Lesen - 65 Minuten
Das Modul Lesen hat fünf Teile. Sie lesen mehrere Texte und lösen Aufgaben dazu. Sie können mit jeder Aufgabe beginnen. Für jede Aufgabe gibt es nur eine richtige Lösung.
Teil 1 - Korrespondenz lesen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie den Text und die Aufgaben 1 bis 6 dazu. Wählen Sie: Sind die Aussagen richtig oder falsch?
E-Mail: Elternabend
Hallo Lea,
du schreibst mir, dass dich gerade das Thema Familie und Schule sehr umtreibt, vor allem die Frage nach der Ganztagsbetreuung. Das kenne ich gut. Bei uns kam vor Kurzem eine Einladung zum Elternabend, bei dem es um Hausaufgaben und Ganztag ging, und ich habe vieles zuerst nicht richtig verstanden.
Bevor ich noch einmal in die Schule ging, habe ich die Elternbriefe sortiert, die unklaren Stellen markiert und mir eine konkrete Frage aufgeschrieben: Bis wann muss ich mein Kind für den Ganztag anmelden? Im Familienzentrum habe ich nur Kopien gezeigt; die Originalpapiere musste ich nicht abgeben.
Im Wartebereich waren Eltern mit ganz unterschiedlichen Anliegen. Eine Mutter brauchte eine Übersetzung, ein Vater fragte nach dem Essensgeld. Das Gespräch nahm mir die Entscheidung nicht ab, aber danach wusste ich endlich, welcher Schritt als Nächstes dran war. Den einen oder anderen Punkt musste ich daheim noch klären.
Mein Tipp: Schreib dir vorher genau eine Hauptfrage auf und nimm nur die Briefe mit, die dazu gehören, nicht den ganzen Ordner. Wenn du möchtest, komme ich am Donnerstag gern bis zum Sekretariat mit; die Frage stellst du aber besser selbst, dann bekommst du eine klare Antwort.
Und mach dir keinen Stress, falls du beim Elternabend nicht alles verstanden hast. Du darfst jederzeit im Sekretariat nachfragen, und für viele Briefe gibt es inzwischen eine Fassung in einfacher Sprache. Im Wartebereich habe ich gemerkt, dass es vielen Eltern genauso geht; eine Mutter neben mir suchte nur eine einzige Telefonnummer. Wichtig ist vor allem, dass du die Anmeldefrist im Blick behältst und nicht zu lange wartest.
Liebe Grüße aus Köln
Jonas
Beispiel. Die E-Mail berichtet von einer persönlichen Erfahrung.
richtigfalsch
1. Jonas bietet an, am Donnerstag mitzukommen.
richtigfalsch
2. Die Nachricht war für Jonas ein Grund, doch persönlich nachzufragen.
richtigfalsch
3. Jonas empfiehlt, ohne Vorbereitung zu dem Termin zu gehen.
richtigfalsch
4. Jonas ordnete die Unterlagen vor dem Termin.
richtigfalsch
5. Alle Fragen wurden sofort und endgültig entschieden.
richtigfalsch
6. Das Angebot war nur für Fachleute bestimmt.
richtigfalsch
Teil 2 - Pressetexte verstehen
Arbeitszeit: 20 Minuten
Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 7 bis 9 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Aus der Presse: Hilfe bei Versicherung
Eine regionale Zeitung berichtet über einen Umbau bei der Beratung rund um Ämter, Anträge und Versicherungen. Den Anstoß gaben zahllose Rückfragen von Menschen, die ihre Briefe zwar in der Hand hielten, aber nicht wussten, welche Frist zuerst läuft und welche Stelle eigentlich zuständig ist.
Der Kern der Neuerung ist eine gemeinsame Anlaufstelle: Bürgerbüro, eine Versicherungsberatung und ehrenamtliche Dolmetscherinnen sitzen nun unter einem Dach. Während eine Mitarbeiterin den Antrag durchgeht, sortiert eine zweite die fehlenden Unterlagen, und bei Sprachfragen springt jemand mit der passenden Muttersprache ein. Der Weg von Tür zu Tür entfällt damit.
Besonders gefragt ist die Hilfe bei Bescheinigungen, Krankmeldungen und der Familienversicherung. Eine rechtsverbindliche Entscheidung darf das Team nicht treffen; es erklärt aber, welcher Schritt sinnvoll ist und welche Angabe man selbst ergänzen muss.
Nach Auskunft der Stadt erscheinen seit dem Start spürbar weniger Menschen erst kurz vor Fristende. Wer früh kommt, vermeidet Mahnungen und doppelte Wege zum Schalter.
Wer einen Termin plant, soll vorab die Kopien ordnen und die unklare Stelle markieren; die Originale bleiben zu Hause. Ausgewertet wird vor allem, welche Begriffe nach dem Gespräch noch erklärt werden mussten, damit die Vordrucke nach und nach verständlicher werden.
Ergänzt wird das Angebot durch einen kleinen Kopierpunkt im Foyer und durch einen Rückrufservice, der Terminwünsche innerhalb von zwei Werktagen beantwortet.
