Goethe-Zertifikat B1

Modellprüfung 1

Wohnen in der Stadt

Eigenständig erstelltes Übungsmaterial im Stil des Goethe-B1-Prüfungsformats.

Testformat

Lesen65 Minuten, 30 Aufgaben
Hörenca. 40 Minuten, 30 Aufgaben
Schreiben60 Minuten, 3 Teile
Sprechenca. 15 Minuten, 3 Teile

Lesen - 65 Minuten

Das Modul Lesen hat fünf Teile. Sie lesen mehrere Texte und lösen Aufgaben dazu. Sie können mit jeder Aufgabe beginnen. Für jede Aufgabe gibt es nur eine richtige Lösung.

Teil 1 - Korrespondenz lesen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie den Text und die Aufgaben 1 bis 6 dazu. Wählen Sie: Sind die Aussagen richtig oder falsch?

E-Mail: Nachbarschaft

Hallo Sofia, du hast mir letzte Woche geschrieben, dass dich das Thema Wohnen in der Stadt im Moment ziemlich beschäftigt. Das kann ich gut verstehen, denn vor zwei Monaten ging es mir mit meinem Mietvertrag genauso. Ich hatte einen Brief von der Hausverwaltung bekommen, in dem es um neue Fahrradstellplätze im Hof ging, und war mir bei mehreren Sätzen wirklich unsicher. Zufällig hörte ich dann von einer kostenlosen Beratung zum Mietvertrag, die jeden Mittwoch im Stadtteilbüro stattfindet. Bevor ich hinging, habe ich alle Schreiben sortiert, die wichtigsten Stellen markiert und mir drei konkrete Fragen aufgeschrieben. Im Servicebüro habe ich dann nur Kopien gezeigt; meine Originalunterlagen musste ich nicht abgeben. Im Wartebereich saßen ganz unterschiedliche Leute: Ein Mann wollte nur eine Frist prüfen, eine Nachbarin brauchte Hilfe bei den Nebenkosten. Das Gespräch hat mir nicht jede Entscheidung abgenommen, aber danach wusste ich endlich, welcher Schritt als Nächstes dran war. Ein paar Punkte musste ich zu Hause trotzdem noch einmal in Ruhe nachsehen. Mein Tipp für dich: Überlege vorher genau, welche eine Frage dir am wichtigsten ist, und nimm lieber zwei passende Schreiben mit als einen ganzen Ordner. Wenn du möchtest, komme ich am Dienstag gern mit bis zum Eingang; die eigentliche Frage solltest du aber selbst stellen, dann bekommst du auch die beste Antwort. Eine Sache noch: Lass dich nicht abschrecken, wenn im Wartebereich viel los ist. Die meisten Gespräche dauern nur ein paar Minuten, und gerade kurze, klare Fragen sind dort am häufigsten. Die Beraterin hat mich übrigens zuerst gebeten, in eigenen Worten zu erzählen, worum es geht – das war viel leichter, als ich gedacht hatte. Sollte deine Frage doch komplizierter sein, bekommst du einfach einen zweiten Termin, und niemand findet das seltsam. Liebe Grüße aus Hamburg Milan

Beispiel. Die E-Mail berichtet von einer persönlichen Erfahrung.

richtigfalsch

1. Nach dem Gespräch musste Milan noch einzelne Punkte prüfen.

richtigfalsch

2. Das Gespräch bestand nur aus einem langen Vortrag ohne persönliche Fragen.

richtigfalsch

3. Das Gespräch half Milan vor allem dabei, den nächsten Schritt zu erkennen.

richtigfalsch

4. Nach dem Termin wusste Milan weniger als vorher.

richtigfalsch

5. Milan bietet an, am Dienstag mitzukommen.

richtigfalsch

6. Milan empfiehlt, ohne Vorbereitung zu dem Termin zu gehen.

richtigfalsch

Teil 2 - Pressetexte verstehen

Arbeitszeit: 20 Minuten

Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 7 bis 9 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Aus der Presse: Hilfe bei Onlinekauf

In einem Stadtmagazin wird beschrieben, warum die Beratung rund um Einkaufen und Onlinekauf neu aufgestellt wird. Immer mehr Menschen bestellen im Internet, und gleichzeitig wächst die Unsicherheit bei Rückgabe, Garantie und falschen Rechnungen. Viele wissen nicht, welche Frist gilt und an wen sie sich zuerst wenden sollen. Neu ist, dass Verbraucherzentrale, Stadtteilbüro und ehrenamtliche Helfer jetzt zusammenarbeiten. Eine Fachkraft liest die Bestellunterlagen, eine zweite erklärt den Unterschied zwischen Umtausch, Garantie und Reklamation, und bei digitalen Fragen hilft jemand direkt am Handy. So muss niemand mehr mehrere Stellen nacheinander aufsuchen. Das Angebot hilft besonders bei falschen Lieferungen, kaputter Ware und fehlenden Rechnungen. Eine verbindliche rechtliche Entscheidung kann das Team nicht treffen; es erklärt aber, welche Schritte sinnvoll sind und wie man sie selbst geht. Die Beratenden bemerken, dass seither weniger Menschen aus Ärger einfach aufgeben. Wer früh fragt, hält wichtige Fristen ein und bekommt häufiger sein Geld zurück. Besucher legen sich am besten ihre Kopien zurecht und notieren die eine Frage, die ihnen am wichtigsten ist; die Originale bleiben zu Hause. Das Team achtet vor allem darauf, welche Begriffe nach dem Gespräch noch unklar waren, und schreibt die Checklisten anschließend verständlicher. Begleitet wird das Angebot von kurzen Musterbriefen, die man gemeinsam an den eigenen Fall anpasst. Außerdem liegen Listen mit den wichtigsten Fristen aus. Ehrenamtliche helfen denen, die mit dem Handy unsicher sind, die nötigen Belege zu finden und zu speichern. Die Verantwortlichen betonen, dass auch eine vermeintlich kleine Frage willkommen ist, denn oft hängt am Ende mehr Geld daran, als man zunächst denkt.

Beispiel. In diesem Text geht es um ...

