Lesen - 65 Minuten
Das Modul Lesen hat fünf Teile. Sie lesen mehrere Texte und lösen Aufgaben dazu. Sie können mit jeder Aufgabe beginnen. Für jede Aufgabe gibt es nur eine richtige Lösung.
Teil 1 - Korrespondenz lesen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie den Text und die Aufgaben 1 bis 6 dazu. Wählen Sie: Sind die Aussagen richtig oder falsch?
E-Mail: Arbeitswelt
Hallo Daniel,
du hast mir erzählt, dass dich gerade das Thema Beruf und Bewerbung sehr beschäftigt und du nicht recht weißt, wo du anfangen sollst. An genau diesem Punkt stand ich im Frühjahr auch. Vom Jobcenter kam ein Hinweis auf ein Bewerbungstraining am Samstag, zu dem man einen Lebenslauf mitbringen sollte, und ich war unsicher, ob meine alten Unterlagen überhaupt noch passen.
Bevor ich hinging, habe ich meinen Lebenslauf ausgedruckt, die Zeugnisse der Reihe nach geordnet und mir eine einzige wichtige Frage notiert: Welche Weiterbildung lohnt sich für meinen Beruf wirklich? Im Kursbüro habe ich nur Kopien vorgelegt; die Originalzeugnisse blieben in meiner Mappe.
Im Wartebereich saßen ganz verschiedene Leute: Einer wollte seine ausländischen Zeugnisse anerkennen lassen, eine Frau übte für ein Telefoninterview. Das Gespräch hat mir keine Entscheidung abgenommen, aber danach wusste ich genau, welchen Schritt ich als Nächstes gehen sollte. Einige Punkte habe ich zu Hause später noch einmal nachgeschlagen.
Mein Rat: Überlege vorher, was dir am wichtigsten ist – die Bewerbung selbst oder eine Weiterbildung – und nimm nur die Unterlagen mit, die dazu passen. Wenn du möchtest, komme ich am Mittwoch gern mit bis zum Eingang; sprechen und nachfragen solltest du aber selbst, dann lohnt sich der Termin am meisten.
Lass dich nicht entmutigen, falls deine Mappe noch unvollständig ist. Genau dafür ist der Termin da: Man sortiert gemeinsam, was fehlt, und am Ende hast du eine klare Liste mit den nächsten Schritten. Mir hat das mehr Sicherheit gegeben als jeder Ratgeber im Internet, und ich habe gemerkt, dass die anderen im Wartebereich ganz ähnliche Fragen mitbrachten. Niemand muss dort schon alles richtig gemacht haben.
Liebe Grüße aus Leipzig
Fatima
Beispiel. Die E-Mail berichtet von einer persönlichen Erfahrung.
richtigfalsch
1. Nach dem Termin wusste Fatima weniger als vorher.
richtigfalsch
2. Das Gespräch half Fatima vor allem dabei, den nächsten Schritt zu erkennen.
richtigfalsch
3. Fatima bietet an, am Mittwoch mitzukommen.
richtigfalsch
4. Fatima empfiehlt, ohne Vorbereitung zu dem Termin zu gehen.
richtigfalsch
5. Die Nachricht war für Fatima ein Grund, doch persönlich nachzufragen.
richtigfalsch
6. Alle Fragen wurden sofort und endgültig entschieden.
richtigfalsch
Teil 2 - Pressetexte verstehen
Arbeitszeit: 20 Minuten
Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 7 bis 9 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Aus der Presse: Hilfe bei Ehrenamt
In einer Stadtteilzeitung wird beschrieben, warum die Beratung rund um Ehrenamt und Freizeit neu organisiert wird. Viele Menschen möchten andere unterstützen, wissen aber nicht, welche Aufgabe zu ihrer Zeit und ihren Stärken passt, und melden sich deshalb gar nicht erst.
Neu ist, dass mehrere Vereine, das Stadtteilbüro und erfahrene Ehrenamtliche jetzt zusammenarbeiten. An einem Beratungstag stellt eine Fachkraft verschiedene Aufgaben vor, eine zweite klärt Zeiten und Versicherung, und wer mag, lernt direkt eine passende Gruppe kennen. So muss niemand mehr allein im Internet suchen.
Das Angebot reicht vom Besuchsdienst über das Sprachcafé bis zur Hilfe bei Veranstaltungen. Eine feste Verpflichtung über Jahre verlangt niemand; man kann regelmäßig oder auch nur bei einzelnen Aktionen mitmachen. Neue Helferinnen und Helfer erhalten eine kurze Einführung und sind über den Verein versichert.
Die Veranstalter berichten, dass seit dem Beratungstag mehr Menschen den ersten Schritt wagen, weil sie vorher genau wissen, was auf sie zukommt. Wer unsicher ist, darf zunächst nur zuschauen.
Vor einem Termin sollen Interessierte überlegen, wie viel Zeit sie haben und was ihnen Freude macht; mitbringen muss man nichts außer den eigenen Notizen. In der Auswertung will das Team vor allem wissen, welche Aufgaben am meisten gesucht werden, um neue Gruppen gezielt aufzubauen.