Auffällig sei zudem, heißt es im Bericht, wie viele Wege sich allein durch eine bessere Vorbereitung sparen lassen. Wer schon zu Hause die richtigen Unterlagen zusammenlegt, ist im Schnitt nach einem einzigen Besuch fertig. Die Stadt prüft deshalb, ob künftig vor jedem Termin eine kurze, verständliche Liste verschickt wird, auf der genau steht, was mitzubringen ist und welche Frage zuerst geklärt werden sollte.
Beispiel. In diesem Text geht es um ...
- a) ein neues Beratungsmodell im Alltag.
- b) einen privaten Reisebericht.
- c) eine Prüfung im Sprachkurs.
7. Was ist der Kern der Neuerung?
- a) Das Bürgerbüro schließt seine Schalter.
- b) Alle Anträge werden nur noch per Post bearbeitet.
- c) Mehrere Stellen sitzen als gemeinsame Anlaufstelle unter einem Dach.
8. Wobei ist die Hilfe besonders gefragt?
- a) Bei Bescheinigungen, Krankmeldungen und der Familienversicherung.
- b) Beim Kauf von Versicherungen für Haustiere.
- c) Bei Reisebuchungen ins Ausland.
9. Was zeigt sich bei gut vorbereiteten Besuchern?
- a) Sie brauchen immer mehrere Termine.
- b) Sie sind im Schnitt nach einem einzigen Besuch fertig.
- c) Sie müssen länger warten als alle anderen.
Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 10 bis 12 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Analyse: Was Teilnehmende wirklich brauchen
Bei einer Auswertung nach den ersten Monaten fiel den Verantwortlichen ein Muster auf: Nicht das fehlende Angebot war das Problem, sondern die Scheu, überhaupt um Hilfe zu bitten. Viele Angehörige hielten es für selbstverständlich, alles allein zu schaffen, und kamen erst, als kaum noch Kraft übrig war.
Das Team zog daraus Konsequenzen. Die Hinweise sprechen jetzt direkt von Entlastung und beginnen mit einem Satz, der Mut macht, statt mit einer Paragrafenliste. An die Stelle trockener Erklärungen treten kurze Beispiele aus dem Pflegealltag, in denen sich viele wiedererkennen.
Am wirksamsten war die Angehörigengruppe selbst: Wer dort erlebte, dass andere dieselben Sorgen haben, nahm danach eher konkrete Hilfe an. Wer nicht in der Runde sprechen mag, kann sein Anliegen vorab aufschreiben.
Auffällig war außerdem, dass aufsuchende Termine zu Hause besonders gut angenommen wurden. Deshalb sollen künftig mehr Hausbesuche möglich sein, gerade für Menschen, die ihre Angehörigen nicht allein lassen können. Geplant ist außerdem, die Hausbesuche besser mit den festen Sprechzeiten zu verzahnen, damit niemand lange auf einen Termin warten muss. Eine kurze schriftliche Zusammenfassung nach dem Gespräch soll zum Standard werden, weil sich viele Angehörige zu Hause sonst nicht an alle Hinweise erinnern. Ob sich das mit den vorhandenen Fachkräften dauerhaft leisten lässt, ist noch nicht entschieden.
10. Welches Muster fiel bei der Auswertung auf?
- a) Nicht das Angebot fehlte, sondern der Mut, um Hilfe zu bitten.
- b) Die Angehörigen wollten keine Hausbesuche.
- c) Es gab zu viele Beratungsstellen.
11. Was war am wirksamsten?
- a) Die Angehörigengruppe, in der andere dieselben Sorgen haben.
- b) Eine Liste mit Paragrafen.
- c) Ein Werbespot im Radio.
12. Was soll nach jedem Gespräch zum Standard werden?
- a) Eine kurze schriftliche Zusammenfassung.
- b) Ein verpflichtender Folgetermin am nächsten Tag.
- c) Eine Gebühr für die Beratung.
Teil 3 - Anzeigen zuordnen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie die Situationen 13 bis 19 und die Anzeigen A bis J aus verschiedenen deutschsprachigen Medien. Wählen Sie: Welche Anzeige passt zu welcher Situation? Sie können jede Anzeige nur einmal verwenden. Die Anzeige aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden. Für eine Situation gibt es keine passende Anzeige. In diesem Fall schreiben Sie 0.
Mehrere Personen suchen passende Informationen oder Angebote zum Thema Einkaufen und Service.
Beispiel. Sie möchten den Unterschied zwischen Garantie und Umtausch verstehen. Anzeige: J
13. Sie wollen Lebensmittelreste besser verwenden.
14. Ihr online bestelltes Paket kam beschädigt an und Sie brauchen Rat.
15. Sie möchten eine Hose kürzen lassen.
16. Sie wollen am Samstag private Sachen verkaufen.
17. Sie möchten wissen, welche Daten für eine Kundenkarte gespeichert werden.
18. Sie suchen eine neue Wohnung in der Innenstadt.
19. Ein älterer Nachbar braucht Begleitung beim Einkaufen.
A
Reklamationsstelle Elektro: Defekte Geräte sehen wir uns genau an und beraten Sie, ob eine Reparatur sinnvoll oder ein Austausch besser ist. Ein Kaufnachweis genügt auch digital auf dem Handy. Bitte beschreiben Sie den Fehler möglichst genau. Bei größeren Schäden helfen wir Ihnen, den Hersteller anzuschreiben. Die Prüfung ist kostenlos. Sagen Sie uns, ob das Gerät noch in der Garantiezeit ist; das entscheidet oft über den weiteren Weg.