  1. a) ein neues Beratungsmodell im Alltag.
  2. b) einen privaten Reisebericht.
  3. c) eine Prüfung im Sprachkurs.

7. Wobei hilft das neue Angebot besonders?

  1. a) Bei falschen Lieferungen, kaputter Ware und fehlenden Rechnungen.
  2. b) Beim Verkauf gebrauchter Möbel.
  3. c) Beim Programmieren von Online-Shops.

8. Was kann das Team nicht tun?

  1. a) Beim Anpassen von Musterbriefen helfen.
  2. b) Sinnvolle nächste Schritte erklären.
  3. c) Eine verbindliche rechtliche Entscheidung treffen.

9. Warum lohnt sich auch eine kleine Frage?

  1. a) Oft hängt am Ende mehr Geld daran, als man zunächst denkt.
  2. b) Nur kleine Fragen sind kostenlos.
  3. c) Kleine Fragen werden zuerst beantwortet.

Lesen Sie den Text aus der Presse und die Aufgaben 10 bis 12 dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Bericht: Mehr Nähe statt langer Regeln

Eine Mieterorganisation ließ die ersten Wochen ihrer neuen Sprechstunde auswerten. Anfangs blieb der Zulauf gering. Manche Aushänge waren freundlich, sagten aber nicht, welche Papiere man braucht; andere Zeiten lagen am Vormittag und passten kaum zu Berufstätigen. Daraufhin wurde das Vorgehen umgestellt. Die Hinweise sind jetzt einfacher gehalten und beginnen mit einem konkreten Beispiel aus einer echten Abrechnung. Statt langer Erklärungen gibt es einen kurzen Musterfall, an dem die Besucher das Prüfen Schritt für Schritt üben. Besonders hilfreich waren nachgestellte Übergabegespräche: Daran erkennen die Mieter, worauf sie beim Auszug achten müssen, und trauen sich eher nachzufragen. Wer sich vor anderen nicht äußern mag, gibt seine Frage vorher schriftlich ab. Ein weiterer Punkt betrifft den Zeitpunkt: Wer erst nach dem Umzug kommt, hat oft schon Fristen verpasst. Deshalb wirbt das Team nun früher, etwa schon bei der Wohnungssuche. Ob sich die Sprechstunde dauerhaft mit genügend Fachleuten halten lässt, ist noch offen.

10. Warum blieb der Zulauf anfangs gering?

  1. a) Die Sprechstunde kostete Eintritt.
  2. b) Aushänge nannten die nötigen Papiere nicht, und die Zeiten passten Berufstätigen schlecht.
  3. c) Die Beratung fand nur online statt.

11. Was war für die Mieter besonders hilfreich?

  1. a) Nachgestellte Übergabegespräche.
  2. b) Lange schriftliche Erklärungen.
  3. c) Ein Vortrag über Baugeschichte.

12. Warum wirbt das Team jetzt schon bei der Wohnungssuche?

  1. a) Wer erst nach dem Umzug kommt, hat oft schon Fristen verpasst.
  2. b) Vor dem Umzug sind die Beratungen teurer.
  3. c) Nach dem Umzug ist die Sprechstunde geschlossen.

Teil 3 - Anzeigen zuordnen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie die Situationen 13 bis 19 und die Anzeigen A bis J aus verschiedenen deutschsprachigen Medien. Wählen Sie: Welche Anzeige passt zu welcher Situation? Sie können jede Anzeige nur einmal verwenden. Die Anzeige aus dem Beispiel können Sie nicht mehr verwenden. Für eine Situation gibt es keine passende Anzeige. In diesem Fall schreiben Sie 0.

Mehrere Personen suchen passende Informationen oder Angebote zum Thema Gesundheit im Alltag.

Beispiel. Ihr Kind soll freitags an einem Bewegungskurs teilnehmen. Anzeige: E

13. Sie möchten wissen, ob sich Ihre Medikamente gegenseitig beeinflussen.

14. Sie möchten Ihre Blutdruckwerte richtig messen und notieren.

15. Sie suchen einfache Rezepte und eine Einkaufsliste.

16. Sie möchten einen Arztbrief besser verstehen und Fragen für den Termin vorbereiten.

17. Sie suchen einen langsamen Sportkurs ohne Geräte.

18. Sie pflegen Ihre Mutter und brauchen Beratung zu Hilfsmitteln.

19. Sie suchen einen Kurs über Mietrecht und Hausordnung.

A

Rückenfit für Anfänger: In diesem Kurs üben wir langsame Bewegungen ohne Geräte, die den Rücken stärken und im Alltag helfen. Das Tempo ist ruhig, niemand muss mithalten. Wer regelmäßig teilnimmt, kann einen Zuschuss der Krankenkasse erhalten. Bringen Sie bequeme Kleidung und etwas zu trinken mit; eine Matte wird gestellt.

B

Patientenberatung im Gesundheitszentrum: Wir helfen Ihnen, einen Arztbrief zu verstehen, wichtige Fragen zu notieren und den nächsten Termin gut vorzubereiten. Bringen Sie bitte Kopien Ihrer Unterlagen mit; die Originale bleiben bei Ihnen. Wir geben keine Diagnose, sondern erklären, was im Brief steht und worauf Sie achten sollten. Auf Wunsch erhalten Sie eine kurze schriftliche Zusammenfassung des Gesprächs für zu Hause.

C

Apotheken-Check: An einem festen Nachmittag lassen sich Medikamente vorbestellen, der Einnahmeplan besprechen und mögliche Wechselwirkungen kontrollieren. Bringen Sie eine Liste Ihrer Mittel mit. Die Beratung ist kostenlos und vertraulich. Bei ernsten Fragen verweisen wir an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt weiter. Denken Sie bitte auch an frei verkäufliche Mittel und an Nahrungsergänzung, die Sie regelmäßig nehmen.

D

Gesund kochen im Stadtteil: Gemeinsam bereiten wir einfache, günstige Gerichte zu, schreiben eine Einkaufsliste und essen anschließend zusammen. Die Materialkosten betragen 4 Euro. Vorkenntnisse sind nicht nötig, Freude am Ausprobieren reicht. Wer eine bestimmte Zutat nicht verträgt, sagt dies bitte vorher, damit wir das beim Einkauf berücksichtigen.