Begleitet wird das Angebot von Patinnen und Paten, die neue Mitglieder in den ersten Wochen unterstützen. Sie erklären die Abläufe, stellen die anderen Helfer vor und sind bei Fragen erreichbar. Auf diese Weise soll niemand das Gefühl haben, gleich allein verantwortlich zu sein. Die Vereine hoffen, dass durch diesen ruhigen Einstieg mehr Menschen langfristig dabeibleiben.
Beispiel. In diesem Text geht es um ...
- a) ein neues Beratungsmodell im Alltag.
- b) einen privaten Reisebericht.
- c) eine Prüfung im Sprachkurs.
7. Warum melden sich viele Interessierte zunächst gar nicht?
- a) Sie müssen zuerst eine Prüfung bestehen.
- b) Sie wissen nicht, welche Aufgabe zu ihrer Zeit und ihren Stärken passt.
- c) Sie finden Ehrenamt grundsätzlich überflüssig.
8. Was gilt für die zeitliche Verpflichtung?
- a) Man kann regelmäßig oder nur bei einzelnen Aktionen mitmachen.
- b) Man verpflichtet sich immer für mehrere Jahre.
- c) Man muss jede Woche mindestens zehn Stunden helfen.
9. Wie werden neue Mitglieder in den ersten Wochen begleitet?
- a) Ein Anwalt prüft jede ihrer Aufgaben.
- b) Sie arbeiten von Anfang an allein verantwortlich.
- c) Patinnen und Paten erklären die Abläufe und sind bei Fragen erreichbar.
Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 10 bis 12 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Pressebericht: Termine müssen passen
Ein Familienzentrum ließ die ersten Beratungswochen auswerten und berichtet über die Ergebnisse. Zunächst kamen weniger Eltern als gedacht. Einige Einladungen klangen freundlich, verschwiegen aber, welche Nachweise nötig sind; andere Termine lagen am Vormittag und passten schlecht zu arbeitenden Eltern.
Also wurde nachgebessert. Die Hinweise sind nun in einfacher Sprache geschrieben und beginnen mit einem typischen Beispiel aus dem Familienalltag. Statt langer Listen gibt es einen kurzen Musterfall, an dem Eltern eine Vormerkung gemeinsam durchgehen.
Als besonders hilfreich erwiesen sich Gespräche mit Familienpaten, die selbst Kinder in der Kita haben: Sie nehmen Eltern die Scheu und erklären aus eigener Erfahrung. Wer sich in der Runde nicht melden mag, gibt sein Anliegen vorab schriftlich ab.
Auffällig war zudem, dass viele Eltern Termine am Nachmittag bevorzugten, wenn die Kinder betreut waren. Deshalb gibt es nun mehr Angebote zu diesen Zeiten. Wie viele Sprechstunden dauerhaft möglich sind, hängt von den verfügbaren Fachkräften ab.
10. Warum wurden einige Angebote am Anfang wenig genutzt?
- a) Die Teilnehmenden mussten vorher teure Bücher kaufen.
- b) Einladungen verschwiegen die nötigen Nachweise, und Termine lagen ungünstig.
- c) Alle Angebote fanden nur für Fachpersonal statt.
11. Wer nahm den Eltern besonders die Scheu?
- a) Ein Rechtsanwalt im Wartezimmer.
- b) Familienpaten, die selbst Kinder in der Kita haben.
- c) Die Leitung des Jugendamts.
12. Welche Termine bevorzugten viele Eltern?
- a) Termine in den Schulferien.
- b) Termine am Nachmittag, wenn die Kinder betreut waren.
- c) Termine früh am Morgen.
Teil 3 - Anzeigen zuordnen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie die Situationen 13 bis 19 und die Anzeigen A bis J aus verschiedenen deutschsprachigen Medien. Wählen Sie: Welche Anzeige passt zu welcher Situation? Sie können jede Anzeige nur einmal verwenden. Die Anzeige aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden. Für eine Situation gibt es keine passende Anzeige. In diesem Fall schreiben Sie 0.
Mehrere Personen suchen passende Informationen oder Angebote zum Thema Mobilität und Reisen.
Beispiel. Ihr Zug war sehr verspätet und Sie möchten eine Erstattung prüfen lassen. Anzeige: F
13. Sie brauchen für drei Stunden ein Schließfach.
14. Sie möchten eine leichte Stadtführung mit dem Rad machen.
15. Sie suchen einen Kita-Platz in Bahnhofsnähe.
16. Ihre Großmutter braucht Hilfe beim Einsteigen in den Zug.
17. Sie möchten internationale Fahrkarten kaufen und sich beraten lassen.
18. Sie planen mit anderen einen Wochenendausflug und brauchen Helfer.
19. Sie wollen Fahrpläne und Umstiege im Internet vergleichen.
A
Reisezentrum International: Wir verkaufen Tickets, nehmen Reservierungen entgegen und beraten Sie zur BahnCard. Am Eingang ziehen Sie eine Wartenummer und können sich solange in Ruhe setzen. Auch internationale Verbindungen und Sitzplatzwünsche klären wir gern. Bitte bringen Sie, wenn vorhanden, Ihre vorhandene BahnCard oder eine frühere Buchung mit.
