Lesen - 65 Minuten
Das Modul Lesen hat fünf Teile. Sie lesen mehrere Texte und lösen Aufgaben dazu. Sie können mit jeder Aufgabe beginnen. Für jede Aufgabe gibt es nur eine richtige Lösung.
Teil 1 - Korrespondenz lesen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie den Text und die Aufgaben 1 bis 6 dazu. Wählen Sie: Sind die Aussagen richtig oder falsch?
E-Mail: Arzttermin
Hallo Nadja,
du hast mir geschrieben, dass du im Moment gesünder leben möchtest, aber nicht weißt, wie du anfangen sollst. Genau so ging es mir vor einigen Wochen. In unserem Stadtteilzentrum gab es einen Gesundheitstag, an dem man ohne Termin den Blutdruck messen lassen und Fragen zu Bewegung stellen konnte, und ich war zuerst unsicher, ob sich das für mich lohnt.
Bevor ich hinging, habe ich mir aufgeschrieben, was ich wirklich wissen wollte, und meine letzten Arztbriefe in eine Mappe gelegt. Vor Ort habe ich nur Kopien gezeigt; die Originale sind bei mir geblieben. Ich habe mir eine einzige Hauptfrage vorgenommen: Welcher Sportkurs passt zu jemandem, der lange keinen Sport gemacht hat?
Im Wartebereich saßen ganz verschiedene Leute. Einer wollte seinen Einnahmeplan erklärt bekommen, eine ältere Frau suchte eine ruhige Spaziergruppe. Das Gespräch hat mir keine Entscheidung abgenommen, doch danach war mir klar, welchen Schritt ich als Nächstes machen sollte. Ein paar Dinge musste ich zu Hause trotzdem noch nachsehen.
Mein Rat: Überlege dir vorher die eine Frage, die dir am wichtigsten ist, und nimm nur die Papiere mit, die zu dieser Frage gehören. Wenn du möchtest, komme ich am Freitag gern mit; anfangen und nachfragen solltest du aber selbst, dann bleibst du auch eher dran.
Und denk daran: Es muss nicht gleich der perfekte Plan sein. Schon ein kleiner fester Termin in der Woche reicht für den Anfang, und beim Gesundheitstag kannst du ganz unverbindlich ausprobieren, was dir liegt. Mir hat geholfen, dass mir jemand in Ruhe erklärt hat, worauf ich bei meinem Blutdruck achten soll, statt mir gleich zehn Ratschläge auf einmal zu geben. Genau dieser ruhige erste Schritt hat bei mir den Unterschied gemacht.
Liebe Grüße aus Freiburg
Elena
Beispiel. Die E-Mail berichtet von einer persönlichen Erfahrung.
richtigfalsch
1. Alle Fragen wurden sofort und endgültig entschieden.
richtigfalsch
2. Die Nachricht war für Elena ein Grund, doch persönlich nachzufragen.
richtigfalsch
3. Das Angebot war nur für Fachleute bestimmt.
richtigfalsch
4. Elena ordnete die Unterlagen vor dem Termin.
richtigfalsch
5. Vor dem Termin hatte Elena mehrere Fragen vorbereitet.
richtigfalsch
6. Elena möchte den Termin am Freitag absagen.
richtigfalsch
Teil 2 - Pressetexte verstehen
Arbeitszeit: 20 Minuten
Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 7 bis 9 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Aus der Presse: Hilfe bei Energiesparen
In einer Stadtteilzeitung ist nachzulesen, warum Umwelt- und Energiethemen im Viertel jetzt anders begleitet werden. Viele Menschen möchten Strom und Müll reduzieren, scheitern aber an der Frage, wo sie konkret anfangen sollen, und verlieren zwischen Tipps und Tarifen den Überblick.
Das Besondere am neuen Ansatz ist die Verbindung von Beratung und gemeinsamer Aktion: Eine Energieberaterin kommt auf Wunsch in die Wohnung, parallel organisiert die Nachbarschaft Putz- und Tauschaktionen. Wer beim Aufräumen im Park mithilft, erfährt nebenbei, wie Mülltrennung im Alltag wirklich funktioniert. So muss niemand allein im Internet suchen.
Das Angebot richtet sich besonders an Haushalte mit geringem Einkommen; für sie ist der Energiespar-Check kostenlos. Eine verbindliche Senkung der Stromrechnung kann niemand versprechen, wohl aber zeigen, welche kleinen Schritte sich lohnen.
Wie die Stadt mitteilt, notieren inzwischen mehr Menschen überhaupt erst ihren Verbrauch. Wer seine Zahlen kennt, handelt erfahrungsgemäß früher und gezielter.
Vor einem Besuch sollen die Bewohner ihre letzte Stromrechnung bereitlegen und die auffälligste Frage aufschreiben. Ausgewertet wird vor allem, welche Tipps tatsächlich umgesetzt wurden, um die Empfehlungen alltagstauglicher zu machen.
Begleitet wird alles von ehrenamtlichen Nachbarschaftslotsen, die zu Kompostkursen und Reparaturtreffs einladen.
