Lesen - 65 Minuten
Das Modul Lesen hat fünf Teile. Sie lesen mehrere Texte und lösen Aufgaben dazu. Sie können mit jeder Aufgabe beginnen. Für jede Aufgabe gibt es nur eine richtige Lösung.
Teil 1 - Korrespondenz lesen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie den Text und die Aufgaben 1 bis 6 dazu. Wählen Sie: Sind die Aussagen richtig oder falsch?
E-Mail: Bürgerbüro
Hallo Clara,
du hast mir letzte Woche geschrieben, dass du dich im Moment mit dem Thema Ämter und Formulare beschäftigst. Beim Stichwort Versicherung musste ich sofort an eine Situation denken, die ich vor Kurzem erlebt habe. Zuerst wollte ich die Frage zu Bürgerbüro allein klären und habe mehrere Internetseiten gelesen. Danach verstand ich zwar mehr Wörter zu Versicherung, aber nicht, welcher Schritt für meinen Fall wirklich wichtig war. Besonders schwierig fand ich, dass bei Ämter und Formulare in jeder Information andere Begriffe standen und kleine Fristen leicht übersehen werden können.
Dann bekam ich diese Information: Das Bürgerbüro erinnert an einen Termin zur Formularhilfe. Bitte bringen Sie Ausweis, Briefe und vorhandene Kopien mit. Wer später kommt, muss eventuell warten. Erst war ich unsicher, ob sich der Weg zum Familienzentrum lohnt. Ich bin trotzdem hingegangen, weil ich bei Versicherung endlich nicht mehr nur raten wollte. Vorher habe ich mir drei Fragen notiert und die wichtigsten Papiere zu Bürgerbüro in eine Mappe gelegt. Das war gut, denn im Gespräch ging es dann nicht nur um allgemeine Tipps zu Ämter und Formulare. Die Mitarbeiterin fragte zuerst, was ich zu Versicherung schon verstanden hatte, und markierte dann nur die Punkte, die für meine Entscheidung wichtig waren.
Interessant war, dass mehrere andere Besucher ebenfalls praktische Fragen zu Ämter und Formulare hatten. Eine ältere Frau verstand einen Brief zu Bürgerbüro nicht, ein junger Vater fragte nach einer Frist, und ein Student wollte wissen, ob er eine Zusage schriftlich bestätigen lassen muss. Dadurch merkte ich, dass Angebote zu Versicherung nicht nur für Menschen gedacht sind, die gar nichts verstehen. Bei Versicherung reicht oft schon ein kurzer Hinweis, damit man wieder selbst weiterarbeiten kann.
Einige Dinge musste ich später noch einmal prüfen, aber ich wusste danach, an wen ich mich wegen Bürgerbüro wenden kann und welche Unterlagen fehlen. Genau das wünsche ich dir auch: nicht alles abgeben, sondern genug Orientierung zu Versicherung bekommen, damit du den nächsten Schritt ruhig planen kannst. Schreib dir auch kleine Zweifel zu Ämter und Formulare auf; oft sind gerade diese Fragen im Gespräch wichtig.
Wenn du möchtest, begleite ich dich am Donnerstag. Wir könnten vorher zusammen eine Liste mit Fragen zu Bürgerbüro schreiben und danach in Ruhe besprechen, was noch offen ist. Geh bitte nicht ohne Vorbereitung hin; sonst vergisst man bei Versicherung schnell die Hälfte.
Liebe Grüße aus Wien
Kemal
Beispiel. Die E-Mail berichtet von einer persönlichen Erfahrung.
richtigfalsch
1. Kemal schreibt, dass niemand im Gespräch helfen konnte.
richtigfalsch
2. Kemal schreibt, dass andere Besucher ebenfalls praktische Fragen hatten.
richtigfalsch
3. Nach dem Gespräch musste Kemal noch einzelne Punkte prüfen.
richtigfalsch
4. Das Gespräch bestand nur aus einem langen Vortrag ohne persönliche Fragen.
richtigfalsch
5. Nach dem Termin wusste Kemal weniger als vorher.
richtigfalsch
6. Das Gespräch half Kemal vor allem dabei, den nächsten Schritt zu erkennen.
richtigfalsch
Teil 2 - Pressetexte verstehen
Arbeitszeit: 20 Minuten
Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 7 bis 9 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Aus der Presse: Hilfe bei Betreuungszeiten
Eine neue Untersuchung im Stadtteil beschäftigt sich mit der Frage, wie Angebote zu Betreuungszeiten verständlicher werden können. Bei Betreuungszeiten liegt das nicht nur daran, dass manche Regeln komplizierter geworden sind. Viele Menschen müssen in diesem Bereich von Kinderbetreuung und Familie mehrere Dinge gleichzeitig organisieren: Arbeit, Familie, Termine bei Ämtern und digitale Formulare. Wenn dann ein Brief, ein Vertrag oder eine Einladung zu Kita kommt, bleibt oft wenig Zeit, alles in Ruhe zu lesen.
Aus diesem Grund hat das Familienzentrum ein neues Modell für Kinderbetreuung und Familie gestartet. Bürgerinnen und Bürger können kurze Fragen zu Betreuungszeiten stellen, Unterlagen sortieren und sich erklären lassen, welche Fristen wichtig sind. Eine Kita testet längere Öffnungszeiten für Eltern mit Schichtarbeit. Die Plätze sind begrenzt und werden nach Beratungsgesprächen vergeben. Neu ist, dass bei Kita nicht nur eine einzelne Stelle zuständig ist. Mitarbeitende aus Beratung, Verwaltung und Sprachkursen arbeiten zusammen. Wer einen Termin zu Betreuungszeiten bekommt, soll vorher die wichtigsten Unterlagen kopieren und auf einem Blatt notieren, was genau unklar ist.