B
Fahrradkurs für Erwachsene: In kleinen Gruppen üben wir Anfahren, Bremsen und sicheres Fahren auf ruhigen Wegen. Leihfahrräder sind in begrenzter Zahl vorhanden, ein eigenes Rad ist aber willkommen. Ein Helm wird empfohlen und kann ausgeliehen werden. Der Kurs eignet sich besonders für alle, die lange nicht gefahren sind. Wir üben auf einem ruhigen Platz und wechseln erst später auf eine echte Straße, wenn sich alle sicher fühlen.
C
Mobilitätsservice am Bahnhof: Reisende mit Rollstuhl oder schwerem Gepäck unterstützen wir beim Ein- und Aussteigen. Bitte melden Sie sich am Vortag an und nennen Sie Ihre Zugzeit. Der Service ist kostenlos. Ein Treffpunkt am Informationsschalter wird bei der Anmeldung vereinbart.
D
Ausflugsteam gesucht: Route, Picknick und Fahrkarten für einen Wochenendausflug wollen wir zusammen organisieren. Aktuell fehlen uns zwei Helfer, die sich um Anmeldung und Verpflegung kümmern. Erfahrung ist nicht nötig, Lust am Organisieren reicht. Wir treffen uns einmal vorher zur Absprache; Bahntickets bestellen wir als Gruppe, das ist meist günstiger. Auch Familien mit Kindern sind herzlich willkommen, das Tempo richtet sich nach allen.
E
Gepäckaufbewahrung: Direkt neben Gleis 1 finden Sie Schließfächer in drei Größen. Die Zahlung ist mit Karte oder mit Münzen möglich. Die Fächer lassen sich für mehrere Stunden oder über Nacht mieten. Wertsachen nehmen Sie bitte trotzdem mit; für die Bedienung hängt eine kurze Anleitung an der Wand.
F
Beschwerdestelle Nahverkehr: Hier melden Sie Verspätungen, lassen eine mögliche Erstattung prüfen und sich Ihre Fahrgastrechte erklären. Bringen Sie bitte Ihr Ticket und, wenn vorhanden, einen Nachweis über die Verspätung mit. Die Auskunft ist kostenlos. Bei größeren Fällen helfen wir beim Ausfüllen des Antrags und nennen die Stelle, die endgültig entscheidet. Bitte notieren Sie Datum, Uhrzeit und Linie möglichst genau, das erleichtert die Prüfung.
G
Stadtführung per Rad: Die schönsten Ecken der Stadt entdecken Sie mit uns auf einer leichten Strecke. Ein Helm wird empfohlen, ein eigenes Fahrrad ist nötig. Treffpunkt ist vor der Tourist-Information. Die Führung dauert etwa zwei Stunden und macht an ruhigen Stellen kurze Pausen. Bei Regen verschieben wir den Termin. Unterwegs erfahren Sie nebenbei, welche Straßen besonders sicher sind und wo neue Radwege entstehen.
H
Fahrpläne online lesen: An einem praktischen Nachmittag lernen Sie, Verbindungen zu suchen, Umstiege zu vergleichen und ein digitales Ticket zu buchen. Ihr Smartphone sollten Sie dabeihaben. Wir üben an echten Beispielen aus Ihrem Alltag. Der Kurs ist kostenlos; wer kein Handy hat, kann an einem Tablet mitmachen. Am Ende speichern Sie Ihre wichtigsten Verbindungen ab, damit Sie sie im Alltag schnell wiederfinden.
I
Senioren unterwegs: In einem kurzen Gespräch beraten wir Sie zu Bus und Bahn und zu sicheren Wegen, etwa für den Arzttermin. Wir zeigen Ihnen, wie man Haltestellen findet und Anschlüsse plant. Auf Wunsch begleitet Sie eine ehrenamtliche Person beim ersten Mal. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Gern erklären wir auch, wie man ein vergünstigtes Seniorenticket bekommt und worauf man dabei achten muss.
J
Fundservice am Bahnhof: Tasche, Schirm oder Handy verloren? Dann kommen Sie zu uns. Beschreiben Sie den Gegenstand möglichst genau und nennen Sie Tag und ungefähre Uhrzeit. Gefundene Sachen bewahren wir mehrere Wochen auf. Für die Rückgabe brauchen Sie einen Ausweis.
Teil 4 - Meinungen verstehen
Arbeitszeit: 15 Minuten
Lesen Sie die Texte 20 bis 26. Wählen Sie: Ist die Person für persönliche Beratungsangebote zu Prüfungsvorbereitung?
In einer Zeitschrift lesen Sie Leserbriefe zum Thema persönliche Beratungsangebote zu Prüfungsvorbereitung.
LESERBRIEFE
Beispiel. Niko: Ich unterstütze die Idee von Herzen. Vieles wirkt kompliziert, dabei fehlt oft nur eine einzige gute Erklärung; genau die bekommt man im persönlichen Kontakt am schnellsten.
20. Chiara: Eine persönliche Begleitung bei der Prüfungsvorbereitung halte ich für sehr wichtig. Allein zu Hause verliert man schnell den Mut und übt die falschen Dinge. In der Gruppe merkt eine Lehrkraft sofort, wo es hakt, und gibt einem einen klaren nächsten Schritt. Entscheidend ist, dass die Treffen auch abends stattfinden, sonst kommen Berufstätige nie.
