Lesen - 65 Minuten
Das Modul Lesen hat fünf Teile. Sie lesen mehrere Texte und lösen Aufgaben dazu. Sie können mit jeder Aufgabe beginnen. Für jede Aufgabe gibt es nur eine richtige Lösung.
Teil 1 - Korrespondenz lesen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie den Text und die Aufgaben 1 bis 6 dazu. Wählen Sie: Sind die Aussagen richtig oder falsch?
E-Mail: Bürgerbüro
Hallo Clara,
danke für deine Nachricht – ich merke, dass dich das Thema Ämter und Formulare im Moment ganz schön beschäftigt. Mir ging das vor einigen Wochen genauso. Ich hatte einen Brief meiner Versicherung bekommen, in dem es um eine Mitgliedsbescheinigung und eine Familienversicherung ging, und ehrlich gesagt habe ich die Hälfte zuerst nicht verstanden.
Statt den Brief liegen zu lassen, habe ich mir einen Nachmittag freigehalten und bin zu den Formularlotsen im Bürgerbüro gegangen. Vorher habe ich alle Schreiben in einen Schnellhefter geordnet, meinen Ausweis eingesteckt und mir eine einzige klare Frage notiert: Welche Bescheinigung muss ich bis wann einreichen? Im Familienzentrum habe ich nur Kopien vorgelegt; die Originale durfte ich behalten und nach dem Termin wieder mitnehmen.
Vor mir in der Schlange standen Menschen mit den unterschiedlichsten Anliegen – jemand brauchte ein biometrisches Passfoto, eine Frau wollte ihren Antrag auf Ermäßigung verstehen. Niemand bekam dort eine fertige Entscheidung, aber nach dem Gespräch wusste ich endlich, welche Unterlage noch fehlte und an welchen Schalter ich als Nächstes muss. Ein, zwei Punkte musste ich zu Hause trotzdem nachschlagen.
Mein Rat an dich: Nimm dir vorher Zeit, die wichtigste Frage in einem Satz aufzuschreiben, und schlepp nicht den ganzen Ordner mit, sondern nur die Briefe, die zum Termin gehören. Wenn es dir hilft, begleite ich dich am Donnerstag bis zum Eingang; ins Gespräch gehen und nachfragen musst du aber selbst, sonst bringt der Termin wenig.
Liebe Grüße aus Wien
Kemal
Beispiel. Die E-Mail berichtet von einer persönlichen Erfahrung.
richtigfalsch
1. Kemal schreibt, dass niemand im Gespräch helfen konnte.
richtigfalsch
2. Kemal schreibt, dass andere Besucher ebenfalls praktische Fragen hatten.
richtigfalsch
3. Nach dem Gespräch musste Kemal noch einzelne Punkte prüfen.
richtigfalsch
4. Das Gespräch bestand nur aus einem langen Vortrag ohne persönliche Fragen.
richtigfalsch
5. Nach dem Termin wusste Kemal weniger als vorher.
richtigfalsch
6. Das Gespräch half Kemal vor allem dabei, den nächsten Schritt zu erkennen.
richtigfalsch
Teil 2 - Pressetexte verstehen
Arbeitszeit: 20 Minuten
Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 7 bis 9 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Aus der Presse: Hilfe bei Betreuungszeiten
Eine Stadtteilzeitung berichtet, warum Familien bei der Suche nach Betreuung jetzt anders begleitet werden. Viele Eltern verstehen einzelne Begriffe, wissen aber nicht, wie die Vormerkung läuft, welche Zeiten es gibt und welche Nachweise sie brauchen.
Neu ist ein gemeinsames Angebot von Kita, Familienzentrum und ehrenamtlichen Familienpaten. Während eine Fachkraft die Vormerkung erklärt, hilft eine zweite beim Ausfüllen der Anträge, und für die ersten Wochen mit dem Kind gibt es einen Elternkurs zur Eingewöhnung. So müssen Eltern nicht mehr von Stelle zu Stelle laufen.
Besonders gefragt ist die Hilfe bei Betreuungszeiten, Randzeiten und der Ermäßigung beim Essensgeld. Einen Platz garantieren kann das Team nicht; es erklärt aber, welche Schritte die Chancen verbessern und welche Unterlage noch fehlt.
Das Familienzentrum sieht, dass nun weniger Eltern Fristen verpassen. Wer früh kommt, kann ruhiger planen und gerät nicht in Zeitnot.
Vor einem Termin sollen Eltern ihre Unterlagen ordnen und die wichtigste Frage notieren; Originale bleiben zu Hause. Ausgewertet wird, welche Angaben am häufigsten fehlen, um die Vordrucke zu vereinfachen.
Begleitet wird das Angebot von einer Spielgruppe, in der Kinder gemeinsam spielen und nebenbei Deutsch hören.
Eine Erkenntnis stellt der Bericht in den Vordergrund: Viele Eltern scheitern nicht am Antrag selbst, sondern an der Angst, etwas falsch zu machen. Sobald ihnen jemand die Vormerkung einmal in Ruhe zeigt, erledigen sie den Rest problemlos allein. Deshalb setzt das Familienzentrum stärker auf dieses gemeinsame erste Mal am Bildschirm, statt nur Merkblätter zu verteilen.