Interessant ist eine Zahl aus dem Bericht: Am meisten brachte nicht der teuerste Tipp, sondern der, den die Leute sofort umsetzen konnten. Eine abgedichtete Tür oder eine andere Glühbirne wirkten oft mehr als groß angekündigte Maßnahmen. Deshalb sollen die Beratenden künftig zuerst eine einzige, leicht machbare Änderung vorschlagen und erst beim nächsten Termin über größere Schritte sprechen.
Beispiel. In diesem Text geht es um ...
- a) ein neues Beratungsmodell im Alltag.
- b) einen privaten Reisebericht.
- c) eine Prüfung im Sprachkurs.
7. Was ist das Besondere am neuen Ansatz?
- a) Die Energieberatung wurde abgeschafft.
- b) Alle Tipps kommen nur noch aus dem Internet.
- c) Beratung wird mit gemeinsamen Aktionen in der Nachbarschaft verbunden.
8. Für wen ist der Energiespar-Check kostenlos?
- a) Für alle Firmen im Viertel.
- b) Für Haushalte mit geringem Einkommen.
- c) Nur für Neubauwohnungen.
9. Welcher Tipp brachte laut Bericht am meisten?
- a) Der Wechsel in eine andere Stadt.
- b) Der teuerste Umbau am Haus.
- c) Der, den die Leute sofort umsetzen konnten.
Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 10 bis 12 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Bericht: Neue Wege zur passenden Hilfe
Eine Berufsschule wollte genauer wissen, warum manche Jugendliche kurz nach dem Start wieder aufgeben, und ließ die ersten Wochen des Begleitangebots auswerten. Das Ergebnis überraschte: Selten lag es an der Arbeit selbst, häufig an Missverständnissen über Rechte, Pausen und das Berichtsheft.
Also wurde nachgesteuert. Die Hinweise sind nun in jugendgerechter, einfacher Sprache geschrieben und starten mit einem echten Beispiel aus der Probezeit. Statt langer Vorträge gibt es einen kurzen Musterfall, an dem die Jugendlichen typische Situationen durchspielen.
Am meisten halfen Gespräche mit ehemaligen Azubis: Wer von jemandem hört, der dasselbe erlebt hat, traut sich eher nachzufragen. Wem das vor anderen unangenehm ist, reicht die Frage einfach vorher ein.
Ein weiterer Punkt betrifft die Eltern: Viele wollen unterstützen, kennen aber das Ausbildungssystem nicht. Deshalb gibt es jetzt einen eigenen Elternabend. Die Betriebe wollen zudem die ersten Wochen besser begleiten, weil sich viele Missverständnisse schon durch ein kurzes Gespräch am Anfang vermeiden lassen. Vorgesehen ist eine kleine Mappe für neue Azubis, in der die wichtigsten Rechte und Ansprechpersonen verständlich zusammengefasst sind. Wie viele dieser Begleitangebote dauerhaft finanziert werden, hängt allerdings von der weiteren Förderung ab.
10. Woran lag das frühe Aufgeben laut Auswertung häufig?
- a) An Missverständnissen über Rechte, Pausen und das Berichtsheft.
- b) An der körperlichen Arbeit selbst.
- c) An zu hohen Fahrtkosten.
11. Warum gibt es jetzt einen eigenen Elternabend?
- a) Die Jugendlichen dürfen nicht allein kommen.
- b) Viele Eltern wollen helfen, kennen aber das Ausbildungssystem nicht.
- c) Die Eltern sollen die Verträge unterschreiben.
12. Was ist für neue Azubis vorgesehen?
- a) Ein zusätzlicher Urlaubsmonat.
- b) Ein Auto vom Betrieb.
- c) Eine kleine Mappe mit den wichtigsten Rechten und Ansprechpersonen.
Teil 3 - Anzeigen zuordnen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie die Situationen 13 bis 19 und die Anzeigen A bis J aus verschiedenen deutschsprachigen Medien. Wählen Sie: Welche Anzeige passt zu welcher Situation? Sie können jede Anzeige nur einmal verwenden. Die Anzeige aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden. Für eine Situation gibt es keine passende Anzeige. In diesem Fall schreiben Sie 0.
Mehrere Personen suchen passende Informationen oder Angebote zum Thema Freizeit und Ehrenamt.
Beispiel. Sie möchten bei Briefen vom Amt helfen. Anzeige: D
13. Sie möchten älteren Menschen regelmäßig Gesellschaft leisten.
14. Sie suchen einen Termin zur Führerscheinprüfung.
15. Sie haben nur wenig Zeit und möchten trotzdem in der Kleiderkammer helfen.
16. Sie wissen noch nicht, welches Ehrenamt zu Ihnen passt.
17. Sie helfen gern beim Aufbau eines Spieleabends.
18. Sie möchten ohne Notenkenntnisse in einer Gruppe singen.
19. Sie können Mikrofon und Stühle vor einem Stadtteilabend vorbereiten.
A
Besuchsdienst: Ehrenamtliche besuchen ältere Menschen einmal pro Woche, hören zu, gehen ein Stück spazieren oder helfen beim Lesen der Post. Eine Einführung und die Versicherung über den Verein sind inklusive. Wie viel Zeit Sie einbringen, bestimmen Sie allein. Ein erstes Kennenlernen vereinbaren wir gemeinsam, niemand wird ins kalte Wasser geworfen. Auch wer selbst gerade wenig Gesellschaft hat, findet bei dieser Aufgabe oft neue Kontakte.