21. Klara: Solche Angebote sind goldwert, besonders nach dem Integrationskurs. Viele können schon viel, trauen sich aber nicht zu sprechen. Ein freundliches Tandemgespräch nimmt diese Hemmung, und plötzlich geht es. Mir hat es geholfen, dass kleine Fehler dort niemanden stören. Gerade dieser geschützte Rahmen macht den Unterschied zwischen Aufgeben und Weitermachen.
22. Rosa: Ich lerne lieber für mich allein. Mit guten Modelltests und Videos im Internet komme ich gut voran, und ich kann mir die Zeit frei einteilen. Eine feste Gruppe würde mich eher bremsen, weil alle unterschiedlich schnell sind. Sinnvoller fände ich frei zugängliche Übungen, die jeder in seinem eigenen Tempo bearbeiten kann.
23. Ivan: Für mich ist das gemeinsame Üben der beste Weg. Beim Sprechen braucht man ein Gegenüber, und beim Schreiben hilft eine ehrliche Rückmeldung mehr als jede Regel im Buch. Solange klar ist, dass niemand das Bestehen garantieren kann, macht das Angebot für mich Sinn. Ein klarer Merkzettel mit meinen häufigsten Fehlern nehme ich gern mit nach Hause.
24. Wassim: Ich bin skeptisch, wenn ständig neue Lerngruppen aufmachen. Wer wirklich üben will, findet auch allein genug Material. Feste Termine passen schlecht zu Schichtarbeit und Familie. Das Geld wäre besser in gute Online-Übungen und mehr kostenlose Modelltests gesteckt als in immer neue Treffen, die viele gar nicht wahrnehmen können.
25. Anke: Ich unterstütze die Idee von ganzem Herzen. Sprache lebt vom Gebrauch, und allein zu Hause spricht man eben nicht. Im Aussprachetreff oder im Tandem entsteht genau die Übung, die in der Prüfung zählt. Mir hat die Gruppe vor allem Selbstvertrauen gegeben. Die Stadt sollte solche Treffen ausbauen und überall gut sichtbar ankündigen.
26. Tanja: Persönliche Angebote klingen schön, erreichen aber oft nicht die Richtigen. Wer arbeitet oder Kinder hat, schafft es selten zu festen Zeiten. Ich möchte auch nicht vor anderen vorlesen, wenn ich unsicher bin. Besser wäre eine gut gemachte Lern-App mit Rückmeldung, die ich jederzeit und ohne fremde Zuschauer nutzen kann.
Teil 5 - Informationsblatt verstehen
Arbeitszeit: 10 Minuten
Lesen Sie die Aufgaben 27 bis 30 und den Text dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
Sie informieren sich über ein Informationsblatt zum Thema Telefonbetrug.
27. Was soll man bei Druck tun?
- a) Geld überweisen.
- b) Sofort auflegen.
- c) Die PIN nennen.
28. Wie soll man Angehörige zurückrufen?
- a) Über eine bekannte Nummer.
- b) Gar nicht.
- c) Über die Nummer aus dem Anruf.
29. Wonach fragt die Polizei nie?
- a) Nach dem Namen.
- b) Nach der PIN.
- c) Nach dem Wohnort.
30. Worum geht es im Informationsblatt?
- a) Um Telefonbetrug.
- b) Um eine Sporthalle.
- c) Um Kochkurse.
INFORMATIONSBLATT TELEFONBETRUG
Dieses Blatt wendet sich an alle, die sich vor falschen Anrufen schützen möchten. Es fasst die wichtigsten Regeln der Polizeiberatung zusammen.
Bei Druck: Wenn jemand am Telefon Druck macht, Sie drängt oder Angst erzeugt, legen Sie sofort auf. Echte Stellen setzen Sie nie unter Zeitdruck und akzeptieren, wenn Sie zurückrufen möchten.
Angehörige zurückrufen: Behauptet ein Anrufer, ein Verwandter sei in Not, rufen Sie diese Person über eine bekannte Nummer zurück – niemals über die Nummer, die im Display steht oder die man Ihnen nennt.
Was die Polizei nie fragt: Die Polizei fragt am Telefon niemals nach Ihrer PIN, Ihren Passwörtern oder nach Bargeld und Wertsachen. Wer danach fragt, will betrügen.
Ablauf und Hinweise: Sprechen Sie über verdächtige Anrufe, auch wenn Ihnen das unangenehm ist; nur so können andere gewarnt werden. Bei einem Infoabend üben wir das Reagieren an Beispielen. Im Verdachtsfall notieren Sie Datum und Uhrzeit und erstatten Anzeige; wir helfen Ihnen, sie vorzubereiten.
Hören - ca. 40 Minuten
Audio-Datei: goethe-b1-model-02.mp3
Teil 1 - Kurze Texte
Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.
Text 1
1. Die Blutabnahme beginnt heute später als sonst.
richtigfalsch
2. Wo bekommt man eine Wartenummer?
- a) Direkt im ersten Stock.
