Lesen - 65 Minuten
Das Modul Lesen hat fünf Teile. Sie lesen mehrere Texte und lösen Aufgaben dazu. Sie können mit jeder Aufgabe beginnen. Für jede Aufgabe gibt es nur eine richtige Lösung.
Teil 1 - Korrespondenz lesen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie den Text und die Aufgaben 1 bis 6 dazu. Wählen Sie: Sind die Aussagen richtig oder falsch?
E-Mail: Bahnhof
Hallo Emir,
in deiner Nachricht steht, dass dich das Thema Mobilität und Reisen zurzeit ziemlich beschäftigt – welche Fahrkarte sich lohnt, wie sicher die neuen Radwege sind und wie du morgens am besten zum Bahnhof kommst. Vor ein paar Wochen ging es mir ähnlich. Das Bürgerbüro hatte zu einer Infoveranstaltung über sichere Fahrradwege eingeladen, und ich war unsicher, ob das überhaupt etwas für mich ist.
Bevor ich hinging, habe ich mir aufgeschrieben, was ich wirklich wissen wollte, und meine alten Fahrkarten und einen Streckenplan in eine Mappe gelegt. Im Stadtteilbüro habe ich nur Kopien gezeigt; meinen Ausweis und die Originale habe ich behalten. Meine wichtigste Frage war: Welche Verbindung ist morgens am zuverlässigsten?
Im Wartebereich saßen ganz verschiedene Leute. Eine ältere Frau wollte sichere Wege zu ihrem Arzttermin klären, ein Student fragte nach einer günstigen Monatskarte. Das Gespräch hat mir die Entscheidung nicht abgenommen, doch im Anschluss war mir klar, welchen nächsten Schritt ich machen sollte. Ein paar Verbindungen musste ich zu Hause trotzdem noch einmal vergleichen.
Mein Tipp: Überlege vorher, was dir am wichtigsten ist – Preis, Zeit oder ein sicherer Weg – und pack nur ein, was zu deiner Frage gehört. Wenn du möchtest, komme ich am Montag gern mit bis zum Eingang; deine Frage stellst du aber lieber selbst; so bekommst du eine genaue Auskunft.
Eine Sache noch: Lass dich von den vielen Tarifen nicht verunsichern. Im Gespräch wurde mir schnell klar, dass für meinen Alltag nur zwei davon überhaupt infrage kommen. Sollte deine Frage komplizierter sein, bekommst du einfach einen zweiten Termin, das ist ganz normal. Inzwischen fahre ich viele Strecken mit dem Rad, die ich mir früher nicht zugetraut hätte, und spare dabei auch noch Geld.
Liebe Grüße aus Dortmund
Samira
Beispiel. Die E-Mail berichtet von einer persönlichen Erfahrung.
richtigfalsch
1. Samira ordnete die Unterlagen vor dem Termin.
richtigfalsch
2. Das Angebot war nur für Fachleute bestimmt.
richtigfalsch
3. Samira möchte den Termin am Montag absagen.
richtigfalsch
4. Vor dem Termin hatte Samira mehrere Fragen vorbereitet.
richtigfalsch
5. Im Text steht, dass man alle Originalunterlagen abgeben muss.
richtigfalsch
6. Im Text wird eine konkrete Information genannt.
richtigfalsch
Teil 2 - Pressetexte verstehen
Arbeitszeit: 20 Minuten
Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 7 bis 9 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Aus der Presse: Hilfe bei Prüfungsvorbereitung
Eine regionale Zeitung beschreibt, wie die Unterstützung nach dem Sprachkurs neu gedacht wird. Viele Lernende bestehen den Kurs, verlieren danach aber die Übung und damit den Mut, weil ihnen feste Anlässe zum Sprechen und Schreiben fehlen.
Neu ist ein Verbund aus Sprachschule, Integrationszentrum und ehrenamtlichen Tandempartnern. Während eine Lehrkraft gezielt Prüfungsteile übt, gibt ein Freiwilliger im Tandem-Café Gelegenheit zum freien Sprechen, und für das Hören stehen langsamere Audios mit Transkripten bereit. So muss niemand allein gegen die Prüfungsangst ankämpfen.
Das Angebot wendet sich besonders an alle, die nach dem Integrationskurs weitermachen wollen. Geübt werden Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen, vor allem an realistischen Modelltests. Eine Garantie fürs Bestehen gibt niemand; wohl aber bekommt jeder eine ehrliche Rückmeldung, woran noch zu arbeiten ist.
Die Veranstalter beobachten, dass die Teilnehmenden seither regelmäßiger üben, weil der feste Termin sie trägt. Wer in der Gruppe lernt, gibt seltener vorzeitig auf.
Vor einem Treffen sollen die Lernenden ihre offenen Fragen und eigene Übungen mitbringen. Ausgewertet wird, welche Aufgabentypen die meisten Schwierigkeiten machen, um die Treffen genau darauf zuzuschneiden.
Begleitet wird das Angebot von Lesepatinnen, die mit Erwachsenen Zeitungstexte lesen und Wörter sammeln.