B
Spieleabend vorbereiten: Für den beliebten Abend brauchen wir Unterstützung beim Aufbau, bei den Getränken und beim Erklären der Spielregeln. Wir treffen uns um 17 Uhr, der Abend beginnt um 18 Uhr. Erfahrung ist nicht nötig, Freude am Mitmachen reicht. Auch wer nur eine Stunde helfen kann, ist herzlich willkommen.
C
Chor ohne Notenkenntnisse: In lockerer Gruppe singen wir bekannte Lieder, ganz ohne Druck. Ein Probetermin ist kostenlos und unverbindlich. Deutschkenntnisse sind nicht entscheidend, denn die Melodie verbindet uns alle. Wir treffen uns einmal pro Woche am Abend. Bringen Sie einfach gute Laune mit; Textblätter stellen wir bereit. Zweimal im Jahr treten wir bei kleinen Festen im Stadtteil auf, wer möchte, kann aber auch einfach nur mitsingen.
D
Formularhilfe im Vereinshaus: Wir lesen gemeinsam Briefe vom Amt und bereiten einfache Antworten vor. Eine Rechtsberatung bieten wir nicht an, helfen aber, die richtigen Felder zu verstehen. Bringen Sie das Schreiben und vorhandene Unterlagen mit. Das Angebot ist kostenlos und vertraulich; bei Bedarf nennen wir eine zuständige Fachstelle.
E
Kleiderkammer: Gespendete Kleidung wird bei uns sortiert, ausgegeben und durch neue Spenden ergänzt. Ob regelmäßig oder nur einmal im Monat - Freiwillige teilen sich die Zeit frei ein. Eine kurze Einweisung gibt es am ersten Tag. Gut erhaltene Kleidung nehmen wir während der Öffnungszeiten gern entgegen; bitte alles sauber und sortiert abgeben.
F
Theatergruppe im Stadtteil: Ob kleine Rollen, Bühnenbau oder Kostüme – bei uns findet jeder eine Aufgabe. Neue Mitglieder sind jederzeit willkommen, Vorkenntnisse braucht es nicht. Wir proben einmal pro Woche und zeigen am Ende der Saison ein kurzes Stück. Schauen Sie einfach unverbindlich bei einer Probe vorbei. Wer nicht auf der Bühne stehen möchte, hilft bei Technik, Kostümen oder dem Verkauf der Karten.
G
Ehrenamtsberatung: Welche Aufgabe passt zu meinen Stärken und meinem Zeitbudget? In einem kurzen Gespräch ohne Anmeldung überlegen wir das gemeinsam und stellen passende Vereine vor. Sie verpflichten sich zu nichts. Bringen Sie nur eine ungefähre Vorstellung mit, wie viel Zeit Sie haben; alles Weitere klären wir vor Ort.
H
Nachbarschaftscafé: Jeden Mittwoch gibt es Kuchen, Gespräche und Informationen zu Freizeitangeboten im Stadtteil. Das Café ist offen für alle, eine Anmeldung ist nicht nötig. Hier erfahren Sie auch, welche Vereine gerade Helfer suchen. Wer mag, bringt selbst etwas Gebackenes mit; nötig ist das aber nicht.
I
Sportpatenschaft: Erfahrene Mitglieder begleiten neu zugezogene Erwachsene zu Probetrainings und erklären die Regeln im Verein. So fällt der erste Schritt in eine neue Sportgruppe leichter. Die Aufgabe kostet wenig Zeit und macht Freude. Eine kurze Einführung gibt es vorher; versichert sind Sie während der Begleitung über den Verein.
J
Veranstaltungstechnik: Für Stadtteilabende bereiten wir Mikrofon, Licht und Stühle vor und bauen nach der Veranstaltung wieder ab. Eine kurze Einweisung zeigt, wie die Geräte funktionieren; Vorkenntnisse sind nicht nötig. Die Einsätze sind einzeln planbar, sodass Sie nur dann helfen, wenn es Ihnen passt. Festes Schuhwerk ist sinnvoll. Wer Spaß an Technik hat, kann nach und nach auch anspruchsvollere Aufgaben übernehmen.
Teil 4 - Meinungen verstehen
Arbeitszeit: 15 Minuten
Lesen Sie die Texte 20 bis 26. Wählen Sie: Ist die Person für persönliche Beratungsangebote zu Nebenkosten?
In einer Zeitschrift lesen Sie Leserbriefe zum Thema persönliche Beratungsangebote zu Nebenkosten.
LESERBRIEFE
Beispiel. Niko: Solche Beratungen finde ich sehr sinnvoll. Eine Fachperson sieht auf einen Blick, welche Angabe noch fehlt, und bewahrt einen so vor unnötigen Wegen und falsch ausgefüllten Formularen.