E

Kinderturnen am Freitag: Bewegungsspiele in der Turnhalle für Fünf- bis Siebenjährige. Beim ersten Termin bleiben die Eltern dabei, damit sich die Kinder sicher fühlen. Bitte bringen Sie feste Hallenschuhe mit. Die Teilnahme ist günstig; eine Schnupperstunde ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich. Bei Fragen zur Bewegung Ihres Kindes steht die Kursleitung nach der Stunde gern bereit.

F

Pflegeberatung zu Hause: Bei einem Besuch in Ihrer Wohnung besprechen wir den Leistungsantrag, passende Hilfsmittel und Entlastungsangebote für Angehörige. Für den Besuch ist eine Terminvereinbarung nötig. Die Beratung ist kostenlos. Halten Sie vorhandene Briefe der Kasse bereit; gemeinsam überlegen wir, welcher Schritt für Ihre Familie zuerst sinnvoll ist.

G

Spaziergruppe nach Feierabend: Wir gehen 45 Minuten gemütlich durch den Park, langsam und ohne Leistungsdruck. Treffpunkt ist am Brunnen. Die Gruppe steht allen offen; anmelden muss man sich nicht. Festes Schuhwerk genügt. Bei Regen entfällt der Spaziergang; ein kurzer Hinweis dazu hängt am Eingang des Stadtteilzentrums.

H

Notfallkurs im Betrieb: Für Teams ab sechs Personen üben wir die stabile Seitenlage, den Notruf sowie das Versorgen kleiner Wunden. Der Kurs kommt auf Wunsch in Ihren Betrieb und dauert einen halben Tag. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Bitte melden Sie die Teilnehmerzahl vorher an, damit genug Übungsmaterial bereitsteht. Die Inhalte richten sich nach den häufigsten Notfällen am Arbeitsplatz.

I

Schlaf besser: In einem Vortrag geht es um eine ruhige Abendroutine, um Bildschirmzeit und um den Umgang mit Stress. Sie bekommen einfache Tipps und können Fragen stellen. Eine medizinische Einzelberatung bieten wir hier nicht an; bei anhaltenden Problemen empfehlen wir ein Gespräch mit der Hausärztin oder dem Hausarzt.

J

Blutdruck-Messtag: Lassen Sie kostenlos Ihren Blutdruck messen, notieren Sie Ihre Werte und lassen Sie sich das Messgerät für zu Hause erklären. Bei auffälligen Werten empfehlen wir einen Arzttermin, ersetzen ihn aber nicht. Bringen Sie, wenn vorhanden, Ihren letzten Messzettel mit. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Teil 4 - Meinungen verstehen

Arbeitszeit: 15 Minuten

Lesen Sie die Texte 20 bis 26. Wählen Sie: Ist die Person für persönliche Beratungsangebote zu Energiesparen?

In einer Zeitschrift lesen Sie Leserbriefe zum Thema persönliche Beratungsangebote zu Energiesparen.

LESERBRIEFE

Beispiel. Niko: Für mich überwiegt der Nutzen deutlich. Ein kurzes, freundliches Gespräch macht Mut und spart oft mehrere Telefonate; gerade vor einer knappen Frist ist das Gold wert.

20. Deniz: Für Energiethemen brauche ich keinen Hausbesuch. Wo ich sparen kann, lese ich mir selbst zusammen, und eine gute Checkliste reicht mir völlig. Einen festen Termin in der Wohnung empfinde ich eher als Störung. Sinnvoller wäre, wenn die Versorger ihre Abrechnungen verständlicher gestalten würden, dann käme ich auch ohne Beratung gut zurecht.

21. Emilia: Ich finde den Energiespar-Check ausgezeichnet, gerade für Haushalte mit wenig Geld. Allgemeine Tipps helfen kaum, weil jede Wohnung anders ist. Wenn jemand vor Ort auf meinen alten Kühlschrank zeigt, verstehe ich sofort, worauf es ankommt. Wichtig ist nur, dass das Angebot kostenlos bleibt, sonst erreicht es genau die Falschen nicht.

22. Hakan: Solche Angebote unterstütze ich sehr, weil sie Beratung mit gemeinsamem Handeln verbinden. Viele Menschen trauen sich allein nicht, etwas zu verändern, machen aber gern in der Gruppe mit. Beim Tauschregal oder bei der Putzaktion entsteht ganz nebenbei ein Gespräch über den eigenen Verbrauch. So wird aus einem guten Vorsatz endlich Alltag.

23. Wiktor: Ich bin skeptisch gegenüber immer neuen Aktionen. Wer wirklich sparen will, schaut auf seine Zahlen und handelt; dafür braucht es keine Veranstaltung. Berufstätige können an den meisten Terminen ohnehin nicht teilnehmen. Das Geld wäre besser in eine Förderung für sparsame Geräte gesteckt als in immer neue Treffen im Stadtteil.

24. Filip: Für mich ist die persönliche Beratung der entscheidende Anstoß. Man kann seine eigene Rechnung zeigen und bekommt erklärt, welche Zahl was bedeutet, statt im Dunkeln zu tappen. Gerade wenn mehrere Ursachen zusammenkommen, hilft ein ruhiger Blick von außen. Solange klar gesagt wird, dass niemand Wunder verspricht, sehe ich nur Gewinn.

25. Valeria: Hausbesuche und Sprechstunden klingen gut, erreichen aber oft nicht die, die es nötig hätten. Ich möchte Fremde nicht durch meine Wohnung führen, um zu erfahren, dass das Licht Strom kostet. Eine klare, bebilderte Anleitung im Briefkasten wäre für viele ehrlicher und käme ganz ohne festen Termin aus.

26. Wassim: Ich stehe voll hinter der Idee. Umweltschutz im Alltag besteht aus vielen winzigen Entscheidungen, und da hilft jemand, der erklärt statt zu belehren. Mir hat es Mut gemacht, einfach mal nachzufragen, ohne mich dumm zu fühlen. Die Stadt sollte solche Angebote ausweiten und dort zeigen, wo die Menschen ohnehin vorbeikommen.