Eine Beobachtung hebt der Bericht besonders hervor: Wer das Sprechen in einer kleinen, freundlichen Gruppe übt, verliert die Angst vor Fehlern schneller als beim stillen Lernen zu Hause. Genau diese Angst sei es, die viele kurz vor der Prüfung ausbremse. Deshalb soll das freie Sprechen künftig in jedem Treffen fest seinen Platz haben, nicht nur als Zugabe am Ende.
Beispiel. In diesem Text geht es um ...
- a) ein neues Beratungsmodell im Alltag.
- b) einen privaten Reisebericht.
- c) eine Prüfung im Sprachkurs.
7. Warum verlieren viele Lernende nach dem Kurs den Mut?
- a) Ihnen fehlen feste Anlässe zum Sprechen und Schreiben.
- b) Die Sprachschule hat geschlossen.
- c) Die Prüfungen werden jedes Jahr schwerer.
8. Was bekommt jeder Teilnehmende statt einer Garantie?
- a) Eine ehrliche Rückmeldung, woran noch zu arbeiten ist.
- b) Einen Geldpreis für gute Leistungen.
- c) Ein Zertifikat ohne Prüfung.
9. Wie verliert man die Angst vor Fehlern am schnellsten?
- a) Beim Auswendiglernen von Grammatikregeln.
- b) Beim Sprechen in einer kleinen, freundlichen Gruppe.
- c) Beim stillen Lernen zu Hause.
Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 10 bis 12 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Reportage: Beratung wird konkreter
Die Polizei zog nach dem ersten Halbjahr Bilanz und veröffentlichte einige Beobachtungen. Zunächst kamen vor allem Menschen, die ohnehin vorsichtig waren, während die besonders Gefährdeten fernblieben. Manche Einladungen klangen zu sehr nach Behörde und schreckten eher ab.
Daraufhin änderte das Team seinen Ton. Die Hinweise sprechen jetzt in ruhiger Alltagssprache und beginnen mit einem echten Anruf, wie ihn viele schon gehört haben. Statt langer Vorträge wird das Wichtigste geübt: das Auflegen und das Zurückrufen über eine bekannte Nummer.
Am wirksamsten war das gemeinsame Durchspielen: Wer einmal laut „Nein“ gesagt hat, traut sich das im Ernstfall eher. Wer nicht vor der Gruppe sprechen mag, kann seine Erfahrung vorher aufschreiben.
Auffällig war zudem, dass viele lieber in vertrauter Umgebung lernten. Deshalb finden einige Abende jetzt im Nachbarschaftstreff statt, nicht auf der Wache. Künftig sollen die Warnungen schneller verbreitet werden, sobald eine neue Masche auftaucht, etwa über Aushänge in Apotheken und Geschäften. Die Beamten betonen, dass gerade das offene Gespräch in der Nachbarschaft hilft, weil sich Betroffene dann eher trauen, einen Vorfall zu melden. Ob sich das Angebot dauerhaft mit genügend Beamten besetzen lässt, ist noch offen.
10. Wer kam zu den ersten Abenden vor allem?
- a) Menschen, die ohnehin schon vorsichtig waren.
- b) Nur geladene Fachleute.
- c) Die besonders gefährdeten Personen.
11. Was wird statt langer Vorträge geübt?
- a) Das Schreiben von Beschwerdebriefen.
- b) Das Auswendiglernen von Gesetzen.
- c) Das Auflegen und das Zurückrufen über eine bekannte Nummer.
12. Wie sollen neue Warnungen künftig verbreitet werden?
- a) Schneller, etwa über Aushänge in Apotheken und Geschäften.
- b) Gar nicht mehr, um niemanden zu beunruhigen.
- c) Nur noch über die Zeitung am Monatsende.
Teil 3 - Anzeigen zuordnen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie die Situationen 13 bis 19 und die Anzeigen A bis J aus verschiedenen deutschsprachigen Medien. Wählen Sie: Welche Anzeige passt zu welcher Situation? Sie können jede Anzeige nur einmal verwenden. Die Anzeige aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden. Für eine Situation gibt es keine passende Anzeige. In diesem Fall schreiben Sie 0.
Mehrere Personen suchen passende Informationen oder Angebote zum Thema Ämter und Formulare.
Beispiel. Sie brauchen Hilfe beim Hochladen von Dokumenten im Bürgerkonto. Anzeige: A
13. Sie möchten eine Mitgliedsbescheinigung Ihrer Versicherung verstehen.
14. Sie sortieren Anträge und Kopien vor einem Amtstermin.
15. Sie sprechen Ukrainisch und möchten bei kurzen Gesprächen helfen.
16. Sie müssen Unterlagen vor Ablauf einer Frist abgeben.
17. Sie suchen einen Sportkurs für Kinder am Wochenende.
18. Sie möchten wissen, was mit Ihren Daten im Amt passiert.
19. Sie brauchen biometrische Fotos ohne Termin.
A
Bürgerkonto-Sprechstunde: Online anmelden, ein neues Passwort vergeben, Dokumente sicher hochladen - wir helfen dabei. Bitte bringen Sie Ihr eigenes Handy und Ihre Zugangsdaten mit. Wir füllen nichts für Sie aus, sondern zeigen jeden Schritt am Bildschirm. Die Sprechstunde ist kostenlos und findet an zwei Nachmittagen pro Woche statt.