B
Nähservice im Einkaufszentrum: Hosen kürzen, Reißverschlüsse erneuern, kleine Änderungen - in der Regel ist alles nach wenigen Tagen abholbereit. Das Kleidungsstück geben Sie am besten gewaschen ab. Den Preis nennen wir vorher, damit es keine Überraschung gibt. Eilaufträge sind gegen einen kleinen Aufschlag möglich. Sie finden uns im ersten Obergeschoss.
C
Onlinekauf-Beratung: Bei falscher Lieferung, kaputter Ware oder fehlender Rechnung helfen wir Ihnen weiter. Wir erklären Ihre Rechte und formulieren mit Ihnen eine sachliche Nachricht an den Händler. Eine Anmeldung ist erforderlich, weil die Beratung etwas Zeit braucht. Bringen Sie die Bestellbestätigung und, wenn möglich, ein Foto des Problems mit.
D
Flohmarktstand frei: Für den Flohmarkt am Samstag im Innenhof sind noch Tische frei. Private Verkäuferinnen und Verkäufer zahlen sechs Euro Standgebühr. Aufbau ist ab acht Uhr, der Verkauf beginnt um zehn. Bitte nehmen Sie nicht verkaufte Sachen wieder mit. Tische und Stühle können Sie vor Ort ausleihen. Für Kinder gibt es eine kleine Spielecke, sodass auch Familien in Ruhe verkaufen können.
E
Kundenkarte verstehen: Am Info-Punkt im Erdgeschoss erklären wir, welche Vorteile eine Kundenkarte bringt, wie es um den Datenschutz steht und wie man sie wieder kündigt. Die Beratung ist neutral und kostenlos. Bringen Sie Ihre Karte und, falls vorhanden, die Vertragsunterlagen mit. So sehen wir gemeinsam, welche Daten gespeichert werden.
F
Einkaufshilfe für Senioren: Eine ehrenamtliche Person begleitet Sie in den Supermarkt, trägt die Taschen und hilft, Preise zu vergleichen. Ein Lieferdienst ist nicht Teil des Angebots; es geht um die gemeinsame Begleitung vor Ort. Das Angebot ist kostenlos. Melden Sie sich am besten ein paar Tage vorher telefonisch an. Sagen Sie kurz, wann Sie üblicherweise einkaufen, dann finden wir leichter eine passende Begleitung.
G
Geschenkverpackung vor den Feiertagen: Wir verpacken Ihre Einkäufe schön und schnell. Statt eines festen Preises freuen wir uns über eine kleine Spende an den Förderverein. Zeigen Sie kurz den Kassenbon vor. An den Adventssamstagen kann es etwas voller werden; ziehen Sie dann gern eine Wartenummer und schauen Sie in Ruhe weiter.
H
Reste-Küche: Gemeinsam überlegen wir, wie man übrig gebliebene Lebensmittel sinnvoll verwendet, schreiben eine kluge Einkaufsliste und essen anschließend zusammen. So spart man Geld und wirft weniger weg. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Bringen Sie gern mit, was bei Ihnen zu Hause übrig ist; wir finden eine passende Idee dafür.
I
Preisvergleich am Handy: In diesem Kurs lernen Sie, Vergleichs-Apps zu nutzen, Barcodes zu scannen und versteckte Lieferkosten zu erkennen. So bezahlen Sie online nicht mehr als nötig. Ihr eigenes Handy sollten Sie dabeihaben. Wir üben an echten Beispielen und achten besonders darauf, seriöse von unseriösen Angeboten zu unterscheiden.
J
Umtausch ohne Stress: Wir erklären die Fristen, den Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung und wann ein Umtausch etwas anderes ist als eine Reklamation. So wissen Sie genau, was Ihnen zusteht. Bringen Sie den Kassenbon mit. Die Beratung ist kurz und kostenlos und findet ohne Anmeldung am Info-Punkt statt.
Teil 4 - Meinungen verstehen
Arbeitszeit: 15 Minuten
Lesen Sie die Texte 20 bis 26. Wählen Sie: Ist die Person für persönliche Beratungsangebote zu Online-Banking?
In einer Zeitschrift lesen Sie Leserbriefe zum Thema persönliche Beratungsangebote zu Online-Banking.
LESERBRIEFE
Beispiel. Niko: Ich bin überzeugt davon. Wer einen Termin wahrnimmt, geht hinterher mit einem klaren Plan nach Hause, statt weiter zu grübeln; diese Sicherheit ist mir den kleinen Aufwand wert.