20. Hakan: Eine persönliche Beratung beim Mietalltag ist für mich unverzichtbar. Eine Nebenkostenabrechnung versteht kaum jemand auf Anhieb, und im Gespräch zeigt eine Fachperson sofort, welche Zahl man hinterfragen darf. Mir hat das eine unnötige Nachzahlung erspart. Wichtig ist nur, dass die Termine auch nach Feierabend angeboten werden.
21. Klara: Ich komme mit Mietsachen lieber selbst klar. Zu Nebenkosten und Kaution gibt es im Internet klare Erklärungen, und meinen Vertrag kann ich auch allein lesen. Ein zusätzlicher Termin bedeutet nur Wartezeit. Besser wäre, wenn Vermieter ihre Abrechnungen verständlich aufschlüsseln müssten, dann erübrigte sich der ganze Weg zur Beratung.
22. Uwe: Ich bin skeptisch gegenüber immer neuen Sprechstunden. Beim Umzug zählt Schnelligkeit, und ein Termin in zwei Wochen hilft mir am Umzugstag nicht. Wer arbeitet, kann feste Zeiten kaum nutzen. Das Geld wäre in verständliche Musterschreiben und eine telefonische Auskunft besser angelegt als in einen weiteren Schalter im Bürgerbüro.
23. Paula: Aus meiner Sicht ist ein Gespräch vor Ort die beste Hilfe. Man legt die Abrechnung auf den Tisch und bekommt erklärt, was hinter den Posten steckt, statt zu raten. Gerade weil viele Fristen zusammenkommen, hilft ein klarer Fahrplan. Solange klar ist, dass es keine Rechtsvertretung ersetzt, sehe ich darin nur Vorteile.
24. Wiktor: So eine Beratung klingt gut, kommt aber für viele zu spät. Wer mitten im Umzug steckt, hat keine Zeit, sich irgendwo anzustellen. Ich möchte meine privaten Zahlen auch nicht vor anderen ausbreiten. Eine gut gemachte Checkliste mit allen Fristen wäre für mich ehrlicher und im Alltag deutlich praktischer.
25. Filip: Ich unterstütze solche Angebote, weil beim Wohnen schnell viel Geld auf dem Spiel steht. Eine falsch verstandene Klausel im Vertrag kann teuer werden, und da hilft ein geübter Blick. Mir hat besonders gefallen, dass man die Übergabe vorher einmal durchspielen konnte. Die Stadt sollte solche Hilfen ausbauen und früh bekannt machen.
26. Boris: Für mich überwiegt klar der Nutzen. Beim Umzug besteht alles aus vielen kleinen Schritten, und jemand, der den Überblick behält, ist Gold wert. Mir hat es geholfen, meine eine wichtige Frage endlich loszuwerden. Gerade vor knappen Fristen nimmt das viel Druck. Solche Sprechstunden sollten überall im Stadtteil erreichbar sein.
Teil 5 - Informationsblatt verstehen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie die Aufgaben 27 bis 30 und den Text dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Sie informieren sich über ein Informationsblatt zum Thema Online-Formular.
27. Was braucht man für die Registrierung?
- a) Eine Monatskarte.
- b) Eine Vereinskarte.
- c) Eine E-Mail-Adresse.
28. Was erhält man nach der Anmeldung?
- a) Einen Bestätigungslink.
- b) Eine zweite E-Mail-Adresse.
- c) Eine Rechnung per Post.
29. Wie können Dokumente hochgeladen werden?
- a) Gar nicht.
- b) Nur als Original.
- c) Als Foto.
30. Worum geht es im Informationsblatt?
- a) Um einen Kochkurs.
- b) Um das Bürgerkonto.
- c) Um einen Pflegeantrag.
INFORMATIONSBLATT BÜRGERKONTO
Dieses Blatt richtet sich an alle, die Anträge online erledigen möchten und ein Bürgerkonto einrichten wollen. Es erklärt die wichtigsten Schritte in einfacher Form.
Registrierung: Für die Anmeldung brauchen Sie eine E-Mail-Adresse. Mehr ist für den ersten Schritt nicht nötig; Ihre weiteren Daten ergänzen Sie später in Ruhe.
Nach der Anmeldung: Sie erhalten einen Bestätigungslink per E-Mail. Erst wenn Sie darauf klicken, ist Ihr Konto aktiv. Prüfen Sie auch den Spam-Ordner, falls die Nachricht nicht gleich erscheint.
Dokumente hochladen: Unterlagen können Sie als Foto hochladen. Achten Sie auf gutes Licht und einen geraden Rand, dann sind die Dateien gut lesbar.
Ablauf und Hinweise: In der Smartphone-Sprechstunde zeigen wir Ihnen jeden Schritt an Ihrem eigenen Gerät. Geben Sie Ihre Passwörter niemandem weiter, auch nicht uns. Bringen Sie Ihr Handy, Ihre Zugangsdaten und die nötigen Unterlagen mit. So können Sie Ihren Antrag danach selbst stellen.
Hören - ca. 40 Minuten
Audio-Datei: goethe-b1-model-04.mp3
Teil 1 - Kurze Texte
Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.
Text 1
1. Für einen Umtausch braucht man den Kassenbon.
richtigfalsch
2. Was sollen die Kunden jetzt tun?
- a) Zur Kasse gehen.