B
Versicherungsberatung: Mitgliedsbescheinigung, Krankmeldung oder Familienversicherung – wir erklären in Ruhe, was die Schreiben bedeuten und welche Frist gilt. Eine verbindliche Entscheidung treffen wir nicht, helfen aber beim Verstehen und Sortieren. Bringen Sie Ihren Ausweis und die aktuellen Briefe mit. Termine vergeben wir am Empfang oder über den Rückrufservice.
C
Passfoto-Aktion: Biometrische Fotos für Pass und Ausweis entstehen direkt im Bürgerbüro. Das Angebot gilt nur vormittags und ohne Termin. Bitte kommen Sie ohne Brille mit getönten Gläsern und ohne Kopfbedeckung, außer aus religiösen Gründen. Die Fotos sind sofort fertig; bezahlen können Sie bar oder mit Karte.
D
Formularlotsen: Anträge gehen wir Zeile für Zeile mit Ihnen durch, notieren fehlende Unterlagen und kopieren bei Bedarf. Eine kurze Wartezeit ist möglich, weil wir uns für jeden Fall Zeit nehmen. Bringen Sie alle Briefe zum Thema mit, auch die, die Sie nicht verstehen. Wir entscheiden nichts, sondern bereiten Ihren Termin gut vor.
E
Rückrufservice Amt: Terminwünsche tragen Sie bequem online ein; unser Rückruf kommt innerhalb von zwei Werktagen. So sparen Sie sich das Warten in der Leitung. Halten Sie bei unserem Anruf Ihre Unterlagen bereit. Wer kein Internet nutzt, kann den Wunsch auch am Empfang auf einer Karte hinterlassen.
F
Dolmetschhilfe gesucht: Freiwillige mit Arabisch, Polnisch oder Ukrainisch unterstützen bei kurzen Gesprächen im Amt. Sie übersetzen einfache Sätze und helfen beim Verstehen von Fragen, geben aber keine rechtliche Auskunft. Eine Einführung und feste Ansprechpersonen sind selbstverständlich. Schon ein Einsatz im Monat hilft vielen Menschen weiter.
G
Datenschutzkurs: Was geschieht eigentlich mit meinen Unterlagen? An einem Abend zeigen wir an Beispielen aus Amt, Versicherung und Schule, welche Daten gespeichert werden dürfen und welche nicht. Sie lernen, worauf Sie beim Unterschreiben achten sollten. Der Kurs ist kostenlos; eigene Briefe können Sie anonym als Beispiel mitbringen.
H
Briefkasten-Service: Wenn eine Frist drängt, geben wir Ihre Unterlagen fristgerecht für Sie ab und holen am Schalter eine Bestätigung des Empfangs. Damit können Sie belegen, dass alles rechtzeitig ankam. Bringen Sie die vollständigen Papiere in einem verschlossenen Umschlag. Der Service ist kostenlos, aber nur für den Posteingang der Stadt gedacht.
I
Gebühren verstehen: An einem Infoabend im Rathaus erklären wir, wann für einen Antrag Gebühren anfallen und wann eine Ermäßigung möglich ist. Sie erfahren auch, welche Nachweise dafür nötig sind. Der Abend ist kostenlos und richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger. Fragen können Sie vorher anonym in einen Briefkasten werfen.
J
Kopierpunkt im Foyer: Unterlagen lassen sich hier scannen, ausdrucken und als PDF auf den USB-Stick ziehen. Halten Sie für die Bedienung passende Münzen bereit. Eine kurze Anleitung hängt am Gerät, bei Problemen hilft der Empfang. So haben Sie Ihre Kopien direkt vor dem Termin zur Hand, ohne extra Wege zu machen.
Teil 4 - Meinungen verstehen
Arbeitszeit: 15 Minuten
Lesen Sie die Texte 20 bis 26. Wählen Sie: Ist die Person für persönliche Beratungsangebote zu Betreuungszeiten?
In einer Zeitschrift lesen Sie Leserbriefe zum Thema persönliche Beratungsangebote zu Betreuungszeiten.
LESERBRIEFE
Beispiel. Niko: Ich bin eindeutig dafür. Manchmal reicht ein gutes Beispiel, und schon erledigt man den Rest allein; eine kurze persönliche Hilfe macht selbstständiger, nicht abhängiger.
20. Ursula: Für die Kita-Anmeldung brauche ich keine eigene Sprechstunde. Wie die Vormerkung läuft, steht online, und das Formular fülle ich auch allein aus. Ein zusätzlicher Termin bedeutet für mich nur Aufwand mit einem kleinen Kind. Besser wäre, wenn die Anträge von vornherein klarer wären, dann käme jede Familie ohne Beratung zurecht.