Beispiel. Niko

janein

20. Deniz

janein

21. Emilia

janein

22. Hakan

janein

23. Wiktor

janein

24. Filip

janein

25. Valeria

janein

26. Wassim

janein

Teil 5 - Informationsblatt verstehen

Arbeitszeit: 10 Minuten

Lesen Sie die Aufgaben 27 bis 30 und den Text dazu. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

Sie informieren sich über ein Informationsblatt zum Thema Ausbildungsvertrag.

27. Wann muss der Vertrag unterschrieben werden?

  1. a) Vor Ausbildungsbeginn.
  2. b) Nur am letzten Arbeitstag.
  3. c) Erst nach der Prüfung.

28. Wer muss bei Minderjährigen zusätzlich unterschreiben?

  1. a) Die Kundinnen.
  2. b) Die Nachbarn.
  3. c) Die Eltern.

29. Was ist vorgesehen?

  1. a) Eine Probezeit.
  2. b) Ein Urlaub im Ausland.
  3. c) Ein kostenloses Mittagessen.

30. Worum geht es im Informationsblatt?

  1. a) Um Nebenkosten.
  2. b) Um eine Bibliothek.
  3. c) Um den Ausbildungsvertrag.

INFORMATIONSBLATT AUSBILDUNGSVERTRAG Dieses Blatt richtet sich an alle, die eine Ausbildung beginnen und ihren Ausbildungsvertrag verstehen möchten. Es bietet einen ersten Überblick und ersetzt keine rechtliche Beratung. Unterschrift: Der Ausbildungsvertrag muss vor Ausbildungsbeginn unterschrieben sein. Lesen Sie ihn vorher in Ruhe durch und klären Sie offene Fragen rechtzeitig. Bei Minderjährigen: Sind Sie noch nicht volljährig, müssen zusätzlich Ihre Eltern den Vertrag unterschreiben. Ohne diese Unterschrift ist der Vertrag nicht gültig. Probezeit: In der Ausbildung ist eine Probezeit vorgesehen. In dieser Zeit können beide Seiten prüfen, ob es passt; gekündigt werden kann dann leichter als später. Ablauf und Hinweise: Bringen Sie zur Beratung eine Kopie des Vertrags mit; das Original bleibt bei Ihnen. Markieren Sie die Stellen, die Sie nicht verstehen. Wir erklären Begriffe wie Arbeitszeit, Urlaub und Berichtsheft, treffen aber keine verbindliche Entscheidung. Bei rechtlichen Fragen nennen wir eine zuständige Stelle. Zusatzhinweis: Am Empfang hängt für diese Prüfung eine kleine Übersicht mit drei Beispielen. Dort steht, welche Rückfrage zuerst gestellt werden sollte, welche Unterlage nur gezeigt wird und wann ein späterer Rückruf sinnvoller ist als ein langes Gespräch im Wartebereich.

Hören - ca. 40 Minuten

Audio-Datei: goethe-b1-model-01.mp3

Teil 1 - Kurze Texte

Sie hören fünf kurze Texte. Sie hören jeden Text zweimal. Zu jedem Text lösen Sie zwei Aufgaben. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung.

Text 1

1. Der Sportunterricht findet heute draußen statt.

richtigfalsch

2. Was sollen die Schüler mitbringen?

  1. a) Hallenschuhe.
  2. b) Einen Regenschirm.
  3. c) Ein Pausenbrot.

Text 2

3. Das Geld vom Klassenfest ist für eine Klassenbücherei.

richtigfalsch

4. Wofür sucht Frau Wagner noch Hilfe?

  1. a) Für die Getränke.
  2. b) Für die Musik.
  3. c) Für den Kuchenstand.

Text 3

5. Für die Vorlesestunde muss man sich anmelden.

richtigfalsch

6. Für welche Kinder ist das Angebot gedacht?

  1. a) Für Jugendliche ab zwölf.
  2. b) Für Kinder von vier bis acht Jahren.
  3. c) Nur für Babys.

Text 4

7. Eine spätere Abholung muss man schriftlich melden.

richtigfalsch

8. Wann endet die Betreuung am Freitag?

  1. a) Um sechzehn Uhr.
  2. b) Um siebzehn Uhr.
  3. c) Um achtzehn Uhr.

Text 5

9. Das Mittagessen ist teurer geworden.

richtigfalsch

10. Was kann man bei finanziellen Problemen tun?

  1. a) Das Essen abbestellen.
  2. b) Selbst kochen.
  3. c) Einen Zuschuss beantragen.

Teil 2 - Eine Information verstehen

Sie hören einen längeren Informationstext einmal. Wählen Sie bei jeder Aufgabe die richtige Lösung a, b oder c.

11. Was passiert direkt nach dem Unterricht?

  1. a) Die Kinder gehen sofort nach Hause.
  2. b) Es beginnt der Sport.
  3. c) Es gibt ein gemeinsames Mittagessen.

12. Wie lange muss man sein Kind mindestens anmelden?

  1. a) Für einen einzelnen Tag.
  2. b) Für ein ganzes Halbjahr.
  3. c) Nur für eine Woche.

13. Was ist im neuen Schuljahr neu?

  1. a) Eine kostenlose Förderung im Lesen.
  2. b) Ein höherer Preis.
  3. c) Ein späterer Schulbeginn.

14. Wann braucht man eine schriftliche Entschuldigung?

  1. a) Schon am ersten Tag.
  2. b) Nie.
  3. c) Ab dem vierten Krankheitstag.

15. Was soll man bei früherer Abholung tun?

  1. a) Einen Antrag stellen.
  2. b) Die Schule kurz informieren.
  3. c) Nichts sagen.

Teil 3 - Ein Gespräch verstehen

Sie hören ein Gespräch einmal. Entscheiden Sie, ob die Aussagen richtig oder falsch sind.