Beispiel. In diesem Text geht es um ...
- a) ein neues Beratungsmodell im Alltag.
- b) einen privaten Reisebericht.
- c) eine Prüfung im Sprachkurs.
7. Wobei ist die Hilfe für Familien besonders gefragt?
- a) Bei der Auswahl von Spielzeug.
- b) Bei Betreuungszeiten, Randzeiten und der Ermäßigung beim Essensgeld.
- c) Bei der Planung von Geburtstagsfeiern.
8. Was kann das Team nicht garantieren?
- a) Eine Erklärung der Vormerkung.
- b) Einen Betreuungsplatz.
- c) Hilfe beim Ausfüllen der Anträge.
9. Woran scheitern viele Eltern laut dem Bericht?
- a) Am Antrag selbst.
- b) An der Angst, etwas falsch zu machen.
- c) An fehlenden Deutschkenntnissen der Fachkräfte.
Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 10 bis 12 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Pressebericht: Der Ton macht den Anfang
Der Verein blickte nach der ersten Saison zurück und hielt fest, was sich bewährt hat. Anfangs kamen weniger Neue, als erhofft. Einige Einladungen betonten zu sehr die Leistung und schreckten gerade Anfänger ab; andere Trainingszeiten lagen ungünstig für Berufstätige.
Also wurde umgedacht. Die Hinweise betonen jetzt, dass jeder in seinem Tempo mitmachen darf, und beginnen mit einem freundlichen Beispiel statt mit Regeln. An die Stelle des Wettkampfgedankens tritt für den Einstieg das gemeinsame Ausprobieren.
Am meisten half das zweite kostenlose Probetraining: Wer einmal die Gruppe kennt, kommt beim zweiten Mal viel entspannter. Wer sich nicht traut, allein zu kommen, darf eine Begleitung mitbringen.
Auffällig war außerdem, dass die Geselligkeit zählt: Viele blieben weniger wegen des Sports als wegen der netten Leute. Deshalb pflegt der Verein bewusst das Miteinander, etwa beim Vereinsfest. Der Verein will neue Mitglieder in den ersten Wochen gezielt begleiten, weil viele genau dann wieder abspringen. Vorgesehen ist ein fester Pate für jeden Anfänger, der bei Fragen zur Seite steht und dafür sorgt, dass sich niemand in der Gruppe verloren fühlt. Ob sich alle Gruppen dauerhaft mit genügend Übungsleitern halten lassen, bleibt offen.
10. Warum schreckten einige Einladungen Anfänger ab?
- a) Sie versprachen zu wenig Wettkämpfe.
- b) Sie betonten zu sehr die Leistung.
- c) Sie enthielten zu viele Bilder.
11. Was half neuen Interessierten am meisten?
- a) Ein Vortrag über Vereinsgeschichte.
- b) Ein Aufnahmetest mit Zeitmessung.
- c) Das zweite kostenlose Probetraining in der schon bekannten Gruppe.
12. Was ist für Anfänger künftig vorgesehen?
- a) Ein eigener Wettkampfkalender.
- b) Eine Pflicht zum Vereinsfest.
- c) Ein fester Pate, der bei Fragen zur Seite steht.
Teil 3 - Anzeigen zuordnen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie die Situationen 13 bis 19 und die Anzeigen A bis J aus verschiedenen deutschsprachigen Medien. Wählen Sie: Welche Anzeige passt zu welcher Situation? Sie können jede Anzeige nur einmal verwenden. Die Anzeige aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden. Für eine Situation gibt es keine passende Anzeige. In diesem Fall schreiben Sie 0.
Mehrere Personen suchen passende Informationen oder Angebote zum Thema Bankgeschäfte und Sicherheit.
Beispiel. Sie möchten die Banking-App sicher einrichten. Anzeige: B
13. Sie beginnen eine Ausbildung und möchten ein Konto eröffnen.
14. Sie wollen sich vor falschen Bankanrufen schützen.
15. Sie möchten wissen, wie ein Dauerauftrag beim Sparen helfen kann.
16. Sie möchten eine Überweisung am Automaten üben.
17. Sie haben Fragen zu einer Kontovollmacht.
18. Ihre Bankkarte ist weg und Sie müssen sie sofort sperren lassen.
19. Sie suchen eine Beratung zu Kitaplätzen.
A
Bankkarten-Notdienst: Ist Ihre Karte weg oder sehen Sie eine verdächtige Abbuchung, helfen wir Ihnen sofort. Wir unterstützen beim Sperren der Karte, beim Bestellen einer Ersatzkarte und beim Melden des Vorfalls. Legen Sie Ihre Kontonummer zurecht. Wichtig: Bewahren Sie Belege auf und ändern Sie anschließend Ihre Zugangsdaten, damit nichts weiter passiert.