- b) Das Kaufhaus putzen.
- c) Etwas Neues bestellen.
Text 2
3. Bei vielen Online-Bestellungen gibt es ein Rückgaberecht.
richtigfalsch
4. Worauf soll man vor dem Bestellen achten?
- a) Nur auf die Farbe.
- b) Auf das Wetter.
- c) Auf Bewertungen und Versandkosten.
Text 3
5. Ohne Rechnung ist der Umtausch problemlos.
richtigfalsch
6. Wohin soll man mit der Reklamation gehen?
- a) Zum Fundbüro.
- b) Zum Service im Markt.
- c) Zur Kasse.
Text 4
7. Auf dem Flohmarkt darf man um den Preis handeln.
richtigfalsch
8. Was soll man mitbringen?
- a) Kleine Scheine und Münzen.
- b) Nur Karten.
- c) Eine eigene Waage.
Text 5
9. Das Paket wurde erfolgreich zugestellt.
richtigfalsch
10. Was braucht man zum Abholen des Pakets?
- a) Nur Bargeld.
- b) Eine zweite Bestellung.
- c) Einen Ausweis und die Karte.
Teil 2 - Eine Information verstehen
Sie hören einen längeren Informationstext einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
11. Wie lange soll man den Kassenbon mindestens aufheben?
- a) Nur einen Tag.
- b) Gar nicht.
- c) Bis zum Ende der Garantie.
12. Wovor warnt Frau Schäfer bei Online-Bewertungen?
- a) Vor günstigen Preisen.
- b) Vor nur perfekten Bewertungen.
- c) Vor jeder Bewertung.
13. Wie lange kann man Ware meist zurückschicken?
- a) Innerhalb von vierzehn Tagen.
- b) Innerhalb eines Tages.
- c) Gar nicht.
14. Woran erkennt man eine sichere Bezahlseite?
- a) An der Farbe Rot.
- b) Am niedrigen Preis.
- c) An dem Schloss in der Adresszeile.
15. Was empfiehlt sie gegen Fehlkäufe?
- a) Mehr zu kaufen.
- b) Eine Nacht über den Kauf zu schlafen.
- c) Sofort zu bestellen.
Teil 3 - Ein Gespräch verstehen
Sie hören ein Gespräch einmal. Entscheiden Sie, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.
16. Frau Tahir war beim Online-Einkauf von Anfang an sicher.
richtigfalsch
17. Sie rät, auf das Schloss in der Adresszeile zu achten.
richtigfalsch
18. Frau Tahir hebt die Verpackung auf, bis sie sicher ist.
richtigfalsch
19. Frau Tahir kauft Kleidung am liebsten online.
richtigfalsch
20. Bei einem kaputten Gerät soll man mit der Rechnung zum Service gehen.
richtigfalsch
21. Eine Rechnung auf dem Handy reicht laut Frau Tahir aus.
richtigfalsch
22. Frau Tahir bietet an, Herrn Wolf beim ersten Mal zu helfen.
richtigfalsch
Teil 4 - Diskussion
Sie hören eine Diskussion zweimal. Ordnen Sie die Aussagen zu: Wer sagt was?
- a) Moderatorin
- b) Frau Ott
- c) Herr Bischof
23. Im kleinen Laden kann man durch Fragen genau das passende Buch empfehlen.
abc
24. Online kann man auch spätabends bestellen, wenn kein Laden mehr offen ist.
abc
25. Kleine Läden müssen bieten, was das Internet nicht kann: Beratung und Erlebnis.
abc
26. Bei bekannten Dingen braucht man keine Beratung und kauft praktischer online.
abc
27. Wenn die kleinen Läden verschwinden, verschwindet das Leben in der Innenstadt.
abc
28. Manchmal kommen online Versandkosten dazu, und Rücksendungen kosten Zeit.
abc
29. Bei mir gibt es einmal im Monat eine Lesung, zu der die Leute gern kommen.
abc
30. Heute geht es darum, ob wir besser online oder im Geschäft einkaufen.
abc
Hörtexte für Audio-Generierung
Hören Teil 1, Beispiel
Hallo Paula, hier ist David. Du wolltest doch am Samstag mit mir auf den Flohmarkt im Stadtpark. Kleine Änderung: Er fängt schon um acht Uhr an, nicht erst um zehn, weil das Wetter später schlecht werden soll. Lass uns deshalb früher losgehen, dann bekommen wir die guten Sachen. Ich bringe Bargeld in kleinen Scheinen mit, das ist da praktischer. Treffen wir uns um Viertel vor acht am Eingang beim Brunnen? Ruf an, wenn das zu früh ist. Bis Samstag!
Hören Teil 1, Text 1
Sie hören eine Durchsage in einem Kaufhaus. Sehr geehrte Kundinnen und Kunden, wir schließen heute in fünfzehn Minuten. Bitte bringen Sie Ihre Einkäufe zur Kasse. Unsere Information im Erdgeschoss hat noch geöffnet, falls Sie Fragen zu einem Umtausch haben. Denken Sie bei einem Umtausch bitte an den Kassenbon, ohne ihn ist ein Umtausch leider nicht möglich. Verlassen Sie das Haus bitte über den Hauptausgang im Erdgeschoss. Wir wünschen Ihnen einen schönen Abend und freuen uns auf Ihren nächsten Besuch.