16. Frau Roth hat ihren Sohn schon angemeldet.

richtigfalsch

17. Herrn Özdemirs Tochter besucht die Ganztagsbetreuung seit einem Jahr.

richtigfalsch

18. Frau Roth fällt es schwer, abends bei den Hausaufgaben zu helfen.

richtigfalsch

19. In der Mensa gibt es auch ein vegetarisches Gericht.

richtigfalsch

20. Herrn Özdemirs Tochter macht nachmittags Theater.

richtigfalsch

21. Eine frühere Abholung ist grundsätzlich nicht möglich.

richtigfalsch

22. Frau Roth will ihren Sohn am Ende doch nicht anmelden.

richtigfalsch

Teil 4 - Diskussion

Sie hören eine Diskussion zweimal. Ordnen Sie die Aussagen zu: Wer sagt was?

23. Die Ganztagsschule ist besonders für Kinder mit wenig Unterstützung zu Hause eine Chance.

abc

24. Kinder brauchen auch freie Zeit, in der nichts geplant ist.

abc

25. Wenn das Lernen in der Schule passiert, hängt der Erfolg weniger vom Elternhaus ab.

abc

26. Ein Kind ist kein kleiner Angestellter mit einem Acht-Stunden-Tag.

abc

27. Gute Ganztagsschulen bieten nach den Hausaufgaben bewusst freie Angebote an.

abc

28. Man sollte die Kinder fragen, welche Angebote sie möchten.

abc

29. Wir fragen die Klassen, welche Arbeitsgemeinschaften sie sich wünschen.

abc

30. Heute diskutieren wir über die Ganztagsschule und was Familien davon haben.

abc

Schreiben - 60 Minuten

Teil 1 - Persönliche E-Mail

Ihre Freundin möchte sich ehrenamtlich engagieren und fragt Sie nach Ideen. Schreiben Sie eine persönliche E-Mail. Beschreiben Sie kurz, warum Sie schreiben, reagieren Sie auf die Bitte, berichten Sie von einer eigenen Erfahrung und machen Sie einen konkreten Vorschlag. Achten Sie darauf, dass die E-Mail freundlich und natürlich klingt. Sie dürfen auch kurz erklären, was Ihnen selbst damals geholfen hat. Schreiben Sie ungefähr 80 Wörter.

  • Warum melden Sie sich?
  • Welche Erfahrung haben Sie mit dem Thema gemacht?
  • Was schlagen Sie als nächsten Schritt vor?
  • Wann hätten Sie Zeit oder wie bleiben Sie in Kontakt?

Teil 2 - Meinung schreiben

In einem Internetforum lesen Sie die Frage: "Sollte es in jeder Stadt mehr kostenlose Angebote zum Thema Ehrenamt geben?" Schreiben Sie Ihre Meinung. Begründen Sie Ihre Ansicht, nennen Sie ein Beispiel aus dem Alltag und gehen Sie kurz auf einen möglichen Nachteil ein. Verwenden Sie passende Verbindungen wie "außerdem", "trotzdem" oder "deshalb". Ihr Text soll wie ein kurzer Forumsbeitrag wirken, nicht wie eine Liste. Schreiben Sie ungefähr 80 Wörter.

  • Ihre Meinung zum Thema
  • Ein Vorteil oder ein persönliches Beispiel
  • Ein Nachteil oder eine Grenze solcher Angebote
  • Ein kurzer Schluss mit Ihrer Empfehlung

Teil 3 - Formelle E-Mail

Sie schreiben an einen Verein, weil Sie bei einer Veranstaltung helfen möchten. Schreiben Sie eine formelle E-Mail an die zuständige Stelle. Entschuldigen Sie sich, erklären Sie die Situation, bitten Sie um einen neuen Termin oder um eine konkrete Auskunft und schließen Sie höflich. Nennen Sie, wann Sie erreichbar sind. Schreiben Sie ungefähr 40 Wörter.

  • Entschuldigung und Grund
  • Konkreter Wunsch
  • Erreichbarkeit oder Alternativtermin
  • Höflicher Abschluss

Sprechen - ca. 15 Minuten

Die mündliche Prüfung besteht aus drei Teilen. Sprechen Sie frei, reagieren Sie auf Ihre Partnerin oder Ihren Partner und benutzen Sie die Stichpunkte nur als Hilfe.

Teil 1 - Gemeinsam etwas planen

Sie und Ihre Partnerin oder Ihr Partner möchten gemeinsam eine Aktion zum Thema Familiennachmittag vorbereiten. Planen Sie das Gespräch zusammen. Entscheiden Sie, was zuerst geklärt werden muss, wer welche Aufgabe übernimmt und wie Sie andere Personen informieren. Beginnen Sie mit einem Vorschlag, reagieren Sie auf die Ideen der anderen Person und einigen Sie sich am Ende auf einen konkreten Plan.

Teil 2 - Ein Thema präsentieren

Wählen Sie ein Thema aus. Ihre Präsentation soll aus fünf Teilen bestehen.

Thema 1: Brauchen Familien flexiblere Betreuungszeiten?

Folie 1

Stellen Sie Ihr Thema vor. Erklären Sie kurz den Inhalt und die Struktur Ihrer Präsentation.

Folie 2

Berichten Sie von Erfahrungen mit Betreuungszeiten in Ihrer Familie oder in Ihrem Umfeld.

Folie 3

Berichten Sie, wie Kinderbetreuung in Ihrem Heimatland organisiert ist, und geben Sie Beispiele.

Folie 4

Nennen Sie Vor- und Nachteile und sagen Sie dazu Ihre Meinung. Geben Sie auch Beispiele.

Folie 5

Beenden Sie Ihre Präsentation und bedanken Sie sich bei den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Thema 2: Informationen zur Kinderbetreuung: besser online oder im persönlichen Gespräch?

Folie 1

Stellen Sie Ihr Thema vor. Erklären Sie kurz den Inhalt und die Struktur Ihrer Präsentation.

Folie 2

Berichten Sie, wie Sie selbst Informationen für Ihre Familie gesucht haben.

Folie 3

Berichten Sie, wie Familien in Ihrem Heimatland solche Informationen bekommen.

Folie 4

Nennen Sie Vor- und Nachteile und sagen Sie dazu Ihre Meinung. Geben Sie auch Beispiele.