21. Zoran: Ich bin skeptisch gegenüber immer neuen Beratungsangeboten. Am Ende sitzt man bei mehreren Stellen und hört überall etwas anderes. Wer arbeitet, kann feste Zeiten ohnehin selten wahrnehmen. Das Geld wäre in mehr Betreuungsplätze und längere Öffnungszeiten besser investiert als in Gespräche, die am eigentlichen Platzmangel nichts ändern.
22. Jana: Solche Angebote finde ich sehr wertvoll, gerade für Familien, die neu hier sind. Vieles wirkt kompliziert, dabei fehlt oft nur eine einzige Erklärung. Ein ruhiges Gespräch nimmt die Scheu, überhaupt zu fragen. Besonders gut finde ich, wenn Familienpaten aus eigener Erfahrung berichten; das macht Mut und wirkt glaubwürdiger als jedes Merkblatt.
23. Gül: Aus meiner Sicht ist eine Beratung vor Ort die beste Hilfe. Man kann seine konkrete Situation schildern und bekommt gesagt, welche Zeiten und welche Nachweise wirklich passen. Solange klar ist, dass niemand einen Platz garantieren kann, sehe ich nur Vorteile. Eine kurze Übersicht zum Mitnehmen würde vielen Eltern den Kopf freihalten.
24. Hanna: So eine Sprechstunde klingt freundlich, löst aber das Grundproblem nicht: Es gibt schlicht zu wenige Plätze. Wer einen Frühdienst braucht, dem hilft auch das beste Gespräch nicht, wenn keine Betreuung frei ist. Ich möchte meine Lage auch nicht vor anderen ausbreiten. Mehr Personal in den Kitas wäre die ehrlichere Antwort.
25. Livia: Ich unterstütze die Idee sehr. Rund um die Betreuung hängen viele Fristen und Nachweise zusammen, und da hilft jemand, der den Überblick behält. Mir hat besonders gefallen, dass man die Eingewöhnung vorher besprechen konnte. Das nimmt Eltern und Kind die Angst. Die Stadt sollte solche Angebote ausbauen und früh bekannt machen.
26. Rosa: Für mich überwiegt klar der Nutzen. Als junge Familie verliert man zwischen Anträgen und Wartelisten leicht den Überblick, und ein freundlicher Mensch, der verständlich erklärt und nicht bewertet, nimmt Druck. Mir hat es geholfen, meine eine wichtige Frage endlich loszuwerden. Solche Anlaufstellen sollten überall im Stadtteil leicht zu finden sein.
Teil 5 - Informationsblatt verstehen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie die Aufgaben 27 bis 30 und den Text dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Sie informieren sich über ein Informationsblatt zum Thema Mitgliedschaft.
27. Wie oft ist Probetraining kostenlos?
- a) Nie.
- b) Zweimal.
- c) Zehnmal.
28. Was ist danach nötig?
- a) Eine Prüfung.
- b) Ein Mietvertrag.
- c) Eine schriftliche Anmeldung.
29. Wie wird der Beitrag bezahlt?
- a) Gar nicht.
- b) Er wird monatlich abgebucht.
- c) Nur bar im Training.
30. Worum geht es im Informationsblatt?
- a) Um Telefonbetrug.
- b) Um Mitgliedschaft.
- c) Um Nebenkosten.
INFORMATIONSBLATT MITGLIEDSCHAFT
Dieses Blatt richtet sich an alle, die einem Sportverein beitreten möchten und vorher die wichtigsten Punkte kennen wollen. Es gibt einen kurzen Überblick.
Probetraining: Sie können zweimal kostenlos am Probetraining teilnehmen. So lernen Sie die Gruppe und die Übungsleitung in Ruhe kennen, bevor Sie sich entscheiden.
Anmeldung: Wenn Sie dabeibleiben möchten, ist danach eine schriftliche Anmeldung nötig. Erst damit wird Ihre Mitgliedschaft gültig; mündlich allein reicht nicht.
Beitrag: Der Mitgliedsbeitrag wird monatlich von Ihrem Konto abgebucht. Achten Sie auf die Kündigungsfrist, falls Sie später wieder austreten möchten.
Ablauf und Hinweise: Bringen Sie zum Probetraining bequeme Kleidung und, falls vorhanden, eine ärztliche Bescheinigung mit. Für Ermäßigungen oder eine Familienkarte fragen Sie einfach bei der Beratung nach. Wer eine ärztliche Verordnung hat, kann sich zusätzlich zum Reha-Sport beraten lassen.
Hören - ca. 40 Minuten
Audio-Datei: goethe-b1-model-05.mp3
Teil 1 - Kurze Texte
Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.
Text 1
1. Der Tanzkurs fällt diese Woche aus.
richtigfalsch
2. Was kann man diese Woche stattdessen tun?
- a) Zu Hause bleiben.
- b) Einen anderen Kurs bezahlen.
- c) Die offene Singgruppe besuchen.
Text 2
3. Für die Aufgabe bei der Tafel braucht man einen Führerschein.
richtigfalsch
4. Was machen die gesuchten Helfer?
- a) Essen kochen.
- b) Lebensmittel abholen und bringen.
- c) Im Büro telefonieren.