20. Hakan: Beim Online-Banking brauche ich keine Abendveranstaltung. Die App erklärt sich von selbst, und für den Rest gibt es gute Anleitungen im Netz. Ein fester Termin kostet mich nur einen freien Abend. Hilfreicher wäre, wenn die Banken ihre Warnhinweise verständlicher formulieren würden, dann käme auch ohne Kurs jeder mit der Technik zurecht.
21. Xenia: Ich halte den Sicherheitsabend für äußerst sinnvoll, gerade für ältere Menschen. Vielen fehlt nicht die Technik, sondern das Vertrauen. Wenn jemand geduldig danebensitzt, während man die App einrichtet, verschwindet die Angst. Mir hat besonders gefallen, dass man dort lernt, bei einem falschen Anruf einfach aufzulegen. Genau das schützt im Ernstfall.
22. Jana: Ich bin skeptisch gegenüber solchen Kursen. Wer unsicher ist, sollte einfach in der Filiale fragen, statt einen ganzen Abend zu investieren. Außerdem ändern sich die Apps ständig, sodass das Gelernte schnell veraltet. Sinnvoller wäre eine telefonische Hilfe, die genau dann erreichbar ist, wenn man gerade vor dem Problem sitzt.
23. Hanna: Für mich ist das persönliche Üben der beste Schutz. Man kann am eigenen Handy ausprobieren und bekommt sofort gesagt, ob man etwas falsch macht. Besonders beim Thema Betrug hilft ein echtes Beispiel mehr als jede Broschüre. Solange im Kurs keine echten Passwörter verlangt werden, ist das völlig unbedenklich und beruhigend.
24. Omar: Ich unterstütze solche Angebote sehr. Geldgeschäfte machen vielen Angst, und diese Angst führt entweder zu Fehlern oder zu völliger Vermeidung. Ein ruhiger Abend mit konkreten Übungen gibt Sicherheit und Selbstständigkeit zugleich. Mir gefällt, dass auch heikle Themen wie Schulden oder Vollmacht offen und vertraulich angesprochen werden können.
25. Kaan: Solche Abende klingen gut, erreichen aber selten die, die es am nötigsten hätten. Wer sich unsicher fühlt, traut sich oft gar nicht erst hin. Ich möchte vor fremden Leuten auch nicht zugeben, dass ich den Automaten nicht bediene. Eine geduldige Hotline oder ein Hausbesuch wären für viele die ehrlichere Hilfe.
26. Greta: Ich stehe klar hinter der Idee. Sicherheit beim Geld besteht aus vielen kleinen Gewohnheiten, und die lernt man am besten, indem man sie einmal anleitet bekommt. Mir hat es geholfen, meine Frage ohne Scham stellen zu können. Banken und Stadt sollten solche Abende ausweiten und besonders dort anbieten, wo ältere Menschen wohnen.
Teil 5 - Informationsblatt verstehen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie die Aufgaben 27 bis 30 und den Text dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Sie informieren sich über ein Informationsblatt zum Thema Gesund kochen.
27. Wie lange dauert der Kurs?
- a) Ein ganzes Jahr.
- b) Einen Vormittag.
- c) Drei Abende.
28. Was ist in der Kursgebühr enthalten?
- a) Kinderbetreuung.
- b) Lebensmittel.
- c) Fahrkarten.
29. Was muss man bei der Anmeldung angeben?
- a) Die Kontonummer.
- b) Den Vermieter.
- c) Allergien.
30. Worum geht es im Informationsblatt?
- a) Um gesundes Kochen.
- b) Um Online-Banking.
- c) Um Pflegegrad.
INFORMATIONSBLATT GESUNDES KOCHEN
Dieses Blatt richtet sich an alle, die einfach, günstig und gesund kochen lernen möchten. Es gibt einen kurzen Überblick über den Kochkurs im Stadtteil.
Dauer: Der Kurs läuft über drei Abende. An jedem Abend bereiten wir gemeinsam ein Gericht zu und besprechen, wie man es im Alltag schnell hinbekommt.
Kosten: Die Lebensmittel sind in der Kursgebühr enthalten. Sie müssen also nichts zusätzlich einkaufen; alles Nötige steht bereit.
Anmeldung: Bei der Anmeldung geben Sie bitte mögliche Allergien an. So können wir beim gemeinsamen Einkauf darauf achten und für alle sicher kochen.
Ablauf und Hinweise: Bringen Sie gern Ihren üblichen Einkaufszettel mit; daran zeigen wir, wo sich kleine Änderungen lohnen. Es geht nicht um Verbote, sondern um machbare Schritte. Wer mag, nimmt die Rezepte mit nach Hause. Eine ärztliche Beratung ersetzt der Kurs nicht; bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte zusätzlich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Hören - ca. 40 Minuten
Audio-Datei: goethe-b1-model-03.mp3
Teil 1 - Kurze Texte
Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.
Text 1
1. Der Zug nach Seefeld fährt von einem anderen Gleis als geplant.
richtigfalsch
2. Wer soll den Aufzug benutzen?
- a) Nur Kinder.
- b) Reisende mit viel Gepäck.
- c) Alle Fahrgäste.