Die ersten Erfahrungen mit Kinderbetreuung und Familie sind positiv. Nach Angaben der Stadt kommen besonders viele Menschen, die grundsätzlich gut zurechtkommen, aber bei einzelnen Formulierungen zu Betreuungszeiten unsicher sind. Die Beratung zu Kita ersetzt keine anwaltliche Hilfe und entscheidet auch nichts für die Besucher. Sie soll vor allem verhindern, dass Menschen aus Angst bei Kita gar nicht reagieren oder wichtige Termine verpassen.
Für den nächsten Monat plant die Stadt eine Auswertung zum Bereich Betreuungszeiten. Dabei soll nicht nur gezählt werden, wie viele Personen gekommen sind. Wichtiger ist, ob die Besucher danach wussten, an welche Stelle sie sich wegen Kita wenden müssen und welche Unterlagen noch fehlen. Auch die Verständlichkeit der schriftlichen Hinweise zu Kinderbetreuung und Familie soll geprüft werden, weil viele Rückfragen durch einfachere Sprache vermieden werden könnten.
Beispiel. In diesem Text geht es um ...
- a) ein neues Beratungsmodell im Alltag.
- b) einen privaten Reisebericht.
- c) eine Prüfung im Sprachkurs.
7. Warum wurde das neue Modell gestartet?
- a) Die Stadt will persönliche Beratung durch automatische Briefe ersetzen.
- b) Viele Menschen sind bei Unterlagen, Fristen oder Formulierungen unsicher.
- c) Alle zuständigen Stellen sollen nur noch telefonisch arbeiten.
8. Was ist an der Beratung neu?
- a) Die Beratung findet ausschließlich anonym im Internet statt.
- b) Mehrere Stellen arbeiten zusammen.
- c) Alle Besucher erhalten sofort eine verbindliche Entscheidung.
9. Was sollen Besucherinnen und Besucher vor einem Termin tun?
- a) Ihre Unterlagen endgültig im Büro abgeben.
- b) Kopien ordnen und die unklare Frage notieren.
- c) Zuerst eine schriftliche Prüfung bestehen.
Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 10 bis 12 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Bericht: Angebote müssen zum Alltag passen
Bei der zweiten Reihe von Angeboten zu Sport und Verein wurden die Einladungen bewusst kürzer formuliert. Einige Kurse zu Mitgliedschaft waren am Anfang sehr gut besucht, andere blieben fast leer. Die Organisatoren fanden schnell heraus, dass bei Sport und Verein nicht nur der Inhalt zählt. Die Uhrzeit, der Ort und die Sprache der Einladung entscheiden mit. Ein Flyer zu Probetraining mit vielen Fachwörtern schreckt eher ab, auch wenn das Angebot kostenlos ist.
Deshalb wurden die Informationen zu Mitgliedschaft verändert. Vereine helfen beim Ankommen in einer Stadt. Man lernt Menschen kennen und übernimmt Schritt für Schritt Verantwortung. Außerdem gibt es jetzt kurze Beispiele aus dem Alltag: eine E-Mail, ein Telefongespräch oder ein Formular, das viele Teilnehmende bei Probetraining wiedererkennen. In den Gruppen wird nicht nur erklärt, sondern auch geübt. Wer möchte, kann eine eigene Frage zu Sport und Verein mitbringen, muss sie aber nicht vor allen vorlesen.
Kritik gibt es trotzdem. Manche Teilnehmende wünschen sich bei Mitgliedschaft mehr Einzeltermine, andere finden die Anmeldung umständlich. Die Stadt will deshalb prüfen, ob es für Probetraining zusätzlich offene Sprechstunden am Abend geben kann. Für die Verantwortlichen ist klar: Ein gutes Angebot zu Probetraining muss nicht nur fachlich richtig sein, sondern auch zum Alltag der Menschen passen.
Eine Projektleiterin erklärt, dass besonders einfache Beispiele zu Sport und Verein gut funktionieren. Wenn die Teilnehmenden bei Mitgliedschaft eine Situation aus ihrem eigenen Leben erkennen, fragen sie schneller nach und behalten die Information länger. Deshalb sollen künftig echte Musterbriefe, kurze Dialoge und typische Fehler aus vergangenen Beratungen zu Mitgliedschaft stärker genutzt werden.
10. Warum wurden einige Angebote am Anfang wenig genutzt?
- a) Alle Angebote fanden nur für Fachpersonal statt.
- b) Einladungen waren schwer verständlich oder die Termine passten schlecht.
- c) Die Teilnehmenden mussten vorher teure Bücher kaufen.
11. Was wurde an den Informationen verändert?
- a) Sie nennen keine Termine mehr.
- b) Sie werden nur noch mündlich im Amt erklärt.
- c) Sie enthalten mehr Alltagssprache und wiedererkennbare Beispiele.
12. Warum sollen mehr Musterbriefe und Dialoge genutzt werden?
- a) Damit die Gruppen keine Fragen mehr stellen müssen.
- b) Damit Einzeltermine grundsätzlich abgeschafft werden können.
- c) Teilnehmende erkennen dadurch eigene Situationen schneller wieder.
Teil 3 - Anzeigen zuordnen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie die Situationen 13 bis 19 und die Anzeigen A bis J aus verschiedenen deutschsprachigen Medien. Wählen Sie: Welche Anzeige passt zu welcher Situation? Sie können jede Anzeige nur einmal verwenden. Die Anzeige aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden. Für eine Situation gibt es keine passende Anzeige. In diesem Fall schreiben Sie 0.
Mehrere Personen suchen passende Informationen oder Angebote zum Thema Bankgeschäfte und Sicherheit.
Beispiel. Sie möchten die Banking-App sicher einrichten. Anzeige: B
13. Sie beginnen eine Ausbildung und möchten ein Konto eröffnen.
14. Sie wollen sich vor falschen Bankanrufen schützen.
15. Sie möchten wissen, wie ein Dauerauftrag beim Sparen helfen kann.
16. Sie möchten eine Überweisung am Automaten üben.
17. Sie haben Fragen zu einer Kontovollmacht.
18. Ihre Bankkarte ist weg und Sie müssen sie sofort sperren lassen.
19. Sie suchen eine Beratung zu Kitaplätzen.
A
Bankkarten-Notdienst: Karte sperren, Ersatzkarte bestellen und verdächtige Abbuchungen melden. Treffpunkt ist am Seiteneingang neben der Cafeteria. Bitte zehn Minuten vorher kommen. Im Aushang steht, ob das Angebot für Einzelpersonen, Familien oder kleine Gruppen gedacht ist. Vor Ort hängt ein Plan mit Raum und Ausgang. Wer einen Platz bekommt, erhält eine Nummer für den Wartebereich.