Hören Teil 1, Text 2
Und jetzt ein Tipp aus unserer Verbrauchersendung im Radio. Wer im Internet einkauft, sollte vor der Bestellung auf zwei Dinge achten: auf die Bewertungen anderer Käufer und auf die Versandkosten. Manchmal ist ein Angebot, das billig aussieht, am Ende teurer als im Laden um die Ecke. Außerdem haben Sie bei vielen Bestellungen ein Rückgaberecht von vierzehn Tagen. Sie können die Ware also zurückschicken, wenn sie Ihnen nicht gefällt. Heben Sie dafür am besten die Verpackung auf, bis Sie sicher sind, dass Sie alles behalten.
Hören Teil 1, Text 3
Sie hören eine persönliche Nachricht. Hallo, ich bin es, Leonie. Du hattest doch dieses kaputte Bügeleisen reklamiert. Ich wollte dir sagen: Geh am besten mit der Rechnung direkt zum Service im Markt, nicht zur Kasse. Mit Rechnung tauschen sie es innerhalb der Garantie sofort um, das war bei meinem Toaster auch so. Ohne Rechnung wird es dagegen schwierig. Hast du sie noch? Wenn nicht, schau mal in deinen E-Mails, oft kommt sie ja digital.
Hören Teil 1, Text 4
Sie hören eine Ansage auf einem Flohmarkt. Liebe Besucherinnen und Besucher, herzlich willkommen auf unserem Stadtflohmarkt. Wir möchten Sie daran erinnern, dass das Handeln um den Preis hier ausdrücklich erwünscht ist. Fragen Sie ruhig nach einem besseren Preis, die meisten Verkäufer lassen mit sich reden. Bitte denken Sie daran, kleine Scheine und Münzen mitzubringen, denn nicht jeder kann größere Scheine wechseln. Toiletten finden Sie am Eingang, und für das leibliche Wohl sorgt ein kleiner Imbissstand neben der Bühne. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Stöbern.
Hören Teil 1, Text 5
Sie hören eine Mitteilung eines Lieferdienstes. Guten Tag, hier ist der Paketdienst. Ihr Paket konnte heute leider nicht zugestellt werden, weil niemand zu Hause war. Sie haben zwei Möglichkeiten: Entweder holen Sie das Paket ab morgen in der Filiale in der Marktstraße ab, oder Sie wählen online einen neuen Liefertermin. Für die Abholung brauchen Sie einen Ausweis und die Benachrichtigungskarte aus Ihrem Briefkasten. Das Paket liegt sieben Tage für Sie bereit.
Hören Teil 2
Sie hören einen Vortrag bei der Verbraucherzentrale zum Thema sicher einkaufen. Es spricht Frau Schäfer. Guten Tag und schön, dass Sie da sind. Einkaufen ist heute bequemer denn je, aber es gibt auch ein paar Stolperfallen, und genau darum soll es heute gehen. Ich möchte Ihnen praktische Tipps geben, mit denen Sie Geld sparen und Ärger vermeiden. Fangen wir beim Einkauf im Geschäft an. Mein wichtigster Rat: Heben Sie immer den Kassenbon auf, mindestens bis zum Ende der Garantie. Ohne Beleg können Sie kaputte Ware oft nicht umtauschen. Bewahren Sie wichtige Belege am besten an einem festen Ort auf, dann finden Sie sie schnell wieder. Kommen wir zum Online-Einkauf, der immer beliebter wird. Hier gilt: Vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern auch die Versandkosten und die Lieferzeit. Lesen Sie die Bewertungen, aber seien Sie vorsichtig, wenn ein Produkt nur perfekte Bewertungen hat; das kann unecht sein. Sehr wichtig ist das Widerrufsrecht: Bei den meisten Bestellungen dürfen Sie die Ware innerhalb von vierzehn Tagen ohne Begründung zurückschicken. Heben Sie deshalb die Verpackung auf, bis Sie sicher sind, dass Sie die Ware behalten. Ein Thema, das mir besonders am Herzen liegt, ist die Sicherheit beim Bezahlen. Geben Sie Ihre Daten nur auf sicheren Seiten ein. Eine sichere Seite erkennen Sie an dem kleinen Schloss vorne in der Adresszeile. Klicken Sie niemals auf Bezahllinks aus fremden E-Mails, und geben Sie Ihr Passwort niemals am Telefon weiter. Kein seriöses Geschäft und keine Bank fragt so etwas ab. Lassen Sie mich ein Beispiel geben, das viele kennen. Eine Bekannte von mir hat im Internet eine Jacke bestellt, die viel billiger aussah als im Laden. Am Ende kamen hohe Versandkosten dazu, die Jacke passte nicht, und die Rücksendung kostete noch einmal Geld und Zeit. Im Geschäft um die Ecke wäre sie am Ende günstiger weggekommen. Achten Sie deshalb immer auf den Gesamtpreis, nicht nur auf die große Zahl im Angebot. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Bezahlung. Es gibt heute viele Betrüger, die täuschend echte E-Mails verschicken. Klicken Sie niemals auf einen Bezahllink aus einer fremden Nachricht und geben Sie Ihr Passwort niemals am Telefon weiter. Keine seriöse Firma und keine Bank wird Sie jemals danach fragen. Wenn Sie unsicher sind, rufen Sie das Geschäft direkt über die offizielle Nummer an, die Sie selbst herausgesucht haben. Und noch ein Tipp gegen Fehlkäufe: Legen Sie Dinge erst einmal in den Warenkorb und warten Sie eine Nacht. Oft merkt man am nächsten Morgen, dass man die Sache gar nicht wirklich braucht. So sparen Sie Geld und Platz. Danke für Ihre Geduld. Jetzt habe ich Zeit für Ihre Fragen.