Text 2
3. Während der Bauarbeiten ist eine Autospur gesperrt.
richtigfalsch
4. Wo sollen Radfahrer während der Bauzeit fahren?
- a) Über die Umleitung durch die Parkstraße.
- b) Auf dem Gehweg.
- c) Auf der gesperrten Spur.
Text 3
5. Das Gruppenticket gilt auch im schnellen Fernzug.
richtigfalsch
6. Was ist der Vorteil des Gruppentickets?
- a) Es ist schneller.
- b) Es gilt weltweit.
- c) Es ist zusammen günstiger.
Text 4
7. Die erste halbe Stunde mit dem Leihrad kostet nichts.
richtigfalsch
8. Wie beendet man die Ausleihe?
- a) Man schließt es zu Hause ab.
- b) Man stellt das Rad in eine Station zurück.
- c) Man ruft an.
Text 5
9. Reisen am Wochenende sind meist günstiger als unter der Woche.
richtigfalsch
10. Wann ist das Reisen besonders günstig?
- a) In der Nebensaison.
- b) In den Sommerferien.
- c) An Feiertagen.
Teil 2 - Eine Information verstehen
Sie hören einen längeren Informationstext einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
11. Warum lohnt sich das Leihrad besonders in der Innenstadt?
- a) Weil die Parkplatzsuche mit dem Auto oft länger dauert.
- b) Weil es dort keine Busse gibt.
- c) Weil Radfahren verboten ist.
12. Was wird beim Job-Ticket besser?
- a) Es wird abgeschafft.
- b) Es gilt nur sonntags.
- c) Es wird günstiger.
13. Was bietet die Polizei kostenlos an?
- a) Einen Führerschein.
- b) Eine Kontrolle der Fahrradbeleuchtung.
- c) Neue Fahrräder.
14. Was gilt am Wochenende für Familien?
- a) Kinder fahren mit dem Tagesticket kostenlos mit.
- b) Familien dürfen nicht fahren.
- c) Es gibt keine Tickets.
15. Was hat sich an der Tiefgarage am Theater geändert?
- a) Sie ist geschlossen.
- b) Sie ist gratis.
- c) Die Einfahrt liegt jetzt hinten.
Teil 3 - Ein Gespräch verstehen
Sie hören ein Gespräch einmal. Entscheiden Sie, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.
16. Frau Pohl ist mit dem Rad schneller als früher mit dem Auto.
richtigfalsch
17. Frau Adam hat keine Angst vor dem Verkehr.
richtigfalsch
18. Frau Pohl fährt die ruhige Strecke durch den Park.
richtigfalsch
19. Die Polizei prüft die Fahrradbeleuchtung kostenlos.
richtigfalsch
20. Frau Pohl fährt grundsätzlich jeden Tag mit dem Rad.
richtigfalsch
21. Bei Regen nimmt Frau Pohl den Bus.
richtigfalsch
22. Die beiden wollen am Montag zusammen fahren.
richtigfalsch
Teil 4 - Diskussion
Sie hören eine Diskussion zweimal. Ordnen Sie die Aussagen zu: Wer sagt was?
- a) Moderator
- b) Frau Krämer
- c) Herr Dorn
23. Auf kurzen Strecken ist das Rad oft das schnellste Verkehrsmittel.
abc
24. Viele Menschen wie Handwerker oder Pendler brauchen das Auto.
abc
25. Es geht nicht darum, das Auto zu verbieten, sondern Alternativen zu schaffen.
abc
26. Solange Bus und Bahn unzuverlässig sind, steigt kaum jemand um.
abc
27. Staus, Unfälle und schlechte Luft kosten die Gesellschaft viel Geld.
abc
28. Man muss ehrlich sagen, was neue Radwege kosten, und die Bürger mitentscheiden lassen.
abc
29. Getrennte Radwege und niedrige Geschwindigkeiten schützen alle.
abc
30. Heute sprechen wir über Mobilität und die Frage Fahrrad oder Auto.
abc
Hörtexte für Audio-Generierung
Hören Teil 1, Beispiel
Hallo Mara, hier ist Jonas. Wegen unseres Wochenendausflugs am Sonntag muss ich kurz etwas ändern. Der erste Zug um acht ist leider ausgebucht, deshalb nehmen wir den um neun Uhr ab Gleis fünf. Wir treffen uns also eine Stunde später direkt am Bahnsteig. Ich habe die Tickets schon gekauft und schicke sie dir gleich aufs Handy. Bring bitte etwas zu trinken und feste Schuhe mit, wir wollen ja wandern. Ruf an, wenn neun Uhr nicht klappt. Bis Sonntag!
Hören Teil 1, Text 1
Sie hören eine Durchsage am Bahnhof. Sehr geehrte Fahrgäste, der Regionalzug nach Seefeld, Abfahrt vierzehn Uhr zwanzig, fährt heute nicht von Gleis drei, sondern von Gleis sieben. Reisende mit viel Gepäck nutzen bitte den Aufzug am Ende der Halle. Wir bitten, die Änderung zu beachten, und wünschen Ihnen eine angenehme Reise. Bei Fragen wenden Sie sich an das Servicepersonal in den roten Westen. Der Aufzug zu Gleis sieben befindet sich am Ende der Halle und ist gut sichtbar ausgeschildert.