Text 3
5. Iva sucht nur Helfer für den Aufbau.
richtigfalsch
6. Wann beginnt der Aufbau am Morgen?
- a) Um neun Uhr.
- b) Um zwei Uhr.
- c) Um zwölf Uhr.
Text 4
7. Die Teilnehmer sollen ab jetzt eigenes Garn mitbringen.
richtigfalsch
8. Was bekommt man, wenn man die Maschine nicht bedienen kann?
- a) Eine Rechnung.
- b) Ein neues Gerät.
- c) Eine kurze Einweisung.
Text 5
9. Beim Kinderturnen sind noch viele Plätze frei.
richtigfalsch
10. Was kann man tun, wenn das Kinderturnen voll ist?
- a) Einen anderen Verein suchen.
- b) Sich auf die Warteliste setzen lassen.
- c) Sofort anfangen.
Teil 2 - Eine Information verstehen
Sie hören einen längeren Informationstext einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
11. Was ist laut Frau Keller wichtiger als Vorkenntnisse?
- a) Viel Geld.
- b) Freude an der Sache und Zuverlässigkeit.
- c) Eine bestimmte Ausbildung.
12. Wie viel Zeit muss man investieren?
- a) Man bestimmt es selbst.
- b) Mindestens jeden Tag.
- c) Genau zehn Stunden pro Woche.
13. Was bekommt man vor fast jeder Aufgabe?
- a) Eine Prüfung.
- b) Ein Gehalt.
- c) Eine kurze Einweisung.
14. Was bringt ein Ehrenamt laut Frau Keller zurück?
- a) Nur Stress.
- b) Neue Kontakte und Erfahrungen.
- c) Vor allem Geld.
15. Wie kann man am einfachsten anfangen?
- a) Zum Tag des Ehrenamts kommen.
- b) Eine lange Ausbildung machen.
- c) Einen Verein gründen.
Teil 3 - Ein Gespräch verstehen
Sie hören ein Gespräch einmal. Entscheiden Sie, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.
16. Herr Felber liest einmal pro Woche mit Kindern.
richtigfalsch
17. Man muss sich beim Ehrenamt für sehr viel Zeit verpflichten.
richtigfalsch
18. Frau Nowak weiß noch nicht, welche Aufgabe zu ihr passt.
richtigfalsch
19. Beim Besuchsdienst besucht man einmal in der Woche jemanden.
richtigfalsch
20. Vor dem Start gibt es keine Einweisung.
richtigfalsch
21. Herr Felber war beim ersten Mal aufgeregt.
richtigfalsch
22. Frau Nowak will am Sonntag mit Herrn Felber zum Tag des Ehrenamts gehen.
richtigfalsch
Teil 4 - Diskussion
Sie hören eine Diskussion zweimal. Ordnen Sie die Aussagen zu: Wer sagt was?
- a) Moderator
- b) Frau Beck
- c) Herr Arslan
23. Es fehlt nicht am guten Willen, sondern viele wissen nicht, wie und wo sie helfen können.
abc
24. Bei uns kommen die Leute wegen einer konkreten Sache und wachsen langsam hinein.
abc
25. Am besten probiert man eine Aufgabe aus, ohne sich gleich für ein Jahr zu verpflichten.
abc
26. Was die Menschen langfristig hält, ist die Gemeinschaft.
abc
27. Man sollte gerade junge Leute stärker einbeziehen und mitentscheiden lassen.
abc
28. Wir bieten vieles am Abend oder Wochenende an und richten uns nach den Menschen.
abc
29. Beim gemeinsamen Tun lernt man die Sprache fast nebenbei; das ist gelebte Integration.
abc
30. Heute sprechen wir über das Ehrenamt und wie Engagement gelingen kann.
abc
Hörtexte für Audio-Generierung
Hören Teil 1, Beispiel
Hallo Leonie, hier ist Murat vom Stadtteilverein. Ich wollte dir kurz sagen, dass unser Spieleabend diese Woche nicht am Donnerstag, sondern schon am Mittwoch stattfindet, weil der Raum am Donnerstag belegt ist. Es bleibt aber bei neunzehn Uhr im großen Saal. Bring gern ein Lieblingsspiel mit, dann haben wir mehr Auswahl. Für Knabbereien ist gesorgt. Sag bitte kurz Bescheid, ob du kommst, damit ich genug Stühle stelle. Ich freue mich, bis Mittwoch!
Hören Teil 1, Text 1
Sie hören eine Durchsage im Stadtteilzentrum. Liebe Mitglieder, der Tanzkurs am Montag muss diese Woche leider ausfallen, weil der Saal renoviert wird. Ab der nächsten Woche tanzen wir wieder wie gewohnt. Wer möchte, kann in dieser Woche stattdessen die offene Singgruppe im Nebenraum besuchen; dort sind Gäste herzlich willkommen. Wir bitten um Verständnis und freuen uns, Sie bald wieder beim Tanzen zu sehen. Den genauen Termin der Singgruppe finden Sie am Aushang direkt neben dem Eingang.