B
Online-Banking Einführung: An einem Abend richten wir gemeinsam die App ein, prüfen das TAN-Verfahren und sprechen über sichere Passwörter. Echte Passwörter nennt im Kurs niemand, geübt wird nur mit Beispielen. Halten Sie Ihr eigenes Handy bereit. Am Ende wissen Sie, wie Sie Überweisungen sicher erledigen und die App im Verlustfall sperren.
C
Haushaltsbuch-Kurs: Gemeinsam halten wir Einnahmen, feste Kosten und kleine Sparziele übersichtlich fest. So sehen Sie schwarz auf weiß, wohin Ihr Geld fließt. Sie brauchen nur ein Heft oder Ihr Handy. Der Kurs ist kostenlos und urteilt nicht; es geht allein darum, Ihren Überblick zu verbessern und Monat für Monat ruhiger zu planen.
D
Schuldnerberatung Ersttermin: In einem ersten, vertraulichen Gespräch verschaffen wir Ihnen einen Überblick über Mahnungen, Raten und wichtige Briefe. Die Beratung ist kostenlos. Bringen Sie die Schreiben mit, die Ihnen Sorgen machen; Originale bleiben bei Ihnen. Wir entscheiden nichts über Ihren Kopf hinweg, sondern ordnen gemeinsam die nächsten Schritte.
E
Geldautomat erklärt: An einem echten Automaten üben wir in Ruhe Überweisung, Kontoauszug und Bargeldabhebung. So verlieren Sie die Scheu vor den vielen Knöpfen. Eine Mitarbeiterin steht direkt daneben. Geübt wird mit Ihrer eigenen Karte, aber nur Schritte, die Sie sich wünschen; niemand drängt Sie zu etwas, das Sie nicht wollen.
F
Vortrag Telefonbetrug: Wir zeigen Ihnen an echten Beispielen, wie falsche Bankanrufe klingen und woran Sie sie erkennen. Vor allem üben wir das Wichtigste: im Zweifel einfach auflegen und selbst zurückrufen. Der Abend ist kostenlos und ohne Anmeldung. Bringen Sie ruhig Erlebnisse mit; gemeinsam besprechen wir, was man hätte tun können.
G
Konto für Auszubildende: Gemeinsam sichten wir die nötigen Unterlagen, stellen Gebühren verschiedener Angebote gegenüber und klären Ihre Fragen. So vermeiden Sie unnötige Kosten gleich zu Beginn. Bringen Sie Ihren Ausbildungsvertrag und Ihren Ausweis mit. Wir empfehlen kein bestimmtes Angebot, sondern helfen Ihnen, selbst eine gute Wahl zu treffen.
H
Fahrradversicherung: Wir erklären, welche Leistungen eine Police bietet, was Selbstbeteiligung bedeutet und wie eine Schadenmeldung abläuft. So wissen Sie vorher, worauf Sie achten müssen. Bringen Sie ein vorhandenes Angebot mit, wenn Sie eines haben. Wir verkaufen nichts, sondern helfen Ihnen, das Kleingedruckte in Ruhe zu verstehen.
I
Sparen für Familien: Gemeinsam planen wir einen Dauerauftrag, eine kleine Notreserve und überschaubare monatliche Beträge. So entsteht Schritt für Schritt ein Polster, ohne dass es im Alltag wehtut. Sie brauchen nur einen groben Überblick über Ihre Ausgaben. Die Beratung ist kostenlos und richtet sich nach Ihren Möglichkeiten, nicht nach festen Vorgaben.
J
Beratung Vollmacht: Wer darf im Notfall auf das Konto zugreifen? In einem Gespräch klären wir, wie eine Bankvollmacht funktioniert und worauf man achten sollte. Für den Termin bringen Sie bitte Ihren Ausweis mit. Wir geben keine rechtsverbindliche Auskunft, erklären aber verständlich, welche Möglichkeiten es gibt und welche Unterlagen Sie brauchen.
Teil 4 - Meinungen verstehen
Arbeitszeit: 15 Minuten
Lesen Sie die Texte 20 bis 26. Wählen Sie: Ist die Person für persönliche Beratungsangebote zu Telefonbetrug?
In einer Zeitschrift lesen Sie Leserbriefe zum Thema persönliche Beratungsangebote zu Telefonbetrug.
LESERBRIEFE
Beispiel. Niko: Ich stehe voll dahinter. Eine ehrliche Rückmeldung, was sinnvoll ist und was nicht, hilft mehr als zehn gut gemeinte Ratschläge aus dem Bekanntenkreis.
20. Wassim: Gegen Telefonbetrug brauche ich keinen Infoabend. Wer einfach auflegt, sobald jemand Druck macht, ist schon gut geschützt; das ist gesunder Menschenverstand. Ein eigener Termin dafür erscheint mir übertrieben. Sinnvoller wäre, wenn solche Warnungen regelmäßig in der Zeitung und im Radio kämen, dann erreichten sie viel mehr Menschen ganz nebenbei.