- b) Telefonisch.
- c) Am Automaten im Erdgeschoss.
Text 2
3. Man muss laut dem Beitrag ins Fitnessstudio gehen.
richtigfalsch
4. Was empfiehlt der Beitrag?
- a) Eine strenge Diät.
- b) Täglich dreißig Minuten zügig zu gehen.
- c) Hartes Krafttraining.
Text 3
5. Man kann den Rückenkurs zuerst kostenlos ausprobieren.
richtigfalsch
6. Wann findet der Kurs statt?
- a) Am Abend.
- b) Früh am Morgen.
- c) Nur am Wochenende.
Text 4
7. Die Apotheke schließt samstags künftig früher.
richtigfalsch
8. Was kann man tun, um nicht zu warten?
- a) Früher kommen.
- b) Online bezahlen.
- c) Rezepte vorbestellen.
Text 5
9. Beim Gesundheitstag werden auch Diagnosen gestellt.
richtigfalsch
10. Was kann man am Gesundheitstag tun?
- a) Eine Operation machen lassen.
- b) Den Blutdruck messen lassen.
- c) Medikamente kaufen.
Teil 2 - Eine Information verstehen
Sie hören einen längeren Informationstext einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.
11. Was bedeutet gesund leben laut Frau Doktor Neumann?
- a) Teure Geräte zu kaufen.
- b) Vor allem angenehme Gewohnheiten.
- c) Verzicht und Anstrengung.
12. Wie kann man mehr Bewegung in den Alltag bringen?
- a) Öfter die Treppe nehmen.
- b) Nur im Studio trainieren.
- c) Gar nicht mehr sitzen.
13. Was rät sie beim Trinken?
- a) Mehr Limonade zu trinken.
- b) Nur Kaffee zu trinken.
- c) Über den Tag verteilt Wasser zu trinken.
14. Was sagt sie über den Schlaf?
- a) Man soll spät essen.
- b) Wer schlecht schläft, isst mehr.
- c) Schlaf ist unwichtig.
15. Womit soll man am besten anfangen?
- a) Mit einer einzigen Sache.
- b) Mit allem gleichzeitig.
- c) Mit einer strengen Diät.
Teil 3 - Ein Gespräch verstehen
Sie hören ein Gespräch einmal. Entscheiden Sie, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.
16. Frau Vogels Blutdruck war in Ordnung.
richtigfalsch
17. Herr Lang hat den Bewegungstest schon gemacht.
richtigfalsch
18. Frau Vogel hat einfache Übungen für den Schreibtisch gezeigt bekommen.
richtigfalsch
19. Die Beraterin empfiehlt, lieber täglich kurz als selten lange zu üben.
richtigfalsch
20. Frau Vogel hat sich ein Rezept mitgenommen.
richtigfalsch
21. Herr Lang lehnt es ab, zum Rückenkurs mitzukommen.
richtigfalsch
22. Der Rückenkurs findet am Abend statt.
richtigfalsch
Teil 4 - Diskussion
Sie hören eine Diskussion zweimal. Ordnen Sie die Aussagen zu: Wer sagt was?
- a) Moderatorin
- b) Herr Doktor Frei
- c) Frau Schuster
23. Gesundes Leben scheitert selten am Wissen, fast immer an der Umsetzung.
abc
24. In einer Gruppe bleiben die Leute dran, weil die anderen auf sie warten.
abc
25. Ich vereinbare mit Patienten kleine, konkrete Ziele statt großer Vorsätze.
abc
26. Bei uns geht es nicht um Leistung, sondern um Spaß und Miteinander.
abc
27. Soziale Kontakte sind selbst ein wichtiger Gesundheitsfaktor.
abc
28. Unser Vereinsbeitrag ist niedrig, für Familien gibt es Ermäßigungen.
abc
29. Viele Krankenkassen bezahlen Präventionskurse.
abc
30. Heute geht es darum, wie gesundes Leben im Alltag gelingt.
abc
Hörtexte für Audio-Generierung
Hören Teil 1, Beispiel
Guten Tag, hier ist die Praxis Dr. Falk, Sie sprechen mit dem Anrufbeantworter. Wir möchten Sie an Ihren Termin am Mittwoch erinnern. Bitte beachten Sie, dass er nicht um zehn, sondern erst um elf Uhr stattfindet, weil sich der Vormittag verschoben hat. Bringen Sie Ihre Versichertenkarte und die Liste Ihrer Medikamente mit. Falls Sie nicht kommen können, sagen Sie bitte bis morgen ab, damit jemand anderes den Termin bekommt. Vielen Dank und bis Mittwoch.
Hören Teil 1, Text 1
Sie hören eine Durchsage in einem Gesundheitszentrum. Liebe Besucherinnen und Besucher, die Blutabnahme im ersten Stock beginnt heute wegen einer Personalschulung erst um zehn Uhr. Bitte ziehen Sie unten am Automaten eine Wartenummer und warten Sie im Foyer. Wer nüchtern bleiben muss, kann sich am Empfang einen Tee abholen, sobald die Blutabnahme erledigt ist. Die Ergebnisse besprechen Sie dann wie gewohnt bei Ihrem nächsten Termin mit der Ärztin. Wir bitten um etwas Geduld und danken für Ihr Verständnis.
