr Weber: Dem stimme ich zu. Ein gutes Beispiel ist eine Familie aus unserem Viertel mit drei Kindern. Ohne den Zuschuss hätten sie sich die Betreuung nicht leisten können. So aber konnten beide Eltern arbeiten, und die Kinder sind glücklich in der Kita. Moderator: Wie wichtig ist die Sprache, gerade für Kinder, die zu Hause nicht Deutsch sprechen? Frau Schmidt: Sehr wichtig, und die Kita ist dafür ideal. Die Kinder lernen Deutsch hier ganz natürlich beim Spielen mit den anderen. Wir fördern das zusätzlich, aber der größte Lehrer ist der Alltag in der Gruppe. Herr Weber: Das sehe ich bei meinen eigenen Kindern. Mein Jüngster spricht heute fließend, einfach weil er jeden Tag mit den anderen redet und spielt. Moderator: Sollte man die Eltern stärker einbeziehen? Herr Weber: Unbedingt. Wenn Kita und Eltern zusammenarbeiten, profitieren die Kinder am meisten. Ein Elternbeirat, gemeinsame Feste, regelmäßige Gespräche, all das schafft Vertrauen. Frau Schmidt: Genau. Und wenn Eltern sich willkommen fühlen, kommen sie auch mit ihren Sorgen zu uns, bevor ein kleines Problem groß wird. Moderator: Ein Thema, das viele Eltern bewegt, ist der Mangel an Plätzen. Wie erleben Sie das? Frau Schmidt: Leider sehr deutlich. Wir haben lange Wartelisten und müssen oft Familien enttäuschen. Das tut weh, denn dahinter stehen echte Sorgen: Eltern, die nicht arbeiten können, weil sie keinen Platz finden. Herr Weber: Genau das ist für viele Familien existenziell. Eine Bekannte von mir konnte ein Jahr lang nicht in ihren Beruf zurück, einfach weil kein Platz frei war. Das darf eigentlich nicht sein. Moderator: Was müsste sich ändern? Frau Schmidt: Wir brauchen mehr Plätze, aber vor allem mehr Personal. Man kann nicht einfach Gruppen vergrößern, ohne genug Erzieherinnen. Der Beruf muss attraktiver werden, auch durch bessere Bezahlung. Herr Weber: Da stimme ich voll zu. Und man sollte den Beruf auch für Quereinsteiger öffnen und eine gute Ausbildung anbieten. Ein Beispiel: In unserer Kita hat eine frühere Krankenschwester umgeschult, und sie ist heute eine wunderbare Erzieherin. Frau Schmidt: Solche Wege sind sehr wertvoll. Wichtig ist nur, dass die Qualität stimmt und die Menschen gut begleitet werden. Moderator: Wie wichtig ist die frühe Förderung in der Kita überhaupt? Frau Schmidt: Sehr wichtig. In den ersten Jahren lernen Kinder enorm viel, spielerisch und ganz nebenbei. Eine gute Kita legt den Grundstein für die ganze spätere Schulzeit. Herr Weber: Und sie gleicht Unterschiede aus. Kinder aus Familien, die wenig vorlesen oder wenig Deutsch sprechen, bekommen hier dieselben Chancen wie alle anderen. Das halte ich für einen der größten Werte der Kita. Moderator: Wir kommen zum Schluss, bitte je ein letzter Satz. Frau Schmidt: Genug gut bezahlte Fachkräfte, damit wir den Kindern wirklich gerecht werden. Herr Weber: Und verlässliche, bezahlbare Betreuung für jede Familie, die sie braucht. Moderator: Zwei bedenkenswerte Wünsche. Herzlichen Dank Ihnen beiden für diese Einblicke.