B
Online-Banking Einführung: App einrichten, TAN prüfen und sichere Passwörter nutzen. Keine echten Passwörter im Kurs. Material wird gestellt; eigene Unterlagen können als Kopie mitgebracht werden. Für Gruppen werden Stühle und Arbeitsblätter vorbereitet; deshalb muss die genaue Personenzahl genannt werden. Zwischen zwei Gesprächen wird der Raum kurz gelüftet. Für den Rückruf muss eine gut lesbare Telefonnummer hinterlassen werden.
C
Haushaltsbuch-Kurs: Einnahmen, feste Kosten und kleine Sparziele aufschreiben. Der erste Termin ist kostenlos. Danach kostet ein Folgetermin 4 Euro. Vor Beginn werden Namen und Anliegen auf einer Liste notiert; die Liste wird nach dem Termin vernichtet. Kurzfristige Änderungen werden auf der Internetseite bekannt gegeben. Eigene Notizen sind erlaubt; Tonaufnahmen sind im Beratungsraum nicht möglich.
D
Schuldnerberatung Ersttermin: Überblick über Mahnungen, Raten und wichtige Briefe. Kostenlos und vertraulich. Bei Absage bitte bis 12 Uhr anrufen, damit der Platz weitergegeben werden kann. Bitte bringen Sie Ausweis, aktuelle Schreiben und eine Telefonnummer mit. Originale werden nur angesehen und nicht im Büro behalten. Die Kontaktperson prüft vorab nur Termin und Raum, keine privaten Unterlagen. Das Büro bittet darum, nur ein Anliegen pro Termin vorzubereiten.
E
Geldautomat erklärt: Überweisung, Kontoauszug und Bargeldabhebung praktisch üben. Kontakt: Frau Schneider, Telefon 030 48 21 74, erreichbar vormittags. Wenn eine andere Stelle zuständig ist, gibt das Büro Adresse, Öffnungszeit und eine Telefonnummer weiter. Nach dem Termin werden keine Originalunterlagen im Büro aufbewahrt. Der nächste Zusatztermin wird am Freitag auf dem schwarzen Brett veröffentlicht.
F
Vortrag Telefonbetrug: Falsche Bankanrufe erkennen und richtig reagieren. Der Raum ist mit dem Aufzug erreichbar. Kinderwagen können neben der Garderobe stehen. Eine Begleitperson darf mitkommen, wenn sie beim Übersetzen oder Sortieren der Unterlagen hilft. Wer zu spät kommt, meldet sich zuerst am Empfang. Bei großem Andrang werden kurze Anliegen vor längeren Fällen bearbeitet.
G
Konto für Auszubildende: Unterlagen prüfen, Gebühren vergleichen und Fragen stellen. Teilnehmende erhalten am Ende ein Blatt mit Adressen, Öffnungszeiten und Telefonnummern. Längere Einzelfälle bekommen einen separaten Termin; die offene Stunde bleibt für kurze Anliegen reserviert. Rückmeldungen können auf einer Karte in den Briefkasten geworfen werden. Für Nachfragen liegt eine Karte mit Telefonnummer und Sprechzeiten aus.
H
Fahrradversicherung: Leistungen, Selbstbeteiligung und Schadenmeldung verstehen. Für Gruppen ab fünf Personen gibt es einen Zusatztermin am Donnerstagabend. Wer nur eine kurze Frage hat, kann diese am Empfang auf eine Karte schreiben und später telefonisch klären. Kosten, Raum und Uhrzeit stehen zusätzlich auf einem Aushang. An der Tür steht eine Liste mit den nächsten freien Zeiten.
I
Sparen für Familien: Dauerauftrag, Notreserve und kleine monatliche Beträge planen. E-Mails werden innerhalb von zwei Werktagen beantwortet; persönliche Daten bitte erst zum Termin mitbringen. Es werden Musterbriefe, Formulare und kurze Dialoge benutzt, die direkt zum genannten Angebot passen. Bei Sprachproblemen kann eine zweisprachige Wortliste vorbereitet werden. Eine zweite Person kann zuhören, wenn sie vorher am Empfang genannt wird.
J
Beratung Vollmacht: Wer darf im Notfall auf das Konto zugreifen? Termin mit Ausweis. Termin: Montag, 17.30 Uhr, Raum 204. Anmeldung bis Freitag über das Kursbüro. Personen mit geringem Einkommen können Material kostenlos erhalten, wenn sie einen aktuellen Nachweis zeigen. Die genaue Wegbeschreibung steht in der Terminbestätigung. Die Teilnahmebestätigung kann direkt nach dem Treffen mitgenommen werden.
Teil 4 - Meinungen verstehen
Arbeitszeit: 15 Minuten
Lesen Sie die Texte 20 bis 26. Wählen Sie: Ist die Person für persönliche Beratungsangebote zu Telefonbetrug?
In einer Zeitschrift lesen Sie Leserbriefe zum Thema persönliche Beratungsangebote zu Telefonbetrug.
LESERBRIEFE
Beispiel. Niko: Ich finde Beratungsangebote zu Telefonbetrug hilfreich, wenn sie praktisch bleiben. Wer einen Brief oder ein Formular zu Polizeiberatung nicht versteht, sollte die Frage in Ruhe zeigen können.