Hören Teil 1, Text 2
Und jetzt ein Hinweis aus unserer Gesundheitssendung im Radio. Bewegung muss nicht im Fitnessstudio stattfinden. Schon ein flotter Spaziergang von dreißig Minuten am Tag stärkt das Herz und hebt die Laune. Wichtig ist, dass man eine Form findet, die einem Freude macht und die in den Alltag passt. Wer mit anderen zusammen geht, bleibt erfahrungsgemäß länger dabei. Suchen Sie sich also am besten einen festen Termin und vielleicht eine Begleitung.
Hören Teil 1, Text 3
Sie hören die folgende private Nachricht. Hallo, hier ist Carla. Du hattest doch nach einem guten Sportkurs gefragt. Bei der Volkshochschule gibt es ab Montag einen Rückenkurs, und es sind noch zwei Plätze frei. Er findet abends statt, also auch gut für Berufstätige. Die ersten beiden Stunden kann man kostenlos ausprobieren, bevor man sich anmeldet. Wenn du willst, gehen wir zusammen hin, dann ist es gleich viel netter. Schreib mir einfach.
Hören Teil 1, Text 4
Sie hören eine Ansage in einer Apotheke. Liebe Kundinnen und Kunden, wir möchten Sie hiermit informieren, dass unsere Öffnungszeiten sich ab Montag ändern. Samstags schließen wir künftig bereits um dreizehn Uhr. Den nächsten Notdienst in Ihrer Nähe finden Sie wie immer am Aushang an der Eingangstür und auf unserer Internetseite. Rezepte können Sie übrigens auch vorbestellen, dann müssen Sie nicht warten und holen Ihre Medikamente einfach ab. So vermeiden Sie längere Wartezeiten, gerade am vollen Samstagvormittag.
Hören Teil 1, Text 5
Sie hören eine Mitteilung im Stadtteilzentrum. Am kommenden Samstag findet bei uns ein Gesundheitstag statt. Von zehn bis fünfzehn Uhr können Sie kostenlos Ihren Blutdruck messen lassen, an einem Bewegungstest teilnehmen und sich zu gesunder Ernährung beraten lassen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht nötig. Bitte beachten Sie: Wir stellen keine Diagnosen und ersetzen keinen Arztbesuch. Bei ernsten Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Hausarztpraxis. Für Kinder gibt es außerdem eine kleine Mitmachecke mit einfachen Bewegungsspielen.
Hören Teil 2
Sie hören einen Vortrag beim Gesundheitstag im Stadtteilzentrum. Es spricht Frau Doktor Neumann. Schönen guten Tag und herzlich willkommen. Ich möchte Ihnen heute zeigen, wie Sie mit kleinen Schritten gesünder leben können, ganz ohne teure Geräte oder strenge Regeln. Viele Menschen glauben, gesund zu leben bedeute Verzicht und Anstrengung. Das Gegenteil ist der Fall: Es geht vor allem um Gewohnheiten, die Freude machen und sich leicht in den Alltag einbauen lassen. Beginnen wir mit der Bewegung. Sie müssen kein Sportler werden. Nehmen Sie öfter die Treppe statt des Aufzugs, steigen Sie eine Haltestelle früher aus, gehen Sie nach dem Essen eine kleine Runde. Solche Kleinigkeiten summieren sich über den Tag und tun dem Körper gut. Mein zweiter Punkt betrifft das Trinken. Viele von uns trinken zu wenig und greifen dann zu süßen Getränken. Stellen Sie sich morgens eine große Flasche Wasser bereit und trinken Sie über den Tag verteilt. Wenn Ihnen Wasser zu langweilig ist, geben Sie ein paar Scheiben Zitrone oder etwas Minze hinein. Drittens, die Ernährung. Sie müssen nicht alles ändern. Schon ein zusätzliches Stück Obst oder Gemüse pro Mahlzeit ist ein guter Anfang. Kochen Sie, wenn möglich, öfter selbst, denn dann wissen Sie genau, was in Ihrem Essen steckt. Ein vierter Punkt, der oft vergessen wird, ist der Schlaf. Wer schlecht schläft, isst mehr und bewegt sich weniger. Versuchen Sie, das Handy eine Stunde vor dem Schlafengehen wegzulegen. Das zeige ich Ihnen am besten an einem Beispiel. Eine Patientin von mir wollte abnehmen und hat sich sofort strenge Verbote auferlegt: kein Brot, kein Zucker, nichts Süßes mehr. Nach zwei Wochen hat sie aufgegeben, weil es einfach keinen Spaß gemacht hat. Dann haben wir es ganz anders versucht: Sie ist jeden Tag eine kurze Runde spazieren gegangen und hat mittags eine Portion Gemüse dazugenommen, sonst nichts. Diese kleinen Schritte hat sie ein ganzes Jahr durchgehalten, und am Ende war der Erfolg sogar größer als bei jeder Diät zuvor. Ein fünfter Punkt, der oft vergessen wird, ist die Vorsorge. Viele Untersuchungen sind kostenlos und werden von der Krankenkasse bezahlt. Nutzen Sie diese Angebote, denn vieles lässt sich gut behandeln, wenn man es früh erkennt. Fragen Sie Ihre Hausarztpraxis einfach danach, das kostet nur einen Satz. Und schließlich: Suchen Sie sich Verbündete. Mit einer Freundin spazieren zu gehen oder gemeinsam zu kochen macht mehr Spaß und hält länger durch. Fangen Sie nicht mit allem gleichzeitig an, sondern wählen Sie eine Sache aus und bleiben Sie dabei. Mein Wunsch für Sie: Erfolg und vor allem Freude an Ihrer Gesundheit.