Folie 5

Beenden Sie Ihre Präsentation und bedanken Sie sich bei den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Teil 3 - Über das Thema sprechen

Nach der Präsentation stellt Ihre Partnerin oder Ihr Partner eine Frage. Reagieren Sie darauf, geben Sie ein kurzes Feedback zur Präsentation Ihres Partners und führen Sie das Gespräch zum Thema Kinderbetreuung und Familie weiter. Verwenden Sie höfliche Rückfragen und konkrete Beispiele. Sie können zustimmen, widersprechen oder eine eigene Erfahrung ergänzen. Wichtig ist, dass Sie nicht nur mit "ja" oder "nein" antworten, sondern Ihre Reaktion kurz erklären. Die Prüfenden können nach Details fragen, zum Beispiel warum Sie eine Lösung praktisch finden, welche Schwierigkeit entstehen kann oder welche Erfahrung Sie in Ihrer Familie, Schule, Arbeit oder Nachbarschaft gemacht haben.

Lösungsschlüssel

Lesen 1richtig
Lesen 2falsch
Lesen 3richtig
Lesen 4falsch
Lesen 5richtig
Lesen 6falsch
Lesen 7a
Lesen 8c
Lesen 9a
Lesen 10b
Lesen 11a
Lesen 12a
Lesen 13C
Lesen 14J
Lesen 15D
Lesen 16B
Lesen 17A
Lesen 18F
Lesen 190
Lesen 20nein
Lesen 21ja
Lesen 22ja
Lesen 23nein
Lesen 24ja
Lesen 25nein
Lesen 26ja
Lesen 27a
Lesen 28c
Lesen 29a
Lesen 30c
Hören 1falsch
Hören 2a
Hören 3richtig
Hören 4c
Hören 5falsch
Hören 6b
Hören 7richtig
Hören 8a
Hören 9falsch
Hören 10c
Hören 11c
Hören 12b
Hören 13a
Hören 14c
Hören 15b
Hören 16falsch
Hören 17richtig
Hören 18richtig
Hören 19richtig
Hören 20richtig
Hören 21falsch
Hören 22falsch
Hören 23b
Hören 24c
Hören 25b
Hören 26c
Hören 27b
Hören 28c
Hören 29b
Hören 30a

Hörtexte für Audio-Generierung

Hören Teil 1, Beispiel

Hallo Frau Demir, hier spricht das Sekretariat der Pestalozzi-Schule. Ich wollte Ihnen kurz mitteilen, dass der Elternabend am Dienstag in einen anderen Raum verlegt wurde. Wir treffen uns jetzt nicht im Klassenzimmer, sondern in der Aula im Erdgeschoss. Die Uhrzeit bleibt bei neunzehn Uhr. Bringen Sie bitte den ausgefüllten Zettel zur Ganztagsbetreuung mit, falls Sie ihn noch zu Hause haben. Bei Fragen rufen Sie uns gern am Vormittag an. Vielen Dank und bis Dienstag.

Hören Teil 1, Text 1

Sie hören eine Durchsage in einer Schule. Liebe Schülerinnen und Schüler, wegen des starken Regens fällt der Sportunterricht auf dem Außenplatz heute aus. Stattdessen treffen sich alle Klassen in der Turnhalle. Bitte denkt an eure Hallenschuhe. Wer keine dabei hat, kann heute ausnahmsweise in Socken mitmachen, aber bitte vorsichtig. Die Umkleiden sind wie immer ab der dritten Stunde geöffnet. Wer ein Trikot vergessen hat, kann sich am Geräteraum eines ausleihen, und der Unterricht beginnt ganz normal nach der großen Pause.

Hören Teil 1, Text 2

Sie hören eine Nachricht einer Mutter aus der Klasse. Hallo, hier ist Frau Wagner, die Mutter von Leon. Du, wegen des Klassenfestes am Freitag: Ich kümmere mich um die Getränke, aber ich brauche noch jemanden für den Kuchenstand. Kannst du vielleicht zwei Kuchen backen oder kennst du noch andere Eltern, die helfen? Wir wollen das Geld für die neue Klassenbücherei sammeln. Melde dich bitte heute Abend, dann kann ich die Liste fertig machen.

Hören Teil 1, Text 3

Und nun ein Tipp aus unserem Familienprogramm im Radio. Die Stadtbücherei lädt jeden Mittwochnachmittag zu einer kostenlosen Vorlesestunde für Kinder zwischen vier und acht Jahren ein. Eine Anmeldung ist nicht nötig, kommen Sie einfach mit Ihren Kindern vorbei. Im Anschluss können die Kinder basteln, während die Eltern in Ruhe ein Buch aussuchen. Das Angebot ist besonders für Familien gedacht, die das Lesen spielerisch fördern möchten. Die Bücherei liegt direkt am Marktplatz, ist gut mit dem Bus zu erreichen und hat auch eine große Auswahl an Büchern in einfacher Sprache.

Hören Teil 1, Text 4

Sie hören eine Ansage im Hort. Liebe Eltern, ab nächster Woche ändern sich die Abholzeiten. Die Betreuung endet montags bis donnerstags um siebzehn Uhr und freitags bereits um sechzehn Uhr, weil das Team dann die nächste Woche plant. Wenn Ihr Kind später abgeholt wird, geben Sie uns bitte vorher schriftlich Bescheid. Eine mündliche Mitteilung reicht aus Sicherheitsgründen leider nicht aus. Geben Sie den ausgefüllten Zettel bitte bis spätestens neun Uhr im Büro ab, damit wir rechtzeitig planen können.

Hören Teil 1, Text 5

Sie hören eine Mitteilung der Schulleitung. Sehr geehrte Eltern, in der Mensa gibt es ab sofort jeden Tag ein vegetarisches Gericht zur Auswahl. Außerdem haben wir den Preis für das Mittagessen nicht erhöht, obwohl die Kosten gestiegen sind. Wer aus finanziellen Gründen Unterstützung braucht, kann im Sekretariat einen Antrag auf einen Zuschuss stellen. Alle Informationen dazu finden Sie auch auf unserer Internetseite. Bei Fragen hilft Ihnen das Sekretariat gern persönlich weiter, am besten am Vormittag.