20. Wassim: Für Telefonbetrug brauche ich keine Beratung im Büro. Eine Hotline und ein gut aufgebautes Formular mit Beispielen zu Polizeiberatung würden für meine Fragen völlig reichen. Außerdem sind feste Termine zu Telefonbetrug für Berufstätige und Alleinerziehende oft unpraktisch. Für schwierige Fälle zu Polizeiberatung soll es Hilfe geben, aber der normale Alltag braucht vor allem verlässliche schriftliche Regeln.
21. Valeria: Ich unterstütze solche Angebote zu Sicherheit in der Stadt, weil viele Menschen aus Unsicherheit gar nicht handeln. Ein kurzes Gespräch kann bei Polizeiberatung verhindern, dass eine Frist verstreicht oder ein falsches Formular abgegeben wird. Ich finde auch Gruppenübungen zu Telefonbetrug gut, wenn danach noch kurze Einzelgespräche möglich sind. Für mich ist entscheidend, dass die Beratung zu Polizeiberatung konkrete Unterlagen ansieht und nicht nur allgemeine Regeln wiederholt.
22. Livia: Gerade bei Telefonbetrug reicht ein Informationsblatt oft nicht. Ich möchte bei Polizeiberatung zeigen können, was ich nicht verstehe, und direkt eine Antwort auf meine konkrete Frage bekommen. Ein Beispiel mit echten Unterlagen zu Polizeiberatung ist für mich viel verständlicher als eine lange Liste mit Regeln. Wenn die Stadt dafür feste Zeiten anbietet, werden bei Sicherheit in der Stadt auch Nachbarn erreicht, die sich sonst nicht trauen zu fragen.
23. Esther: Ich finde Termine zu Telefonbetrug oft zu allgemein. Man sitzt mit vielen anderen dort und bekommt keine verbindliche Entscheidung zu Polizeiberatung, sondern nur Hinweise, die man auch lesen könnte. Eine persönliche Beratung zu Telefonbetrug ohne verbindliche Auskunft löst für mich das Problem nicht. Statt neuer Sprechstunden zu Telefonbetrug sollten die Stellen ihre Briefe klarer schreiben und Beispiele direkt daneben stellen.
24. Selim: Persönliche Beratung zu Telefonbetrug sollte es unbedingt geben. Besonders Menschen, die wenig Deutsch sprechen oder zum ersten Mal mit Sicherheit in der Stadt zu tun haben, brauchen eine ruhige Erklärung. Deshalb sollten Städte Angebote zu Sicherheit in der Stadt ausbauen und gut sichtbar ankündigen. Ohne dieses Gespräch zu Telefonbetrug würden viele Leute aus Scham warten, bis aus einer kleinen Frage ein teures Problem wird.
25. Mina: Ich bin gegen zusätzliche persönliche Beratungen zu Telefonbetrug. Gute schriftliche Informationen mit Beispielen zu Polizeiberatung würden mir mehr helfen als ein weiterer Termin im vollen Alltag. Das Geld sollte bei Telefonbetrug lieber in verständliche Briefe und aktuelle Internetseiten investiert werden. Außerdem bleiben Angebote zu Sicherheit in der Stadt leicht bei denen hängen, die ohnehin schon viele Beratungsstellen kennen.
26. Nela: Ich halte persönliche Angebote zu Sicherheit in der Stadt für sehr sinnvoll. Man bekommt nicht nur Informationen, sondern kann bei Polizeiberatung auch üben, wie man am Telefon, im Büro oder in einer E-Mail richtig reagiert. Nach dem Gespräch über Polizeiberatung sollte man eine kurze Notiz bekommen, damit man zu Hause nichts verwechselt. Besonders gut finde ich, wenn man am Ende weiß, welche Telefonnummer oder welches Formular für Polizeiberatung wirklich wichtig ist.
Teil 5 - Informationsblatt verstehen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie die Aufgaben 27 bis 30 und den Text dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Sie informieren sich über ein Informationsblatt zum Thema Repair-Café.
27. Was ist erforderlich?
- a) Ein Arbeitsvertrag.
- b) Eine Monatskarte.
- c) Eine Anmeldung.
28. Was muss selbst bezahlt werden?
- a) Kaffee.
- b) Ersatzteile.
- c) Die Beratung.
29. Was ist kostenlos?
- a) Kaffee und Beratung.
- b) Alle Ersatzteile.
- c) Die Reparatur zu Hause.
30. Worum geht es im Informationsblatt?
- a) Um das Repair-Café.
- b) Um eine Kita.
- c) Um E-Books.
INFORMATIONSBLATT REPAIR-CAFÉ
Allgemein: Dieses Informationsblatt gilt für alle Besucherinnen und Besucher, die Fragen zum Thema Repair-Café oder zu einer damit verbundenen Alltagssituation haben. Die erste Beratung zu Werkstatttermin ist kostenlos und dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten. Sie ersetzt bei Repair-Café keine anwaltliche Vertretung und keine Entscheidung einer Behörde. Die Mitarbeitenden erklären Formulierungen zu Reparaturen und Handwerk, sortieren Unterlagen und weisen auf mögliche nächste Schritte hin.
Besondere Regelung: Im Informationsblatt zum Repair-Café steht: Eine Anmeldung ist erforderlich. Ersatzteile müssen selbst bezahlt werden. Kaffee und Beratung sind kostenlos. Bitte lesen Sie diesen Abschnitt zu Repair-Café besonders genau, weil dort steht, welche Bedingungen für das konkrete Angebot gelten. Wenn eine Regel nur für bestimmte Personen gilt, wird sie im Beratungsgespräch zu Werkstatttermin noch einmal erklärt.
Sprechzeiten: Die offene Sprechstunde zu Repair-Café findet jeden Mittwoch von 15.00 bis 18.00 Uhr in Beratungszimmer 2 statt. Einzelpersonen mit kurzen Fragen zu Werkstatttermin können ohne Anmeldung kommen. Gruppen ab fünf Personen sowie Personen, die bei Reparaturen und Handwerk Übersetzung oder Kinderbetreuung benötigen, müssen sich spätestens zwei Werktage vorher telefonisch anmelden. Wer mehr als 15 Minuten zu spät kommt, kann seinen Termin verlieren, wenn andere Personen wegen Reparaturen und Handwerk warten.