21. Valeria: Ich halte die Polizeiberatung für äußerst sinnvoll, gerade für ältere Menschen. Viele wissen im Moment des Anrufs nicht, wie sie reagieren sollen, und genau das lässt sich üben. Wenn man einmal laut „Auflegen“ trainiert hat, sitzt es im Ernstfall. Mir gefällt, dass dort niemand für seine Angst ausgelacht wird.
22. Livia: Solche Angebote sind wichtig, weil Scham viele zum Schweigen bringt. Wer auf eine Masche hereinfällt, traut sich oft nicht, es zu erzählen, und dann lernt niemand daraus. Ein offenes Gespräch in der Gruppe nimmt diese Scham. Besonders gut finde ich, dass man konkrete Beispiele bespricht, statt nur allgemeine Tipps zu hören.
23. Esther: Ich bin skeptisch, ob ständig neue Abende wirklich helfen. Die Maschen ändern sich schneller, als man sie erklären kann. Wer berufstätig ist, kommt zu festen Terminen ohnehin kaum. Das Geld wäre besser in eine gut erreichbare Hotline gesteckt, die genau dann erreichbar ist, wenn gerade ein verdächtiger Anruf kommt.
24. Selim: Für mich ist die persönliche Beratung der beste Schutz. Man kann seine eigene Geschichte erzählen und bekommt gesagt, was man hätte tun können, statt allein zu grübeln. Besonders beim Thema Betrug wirkt ein echtes Beispiel mehr als jede Broschüre. Solange die Beratung kostenlos bleibt, erreicht sie auch die, die wenig Geld haben.
25. Mina: So ein Infoabend klingt gut, erreicht aber selten die Gefährdetsten. Wer allein lebt und unsicher ist, traut sich oft gar nicht hin. Ich möchte vor Fremden auch nicht zugeben, dass ich beinahe hereingefallen wäre. Eine geduldige Hotline oder ein kurzer Hausbesuch wären für viele die ehrlichere und wirksamere Hilfe.
26. Nela: Ich unterstütze die Idee voll und ganz. Sicherheit entsteht aus kleinen Gewohnheiten, und die prägt man sich am besten ein, wenn man sie einmal gemeinsam übt. Mir hat es geholfen, meine Unsicherheit offen ansprechen zu können. Die Stadt sollte solche Abende ausweiten und besonders dort anbieten, wo viele ältere Menschen wohnen.
Teil 5 - Informationsblatt verstehen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie die Aufgaben 27 bis 30 und den Text dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Sie informieren sich über ein Informationsblatt zum Thema Repair-Café.
27. Was ist erforderlich?
- a) Ein Arbeitsvertrag.
- b) Eine Monatskarte.
- c) Eine Anmeldung.
28. Was muss selbst bezahlt werden?
- a) Kaffee.
- b) Ersatzteile.
- c) Die Beratung.
29. Was ist kostenlos?
- a) Kaffee und Beratung.
- b) Alle Ersatzteile.
- c) Die Reparatur zu Hause.
30. Worum geht es im Informationsblatt?
- a) Um das Repair-Café.
- b) Um eine Kita.
- c) Um E-Books.
INFORMATIONSBLATT REPAIR-CAFÉ
Dieses Blatt richtet sich an alle, die ein defektes Gerät retten möchten, statt es wegzuwerfen. Es erklärt, wie das Repair-Café funktioniert.
Anmeldung: Eine Anmeldung ist erforderlich, weil pro Person nur ein Kleingerät repariert werden kann und die Plätze begrenzt sind. Bringen Sie das Gerät mit allem Zubehör mit.
Ersatzteile: Mögliche Ersatzteile müssen Sie selbst bezahlen. Oft sind sie günstig; manchmal findet sich passendes Material auch in unserer Ersatzteilbörse.
Kostenlos: Kaffee und die Beratung sind kostenlos. Es geht ums gemeinsame Ausprobieren und Lernen, nicht um einen bezahlten Reparaturdienst.
Ablauf und Hinweise: Wir reparieren mit Ihnen zusammen, nicht für Sie – so lernen Sie, kleine Defekte künftig selbst zu beheben. Eine Garantie auf das Ergebnis gibt es nicht. Bei Geräten, die fest am Stromnetz hängen, helfen wir nicht selbst, sondern verweisen an eine Fachkraft. Überlegen Sie sich vorher, was genau nicht funktioniert.
Hören - ca. 40 Minuten
Audio-Datei: goethe-b1-model-08.mp3
Teil 1 - Kurze Texte
Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.
Text 1
1. Der Deutschkurs findet ab nächster Woche in einem anderen Raum statt.
richtigfalsch
2. Warum wird der Raum gewechselt?
- a) Es kommen mehr Teilnehmer.
- b) Der Lehrer ist krank.
- c) Der alte Raum wird renoviert.
Text 2
3. Man soll nur sprechen, wenn man keine Fehler mehr macht.
richtigfalsch
4. Was bringt laut dem Beitrag am meisten?
- a) Das Auswendiglernen von Listen.
- b) Das laute Sprechen im Alltag.
- c) Das stille Lesen.