Hören Teil 3
Es folgt ein Gespräch zwischen zwei Nachbarn, Herrn Wolf und Frau Tahir, die über das Einkaufen sprechen. Herr Wolf: Frau Tahir, Sie kaufen doch viel im Internet, oder? Ich traue mich da ehrlich gesagt nicht so recht. Frau Tahir: Am Anfang war ich auch unsicher, aber inzwischen finde ich es sehr praktisch, gerade wenn man wenig Zeit hat. Man muss nur ein paar Dinge beachten. Herr Wolf: Zum Beispiel? Ich habe Angst, dass ich am Ende für etwas bezahle, das nie ankommt. Frau Tahir: Bestellen Sie am besten nur bei bekannten Geschäften und achten Sie auf das Schloss in der Adresszeile. Und bezahlen Sie nie über einen Link aus einer E-Mail. Herr Wolf: Das mit dem Schloss wusste ich gar nicht. Und wenn mir etwas nicht gefällt? Frau Tahir: Dann schicken Sie es einfach zurück. Bei den meisten Bestellungen haben Sie vierzehn Tage Zeit. Deshalb hebe ich die Verpackung immer auf, bis ich sicher bin. Herr Wolf: Ah, gut zu wissen. Bei Kleidung würde ich aber trotzdem lieber in den Laden gehen, ich will sie anprobieren. Frau Tahir: Das mache ich auch so. Kleidung kaufe ich fast nie online, das ist mir zu unsicher mit den Größen. Aber Bücher oder Haushaltsdinge, das ist bequem. Herr Wolf: Und was machen Sie, wenn ein Gerät kaputt ist? Letztens ist mein Wasserkocher nach zwei Wochen ausgefallen. Frau Tahir: Mit der Rechnung gehen Sie zum Service. Innerhalb der Garantie bekommen Sie ein neues oder Ihr Geld zurück. Haben Sie die Rechnung noch? Herr Wolf: Die war in einer E-Mail, glaube ich. Frau Tahir: Perfekt, dann drucken Sie sie aus oder zeigen sie auf dem Handy. Das reicht völlig. Herr Wolf: Und was ist mit dem Bezahlen? Davor habe ich am meisten Angst. Frau Tahir: Verständlich. Ich zahle am liebsten auf Rechnung, dann sehe ich die Ware erst und überweise danach. Das ist für mich am sichersten. Herr Wolf: Auf Rechnung, das klingt gut. Geht das überall? Frau Tahir: Nicht überall, aber bei vielen größeren Geschäften schon. Sonst nutze ich nur Bezahlwege, die ich kenne, und niemals einen Link aus einer E-Mail. Herr Wolf: Das merke ich mir. Eine Bekannte hat einmal auf so einen Link geklickt und großen Ärger mit ihrem Konto bekommen. Frau Tahir: Genau das passiert leider oft. Aber wenn man ein paar einfache Regeln beachtet, ist es wirklich sicher. Achten Sie immer auf das Schloss in der Adresszeile, das habe ich Ihnen ja gezeigt. Herr Wolf: Ja, das mit dem Schloss war mir völlig neu. Langsam traue ich mich tatsächlich. Das beruhigt mich. Vielleicht probiere ich das Online-Bestellen doch mal aus, für Dinge, die ich sowieso kenne. Frau Tahir: Genau so würde ich anfangen. Und wenn Sie wollen, helfe ich Ihnen beim ersten Mal. Herr Wolf: Das wäre wirklich nett, vielen Dank. Dann klingele ich am Wochenende mal bei Ihnen.