Unterlagen: Bitte bringen Sie Briefe, Verträge, Rechnungen oder andere Dokumente zu Werkstatttermin als Kopie mit. Originale bleiben bei Fragen zu Repair-Café immer bei den Besucherinnen und Besuchern. Wenn Sie zu Werkstatttermin keine Kopien haben, können vor Ort bis zu fünf Seiten kostenlos kopiert werden; für weitere Kopien fällt eine kleine Gebühr an. Notieren Sie vorher höchstens drei Fragen zu Reparaturen und Handwerk, damit die Beratung in der vorgesehenen Zeit möglich bleibt.
Hinweise: Für eine Materialmappe mit Beispielen und Checklisten zu Repair-Café werden 3 Euro berechnet. Personen mit geringem Einkommen können die Mappe zu Werkstatttermin kostenlos erhalten, wenn sie einen aktuellen Nachweis zeigen. Bei Krankheit oder Verhinderung genügt eine kurze Nachricht per E-Mail mit dem Stichwort Werkstatttermin.
Datenschutz und Rückmeldung: Persönliche Daten werden bei Repair-Café nur für Terminvergabe, Rückfragen und interne Statistik genutzt. Nach Abschluss der Beratung können Besucherinnen und Besucher freiwillig einen kurzen Rückmeldebogen zu Werkstatttermin ausfüllen. Dort wird gefragt, ob die Erklärung verständlich war und ob zu Reparaturen und Handwerk noch weitere Hilfe benötigt wird.
Hören - ca. 40 Minuten
Audio-Datei: goethe-b1-model-08.mp3
Teil 1 - Kurze Texte
Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.
Text 1
1. Die Person soll ihre Originalunterlagen abgeben.
richtigfalsch
2. Was soll die Person tun?
- a) Die Originalunterlagen vorher schicken.
- b) Noch heute zurückrufen.
- c) Zum alten Termin ohne Rückmeldung kommen.
Text 2
3. Das Treffen wird wegen Regen abgesagt.
richtigfalsch
4. Was soll die andere Person mitbringen?
- a) Eine Namensliste und einen Stift.
- b) Einen Ausdruck mit Fahrzeiten.
- c) Getränke für die ganze Gruppe.
Text 3
5. Die Veranstaltung beginnt später als geplant.
richtigfalsch
6. Welchen Eingang sollen die Besucher benutzen?
- a) Den Haupteingang trotz Baustelle.
- b) Den Eingang beim Parkplatz am Schwimmbad.
- c) Den Nebeneingang in der Gartenstraße.
Text 4
7. Der Zug nach Köln fährt heute von einem anderen Gleis.
richtigfalsch
8. Wann fährt die nächste Verbindung, wenn man den Anschluss verpasst?
- a) Direkt nach Ankunft des verspäteten Zuges.
- b) Um 13.20 Uhr.
- c) Zur planmäßigen Zeit vom alten Gleis.
Text 5
9. Am Nachmittag kann es regnen.
richtigfalsch
10. Was wird Personen empfohlen, die nachmittags draußen sind?
- a) Eine Regenjacke mitzunehmen.
- b) Erst am Abend draußen zu bleiben.
- c) Nur auf den Wetterbericht von morgen zu achten.
Teil 2 - Eine Information verstehen
Sie hören einen längeren Informationstext einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
11. Was machen die Teilnehmenden am Anfang der Veranstaltung?
- a) Die Besucher sortieren zuerst ihre Briefe nach Datum und Absender.
- b) Sie tragen sich direkt für Einzeltermine ein.
- c) Sie besprechen sofort ihre privaten Fälle.
12. Woran arbeitet die Gruppe im zweiten Teil?
- a) Sie schreibt einen echten Antrag für eine Person.
- b) Sie hört nur einen Vortrag ohne Übungen.
- c) Übt die Gruppe, wo Aktenzeichen, Frist und zuständige Stelle stehen.
13. Was gilt bei dieser Veranstaltung für die Unterlagen?
- a) Unterlagen müssen vor Beginn abgegeben werden.
- b) Ausweis und aktuelle Briefe sollen mitgebracht werden, Originale bleiben beim Besitzer.
- c) Originale werden in der Gruppe herumgereicht.
14. Welches Zusatzangebot wird genannt?
- a) Später zeigt ein Mitarbeiter, wie man online einen Termin verschiebt.
- b) Ein zusätzlicher Einzeltermin für alle Teilnehmenden.
- c) Eine allgemeine Führung ohne Bezug zum Thema.
15. Was bekommen die Teilnehmenden am Ende?
- a) Nur eine Teilnahmebestätigung ohne weitere Hinweise.
- b) Eine Liste mit den privaten Fragen der Gruppe.
- c) Alle bekommen eine kurze Anleitung für sichere E-Mails an Ämter.
Teil 3 - Ein Gespräch verstehen
Sie hören ein Gespräch einmal. Entscheiden Sie, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.
16. Daria fand den Termin praktischer als erwartet.
richtigfalsch
17. Daria hatte erwartet, dass jemand den ganzen Antrag für sie ausfüllt.
richtigfalsch
18. Daria hat Originalunterlagen in der Gruppe herumgereicht.
richtigfalsch
19. Ein Formularfeld passte nicht zu ihrer Situation.
richtigfalsch
20. Daria soll eine Rückfrage an die zuständige Sachbearbeitung schreiben.
richtigfalsch
21. Daria möchte das Zusatzangebot auf keinen Fall besuchen.
richtigfalsch
22. Matteo will nach freien Plätzen fragen.
richtigfalsch
Teil 4 - Diskussion
Sie hören eine Diskussion zweimal. Ordnen Sie die Aussagen zu: Wer sagt was?