Hören Teil 2

Sie nehmen an einem Elternabend zum Thema Ganztagsschule teil. Es spricht die Schulleiterin, Frau Brandt. Guten Abend und schön, dass Sie alle gekommen sind. Ich möchte Ihnen heute erklären, wie unsere Ganztagsbetreuung abläuft und was sich im neuen Schuljahr ändert. Beginnen wir mit dem Tagesablauf. Nach dem regulären Unterricht gibt es zunächst ein gemeinsames Mittagessen in der Mensa. Danach folgt eine feste Hausaufgabenzeit, in der die Kinder ruhig und betreut arbeiten. Wir achten sehr darauf, dass diese Zeit wirklich zum Lernen genutzt wird, damit zu Hause mehr Zeit für die Familie bleibt. Im Anschluss können die Kinder zwischen verschiedenen Arbeitsgemeinschaften wählen, zum Beispiel Sport, Musik oder eine Lesegruppe. Ein wichtiger Punkt ist mir die Anmeldung. Bitte melden Sie Ihr Kind verbindlich für ein ganzes Halbjahr an, denn die Gruppen müssen geplant werden. Ein Wechsel mitten im Halbjahr ist nur in Ausnahmefällen möglich. Neu ist in diesem Jahr, dass wir eine zusätzliche Förderung für Kinder anbieten, die noch nicht sicher Deutsch lesen. Diese Gruppe ist kostenlos, aber die Plätze sind begrenzt. Sprechen Sie uns bei Interesse bitte direkt an. Zum Thema Krankheit: Wenn Ihr Kind krank ist, genügt am ersten Tag ein kurzer Anruf. Erst ab dem vierten Tag brauchen wir eine schriftliche Entschuldigung. Bitte rufen Sie morgens früh an, damit wir wissen, dass das Kind nicht kommt. Lassen Sie mich kurz auf das Mittagessen eingehen, weil dazu oft Fragen kommen. Es gibt jeden Tag zwei Gerichte zur Auswahl, davon immer ein vegetarisches. Wenn Ihr Kind etwas nicht verträgt, sagen Sie uns bitte vorher Bescheid, dann finden wir gemeinsam eine Lösung. Den Speiseplan für die ganze Woche hängen wir montags aus und stellen ihn auch online. Familien mit geringem Einkommen können einen Zuschuss beantragen; das Formular bekommen Sie im Sekretariat, und wir helfen Ihnen gern beim Ausfüllen. Niemand soll aus finanziellen Gründen auf das warme Essen verzichten müssen. Auch die Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag sind übrigens kostenlos, von Sport über Musik bis zur Lesegruppe ist für jeden etwas dabei. Eine Liste mit allen Angeboten können Sie sich am Eingang mitnehmen oder auf unserer Internetseite ansehen. Ein letzter Hinweis betrifft die Abholung. Die Betreuung endet werktags um siebzehn Uhr. Wer sein Kind früher abholen möchte, kann das jederzeit tun, sollte uns aber kurz informieren, damit das Kind nicht in einer Arbeitsgemeinschaft gesucht wird. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit zum Wohl Ihrer Kinder. Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gleich gern zur Verfügung.

Hören Teil 3

Sie hören jetzt ein Gespräch zwischen zwei Eltern, Frau Roth und Herrn Özdemir, die sich nach dem Elternabend unterhalten. Frau Roth: Und, was halten Sie von der Ganztagsbetreuung? Ich überlege noch, ob ich meinen Sohn anmelde. Herr Özdemir: Meine Tochter ist schon seit einem Jahr dabei, und ich bin sehr zufrieden. Vor allem, dass die Hausaufgaben schon in der Schule gemacht werden, ist eine große Entlastung. Frau Roth: Das klingt gut. Ehrlich gesagt ist genau das mein Problem zu Hause. Nach der Arbeit bin ich oft zu müde, um noch lange bei den Aufgaben zu sitzen. Herr Özdemir: Genau deshalb finde ich es so praktisch. Abends haben wir jetzt wirklich Zeit füreinander, statt über Mathe zu streiten. Frau Roth: Und wie ist das mit dem Essen? Mein Sohn ist ziemlich wählerisch. Herr Özdemir: Es gibt jeden Tag mehrere Gerichte, auch ein vegetarisches. Am Anfang hat meine Tochter auch gemeckert, aber inzwischen schmeckt es ihr meistens. Frau Roth: Beruhigend. Ich mache mir nur Sorgen, dass der Tag zu lang wird. Acht Stunden Schule sind schon viel für ein Kind. Herr Özdemir: Das stimmt, aber nach den Hausaufgaben ist es ja keine Schule mehr im klassischen Sinn. Meine Tochter macht nachmittags Theater, das macht ihr großen Spaß. Frau Roth: Theater? Das wäre vielleicht auch etwas für meinen Sohn, der spielt gern Rollen. Herr Özdemir: Dann probieren Sie es doch einfach ein Halbjahr aus. Wenn es gar nicht passt, können Sie ihn ja zum nächsten Halbjahr wieder abmelden. Frau Roth: Ja, das ist ein guter Gedanke. Eine Sache noch: Wie läuft das, wenn man das Kind mal früher abholen möchte? Herr Özdemir: Ganz einfach. Sie geben kurz Bescheid, dann wartet das Kind am Eingang. Man muss nur anrufen, damit niemand sucht. Frau Roth: Okay, das klingt machbar. Ich glaube, ich melde ihn für das nächste Halbjahr an. Herr Özdemir: Das würde ich Ihnen raten. Und wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie mich ruhig an, wir sehen uns ja morgens oft am Tor. Eine Sache noch, die mir am Anfang wichtig war: Fragen Sie ruhig nach, ob Ihr Sohn bei den Hausaufgaben wirklich Hilfe bekommt. Bei uns hat sich eine Betreuerin extra Zeit genommen, als meine Tochter in Mathe Schwierigkeiten hatte. Frau Roth: Das ist gut zu wissen. Genau davor hatte ich nämlich Respekt, dass die Kinder in der großen Gruppe untergehen. Herr Özdemir: Diese Sorge ist verständlich, aber die Gruppen sind nicht zu groß, und es gibt feste Ansprechpartner. Wenn etwas ist, rufen die auch zu Hause an. Frau Roth: Das beruhigt mich wirklich. Dann fühle ich mich gleich viel sicherer mit meiner Entscheidung. Herr Özdemir: Und falls doch einmal etwas unklar ist, sprechen Sie die Leitung ruhig direkt an, die ist wirklich sehr offen für Gespräche. Frau Roth: Vielen Dank, das ist wirklich nett. Dann fülle ich das Formular gleich heute Abend aus.