Hören Teil 3
Sie hören ein kurzes Gespräch zwischen zwei Bekannten, Herrn Lang und Frau Vogel, die sich beim Gesundheitstag treffen. Herr Lang: Frau Vogel, schön Sie zu sehen. Waren Sie schon beim Blutdruckmessen? Frau Vogel: Ja, gerade eben. Zum Glück war alles in Ordnung. Ich war ehrlich gesagt etwas nervös. Herr Lang: Das kenne ich. Ich gehe gleich noch zum Bewegungstest. Haben Sie den schon gemacht? Frau Vogel: Ja, der war richtig interessant. Man sieht sofort, wie fit man ist. Bei mir war die Beweglichkeit nicht so gut, das hat mich überrascht. Herr Lang: Da bin ich gespannt. Ich sitze beruflich den ganzen Tag, das ist bestimmt nicht ideal. Frau Vogel: Genau das war auch mein Problem. Die Beraterin hat mir ein paar einfache Übungen für zwischendurch gezeigt, die man sogar am Schreibtisch machen kann. Herr Lang: Das klingt praktisch. Ich habe immer das Gefühl, ich müsste gleich stundenlang Sport machen, und dann fange ich gar nicht erst an. Frau Vogel: Genau das ist der Fehler, hat sie gesagt. Lieber jeden Tag fünf Minuten als einmal in der Woche zwei Stunden. Herr Lang: Da ist was dran. Übrigens, haben Sie den Stand zur Ernährung gesehen? Es gab Häppchen zum Probieren. Frau Vogel: Ja, das vegetarische Curry war erstaunlich gut. Ich habe mir sogar das Rezept mitgenommen. Herr Lang: Dann probiere ich das auch. Meine Frau und ich wollen sowieso öfter selbst kochen. Frau Vogel: Das ist eine gute Idee. Wissen Sie, was ich heute mitnehme? Ich melde mich für den Rückenkurs an, der hier vorgestellt wurde. Herr Lang: Oh, davon habe ich auch gehört. Der ist abends, oder? Frau Vogel: Genau, das passt gut nach der Arbeit. Kommen Sie doch mit, dann gehen wir zusammen, das motiviert. Herr Lang: Wissen Sie was, das mache ich. Allein hätte ich mich wahrscheinlich nie angemeldet. Frau Vogel: Sehr gut. Dann gehen wir nachher gemeinsam zum Anmeldetisch. Ach, und haben Sie schon den Vortrag von Frau Doktor Neumann gehört? Herr Lang: Nein, den habe ich leider verpasst. War er gut? Frau Vogel: Sehr gut sogar. Sie hat erklärt, dass kleine Gewohnheiten mehr bringen als strenge Diäten. Ich habe richtig viel mitgenommen. Herr Lang: Das klingt vernünftig. Ich nehme mir nämlich immer zu viel vor und gebe dann frustriert wieder auf. Frau Vogel: Genau davor hat sie gewarnt. Lieber eine einzige Sache ändern und die wirklich durchhalten. Herr Lang: Da ist etwas dran. Ich glaube, ich fange mit dem täglichen Spaziergang an. Frau Vogel: Eine gute Wahl. Und wenn wir beide zum Rückenkurs gehen, haben wir gleich zwei feste Termine in der Woche. Herr Lang: Stimmt, dann komme ich gar nicht mehr so leicht aus der Routine heraus. Frau Vogel: Genau so funktioniert es, zusammen bleibt man einfach eher dran. Herr Lang: Abgemacht. Und vorher mache ich noch schnell den Bewegungstest, bevor ich kalte Füße bekomme.