Text 3
5. Der Vorbereitungskurs findet freitagabends statt.
richtigfalsch
6. Was muss man selbst noch tun?
- a) Sich im Büro anmelden.
- b) Den Kurs bezahlen.
- c) Ein Lehrbuch kaufen.
Text 4
7. Für das Sprachcafé muss man sich vorher anmelden.
richtigfalsch
8. Was kann man im Sprachcafé tun?
- a) Bücher ausleihen.
- b) Eine Prüfung ablegen.
- c) Gemeinsam Deutsch sprechen.
Text 5
9. Die Kinderbetreuung während des Kurses kostet nichts.
richtigfalsch
10. Was soll man zur Anmeldung mitbringen?
- a) Das Lieblingsspielzeug des Kindes.
- b) Den Kursnachweis und eine Telefonnummer.
- c) Nur Bargeld.
Teil 2 - Eine Information verstehen
Sie hören einen längeren Informationstext einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
11. Was ist Frau Petrovas wichtigster Rat?
- a) Fehler unbedingt zu vermeiden.
- b) So oft wie möglich zu sprechen.
- c) Nur Grammatik zu lernen.
12. Wie kann man im Alltag nebenbei lernen?
- a) Radio hören und Schilder lesen.
- b) Nur am Schreibtisch sitzen.
- c) Gar nicht.
13. Warum empfiehlt sie eine Lerngruppe?
- a) Sie ist billiger.
- b) Sie geht schneller.
- c) Man bleibt eher dran und hilft sich gegenseitig.
14. Was sagt sie über schwierige Tage?
- a) Sie kommen nie vor.
- b) Man soll sich nicht entmutigen lassen.
- c) Man soll aufhören.
15. Was empfiehlt sie zum Schluss?
- a) Die kostenlosen Angebote der Stadt zu nutzen.
- b) Alles allein zu machen.
- c) Nur teure Kurse zu buchen.
Teil 3 - Ein Gespräch verstehen
Sie hören ein Gespräch einmal. Entscheiden Sie, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.
16. Herr Diallo ist vor allem vor dem mündlichen Teil nervös.
richtigfalsch
17. Frau Kim war noch nie im Vorbereitungskurs.
richtigfalsch
18. Im Vorbereitungskurs hat Frau Kim ein Prüfungsgespräch geübt.
richtigfalsch
19. Die Kursleiterin rät, jeden Tag fünf Minuten laut zu üben.
richtigfalsch
20. Frau Kim sammelt typische Sätze für den schriftlichen Teil.
richtigfalsch
21. Herr Diallo möchte sich auf keinen Fall für den Freitagskurs anmelden.
richtigfalsch
22. Die beiden wollen zusätzlich zu zweit üben.
richtigfalsch
Teil 4 - Diskussion
Sie hören eine Diskussion zweimal. Ordnen Sie die Aussagen zu: Wer sagt was?
- a) Moderatorin
- b) Frau Bauer
- c) Herr Yilmaz
23. Am wichtigsten sind das Sprechen und der Kontakt zu Menschen.
abc
24. Richtig Deutsch gelernt habe ich beim Fußball im Verein.
abc
25. Wer nach dem Kurs nur zu Hause bleibt, verliert vieles wieder.
abc
26. Man sollte sich etwas suchen, das Spaß macht, und es mit Deutschen zusammen tun.
abc
27. Eine gute Vorbereitung nimmt die Angst vor der Prüfung.
abc
28. Auch wenn man durchfällt, kann man die Prüfung wiederholen.
abc
29. Es gibt oft eine Kinderbetreuung während des Kurses, sodass auch Eltern teilnehmen können.
abc
30. Heute geht es um das Deutschlernen und um Integration.
abc
Hörtexte für Audio-Generierung
Hören Teil 1, Beispiel
Hallo Mina, hier ist Robert aus dem Deutschkurs. Ich wollte dir Bescheid geben, dass unsere Lerngruppe diese Woche nicht am Mittwoch, sondern erst am Donnerstag um siebzehn Uhr stattfindet, weil die Bibliothek am Mittwoch geschlossen ist. Wir treffen uns wie immer im Gruppenraum im ersten Stock. Bring bitte die Übungen zur Prüfung mit, die wir letztes Mal angefangen haben. Wenn du magst, üben wir danach noch ein bisschen das Sprechen. Lass mal von dir hören. Bis Donnerstag!
Hören Teil 1, Text 1
Sie hören eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter der Volkshochschule. Schönen guten Tag, hier ist das Kursbüro. Wir möchten Sie daran erinnern, dass Ihr Deutschkurs ab nächster Woche in einem anderen Raum stattfindet. Statt im Raum vier treffen Sie sich nun im Raum neun im Erdgeschoss, weil der alte Raum renoviert wird. Die Uhrzeit bleibt unverändert. Bitte sagen Sie es auch den Mitlernenden weiter, die heute vielleicht nicht da waren. Vielen Dank.