Hören Teil 1, Text 2
Und nun ein Aufruf aus unserem Bürgerfunk im Radio. Die Tafel in unserer Stadt sucht dringend ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer. Die Aufgabe ist einfach: Man holt morgens gespendete Lebensmittel bei Geschäften ab und bringt sie zur Ausgabestelle. Schon ein Vormittag pro Woche hilft enorm. Einen Führerschein sollte man haben, alles andere wird vor Ort erklärt. Wer mitmachen möchte, meldet sich beim Büro der Tafel. Die Adresse und die Telefonnummer nennen wir gleich im Anschluss an diesen Beitrag. Jede helfende Hand ist willkommen.
Hören Teil 1, Text 3
Sie hören folgende Nachricht. Hallo, hier ist Iva. Du wolltest doch beim Sommerfest des Vereins helfen. Es ist am Samstag, und wir suchen noch Leute für den Aufbau am Morgen und für den Kuchenstand am Nachmittag. Du kannst dir aussuchen, was dir lieber ist. Wenn du beim Aufbau hilfst, sei bitte um neun da. Für den Kuchenstand reicht es, wenn du um zwei kommst. Sag mir kurz, was dir passt, dann trage ich dich ein.
Hören Teil 1, Text 4
Sie hören eine Ansage im Nähcafé. Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer, ab dieser Woche bringen Sie bitte Ihr eigenes Garn mit, denn unser Vorrat ist aufgebraucht. Nähmaschinen und Stoffreste stehen Ihnen weiterhin kostenlos zur Verfügung. Wer eine Maschine noch nicht bedienen kann, bekommt von den erfahrenen Mitgliedern gern eine kurze Einweisung. Das Nähcafé ist und bleibt kostenlos; wir freuen uns einfach über Menschen, die gemeinsam etwas Schönes machen wollen. Wir treffen uns jeden Dienstagnachmittag im hinteren, hellen Raum.
Hören Teil 1, Text 5
Sie hören eine Mitteilung des Sportvereins. Liebe Mitglieder, wir möchten Sie darüber informieren, dass das Kinderturnen am Samstag bereits ausgebucht ist. Wer sein Kind anmelden möchte, kann sich aber auf die Warteliste setzen lassen. Im Frühjahr öffnen wir bei genügend Nachfrage eine zweite Gruppe. Für Erwachsene gibt es dagegen noch freie Plätze im neuen Lauftreff, der sonntags früh startet. Eine Anmeldung ist im Vereinsbüro oder online möglich. Bei Fragen rufen Sie uns einfach an, wir beraten Sie gern persönlich.
Hören Teil 2
Sie hören nun einen Vortrag zum Thema Ehrenamt. Es spricht Frau Keller vom Freiwilligenzentrum. Ich freue mich, dass Sie heute hier sind. Ich freue mich, dass Sie sich für ein Ehrenamt interessieren, denn ohne freiwilliges Engagement wäre unsere Stadt deutlich ärmer. Ich möchte Ihnen heute zeigen, wie vielfältig die Möglichkeiten sind und wie leicht der Einstieg ist. Zuerst das Wichtigste: Sie müssen keine besondere Ausbildung mitbringen. Wichtiger als Vorkenntnisse sind Freude an der Sache und ein wenig Zuverlässigkeit. Für fast jede Aufgabe gibt es vorher eine kurze Einweisung, und Sie werden nie allein ins kalte Wasser geworfen. Zweitens: Sie bestimmen selbst, wie viel Zeit Sie geben. Manche helfen ein paar Stunden im Monat, andere mehrere Male pro Woche. Schon wenig Zeit ist wertvoll, also lassen Sie sich nicht abschrecken, wenn Sie nicht viel übrig haben. Die Bandbreite der Aufgaben ist groß. Sie können mit Kindern lesen, ältere Menschen besuchen, bei Festen helfen, Geflüchteten die Sprache näherbringen oder bei der Tafel mitarbeiten. Überlegen Sie, was Ihnen liegt und Freude macht. Wer gern draußen ist, hilft vielleicht in einem Gemeinschaftsgarten; wer gern organisiert, im Vereinsbüro. Ein Punkt, der oft vergessen wird: Ein Ehrenamt gibt nicht nur, es bringt auch viel zurück. Sie lernen neue Menschen kennen, sammeln Erfahrungen und tun etwas Sinnvolles. Gerade wer neu in der Stadt ist oder die Sprache noch lernt, findet so schnell Anschluss. Dazu fällt mir ein gutes Beispiel ein. Eine junge Frau kam zu uns, die gerade neu in der Stadt war und kaum jemanden kannte. Sie hatte nur wenig Zeit, aber große Lust, etwas zu tun. Wir haben sie mit einer Lesegruppe für Kinder zusammengebracht, eine Stunde pro Woche. Heute, ein Jahr später, hat sie dort Freunde gefunden und sagt, das Ehrenamt sei das Beste, was ihr in der neuen Stadt passiert ist. Solche Geschichten erlebe ich immer wieder. Ein weiterer wichtiger Punkt: Sie sind versichert, während Sie ehrenamtlich tätig sind, und wenn Ihnen Kosten entstehen, etwa für Fahrten, werden diese oft erstattet. Sie müssen also keine Angst haben, dass Engagement Sie Geld kostet. Und wenn eine Aufgabe doch einmal nicht passt, ist das überhaupt kein Problem. Dann suchen wir gemeinsam so lange, bis wir etwas finden, das wirklich zu Ihnen passt. Wie fangen Sie an? Am einfachsten kommen Sie zu unserem Tag des Ehrenamts am nächsten Sonntag. Dort stellen sich viele Vereine vor, und Sie können ganz unverbindlich verschiedene Aufgaben ausprobieren. Oder Sie vereinbaren mit uns ein kurzes Gespräch; wir finden gemeinsam etwas Passendes. Ich danke Ihnen für Ihr Interesse und hoffe, viele von Ihnen bald als Freiwillige begrüßen zu dürfen.