- a) Frau Osman
- b) Herr Richter
- c) Moderatorin
23. In der Sendung geht es um Hilfe bei Behördenpost.
abc
24. Persönliche Beratung kann konkrete Unsicherheiten klären.
abc
25. Digitale Informationen sind eine sinnvolle Ergänzung.
abc
26. Praktische Beispiele machen das Thema verständlicher.
abc
27. Gemeinsames Üben in der Gruppe kann Hemmungen abbauen.
abc
28. Auch Kosten, Zeiten und klare organisatorische Hinweise sind wichtig.
abc
29. Das Angebot hat Grenzen und darf keine falschen Erwartungen wecken.
abc
30. Ein gutes Angebot braucht verständliche Informationen, passende Zeiten und klare Grenzen.
abc
Hörtexte für Audio-Generierung
Hören Teil 1, Beispiel
Hallo Lena, hier ist Markus. Ich wollte dir nur schnell sagen, dass unser Treffen am Samstag leider erst um sechs Uhr abends klappt und nicht schon um vier. Ich muss vorher noch meine Schwester vom Bahnhof abholen. Der Rest bleibt wie besprochen: Wir treffen uns am Eingang, ich bringe die Karten mit, und danach gehen wir zusammen etwas essen. Ruf mich kurz an, wenn das für dich ein Problem ist. Bis dann!
Hören Teil 1, Text 1
Sie hören eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter. Guten Tag, hier ist die Kfz-Werkstatt Berger. Sie hatten für Donnerstag einen Termin bei uns. Der Termin kann stattfinden, aber die Uhrzeit ändert sich auf 11.30 Uhr. Bitte rufen Sie heute noch kurz zurück, damit wir wissen, ob Sie kommen können. Bringen Sie bitte keine Originale mit; Kopien genügen für das Gespräch. Wenn Sie die Unterlagen vergessen, bekommen Sie nur eine allgemeine Auskunft. Unser Empfang ist heute bis 17 Uhr besetzt; danach können Sie Ihre Rückmeldung auch auf den Anrufbeantworter sprechen.
Hören Teil 1, Text 2
Sie hören eine private Nachricht. Hallo, hier ist Matteo. Kurz wegen morgen: Wir treffen uns nicht am üblichen Ort, sondern am Brunnen im Stadtpark. Ich bringe Getränke mit. Kannst du bitte die Liste mit den Namen ausdrucken und einen Stift mitbringen? Falls es regnet, gehen wir sofort hinein. Melde dich kurz, ob du es bis 17.00 Uhr schaffst. Ich bin wahrscheinlich zehn Minuten früher da und warte direkt am Eingang, damit niemand die Gruppe suchen muss.
Hören Teil 1, Text 3
Sie hören eine Meldung im Lokalradio. In Bonn findet heute eine Veranstaltung mit dem Titel "Lange Nacht der Museen" statt. Wegen Bauarbeiten ist die Straße vor dem Eingang gesperrt. Besucherinnen und Besucher sollen den Nebeneingang in der Gartenstraße benutzen. Die Veranstaltung beginnt pünktlich um 13.30 Uhr. Wer mit dem Auto kommt, nutzt bitte den Parkplatz am Schwimmbad; direkt vor dem Gebäude gibt es keine Parkplätze. Freiwillige zeigen den Weg vom Parkplatz zum Eingang und beantworten kurze organisatorische Fragen.
Hören Teil 1, Text 4
Sie hören eine Durchsage am Bahnhof. Der Regionalzug nach Köln, planmäßige Abfahrt 12.50 Uhr, fährt heute von Gleis 11 statt von Gleis 7. Reisende mit Fahrrädern steigen bitte im hinteren Zugteil ein. Der Anschlussbus wartet nicht auf verspätete Züge. Die nächste Verbindung fährt um 13.20 Uhr. Fahrgäste mit wenig Umsteigezeit wenden sich bitte an die Information. Dort erhalten Sie auch eine Bestätigung, falls Sie wegen der Änderung einen Termin verpassen.
Hören Teil 1, Text 5
Sie hören den Wetterbericht. Am Vormittag bleibt es im Westen meist trocken. Gegen Nachmittag ziehen von Westen Schauer auf. Wer draußen unterwegs ist, sollte eine Regenjacke mitnehmen. Am Abend wird es kühler, die Temperaturen sinken auf 17 bis 12 Grad, aber der Wind lässt nach. Für morgen meldet der Wetterdienst wieder freundlicheres Wetter. Besonders Radfahrerinnen und Radfahrer sollten am Nachmittag mehr Zeit einplanen, weil die Straßen kurz rutschig werden können.
Hören Teil 2
Sie besuchen eine Informationsveranstaltung zum Thema Versicherung. Ort ist: Bürgerbüro Mitte. Zu Beginn spricht Herr Lehmann.
Guten Tag und herzlich willkommen. Schön, dass Sie pünktlich da sind. Wir beginnen nicht mit einem langen Vortrag. Stattdessen sortieren die Besucher zuerst ihre Briefe nach Datum und Absender. Bitte schreiben Sie nur eine Sache auf, damit wir die Fragen später gut sortieren können. Wer noch unsicher ist, kann sich ein Beispiel auf dem Tisch ansehen.
Der heutige Ablauf ist so geplant, dass Sie nach jedem Schritt kurz prüfen können, ob Sie alles verstanden haben. Niemand muss sofort vor der ganzen Gruppe sprechen. Wenn Ihnen ein Wort fehlt, zeigen Sie einfach auf die Karte mit den Beispielsätzen; dann formuliere ich die Frage noch einmal langsamer.
Im zweiten Teil arbeiten wir mit kurzen Alltagssituationen. Dabei übt die Gruppe, wo Aktenzeichen, Frist und zuständige Stelle stehen. Sie müssen keine privaten Probleme vor der ganzen Gruppe erklären. Es geht darum, wichtige Informationen zu erkennen, passende Rückfragen zu formulieren und nicht vorschnell eine falsche Entscheidung zu treffen.