Hören Teil 1, Text 2
Und nun ein Hinweis aus unserer Sendung für Neubürgerinnen und Neubürger im Radio. Wer Deutsch lernt, sollte die Sprache jeden Tag ein wenig im Alltag benutzen. Sprechen Sie beim Einkaufen, mit den Nachbarn oder im Verein, auch wenn noch nicht alles perfekt ist. Gerade das laute Sprechen bringt am meisten. Fehler sind dabei völlig normal und kein Grund, sich zu schämen. Wichtiger ist, dass man sich überhaupt traut und im Gespräch bleibt.
Hören Teil 1, Text 3
Sie hören eine Mitteilung einer bekannten Person. Hallo, hier ist Amira aus dem Kurs. Du wolltest doch auch die Prüfung machen. Es gibt jetzt einen kostenlosen Vorbereitungskurs an der Volkshochschule, immer freitagabends. Da übt man genau die Aufgaben, die in der Prüfung vorkommen, auch unter echten Bedingungen mit Zeit. Ich habe uns schon mal vorgemerkt, aber du musst dich selbst noch im Büro anmelden. Sag mir, ob du dabei bist, dann gehen wir zusammen.
Hören Teil 1, Text 4
Sie hören eine Ansage in der Stadtbibliothek. Liebe Besucherinnen und Besucher, wir möchten Sie auf unser Sprachcafé hinweisen. Jeden Freitagnachmittag treffen sich hier Menschen aus vielen Ländern bei Kaffee und Kuchen, um gemeinsam Deutsch zu sprechen. Ohne Anmeldung sind Sie herzlich willkommen. Auch wenn Ihr Deutsch noch nicht perfekt ist, sind Sie herzlich willkommen; gerade Anfänger üben hier sehr gern und finden schnell Anschluss. Wir treffen uns immer freitags um fünfzehn Uhr im hellen Leseraum.
Hören Teil 1, Text 5
Sie hören eine Mitteilung des Integrationsbüros. Sehr geehrte Damen und Herren, ab diesem Monat bieten wir während des Vormittagskurses eine kostenlose Kinderbetreuung an. So können auch Eltern teilnehmen, die tagsüber kleine Kinder zu Hause haben. Die Plätze sind allerdings begrenzt. Bitte melden Sie Ihr Kind rechtzeitig im Büro an. Bringen Sie zur Anmeldung den Kursnachweis und eine Telefonnummer mit, unter der wir Sie im Notfall erreichen können. Die Betreuung findet im freundlichen Raum direkt neben dem Kursraum statt.
Hören Teil 2
Sie hören einen Abendvortrag zum Thema Deutsch lernen. Es spricht Frau Petrova, die selbst vor Jahren als Zuwanderin Deutsch gelernt hat und heute Kurse leitet. Schön, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, in einem neuen Land eine neue Sprache zu lernen, und ich möchte Ihnen heute Mut machen und ein paar praktische Tipps geben. Mein erster und wichtigster Rat lautet: Sprechen Sie, so oft Sie können. Viele Lernende verstehen schon recht viel, trauen sich aber nicht zu reden, weil sie Angst vor Fehlern haben. Aber Fehler gehören dazu, niemand lernt eine Sprache ohne sie. Jedes Gespräch, auch ein kurzes beim Bäcker, bringt Sie weiter. Mein zweiter Tipp betrifft den Alltag. Sie müssen nicht stundenlang am Schreibtisch sitzen. Nutzen Sie die Zeit, die sowieso da ist: Hören Sie im Bus deutsches Radio, lesen Sie die Schilder und Plakate, schreiben Sie Ihren Einkaufszettel auf Deutsch. So lernen Sie nebenbei und ganz ohne Druck. Drittens empfehle ich Ihnen eine Lerngruppe. In der Gemeinschaft bleibt man eher dran, man hilft sich gegenseitig, und gerade wenn man jemandem etwas erklärt, versteht man es selbst viel besser. Außerdem macht das Lernen zusammen einfach mehr Freude. Ein vierter Punkt ist die Geduld mit sich selbst. Eine Sprache lernt man nicht in ein paar Wochen, sondern Schritt für Schritt. Es gibt gute und schlechte Tage. Lassen Sie sich von einem schwierigen Tag nicht entmutigen; am nächsten geht es oft schon wieder leichter. Lassen Sie mich das an meiner eigenen Geschichte zeigen. Als ich vor vielen Jahren herkam, war ich schüchtern und hatte Angst vor jedem Telefonat. Eine Nachbarin hat mich einfach mitgenommen, zum Einkaufen, zum Amt, ins Café. Ich musste sprechen, und mit jedem Mal wurde es leichter. Nach einem Jahr habe ich selbst telefoniert, ohne vorher die Sätze aufzuschreiben. Nicht ein Buch hat mir am meisten geholfen, sondern die Menschen und der Mut, einfach anzufangen. Und schließlich: Nutzen Sie die vielen kostenlosen Angebote in der Stadt. Es gibt Sprachcafés, Lernpatenschaften und Vorbereitungskurse für die Prüfung. Fragen Sie ruhig nach, niemand muss diesen Weg allein gehen. Ich habe damals viel Hilfe bekommen und bin heute sehr dankbar dafür. Geben Sie diese Hilfe später ruhig weiter, das verbindet und macht beiden Seiten Freude. Niemand lernt eine Sprache ganz allein, und das ist auch gut so. Trauen Sie sich, um Hilfe zu bitten, das ist keine Schwäche, sondern einfach klug. Bleiben Sie dran, ich wünsche Ihnen viel Freude an der deutschen Sprache.