Hören Teil 3
Hören Sie ein Gespräch zwischen zwei Freunden, Frau Nowak und Herrn Felber, die über das Ehrenamt sprechen. Frau Nowak: Du engagierst dich doch ehrenamtlich, oder? Ich überlege schon länger, ob ich auch etwas machen soll. Herr Felber: Ja, ich lese einmal in der Woche mit Kindern in der Bücherei. Das ist wirklich schön und kostet mich nur eine Stunde. Frau Nowak: Nur eine Stunde? Ich dachte immer, man müsste sich da für viel mehr verpflichten. Herr Felber: Das ist ein verbreiteter Irrtum. Du entscheidest selbst, wie viel du gibst. Schon wenig hilft, und niemand erwartet, dass du dein ganzes Leben umstellst. Frau Nowak: Das beruhigt mich. Mein Problem ist nur, dass ich nicht weiß, was zu mir passt. Herr Felber: Dann komm doch zum Tag des Ehrenamts am Sonntag. Da stellen sich viele Gruppen vor, und du kannst alles ganz unverbindlich anschauen. Frau Nowak: Gute Idee. Ich mag eigentlich den Kontakt zu Menschen, vielleicht etwas mit älteren Leuten? Herr Felber: Da gibt es einen Besuchsdienst. Man besucht einmal in der Woche jemanden, der allein ist, hört zu oder geht ein Stück spazieren. Das wäre bestimmt etwas für dich. Frau Nowak: Das klingt wirklich schön. Aber ich habe ein bisschen Angst, etwas falsch zu machen. Herr Felber: Diese Sorge kenne ich, aber sie ist unnötig. Es gibt vorher eine Einweisung, und du bist nie ganz allein. Es gibt immer jemanden, den du fragen kannst. Frau Nowak: Und wie war es bei dir am Anfang? Herr Felber: Ehrlich? Ich war beim ersten Mal aufgeregt. Aber die Kinder waren so begeistert, dass die Nervosität sofort weg war. Seitdem freue ich mich jede Woche darauf. Frau Nowak: Und wie viel Zeit kostet dich das in der Woche wirklich? Herr Felber: Ehrlich gesagt nur die eine Stunde plus ein bisschen Vorbereitung. Aber die macht mir Spaß, also zählt sie gar nicht richtig. Frau Nowak: Das klingt machbar. Ich hatte echt Sorge, dass ich mich auf etwas Großes einlasse. Herr Felber: Diese Sorge haben viele, aber sie ist unbegründet. Du gibst so viel, wie du kannst und willst, mehr verlangt niemand. Frau Nowak: Und wenn ich mal im Urlaub bin oder krank werde? Herr Felber: Dann sagst du einfach kurz Bescheid. Es gibt immer jemanden, der einspringt, dafür ist man ja ein Team. Frau Nowak: Das beruhigt mich wirklich. Ich dachte, ich wäre dann ganz allein verantwortlich. Herr Felber: Überhaupt nicht. Niemand steht allein da, und genau das macht es so angenehm. Frau Nowak: Je mehr du erzählst, desto mehr Lust bekomme ich. Das überzeugt mich. Weißt du was, ich komme einfach am Sonntag mit. Herr Felber: Super, dann gehen wir zusammen. Ich hole dich um halb elf ab, dann schauen wir uns alles in Ruhe an. Frau Nowak: Perfekt. Allein hätte ich mich wahrscheinlich wieder nicht getraut. Vielen Dank, dass du mich mitnimmst.