Hören Teil 1, Text 2
Aus dem Radio hören Sie diesen Tipp. In der Innenstadt entsteht ab Montag ein neuer Radweg entlang der Hauptstraße. Während der Bauarbeiten fahren Radfahrer bitte über die ausgeschilderte Umleitung durch die Parkstraße. Autofahrer müssen mit etwas mehr Zeit rechnen, weil eine Spur gesperrt ist. Die Stadt bittet alle um Geduld; der neue Radweg soll das Fahren deutlich sicherer machen. Die Arbeiten dauern voraussichtlich drei Wochen, danach gibt es eine durchgehende Strecke bis zum Marktplatz.
Hören Teil 1, Text 3
Sie hören eine Sprachnachricht einer bekannten Person. Hallo, hier ist Tobias. Du, ich habe für unseren Ausflug am Samstag eine günstige Verbindung gefunden. Wenn wir das Gruppenticket nehmen, zahlen wir zusammen viel weniger, als wenn jeder einzeln kauft. Es gilt allerdings nur in den Regionalzügen, nicht im schnellen Fernzug. Dafür haben wir mehr Zeit, die Landschaft anzuschauen. Sag mir bis heute Abend Bescheid, dann buche ich für uns alle. Wir müssen nur alle zusammen einsteigen, weil das Ticket nur gemeinsam gilt.
Hören Teil 1, Text 4
Sie hören eine Ansage an einer Fahrradstation. Willkommen bei unserem Leihfahrradsystem. So leihen Sie ein Rad: Halten Sie Ihre Karte an das Schloss, warten Sie auf das grüne Licht und ziehen Sie das Rad heraus. Die erste halbe Stunde ist kostenlos, danach zahlen Sie einen kleinen Betrag pro Stunde. Wenn Sie fertig sind, stellen Sie das Rad einfach in eine freie Station zurück, dann endet die Ausleihe automatisch. Achten Sie darauf, dass das Rad richtig einrastet, sonst läuft die Zeit einfach weiter.
Hören Teil 1, Text 5
Sie hören eine Mitteilung im Reisebüro. Liebe Kundinnen und Kunden, wir möchten Sie auf unser Angebot für Wochenendreisen hinweisen. Wer mitten in der Woche bucht und unter der Woche reist, spart oft deutlich gegenüber dem Wochenende. Besonders günstig sind Reisen in der Nebensaison. Unsere Beraterinnen finden gern eine passende Verbindung für Sie und kümmern sich auf Wunsch auch um die Unterkunft. Für Familien gibt es außerdem ermäßigte Tickets, wenn Kinder mitreisen. Kommen Sie einfach vorbei oder rufen Sie an.
Hören Teil 2
Sie hören einen Vortrag bei einer Veranstaltung zum Thema Mobilität in der Stadt. Es spricht Herr Berger vom Verkehrsamt. Guten Abend und vielen Dank für Ihr Interesse. Unsere Stadt verändert sich, und wir möchten, dass alle gut und sicher von einem Ort zum anderen kommen, ob zu Fuß, mit dem Rad, dem Bus oder dem Auto. Ich möchte Ihnen heute zeigen, welche neuen Angebote es gibt und wie Sie davon profitieren können. Beginnen wir mit dem Fahrrad. Wir bauen das Netz der Radwege deutlich aus, damit das Radfahren sicherer wird. Außerdem gibt es jetzt an fünf Stationen Leihräder, die ersten dreißig Minuten sind kostenlos. Das lohnt sich besonders für kurze Wege in der Innenstadt, wo die Parkplatzsuche mit dem Auto oft länger dauert als die Fahrt selbst. Kommen wir zum öffentlichen Verkehr. Bus und Bahn fahren in der Hauptzeit jetzt häufiger, und das Job-Ticket wird günstiger. Fragen Sie Ihren Arbeitgeber, ob er sich daran beteiligt; viele Betriebe tun das inzwischen. Für Familien gibt es am Wochenende ein günstiges Tagesticket, mit dem Kinder kostenlos mitfahren. Ein wichtiger Punkt ist mir die Sicherheit. Mit dem Einbruch der Dunkelheit braucht das Fahrrad gutes Licht, und auch als Fußgänger sollte man im Dunkeln helle Kleidung tragen. Die Polizei bietet kostenlose Kontrollen der Fahrradbeleuchtung an. Wer Kinder hat: Es gibt einen Verkehrssicherheitskurs, in dem die Kinder das richtige Verhalten im Straßenverkehr üben. Lassen Sie mich kurz ein Beispiel geben, warum sich das lohnt. Eine Kollegin von mir hat früher jeden Morgen zwanzig Minuten einen Parkplatz gesucht. Seit sie das Leihrad nutzt, ist sie schneller im Büro und kommt schon wach und gut gelaunt an. Solche Erfahrungen hören wir immer häufiger. Ein weiterer Punkt sind die Verbindungen am Abend und am Wochenende. Wir haben den Takt verbessert, sodass auch nach zwanzig Uhr regelmäßig Busse fahren. Gerade wer kein eigenes Auto hat, ist darauf angewiesen. Außerdem testen wir an drei Haltestellen sichere, überdachte Abstellplätze für Fahrräder, damit man bequem vom Rad in die Bahn umsteigen kann. Wer Anregungen hat, schreibt uns gern; viele unserer Verbesserungen gehen auf Vorschläge von Bürgerinnen und Bürgern zurück. Zum Schluss noch ein Hinweis fürs Auto. Wer das Auto wirklich braucht, kann es weiter nutzen, aber überlegen Sie bei kurzen Strecken, ob das Rad nicht schneller und gesünder ist. In der neuen Tiefgarage am Theater hat sich übrigens die Einfahrt geändert; sie liegt jetzt auf der Rückseite. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und beantworte gleich gern Ihre Fragen.