Nach der Pause treffen wir uns um 16.20 Uhr in der Werkstatt 2. Bitte kommen Sie pünktlich zurück, denn dann beginnt der praktische Teil. Ausweis und aktuelle Briefe sollen mitgebracht werden, Originale bleiben beim Besitzer. Für persönliche Fragen gibt es hinten im Raum eine Liste für kurze Einzeltermine. Diese Liste wird nach der Pause geschlossen, damit für jedes Gespräch genug Zeit bleibt.
Außerdem gibt es heute ein Zusatzangebot: Später zeigt ein Mitarbeiter, wie man online einen Termin verschiebt. Dieses Angebot ist freiwillig, aber besonders hilfreich, wenn Sie das Thema noch nie praktisch geübt haben. Wer daran teilnehmen möchte, bleibt nach dem Hauptteil einfach im Raum.
Bitte beachten Sie auch die kleine Übersicht an der Wand. Dort stehen die wichtigsten Zeiten, die Ansprechpartner und die Telefonnummer für Rückfragen. Wenn Sie heute früher gehen müssen, tragen Sie sich trotzdem in die Anwesenheitsliste ein, damit wir Ihnen die Unterlagen später zuschicken können.
Noch ein Hinweis zu den Kosten: Die Formularhilfe ist kostenlos, Kopien können aber etwas kosten. Bitte bezahlen Sie nichts im Kursraum, sondern wenden Sie sich bei Fragen an den Empfang. Dort bekommen Sie auch eine Quittung, falls Sie eine brauchen.
Am Ende gilt: Alle bekommen eine kurze Anleitung für sichere E-Mails an Ämter. Wenn Sie später noch eine Frage haben, schreiben Sie in der ersten E-Mail bitte keine sensiblen Daten. Nennen Sie nur Ihr Thema und eine Telefonnummer für den Rückruf.
Hören Teil 3
Sie sitzen nach einem Termin im Wartebereich und hören, wie sich Daria und Matteo unterhalten.
Matteo: Hallo Daria, du hast doch gerade eine Formularhilfe im Bürgerbüro besucht. Wie war es?
Daria: Besser als gedacht. Ich hatte vorher etwas anderes erwartet: dass jemand den ganzen Antrag für sie ausfüllt. Aber es war viel praktischer.
Matteo: Was war für dich am wichtigsten?
Daria: Ich habe gelernt, wo das Aktenzeichen steht und welche Frist zählt. Das hätte ich allein wahrscheinlich übersehen.
Matteo: Hattest du Unterlagen dabei?
Daria: Ja, den Ausweis und zwei aktuelle Briefe. Die Mitarbeiterin hat aber gleich gesagt, dass Originale nicht in der Gruppe herumgegeben werden.
Matteo: Das ist vernünftig. Gab es ein konkretes Problem?
Daria: Ja, ein Formularfeld passte nicht zu ihrer Situation. Ich wusste nicht, was zuerst erledigt werden muss.
Matteo: Und was machst du jetzt?
Daria: Ich soll eine Rückfrage an die zuständige Sachbearbeitung schreiben. Außerdem soll ich nicht alles am Handy schnell schreiben, sondern zu Hause in Ruhe einen Entwurf machen.
Matteo: Hat man dir auch erklärt, wie du kontrollieren kannst, ob der nächste Schritt wirklich passt?
Daria: Ja. Ich soll zuerst die wichtigsten Daten markieren und dann prüfen, ob eine Frist genannt wird. Wenn ich unsicher bin, soll ich lieber einmal nachfragen, statt eine falsche Nachricht zu schicken.
Matteo: Das klingt nach viel Arbeit. Hast du das im Termin allein machen müssen?
Daria: Nein, wir haben ein Beispiel gemeinsam angesehen. Danach sollte jede Person kurz sagen, welche Information im eigenen Fall zuerst wichtig ist. So konnte man merken, ob man den Ablauf verstanden hat.
Matteo: Klingt hilfreich. Wurde auch etwas für später empfohlen?
Daria: Ja, nächste Woche gibt es noch ein Zusatzangebot, nämlich eine Smartphone-Sprechstunde für Online-Termine. Ich möchte hingehen, aber nur, wenn der Termin abends ist.
Matteo: Dann frage ich gleich, ob noch Plätze frei sind.
Daria: Frag bitte auch, ob man eigene Beispiele mitbringen darf. Dann kann ich genau an meinem Fall üben.
Matteo: Ich frage auch, wie lange der Termin dauert. Wenn er nicht zu spät endet, komme ich vielleicht mit.
Daria: Das wäre gut. Zu zweit achtet man auf mehr Details, und ich vergesse dann nicht so schnell, welche Frage ich stellen wollte.
Matteo: Schreib dir am besten heute Abend noch drei Punkte auf. Dann kannst du beim nächsten Termin direkt sagen, was du brauchst.
Daria: Das mache ich. Die Beraterin hat auch gesagt, dass kurze Stichwörter besser sind als ein langer Text, weil man dann schneller zum eigentlichen Problem kommt.
Matteo: Gute Idee. Ich finde es angenehm, dass die Beratung nicht einfach alles für einen erledigt, sondern erklärt, wie man selbst weiterkommt.
Daria: Genau. Früher hätte ich vielleicht zu lange gewartet, weil ich Angst vor einem Fehler hatte. Jetzt weiß ich wenigstens, was der nächste Schritt ist.
Matteo: Dann sag mir später Bescheid, ob du für den Workshop angemeldet bist.
Daria: Mache ich. Und wenn es keinen Abendtermin gibt, suche ich nach einer anderen Möglichkeit. Ich will das Thema diesmal wirklich abschließen und nicht wieder mehrere Wochen liegen lassen.
Hören Teil 4
Moderatorin: Willkommen zu unserer Sendung. Heute sprechen wir über Hilfe bei Behördenpost. Briefe von Ämtern enthalten viele wichtige Informationen auf engem Raum. Viele Hörerinnen und Hörer fragen sich, welche Hilfe im Alltag wirklich nützt: persönliche Gespräche, digitale Informationen oder kurze Gruppenangebote. Wichtig ist dabei nicht nur, ob es ein Angebot gibt, sondern auch, ob Menschen es verstehen, ob sie den Weg dorthin finden und ob sie nach einem ersten Kontakt wissen, was sie als Nächstes tun können. Deshalb haben wir heute zwei Gäste eingeladen, die das Thema aus unterschiedlicher Perspektive betrachten.