Hören Teil 4
Moderator: Herzlich willkommen zu unserer Runde. Heute reden wir über das Ehrenamt und über die Frage, wie freiwilliges Engagement auch in Zukunft gelingen kann. Viele Vereine suchen dringend Helfer, gleichzeitig haben die Menschen immer weniger Zeit. Bei mir sind Frau Beck, die ein Freiwilligenzentrum leitet, und Herr Arslan, der seit Jahren in einem Sportverein aktiv ist. Frau Beck, woran fehlt es am meisten? Frau Beck: Interessanterweise nicht am guten Willen. Viele Menschen würden gern helfen, wissen aber nicht, wie und wo. Unsere Aufgabe ist es, den Kontakt herzustellen und die Hürden niedrig zu halten. Wer sich erst durch viele Formulare kämpfen muss, verliert schnell die Lust. Moderator: Sie sagen also, der Einstieg muss einfach sein? Frau Beck: Genau. Am besten kann man eine Aufgabe einfach ausprobieren, ohne sich gleich für ein Jahr zu verpflichten. Ein gutes Beispiel ist unser Tag des Ehrenamts: Da schnuppern die Leute hinein, und viele bleiben dann dabei. Herr Arslan: Das kann ich bestätigen. Bei uns im Verein läuft es genauso. Niemand kommt und sagt, ich engagiere mich jetzt für immer. Die Leute kommen wegen einer konkreten Sache, etwa um beim Sommerfest zu helfen, und wachsen dann langsam hinein. Moderator: Was hält die Menschen langfristig dabei? Herr Arslan: Die Gemeinschaft. Man hilft nicht nur, man gehört dazu. Bei uns sind über die Jahre echte Freundschaften entstanden. Ein Verein lebt davon, dass viele etwas beitragen, jeder ein kleines Stück. Frau Beck: Da stimme ich zu, und ich möchte ergänzen: Man sollte gerade junge Leute stärker einbeziehen. Sie haben oft tolle Ideen, aber man muss sie auch ernst nehmen und mitentscheiden lassen. Moderator: Ein Thema sind die Zeiten. Viele arbeiten und können tagsüber nicht. Herr Arslan: Deshalb bieten wir vieles am Abend oder am Wochenende an. Wer bis fünf arbeitet, kann eben nur danach. Wir müssen uns nach den Menschen richten, nicht umgekehrt. Frau Beck: Sehr wichtig. Und wir dürfen das Engagement von Menschen nicht vergessen, die noch Deutsch lernen. Beim gemeinsamen Tun lernt man die Sprache fast nebenbei, und man fühlt sich willkommen. Das ist gelebte Integration. Herr Arslan: Ein schönes Beispiel dafür ist unsere Laufgruppe. Da laufen Menschen aus zehn Ländern zusammen, und gesprochen wird beim Laufen sowieso wenig. Hinterher beim Tee dann umso mehr. Moderator: Ein Problem vieler Vereine ist, dass kaum noch jemand ein Amt übernehmen will, etwa als Kassenwart oder Vorsitzende. Woran liegt das? Herr Arslan: Vor allem an der Angst vor der Verantwortung und dem Papierkram. Die Leute helfen gern bei einem Fest, aber ein festes Amt schreckt sie ab. Bei uns haben wir deshalb die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt. Statt eines einzigen Kassenwarts kümmern sich jetzt drei Personen um kleinere Bereiche. Moderator: Und das funktioniert? Herr Arslan: Sehr gut sogar. Niemand fühlt sich überlastet, und wenn einer einmal ausfällt, bricht nicht gleich alles zusammen. Ein Verein lebt davon, dass viele ein kleines Stück übernehmen. Frau Beck: Das ist genau der richtige Weg. Wir beraten Vereine oft dabei, große Aufgaben in kleine, überschaubare Teile zu zerlegen. Das senkt die Hürde enorm. Ein gutes Beispiel ist ein Sportverein, der seine Jugendarbeit auf ein ganzes Team verteilt hat, statt sie einer einzigen erschöpften Person aufzubürden. Moderator: Wie wichtig ist die Anerkennung für die Freiwilligen? Frau Beck: Das ist enorm wichtig. Menschen, die sich engagieren, möchten spüren, dass ihre Arbeit gesehen wird. Das muss nichts Großes sein: ein Dankeschön, eine kleine Feier am Jahresende, eine Urkunde. Wer sich wertgeschätzt fühlt, bleibt dabei. Herr Arslan: Da stimme ich zu. Bei uns gibt es einmal im Jahr ein Helferfest, nur für die Ehrenamtlichen. Das kostet wenig und bedeutet den Leuten viel. Moderator: Hört man nicht oft, die Jugend wolle sich nicht mehr binden? Herr Arslan: Das halte ich für ein Vorurteil. Junge Leute engagieren sich sehr wohl, nur anders, oft für ein konkretes Projekt. Man muss sie fragen und ernst nehmen, dann sind sie mit Begeisterung dabei. Frau Beck: Genau, und gerade junge Menschen bringen frische Ideen mit, auf die ältere oft nicht kommen. Wenn man sie mitentscheiden lässt, gewinnen am Ende alle. Moderator: Zum Schluss noch von jedem ein kurzer Rat. Frau Beck: Dass Engagement leicht bleibt und jeder das Gefühl hat, gebraucht zu werden. Herr Arslan: Und dass wir die Türen weit offen halten, für wirklich alle. Frau Beck: Und ich wünsche mir, dass Engagement schon in der Schule und im Betrieb selbstverständlicher wird. Wer früh erlebt, wie gut Helfen tut, bleibt oft ein Leben lang dabei. Herr Arslan: Ein schöner Gedanke, dem schließe ich mich gern an. So entsteht aus vielen kleinen Beiträgen am Ende etwas Großes für alle. Moderator: Das sind zwei wertvolle Gedanken. Ihnen beiden vielen Dank und alles Gute.