Hören Teil 3
Sie hören ein Gespräch von zwei Kolleginnen, Frau Adam und Frau Pohl, die über ihren Arbeitsweg sprechen. Frau Adam: Sag mal, du kommst neuerdings mit dem Rad zur Arbeit, oder? Wie ist das so? Frau Pohl: Richtig gut, ehrlich gesagt. Ich bin schneller da als früher mit dem Auto, weil ich keinen Parkplatz mehr suchen muss. Frau Adam: Das hätte ich nicht gedacht. Ich habe immer Angst vor dem Verkehr, gerade an der großen Kreuzung. Frau Pohl: Die meide ich inzwischen. Seit es den neuen Radweg gibt, nehme ich die ruhige Strecke durch den Park. Das ist viel entspannter. Frau Adam: Stimmt, von dem neuen Radweg habe ich gehört. Aber mein Rad ist alt und das Licht funktioniert nicht richtig. Frau Pohl: Dann pass auf: Die Polizei prüft gerade kostenlos die Beleuchtung und repariert kleine Sachen sogar gleich. Das war bei mir auch so, ein Kabel war nur locker. Frau Adam: Oh, das ist praktisch. Wo war das? Frau Pohl: Am Marktplatz, jeden Freitagnachmittag diese Woche. Es dauert nur ein paar Minuten. Frau Adam: Das mache ich. Und sag, was machst du, wenn es regnet? Frau Pohl: Dann nehme ich den Bus. Mit dem Job-Ticket kostet das ja nichts extra. Man muss nicht jeden Tag radeln, das ist überhaupt kein Zwang. Frau Adam: Das beruhigt mich. Ich dachte, dann müsste ich mich festlegen. Frau Pohl: Überhaupt nicht. Ich entscheide morgens je nach Wetter und Laune. Frau Adam: Und was machst du im Winter, wenn es glatt ist? Frau Pohl: Dann lasse ich das Rad stehen, ganz klar, Sicherheit geht vor. An eisigen Tagen nehme ich einfach den Bus, das ist überhaupt kein Problem. Frau Adam: Das klingt vernünftig. Ich hatte Angst, dass ich mich blamiere, wenn ich nicht jeden Tag radle. Frau Pohl: Unsinn, das erwartet niemand. Es geht doch darum, dass es dir guttut, nicht um einen Wettbewerb. Frau Adam: Stimmt eigentlich. Und den Helm, trägst du den immer? Frau Pohl: Immer. Am Anfang fand ich ihn lästig, aber inzwischen fühle ich mich ohne richtig unsicher. Es gibt jetzt auch leichte Modelle, die kaum stören. Frau Adam: Gut zu wissen, dann besorge ich mir gleich einen vernünftigen Helm. Frau Pohl: Mach das. Und prüf vor der ersten Fahrt kurz die Bremsen und den Luftdruck, dann fährt es sich viel besser. Frau Adam: Weißt du was, ich probiere es nächste Woche einfach aus. Ein paar Tage mit dem Rad, und an Regentagen der Bus. Frau Pohl: Super Idee. Wenn du magst, fahren wir am Montag zusammen, dann zeige ich dir die ruhige Strecke. Frau Adam: Das wäre toll. Dann treffen wir uns um halb acht an der Ecke bei dir. Frau Pohl: Perfekt, abgemacht. Und denk an den Helm, der gehört einfach dazu.