Hören Teil 4

Moderator: Herzlich willkommen zu unserer Sendung. Heute diskutieren wir über die Ganztagsschule und über die Frage, was Kinder und Familien wirklich davon haben. Immer mehr Schulen bieten eine Betreuung bis in den Nachmittag an, doch nicht alle Eltern sind begeistert. Bei mir sind Frau Lehmann, Lehrerin an einer Grundschule, und Herr Kaya, der zwei schulpflichtige Kinder hat. Frau Lehmann, wie erleben Sie die Ganztagsschule im Alltag? Frau Lehmann: Aus meiner Sicht ist sie eine große Chance, gerade für Kinder, die zu Hause wenig Unterstützung bekommen. In der betreuten Hausaufgabenzeit können wir gezielt helfen. Ein Kind, das sonst allein vor den Aufgaben sitzen würde, bekommt hier jemanden, der nachfragt und erklärt. Das gleicht vieles aus. Moderator: Sie sagen also, die Ganztagsschule schafft mehr Gerechtigkeit? Frau Lehmann: In gewisser Weise ja. Nicht jede Familie kann Nachhilfe bezahlen oder hat abends Zeit und Ruhe. Wenn das Lernen in der Schule passiert, hängt der Erfolg weniger vom Elternhaus ab. Das halte ich für sehr wichtig. Herr Kaya: Ich sehe die Vorteile durchaus, aber ich habe auch Bedenken. Meine Kinder sind nach acht oder neun Stunden einfach erschöpft. Sie brauchen auch Zeit, in der nichts geplant ist, in der sie einfach spielen oder Freunde treffen können. Moderator: Sie befürchten, dass der Tag zu durchgeplant wird? Herr Kaya: Genau. Ein Kind ist kein kleiner Angestellter mit einem Acht-Stunden-Tag. Freie Zeit ist nicht verlorene Zeit. Beim freien Spielen lernen Kinder auch sehr viel, nur eben anders. Frau Lehmann: Da gebe ich Ihnen recht, und gute Ganztagsschulen wissen das. Bei uns gibt es nach den Hausaufgaben bewusst freie Angebote, bei denen kein Kind etwas leisten muss. Es geht nicht darum, den ganzen Tag zu verplanen, sondern einen guten Rhythmus zu finden. Herr Kaya: Wenn das so ist, dann nehme ich meine Kritik halb zurück. Mir ist nur wichtig, dass man die Kinder auch fragt, was sie möchten. Ein Beispiel: Meine Tochter wollte unbedingt in die Koch-AG, mein Sohn lieber zum Schach. Beide sind viel zufriedener, seit sie selbst wählen durften. Moderator: Das ist ein schöner Punkt. Frau Lehmann, sollte man Kinder stärker mitentscheiden lassen? Frau Lehmann: Unbedingt. Wenn Kinder ihre Angebote selbst aussuchen, sind sie mit ganz anderer Freude dabei. Wir fragen die Klassen am Anfang des Halbjahres immer, welche Arbeitsgemeinschaften sie sich wünschen. Herr Kaya: Das finde ich gut. Was mir noch wichtig wäre: Die Betreuung muss bezahlbar bleiben. Bei uns kostet das Mittagessen Geld, und für Familien mit mehreren Kindern summiert sich das schnell. Frau Lehmann: Das ist ein berechtigter Einwand. An unserer Schule gibt es deshalb einen Zuschuss für Familien mit wenig Einkommen. Bildung darf nicht am Geld scheitern, da bin ich ganz bei Ihnen. Moderator: Ein Thema, das viele Eltern bewegt, sind die Kosten. Ist eine gute Ganztagsschule nicht teuer? Frau Lehmann: Für die Familien soll sie das gerade nicht sein. An unserer Schule ist die Betreuung selbst kostenlos, nur das Mittagessen kostet etwas, und auch dafür gibt es Zuschüsse. Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Herr Kaya: Das sehe ich genauso, und trotzdem muss man ehrlich sein: Gute Betreuung braucht genug Personal, und das kostet die Stadt Geld. Wenn am Ende eine einzige Erzieherin auf dreißig Kinder kommt, ist niemandem geholfen. Frau Lehmann: Da haben Sie völlig recht. Qualität hängt an den Menschen, die mit den Kindern arbeiten. Ein gutes Beispiel ist unsere Hausaufgabenzeit: Sie funktioniert nur, weil genug Betreuer da sind, die wirklich helfen können. Moderator: Wie sieht es mit Kindern aus, die noch nicht gut Deutsch sprechen? Frau Lehmann: Für die ist die Ganztagsschule oft ein Glücksfall. Sie hören den ganzen Tag Deutsch, spielen mit anderen Kindern und lernen die Sprache ganz natürlich nebenbei. Wir fördern das zusätzlich in kleinen Gruppen. Herr Kaya: Das kann ich bestätigen. Mein Neffe ist erst vor zwei Jahren hergekommen, und durch die Nachmittagsangebote spricht er heute fast fließend. Ohne die vielen Stunden mit anderen Kindern wäre das nie so schnell gegangen. Wichtig wäre mir noch, dass die Eltern stärker einbezogen werden. Wenn man uns fragt, was wir zu Hause beobachten, entsteht eine echte Zusammenarbeit. Frau Lehmann: Ein sehr guter Punkt. Die besten Lösungen finden wir immer dann, wenn Schule und Elternhaus an einem Strang ziehen und offen miteinander reden. Herr Kaya: Genau, dann fühlt sich auch das Kind getragen und merkt, dass alle dasselbe Ziel verfolgen. Moderator: Zum Schluss bitte je ein Satz: Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Frau Lehmann: Genug gut ausgebildetes Personal, damit die Qualität stimmt. Herr Kaya: Und genug Freiräume, damit Kinder Kinder bleiben dürfen. Moderator: Kluge Worte zum Abschied. Danke, dass Sie sich beide die Zeit genommen haben.