Hören Teil 4
Moderatorin: Herzlich willkommen zu unserer Gesundheitssendung. Heute geht es um die Frage, wie gesundes Leben im Alltag wirklich gelingt und wer dabei helfen kann. Viele Menschen wissen genau, was gesund wäre, setzen es aber nicht um. Bei mir sind Herr Doktor Frei, Hausarzt, und Frau Schuster, die einen Sportverein leitet. Herr Doktor Frei, woran scheitert es Ihrer Erfahrung nach? Herr Doktor Frei: Selten am Wissen, fast immer an der Umsetzung. Meine Patienten wissen, dass sie sich mehr bewegen und besser essen sollten. Aber im Alltag fehlt die Zeit oder die Motivation. Deshalb setze ich im Gespräch auf kleine, konkrete Ziele statt auf große Vorsätze. Moderatorin: Erzählen Sie uns doch von einem Fall. Herr Doktor Frei: Gern. Statt zu sagen, treiben Sie mehr Sport, vereinbare ich mit dem Patienten ganz konkret: Sie gehen dreimal pro Woche zwanzig Minuten spazieren, immer nach dem Abendessen. So ein klares Beispiel kann man sich merken und auch wirklich umsetzen. Frau Schuster: Da stimme ich zu, aber ich glaube, allein schafft es kaum jemand. Das Wichtigste ist für mich die Gemeinschaft. In unserem Verein bleiben die Leute dran, weil die anderen auf sie warten. Wer allein zu Hause trainieren will, hört meistens schnell wieder auf. Moderatorin: Sie sagen also, die Gruppe ist entscheidend? Frau Schuster: Ja, ganz klar. Bei uns geht es nicht um Leistung, sondern um Spaß und um das Miteinander. Viele kommen wegen des Sports und bleiben wegen der Freunde, die sie hier finden. Das motiviert mehr als jeder gute Vorsatz. Herr Doktor Frei: Das kann ich aus ärztlicher Sicht nur bestätigen. Soziale Kontakte sind selbst ein Gesundheitsfaktor. Wer einsam ist, wird häufiger krank. Insofern tut so ein Verein gleich doppelt gut. Moderatorin: Ein Thema, das viele beschäftigt, sind die Kosten. Ist gesundes Leben nicht teuer? Frau Schuster: Das muss es nicht sein. Unser Vereinsbeitrag ist niedrig, und für Familien gibt es Ermäßigungen. Spazierengehen oder Übungen zu Hause kosten sowieso nichts. Herr Doktor Frei: Genau. Und viele Krankenkassen bezahlen sogar Präventionskurse. Es lohnt sich, danach zu fragen. Gesundheit darf nicht eine Frage des Geldbeutels sein. Moderatorin: Was ist mit Menschen, die noch Deutsch lernen und sich unsicher fühlen? Frau Schuster: Bei uns ist jeder willkommen, und beim gemeinsamen Sport spielt die Sprache fast keine Rolle. Man macht die Übungen einfach mit. Herr Doktor Frei: Und in der Praxis nehme ich mir für solche Gespräche bewusst mehr Zeit und erkläre in einfachen Worten. Lieber einmal mehr nachfragen, ob alles verstanden wurde. Moderatorin: Ein Problem, das viele nennen, ist die Zeit. Wer den ganzen Tag arbeitet, schafft es abends kaum noch zum Sport. Frau Schuster: Das höre ich oft, und deshalb bieten wir bewusst Kurse am frühen Morgen und am späten Abend an. Außerdem reichen schon zwanzig Minuten. Man muss nicht stundenlang trainieren, das schreckt nur ab. Herr Doktor Frei: Genau, und vieles geht ganz ohne Termin. Treppe statt Aufzug, ein Spaziergang in der Mittagspause, mit dem Rad zur Arbeit. Solche Dinge summieren sich, und sie kosten keine zusätzliche Zeit. Moderatorin: Können Sie ein konkretes Beispiel nennen, Herr Doktor Frei? Herr Doktor Frei: Sehr gern. Ein Patient von mir, Mitte fünfzig, hatte einen stressigen Bürojob und kaum Zeit. Wir haben nichts Großes geplant, sondern nur eine Regel aufgestellt: Jedes Telefonat führt er im Stehen oder Gehen. Nach einigen Monaten ging es ihm spürbar besser, ganz ohne Fitnessstudio. So ein einfaches Beispiel kann man sich merken und sofort umsetzen. Frau Schuster: Das ist ein schönes Beispiel. Bei uns im Verein achten wir auch darauf, dass sich niemand blamiert fühlt. Gerade ältere Menschen oder Anfänger trauen sich oft nicht. Wir fangen langsam an, und jeder macht in seinem Tempo mit. Moderatorin: Ist das Alter denn ein Hindernis? Herr Doktor Frei: Überhaupt nicht. Bewegung tut in jedem Alter gut, man muss sie nur anpassen. Ich sehe Patienten über siebzig, die regelmäßig schwimmen gehen und fitter sind als mancher Jüngere. Frau Schuster: In unserer Seniorengruppe geht es genau darum: Beweglichkeit, Gleichgewicht und vor allem Freude. Viele kommen wegen des Sports und bleiben wegen der netten Gesellschaft. Herr Doktor Frei: Und das ist medizinisch nicht zu unterschätzen. Wer regelmäßig unter Menschen kommt, ist seltener niedergeschlagen und kümmert sich auch besser um sich selbst. Frau Schuster: Wichtig ist mir außerdem, dass man die eigenen Erfolge sichtbar macht. Wir hängen zum Beispiel kleine Urkunden auf, und das motiviert die Leute ungemein. Herr Doktor Frei: Eine schöne Idee. Schon das Gefühl, etwas geschafft zu haben, hält viele dauerhaft am Ball und gibt ihnen Selbstvertrauen. Moderatorin: Zum Schluss bitte je einen Rat. Herr Doktor Frei: Fangen Sie klein an, aber fangen Sie heute an. Frau Schuster: Und suchen Sie sich Menschen, mit denen es Freude macht. Moderatorin: Herzlichen Dank Ihnen beiden für dieses Gespräch.