Hören Teil 3
Nun hören Sie ein Gespräch zwischen zwei Kursteilnehmern, Herrn Diallo und Frau Kim, die sich über die Prüfung unterhalten. Herr Diallo: Frau Kim, machen Sie die Prüfung am Ende des Kurses auch mit? Ich bin ziemlich nervös. Frau Kim: Ja, ich melde mich an, aber ehrlich gesagt habe ich auch Bauchschmerzen, besonders vor dem mündlichen Teil. Herr Diallo: Genau der macht mir am meisten Sorgen. Beim Schreiben kann ich in Ruhe überlegen, aber beim Sprechen blockiere ich oft. Frau Kim: Das geht mir genauso. Aber wissen Sie was? Es gibt diesen kostenlosen Vorbereitungskurs am Freitagabend. Da übt man genau das, auch das Sprechen. Herr Diallo: Davon habe ich gehört, mich aber noch nicht getraut. Hilft das denn wirklich? Frau Kim: Ich war letzte Woche zum ersten Mal da. Wir haben ein Prüfungsgespräch zu zweit geübt, und die Kursleiterin hat uns danach Tipps gegeben. Danach war ich viel ruhiger. Herr Diallo: Das klingt gut. Vielleicht komme ich nächsten Freitag mit. Allein hätte ich mich nie angemeldet. Frau Kim: Machen Sie das. Und wir können ja auch zu zweit üben, zum Beispiel hier in der Bibliothek nach dem Kurs. Herr Diallo: Sehr gerne. Mir hilft es, wenn ich die Wörter laut sage, statt sie nur zu lesen. Frau Kim: Genau, das hat die Kursleiterin auch gesagt. Laut sprechen bringt viel mehr. Sie hat uns geraten, jeden Tag fünf Minuten laut zu üben, auch allein zu Hause. Herr Diallo: Fünf Minuten schaffe ich auf jeden Fall. Ich rede dann einfach mit mir selbst über meinen Tag. Frau Kim: Eine gute Idee. Und für den schriftlichen Teil sammle ich gerade typische Sätze für Briefe und E-Mails. Die kann ich Ihnen kopieren, wenn Sie wollen. Herr Diallo: Das wäre wirklich hilfreich, vielen Dank. Sehen Sie, zusammen ist das alles gar nicht mehr so beängstigend. Frau Kim: Genau das denke ich auch. Dann melden wir uns beide für den Freitagskurs an und üben zusätzlich zu zweit. Übrigens, noch eine kleine Frage: Hören Sie zu Hause manchmal deutsches Radio? Das hat mir beim Hörverstehen sehr geholfen. Herr Diallo: Ab und zu. Aber oft sprechen die so schnell, dass ich kaum mitkomme. Frau Kim: Am Anfang ging es mir genauso. Die Kursleiterin hat gesagt, man muss nicht jedes Wort verstehen, nur das Wichtigste. Herr Diallo: Das beruhigt mich. Ich dachte, ich müsste immer alles verstehen. Frau Kim: Überhaupt nicht. Hören Sie einfach den Hauptgedanken heraus, der Rest kommt mit der Zeit von selbst. Herr Diallo: Gute Idee, dann höre ich morgens beim Frühstück die Nachrichten. Frau Kim: Genau, jeden Tag ein bisschen, das reicht völlig. Herr Diallo: Abgemacht. Ich bin sicher, dass wir das schaffen, wenn wir dranbleiben. Frau Kim: Auf jeden Fall. Und nach bestandener Prüfung gehen wir zusammen feiern.