Hören Teil 4
Moderator: Herzlich willkommen. Heute wollen wir sprechen über Mobilität in der Stadt und über die alte Frage: Fahrrad oder Auto? Die Städte werden voller, die Luft soll besser werden, und gleichzeitig wollen die Menschen flexibel bleiben. Bei mir sind Frau Krämer, die sich für mehr Radwege einsetzt, und Herr Dorn vom Verband der Autofahrer. Frau Krämer, warum sollte man in der Stadt aufs Rad steigen? Frau Krämer: Aus vielen Gründen. Auf kurzen Strecken ist das Rad oft das schnellste Verkehrsmittel, weil man keinen Parkplatz sucht. Es ist gesund, es kostet fast nichts, und es macht die Stadt leiser und sauberer. Wenn die Wege sicher sind, steigen viel mehr Menschen um, das sehen wir überall. Moderator: Herr Dorn, Sie sehen das sicher anders? Herr Dorn: Nicht grundsätzlich. Ich fahre selbst gern Rad. Aber man darf das Auto nicht verteufeln. Viele Menschen brauchen es, etwa Handwerker, Familien mit kleinen Kindern oder Menschen, die aufs Land pendeln. Für die ist ein Fahrradweg keine Lösung. Moderator: Frau Krämer, was sagen Sie dazu? Frau Krämer: Da hat Herr Dorn völlig recht. Es geht nicht darum, das Auto zu verbieten, sondern darum, echte Alternativen zu schaffen. Wer eine gute Wahl hat, entscheidet sich oft freiwillig fürs Rad oder den Bus. Aber diese Wahl muss erst einmal da sein. Herr Dorn: Genau hier liegt das Problem. Solange Bus und Bahn unzuverlässig sind, steigt niemand um. Ein Beispiel: Wenn ich mit drei Umstiegen eine Stunde brauche und mit dem Auto zwanzig Minuten, nehme ich das Auto. Das ist doch verständlich. Frau Krämer: Absolut. Deshalb muss man beides tun: den Radverkehr ausbauen und den öffentlichen Verkehr verbessern. Beides hängt zusammen. Moderator: Ein großes Thema sind die Kosten. Wer soll das alles bezahlen? Herr Dorn: Das ist genau mein Punkt. Neue Radwege kosten Geld, und das fehlt dann woanders. Man muss ehrlich sagen, was es kostet, und die Bürger mitentscheiden lassen. Frau Krämer: Einverstanden. Aber rechnen wir auch die andere Seite: Staus, Unfälle und schlechte Luft kosten die Gesellschaft ebenfalls sehr viel. Ein gutes Radnetz spart am Ende oft Geld. Moderator: Und was ist mit Sicherheit, gerade für Kinder und ältere Menschen? Frau Krämer: Sicherheit ist das Allerwichtigste. Getrennte Radwege und niedrige Geschwindigkeiten in Wohngebieten schützen alle, auch die Autofahrer. Herr Dorn: Da sind wir uns einig. Tempo dreißig vor Schulen zum Beispiel ist sinnvoll, das sieht inzwischen fast jeder so. Moderator: Frau Krämer, viele würden gern aufs Rad umsteigen, trauen sich aber nicht. Was hilft da? Frau Krämer: Vor allem sichere, getrennte Wege. Solange man neben großen Lastwagen herfahren muss, bleibt das Auto die bequemere Wahl. Ein gutes Beispiel ist eine Nachbarstadt, die eine durchgehende Radstraße gebaut hat. Dort ist der Radverkehr innerhalb eines Jahres stark gestiegen, einfach weil die Menschen sich endlich sicher fühlten. Herr Dorn: Das Beispiel kenne ich, und es stimmt. Aber man darf nicht vergessen: Dieselbe Straße hat für Autofahrer und Lieferanten anfangs für viel Ärger gesorgt. Solche Veränderungen muss man gut erklären und begleiten, sonst gibt es Widerstand. Moderator: Wie nimmt man die Menschen denn mit? Herr Dorn: Indem man ehrlich informiert und zuhört. Wenn die Leute das Gefühl haben, es werde über ihren Kopf hinweg entschieden, sind sie dagegen, egal wie gut die Idee ist. Frau Krämer: Da bin ich ganz Ihrer Meinung, Beteiligung ist das Wichtigste. Wir laden bei uns vor jedem größeren Projekt zu offenen Abenden ein, an denen jeder seine Sorgen und Ideen einbringen kann. Moderator: Ein wichtiger Punkt ist die Sicherheit von Kindern und älteren Menschen. Frau Krämer: Genau für sie bauen wir doch. Ein Kind, das sicher allein zur Schule radeln kann, ist ein großer Gewinn für die ganze Familie. Und ältere Menschen bleiben mit dem Rad länger beweglich und selbstständig. Herr Dorn: Da sind wir uns völlig einig. Tempo dreißig vor Schulen und Pflegeheimen ist sinnvoll, das sieht heute fast jeder so. Auch für uns Autofahrer ist es beruhigend, wenn alle langsamer und aufmerksamer unterwegs sind. Frau Krämer: Und wer noch unsicher ist oder gerade die Sprache lernt, dem helfen die kostenlosen Radkurse der Stadt. Dort übt man in Ruhe, bis man sich traut. Herr Dorn: Eine Bitte habe ich noch: Vergessen Sie bei aller Begeisterung fürs Rad die Lieferanten und Handwerker nicht. Auch die müssen irgendwo halten können, sonst leidet am Ende das ganze Viertel. Frau Krämer: Ein berechtigter Einwand. Mit klugen Ladezonen lässt sich das gut lösen, ohne den Radweg zu blockieren. Moderator: Zwei nachdenkliche Schlussgedanken. Bitte je ein Satz. Frau Krämer: Geben wir den Menschen eine echte Wahl, dann wählen viele das Rad. Herr Dorn: Und zwingen wir niemanden, dann ziehen am Ende alle mit. Moderator: Vielen Dank Ihnen beiden für dieses faire Gespräch.