Frau Osman: Persönliche Hilfe ist nötig, weil eine falsch verstandene Frist ernste Folgen haben kann. Wenn jemand mit einer konkreten Unsicherheit kommt, reicht ein kurzer Hinweis oft nicht. Im Gespräch kann man nachfragen, ein Missverständnis sofort klären und gemeinsam prüfen, welcher Schritt zuerst wichtig ist. Viele Menschen haben nicht nur eine Sachfrage, sondern auch Angst, etwas falsch zu machen. Darum ist es hilfreich, wenn eine erfahrene Person zuhört und die Situation ruhig ordnet.
Herr Richter: Onlineformulare sollten verständlicher werden, damit einfache Anträge auch ohne Termin funktionieren. Man darf aber nicht vergessen, dass viele Personen zu unterschiedlichen Zeiten arbeiten oder Kinder betreuen. Für sie sind verlässliche digitale Informationen eine gute erste Hilfe. Eine klare Internetseite, eine kurze Checkliste oder ein Video kann erklären, welche Unterlagen gebraucht werden und wann man besser einen Termin vereinbart. Das ersetzt nicht jede Beratung, spart aber unnötige Wege.
Moderatorin: An einem Beispielbrief wird sofort verständlich, wo Frist und Aktenzeichen stehen. Ich möchte das an einem Beispiel deutlich machen: Wer nur hört, dass man "alles gut vorbereiten" soll, weiß noch nicht, was das konkret bedeutet. Erst wenn jemand zeigt, welche Zeile in einem Formular wichtig ist, welche Frage man am Telefon stellen kann oder welche Unterlage wirklich gebraucht wird, wird aus einer allgemeinen Regel eine Handlung. Solche praktischen Beispiele helfen besonders denjenigen, die das Thema zum ersten Mal bearbeiten.
Frau Osman: Gruppenübungen mit Musterbriefen helfen, ohne private Daten zu zeigen. In einer kleinen Gruppe kann man außerdem ausprobieren, wie eine Frage klingt. Man hört, dass andere ähnliche Unsicherheiten haben, und traut sich dann eher, selbst zu sprechen. Gerade bei Themen, die mit Behörden, Verträgen oder Gesundheit zu tun haben, ist diese Erfahrung wichtig. Sie gibt Sicherheit, bevor man allein in eine echte Situation geht.
Herr Richter: Lange Wartezeiten schrecken Menschen ab, deshalb braucht es Rückruftermine. Gute Organisation entscheidet oft darüber, ob ein Angebot genutzt wird. Wenn die Anmeldung kompliziert ist oder die Zeiten nur vormittags liegen, bleiben viele Menschen weg. Deshalb sollten Kosten, Termine, Räume und benötigte Unterlagen einfach erklärt werden. Auch eine Erinnerung per E-Mail oder SMS kann helfen, damit niemand einen wichtigen Termin vergisst.
Moderatorin: Es geht also nicht nur um das Angebot selbst, sondern auch darum, dass Menschen es überhaupt nutzen. Ein weiterer Punkt ist die Sprache. Informationen müssen nicht kindlich sein, aber sie sollten klar gegliedert sein. Wer liest, was zuerst passiert, wie lange es dauert und welche Grenzen es gibt, kann sich besser entscheiden. Dadurch werden auch die Mitarbeitenden entlastet, weil sie nicht jede organisatorische Frage einzeln beantworten müssen.
Frau Osman: Formularhilfe darf keine Rechtsberatung ersetzen. Man muss den Menschen ehrlich sagen, was möglich ist und was nicht. Sonst kommen sie mit falschen Erwartungen und sind nachher enttäuscht. Ein persönlicher Termin ist besonders dann sinnvoll, wenn mehrere Punkte zusammenhängen oder wenn jemand die Situation selbst schwer einschätzen kann. Dann kann man sortieren, Prioritäten setzen und konkrete nächste Schritte festhalten.
Herr Richter: Digitale Dienste müssen klar zeigen, welche Felder Pflicht sind. Digitale Angebote müssen aktuell bleiben, sonst verlieren sie schnell Vertrauen. Wenn auf der Webseite alte Öffnungszeiten stehen oder ein Formular nicht funktioniert, rufen am Ende doch alle an. Wichtig ist deshalb, dass jemand die Informationen regelmäßig prüft und Rückmeldungen ernst nimmt. Dann werden digitale Hinweise zu einer echten Unterstützung und nicht nur zu zusätzlicher Arbeit.
Moderatorin: Was heißt das für Einrichtungen, die nur wenig Personal haben und trotzdem viele Menschen erreichen möchten?
Frau Osman: Sie sollten lieber mit einem klaren kleinen Angebot beginnen, das zuverlässig funktioniert. Ein fester Termin, eine gut vorbereitete Übung und eine kurze Zusammenfassung am Ende können mehr bewirken als ein sehr großes Programm, das niemand regelmäßig betreuen kann.
Herr Richter: Und sie sollten einfache Wege für Rückmeldungen schaffen. Wenn Besucher sagen können, welche Information gefehlt hat, verbessert sich das Angebot Schritt für Schritt. Das ist auch für digitale Materialien wichtig.
Moderatorin: Am Ende scheint eine Mischung wichtig zu sein: verständliche Informationen, passende Zeiten und klare Grenzen. Wer eine kurze Frage hat, braucht vielleicht zuerst eine gute Onlineinformation. Wer unsicher ist oder mehrere Punkte klären muss, profitiert eher von einem persönlichen Gespräch. Praktische Beispiele verbinden beides: Sie machen Regeln verständlich und zeigen, wie man im Alltag handeln kann. Entscheidend ist also, dass Angebote nicht nur gut gemeint sind, sondern so aufgebaut werden, dass Menschen sie ohne große Hürden nutzen können.