Hören Teil 4
Moderatorin: Ich begrüße Sie herzlich. Heute geht es um das Deutschlernen und um Integration und um die Frage, was Menschen wirklich hilft, in einem neuen Land anzukommen. Bei mir sind Frau Bauer, die seit vielen Jahren Integrationskurse leitet, und Herr Yilmaz, der vor zwölf Jahren selbst nach Deutschland gekommen ist und heute anderen beim Lernen hilft. Frau Bauer, was ist aus Ihrer Sicht am wichtigsten? Frau Bauer: Ganz klar das Sprechen und der Kontakt zu Menschen. Im Kurs lernt man die Grundlagen, aber die Sprache lebt erst draußen, im Alltag. Wer sich traut zu sprechen, auch mit Fehlern, macht die schnellsten Fortschritte. Mein wichtigster Satz an die Teilnehmer ist: Trauen Sie sich. Moderatorin: Sie sagen, der Kurs allein reicht nicht? Frau Bauer: Der Kurs ist die Basis, aber entscheidend ist, was danach passiert. Wer nach dem Kurs nur zu Hause bleibt, verliert vieles wieder. Wer dagegen in einen Verein geht, Nachbarn anspricht oder ein Ehrenamt übernimmt, bleibt in der Sprache und kommt menschlich an. Herr Yilmaz: Da kann ich aus eigener Erfahrung nur zustimmen. Als ich kam, habe ich im Kurs gut gelernt, aber richtig Deutsch gelernt habe ich beim Fußball im Verein. Dort musste ich sprechen, und keiner hat über meine Fehler gelacht. Im Gegenteil, sie haben mir geholfen. Moderatorin: Das ist ein schönes Beispiel. Was raten Sie heute den Menschen, die neu sind? Herr Yilmaz: Sucht euch etwas, das euch Spaß macht, und macht es mit Deutschen zusammen. Sport, Musik, ein Ehrenamt, egal was. So lernt man die Sprache nebenbei und findet Freunde. Beides gehört zusammen. Frau Bauer: Genau, und ich möchte ergänzen: Habt Geduld mit euch selbst. Eine Sprache braucht Zeit. Es gibt Tage, an denen man denkt, man kann gar nichts, und am nächsten läuft es wieder. Das ist völlig normal. Moderatorin: Ein wichtiges Thema ist die Prüfung. Setzt sie die Menschen nicht stark unter Druck? Frau Bauer: Ein gewisser Druck gehört dazu, aber wir versuchen, ihn klein zu halten. Eine gute Vorbereitung nimmt die Angst. Wer die Aufgabenformen kennt und sie geübt hat, geht viel ruhiger hinein. Deshalb sind die kostenlosen Vorbereitungskurse so wertvoll. Herr Yilmaz: Und man darf nicht vergessen: Auch wenn man durchfällt, ist nicht alles verloren. Man kann die Prüfung wiederholen. Ich kenne viele, bei denen es erst beim zweiten Mal geklappt hat, und heute geht es ihnen gut. Frau Bauer: Ein sehr wichtiger Punkt. Niemand sollte aufgeben. Und für Eltern ist es schön zu wissen, dass es oft eine Kinderbetreuung während des Kurses gibt, sodass auch sie teilnehmen können. Moderatorin: Viele Lernende arbeiten den ganzen Tag. Wie sollen sie da noch Deutsch üben? Herr Yilmaz: Das war bei mir auch so. Ich habe auf dem Bau gearbeitet, abends war ich müde. Aber ich habe beim Arbeiten geübt, mit den Kollegen geredet, nach Wörtern gefragt. So wurde die Arbeit selbst zum Unterricht. Frau Bauer: Das ist ein wunderbares Beispiel. Sprache lernt man nicht nur am Schreibtisch, sondern überall. Wir empfehlen unseren Teilnehmern, sich kleine Momente zu suchen, in der Bahn, beim Kochen, beim Spielen mit den Kindern. Moderatorin: Welche Rolle spielt die Familie? Frau Bauer: Eine große. Kinder lernen oft schneller und werden zu kleinen Lehrern für ihre Eltern. Das ist schön, aber man darf die Verantwortung nicht ganz auf die Kinder schieben. Herr Yilmaz: Da stimme ich zu. Meine Tochter hat mir am Anfang geholfen, aber ich wollte nicht, dass sie für mich beim Amt spricht. Also habe ich es selbst gelernt. Das war wichtig für meinen Stolz. Moderatorin: Was sagen Sie Menschen, die nach dem Kurs aufhören zu lernen? Frau Bauer: Dass das schade ist, weil man vieles wieder verliert. Aber es gibt so viele kostenlose Wege weiterzumachen: das Sprachcafé, eine Lernpatenschaft, ein Verein. Niemand muss dafür Geld ausgeben. Herr Yilmaz: Und es lohnt sich. Heute helfe ich selbst anderen, und wenn ich sehe, wie jemand zum ersten Mal frei spricht, denke ich an meinen eigenen Anfang. Frau Bauer: Solche Vorbilder sind unbezahlbar. Wenn jemand sieht, dass ein anderer es geschafft hat, glaubt er auch an sich selbst. Herr Yilmaz: Genau das möchte ich weitergeben: Habt Geduld und gebt nicht auf, es wird besser, Tag für Tag. Moderatorin: Was wünschen Sie sich von der Gesellschaft für die Integration? Frau Bauer: Offenheit und Geduld. Wer freundlich angesprochen wird und Fehler machen darf, lernt viel schneller. Herr Yilmaz: Und echte Begegnungen. Ein gemeinsames Essen oder ein Spiel im Verein bringt mehr als jede Vorschrift. Frau Bauer: Genau, Integration ist keine Einbahnstraße, sondern ein Aufeinander-Zugehen von beiden Seiten. Moderatorin: Zum Schluss bitte je ein Satz an alle, die gerade Deutsch lernen. Frau Bauer: Bleiben Sie dran und sprechen Sie, so oft Sie können. Herr Yilmaz: Und sucht den Kontakt zu den Menschen, dann kommt die Sprache von selbst. Moderatorin: Zwei ermutigende Sätze. Ich danke Ihnen beiden, das waren wertvolle Gedanken.