Hören Teil 4
Moderatorin: Guten Tag, schön, dass Sie dabei sind. Heute geht es ums Einkaufen und um die Frage, ob wir besser im Internet oder im Geschäft vor Ort kaufen sollten. Online-Shops wachsen, viele kleine Läden kämpfen ums Überleben, und gleichzeitig wollen wir alle bequem und günstig einkaufen. Bei mir sind Frau Ott, die einen kleinen Buchladen führt, und Herr Bischof, der viel online bestellt. Frau Ott, was bedeutet der Online-Handel für Geschäfte wie Ihres? Frau Ott: Ehrlich gesagt ist es ein harter Wettbewerb. Aber ich glaube fest an den Wert der persönlichen Beratung. Wenn jemand zu mir kommt und nicht weiß, was er lesen möchte, kann ich Fragen stellen und genau das passende Buch empfehlen. Das kann kein Computer. Moderatorin: Herr Bischof, Sie kaufen lieber online. Warum? Frau Ott: Verstehen Sie mich nicht falsch. Herr Bischof: Ich verstehe Sie gut. Für mich ist es vor allem die Zeit. Ich arbeite viel, und abends um zehn ist kein Laden mehr offen, mein Computer aber schon. Ich bestelle in zwei Minuten und habe es am nächsten Tag. Moderatorin: Ist Ihnen die Beratung nicht wichtig? Herr Bischof: Doch, aber bei Dingen, die ich kenne, brauche ich keine Beratung. Wenn ich genau weiß, welches Waschmittel ich will, ist der Online-Kauf einfach praktischer. Bei etwas Neuem oder Teurem gehe ich aber durchaus in ein Geschäft. Frau Ott: Das ist ein fairer Punkt. Und genau da liegt unsere Chance. Wir kleinen Läden müssen das bieten, was das Internet nicht kann: Beratung, Erlebnis und das Gefühl, willkommen zu sein. Ein Beispiel: Bei mir gibt es einmal im Monat eine Lesung, da kommen die Leute gern zusammen. Moderatorin: Ein wichtiges Thema ist der Preis. Ist online nicht einfach billiger? Herr Bischof: Oft ja, aber nicht immer. Manchmal kommen Versandkosten dazu, und wenn ich etwas zurückschicken muss, kostet das Zeit und Nerven. Frau Ott: Und man vergisst leicht: Wenn die kleinen Läden verschwinden, verschwindet auch das Leben in der Innenstadt. Dann stehen wir vor leeren Schaufenstern. Das sollte uns der eine Euro Ersparnis wert sein. Moderatorin: Ein Argument für den Online-Handel ist oft die Zeit. Herr Bischof, ist das Ihr Hauptgrund? Herr Bischof: Ganz klar. Ich arbeite im Schichtdienst und komme selten zu normalen Öffnungszeiten in ein Geschäft. Online kann ich auch nachts bestellen, wenn ich gerade Zeit habe. Diese Freiheit möchte ich nicht mehr missen. Frau Ott: Das verstehe ich, und trotzdem sehe ich eine Gefahr. Wenn alle nur noch zu Hause bestellen, sterben die Geschäfte in der Innenstadt, und damit verschwinden auch wichtige Treffpunkte. Einkaufen war früher auch ein Stück soziales Leben. Moderatorin: Können Sie ein Beispiel geben? Frau Ott: Gern. Bei mir im Laden kommt jeden Samstag eine ältere Dame, die allein lebt. Sie kauft ein Buch, aber eigentlich kommt sie für das Gespräch. Für viele Menschen ist der kleine Laden der einzige Ort, an dem sie noch mit jemandem reden. Das kann kein Paketdienst ersetzen. Herr Bischof: Das ist ein berührender Punkt, und da gebe ich Ihnen recht. Vielleicht ist es wirklich eine Frage der Mischung. Alltägliches bestelle ich online, aber für besondere Dinge gehe ich gern in den Laden und lasse mich beraten. Frau Ott: Genau das wünsche ich mir. Wir kämpfen nicht gegen das Internet, sondern wir bieten etwas anderes: Bei uns kann man blättern, fragen, einen Kaffee trinken und Menschen treffen. Moderatorin: Was bedeutet das für Menschen, die noch Deutsch lernen oder mit dem Computer unsicher sind? Herr Bischof: Für die ist der Online-Kauf am Anfang oft schwierig, das stimmt. Da hilft es sehr, wenn jemand es einmal in Ruhe zeigt. Frau Ott: Und bei uns im Laden braucht niemand perfektes Deutsch. Man zeigt einfach, was man sucht, und wir helfen weiter. Gerade für neue Nachbarn ist das oft der erste freundliche Kontakt im Viertel. Moderatorin: Was raten Sie den Hörerinnen und Hörern, gerade denen, die online noch unsicher sind? Herr Bischof: Fangen Sie klein an, bei bekannten Geschäften, und achten Sie auf sichere Bezahlung. Frau Ott: Und vergessen Sie die Läden vor Ort nicht. Wer dort kauft, hält sein Viertel lebendig. Herr Bischof: Und ehrlich gesagt schätze ich die Beratung gerade dann, wenn ich etwas Teureres kaufe. Da gehe ich lieber in den Laden und lasse mir alles in Ruhe zeigen und erklären. Frau Ott: Eine Sache noch liegt mir am Herzen: Wenn ein kleiner Laden einmal schließt, kommt er nie wieder. Diese Vielfalt sollten wir uns bewahren, solange es sie noch gibt. Herr Bischof: Da haben Sie völlig recht. Vielleicht achte ich künftig bewusster darauf, auch einmal vor Ort zu kaufen, selbst wenn es online einen Euro billiger wäre. Moderatorin: Vielleicht ist genau das die Lösung: das eine tun, ohne das andere zu lassen. Herzlichen Dank an Sie beide für diese Runde.